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	<title>Sprachuniversalien - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-28T16:24:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sprachuniversalien&amp;diff=218037&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alazon: /* Weblinks */ URL aktualisiert</title>
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		<updated>2026-03-11T15:52:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; URL aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;(Sprach-)Universalien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind Eigenschaften, die allen [[Natürliche Sprache|natürlichen Sprachen]] gemeinsam sind. Diese Eigenschaften sind auch die Grundlage für Erklärungsversuche über die Entstehung und Verbreitung der Sprache. Die Untersuchung von möglichen Sprachuniversalien ist eines der Themengebiete der [[Allgemeine Linguistik|Allgemeinen Sprachwissenschaft (Linguistik)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es können bestimmte einfache Eigenschaften von Sprachen universal sein, eine größere Rolle spielt in der Linguistik aber die Feststellung von &amp;#039;&amp;#039;implikativen Universalien&amp;#039;&amp;#039; der Form: „&amp;#039;&amp;#039;Wenn&amp;#039;&amp;#039; eine Sprache Eigenschaft A hat, dann hat sie auch Eigenschaft B“ (wobei Eigenschaft A selbst nicht universal ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pioniere der sprachwissenschaftlichen Universalienforschung sind vor allem [[Charles F. Hockett]], [[Joseph Greenberg]] sowie, mit einem anders gelagerten Ansatz, auch [[Noam Chomsky]]. Im deutschsprachigen Raum zählte dazu [[Hansjakob Seiler]] mit dem Forschungsprojekt [[UNITYP]] (Universalienforschung und Typologie).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen für Universalien ==&lt;br /&gt;
Bei Universalien lässt sich unterscheiden, ob eine Aussage über Eigenschaften der Sprachen selbst getroffen wird (substantielle Universalien) oder ob es sich um eine Aussage handelt, die für jedes korrekte sprachwissenschaftliche Beschreibungssystem (also einer [[Grammatik]] im weitesten Sinne) gelten muss (formale Universalien). Erstere sind die Universalien im eigentlichen Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Je nach Theorie und betrachteter universeller Eigenschaft vermutet man den Grund für die Existenz von Universalien etwa in [[Neurobiologie|neurobiologischen]] oder [[Psychologie|psychologischen]] Grundkonstanten, die, da sie für alle Menschen gelten, sich gleichermaßen in allen Sprachen niederschlagen (Beispiel: Die Auswirkungen von Grenzen der Wahrnehmungsfähigkeit, der Größe des [[Kurzzeitgedächtnis]]ses, der Bewegungsgeschwindigkeit der Artikulationsorgane usw.).&lt;br /&gt;
# Weitere Theorien gehen davon aus, dass abstrakte grammatische Grundlagen natürlicher Sprachen bei Menschen angeboren sind, und damit bereits vor jeglicher Erfahrung, die ein Kind macht, im Gehirn vorhanden sind ([[Universalgrammatik]]). Die Eigenschaften dieser Universalgrammatik müssen damit zwangsläufig für sämtliche Sprachen gelten.&lt;br /&gt;
# Ein dritter Ansatz postuliert universelle Eigenschaften in der Abbildung von sprachlichen Formen auf ihre Entsprechungen im menschlichen Denken oder der [[Logik]] allgemein (Beispiel: „So wie im Denken zwischen Objekten und Prozessen unterschieden wird, hat jede Sprache in irgendeiner Form die Unterscheidung zwischen Nomen und Verben.“).&lt;br /&gt;
# Und schließlich ist es möglich, Universalien als [[Emergenz|emergente]] Eigenschaften aufzufassen, die sich unter natürlichen Bedingungen in einem System von sich gegenseitig beeinflussenden Sprachbenutzern notwendig ergeben (Beispiel: „Gibt es in einer Sprache ausschließlich ähnlich klingende Vokale, driften die Vokale im Lauf der Zeit zwangsläufig, ohne bewusstes Zutun der Sprecher auseinander in Richtung einer größeren Differenziertheit. Daraus folgt: Es gibt keine Sprache mit ausschließlich ähnlich klingenden Vokalen, obwohl dies beispielsweise keiner physiologischen Gesetzmäßigkeit widersprechen würde.