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	<title>Sprachgesellschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die deutschen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sprachgesellschaften&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; des 17. und 18. Jahrhunderts waren [[Verein]]e, die sich schwerpunktmäßig der „[[Sprachpflege|Spracharbeit]]“ widmeten. Eine zeitgenössische Bezeichnung war &amp;#039;&amp;#039;deutsche Gesellschaften&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeno&amp;quot;&amp;gt;Zeno.org: [http://www.zeno.org/Goetzinger-1885/A/Deutsche+Gesellschaften Deutsche Gesellschaften]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Sprachgesellschaft&amp;#039;&amp;#039; wurde im frühen 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert geprägt. Heutige Vereine dieser Art nennt man [[Liste deutscher Sprachvereine|Sprachvereine]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachgesellschaften ==&lt;br /&gt;
Die bekanntesten deutschen Sprachgesellschaften waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; 17. Jahrhundert&lt;br /&gt;
* [[Fruchtbringende Gesellschaft]] (auch: Palmorden), gegründet 1617 durch [[Ludwig I. (Anhalt-Köthen)|Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen]]&lt;br /&gt;
* [[Deutschgesinnte Genossenschaft]], gegründet 1643 durch [[Philipp von Zesen]]&lt;br /&gt;
* [[Pegnesischer Blumenorden]], gegründet 1644 von [[Georg Philipp Harsdörffer]] und [[Johann Klaj]]&lt;br /&gt;
* [[Elbschwanenorden]], gegründet 1660 von [[Johann Rist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; 18. Jahrhundert&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Gesellschaft]] in [[Leipzig]], gegründet 1697 als &amp;#039;&amp;#039;deutschübende poetische gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeno&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Parnassus Boicus]], gegründet 1722 von [[Gelasius Hieber]] und [[Eusebius Amort]]&lt;br /&gt;
* [[Societas incognitorum]], gegründet 1746 von [[Joseph von Petrasch|Joseph Freiherr von Petrasch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weniger bekannt sind andere kleinere Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts:&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Engels: &amp;#039;&amp;#039;Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Schmitz, Gießen 1983.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*  Die [[Aufrichtige Tannengesellschaft]]&lt;br /&gt;
*  Die Neunständige Hänseschaft&lt;br /&gt;
*  Das Poetische Kleeblatt&lt;br /&gt;
*  Der Belorbeerte Tauben-Orden&lt;br /&gt;
*  Der Leopold-Orden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesen Gesellschaften besteht heute nur noch der [[Pegnesischer Blumenorden|Pegnesische Blumenorden]]. Die Fruchtbringende Gesellschaft wurde am 18.&amp;amp;nbsp;Januar 2007 als „[[Neue Fruchtbringende Gesellschaft|Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt – Vereinigung zur Pflege der deutschen Sprache]]“ wiedergegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== „Spracharbeit“ ==&lt;br /&gt;
Die Kultivierung der deutschen Sprache nennt man im 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert „Spracharbeit“, seit Ende des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts „Sprachreinigung“ und seit Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts bis heute „Sprachpflege“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;Spracharbeit&amp;#039;&amp;#039; ist nicht nur das zu Beginn des 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts hervortretende Bemühen um die [[Sprachreinigung|Reinheit]] der mit [[Fremdwörter]]n durchsetzten [[Deutsche Sprache|deutschen Sprache]] zu verstehen, wenn auch der [[Sprachpurismus|Purismus]] in Programm und Praxis der Gesellschaften eine große Rolle spielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spracharbeit bedeutete vor allem die gemeinsame Erforschung und Förderung der eigenen [[Sprache]] und [[Literatur]] mit dem Ziel, sie innerhalb der europäischen Literatur zur Geltung zu bringen und zu beleben. Dazu dienten [[Übersetzung (Sprache)|Übersetzungen]] wichtiger fremdsprachiger Werke ins Deutsche ebenso wie eine grundsätzliche Besinnung auf Fragen des [[Wortschatz]]es, der [[Grammatik]] oder der [[Poetik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In meist brieflichem Gedankenaustausch gab man sich Anregungen und Hinweise, übte Kritik, erwog gemeinsame literarische und wissenschaftliche Unternehmungen und verständigte sich auch über [[Verlag]]s- und Druckkostenfragen. Das Ergebnis solcher Bemühungen liegt in Form von Poetiken, Grammatiken, Übersetzungen sowie dem ersten deutschen [[Wörterbuch]] vor. Gegründet wurden diese Gesellschaften von Männern und Frauen aus dem Kreise des [[Adel]]s und der Gelehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einfluss und Wirkung ==&lt;br /&gt;
