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	<title>St. Sebald am Heiligenstein - Versionsgeschichte</title>
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&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{österreichbezogen}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Sebalduskirche am Heiligenstein.JPG|mini|hochkant=1.5|Wallfahrtskirche St. Sebald am Heiligenstein]]&lt;br /&gt;
Die [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholische]] [[Wallfahrtskirche]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;St. Sebald am Heiligenstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; steht in der [[oberösterreich]]ischen Marktgemeinde [[Gaflenz]] im Bezirk [[Steyr-Land]]. Die  [[Filialkirche]] der [[Pfarrkirche Gaflenz]] gehört seit dem 1. Jänner 2023 zur [[Pfarre Ennstal]] der [[Diözese Linz]].&lt;br /&gt;
Die im [[Gotik|gotischen]] Baustil errichtete Filialkirche befindet sich auf dem Gipfel des steil abfallenden Heiligensteins ({{Höhe|782|AT}}). Die Wallfahrtskirche ist als einziges Gotteshaus Österreichs dem heiligen [[Sebaldus von Nürnberg]] geweiht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GarstenauerP5ff&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=5 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sebalduskirche am Heiligenstein2.JPG|mini|Die Kirche am Gipfel des Heiligensteins. Sie wurde im steil abfallenden Gelände errichtet und ist von Wald umschlossen.]]&lt;br /&gt;
Der Bergrücken Heiligenstein zwischen Gaflenz und [[Weyer (Oberösterreich)|Weyer]] weist verschiedene Merkmale auf, die für die Errichtung einer Kultstätte von Bedeutung sind: eine Felsformation auf dem Gipfel eines steilen, dicht bewaldeten Berges, eine kleine Felshöhle sowie eine Quelle, die etwas unterhalb liegt. Daher nimmt man an, dass es dort bereits in vorchristlichen Zeiten ein Heiligtum beziehungsweise eine Kultstätte gab. Es ist nicht erwiesen, ob die Herren von Gaflenz dort im [[Hochmittelalter]] ihren [[Ansitz]] hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sebaldlegende berichtet, dass Sebald ein wunderwirkender [[Einsiedler]] war, der auf dem Weg von [[Rom]] nach [[Nürnberg]] für längere Zeit in einer kleinen Höhle lebte. Die weitreichenden Handelsbeziehungen der Nürnberger Kaufleute sind bekannt. Da Sebald vor allem in Nürnberg gewirkt haben soll und auch dort begraben ist, gelangte der Brauch der Sebaldsverehrung von dort unter anderem nach [[Regensburg]], [[Schwäbisch Gmünd]], [[Bayreuth]], [[Bamberg]], [[Dänemark]] und auch Gaflenz und Weyer. Die engen Handelsbeziehungen zwischen dem Eisenschmiedeort Weyer und der Handelsstadt Nürnberg könnten für die Übertragung des Sebaldskultes auf den Heiligenstein ausschlaggebend gewesen sein. Die Nürnberger Stahlhändler deckten ihren Bedarf über lange Zeit hinweg mit Eisen aus Innerberg, heute [[Eisenerz (Steiermark)|Eisenerz]] in der [[Steiermark]], das in Weyer und Gaflenz zu Stahl geschmiedet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein um 1160 im [[Stift Lambach]] entstandenes [[Messbuch]] enthält einen späteren Eintrag, dass die Kapelle „ad sanctum lapidem“ am 29.&amp;amp;nbsp;August 1413 durch Weihbischof [[Andreas I.&amp;amp;nbsp;Tallaci]] (†&amp;amp;nbsp;25.&amp;amp;nbsp;Februar 1430 in [[Stift Engelszell]]) zu Ehren aller Heiligen, besonders aber dem heiligen Sebald geweiht wurde. Dies geschah in der Amtszeit des [[Bistum Passau|Passauer]] Bischofs [[Georg von Hohenlohe]], des Abts Florian Tanpeck von [[Stift Garsten|Garsten]] und Pfarrers Nikolaus von Gaflenz. In dieser Weihenotiz wurde auch erwähnt, dass im Altar [[Reliquie]]n des [[Schweißtuch der Veronika|Schweißtuches der Veronika]], des Apostels [[Andreas (Apostel)|Andreas]], des heiligen [[Constantius von Perugia|Konstantins]] (Märtyrer), vom Ort der [[Pfingsten|Erscheinung des Heiligen Geistes über den Aposteln]], der [[Zehntausend Märtyrer]], der [[Gereon von Köln|Soldatenmärtyrer]], der Bischöfe Udalrich und Alexander, des Bekenners [[Paulinus von Antiochia (Märtyrer)|Paulinus]], der Märtyrer [[Christophorus]] und [[Pankratius]], der Jungfrauen [[Katharina von Alexandrien|Katharina]], [[Barbara von Nikomedien|Barbara]], [[Cäcilia von Rom|Cäcilia]], [[Margareta von Antiochia|Margaretha]] und [[Erentrudis von Salzburg|Erentrudis]], sowie