“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeweils eigene Universalien werden auch für den [[Sprachwandel]] und den [[Spracherwerb]] vorgeschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Typen von Universalien und ihre Probleme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allaussagen ===&lt;br /&gt;
Viele der vorgeschlagenen Universalien sind, sofern sie die Form von Allaussagen (also Aussagen des Typs „Für jede Sprache gilt, dass sie die Eigenschaft X hat“) annehmen, entweder umstritten oder erweisen sich bei näherer Betrachtung als trivial, bzw. zirkulär. Letzteres ist vor allem dann der Fall, wenn Eigenschaften, die bereits in der Definition von Sprache enthalten sind, als Universalien ausgewiesen werden: „Alle Sprachen bestehen aus Einheiten mit Symbolcharakter.“ Die Symbolhaftigkeit zählt aber bereits zu den wesentlichen Definitionskriterien eines [[Wort]]es, und nur was Wörter hat, würde Sprache genannt werden. Es folgt deshalb bereits aus der Definition von Wörtern und Sprachen, dass alle Sprachen aus [[Symbol]]en bestehen. Gleiches gilt für die Aussage „Die Komplexität einer natürlichen Sprache ist begrenzt durch ihre Erlernbarkeit“. Diese Aussage gilt nur für „natürliche Sprachen“, also solche Sprachen, die tatsächlich von Menschen erlernt und gesprochen werden. Infolgedessen bedeutet der Satz nicht mehr als: „Sprachen, die erlernt und verwendet werden, müssen erlernt werden können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für ein umstrittenes Universal ist der Satz „Alle Sprachen bestehen mindestens aus [[Verb]]en und [[Substantiv]]en“. Hier hängt es stark von der Definition von Verben und Substantiven ab, ob diese Aussage für bestimmte, in dieser Hinsicht kritische Sprachen erfüllt ist. Ist man der Auffassung, dass die [[Wortart]]en in diesen Sprachen als Verben oder Substantive zu klassifizieren sind, und wählt eine entsprechend weit gefasste Definition, ergibt sich die Gültigkeit dieses Universale von selbst. Wählt man dagegen eine enge Definition, lässt sich die universelle Gültigkeit dieses Satzes nicht aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Allaussagen, die am ehesten als allgemein anerkannt betrachtet werden können, sind beispielhaft weiter unten aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Implikationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weniger problematisch als Allaussagen sind [[Implikation]]s&amp;lt;nowiki/&amp;gt;beziehungen der Form „Wenn eine Sprache einen [[Dual (Grammatik)|Dual]] hat, dann auch einen [[Plural]]“. Es existieren eine Reihe relativ unumstrittener Aussagen dieses Typs. Implikationen sind schwächere Universalien als die Allaussagen, da sie nur Aussagen über eine Untermenge aller Sprachen machen, jene Sprachen nämlich, für die die Wenn-Bedingung erfüllt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einer Verkettung derartiger Implikationen ergeben sich häufig Hierarchien von Implikationen. So gilt nicht nur „Wenn eine Sprache einen &amp;#039;&amp;#039;[[Trial (Grammatik)|Trial]]&amp;#039;&amp;#039; hat, dann auch einen Plural“, es lässt sich eben auch schlussfolgern, dass sie, wenn sie einen Trial hat, ebenfalls einen Dual hat. Auf der Basis des [[Numerus]] lässt sich also folgende [[Implikationshierarchie]] bilden: &amp;#039;&amp;#039;Singular &amp;gt; Plural &amp;gt; Dual &amp;gt; Trial (Paukal) &amp;gt; [[Quadral (Grammatik)|Quadral]]&amp;#039;&amp;#039;. Mit anderen Worten: Hat eine Sprache einen bestimmten Numerus, dann hat sie auch alle hierarchiehöheren Numeri. Andere Implikationshierarchien beziehen sich beispielsweise auf die sogenannte „[[Belebtheit]]“ von [[Argument (Linguistik)|Aktanten]] (in etwa &amp;#039;&amp;#039;1. &amp;amp; 2. Person &amp;gt; 3. Pers. &amp;gt; Menschen &amp;gt; Lebewesen &amp;gt; unbelebte Dinge&amp;#039;&amp;#039;) oder auf deren [[semantische Rolle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Statistische Aussagen ===&lt;br /&gt;
Universalien, die nur eingeschränkte Gültigkeit beanspruchen, sind die statistischen Aussagen („Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Sprachen stimmhafte und stimmlose [[Plosiv]]e“). Sie sind die schwächsten Universalien, vermitteln aber trotzdem einen Eindruck von den Gesetzmäßigkeiten, denen Sprache an sich unterworfen ist. Aussagen dieses Universalien-Typs werden durch die vergleichende Analyse vieler Sprachen gebildet – Rückschlüsse auf die Verhältnisse in einer bestimmten Sprache sind in der Regel nicht möglich, d.&amp;amp;nbsp;h. mit dieser Art von Universalien lassen sich Verhältnisse und Tendenzen beschreiben, die allen Sprachen gemeinsam sind. Eine Behauptung wie „Die Wortstellung &amp;#039;&amp;#039;[[Objekt-Verb-Subjekt]]&amp;#039;&amp;#039; ist äußerst ungewöhnlich und selten“ ist so trotz ihres scheinbar trivialen Inhalts nützlich, da sie als Anhaltspunkt für Hypothesen über die Funktion verschiedener Wortstellungsmuster dienen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Beispiele für mutmaßliche Universalien ==&lt;br /&gt;
