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	<title>Spontanzeugung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Spontanzeugung&amp;diff=97302&amp;oldid=prev</id>
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		<updated>2025-12-03T22:12:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bitte die Disk bemühen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Spontaneous generation of honeybees from a cattle carcass (Hortus sanitatis).png|mini|hochkant=1.2|Spontane Entstehung von Honigbienen aus einem Rinderkadaver, [[Hortus sanitatis]] 1536]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Spontanzeugung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Urzeugung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Abiogenese&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Archigenese&amp;#039;&amp;#039; genannt, lateinisch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Generatio spontanea&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, griechisch &amp;#039;&amp;#039;γένεσις αὐτόματος&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(génesis autómatos)&amp;#039;&amp;#039;, bezeichnet die Vorstellung, dass [[Lebewesen]] aus zuvor unbelebter [[Materie (Philosophie)|Materie]] entstehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Der Begriff „spontane Erzeugung“ (γένεσις αὐτόματος) wurde von Aristoteles als Bezeichnung für die Entstehung von Lebewesen aus unbelebter Materie eingeführt. Die lateinischsprachigen Gelehrten des Mittelalters sprachen meist von &amp;#039;&amp;#039;generatio ex putrefactione&amp;#039;&amp;#039; (Entstehung aus Fäulnis). Der deutsche Begriff ist erstmals bei [[Johann Gottfried Herder]] belegt, der ihn in der Form „Urerzeugung“ in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts&amp;#039;&amp;#039; (1774) verwendete. Als Fachbegriff wurde „Urzeugung“ von [[Samuel Thomas von Soemmerring]] und [[Friedrich Wilhelm Joseph Schelling]] eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drei Theorien der Urzeugung ==&lt;br /&gt;
Es gibt drei [[Theorie]]n der Urzeugung:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sarasin/Sommer&amp;quot;&amp;gt;[[Philipp Sarasin]], [[Marianne Sommer (Kulturwissenschaftlerin)|Marianne Sommer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Evolution. Ein interdisziplinäres Handbuch&amp;#039;&amp;#039;. J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02274-5, S. 79–82, 84–87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Antike]] und im [[Mittelalter]] ging man davon aus, dass es sich dabei um einen normalen biologischen Vorgang handle, von dem man annahm, dass er sich ständig überall abspiele. In diesem Sinne betrachtete [[Aristoteles]] die Spontanzeugung als die dritte Art der Entstehung von Lebewesen neben der sexuellen und der vegetativen Fortpflanzung, die man vor allem in der vermeintlichen Entstehung von [[Larve|Insektenlarven]] und anderen [[Gliederfüßer]]n aus [[Fäulnis|fauliger]] oder schmutziger Materie bestätigt sah. An seine Lehre knüpfte die mittelalterliche Biologie an. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde diese Theorie widerlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Wissen entstand in der [[Frühe Neuzeit|frühen Neuzeit]] die Theorie der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Autogenese&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, bei der man davon ausging, dass die Urzeugung jeder einzelnen Art nur einmal in früher Vergangenheit aufgetreten sei. Dabei sollten entweder ein, zwei oder mehrere Individuen entstanden sein, die sich dann weiter sexuell reproduzierten. Diese Vorstellung war insbesondere bei deutschen Gelehrten zwischen 1780 und 1860 populär, mit Abstrichen auch in Frankreich und eher selten in England.