der [[Reimchronik der Stadt Köln#Ursula und ihre Jungfrauen|Elftausend Jungfrauen]] eingemauert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem Jahr 1425, dem Jahr der [[Heiligsprechung]] Sebalds, erfuhr die Sebaldverehrung einen besonders starken Aufschwung. Ein Indiz für die Beliebtheit des heiligen Sebald bei der Bevölkerung von Gaflenz ist die häufige Verwendung des Taufnamens Sebald. In einem Steuerverzeichnis der [[Pfarrkirche Weyer an der Enns|Pfarre Weyer]] aus dem Jahr 1554 heißen 15 Prozent der männlichen Personen Sebald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch während der [[Reformation]]szeit in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, als ein Großteil der Bewohner der Region [[Protestantismus|protestantisch]] war, hielt der Zuzug von Wallfahrern an. Oft feierten auch protestantische Bürger, viele von ihnen aus [[Steyr]], den Gottesdienst am Heiligenstein mit. Jakob Zettl, ein Bürger aus Steyr schrieb am 3.&amp;amp;nbsp;Juli 1626 in sein Tagebuch anlässlich eines Besuches auf dem Heiligenstein von „einer großen Menge Volckh“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1665 erfolgte der Bau des Glockenturmes, der 26&amp;amp;nbsp;Jahre später umgebaut wurde und 1733 sein heutiges Aussehen erhielt. Bald darauf wurde auch die barocke Sebaldikapelle mit der Grotte gebaut. Die Existenz einer Orgel in der Sebalduskirche ist bis in das 17. Jahrhundert nachverfolgbar. 1670 wurde ein [[Regal (Musikinstrument)|Regal]] saniert. Reparaturen der Orgel erfolgten in den Jahren 1709, 1763, 1884 und 1939.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Kirche am Heiligenstein wurde so viel Geld eingenommen, dass damit im 18. Jahrhundert Kreditgeschäfte durchgeführt werden konnten. Zur selben Zeit wurde auch der Kalvarienberg mit fünf Stationen von Gaflenz auf den Heiligenstein errichtet. 1707 begann der Bau des &amp;#039;&amp;#039;Mesnerhauses&amp;#039;&amp;#039;, damit die Pilger und Wallfahrer sowie der Mesner, der sogenannte Einsiedler, einen Unterstand hatten. 1732 wurde die alte Orgel vom Heiligenstein in die Pfarrkirche Gaflenz übertragen. 1785 konnte eine neue Orgel angeschafft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Aufklärung im 18. Jahrhundert wurde das Wallfahrtswesen schwer beeinträchtigt. Kaiser [[Joseph&amp;amp;nbsp;II.]] beabsichtigte, alle Wallfahrtskirchen, die nicht auch Pfarrkirchen waren, zu schließen und mit deren Vermögen neue Pfarrkirchen für zusätzliche Pfarren zu errichten. Nach der entsprechenden Verordnung hätte 1783 auch die Kirche am Heiligenstein geschlossen werden sollen. Der Fortbestand wurde jedoch mit einem Bescheid vom 5.&amp;amp;nbsp;Oktober 1785 bewilligt. Als Gegenleistung mussten jährlich 100 [[Gulden#Ausbreitung im Heiligen Römischen Reich|Gulden]] an eine wohltätige Einrichtung gespendet werden. Die übrigen Gelder mussten an die [[Landstände]] des Landes Oberösterreich abgegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Koalitionskriege|Franzosenkriege]] forderten auch St.&amp;amp;nbsp;Sebald am Heiligenstein einiges ab. Im Rahmen des [[Zweiter Koalitionskrieg|Zweiten Koalitionskrieges]] gewährte man der Gemeinde Gaflenz 1801 ein [[Darlehen (Österreich)|Darlehen]] von 200 Gulden aus der Kirchenkassa des Heiligensteins, um die von der französischen Besatzung geforderte [[Kontribution]] zu begleichen. 1806 kamen während des [[Dritter Koalitionskrieg|Dritten Koalitionskriegs]] französische Soldaten auf den Heiligenstein und zogen die Kirche stark in Mitleidenschaft. 1810 musste das gesamte Kirchensilber an sie abgeliefert werden. Die Kriegsschäden wurden in den Jahren 1811 und 1812 beseitigt. Die Ausbesserungsarbeiten fanden 1813 mit dem Kauf der 600&amp;amp;nbsp;kg schweren Glocke ihren Abschluss. In der folgenden Zeit geriet die Kirche etwas in Vergessenheit, 1832 wurde die alte Orgel aus der Pfarrkirche Weyer installiert, 1841 deren Gehäuse restauriert und bis 1843 das Wallfahrtswesen durch den Gaflenzer Pfarrer Constantin Zwirtmayr (1830–1856) wieder belebt. Im gleichen Zeitraum wurde auch das Kircheninnere renoviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gaflenz-Wappen.svg|mini|hochkant|Das Wappen von Gaflenz]] 1925 spendeten die Bürger der Region anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Heiligsprechung des heiligen Sebald ein neues Glasfenster, das im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zerstört wurde. In diesem Krieg wurden auch die beiden Glocken von Heiligenstein als „[[Metallspende des deutschen Volkes]]“ für Kriegszwecke abgenommen und auf einen [[Glockenfriedhof]] gebracht. 