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	<title>Stadtbuch - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Im &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stadtbuch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (historisch auch &amp;#039;&amp;#039;Stattbuch&amp;#039;&amp;#039;) wurden wichtige rechtlich verbindliche [[Anordnung (Recht)|Anordnungen]] einer [[Stadt#Stadtentwicklung_im_Mittelalter|Stadtverwaltung]] aufgezeichnet. Sie kamen mit der wachsenden Selbständigkeit der mittelalterlichen [[Stadt]] (im 12. Jahrhundert) gegenüber dem [[Landesherr]]n auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Begriff prägte [[Karl Gustav Homeyer|K. G. Homeyer]] (1861) in Anlehnung an die zeitgenössische Bezeichnung als &amp;#039;&amp;#039;liber civitatis&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Statpuech&amp;#039;&amp;#039; etc. Er wurde aufgegriffen und kanonisiert durch die Arbeiten von [[Konrad Beyerle]] (1910) und [[Paul Rehme]] (1913/27).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hs 140 Bozner Stadtbuch fol 76v.jpg|mini|[[Bozen]]: Das [[Bozner Stadtbuch|Stadtbuch Hs. 140]] von 1472–1525, fol. 76v, mit einer Abschrift des Bozner Stadtrechtsprivilegs Erzherzog [[Rudolf IV. (Österreich)|Rudolfs IV. von Österreich]] von 1363 Sept. 29]]&lt;br /&gt;
Da die Stadtbücher einen sehr unterschiedlichen Inhalt haben, ist ihr Entstehen nur mit einer allgemein wachsenden [[Schriftkultur|Schriftlichkeit]] zu erklären. Als &amp;#039;&amp;#039;[[Privileg|liber privilegiorum]]&amp;#039;&amp;#039; waren sie [[Kopialbuch|Kopialbücher]], die zur Absicherung der [[mittelalter]]lichen Städte gegenüber ihren Stadtherren dienten. Als [[Kodifikation|Statutenbücher]] sammelten sie das in der Stadt gültige Recht, als Gerichtsprotokolle die Urteile, und legten damit die schriftliche Grundlage für das Zusammenwirken der [[Ständeordnung|Bürgerschaft]], für die stadteigene [[Gerichtsbarkeit]] und die Verwaltung. Als Protokolle der [[Freiwillige Gerichtsbarkeit (Deutschland)|freiwilligen Gerichtsbarkeit]] schufen sie Rechtssicherheit im Geschäftsleben. Zugleich sind Stadtbücher auch repräsentativer Ausdruck des stadtbürgerlich-kommunalen Selbstverständnisses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten sind die um 1130 entstandenen Kölner [[Schreinsbücher]] (Grundbuch). Sie verbreiteten sich insbesondere in Norddeutschland im 13. Jahrhundert ([[Kiel]] 1242, erhalten komplett von 1264 bis 1289, [[Rostock]] um 1254, [[Wismar]] 1272). Da sie von den Stadtschreibern geführt und im Ratsauftrag verwahrt wurden, erhielten sie öffentliche Glaubwürdigkeit und bekamen bis zum 14. Jahrhundert prozessuale Beweiskraft. In einzelnen Fällen blieben die Bücher auch in späteren Zeiten noch von einiger Bedeutung für das städtische Selbstverständnis, so wurde das um 1504 entstandene, sogenannte [[Volkacher Salbuch]] noch im 17. Jahrhundert für die Klärung schwelender Verfahren herangezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ute Feuerbach: Vom „offenen Stadtbuch“ zum „Volkacher Salbuch“. Ein Rechtsbuch im Wandel vom juristisch-praktischen zum historischen Interesse. In: Klaus Arnold, Ute Feuerbach (Hg.): Das Volkacher Salbuch. Bd. 1: Beiträge und Transkription. Volkach 2009. S. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt und Struktur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Zürich - Stadtbuch von 1336.jpg|mini|[[Zürich]]: Das Stadtbuch von 1292 bis 1371, Eintrag vom 7. Juni 1336]]&lt;br /&gt;
