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	<title>Stammesgesellschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Stammesgesellschaft&amp;diff=1046681&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mirmok12 am 12. März 2026 um 11:10 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Catlinpaint.jpg|hochkant=1.2|mini| &amp;#039;&amp;#039;[[Tipi]]s&amp;#039;&amp;#039; (Gemälde von [[George Catlin]] aus den 1830ern – die nordamerikanischen [[Liste der Sioux-Stämme|Sioux-Indianer]] bildeten eine komplexe Stammesgesellschaft)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stammesgesellschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine in der Geschichte der Menschheit bereits sehr früh auftretende [[Sozialstruktur]] und politische Organisationsform, die auch heute noch in einigen [[Kulturareal]]en gegenwärtig und wirksam ist. Sie wird von einigen Autoren als einfachste Form einer [[#Die Ranggesellschaft|Ranggesellschaft]] betrachtet, bei der die Macht von der [[Gemeinschaft]] an fähige Führungspersönlichkeiten verliehen wird. Andere Autoren sehen sie als spezielle Ausprägung herrschaftsfreier ([[Akephalie|akephaler]]) Gesellschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Steiner 1998-21&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Erkenntnis, dass sich [[Feldwirtschaft|Feldbauern]] oder [[Nomadismus|Hirtennomaden]] der Neuzeit überwiegend in Stämmen organisiert haben (am bekanntesten sind die [[Indianer Nordamerikas|Indianerstämme Nordamerikas]]),&amp;lt;ref name=&amp;quot;Haller 2010-165-196&amp;quot; /&amp;gt; wird vermutet, dass die Völker der [[Neolithische Revolution|jungsteinzeitlichen]] Kulturen in gleicher Weise organisiert waren. Bekannt ist es beispielsweise von den frühen Griechen und Italikern ([[Gens|Gentilorganisation]] der Griechen und Römer in [[Volksstamm|Volksstämme]]). Viele [[Ethnie]]n Zentralasiens oder Amerikas sind noch heute Stammesgesellschaften (innerhalb der modernen Nationalstaaten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abstammungsmythen und historische Belege ==&lt;br /&gt;
Zur Stammesgesellschaft gehört oft ein [[Herkunftssage|Mythos über den Ursprung]] des Stammes, eine gentilizische Stammesorganisation, eine [[Initiation|Pubertäts- und Stammesinitiation]], ein durch die Rechtsprechung ausgebildetes und sich wandelndes Stammesrecht, eine politisch unmittelbar entscheidende Versammlung von Stammesgenossen und das Aufgebot der Stammeskrieger. Die Stammesgesellschaft betrachtet sich als die Nachkommenschaft eines göttlichen [[Stammvater]]s und daher als eine einzige große „Familie“. Ihre [[Ethnische Religionen|ethnischen Religionen]] sind ursprünglich [[Animismus (Religion)|animistisch]] (alles ist „beseelt“) oder [[Polytheismus|polytheistisch]] (viele Götter) und schließen in vielen Fällen die Verehrung der Vorfahren ein ([[Ahnenkult]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bekanntes Beispiel für eine Stammesgesellschaft ist das Volk der [[Israeliten]], das sich nach den Erzählungen des [[Tanach]] bereits in vorstaatlicher Zeit durch seine gemeinsame Abstammung von den [[Erzelternerzählung|Erzeltern]], seinen Stammesgott ([[JHWH]]) und dessen traditionelles Recht ([[Bundesbuch]]) verbunden wusste und eine Gliederung in Stämme (die [[zwölf Stämme Israels]]) und Sippen kannte. Ein solches System bestand auch bei den antiken [[Griechen]], [[Römisches Reich|Römern]], [[Germanen]] und in vielen Gegenden im Altertum. Als Beleg für ein damals allgemein verbreitetes System wird die Vergleichbarkeit von zwei Stellen aus [[Homer]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Ilias]]&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;[[Germania (Tacitus)|Germania]]&amp;#039;&amp;#039; des [[Tacitus]] gesehen. In der &amp;#039;&amp;#039;Ilias&amp;#039;&amp;#039; rät Nestor dem Agamemnon: {{&amp;quot;|Stelle das Heer nach [[Phyle]]n und [[Phratrie]]n auf, Agamemnon; so kann die Phyle der Phyle beistehen und die Phratrie der Phratrie. Handelst du danach und folgen dir die Achaier, so wirst du bald erkennen, wer von den Führern und Mannschaften feige oder auch tüchtig sich zeigt – sie kämpfen im Kreise der ihren}} (2. Gesang, Vers 362). Entsprechendes schreibt Tacitus über die Germanen: {{&amp;quot;|Besonders spornt sie zur Tapferkeit an, dass nicht Zufall und willkürliche Zusammenstellung, sondern Familien und Geschlechter die Reiterhaufen oder die Schlachtkeile bilden}}.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Tacitus]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Germania (Tacitus)|Germania]].&amp;#039;&amp;#039; K. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Ranggesellschaft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ingolf by Raadsig.jpg|mini| &amp;#039;&amp;#039;[[Ingólfur Arnarson|Ingolf]] nimmt Island in Besitz&amp;#039;&amp;#039; (Gemälde von Johan Peter Raadsig, 1850. Die [[Wikinger]] des [[Frühmittelalter]]s lebten in einer typischen Ranggesellschaft)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom US-amerikanischen [[Ethnologe]]n [[Morton Fried]] in den 1960er Jahren geprägte Begriff „Ranggesellschaft“ vereint Stammesgesellschaften und [[Häuptlingstum|Häuptlingstümer]]. Im Gegensatz zu den herrscherlosen (akephalen) Gesellschaften wird nach Fried die Führerschaft von einer (oder mehreren) Personen akzeptiert. Zumeist werden diese Führer als „[[Häuptling]]“ bezeichnet (englisch &amp;#039;&amp;#039;chief&amp;#039;&amp;#039;). Zwischen Häuptlingen von Stämmen und von Häuptlingstümern bestehen aber deutliche Unterschiede: Stammeshäuptlinge müssen sich durch besondere Fähigkeiten ausgezeichnet haben; besonders talentierte Jäger wurden „Jagdhäuptling“, Strategen „Kriegshäuptling“, andere „Friedenshäuptling“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hirschberg 2005-161-304&amp;quot; /&amp;gt; Daraus folgt auch, dass die Autorität der Stammeshäuptlinge verliehen wurde und sie ihr Amt oftmals nur zeitweise ausübten – im Unterschied zu Häuptlingstümern. Stammeshäuptlinge verfügten kaum über wirkliche Machtbefugnisse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Haller 2010-196&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Ranggesellschaften gibt es keine [[Soziale Klasse|sozialen Klassenunterschiede]], die durch den unterschiedlichen Zugang zu Ressourcen gekennzeichnet sind. Es gibt demnach keine regierende Elite, die exklusiv über die Produktionsmittel verfügt und politischen Zwang ausüben kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Steiner 1998-23&amp;quot; /&amp;gt; Ein bekanntes Beispiel für eine historische Ranggesellschaft ist das [[frühmittelalter]]liche [[Merowinger]]reich, bei dem sich die mittelalterliche [[Ständeordnung]] noch nicht entwickelt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heiko Steuer]]: &amp;#039;&amp;#039;Adelsgräber, Hofgrablegen und Grabraub.&amp;#039;&amp;#039; In: Ulrich Nuber (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Südwesten im 8. Jahrhundert aus historischer und archäologischer Sicht.&amp;#039;&amp;#039; Thorbecke, Ostfildern 2004, ISBN 3-7995-7363-1, S. 193–217, hier S. 211 ([https://freidok.uni-freiburg.de/dnb/download/7330 Sonderdruck: PDF, 530&amp;amp;nbsp;kB, 26&amp;amp;nbsp;Seiten auf uni-freiburg.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Stammesverband]] (eine Konföderation)&lt;br /&gt;