1949 wurde zunächst eine 250&amp;amp;nbsp;kg schwere neue Glocke geweiht, die alte kehrte 1950 zurück. Sie war versenkt im [[Hamburger Hafen]] gelegen. Die [[Rote Armee|sowjetischen Besatzungssoldaten]] richteten 1945 in der Kirche großen Schaden an: Türen und Fenster wurden zerschlagen, Statuen von den Sockeln gestürzt und zerschossen, die Orgel wurde zerstört, der Fußboden aufgerissen und die Einrichtung der [[Sakristei]] demoliert. Im [[Tabernakel]] sind noch vier Einschüsse aus dieser Zeit zu sehen. 1948 fand zum ersten Mal nach dem Krieg wieder eine Wallfahrt nach St. Sebald am Heiligenstein statt, die Hollensteiner Wallfahrt. Sie wurde als Feldmesse vor der Kirche abgehalten. 1949 waren Kirche und Mesnerhaus wieder instand gesetzt. 1951 fand zur Wiedereröffnung das Sebaldifest mit etwa 2000 Wallfahrern statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Landesregierung Gleißner V|oberösterreichische Landesregierung]] genehmigte der Gemeinde Gaflenz am 4. April 1955 die Führung eines Gemeindewappens.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Chronik der Marktgemeinde Gaflenz |Verlag=Universal |Ort=Graz/Wien/Wiesbaden |Datum=1987 |Seiten=3 |Kommentar=Angelegt 1985 im Auftrag des Bürgermeisters Günther Kellnreitner |Online=https://gaflenz.riskommunal.net/gemeindeamt/html/221058351_1.pdf |KBytes=40500 |Abruf=2022-05-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses enthält als Motiv auch die Kirche auf dem Heiligenstein.&lt;br /&gt;
In den Jahren 1984/85 erfolgte die Außenrenovierung der Kirche und der Sebaldikapelle. Ein häufiges Anliegen der Wallfahrerinnen ist der Wunsch nach einem Ehemann und Kindern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GarstenauerP5ff&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Elisabeth Winklmayr u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Das Mesnerhaus am Heiligenstein und seine Entwicklung zur Jausenstation. Festschrift zum Jubiläum 300&amp;amp;nbsp;Jahre Mesnerhaus 1707–2007 |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=2007 |Seiten=5 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Pfarl |Titel=Pilgerwege in Oberösterreich |Verlag=Verlagsgruppe Styria |Ort=Wien, Graz, Klagenfurt |Datum=2010 |ISBN=978-3-7012-0050-4 |Seiten=153 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Baubeschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:St. Sebald Innenansicht Richtung Empore.JPG|mini|hochkant|Innenansicht Richtung Empore]]&lt;br /&gt;
Die Wallfahrtskirche St. Sebaldus ist ein [[Gotik|spätgotischer]] [[Würfel (Geometrie)|kubischer]] Bau mit einem hohen [[Walmdach]] aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der 5/8-Chor entstand im frühen 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert. Nordseitig schließt an den [[Chor (Architektur)|Chor]] die [[Sakristei]] an. Das über der Sakristei befindliche [[Oratorium]] ist von außen über eine Stein-Wendeltreppe erreichbar. Das als [[Schulterbogen]] ausgebildete Südportal besitzt eine spätgotische Stabrahmung. An das Langhaus schließt im Westen ein gleich breiter [[Laubengang|Vorbau]], die sogenannte Laube an, deren Gewölbe zu Beginn des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts einstürzte. An drei Seiten ist die Kirche von einer Friedhofsmauer umschlossen, die 1969 mit Holzbrettern neu abgedeckt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=11 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im südwestlichen Bereich der Friedhofsmauer befindet sich ein Eingangsportal mit der schwarzen Inschrift: „Kommt alle zu mir! Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ in der Nische darüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Turm ===&lt;br /&gt;