Gerade die älteren Stadtbücher, wie z.&amp;amp;nbsp;B. die &amp;#039;&amp;#039;Libri memoriales&amp;#039;&amp;#039; aus [[Stralsund]] (seit 1320), die &amp;#039;&amp;#039;Gedenkbücher&amp;#039;&amp;#039; aus [[Braunschweig]] (Mitte des 14. Jahrhunderts), [[Lüneburg]] (1409) oder [[Bremen]] (Mitte des 15. Jahrhunderts), hatten zunächst ausschließlich gemischte Inhalte. Besonders seit dem 14. Jahrhundert entwickelten sich verschiedene Stadtbuchserien für einzelne Geschäftsgattungen: für die Rechtsakte des Rates, für die Rechtsgeschäfte zwischen Bürgern (Liegenschaftsangelegenheiten, Heiratsverträge), für Finanzangelegenheiten, für Statuten, Stadtrecht und Verordnungen, für Gerichtsprotokolle und -urteile, für Bestallungen und Diensteide der Stadtbediensteten, als Journal der ein- und ausgehenden Korrespondenz, als Neubürgerverzeichnisse, Ausbürgerungen und [[Urfehde]]n etc.:&lt;br /&gt;
* in Statutenbücher ([[Verfassung]], Privilegien und Verordnungen),&lt;br /&gt;
* in Bücher über die [[Rechtsprechung]],&lt;br /&gt;
* in Bücher über die Verwaltung,&lt;br /&gt;
* in Bücher über die Organisation stadtwichtiger Leistungen wie [[Bote]]n- und Kurierdienste, [[Geleitrecht|Geleitschutz]], [[Steuer]]erhebung, Versorgung, Entsorgung,&lt;br /&gt;
* in Bücher zu wichtigen [[Vereinbarung]]en der Stadtbürger untereinander. Die Stadtbücher als Methode, Rechtsgeschäfte zwischen Privatpersonen abzusichern (z.&amp;amp;nbsp;B. im Schuldbuch von [[Stralsund]] von 1228, von [[Hamburg]] von 1228, im Lübecker Ober- und [[Lübecker Niederstadtbuch|Niederstadtbuch]] 1227/1277/1325, in den Neubürgerlisten von [[Kulmbach]] 1250, von [[Nürnberg]] 1302, im [[Tallinn|Revaler]] Kämmereibuch 1363 oder im [[Riga]]er Erbebuch 1384), stand in Konkurrenz zum [[Notariatsinstrument]], weshalb diese Art der Stadtbücher in [[Italien]] sich nie durchsetzen konnte.&lt;br /&gt;
* und in späterer Zeit historisch relevante Aufschreibungen ([[Chronik]]en).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführung ==&lt;br /&gt;
Eine der Pflichten des [[Stadtschreiber (Kanzleivorsteher)|Stadtschreibers]] war die gewissenhafte Führung des Stadtbuches. In den [[Kanzlei]]en größerer Städte delegierte der Oberstadtschreiber (&amp;#039;&amp;#039;[[pronotarius]]&amp;#039;&amp;#039;) die reine Protokolltätigkeit an seinen ersten [[Gehilfe]]n, den Unterstadtschreiber (&amp;#039;&amp;#039;[[notarius]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schreiber notierten die Einträge zunächst auf Wachstafeln oder Papierbögen und übertrugen sie dann in die Stadtbücher. Die Stadtbücher selbst sind nur selten auf [[Pergament]], meistens auf [[Papier]] geschrieben. Eintragungen über erledigte Rechtsgeschäfte konnten durch Streichung getilgt werden. Die Stadtbucheinträge sind zunächst [[latein]]isch verfasst, seit der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts zunehmend auch volkssprachlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Die Stadtbücher erlauben einen tiefen Einblick in das bürgerliche Leben der mittelalterlichen Städte; ihr Quellenwert reicht von der Rechtsgeschichte über die städtische Politik bis zu Bevölkerungsstatistiken und der Sozialstruktur der Stadtbürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Konrad Beyerle]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutschen Stadtbücher&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Geschichtsblätter. Monatsschrift zur Förderung der landesgeschichtlichen Forschung&amp;#039;&amp;#039; 11, März/April 1910, Heft 6/7, {{ZDB|216893-5}}, S. 145–200 ([http://www.uni-koeln.de/~ahz26/dateien/beyerle.htm Volltext]).&lt;br /&gt;
