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	<title>Stanislaus Thurzo - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T04:03:50Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Sheogath76: /* Literatur */</title>
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		<updated>2025-12-29T16:02:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stanislaus Thurzo&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Thurzó von Béthlenfalva, Turzo, Turzó&amp;#039;&amp;#039;, Vorname auch &amp;#039;&amp;#039;Stanisław&amp;#039;&amp;#039;; * [[1470]] in [[Krakau]], [[Königreich Polen]]; † [[17. April]] [[1540]] in [[Olomouc|Olmütz]], [[Markgrafschaft Mähren]]) war [[Bischof]] von [[Erzbistum Olmütz|Olmütz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werdegang ==&lt;br /&gt;
Stanislaus entstammte der Patrizierfamilie [[Thurzo]] aus der [[Slowakei|oberungarischen]] [[Zips]], die im Bergbau reich geworden war und deren Mitglieder am ungarischen [[Hofstaat|Hof]] und in der Bergbauverwaltung hohe Ämter bekleideten. Sein Vater [[Johann I. Thurzo|Johannes Thurzo]] ließ sich 1462 in Krakau nieder, wo Stanislaus acht Jahre später geboren wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stanislaus wurde am Hof des Königs [[Matthias Corvinus]] in [[Buda]] erzogen und studierte ab 1485 an der [[Universität Krakau]]. Mit dem Studium von [[Theologie]] und [[Rechtswissenschaft]]en an der [[Universität Padua]] erwarb er den Grad eines „Doktor decretorum“. Nach seiner Rückkehr wurde er [[Domherr]] in [[Wawel-Kathedrale|Krakau]] und am Olmützer [[Wenzelsdom]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Als Diplomat in Rom ===&lt;br /&gt;
1495 wurde Stanislaus vom Olmützer [[Domkapitel]] beauftragt, in Rom den Verzicht des von Papst [[Alexander VI.]] 1493 zum Olmützer [[Administrator (Katholische Kirche)|Administrator]] ernannten Bischofs von [[Erzbistum Monreale|Monreale]] [[Juan de Borja Lanzol de Romaní|Johannes (&amp;#039;&amp;#039;Juan&amp;#039;&amp;#039;) Borgia]], der zudem seit 1494 auch Bischof von [[Erzbistum Ferrara-Comacchio|Ferrara]] war, zu erwirken. Da der ernannte Administrator niemals nach Olmütz kam, musste das Bistum vom Domkapitel unter der Leitung von [[Domdekan]] [[Konrad Altheimer]] verwaltet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einem zweiten Auftrag sollte Stanislaus beim Papst die Rückgabe des Bischofswahlrechts erreichen, damit das Domkapitel einen neuen Bischof wählen konnte, nachdem sich Papst [[Innozenz VIII.]] und dessen Nachfolger Papst Alexander VI. trotz der Bitte des Königs und der [[Stand (Gesellschaft)|Stände]] weigerten, den 1490 gewählten [[Bohuslaus Lobkowicz von Hassenstein|Bohuslaus Lobkowitz von Hassenstein]] zu bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zähen Verhandlungen und unter Einsatz von Geld gelang es Stanislaus, den Rücktritt des Administrators und die Anerkennung des Wahlrechts durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bischofsamt ===&lt;br /&gt;
Nachdem die Wahl des [[Bohuslaus Lobkowicz von Hassenstein]] vom Papst für nichtig erklärt worden war, wählte das Domkapitel Stanislaus Thurzo noch während seines Romaufenthaltes am 30. Januar 1496 zum Bischof von Olmütz. Da am 30. Januar 1497 auch Juan Borgia schließlich offiziell gegen eine Jahresrente von 500 [[Dukat (Münze)|Dukaten]] auf das Amt des Administrators verzichtet hatte, erhielt Stanislaus am selben Tag die [[Päpstliche Approbation|Päpstliche Bestätigung]], so dass er nach einer siebenjährigen [[Sedisvakanz]] das Amt des Olmützer Bischofs antreten konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon am 3. Mai 1498 hielt Stanislaus in [[Vyškov|Wischau]] seine erste [[Diözesansynode]] ab, durch deren Beschlüsse das religiöse Leben des Bistums gefördert werden sollte. Im selben Jahr ließ er in [[Brno|Brünn]] und [[Nürnberg]] ein [[Missale]] und ein [[Psalter (Textbuch)|Psalterium]] des „Olmützer Ritus“ sowie verschiedene Rechtsvorschriften drucken. 