Der Kupferstich &amp;#039;&amp;#039;Heyliger Stain&amp;#039;&amp;#039; von Andreas Matthäus Wolfgang zeigt, dass der 1665 errichtete Glockenturm ursprünglich als Dachreiter ausgebildet war. 1691 wurde im südöstlichen Winkel des Chores aus Tuffstein der heutige Turm gebaut und 1692 mit einer Sonnenuhr des [[Garsten]]er Hofmalers [[Johann Georg Staindorfer]] ausgestattet. In den Jahren 1732 bis 1733 wurde der Turm auf etwa 20&amp;amp;nbsp;Meter erhöht und über der Glockenstube mit einem barocken Turmhelm ausgestattet. Die Glockenstube enthält zwei Glocken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;s12&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=12 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kircheninneres ===&lt;br /&gt;
Die Kirche ist eine zwölf Meter lange und zehn Meter breite dreischiffige Halle. Durch die zweibahnigen [[Fenster#Maßwerkfenster|Maßwerkfenster]] in der nördlichen und südlichen Langhauswand gelangt Licht ins Kircheninnere. An den beiden achteckigen Pfeilern setzen die Rippen des [[Gewölbe#Netzgewölbe|Netzgewölbes]] mit einem kurzen Absatz an und enden an den Wänden jeweils in runden [[Konsole (Bauwesen)|Konsolen]] mit jeweils einer nach unten hängenden [[Rosette (Ornamentik)|Rosette]]. Im Mittelschiff der dreijochigen Vierpfeilerhalle befindet sich ein zentrales [[Heiliggeistloch]]. Die Seitenschiffe haben langgezogene Netzgewölbe mit längs liegenden Rauten. Bei einem Bogenrippengewölbe laufen die bogenlinigen Rippenzüge auf halbrunden Wandpfeilerdiensten auf. Entlang der Emporenstiege gibt es Rötelkritzelinschriften aus dem 16. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abgang zur [[Krypta|Unterkirche]] befindet sich unter dem nordwestlichen Seitenschiffjoch. Die Unterkirche ist ein langgestreckter dreijochiger Raum mit einem [[Gewölbe#Kreuzrippengewölbe|Kreuzrippengewölbe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kirchenboden besteht aus einem in dieser Zusammensetzung seltenen [[Estrich]]. Die Oberfläche war ursprünglich glatt geschliffen. Laut einer Laboranalyse des [[Bundesdenkmalamt]]es besteht der Estrich zum Großteil aus hellgrauem [[Dolomit (Gestein)|Dolomit]] wie das Gesteinsmaterial vor der Kirche, aus weißem [[Marmor]], getrocknetem [[Baukalk|Kalk]] und [[Dolomitkalk#Nomenklatur|Dolomitkalk]] als Bindemittel. Organische Zusätze waren [[Kasein]] und [[Quark (Milchprodukt)|Topfen]]. Die Stufen zum Chor bestehen aus [[Konglomerat (Gestein)|Konglomeratgestein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Triumphbogen (Kirchenbau)|Triumphbogen]] ist reich profiliert und trennt den Chor vom Kirchenschiff. Der 5/8-Chorraum ist zweijochig und sternrippengewölbt. Ursprünglich war der Rautenstern sechsteilig. Bei der Errichtung des Hauptaltares wurde jedoch eine Rippe entfernt. Die Rippen sind an den Wänden herabgezogen und ruhen auf polygonalen Konsolen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der beiden Fenster in der Apsis weist Reste einer spätgotischen Glasmalerei aus dem Jahr 1470 mit der &amp;#039;&amp;#039;Ölbergszene&amp;#039;&amp;#039; auf. Durch ein eisenbeschlagenes Tor mit Schlüssellochrahmen gelangt man vom Chor in die spätgotische, kreuzrippengewölbte Sakristei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Innenrenovierung 1991 wurde festgestellt, dass die Kirche über einen gut erhaltenen spätgotischen und frühbarocken Freskenschmuck verfügt. Da sie ein barockes Gesamterscheinungsbild hat, wurde auf eine Freilegung verzichtet. Der Raum wurde in gebrochenem Weiß ausgemalt. Die spätgotischen Fresken sind unter acht Malschichten versteckt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=13 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstattung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:St. Sebald Innenansicht Richtung Chor.JPG|mini|Innenansicht der Sebalduskirche]]&lt;br /&gt;
Der Großteil der Einrichtung entstand in den Jahren 1751 bis 1777. Die Kirche ist damit vom späten [[Barock]] geprägt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hochaltar ===&lt;br /&gt;
