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	<title>Sprache des Nationalsozialismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;5glogger: /* Film */ präziserer Link NS-Ghetto</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Film: &lt;/span&gt; präziserer Link NS-Ghetto&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sprache des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;NS-Deutsch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite journal|title=Kontaminierte Sprache: Das Fortleben des NS-Deutsch nach 1945|first= Matthias |last=Heine|journal= Einsicht: Bulletin des Fritz Bauer Instituts|pages=66–75|year=2020|url=https://www.fritz-bauer-institut.de/fileadmin/editorial/publikationen/einsicht/Einsicht-2020_Einzelseiten.pdf|issn=1868-4211}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet ein [[Wortschatz|Vokabular]] der [[Deutsche Sprache|deutschen Sprache]] und eine bestimmte öffentliche [[Rhetorik]] aus der [[Zeit des Nationalsozialismus]], die den [[Sprachgebrauch]] im [[NS-Staat]] stark beeinflusste. Sie enthält sowohl [[Neologismus|Neuschöpfungen]] von Wörtern als auch veränderte [[Bedeutung (Sprachphilosophie)|Bedeutungszuschreibungen]] für bereits vorhandene Wörter. Beide wurden teils absichtlich geschaffen ([[Enkulturation|geprägt]]), teils unreflektiert eingebürgert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Adolf Hitler]] und [[Joseph Goebbels]] gelten als führende Vertreter dieser Sprache. Sie wirkten größtenteils mit ihren Sprechattacken als [[Demagogie|Demagogen]] und verwendeten die [[Massenmedien]] systematisch für ihre [[Nationalsozialistische Propaganda|NS-Propaganda]], so dass sich ihr Sprechstil und Vokabular weit verbreiten und in vielen öffentlichen Bereichen durchsetzen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besondere Merkmale ==&lt;br /&gt;
* Die Sprache im Nationalsozialismus enthielt häufig [[Komparation|Superlative]] und hob die „Größe“ einzelner Personen und/oder ihrer Leistungen mit Worten wie „einmalig“, „einzig“, „gigantisch“, „historisch“, „total“, „ungeheuer“ usw. hervor. Hitler wurde 1940 nach dem [[Westfeldzug|schnellen Sieg über Frankreich]] von [[Wilhelm Keitel|Keitel]] als „Größter Feldherr aller Zeiten“ angeredet. (Später spöttisch von Offizieren intern als „[[Gröfaz]]“ bezeichnet.)&lt;br /&gt;
* Eine zentrale Bedeutung hatte die Vokabel &amp;#039;&amp;#039;[[Volk]]&amp;#039;&amp;#039;, die als [[Ethnie|Abstammungs-]], Geschichts- und Kulturgemeinschaft mit engem Bezug zum Territorium, dem sogenannten „Volksboden“ verstanden wurde (siehe [[Blut-und-Boden-Ideologie]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Auch zum Folgenden Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, ISBN 978-3-11-092864-8, S. 642–679.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff wurde sowohl [[Inklusion (Soziologie)|inklusiv]] im Sinne einer Solidarität aller Zugehörigen verstanden ([[Volksgemeinschaft]], [[Volksgenosse]]) als auch [[Exklusion|exklusiv]], indem sogenannte [[Fremdvölkische]] ausgegrenzt wurden. &amp;#039;&amp;#039;Volk&amp;#039;&amp;#039; war für die Nationalisten ein [[Rassentheorie|rassenbiologisch]] verstandenes organisches Ganzes, der [[Volkskörper]], der mehr war als die Summe der Individuen, die ihn ausmachten. In der Tradition des [[Deutscher Nationalismus|deutschen Nationalismus]] und der [[Völkische Bewegung|völkischen Bewegung]] wurde es zum obersten Wert überhöht: „Du bist nichts, dein Volk ist alles“.&amp;lt;ref&amp;gt;Carola Jüllig: [https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/innenpolitik/reichsparteitag.html &amp;#039;&amp;#039;Die Reichsparteitage&amp;#039;&amp;#039;]. [[Lebendiges Museum Online]], 24. Februar 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besondere Bedeutung der Vokabel in der Sprache des Nationalsozialismus zeigt sich in zahlreichen Wortzusammensetzungen wie [[Volksdeutsche]], [[Volksempfänger]], [[Volkswagen]], [[Volkssturm]], [[Volksschädling]], [[Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda]], [[Volksgerichtshof]], [[Nationalsozialistische Volkswohlfahrt]] u.v.a.m.&lt;br /&gt;