1501 erließ er für das Domkapitel ein [[Kodifikation|Statut]], mit dem u. a. festgelegt wurde, dass [[Kanonikat]]e nur an Personen vergeben werden dürfen, die eine theologische [[Promotion (Doktor)|Promotion]] oder ein [[Lizentiat]] vorweisen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch rechtliche und wirtschaftliche Maßnahmen sollte sein Bistum konsolidiert werden. Mit Hilfe seines finanzkräftigen Vaters und Unterstützung durch König [[Vladislav II. (Böhmen und Ungarn)|Vladislav II.]] löste er 1499 das verpfändete [[Kroměříž|Kremsier]] und 1507 die [[Herrschaft (Territorium)|Herrschaft]] [[Hukvaldy|Hochwald]] ein, deren Burg eine neue Befestigung erhielt. In Olmütz ließ er einen neuen Bischofspalast errichten und den gotischen [[Chor (Architektur)|Chor]] der Kathedrale ausbauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Diözesanverwaltung wurde angewiesen, [[Kopialbuch|Kopialbücher]] und [[Verzeichnis|Register]] anzulegen. Außerdem ließ er das Olmützer [[Lehnsrecht]] und das [[Landrecht (Mittelalter)|Landrecht]] drucken und bestimmte Kremsier zum Sitz des bischöflichen Lehenshofes und des [[Lehengericht]]s. Ab 1531 war nur der Bischof und sein Lehengericht für die bischöflichen Lehensleute und -güter zuständig und nicht mehr das Land und das [[Landrecht (Mittelalter)|Landrecht]]. Auch der Bischof sollte künftig nicht mehr dem Landrecht, sondern unmittelbar dem König von [[Böhmen]] unterstellt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Humanistenkreis ==&lt;br /&gt;
Stanislaus war – wie sein Bruder, der Breslauer Fürstbischof [[Johannes V. Thurzo|Johann Thurzo]] – ein großer Förderer des [[Renaissance-Humanismus]]. Seinem Domkapitel, das zu einem geistigen Mittelpunkt [[Mähren]]s wurde, gehörten u. a. die [[Konrad Celtis|Celtis]]-Schüler [[Gregor Nitsch]] und [[Martinus Sinapinus]] an, die den Humanistenkreis „[[Sodalitas litteraria|Sodalitas litteraria Meierhofiana]]“ gegründet haben, dem auch Olmützer Bürger angehörten. [[Ursinus Velius]], [[Bohuslaus Lobkowitz von Hassenstein]], [[Iohannes Sslechta|Jan Šlechta von Všehrd]] u. a. Humanisten standen mit dem Olmützer Kreis in Verbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionelle Probleme ==&lt;br /&gt;
In religiöser Hinsicht fiel die lange Amtszeit von Stanislaus Thurzo in eine schwierige Zeit, in der Mähren ein mehrkonfessionelles Land war. Die Glaubensrichtungen der [[Böhmische Brüder|Böhmischen Brüder]], der [[Waldenser]], der [[Evangelisch-Lutherische Kirchen|Lutheraner]], der [[Kalixtiner|Utraquisten]] und der [[Täufer]] breiteten sich unter der Bevölkerung stark aus. Gegen sie unternahm Stanislaus Thurso Maßnahmen, die nur aus der Sicht der damaligen Zeit verstanden werden können. Auf sein Betreiben wurde die [[Herrnhuter Brüdergemeine|Brüderunität]], die weitgehend unter dem Schutz des Adels stand, auf dem [[Böhmischer Landtag|Prager Landtag]] von 1508 verboten. Der [[Stift Klosterneuburg|Klosterneuburger]] [[Augustinerchorherr]] und kaiserliche Hofkaplan Jakob Pamperl wurde als [[Apostolischer Delegat|Päpstlicher Delegat]] und der als [[Inquisitor]] bekannte [[Dominikaner]] [[Heinrich Kramer]] als [[Prediger]] eingesetzt. [[Häresie|häretische]] Schriften sollten aufgespürt und verbrannt, Bücher zensiert und nur mit bischöflicher Genehmigung gedruckt werden. Gegen den ehemals Würzburger Hofprediger [[Paul Speratus]], der in [[Jihlava|Iglau]] und Olmütz als lutherischer Prediger auftrat, erwirkte Stanislaus 1523 einen königlichen Haftbefehl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrenvolle Aufgaben ==&lt;br /&gt;
