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	<title>Spree-Athen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T01:22:25Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Spree-Athen&amp;diff=1259577&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Smirre80: /* Literatur */</title>
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		<updated>2023-11-20T13:20:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Allers Spree Berlin (Brandenburger Tor).jpg|miniatur|&amp;#039;&amp;#039;Am [[Brandenburger Tor]],&amp;#039;&amp;#039; Zeichnung aus dem Zyklus &amp;#039;&amp;#039;Spreeathener&amp;#039;&amp;#039; (1889) von [[Christian Wilhelm Allers]]. Dargestellt ist der Berliner Schriftsteller [[Julius Stinde]] im fiktiven Gespräch mit zwei seiner Romanfiguren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Spree-Athen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch: &amp;#039;&amp;#039;Spreeathen&amp;#039;&amp;#039;) ist ein [[Städtebeiname|Bei- und Spitzname]] für [[Berlin]].&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Caspar: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.tagesspiegel.de/berlin/orte-und-worte/717524.html Orte und Worte]&amp;#039;&amp;#039; In: TSP, 4. Juni 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erdmann Wircker prägte den Ausdruck 1706 zum 200-jährigen Bestehen der ersten [[Mark Brandenburg|brandenburgischen]] Landesuniversität &amp;#039;&amp;#039;[[Alma Mater Viadrina]]&amp;#039;&amp;#039; in [[Frankfurt (Oder)]] in einer Festschrift mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Märckische Neun Musen&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Welche sich Unter den Allergrossmächtigsten Schutz Sr. Königl. Majestät in Preussen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Ihres Allergnädigsten Erhalters Und Andern Jupiters&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bey glücklichen Anfang Ihres Jubel-Jahres Auff dem Franckfurtischen [[Helikon (Gebirge)#Mythologie und Literatur|Helicon]] Frohlockend auffgestellet.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Landesherrn König [[Friedrich I. (Preußen)|Friedrich&amp;amp;nbsp;I.]] huldigte Wircker darin wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Daß ganz Europa nicht von einem Fürsten hört!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der so der Künste Kern als König Friedrich liebet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Fürsten wollen selbst in deine Schule gehn&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Drumb hastu auch für Sie ein &amp;#039;&amp;#039;Spree-Athen&amp;#039;&amp;#039; gebauet,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wo Prinzen in der Zahl gelehrter Musen stehn&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da wird die Weisheit erst in rechter Pracht geschauet.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Scholl: &amp;#039;&amp;#039;Normative Anschaulichkeit versus archäologische Pedanterie: Karl Friedrich Schinkels ästhetischer Philhellenismus&amp;#039;&amp;#039;. In: Gilbert Heß, Elena Agazzi, Elisabeth Décultot: &amp;#039;&amp;#039;Graecomania&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter, 2009, [http://books.google.de/books?id=hKa_5d7GoaQC&amp;amp;pg=PA85&amp;amp;dq=spree-athen S.&amp;amp;nbsp;85 books.google]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wircker spielte damit auf die bedeutenden [[Friedrich I. (Preußen)#Kulturpolitik|kulturellen Leistungen Friedrichs&amp;amp;nbsp;I.]] für Berlin an, wie die Gründung der [[Akademie der Künste (Berlin)#Geschichte|Akademie der Künste]] im Jahr 1696 und die der [[Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften|Societät der Wissenschaften]] im Jahr 1700 mit ihrem ersten Präsidenten [[Gottfried Wilhelm Leibniz]]. Zudem war es in der zweiten Hälfte des 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts üblich geworden, von [[Leipzig]] und [[Jena]] mit ihren altehrwürdigen Universitäten dichterisch als &amp;#039;&amp;#039;[[Pleiße|Pleiß]]-Athen&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;[[Saale|Saal]]-Athen&amp;#039;&amp;#039; zu sprechen. Auch [[Göttingen]] mit seiner [[Universität Göttingen|Universität]] wurde als [[Athen (Eponym)|Leine-Athen]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Ludwig Kriegk]]: &amp;#039;&amp;#039;Schriften zur allgemeinen Erdkunde&amp;#039;&amp;#039;, W. Engelmann, 1840, [https://books.google.de/books?id=OstRAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA118 S. 118]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon, sich mit diesen und gar mit [[Athen]], der Wiege der [[Abendland|abendländischen]] Kultur, auf eine Stufe stellen zu können, war Berlin 1706 allerdings noch weit entfernt. Mit der Gründung der [[Humboldt-Universität zu Berlin#Friedrich-Wilhelms-Universität|Berliner Universität]] 1809/1810 war die Stadt dann aber zweifellos zu einem Zentrum der Gelehrsamkeit und der Künste von Weltrang geworden, und die dem Stil der Antike verpflichteten [[Klassizismus|klassizistischen]] Bauten wie [[Carl Gotthard Langhans|Langhans’]] [[Brandenburger Tor]] von 1788  und [[Karl Friedrich Schinkel#Klassizismus|Schinkels]] [[Neue Wache]] (1815), [[Schauspielhaus Berlin|Schauspielhaus]] (1825) und [[Altes Museum]] (1830) legten [[Assoziation (Psychologie)|Assoziationen]] mit Athen durchaus nah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das