Der Hochaltar entstand in den Jahren 1776 und 1777. In der Mitte befindet sich eine lebensgroße Statue des heiligen Sebald vor einem goldenen Strahlenkranz. Die Figur steht auf einem Tabernakelaufbau mit [[Rokoko]]-Verzierungen und weißer Fassung. Dieser wurde 1778 in Seitenstetten angefertigt. Der [[Architrav]] wird von [[Korinthische Ordnung|korinthischen]] Säulen sowie [[Pilaster]]n getragen. Über diesem ist, auf Wolken schwebend, die [[Krönung Mariens]] dargestellt. Die Statuen am Hochaltar schuf der Bildhauer [[Johann Jakob Sattler]] aus [[St. Florian (Linz-Land)|St. Florian]], der Altaraufbau selbst entstand in der Werkstatt des [[Garsten]]er Hoftischlers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1992 wurde die Erstfassung des Altares (schwarz auf weißer Gliederung) von [[Franz. X. Gürtler]] aus [[Steyr]] wieder freigelegt. Die Übermalung wurde im Zuge der Restaurierung 1992 entfernt. Sie bestand aus schwarz gefärbtem Lack mit weißen Adern. Der Hochaltar war stark vom [[Gemeiner Nagekäfer|Holzwurm]] befallen, deshalb musste das Holz im Zuge der Restaurierung umfassend gefestigt werden. Eine partielle Restaurierung des Altares ist für das Jahr 1834 nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=15 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kanzel ===&lt;br /&gt;
1751 fertigte der Garstener Hoftischler [[Matthias Pokorny]] die schwarz marmorierte [[Kanzel]]. Auf dem [[Schalldeckel]] befindet sich eine auf Wolken schwebende Halbfigur des heiligen Sebald. In den Jahren 1842 und 1992 wurde die Kanzel neu [[Vergolden|vergoldet]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GarstenauerP16&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seitenaltäre ===&lt;br /&gt;
Der Garstener Hoftischler Matthias Pokorny schuf die beiden Seitenaltäre im Jahr 1754. Auf dem Altarbild des linken Seitenaltares ist der &amp;#039;&amp;#039;[[Manna (Himmelsspeise)|Mannaregen]]&amp;#039;&amp;#039;, im Bild darüber das &amp;#039;&amp;#039;[[Abendmahl Jesu|Letzte Abendmahl]]&amp;#039;&amp;#039; dargestellt. Das barocke Vorsatzbild zeigt den heiligen [[Josef von Nazaret|Josef]], das Altarbild des rechten Seitenaltares das &amp;#039;&amp;#039;Opfer des [[Melchisedech]]&amp;#039;&amp;#039;. Das Aufsatzbild enthält die Kreuzigung [[Jesus von Nazaret|Jesu]] mit [[Maria (Mutter Jesu)|Maria]], [[Johannes (Apostel)|Johannes]] und [[Maria Magdalena]]. Am rechten Bildrand sind römische Soldaten dabei, die Kleidung Jesu unter sich zu verteilen. Das barocke Vorsatzbild zeigt den heiligen Antonius. Ursprünglich hatten die Seitenaltäre eine schwarze Fassung. Die erste Übermalung war eine dunkle Marmorierung mit hellen Farbspritzern. Die zweite Übermalung erfolgte mit geschwärztem [[Schellack]]. 1992 wurde im Zuge einer Restaurierung die erste Übermalung wieder freigelegt. Die Freilegung der Originalfassung wäre nicht ohne Verluste durchführbar gewesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GarstenauerP16&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bilderzyklus ===&lt;br /&gt;
An der nördlichen und südlichen Langhauswand ist die Sebaldlegende in sieben großformatigen Ölgemälden aus dem 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert dargestellt. Diese wurden zum Teil mehrmals übermalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Bilder an der Nordwand stellen den Lebensweg des heiligen Sebald dar. Auf dem ersten Bild ist der Abschied des heiligen Sebald von seiner Gattin zu sehen. Das zweite Bild zeigt, wie er von Papst [[Gregor II. (Papst)|Gregor&amp;amp;nbsp;II.]] die Predigterlaubnis erhält. Auf diesem Bild sind im Hintergrund neben einem Kreuzträger und einem Kardinal auch Sebalds Begleiter [[Willibald von Eichstätt|Willibald]] und [[Wunibald]] abgebildet. Das dritte Bild zeigt sein Übersetzen über die [[Donau]] bei [[Regensburg]] auf seinem ausgebreiteten Mantel. Auf dem vierten Bild sieht man Sebald 20&amp;amp;nbsp;Jahre nach seinem Tod unverwest im Sarg liegen. Ein Witzbold fand sich bei seinem Grab ein und zupfte den Toten am Bart. Daraufhin versetzte Sebald diesem einen so heftigen Schlag, dass dieser auf einem Auge erblindete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Südwand hängen drei Bilder mit den Wundern des Heiligen. Das fünfte Bild stammt vom Maler [[Christoph Auhueber]]. Dieses 1711 in [[Bad Hall]] geschaffene Werk zeigt &amp;#039;&amp;#039;Sebald an seiner Lagerstätte&amp;#039;&amp;#039;. Nach der Legende suchte eines Tages ein Bauer den Einsiedler in seiner Zelle auf und klagte ihm sein Leid. Seine Zugochsen waren ihm ausgekommen und hatten sich im Wald verlaufen. Da schon die Dämmerung anbrach und die Suche über den ganzen Tag hinweg vergebens war, machte ihm Sebald Mut und befahl ihm, den Wald weiter mit erhobenen Händen zu durchforsten. Seine