Seine politischen Funktionen führte Stanislaus in enger Verbindung zu den böhmischen Königen Vladislav und [[Ludwig II. (Böhmen und Ungarn)|Ludwig]] aus. Bei den Böhmischen Landtagen stand er meistens an der Spitze der königlichen [[Gesandtschaft]], vertrat die Interessen des Königtums und glich Konflikte zwischen den Ständen aus. 1509 krönte er König Ludwig und 1522 dessen Gemahlin [[Maria von Ungarn]]. 1527 wurden [[Ferdinand I. (HRR)|Ferdinand I.]] und dessen Gemahlin Königin [[Anna von Böhmen und Ungarn]] von Stanislaus gekrönt. Auf päpstliche Weisung [[Bischofsweihe|weihte]] er 1506 seinen Bruder Johann zum Fürstbischof von Breslau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben ==&lt;br /&gt;
* [[Martin Rothkegel]]: &amp;#039;&amp;#039;Der lateinische Briefwechsel des Olmützer Bischofs Stanislaus Thurzó. Eine ostmitteleuropäische Humanistenkorrespondenz der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Hamburger Beiträge zur Neulateinischen Philologie&amp;#039;&amp;#039;, Band 5). Lit Verlag, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8258-9868-7 (kritische Edition)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Winfried Eberhard]] in: [[Erwin Gatz]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, S. 714–717, ISBN 3-428-08422-5&lt;br /&gt;
* [[Joachim Bahlcke]], Winfried Eberhard, Miloslav Polívka (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch der historischen Stätten]].&amp;#039;&amp;#039; Band: &amp;#039;&amp;#039;Böhmen und Mähren&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 329). Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-32901-8.&lt;br /&gt;
* Tomáš Baletka: &amp;#039;&amp;#039;Der Hof des Olmützer Bischofs Stanislav Thurzo (1497–1540). Von Außenseitern, Hochstaplern und ehrgeizigen Aufsteigern.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jiří Fajt]], Christian Forster, [[Markus Hörsch]], [[Uwe Tresp]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Legitimiert durch Repräsentation: Strategien adeliger Selbstdarstellung im Mitteleuropa des Mittelalters und&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;der Frühen Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Sandstein Kommunikation, Dresden 2025 (Studia Jagellonica Lipsiensia; 25 ), ISBN 978-3-95498-864-8 (online: https://verlag.sandstein.de/openaccess/10.25621/sv-gwzo/SJL-25.pdf ), S. 297–304.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste|VORGÄNGER=[[Juan de Borja Lanzol de Romaní|Johannes XV. Borgia]]|NACHFOLGER=[[Bernhard Zoubek von Zdětín]]|AMT=[[Liste der Bischöfe und Erzbischöfe von Olmütz|Bischof von Olmütz]]|ZEIT=1497–1540}}&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste der Bischöfe von Olmütz (1497–1776)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=132974312|LCCN=no/2011/180420|VIAF=35631755}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Thurzo, Stanislaus}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof von Olmütz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Thurzo|Stanislaus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1470]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1540]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Thurzo, Stanislaus&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Thurzo von Béthlenfalva; Turzó, Stanislaus; Thurzo, Stanisław&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Bischof von Olmütz&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1470&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Krakau]], [[Königreich Polen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. April 1540&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Olmütz]], [[Markgrafschaft Mähren]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sheogath76</name></author>
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