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	<title>Stammbaumtheorie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T05:26:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Stammbaumtheorie&amp;diff=111074&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Marcus Cyron: /* Quellen */</title>
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		<updated>2025-04-13T20:04:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Quellen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Schleicher Tree.jpg|mini|hochkant=1.5|Stammbaum der indogermanischen Sprachzweige von August Schleicher, 1861:&amp;lt;ref&amp;gt;August Schleicher: &amp;#039;&amp;#039;Compendium der vergleichenden Grammatik der indogermanischen Sprachen&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, Weimar 1861, [https://archive.org/details/compendiumderve06schlgoog/page/7/mode/1up?view=theater S. 7].&amp;lt;/ref&amp;gt; ein idealtypischer Stammbaum mit Aufspaltungen in jeweils zwei Zweige]]&lt;br /&gt;
[[Datei:IndoEuropeanLanguageFamilyRelationsChart.jpg|mini|hochkant=1.5|Stammbaum der indogermanischen Sprachzweige in einer englischen Publikation aus dem Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;Will Chang, Cathcart Chundra et al.: &amp;#039;&amp;#039;Ancestry-constrained phylogenetic analysis supports the Indo-European steppe hypothesis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Language&amp;#039;&amp;#039; 2015; 91 (1), S. 194–244 ([https://muse.jhu.edu/article/576998 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:IE newtwork.png|mini|hochkant=1.5|Ein anderer Stammbaum der indogermanischen Sprachzweige (spanisch). [[Italo-Keltisch]] (rechts) ist hier nur drei Verzweigungen von der Ursprache entfernt, anders als in der oberen Grafik. Relevante Sprachkontakte sind als schräge rote Linien mit eingezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Tandy Warnow et al.: &amp;#039;&amp;#039;Stochastic models of language evolution and an application to the Indo-European family of languages.&amp;#039;&amp;#039; [[University of California, Berkeley]], 2004, S. 20, Abbildung 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stammbaumtheorie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in der [[Sprachwissenschaft|Linguistik]] wurde von [[August Schleicher]] entwickelt, der im Jahr 1861 einen [[Phylogenetischer Baum|Stammbaum]] der [[Indogermanische Sprachen|indogermanischen]] Sprachzweige veröffentlichte. Schleicher ging davon aus, dass [[Genetische Verwandtschaft (Linguistik)|verwandte Sprachen]] analog zu [[Art (Biologie)|Arten]] in der Biologie immer eine gemeinsame Vorgängersprache haben und dass eine Gruppe verwandter Sprachen von derselben [[Ursprache]] (Protosprache) abstammt. Er folgerte daraus, dass sich die Abstammung aus der Ursprache in einem Stammbaum darstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theorie und Anwendung ==&lt;br /&gt;
Die [[vergleichende Sprachwissenschaft]] versucht aus den Gemeinsamkeiten und den Unterschieden zwischen den indogermanischen Sprachen Rückschlüsse auf die [[indogermanische Ursprache]] zu ziehen. Tatsächlich gelang es bereits im 19. Jahrhundert, wesentliche Teile dieser Ursprache zu  rekonstruieren. In diesem Zusammenhang entwickelte August Schleicher ein Stammbaummodell der [[Indogermanische Sprachen#Gliederung der indogermanischen Sprachfamilie|indogermanischen Sprachzweige]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schleicher nahm an, dass mehrere [[Hierarchie|hierarchische]] Verzweigungen aus der indogermanischen Ursprache anzusetzen sind, bevor man beispielsweise zur Verzweigung in „eranisch“ (=&amp;amp;nbsp;[[iranische Sprachen]]) und „indisch“ (=&amp;amp;nbsp;[[indoarische Sprachen]]) gelangt. Dies wird auch in einigen neueren Modellen so gesehen (vgl. die nebenstehenden Grafiken). Die Zahl der hierarchischen Aufspaltungen ist jedoch bis heute unklar. Zweige wie [[Germanische Sprachen|Germanisch]], [[Italische Sprachen|Italisch]], [[Keltische Sprachen|Keltisch]] oder [[Indoiranische Sprachen|Indoiranisch]] werden heute, anders als bei Schleicher, zumeist als Primärzweige des Indogermanischen behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept des Stammbaums setzt im Prinzip voraus, dass die abgespaltenen Sprachen getrennt bleiben. Deshalb kann die Stammbaumtheorie am ehesten auf frühe Sprachen angewendet werden, die zu einer Zeit gesprochen wurden, als es noch wenig Mobilität und wenig [[Sprachkontakt]] gab. Mit dieser Einschränkung dienen Stammbäume bis heute dazu, die Abstammungsverhältnisse von Sprachen augenfällig darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je mehr Sprachkontakte es gibt, desto mehr Austausch, Vermischung und gegenseitige Beeinflussung findet zwischen den beteiligten Sprachen statt. Aus diesem Grund ist die Stammbaumtheorie beispielsweise kein brauchbares Konzept für die [[Sprachgeographie]], die sich mit heute gesprochenen Dialekten beschäftigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hildebrandt&amp;quot;&amp;gt;[[Reiner Hildebrandt]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Beitrag der Sprachgeographie zur Sprachgeschichtsforschung.&amp;#039;&amp;#039; In: Werner Besch, Oskar Reichmann, Stefan Sonderegger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sprachgeschichte&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft,&amp;#039;&amp;#039; Band 2.1), Verlag Walter de Gruyter, Berlin und New York 1984, ISBN 3-11-007396-X, S.