Hände begannen im Wald zu strahlen und bald darauf fand er seine Ochsen wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sechste Bild zeigt die Heilung eines blinden Wagners. Dieser kaufte auf dem Nürnberger Markt Fische für den erkrankten Sebald. Da der Burggraf dies jedoch verboten hatte, [[Blendung (Strafe)|blendete]] er den Wagner. Daraufhin besuchte Sebald mit dem Wagner die Richtstätte, hob die Augen vom Boden auf, setzte sie wieder ein und gab so dem Wagner das Augenlicht wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das siebente Bild zeigt, wie zwei tote Kinder durch Fürbitten des heiligen Sebald wieder zum Leben erweckt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1842 übermalte der Legendenmaler [[Joseph Gabriel Frey]] aus Weyer vier dieser Legendenbilder. 1847 wurden die restlichen Bilder durch Joseph und [[Ignaz Frey]] übermalt. 1975 restaurierte [[Theodor Bohdanowicz]] sechs Legendenbilder.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=20 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Volksaltar ===&lt;br /&gt;
Anlässlich des Abschlusses der Innenrenovierung im Jahr 1993 wurde zum Sebaldifest am 22.&amp;amp;nbsp;August 1993 ein neuer Volksaltar eingeweiht. Franz Salcher lieferte den Entwurf, Alfons Großberger aus Gaflenz gestaltete ihn künstlerisch. Der Altar stellt das Motiv „Der brennende Dornbusch“ aus dem Buch [[2. Buch Mose|Exodus]], dem 2.&amp;amp;nbsp;Buch Mose, dar und symbolisiert die Begegnung [[Mose]]s mit Gott [[JHWH|Jahwe]]. Der Volksaltar soll dem Besucher verdeutlichen, dass auch er in diesem die Gegenwart Gottes erfahren kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=26 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weiteres Inventar ===&lt;br /&gt;
Auf beiden Seiten des Hochaltars befinden sich an den Mauern des Chorpolygons [[Konsole (Bauwesen)|Konsolenfiguren]]. Auf der Evangelienseite (linke Seite) steht eine barocke Figur des heiligen [[Berthold von Garsten]] oder des heiligen [[Benedikt von Nursia|Benedikt]], auf der Epistelseite eine spätgotische Figur des heiligen Sebald. Diese 78&amp;amp;nbsp;cm große Statue ist im [[Weicher Stil|Weichen Stil]] um 1430 entstanden. Die Heiligenfigur ist bärtig und trägt einen [[Pilgerhut]]. In der linken vorgestreckten Hand hält sie ein Modell einer zweitürmigen Kirche, in der rechten einen [[Pilgerstab]]. Der Pilgermantel fällt in reichem Faltengehänge vom rechten Arm und bildet einen ornamentalen Saum. Auf dem Rücken trägt sie eine [[Pilgertasche]]. Zu dieser gehört auch die Riemenschnalle auf der Brustseite. Unterhalb des Zingulums bildet das Gewand Röhrenfalten aus. In den Jahren 1967 und 1979 wurde die Statue restauriert. Die um 1430 geschnitzte, spätgotische Sebaldusstatue, deren barocke Übermalung anlässlich einer Kunstausstellung in Nürnberg entfernt worden war, steht nun im Originalzustand aus Sicherheitsgründen in der Pfarrkirche von Gaflenz. An ihrer Stelle befindet sich eine vom Bildhauer Adelsberger angefertigte Nachbildung in der Sebalduskirche am Heiligenstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im südlichen Bereich des [[Chor (Architektur)|Presbyteriums]] steht in einem Schrein in einer Nische über dem Turmzugang eine barocke Pietà. Das schmiedeeiserne Kommuniongitter wurde 1847 geschaffen. An den vorderen Langhauspfeilern finden sich zwei barocke Baldachinaltäre mit [[Neugotik|neogotischen]] Figuren des heiligen Leonhard und des heiligen Antonius. Beide Figuren stammen aus dem Jahr 1896. Beim Nord- und Südportal finden sich Figuren des heiligen [[Sebastian (Heiliger)|Sebastian]]&amp;lt;!-- Eigenname --&amp;gt; und des heiligen [[Andreas (Apostel)|Andreas]]. Die beiden Beichtstühle unter der Empore standen ursprünglich in der Pfarrkirche Gaflenz, wurden aber 1992 auf den Heiligenstein übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=24 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glocken ==&lt;br /&gt;