* [[Evamaria Engel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Stadt des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039; (insbesondere Kapitel 3). Beck, München 1993, ISBN 3-406-37187-6.&lt;br /&gt;
* Richard Hergenhahn: &amp;#039;&amp;#039;Jakob Köbel zu Oppenheim&amp;#039;&amp;#039; (insbesondere Kapitel &amp;#039;&amp;#039;Das Amt des Stadtschreibers&amp;#039;&amp;#039;). In: &amp;#039;&amp;#039;Oppenheimer Heft&amp;#039;&amp;#039; 11, Dezember 1995, ISBN 3-87854-115-5, S. 3–9 und 45–49.&lt;br /&gt;
* [[Hannes Obermair]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Bozner Stadtbuch. Handschrift 140 – das Amts- und Privilegienbuch der Stadt [[Bozen]]&amp;#039;&amp;#039;. In: Stadt Bozen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bolzano fra i Tirolo e gli Asburgo&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;Bozen von den Grafen von Tirol bis zu den Habsburgern&amp;#039;&amp;#039;. Beiträge der internationalen Studientagung, Bozen, [[Schloss Maretsch]], 16.–18. Oktober 1996. Athesia, Bozen 1999, ISBN 88-7014-986-2 (&amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Bozner Stadtgeschichte/Studi di storia cittadina&amp;#039;&amp;#039; 1), S. 399–432 ([http://www.gemeinde.bozen.it/UploadDocs/4667_BIBLIO_04.pdf Volltext]; PDF; 76&amp;amp;nbsp;kB).&lt;br /&gt;
* Christian Speer: &amp;#039;&amp;#039;Georg Rörer (1492–1557) in Wittenberg und Jena – Versuch einer lokalen und sozialen Verortung. Zugleich ein Beitrag über Möglichkeiten und Grenzen der Stadtbuchforschung&amp;#039;&amp;#039;, in: Heiner Lück et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das ernestinische Wittenberg: Stadt und Bewohner&amp;#039;&amp;#039; (Textband) (Wittenberg-Forschungen 2), Petersberg 2013, S. 255–264.&lt;br /&gt;
* {{LexMA|8|12|13|Stadtbücher|[[Martin Kintzinger]]}}&lt;br /&gt;
* Anna Spiesberger: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.leo-bw.de/themenmodul/sudwestdeutsche-archivalienkunde/archivaliengattungen/amtsbucher/stadtbucher Stadtbücher]&amp;#039;&amp;#039;, in: Südwestdeutsche Archivalienkunde, Stand: 24. August 2017.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.stadtbuecher.de/ Stadtbücherverzeichnis und Forschungsprojekt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg]&lt;br /&gt;
* [http://www.gemeinde.bozen.it/cultura_context.jsp?ID_LINK=782&amp;amp;page=7&amp;amp;area=48&amp;amp;id_context=22703 Hs. 140: Bozens „Stadtbuch“ – das kommunale Amts- und Privilegienbuch von 1472–1525]&lt;br /&gt;
* [https://www.hgw-online.net/GHWBibliographie/ Literaturangaben zum Schlagwort &amp;#039;&amp;#039;Stadtbuch&amp;#039;&amp;#039;] und die [https://www.hgw-online.net/GHWBibliographie/systematik/Stadtb%C3%BCcher&amp;amp;lite=1 Systematikstelle &amp;#039;&amp;#039;Stadtbuch&amp;#039;&amp;#039;] in der Hilfswissenschaftlichen Datenbank&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4056729-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Amtsbücherkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchart nach Inhalt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diplomatik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Notariats]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtrecht]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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