* Um seinen Anspruch auf Modernität und tatsächliche Technikversessenheit zu unterstreichen, verwendete der Nationalsozialismus häufig Begriffe aus der sich immer weiter verbreitenden [[Elektrotechnik]] in sachfremden Zusammenhängen („[[Anschluss Österreichs|Anschluss]]“, „[[Gleichschaltung]]“).&lt;br /&gt;
* Ausdrücke aus wissenschaftlicher bzw. medizinischer [[Fachsprache]] wurden zum Teil in andere Bereiche übertragen und erhielten so eine andere Bedeutung. Auf diese Weise [[pseudowissenschaft]]lich umgedeutet, sollten Aussagen wissenschaftlich fundiert, also objektiv und rational erscheinen. Unter anderem wurden Menschengruppen als „[[Krebs (Medizin)|Krebsgeschwür]]“ bezeichnet, und die [[Evolutionstheorie]] nach Charles Darwin verdreht wiedergegeben in einer Art [[Sparta|spartanischen]] [[Weltanschauung]].&lt;br /&gt;
* Wertfreie technische und sachliche Ausdrücke dienten oft als [[Euphemismus]], um Mordpläne und grausame Taten zu verdecken und zu verharmlosen: z.&amp;amp;nbsp;B. „[[Endlösung der Judenfrage]]“ für die [[Holocaust|angestrebte weltweite Vernichtung aller Juden]] oder „[[Sonderbehandlung]]“ für Tötung (siehe dazu auch [[Korherr-Bericht]]), „[[Vernichtung lebensunwerten Lebens]]“ für [[NS-Krankenmorde]], oder „[[Kinderfachabteilung]]“ für Erforschung und Tötung von geistig behinderten Kindern.&lt;br /&gt;
* Die nationalsozialistische Propaganda übernahm viele Begriffe, Redewendungen und ihren Sprachduktus aus dem Bereich der [[Religion]], besonders der [[Kirche (Organisation)|kirchlichen]] Sakralsprache: z.&amp;amp;nbsp;B. Worte wie „ewig“, „Glaubensbekenntnis“, „Heil“.&lt;br /&gt;
* Damit waren öffentliche [[Ritual]]e verbunden, die der kirchlichen [[Liturgie]] ähnelten, wie zum Beispiel der [[Nationalsozialistischer Weihnachtskult|nationalsozialistische Weihnachtskult]]. Der Antwortruf &amp;#039;&amp;#039;[[Sieg Heil]]&amp;#039;&amp;#039; der „Massen“ auf Hitlers Ansprachen entsprach formal einem [[Amen]], der zustimmenden Antwort einer [[Kirchengemeinde|Gemeindeversammlung]] auf den Liturgen.&lt;br /&gt;
* Die jüdische Minderheit wurde von den Nationalsozialisten im Anschluss an die jahrhundertealte Tradition des [[Antijudaismus]] und [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|Antisemitismus]] oft mit [[Metapher#Tiermetaphern|Tiermetaphern]] oder mit [[Rassismus|rassistischen]] Vergleichen aus der [[Schädlingsbekämpfung]] als „[[Volksschädling]]e“ beschrieben. So schrieb Hitler in &amp;#039;&amp;#039;[[Mein Kampf]]&amp;#039;&amp;#039;: „Der Jude ist und bleibt der typische [[Jüdischer Parasit|Parasit]], ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt.“&lt;br /&gt;
* Die Verwaltungssprache des Nationalsozialismus zeichnet sich durch extreme Kürze, insbesondere gegenüber den verfolgten Opfergruppen aus, so wurde z.&amp;amp;nbsp;B. zur Kennzeichnung von Vorgängen, die [[Sinti und Roma]] betreffen ein einfaches &amp;#039;&amp;#039;Z&amp;#039;&amp;#039; (für [[Zigeuner]]) verwendet, das als Aktenvermerk, aber auch als Tätowierung von Häftlingen eingesetzt wurde.&lt;br /&gt;