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Forscher gingen etwa ab 1790 davon aus, dass nur einige primitive „Hauptarten“ auf diese Weise entstanden, die sich dann durch eine von innen getriebene, zielgerichtete Evolution &amp;#039;&amp;#039;([[Orthogenese]])&amp;#039;&amp;#039; zu „höheren“ Lebensformen weiterentwickelten. Diese so genannte &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Heterogenese&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war allerdings keine langsame, schrittweise [[Evolution]], sondern durch sprunghafte Änderungen gekennzeichnet. Eine unter deutschsprachigen Geographen verbreitete Ansicht ging von einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Polygenese&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; aus, nach der die Arten (oder ihre Vorläufer) der verschiedenen [[Biogeographie|Floren- und Faunenprovinzen]] der Erde auch nur dort entstanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Sonderfall bildet die moderne Hypothese der [[Chemische Evolution|chemischen Evolution]]. Sie betrifft die Entstehung von Leben vor Beginn der biologischen Evolution. Voraussetzung war die vor ca. 4 Milliarden Jahren vorhandene, reduzierende [[Erdatmosphäre]]. Daher findet hier aktuell eine Spontanzeugung nicht mehr statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antike ==&lt;br /&gt;
In den Kulturen des Altertums wurde die Entstehung des Lebens als Erschaffung oder Zeugung der ersten Lebewesen durch Götter bzw. als göttlich betrachtete Naturkräfte aufgefasst und in [[Mythos|Mythen]] dargestellt. Unter den ersten griechischen [[Philosoph]]en, den [[Vorsokratiker]]n, war es in erster Linie [[Empedokles]], der sich mit der Frage der Lebensentstehung auseinandersetzte. Er führte die Naturvorgänge auf sechs Prinzipien zurück: vier Urstoffe (Feuer, Luft, Wasser und Erde) und zwei gleichzeitig auf die Urstoffe einwirkende Kräfte: die Liebe, die für Vermischung der Urstoffe sorge, und den Streit, der die Urstoffe trenne. In manchen Perioden der [[Erdgeschichte]] dominiere die Liebe, in anderen der Streit. Die physikalischen und biologischen Vorgänge erklärte Empedokles durch die unterschiedlich starke Durchmischung der Elemente, die ein Ergebnis zeitweiliger Dominanz der Liebe oder des Streits sei. In diesem Rahmen entwickelte er eine Vorstellung von der biologischen Evolution, wobei er die beiden Kräfte Liebe und Streit sowie den Zufall als bestimmende Faktoren annahm. Zunächst hätten sich aus dem Chaos der unterschiedlich vermischten Urstoffe nicht ganze Lebewesen gebildet, sondern nur einzelne Glieder und Organe von Tieren und Pflanzen. In einer späteren Phase seien die Glieder zusammengewachsen, wobei sich groteske Phantasiegebilde ergeben hätten. Erst in einem noch späteren Stadium seien durch derartige Vorgänge auch gut durchmischte „ganzheitliche Gestalten“ entstanden, darunter fortpflanzungsfähige Organismen, deren Bestandteile zufällig so kombiniert gewesen seien, als wären sie zu einem bestimmten Zweck planmäßig geschaffen. Diese zweckmäßig gestalteten und ausgestatteten Lebewesen hätten überlebt und sich durchgesetzt, während sich die Monstren als nicht überlebensfähig erwiesen hätten und zugrunde gegangen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Quellentexte mit Übersetzung und Kommentar bei [[Geoffrey Kirk|Geoffrey S. Kirk]], [[John Earle Raven|John E. Raven]], Malcolm Schofield (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die vorsokratischen Philosophen. Einführung, Texte und Kommentare.&amp;#039;&amp;#039; Studienausgabe. Metzler, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 2001, ISBN 3-476-01834-2, S. 333–336.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Aristoteles]] (384–322 v. Chr.), der sich intensiv mit der Lehre des Empedokles auseinandersetzte, wurde für die Folgezeit zum Begründer der Lehre von der Spontanzeugung. Er nahm an, dass bestimmte Arten von niederen Tieren im Wasser oder in der Erde unter dem Einfluss von Wärme, Luft und Wasser als Produkte von Fäulnis und Verwesung spontan entstehen. Zu diesen Tierarten zählte er Muscheln, Quallen, Schnecken, Krebse, Würmer, Insekten und sogar Aale. Er beschrieb diesen Vorgang als eine „Kochung“ (&amp;#039;&amp;#039;pépsis&amp;#039;&amp;#039;). Seine Überlegung war, dass wenn flüssige Materie erhitzt wird, ihr das Lebensprinzip Wärme zugeführt wird; dadurch erhält sie die Fähigkeit, von selbst Leben hervorzubringen. