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	<title>Sprang - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-26T07:38:40Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sprang&amp;diff=720454&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;JEW: /* Europa und Nordafrika */</title>
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		<updated>2025-05-10T13:56:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Europa und Nordafrika&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Haarnetz.jpg|mini|Rekonstruktionsversuch eines sächsischen Haarnetzes aus dem 6. Jh. n. Chr.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sprang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Textilie|textile]] Handarbeitstechnik zur [[Produktion|Herstellung]] netzartig gewirkter [[Flechten (Tätigkeit)|Geflechte]] aus parallel gespannten Fäden. Diese Geflechte sind dehnbar und können z.&amp;amp;nbsp;B. als Haarnetz, Beutel oder Gürtel verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
Sprang ist ein [[Kettenstoffverfahren]] mit aktiver [[Kettfaden|Kette]], bei der im Gegensatz zum [[Weben]] nur ein System aus parallel aufgespannten Fäden verwendet wird, ein [[Schussfaden]] wird nicht benötigt. Durch Überkreuzen oder Verdrehen der Kettfäden oder einzelner Fadengruppen entsteht ein elastisches, mehr oder weniger dichtes Geflecht. Je nachdem, welche Kettfäden miteinander verkreuzt werden, entstehen verschiedene [[Muster (Textil)|Musterungen]] oder [[Bindungslehre|Bindungsformen]]. Diese werden unterschieden in Einhänge-, Flecht- und Zwirnbindesprang.&lt;br /&gt;
Der Begriff Sprang stammt aus dem Schwedischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technik ==&lt;br /&gt;
Als Hilfsmittel zur Herstellung von Geflechten in Sprangtechnik wird eine Befestigungsmöglichkeit für die Kettfäden benötigt. Das muss kein [[Webstuhl]] oder [[Webrahmen]] sein, ein u-förmig gebogener Ast, zwei Stuhllehnen oder ein einfacher rechteckiger Rahmen reichen aus. Meist wird die Kette zwischen zwei dünne Stäbe oder Schnüre gespannt. Diese werden im gewünschten Abstand voneinander befestigt, dann wird der Faden mit gleichmäßiger Spannung über die Stäbe gewickelt. Am Anfang und Ende wird der Kettfaden an den oberen Stab geknotet. Die vor den Stäben liegenden Fäden werden dann mit den hinter den Stäben liegenden Fäden verkreuzt. Dabei entstehen oberhalb und unterhalb der Arbeitsposition Verkreuzungen. Mit Hilfe der Finger oder eines Stäbchens werden diese Verkreuzungspunkte an die Enden der Kette geschoben. Beim weiteren Arbeiten wächst so das Geflecht von beiden Enden zur Mitte hin. Zum Schluss wird die letzte Reihe in der Mitte auf ein Band gefädelt oder die Netzmaschen werden ineinander geschlauft, um ein Aufgehen zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Haarnetzrekonstruktion Skrydstrup.jpg|mini|Rekonstruktionsversuch des Haarnetzes aus dem Grab von Skrydstrup. Gezeigt im Museum Haderslev, Dänemark.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ardenhaarnetz.jpg|mini|Rekonstruktionsversuch des Haarnetzes der Moorleiche [[Frau von Arden]] aus Dänemark.]]&lt;br /&gt;
=== Europa und Nordafrika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 3000 – 1500 v. Chr.&lt;br /&gt;
Die ältesten Hinweise auf Textilien in Sprangtechnik stammen aus dem [[Neolithikum]] ([[Jungsteinzeit]]). Auf der Unterseite einiger Tongefäße aus Rietzmeck, Kreis Roßlau, befinden sich Abdrücke des Geflechts, auf dem sie zum Trocknen standen. Der Struktur nach handelte es sich dabei wahrscheinlich um Sprang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1400 – 1300 v. Chr.&lt;br /&gt;
Das älteste erhaltene Spranggeflecht fand sich 1871 in einem bronzezeitlichen [[Grabhügel]] in Dänemark. Im [[Grab]] der Frau von [[Borum Eshøj]], nahe [[Aarhus]], fand sich ein komplett erhaltenes [[Haarnetz]] aus feiner [[Wolle]]. Auch aus dem ebenfalls bronzezeitlichen Grab der [[Frau von Skrydstrup]] liegt ein weiteres komplettes Haarnetz vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 800 – 500 v. Chr.&lt;br /&gt;
Zwei weitere Funde stammen aus dänischen [[Moor]]en aus der [[Hallstattzeit]]: Mit den [[Moorleiche]]n [[Frau von Haraldskær]] und der [[Frau von Arden]] wurden jeweils neben anderen Kleidungsstücken wollene Haarnetze gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 500 – 50 v. Chr.&lt;br /&gt;
Aus der [[Latènezeit]] stammt nicht nur ein Textil-Fragment aus einem spanischen Grab, das eventuell in Sprangtechnik gefertigt wurde, auch aus der Bestattung des Fürsten vom [[Glauberg]] stammt ein Fund einer Sprangarbeit.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Holger Baitinger, Bernhard Pinsker |Titel=Das Rätsel der Kelten vom Glauberg |Verlag=Theiss |Ort=Stuttgart |Datum=2002 |ISBN=3-8062-1592-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Die Keltenfürsten vom Glauberg: Ein frühkeltischer Fürstengrabhügel am Hang des Glauberges bei Glauburg-Glauberg, Wetteraukreis |Verlag=Archäologische Ges. in Hessen |Ort=Wiesbaden |Datum=1996}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ca. 100 n. Chr.&lt;br /&gt;
In einer [[Müllgrube]] der römischen Siedlung von [[Vindonissa]], [[Schweiz]], wurde ein Fragment aus Wolle gefunden das als Haarnetz gedeutet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 400 – 700 n. Chr.&lt;br /&gt;