* Sprachen werden nicht vererbt, sondern erlernt.&lt;br /&gt;
* Sprachen ändern sich ständig.&lt;br /&gt;
* Jede menschliche Gemeinschaft hat eine Sprache&lt;br /&gt;
* Alle Sprachen haben mindestens zwei [[Vokal]]e.&lt;br /&gt;
* Alle Phonemsysteme können mit Hilfe einer kleinen Zahl universeller [[Distinktives Merkmal|distinktiver Merkmale]] beschrieben werden.&lt;br /&gt;
* Alle Sprachen haben ein [[Intonation (Sprachwissenschaft)|Intonationssystem]].&lt;br /&gt;
* Alle Sprachen besitzen Glieder, die keine eigene Bedeutung haben (Funktionswörter, beispielsweise Artikel).&lt;br /&gt;
* Alle Sprachen besitzen Elemente mit [[Deixis|deiktischem]] Charakter (beispielsweise [[Demonstrativpronomen|Demonstrativpronomina]]).&lt;br /&gt;
* Alle Sprachen unterscheiden Merkmale für [[Person (Grammatik)|grammatische Person]], meistens drei.&lt;br /&gt;
* Alle Sprachen haben Eigennamen.&lt;br /&gt;
* Wenn eine Sprache ein [[Futur]] hat, dann hat sie auch ein [[Präteritum]], jedoch nicht umgekehrt.&lt;br /&gt;
* Wenn [[Interrogativpronomen|Fragewörter]] im Satz eine von normalen Satzgliedern abweichende Position haben, dann stehen sie am Satzanfang (nie am Satzende).&amp;lt;ref&amp;gt;Ekkehard König, Peter Siemund: &amp;#039;&amp;#039;Satztyp und Typologie.&amp;#039;&amp;#039; In: Jörg Meibauer, Markus Steinbach, Hans Altmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Satztypen des Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2013, e-ISBN 978-3-11-022483-2, S.&amp;amp;nbsp;846–873. Siehe S.&amp;amp;nbsp;869.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Noam Chomsky]]: &amp;#039;&amp;#039;Aspects of the Theory of Syntax&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Research Laboratory of Electronics of the Massachusetts Institute of Technology: Special technical report.&amp;#039;&amp;#039; Band 11). M.I.T. Press, Cambridge MA 1965.&lt;br /&gt;
* [[Bernard Comrie]]: &amp;#039;&amp;#039;Language universals and linguistic typology. Syntax and morphology.&amp;#039;&amp;#039; Blackwell, Oxford 1981, ISBN 0-631-12971-5.&lt;br /&gt;
* [[Joseph Greenberg|Joseph H. Greenberg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Universals of Language.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Report of a conference held at Dobbs Ferry N.Y., April 13–15, 1961.&amp;#039;&amp;#039; M.I.T. Press, Cambridge MA 1963.&lt;br /&gt;
* Joseph Greenberg: &amp;#039;&amp;#039;Language Typology. A Historical and Analytical Overview&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Janua linguarum.&amp;#039;&amp;#039; Series minor. Band 184). Mouton, The Hague u.&amp;amp;nbsp;a. 1974, ISBN 90-279-2709-X.&lt;br /&gt;
* [[Hansjakob Seiler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Language Universals. Papers from the Conference held at Gummersbach/Cologne, Germany, October 3–8, 1976.&amp;#039;&amp;#039; Narr, Tübingen 1978, ISBN 3-87808-111-1.&lt;br /&gt;
* Hansjakob Seiler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Linguistic Workshop.&amp;#039;&amp;#039; Band I: &amp;#039;&amp;#039;Vorarbeiten zu einem Universalienprojekt&amp;#039;&amp;#039;, Fink, München 1973; Band II: &amp;#039;&amp;#039;Arbeiten des Kölner Universalienprojekts 1973/4&amp;#039;&amp;#039;, Fink, München 1974; Band III: &amp;#039;&amp;#039;Arbeiten des Kölner Universalienprojekts 1973/4.&amp;#039;&amp;#039; Fink, München 1975, ISBN 3-7705-1235-9.&lt;br /&gt;
* Hansjakob Seiler: &amp;#039;&amp;#039;Language Universals Research: A Synthesis&amp;#039;&amp;#039;. Gunter Narr Verlag, Tübingen 2000. ISBN 3-8233-4780-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Universalie}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Sprachuniversalie}}&lt;br /&gt;
* [https://typo.uni-konstanz.de/rara/archive-overview/ Universalienarchiv] an der Universität Konstanz (englisch)&lt;br /&gt;
* [https://wals.info/ World Atlas of Language Structures] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Linguistische Typologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alazon</name></author>
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