* Die untergeordnete Position der Arbeiter und Angestellten eines Unternehmens gegenüber der Firmenleitung wurde auch durch die Verwendung des Begriffs „Gefolgschaft“ für die [[Belegschaft]] deutlich gemacht (&amp;#039;&amp;#039;siehe auch:&amp;#039;&amp;#039; [[Führerprinzip]]).&lt;br /&gt;
* Für neue Institutionen wurden inflationär Abkürzungen benutzt, so als seien diese Institutionen schon längst bekannt, etwa [[Bund Deutscher Mädel|BDM]], [[Deutsche Arbeitsfront|DAF]], [[Hitlerjugend|HJ]], [[Bund Deutscher Mädel|JM]], [[Deutsches Jungvolk|DJ]], [[Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps|NSKK]], [[Nationalsozialistisches Fliegerkorps|NSFK]], [[Kraft durch Freude|KdF]], [[Reichsarbeitsdienst|RAD]] etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachlenkung und Sprachkontrolle ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Buecherverbrennung-flugblatt.jpg|mini|hochkant|Flugblatt des [[NS-Studentenbund]]es, das 1933 zur [[Bücherverbrennung 1933 in Deutschland|Bücherverbrennung]] verbreitet wurde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das neu geschaffene &amp;#039;&amp;#039;[[Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda]]&amp;#039;&amp;#039; (RMVP) übernahm schon ab März 1933 in ganz Deutschland die inhaltliche Lenkung des [[Geschichte des Hörfunks in Deutschland|Rundfunks]], der [[Presse (Medien)|Presse]], der [[Literatur]], der [[Bildende Kunst|bildenden Kunst]], des [[Nationalsozialistische Filmpolitik|Films]], des [[Theater]]s und der [[Musik]]. Es übte mittels der September 1933 gegründeten [[Reichskulturkammer]] die Kontrolle über fast alle Bereiche der [[Kultur]] und Medien aus. Die [[Reichspressekammer]] war eine seiner Unterorganisationen. Außerhalb der parteieigenen Medien konnte damit auch der Staatsapparat zur Verbreitung der NS-[[Ideologie]] genutzt werden, indem [[Zensur (Informationskontrolle)|Zensur]] oder Fördermittel des Ministeriums die NS-parteikonforme Behandlung von Sport-, Kultur- und zwischenmenschlichen Themen in Spielfilmen erreichen konnte. Die [[Reichsfilmkammer]] setzte ihre Personalpolitik bis in einzelne Filmproduktionen hinein durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die staatliche Sprachzensur und Sprachmanipulation schuf das NS-Regime selbst den Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Sprachregelung]]&amp;#039;&amp;#039;. Nach internen Anweisungen von Joseph Goebbels wurden der Presse durch solche Zensurmaßnahmen nicht nur Themen vorgegeben, sondern auch der Sprachgebrauch. Besonders für die [[Judenvernichtung|Judenverfolgung und Judenvernichtung]] wurden Begriffe verordnet, die den tatsächlichen Zweck der Staatsmaßnahmen für die deutsche und ausländische Öffentlichkeit verschleiern sollten. Oft wurden bewusst verharmlosende, neutrale oder positiv besetzte Ausdrücke für Terror- und Mordaktionen verwendet. Damit sollten sie im Bereich von Normalität erscheinen und organisierten Widerstand Betroffener dagegen verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel &amp;#039;&amp;#039;Sprachregelung&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie des Holocaust&amp;#039;&amp;#039;, Band III, Piper 1998, S. 1361 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Ziele des Sprachgebrauchs ==&lt;br /&gt;
Der Sprachgebrauch des Vokabulars zielte vor allem auf Nicht-Nationalsozialisten. Nicht-Mitglieder sollten von den Zielen dieser Partei und der von ihr besetzten Ämter überzeugt werden. Nur zum Teil war die Sprache des Nationalsozialismus auch auf die Binnenwirkung bereits überzeugter Parteigenossen (PGs) ausgerichtet. Je mehr der Staatsapparat von Nationalsozialisten genutzt werden konnte, umso prägender traten das Vokabular und die anderen Besonderheiten des Sprachgebrauchs im Leben der ganzen Bevölkerung in Erscheinung. Oft war es nur noch die Familie, in der sich die Menschen nicht von dieser Sprache und den dazugehörenden NS-Funktionären umgeben fühlen konnten. Die [[Flüsterpropaganda]] und das private Gespräch waren in der [[Zweiter Weltkrieg|Kriegszeit]] ständig von der Ausspähung durch andere bedroht. Die Aufzählung der Ziele hier folgt keiner Systematik oder Chronologie:&lt;br /&gt;