* [[Historischer Materialismus#Stammesgesellschaft|Stammesgesellschaft im Historischen Materialismus]] · [[Tribalismus]] (Stammestum)&lt;br /&gt;
* [[Phyle]] (griechisch: Stamm) · [[Gens]] (römisch: Sippe)&lt;br /&gt;
* [[Horde (Wildbeuter)]]&lt;br /&gt;
* [[Lineage]] (Abstammungsgruppe) · [[Clan]] (mythische Abstammungsgruppe)&lt;br /&gt;
* [[Ethnogenese]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Stefan Breuer]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Soziogenese des Patrimonialstaates.&amp;#039;&amp;#039; In: Stefan Breuer, [[Hubert Treiber]]: &amp;#039;&amp;#039;Entstehung und Strukturwandel des Staates&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;38). Westdeutscher Verlag, Opladen 1982, ISBN 3-531-11609-6, S. 163–227.&lt;br /&gt;
* S. Humphreys: &amp;#039;&amp;#039;Anthropology and the Greeks.&amp;#039;&amp;#039; London 1978, Kapitel 8 (englisch).&lt;br /&gt;
* Adam Kuper: &amp;#039;&amp;#039;The invention of the Primitive Society. Transformation of an Illusion.&amp;#039;&amp;#039; Routledge, London 1988 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Steiner 1998-21&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=[[Dieter Steiner]]&lt;br /&gt;
 |url=https://www.humanecology.ch/index.php?lng=de&amp;amp;pag=13&amp;amp;spg=213&amp;amp;nav=3&amp;amp;sub=10&amp;amp;scy=27&lt;br /&gt;
 |titel=Stufen der Transformation von egalitären zu herrschaftlichen Gesellschaften&lt;br /&gt;
 |werk=Soziales im engeren Sinne&lt;br /&gt;
 |hrsg=Eigene Webseite, Zürich&lt;br /&gt;
 |datum=1998&lt;br /&gt;
 |abruf=2019-10-27&lt;br /&gt;
 |kommentar=emeritierter Professor für [[Humanökologie]]}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Steiner 1998-23&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=Dieter Steiner&lt;br /&gt;
 |url=https://www.humanecology.ch/index.php?lng=de&amp;amp;pag=13&amp;amp;spg=215&amp;amp;nav=3&amp;amp;sub=10&amp;amp;scy=351&lt;br /&gt;
 |titel=Politische Aspekte von Stammesgesellschaften&lt;br /&gt;
 |werk=Soziales im engeren Sinne&lt;br /&gt;
 |hrsg=Eigene Webseite, Zürich&lt;br /&gt;
 |datum=1998&lt;br /&gt;
 |abruf=2019-10-27}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Haller 2010-165-196&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Dieter Haller (Ethnologe)|Dieter Haller]]: &amp;#039;&amp;#039;Dtv-Atlas Ethnologie.&amp;#039;&amp;#039; 2., vollständig durchgesehene und korrigierte Auflage. dtv, München 2010, ISBN 978-3-423-03259-9, S. 165–167 und 196/197.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Haller 2010-196&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieter Haller: &amp;#039;&amp;#039;Dtv-Atlas Ethnologie.&amp;#039;&amp;#039; 2., vollständig durchgesehene und korrigierte Auflage. dtv, München 2010, ISBN 978-3-423-03259-9, S. 196.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hirschberg 2005-161-304&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Walter Hirschberg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Völkerkunde.&amp;#039;&amp;#039; Neuausgabe, 2. Auflage. Reimer, Berlin 2005, ISBN 3-496-02650-2, S. 161 und 304.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftsmodell]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnosoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politikethnologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mirmok12</name></author>
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