&amp;amp;nbsp;347–372 (= Artikel 24).&amp;lt;!-- S. 353–354 = § 3.2--&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relevante Sprachkontakte gab es jedoch auch schon vor Jahrtausenden zwischen den alten indogermanischen Sprachzweigen. Darauf deuten auffällige Gemeinsamkeiten etwa zwischen dem [[Griechische Sprache|Griechischen]] und den italischen Sprachen oder zwischen den italischen und den keltischen Sprachen hin. [[Johannes Schmidt (Sprachwissenschaftler)|Johannes Schmidt]] führte diese Gemeinsamkeiten auf Sprachkontakte zurück, die in der Stammbaumtheorie nicht vorgesehen sind. In der Folge entwickelte Schmidt die [[Wellentheorie (Linguistik)|Wellentheorie]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Adolf Bach]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage, Wiesbaden o.&amp;amp;nbsp;J. (ca.&amp;amp;nbsp;1970).&amp;lt;!-- S. 49–50 = § 24 --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Divergenz durch Aufspaltung und eine gewisse Konvergenz durch Sprachkontakte sind gegenläufige Phänomene, sie schließen einander aber nicht aus. So kann man in einen Stammbaum ergänzende Linien einzeichnen, die relevante Sprachkontakte repräsentieren (siehe dritte Grafik rechts). Entsprechend kann die Wellentheorie als notwendige Ergänzung der Stammbaumtheorie aufgefasst werden. Die Erkenntnisse der [[Junggrammatiker]] zum [[Lautwandel]] ermöglichten es schließlich, die schlichten Modelle der Stammbaumtheorie und der Wellentheorie durch differenziertere Konzepte zu ersetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Putschke]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Arbeiten der Junggrammatiker und ihr Beitrag zur Sprachgeschichtsforschung.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner Besch]], [[Oskar Reichmann]], [[Stefan Sonderegger (Germanist)|Stefan Sonderegger]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sprachgeschichte&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft,&amp;#039;&amp;#039; Band 2.1), Walter de Gruyter, Berlin und New York 1984, ISBN 3-11-007396-X, S.&amp;amp;nbsp;331–347 (= Artikel 23).&amp;lt;!-- S. 342–343 = § 3.1--&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stammbaumähnliche Darstellungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:IndoEuropeanTree.svg|mini|400px|Stammbaumähnliches Diagramm der indogermanischen Sprachen. Hier werden neun Protosprachen als indogermanische Primärzweige dargestellt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss unterscheiden zwischen Stammbaumdarstellungen im Sinne von Schleichers Theorie und hierarchischen baumartigen Gliederungen, die nichts mit Schleichers Theorie zu tun haben. So werden zum Beispiel die deutschen Großdialekte häufig in [[Niederdeutsche Sprache|Niederdeutsch]] und [[Hochdeutsche Sprachen|Hochdeutsch]] eingeteilt, letzteres wiederum in Mitteldeutsch und Oberdeutsch. Dabei geht es nicht um Abstammung und Sprachteilung, sondern um die Anwesenheit oder Abwesenheit von bestimmten Dialektmerkmalen, wie zum Beispiel die Anwesenheit von Spuren der [[Zweite Lautverschiebung|zweiten Lautverschiebung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Putschke: &amp;#039;&amp;#039;Dialektologie.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Heinz Ludwig Arnold]] und [[Volker Sinemus]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Literatur- und Sprachwissenschaft,&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Sprachwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; dtv, München 1974, ISBN 3-423-04227-3, S.&amp;amp;nbsp;328–369.&amp;lt;!-- S. 339 --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das nebenstehende Diagramm der indogermanischen Sprachen sieht aus wie ein Stammbaum, es entspricht jedoch nur teilweise dem Prinzip eines Stammbaums im Sinne der Stammbaumtheorie. So zeigt es an vielen Stellen nicht die typischen Verzweigungen in jeweils zwei Abkömmlinge. Es listet teilweise wesentlich mehr Abkömmlinge gleichrangig nebeneinander oder blockweise untereinander auf. Bei den Abzweigungen von der Mitte nach links und rechts richtet sich die Reihenfolge nicht nach dem Zeitpunkt der Abspaltungen, wie es bei einem genetischen Stammbaum zu erwarten wäre, sondern nach dem Alter des jeweils frühesten Sprachzeugnisses.&amp;lt;!-- Bildbeschreibungsseite: &amp;quot;Branches are in order of first attestation&amp;quot; --&amp;gt; Beispielsweise werden deshalb die hellenischen Sprachen und Armenisch in dem Diagramm als zweite Abzweigung und sechste Abzweigung dargestellt, obwohl sie genetisch gesehen eher als Produkte einer einzelnen Verzweigung darzustellen wären (siehe [[Balkanindogermanisch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Genetische Verwandtschaft (Linguistik)]]&lt;br /&gt;
* [[Genetische Einheit]]&lt;br /&gt;
* [[Historische Linguistik]]&lt;br /&gt;
* [[Lexikostatistik]]&lt;br /&gt;
* [[Sprachfamilie]]&lt;br /&gt;
* [[Sprachfamilien der Welt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Harald Wiese: &amp;#039;&amp;#039;Eine Zeitreise zu den Ursprüngen unserer Sprache. Wie die Indogermanistik unsere Wörter erklärt.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Logos Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-8325-1601-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwandel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Marcus Cyron</name></author>
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