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung hingegen fällt die Aufgabe, die Wärme zu vermitteln, dem Samen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurden in der antiken Literatur noch weitere Arten genannt, denen man solche Entstehung zuschrieb: Es hieß, dass Läuse aus [[Schweiß]] entstehen, Skorpione, Wespen, Schlangen und Mäuse aus Aas und Maden aus faulendem Käse. Die christlichen [[Kirchenvater|Kirchenväter]] übernahmen diese Vorstellung und versuchten sie mit der biblischen Schöpfungslehre in Einklang zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mittelalter ==&lt;br /&gt;
Im Mittelalter wurde die Spontanzeugung, für deren Vorkommen die Autorität des Aristoteles bürgte, nicht bezweifelt. Sowohl in der islamischen Welt, wo die Philosophie des Aristoteles stark rezipiert wurde, als auch in Europa galt die Spontanzeugung als Tatsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der islamischen Welt wurde die Urzeugungsvorstellung des Aristoteles zwar akzeptiert, aber bei ihrer Erklärung kam es zu Abweichungen von der aristotelischen Lehre. Im 11. Jahrhundert ging der persische Gelehrte [[Avicenna]] wie Aristoteles von der Ewigkeit der Welt aus, die er islamisch als ewige Schöpfung erklärte. Er meinte, die Materie werde unablässig von einem immateriellen „Geber der Formen“ geformt, der ihr jeweils eine bestimmte Form verleihe, sobald in der sich ständig neu mischenden Materie eine dafür geeignete Mischung zustande komme. Dies könne auch außerhalb des Körpers eines sich fortpflanzenden Individuums eintreten, und dann handle es sich um Spontanzeugung. In diesem Sinne akzeptierte Avicenna sogar für den Menschen die Möglichkeit einer Spontanzeugung. Anderer Meinung war im 12. Jahrhundert [[Averroes]]; er glaubte zwar ebenfalls an die Spontanzeugung, doch bei ihm übernahmen Gestirneinflüsse die Rolle der Ursache, die Avicenna dem Geber der Formen zugewiesen hatte. Ein Problem bildete dabei für Averroes, der Aristoteliker war, der aristotelische Grundsatz, dass in der Natur Gleiches nur aus Gleichem entsteht. Er hielt wegen Verletzung dieses Grundsatzes bei der Urzeugung die so entstandenen Lebewesen für widernatürlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Hasse: &amp;#039;&amp;#039;Urzeugung und Weltbild.&amp;#039;&amp;#039; 2006, S. 16–18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa schloss sich im 13. Jahrhundert [[Thomas von Aquin]] der Theorie des Averroes an, bei der Spontanzeugung trete die Kraft der Sonne und der anderen Himmelskörper an die Stelle der formenden Kraft, deren Träger bei geschlechtlicher Fortpflanzung der Same sei. Im Unterschied zu Averroes hielt er aber die so entstandenen Lebewesen nicht für widernatürlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 14. Jahrhundert bestritt der [[Scholastik]]er Blasius von Parma die historische Richtigkeit der herkömmlichen Auffassung, wonach bei der [[Sintflut]] [[Noach]] alle Tierarten in seiner [[Arche Noah|Arche]] gerettet hat. Dies sei so nicht durchführbar gewesen, da die verschiedenen Tierarten teils untereinander unverträglich seien. Daher sei es plausibler anzunehmen, dass es nach der Sintflut zu einer Neuentstehung von Arten durch Spontanzeugung gekommen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Hasse: &amp;#039;&amp;#039;Urzeugung und Weltbild.&amp;#039;&amp;#039; 2006, S. 8, 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Neuzeit ==&lt;br /&gt;