* Nutzung als Erkennungsmerkmal Gleichgesinnter (besonders in der Zeit vor 1933)&lt;br /&gt;
* Schaffung einer emotionalen Zusammengehörigkeit und Wertegemeinschaft&lt;br /&gt;
* Innerparteiliche Formierung und Motivation der Mitgliedschaft, um weitergehende Maßnahmen gegenüber Gegnern oder zu verfolgenden Personengruppen vorzubereiten, in extremer Weise zu hören in [[Heinrich Himmler]]s geheimen „[[Posener Reden]]“ vom Oktober 1943 zur nachträglichen Rechtfertigung des [[Holocaust]].&lt;br /&gt;
* Ausgrenzung Andersdenkender, Einschüchterung&lt;br /&gt;
* Nach dem Attentat auf Adolf Hitler am [[Attentat vom 20. Juli 1944|20. Juli 1944]] wurde der &amp;#039;&amp;#039;[[Hitlergruß]]&amp;#039;&amp;#039; verpflichtend für die [[Wehrmacht]] angeordnet, um damit deren Loyalität zu Hitler zu zeigen. Bis dahin galt die Wehrmacht als einer der wenigen Bereiche, innerhalb derer man um den damit verbundenen [[Personenkult]] herumkommen konnte (siehe aber [[Führereid]]).&lt;br /&gt;
* [[NS-Propaganda|Propaganda]] der parteilichen Ziele, insbesondere durch die Parteipresse ([[Völkischer Beobachter]], [[Der Angriff]]; weitere siehe beim Parteiverlag [[Franz-Eher-Verlag]], München, der die Spitze eines großen Pressekonzerns darstellte) sowie durch das Hetzblatt [[Der Stürmer]]&lt;br /&gt;
* zur Vermeidung inhaltlicher Argumentation, fast im wörtlichen Sinne eines &amp;#039;&amp;#039;[[Totschlagargument]]s&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darstellungen und Analysen ==&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
Schon 1933 entstand [[Karl Kraus]]’ &amp;#039;&amp;#039;[[Karl Kraus#„Die Dritte Walpurgisnacht“|Dritte Walpurgisnacht]]&amp;#039;&amp;#039;, die die Sprache der nationalsozialistischen Propaganda konsequent der Gedankenwelt [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] gegenüberstellt und aus der Analyse der nationalsozialistischen Sprache zu einer folgerichtigen Vorhersage der weiteren Entwicklung gelangt. Auch wenn Kraus ausgiebig daraus zitierte (erhebliche Teile erscheinen im Aufsatz &amp;#039;&amp;#039;Warum die Fackel nicht erscheint&amp;#039;&amp;#039; in [[Die Fackel]], Bd. 890–905), sah er doch von der Veröffentlichung des bereits gesetzten Werks im letzten Moment ab, sodass die &amp;#039;&amp;#039;Dritte Walpurgisnacht&amp;#039;&amp;#039; erst posthum 1952 erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literaturwissenschaft ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kategorisiertes Exzerpt aus Victor Klemperers &amp;quot;LTI - Notizbuch eines Philologen&amp;quot;.png|mini|Kategorisiertes [[Exzerpt]] von Victor Klemperers &amp;#039;&amp;#039;LTI&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Der [[Romanistik|Romanist]] und Literaturwissenschaftler [[Victor Klemperer]] (1881–1960) schuf mit seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;[[LTI – Notizbuch eines Philologen]]&amp;#039;&amp;#039; (herausgegeben 1947) eine Bestandsaufnahme der Sprache in Deutschland zwischen 1933 und 1945. Der Buchtitel war eine [[Parodie]] auf die Abkürzungswut der Nationalsozialisten: LTI stand für &amp;#039;&amp;#039;Lingua Tertii Imperii&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch), also für „Sprache des [[Drittes