In der Glockenstube des Turmes befinden sich zwei [[Glocke]]n, die beide noch von Hand geläutet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größere mit einem Durchmesser von 110&amp;amp;nbsp;cm wiegt 600&amp;amp;nbsp;kg und ist auf f&amp;#039; gestimmt. Sie ist dem heiligen [[Sebaldus von Nürnberg|Sebald]] und dem heiligen [[Florian von Lorch|Florian]] geweiht und trägt die Umschriften &amp;#039;&amp;#039;„sit nomen domini benedictum“&amp;#039;&amp;#039; (übersetzt: „Der Name des Herrn sei gepriesen“) sowie „Auf Costen der Pfarrgemeinde Gafflenz goss mich [[Kaspar Dominik Staffelmayr|Casp. Domi. Staffelmayr]] in Steyr 1814“. Diese Glocke musste 1942 als [[Metallspende des deutschen Volkes#Zweiter Weltkrieg|Metallspende]] zu Rüstungszwecken für den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] abgegeben werden. Sie wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im [[Hamburger Hafen]] versenkt und nach ihrer Auffindung im Jahr 1950 auf den Heiligenstein zurückgebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kleinere Glocke mit einem Durchmesser von 80&amp;amp;nbsp;cm wiegt 250&amp;amp;nbsp;kg und ist auf d&amp;quot; gestimmt. Sie ist dem heiligen [[Antonius von Padua|Antonius]] sowie dem heiligen [[Leonhard von Limoges|Leonhard]] geweiht und ist ein Neuguss aus Trümmern einer älteren Glocke. Diese wurde 1945 den Steilhang hinuntergeworfen und zerschellte am Fuße des Heiligensteins in elf Teile.&amp;lt;ref name=&amp;quot;s12&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Objekte außerhalb der Kirche ==&lt;br /&gt;
=== Sebaldikapelle ===&lt;br /&gt;
[[Datei:St. Sebald Sebaldikapelle.JPG|mini|hochkant|Sebaldikapelle von außen]]&lt;br /&gt;
Knapp unterhalb der nordwestlichen Ecke der Wallfahrtskirche befindet sich eine kleine barocke Kapelle. Diese wurde 1691 über einer Felsnische mit einer steinernen Liegefigur des heiligen Sebald errichtet. Laut der Legende soll Sebald in dieser „Felshöhle“ als Einsiedler gelebt haben. Sein „Lager“ wird von einem kunstvoll geschmiedeten Gitter abgesperrt. Dieses wurde 1693 von [[Philipp Schwälbl]], einem Schlosser aus Weyer, geschmiedet und vom Maler Brösinger aus [[Waidhofen an der Ybbs]] rot und grün gestrichen. 1793 schuf ein Bildhauer aus Garsten das Kruzifix, das die Grotte bekrönt. Darüber ist ein lateinisches Chronogramm mit der Jahreszahl 1692: „Antum, sub quo santus Sebaldus peregrinus quie verat“. (deutsche Übersetzung: „Grotte, in welcher der heilige Pilger Sebald ruhte.“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Decke der Kapelle befinden sich Fresken des Garstener Hofmalers [[Johann Georg Staindorfer]] und dessen Sohnes. Das Fresko in der Hängekuppel zeigt eine Szene aus der Sebalduslegende: Auf der Pilgerreise litten Sebaldus und seine Begleiter einmal großen Hunger. Nach vielem Beten erschien ihnen ein Engel Gottes und speiste sie. Auf dem Bild erwartet der heilige Sebald kniend die Speise des Engels, während Willibald und Wunibald gemeinsam mit Sebalds Diener Dionysios in einer Laube sitzend auf Essen warten. Das Wunder ist im Wesentlichen eine veränderte Fassung der Geschichte des Propheten [[Elija]]. In den Ecken des Gewölbes tragen Engel die Attribute des heiligen Sebald&amp;lt;!-- Eigenname --&amp;gt;: Pilgerhut, Pilgerstab und Pilgermantel. Der vierte Engel zeigt die Zeichen der Missionstätigkeit und der Reinheit der Seele: Kreuz und Lilie. Diesen Symbolen werden die Symbole der weltlichen Macht – Krone, Zepter, Brokat und Orden vom Goldenen Vlies – gegenübergestellt. Letztmals renoviert wurde die Kapelle 1987/88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1702 schuf ein Bildhauer aus Weyer einen Grablegechristus. Dafür wurde oberhalb der Sebaldikapelle eine Grabkapelle errichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kalvarienberg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kapelle am Weg zum Heiligenstein.jpg|mini|hochkant|Eine der Kapellen des Kalvarienberges.]]&lt;br /&gt;
Während des 17. und 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurden viele Wallfahrtsorte bildnerisch ausgestaltet, so auch St.&amp;amp;nbsp;Sebald am Heiligenstein. In der ersten Hälfte des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurde auf dem steilen Fußweg von Gaflenz auf den Heiligenstein ein ausgedehnter [[Kalvarienberg]] mit Szenen des [[Rosenkranz#Schmerzhafte Geheimnisse (doloris mysteria)|schmerzhaften Rosenkranzes]] gebaut. 1701 entstanden die Stationen „Ölberg“, „Geißelung“ und „Kreuztragung“. Der Kapellenbildstock „Dornenkrönung“ entstand 1738 und wurde 1739 von einem Bildhauer aus Weyer mit Figuren versehen. Vom selben Künstler stammt auch die 1743 entstandene Kreuzigungsgruppe an der südlichen Mauer des Kirchhofes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Erwin Garstenauer |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz |Verlag=Pfarramt Gaflenz |Ort=Gaflenz |Datum=1993 |Seiten=31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Erwin Garstenauer&lt;br /&gt;