In der [[Renaissance]] folgten die Gelehrten wie im Mittelalter der Vorstellung des Aristoteles von der Spontanzeugung. Eine Spontanzeugung wurde sogar als Alternative zum biblischen Bericht von der Erschaffung des ersten Menschen [[Adam und Eva|Adam]] in Betracht gezogen. Im frühen 16. Jahrhundert vertrat Tiberio Russiliano die Ansicht, die Ureinwohner Amerikas müssten durch Urzeugung entstanden sein, denn sie hätten ihre Siedlungsgebiete nicht auf Booten erreichen können. Wenn man die Frage naturphilosophisch (&amp;#039;&amp;#039;phisice&amp;#039;&amp;#039;, also nicht theologisch) betrachte, sei dies auch für den ersten Menschen auf der Erde anzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hasse: &amp;#039;&amp;#039;Urzeugung und Weltbild.&amp;#039;&amp;#039; 2006, S. 8 f., 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Vertreter der Spontanzeugung war [[Johan Baptista van Helmont]]. Er empfahl als Beleg ein Experiment zur Erzeugung von Mäusen: Wenn man ein schmutziges Hemd in die Öffnung eines Gefäßes stopft, das mit Weizenkörnern gefüllt ist, ändert sich nach etwa einundzwanzig Tagen dessen Geruch. Die Zersetzungsprodukte würden Helmont zufolge nun in die Schale des Weizens eindringen und so den Weizen in Mäuse umformen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reto U. Schneider]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Buch der verrückten Experimente.&amp;#039;&amp;#039; Taschenbuchausgabe. Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-15393-X, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Jahrhundert erklärte [[Pierre Gassendi]] die Spontanzeugung im Rahmen seines [[Materialismus|materialistischen]] [[Atomismus]]. Er führte die Existenz von Lebewesen auf das Vorliegen einer für das Leben geeigneten Atomkombination zurück; eine solche Kombination sei nicht nur im Körper eines bereits existierenden, sich fortpflanzenden Wesens möglich, sondern grundsätzlich auch außerhalb. Daher könne neues Leben auch in der Erde aus unbelebter Materie entstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hasse: &amp;#039;&amp;#039;Urzeugung und Weltbild.&amp;#039;&amp;#039; 2006, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Francesco Redi.jpg|mini|Francesco Redi]]&lt;br /&gt;
Eine Gegenbewegung gegen die Spontanzeugungstheorie bildete sich im 17. Jahrhundert, als der Grundsatz {{&amp;quot; |lang=la |Text=Omne animal ex ovo |Übersetzung=Jedes Tier ist aus einem Ei entstanden}} sich zu verbreiten begann. Ein führender Vertreter dieser Hypothese war der italienische Arzt [[Francesco Redi]]. Mittels eines Experiments widerlegte er 1668 die verbreitete Ansicht, dass [[Made]]n in [[Fäulnis|verfaulendem]] Fleisch spontan entstehen. Er nahm drei Töpfe und füllte sie mit Fleisch. Einen Topf schloss er vollständig ab. Den zweiten Topf ließ er offen und den dritten Topf bedeckte er mit [[Gaze]]. Maden erschienen nur in dem offenen, aber nicht in dem verschlossenen Topf. Auf der Gaze des dritten Topfs fand er sich entwickelnde Maden. Die Eier der Fliegen waren wegen ihrer Kleinheit mit bloßem Auge nicht erkennbar. Im selben Jahr publizierte Redi die Abhandlung &amp;#039;&amp;#039;Esperienze intorno alla generazione degli insetti&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Francesco Redi: &amp;#039;&amp;#039;[[s:it:Esperienze intorno alla generazione degl&amp;#039;insetti|Esperienze intorno alla generazione degli insetti]]&amp;#039;&amp;#039; in der italienischsprachigen [[Wikisource]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Redis Versuche gelten als das erste präzise durchgeführte Paar von Versuch und Gegenversuch in der Geschichte der Biologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von Beobachtungen an Pilzen widersprachen [[Luigi Ferdinando Marsigli]] und [[Giovanni Maria Lancisi]] 1714 in ihrer Untersuchung &amp;#039;&amp;#039;Dissertatio de generatione fungorum&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Abhandlung über die Entstehung der Pilze&amp;#039;&amp;#039;) der seit der Antike verbreiteten Ansicht, Pilze entstünden aus Fäulnis, wobei das [[Myzel]] ein Zwischenstadium zwischen verfaulenden Pflanzen und den Pilzen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Entdeckung verschiedener [[Mikroorganismus|Mikroorganismen]] wurde die Urzeugungstheorie neu belebt. Im 18. Jahrhundert experimentierten der englische Priester [[John Turberville Needham]] (1713–1781) und [[Georges-Louis Leclerc de Buffon]] mit erhitzter Fleischbrühe in verschlossenen Gefäßen, wobei sie scheinbar spontan entstandene Organismen, sog. [[Infusorien]], feststellen konnten. [[Charles