Die bei weitem größte Anzahl erhaltener Sprangtextilien stammt aus koptischen Gräbern. Von 1880 an wurden diese in [[Oberägypten]], hauptsächlich nahe [[Achmim]], ausgegraben. In ihnen wurden verschiedene gut erhaltene Kopfbedeckungen und Beutel aus naturfarbenem [[Flachsfaser|Leinen]] oder gefärbter Wolle gefunden. Technisch sind die koptischen Sprangarbeiten sehr weit entwickelt und kompliziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese außergewöhnlichen Funde sind dem Umstand zu verdanken, das die [[Kopten]] ihre Toten vollständig bekleidet und mit zahlreichen Beigaben aus dem alltäglichen Leben begruben. Die Gräber wurden oberhalb der [[Überschwemmungszone]] des [[Nil]]s in trockenem Sand angelegt, so dass das organische Material kaum der Zersetzung durch [[Bakterien]] ausgesetzt war. So blieben Wolle, Leinen, Leder und Holz erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 6. Jh. n. Chr.&lt;br /&gt;
In einem Moor bei Tegle, [[Norwegen]] wurden ein Paar wollene [[Beinlinge]] / [[Gamaschen]] aus Sprang gefunden. Beide Gamaschen wurden als ein Teil gearbeitet, dann aufgetrennt und an den Kanten mit [[Brettchengewebe]] versäubert. Die Oberfläche ist mit einem Muster aus Dreiecken verziert. Die Gamaschen reichen vom Knöchel bis ans Knie, haben keinen Fußteil und sind als Röhre gearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*ca. 850 n. Chr.&lt;br /&gt;
Aus dem [[Schiffsgrab]] von [[Oseberg]] stammt ein hölzerner Rahmen, der eventuell als Flechtrahmen für Sprangarbeiten verwendet wurde. Eine Deutung als Webrahmen für [[Bildwirkerei]] ist aber genauso möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[York]] wurde eine Gamasche ähnlich denen aus dem 6. Jh. gefunden, sie besteht aus Wolle und hat ein Streifenmuster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleine Fragmente von Sprangarbeiten wurden in einigen Gräber in [[Birka]], [[Schweden]], gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Südamerika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1100 v. Chr.&lt;br /&gt;
Sprang war nicht nur in Europa verbreitet, auch in [[Südamerika]] wurde diese Textiltechnik verwendet. 1957 wurden einige zylindrische Beutel und verschiedene Fragmente aus [[Baumwolle]] in Asia an der peruanischen Küste gefunden. Sie stammen aus der späten vor-keramischen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 500 – 300 v. Chr.&lt;br /&gt;
Zwei Sprangfragmente, die vielleicht zu Kopfbedeckungen gehörten, stammen aus den Gräbern von Paracas Cavernas, [[Peru]]. Beide sind aus orangefarbener Wolle hergestellt und komplett mit Fischen, Schlangen und Vögeln gemustert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 300 v. Chr. – 500 n. Chr.&lt;br /&gt;
Von der [[Nazca-Kultur]] in Peru stammen zahlreiche Textilien in Sprangtechnik. Sie wurden in der Nähe der namensgebenden Stadt [[Nazca (Stadt)|Nazca]] gefunden. Die Bandbreite reicht von sehr aufwendig und fein gearbeiteten Schals bis zu einfachen Taschen und Beuteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1100 – 1300 n. Chr.&lt;br /&gt;
Ein schmales Band aus Baumwolle stammt aus Mule Creek Cave in [[New Mexico]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1100 – 1300 n. Chr.&lt;br /&gt;
In Tonto Monument, [[Arizona]], wurde ein Hemd mit kompliziertem Lochmuster gefunden. An der Unterkante befinden sich Fransen. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Vorder- und Rückenteil um Hälften derselben Sprangarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Hildegard Gerhardt-Wenzky |Titel=Sprang, eine alte textile Technik neu entdeckt |Verlag=Frech |Ort=Stuttgart |Datum=1974 |ISBN=978-3-7724-0943-1 |Kommentar=Ein kleiner Lehrgang}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Annemarie Seiler-Baldinger |Titel=Systematik der Textilen Techniken |Verlag=Wepf &amp;amp; Co |Ort=Basel |Datum=1991 |ISBN=3-85977-185-X}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Peter Collingwood |Titel=The Techniques of Sprang |Verlag=Faber &amp;amp; Faber Books |Ort=London |Datum=1974 |ISBN=0-571-10144-5 |Sprache=en}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Margrethe Hald |Titel=Sprang |Sammelwerk=Ancient Danish Textiles from Bogs and Burials |Verlag=National Museum of Denmark |Ort=Kopenhagen |Datum=1980 |ISBN=87-480-0312-3 |Seiten=245–277 |Sprache=en}}&lt;br /&gt;
* {{literatur |Autor=Dagmar Drinkler |Titel=Eng anliegende Bekleidung in Antike und Renaissance |Sammelwerk=Zeitschrift für Kunsttechnologie und Konservierung |Nummer=24 |Datum=2010 |ISSN=0931-7198 |Seiten=5–35}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.flinkhand.de/forum/ Handarbeitsforum mit Rubrik zu Sprang]&lt;br /&gt;
* [http://www.stringpage.com/sprang/sprang.html Sprang-Infoseite] (engl.)&lt;br /&gt;
* [http://www.digitalegypt.ucl.ac.uk/textil/hairnets.html zu römischen Haarnetzen aus Ägypten] (engl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handarbeiten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Flächenbildung (Textiltechnik)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;JEW</name></author>
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