Reich|Dritten Reiches]]“. Klemperer vertrat darin die These, dass es weniger einzelne Reden, [[Flugblatt|Flugblätter]], Wörter oder ähnliches waren, die den größten Eindruck in der Bevölkerung hinterließen, sondern vielmehr die [[stereotyp]]en Wiederholungen des ganzen Wortschwalls. Sie führten zu einer ständigen Beeinflussung im Sinne einer [[Suggestion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1945 und 1948 schrieben [[Dolf Sternberger]], [[Gerhard Storz]] und [[Wilhelm E. Süskind]] für die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Die Wandlung (Monatszeitschrift)|Die Wandlung]]&amp;#039;&amp;#039; ähnliche [[Sprachkritik|sprachkritische]] Beiträge über die NS-Sprache. 1957 wurden diese als Buch unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Aus dem Wörterbuch des Unmenschen&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht. Der Autor [[H. G. Adler]] schrieb mehrere kritische Texte für die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Muttersprache (Zeitschrift)|Muttersprache]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Film ===&lt;br /&gt;
[[Charles Chaplin]]s Film &amp;#039;&amp;#039;[[Der große Diktator]]&amp;#039;&amp;#039; von 1940 ist eine Hitler-[[Persiflage]] und [[Satire]] auf die NS-Herrschaft. Chaplin verfremdete die Namen der beteiligten Politiker und Staaten, übernahm aber NS-Begriffe wie „[[Rassenideologie|Rasse]]“, „[[Ghetto in der Zeit des Nationalsozialismus|Ghetto]]“ und „[[Konzentrationslager]]“ im Klartext. Die Reden der Hauptfigur Hynkel (Hitler) werden in einer (einzelne deutsche und englische Wörter ausgenommen) vollkommen unverständlichen erfundenen Sprache, auf &amp;#039;&amp;#039;Tomanisch&amp;#039;&amp;#039;, gehalten. Doch der aggressive Tonfall, das [[Stakkato]], [[Mimik]] und [[Gestik]] des [[Rede|Redners]] machen die Figur Hitler unverwechselbar und lassen auf den brutalen Inhalt und Zweck seiner Sätze schließen. Damit leistete Chaplin einen frühen Beitrag zur Analyse des Sprachstils der Nationalsozialisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Theater ===&lt;br /&gt;
Seit 1973 unternahm der österreichische Schauspieler [[Helmut Qualtinger]] Lesungen aus [[Adolf Hitler]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Mein Kampf]]&amp;#039;&amp;#039;, die auch als Tonträger veröffentlicht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Victor Klemperer]]: &amp;#039;&amp;#039;[[LTI – Notizbuch eines Philologen|LTI – Lingua Tertii Imperii. Notizbuch eines Philologen]]&amp;#039;&amp;#039;. 15. Auflage. Reclam, Leipzig 1996, ISBN 3-379-00125-2; Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-7632-5492-7 (1. Auflage, Aufbau-Verlag, Berlin 1947).&lt;br /&gt;
* [[Dolf Sternberger]], [[Gerhard Storz]], [[Wilhelm Emanuel Süskind]]: &amp;#039;&amp;#039;Aus dem Wörterbuch des Unmenschen.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein, Frankfurt am Main u. a. 1989, ISBN 3-548-34335-X (1. Auflage, Claassen, Hamburg 1957).&lt;br /&gt;
* [[Joseph Wulf]]: &amp;#039;&amp;#039;Aus dem Lexikon der Mörder. „Sonderbehandlung“ und verwandte Worte in nationalsozialistischen Dokumenten&amp;#039;&amp;#039;. Mohn, Gütersloh 1963, {{URN|nbn:de:bsz:mh39-51008|resolver=bsz}}.&lt;br /&gt;
* Sigrid Frind: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprache als Propagandainstrument des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Muttersprache (Zeitschrift)|Muttersprache]]&amp;#039;&amp;#039;. 76, 1966, {{ISSN|0027-514X}}, S. 129–135.&lt;br /&gt;