Die Sprachgesellschaften fanden zu ihrer Zeit und später eine zwiespältige Aufnahme: Man erkannte die Pflege der Reinheit der Sprache im Reden und Schreiben (also Freiheit von Fremdwörtern, [[Mundart]]ausdrücken und grammatikalischen Fehlern) wie auch in [[Reim]]en (also der Dichtkunst) einerseits an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite erschien, wie schon bei den [[Meistersinger]]n, die [[Dichtung]] als etwas Lehr- und Lernbares (normative Poetik), diesmal aber noch verstärkt dadurch, dass man die [[Poesie]] nach fremden Vorbildern glaubte erlernen zu können, nämlich nach [[antike]]n, aber auch nach [[Französische Literatur|französischen]], [[Italienische Literatur|italienischen]] und [[Niederländische Literatur|niederländischen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem übertrieb man gelegentlich die Ausmerzung und Verdeutschung von Fremdwörtern und wurde dafür von Kritikern wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen|Grimmelshausen]] mit beißendem Spott überzogen. Vorgeschlagen wurden so z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Tageleuchter&amp;#039;&amp;#039; für Fenster, &amp;#039;&amp;#039;Jungfernzwinger&amp;#039;&amp;#039; für Nonnenkloster, &amp;#039;&amp;#039;Zitterweh&amp;#039;&amp;#039; für Fieber, &amp;#039;&amp;#039;Meuchelpuffer&amp;#039;&amp;#039; für Pistole. Andere Eindeutschungen setzten sich jedoch erfolgreich durch, wie z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch&amp;#039;&amp;#039; für Diarium, &amp;#039;&amp;#039;Nachwort&amp;#039;&amp;#039; für Epilog, &amp;#039;&amp;#039;Augenblick&amp;#039;&amp;#039; für Moment, &amp;#039;&amp;#039;Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039; für Säculum, &amp;#039;&amp;#039;Sprachlehre&amp;#039;&amp;#039; für Grammatik, &amp;#039;&amp;#039;Schaubühne&amp;#039;&amp;#039; für Theater oder &amp;#039;&amp;#039;Letzter Wille&amp;#039;&amp;#039; für Testament.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kulturpatriotischen Bestrebungen der Sprachgesellschaften fanden immer dann besonderen Anklang, wenn die [[Germanistik]] als eine „deutsche Wissenschaft“ selbst sich ähnlichen Zielen zu verschreiben bereit war. So galten die Sprachgesellschaften etwa lange Zeit als hehre Ahnen des 1885 gegründeten [[Allgemeiner Deutscher Sprachverein|Allgemeinen Deutschen Sprachvereins]], der sich in seinem Kampf gegen „Verwelschung und Ausländerei“ dankbar auf sie berief.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Gesellschaft (Begriffsklärung)]] mit Links zu sechs Sprachgesellschaften des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Andreas Erb: &amp;#039;&amp;#039;Die Deutschen Gesellschaften des 18. Jahrhunderts. Ein Gruppenbild.&amp;#039;&amp;#039; (Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung; 69) de Gruyter, Berlin/Boston 2023, ISBN 9783110776133. &lt;br /&gt;
* Heinz Engels: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. Schmitz, Gießen 1983.&lt;br /&gt;
* Karl F. Otto: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; J. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1972.&lt;br /&gt;
* Christoph Stoll: &amp;#039;&amp;#039;Sprachgesellschaften im Deutschland des 17. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Paul List-Verlag, München 1973 (mit zahlreichen Quellen: Veröffentlichungen von Sprachgesellschaften und Zeugnisse führender Mitglieder).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.christoph-baldes.de/Sprachgesellschaften.pdf |wayback=20071012154536 |text=&amp;#039;&amp;#039;Überblick über das Wirken der barocken Sprachgesellschaften&amp;#039;&amp;#039;}} (PDF; 96&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* Andreas Ehmer: [https://www.sprache-werner.info/Wie_die_Passion_zur_Leidenschaft.3563.html?PHPSESSID=c2c531dd4e0ad &amp;#039;&amp;#039;Wie die Passion zur Leidenschaft wurde&amp;#039;&amp;#039;]. „Reinerhaltung“ und Pflege der deutschen Sprache im 17. Jahrhundert. Zur Geschichte und Bedeutung der deutschen Sprachgesellschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4144703-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation (deutsche Sprache)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vereinstyp]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachgesellschaft| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachkritik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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