   |Titel=Sankt Sebald am Heiligenstein bei Gaflenz&lt;br /&gt;
   |Verlag=Pfarramt Gaflenz&lt;br /&gt;
   |Ort=Gaflenz&lt;br /&gt;
   |Datum=1993}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Peter Pfarl]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Pilgerwege in Oberösterreich&lt;br /&gt;
   |Verlag=Verlagsgruppe Styria&lt;br /&gt;
   |Ort=Wien/Graz/Klagenfurt&lt;br /&gt;
   |Datum=2010&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-7012-0050-4&lt;br /&gt;
   |Seiten=153 ff.}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Erwin Hainisch]]&lt;br /&gt;
   |Titel=DEHIO-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Oberösterreich&lt;br /&gt;
   |Auflage=5.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Verlag Anton Schroll&lt;br /&gt;
   |Ort=Wien&lt;br /&gt;
   |Datum=1971&lt;br /&gt;
   |Seiten=113 f.}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Elisabeth Winklmayr u.&amp;amp;nbsp;a.&lt;br /&gt;
   |Titel=Das Mesnerhaus am Heiligenstein und seine Entwicklung zur Jausenstation. Festschrift zum Jubiläum 300&amp;amp;nbsp;Jahre Mesnerhaus 1707–2007&lt;br /&gt;
   |Verlag=Pfarramt Gaflenz&lt;br /&gt;
   |Ort=Gaflenz&lt;br /&gt;
   |Datum=2007}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Marktgemeinde Gaflenz&lt;br /&gt;
   |Titel=850 Jahre Gaflenz 1140–1990&lt;br /&gt;
   |Datum=1990}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Sebalduskirche am Heiligenstein}}&lt;br /&gt;
* Diözese Linz: [http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php/www.diozese-linz.at/index.php?action_new=Lesen&amp;amp;Article_ID=4720 &amp;#039;&amp;#039;Heiligenstein bei Gaflenz: Pilgern für einen Lebenspartner&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* Marktgemeinde Gaflenz: [http://www.gaflenz.at/system/web/gelbeseite.aspx?typ=3&amp;amp;bezirkonr=0&amp;amp;detailonr=222556935&amp;amp;menuonr=219593207 &amp;#039;&amp;#039;Wanderwege – Heiligenstein&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* Austria-Forum: [http://austria-lexikon.at/af/Wissenssammlungen/Bibliothek/Teufel,_Berggeist,_T%C3%BCrkennot/St.Sebald_am_Hl.Stein &amp;#039;&amp;#039;Sagen aus dem Raum St. Sebald am Hl. Stein&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* Kraftort.at: [https://www.kraftort.org/Osterreich/Oberosterreich/oberosterreich.html &amp;#039;&amp;#039;Kraftorte und Kultplätze in Oberösterreich&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* weyer.de.com: [https://www.weyeriana.de/startseite.html?/orte/heiligenstein.html &amp;#039;&amp;#039;Postkartensammlung Heiligenstein&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* {{OoeGeschichte |suche1=Sebald+Heiligenstein}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=47.881945|EW=14.701933|elevation=776|type=landmark|region=AT-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|18. August 2013|121629344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4820517-5|VIAF=247410456}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Gaflenz, Sebald Heiligenstein}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude in Oberösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sebalduskirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Filialkirche in der Diözese Linz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gotisches Bauwerk in Oberösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katholischer Wallfahrtsort in Oberösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ybbstaler Alpen|Sebald Heiligenstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gaflenz|Sebald Heiligenstein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfarre Ennstal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk im Bezirk Steyr-Land]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude in Europa|Gaflenz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in den Alpen]]&lt;/div&gt;</summary>
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