* [[Charlie Chaplin]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Wurzeln meiner Komik&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine unabhängige jüdische Wochenzeitung&amp;#039;&amp;#039;. 3. März 1967, {{ISSN|0002-5941}}, gekürzt in: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Allgemeine. Wochenzeitung für Politik, Kultur, Religion und jüdisches Leben&amp;#039;&amp;#039;. 12. April 2006, {{ISSN|1618-9698}}, S. 54.&lt;br /&gt;
* Gerhard Lange: &amp;#039;&amp;#039;Sprachreform und Sprechreform in Hitlers Reden.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Muttersprache.&amp;#039;&amp;#039; 78, Heft 11, 1968, S. 342–349.&lt;br /&gt;
* Siegfried Bork: &amp;#039;&amp;#039;Mißbrauch der Sprache. Tendenzen nationalsozialistischer Sprachregelung.&amp;#039;&amp;#039; Francke, Bern u. a. 1970.&lt;br /&gt;
* Michael Kinne (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nationalsozialismus und deutsche Sprache&amp;#039;&amp;#039;. Arbeitsmaterialien zum deutschen Sprachgebrauch während der nationalsozialistischen Herrschaft. Diesterweg, Frankfurt am Main u. a. 1981, ISBN 3-425-06294-8 (&amp;#039;&amp;#039;Kommunikation/Sprache&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Utz Maas]]: &amp;#039;&amp;#039;„Als der Geist der Gemeinschaft eine Sprache fand“. Sprache im Nationalsozialismus. Versuch einer historischen Argumentationsanalyse.&amp;#039;&amp;#039; Westdeutscher Verlag, Opladen 1984, ISBN 3-531-11661-4.&lt;br /&gt;
* [[Wolf Oschlies]]: &amp;#039;&amp;#039;Theorie und Empirie der „Lagerszpracha“&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Nr. 1, 1985, {{ZDB|2564047-1}}, S. 1–27 ([http://zukunft-braucht-erinnerung.de/holocaust/konzentrations-und-vernichtungslager/230.html#_ftn2 Zusammenfassung auf Shoa.de]).&lt;br /&gt;
* Gerhard Bauer: &amp;#039;&amp;#039;Sprache und Sprachlosigkeit im „Dritten Reich“.&amp;#039;&amp;#039; Bund-Verlag, Köln 1988, ISBN 3-7663-3097-7.&lt;br /&gt;
* Karl-Heinz Brackmann, Renate Birkenauer: &amp;#039;&amp;#039;NS-Deutsch. „Selbstverständliche“ Begriffe und Schlagwörter aus der Zeit des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. [[Europäisches Übersetzer-Kollegium]]. [[Straelen]]er Manuskripte, Straelen 1988, ISBN 3-89107-021-7 (&amp;#039;&amp;#039;Glossar&amp;#039;&amp;#039; 4); Neuauflage ebd. 2015.&lt;br /&gt;
* Ulrich Ulonska: &amp;#039;&amp;#039;Suggestion der Glaubwürdigkeit. Untersuchungen zu Hitlers rhetorischer Selbstdarstellung zwischen 1920 und 1933&amp;#039;&amp;#039;. Verlag an der Lottbek, Ammersbek 1990, ISBN 3-926987-46-4 (&amp;#039;&amp;#039;Wissenschaftliche Beiträge aus europäischen Hochschulen&amp;#039;&amp;#039;. Reihe 17: &amp;#039;&amp;#039;Rhetorik&amp;#039;&amp;#039; 1), (Zugleich: Göttingen, Univ., Diss., 1990).&lt;br /&gt;
* Werner Bohleber, [[Jörg Drews]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Gift, das du unbewußt eintrinkst …“. Der Nationalsozialismus und die deutsche Sprache.&amp;#039;&amp;#039; Aisthesis-Verlag, Bielefeld 1991, ISBN 3-925670-37-8 (&amp;#039;&amp;#039;Breuninger-Kolleg&amp;#039;&amp;#039; 1).&lt;br /&gt;
* Ulrich Nill: &amp;#039;&amp;#039;Die „geniale Vereinfachung“. Anti-Intellektualismus in Ideologie und Sprachgebrauch bei Joseph Goebbels.&amp;#039;&amp;#039; Lang, Frankfurt am Main u. a. 1991, ISBN 3-631-43870-2 (= &amp;#039;&amp;#039;Sprache in der Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;. Band 18), (Zugleich: Tübingen, Univ., Diss., 1991).&lt;br /&gt;
* Johannes G. Pankau (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rhetorik im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Niemeyer, Tübingen 1997, ISBN 3-484-60411-5 (&amp;#039;&amp;#039;Rhetorik&amp;#039;&amp;#039; 16).&lt;br /&gt;
* Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter, Berlin u. a. 1998, ISBN 3-11-013379-2 ({{Webarchiv | url=http://www.fritz-bauer-institut.de/rezensionen/nl16/lindenthal.htm | wayback=20060526182724 | text=Rezension von Jutta Lindenthal beim Fritz-Bauer-Institut}}. Alternativ: Rezension v. Jutta Lindenthal in [[Fritz-Bauer-Institut]] (Hrsg.), Newsletter Nr. 16, 8. Jg., Frühjahr 1999. {{ISSN|1437-6288}}.) 2., durchgesehene und überarbeitete Auflage 2007.&lt;br /&gt;
* Stefan Moritz: &amp;#039;&amp;#039;Grüß Gott und Heil Hitler. Katholische Kirche und Nationalsozialismus in Österreich.&amp;#039;&amp;#039; Picus-Verlag, Wien 2002, ISBN 3-85452-462-5.&lt;br /&gt;
* Christian A. Braun: &amp;#039;&amp;#039; Nationalsozialistischer Sprachstil. Theoretischer Zugang und praktische Analysen auf der Grundlage einer pragmatisch-textlinguistisch orientierten Stilistik&amp;#039;&amp;#039;. Winter, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-8253-5381-0 (= &amp;#039;&amp;#039;Sprache – Literatur und Geschichte&amp;#039;&amp;#039;. Band 32), (Zugleich: München, Univ., Diss., 2007).&lt;br /&gt;
* Thorsten Eitz, Georg Stötzel: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der „Vergangenheitsbewältigung“. Die NS-Vergangenheit im öffentlichen Sprachgebrauch.&amp;#039;&amp;#039; Georg Olms, Hildesheim u. a. 2007, ISBN 978-3-487-13377-5.&lt;br /&gt;
* Dominique Schröder: &amp;#039;&amp;#039;Sprache des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. In: Torben Fischer, [[Matthias N. Lorenz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Bielefeld: Transcript 2007, ISBN 978-3-89942-773-8, S. 30f.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Ayaß]]: &amp;#039;&amp;#039;„Demnach ist zum Beispiel asozial…“. Zur Sprache sozialer Ausgrenzung im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus]].&amp;#039;&amp;#039; 28, 2012, S. 69–89.&lt;br /&gt;
* [[Matthias Heine]]: &amp;#039;&amp;#039;Verbrannte Wörter. Wo wir noch reden wie die Nazis – und wo nicht.&amp;#039;&amp;#039; Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-74266-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://home.edo.tu-dortmund.de/~hoffmann/Biblios/NS.html Literaturliste zum Thema] (Homepage Prof. Ludger Hoffmann, TU Dortmund)&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle|autor=Christian A. Braun|hrsg=|titel=Sprache unterm Hakenkreuz – Von „Endlösung“ und „Menschenmaterial“|url=http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/sprache-unterm-hakenkreuz/ |werk=|seiten=|datum=2004-10-28|zugriff=2017-04-19}}&lt;br /&gt;
* [http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/germ1/forschungsprofile-und-projekte/dfg-projekt-belastete-vokabeln/ Universität Düsseldorf: Projekt Belastete Sprache] (zur Benutzung von NS-Ausdrücken nach 1945)&lt;br /&gt;
* [https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/46159/pdf/gift001_komplett.pdf Gerd Simon (Universität Tübingen): &amp;#039;&amp;#039;Art, Auslese, Ausmerze… etc.: Ein bisher unbekanntes Wörterbuch-Unternehmen aus dem SS-Hauptamt im Kontext der Weltanschauungslexika des 3. Reichs&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 1,3&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* [http://www.zeitzeugenforum.de/Zeitzeugen%20Lzig/Brachmann/Wie%20ich%20den%20N.erlebte.htm Helga Brachmann: &amp;#039;&amp;#039;Wie ich den Nationalsozialismus erlebte.&amp;#039;&amp;#039; (Zeitzeugin im Projekt Zeitzeugen der Universität Leipzig)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germanistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprache des Nationalsozialismus| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;5glogger</name></author>
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