enorme, schnelle Wachstums Berlins, nachdem es 1871 Hauptstadt des [[Deutsches Reich|Deutschen Reichs]] geworden war, drängte manchem gegen Ende des Jahrhunderts allerdings einen anderen Vergleich auf. [[Mark Twain]] schilderte seine Reiseerlebnisse in einem Artikel für die &amp;#039;&amp;#039;Chicago Daily Tribune&amp;#039;&amp;#039; vom 3. April 1892 unter der Überschrift „Das Chicago von Europa“. Berlin sei eine neue Stadt, die neueste, die er je gesehen habe. Das&amp;amp;nbsp;– nach dem [[Großer Brand von Chicago|großen Brand von 1871]] gerade erst wieder aufgebaute&amp;amp;nbsp;– Chicago erscheine dagegen geradezu altehrwürdig. Sehr beeindruckte Twain die Geräumigkeit der Stadt und die Breite ihrer Straßen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.twainquotes.com/Travel1891/April1892.html Mark Twain’s travel letters from 1891–92]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Walter Rathenau]] sah es ähnlich. „Das königlich preußische findet im kaiserlichen Reichsberlin keinen Platz mehr. Spreeathen ist tot und Spreechicago wächst heran“, heißt es in seinem Aufsatz &amp;#039;&amp;#039;Die schönste Stadt der Welt,&amp;#039;&amp;#039; den sein Freund [[Maximilian Harden]] 1899 anonym in seiner Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Zukunft&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichte und der empfahl, sich für die Stadtplanung in Berlin die amerikanische „City“ zum Vorbild zu nehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Zukunft&amp;#039;&amp;#039;, Band 26, 1899, S. 36 ff., [http://books.google.de/books?id=2hsFggcbnEIC&amp;amp;q=spreechicago Seite 39]. Siehe auch Dieter Heimböckel: &amp;#039;&amp;#039;Walter Rathenau und die Literatur seiner Zeit. Studien zu Werk und Wirkung.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation. Duisburg Uni, 1995, [http://books.google.de/books?id=nyKHDHSdvLMC&amp;amp;pg=PA81&amp;amp;dq=spreeathen S.&amp;amp;nbsp;81.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem gehört der Ausdruck „Spree-Athen“ bis heute zum Selbstverständnis des Berliner Lokalpatriotismus und findet sich auch immer wieder, wenn auch nicht ohne ironischen Unterton, in mehr oder weniger populären Berliner Liedern. So sang [[Ernst Busch (Schauspieler)|Ernst Busch]] über die Niederschlagung des [[Spartakusaufstand]]s von 1919 zu einer Melodie von [[Hanns Eisler]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Oh, Spree-Athen, oh, Spree-Athen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Oh, wieviel Blut hast du gesehn?!&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf deinem Friedrichsfelde ruht&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
So manches tapfere Spartakusblut.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Willi Kollo]]s Lied &amp;#039;&amp;#039;Lieber Leierkastenmann&amp;#039;&amp;#039; heißt es von dem vorgeblich blinden Mädchen, das den Leierkastenmann begleitet und keine Mühe hat, die ihm im Hinterhof zugeworfene Münze aufzulesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Lieber Leierkastenmann,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
fang noch mal von vorne an,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
von dem schönen Spree-Athen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
wo sojar de Blinden sehn.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bis 1990 jeden Sonntag im [[Berliner Rundfunk]] ausgestrahlte Sendung &amp;#039;&amp;#039;7–10: Sonntagmorgen in Spreeathen&amp;#039;&amp;#039; trug ebenso dazu bei, den Begriff im Bewusstsein der Bevölkerung zu erhalten, wie das Lied der [[Pionierorganisation Ernst Thälmann|Jungen Pioniere]]: &amp;#039;&amp;#039;Was ist in unserem Spreeathen?&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;ref&amp;gt;[…] mit der zweiten Strophe: „[[Berliner Fernsehturm#Kunst und Kultur|Der Fernsehturm ist groß und schlank&amp;amp;nbsp;[…]]]“&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Ironisierung des Ausdrucks vor dem Hintergrund der aktuellen [[Griechenlandkrise]] kann [[Klaus Staeck]]s Collage des von der [[Quadriga]] des [[Brandenburger Tor]]s gekrönten [[Parthenon]] verstanden werden, die dieser 2015 zum Ende seiner Amtszeit als Präsident der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste]] veröffentlichte.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.edition-staeck.de/produkt/pk-zukunft-europa/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Luc Gersal (Jules-Emile Legras): &amp;#039;&amp;#039;L’Athènes de La Sprée – par Béotien. Croquois berlinois&amp;#039;&amp;#039;. 1892. Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Spree-Athen. Berliner Skizzen von einem Böotier&amp;#039;&amp;#039;. Leipzig 1892.&lt;br /&gt;
* [[Theodore Ziolkowski]]: &amp;#039;&amp;#039;Berlin: Aufstieg einer Kulturmetropole um 1810.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta 2002, ISBN 3-608-94033-2.&lt;br /&gt;
* Marc Reichwein: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13392675/Als-Griechenland-noch-fuer-Deutschland-buergte.html Als Griechenland noch für Deutschland bürgte.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039;, 25. Mai 2011.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadttitel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eponym]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Smirre80</name></author>
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