Bonnet]] vermutete, dass Kleinstlebewesen durch „unsichtbare Öffnungen“ in die verwendeten Gefäße gelangen konnten. [[Lazzaro Spallanzani]] wies 1768 endgültig nach, dass aus sterilem Versuchsmaterial keine Lebewesen entstehen. Spallanzani kochte die Brühe 45 Minuten und versiegelte das Gefäß sofort. Er konnte auch nach mehreren Tagen keine neuen Organismen feststellen. Erst nach Öffnen der Gefäße waren diese wieder zu beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Philosophie wurden im 18. Jahrhundert die sich zunehmend erhärtenden experimentellen Nachweise für die Annahme, dass Lebendes nur aus Lebendem entsteht, als Argument für die Behauptung genutzt, eine Entstehung von Leben sei ohne göttliches Eingreifen nicht möglich. Aufklärer wie [[Voltaire]] stimmten dem zu. [[Atheismus|Atheistische]] Philosophen wie [[Julien Offray de La Mettrie|La Mettrie]] und [[Paul Henri Thiry d’Holbach|Holbach]] hingegen hielten an der Spontanzeugungshypothese fest. Dafür lieferten die Ergebnisse von Needham und Buffon eine Argumentationsgrundlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne ==&lt;br /&gt;
In Deutschland spielte der Mediziner [[Johann Friedrich Blumenbach]] um 1790 eine zentrale Rolle bei der jüngeren Auslegung der Urzeugungshypothese (Autogenese), die den Vorgang als einmaliges Ereignis (pro [[Art (Biologie)|Art]]) in die Urzeit verlegte. Nach den Vorstellungen der damaligen [[Epigenese]]theorie ging die Vorstellung nunmehr dahin, dass die Entstehung neuer Individuen aus Eiern bzw. Eizellen nahelege, dass auch die Urzeugung der Arten – bis hin zum Menschen – in eierartigen Anfängen aus „mutterlosen Gerinnungsvorgängen im Uferschlamm“ hervorgehen würde. Blumenbach sprach in seinen ersten Werken noch von &amp;#039;&amp;#039;Schöpfung&amp;#039;&amp;#039;, später jedoch von einem natürlichen Prozess. Etliche deutsche Mediziner und Naturforscher übernahmen Blumenbachs Annahme, führten sie weiter aus oder kombinierten sie mit der Idee, dass Spontanzeugung bei sehr einfachen Lebensformen (die sich nicht sexuell fortpflanzen) nach wie vor stattfinden würde. Darunter waren berühmte Namen wie [[Gottfried Reinhold Treviranus]] (Begründer der [[Biologie]]), [[Karl Friedrich Burdach]], [[Karl Ernst von Baer]], [[Martin Heinrich Rathke]], bis hin zu [[Rudolf Virchow]], der noch 1856 die Autogenese vertrat. In Frankreich gehörten [[Jean-Claude Delamétherie]] um 1800 und [[Félix Archimède Pouchet]] 1859 zu den Befürwortern, während für britische Naturforscher nur vage Hinweise bei [[Charles Lyell]] (1832) und [[Edward Forbes]] (um 1850) zu finden sind. Vor allem in der [[Biogeographie]], die Anfang des 19. Jahrhunderts einen enormen Aufschub erlebte, fanden Urzeugungstheorien regen Zuspruch. Den Forschern erschien es naheliegend, dass die meisten Arten des typischen [[Artenspektrum|Spektrums]] einer klimatisch begrenzten [[Vegetationszone]] nur dort separat entstanden sein können. Demnach setzten sie Verbreitungsprovinzen mit „Schöpfungs- oder Urzeugungszentren“ gleich, in denen zu bestimmten Zeitpunkten der Erdgeschichte Bedingungen herrschten, die zur spontanen Entstehung der Arten führten. Dieser auch &amp;#039;&amp;#039;Polygenese&amp;#039;&amp;#039; genannten Form der Urzeugung widersprach selbst [[Alexander von Humboldt]] als Begründer der physischen Geographie nicht, obgleich er selbst nicht über Ursprungstheorien spekulierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sarasin/Sommer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1790 bis 1860 wurde die Theorie der &amp;#039;&amp;#039;Autogenese&amp;#039;&amp;#039; zunehmend durch die Idee der &amp;#039;&amp;#039;Heterogenese&amp;#039;&amp;#039; ergänzt, die besagte, dass „höhere Lebewesen“ im Gegensatz zu den primitiven Formen nicht außerhalb bereits existierender Organismen entstehen würden, sondern aufgrund eines inneren Mechanismus in Arten, die auf der „[[Stufenleiter der Natur]]“ unter der neu entstandenen Art stünden. So ging etwa [[Schopenhauer]] davon aus, dass der erste [[Mensch]] spontan im Mutterleib eines Affen entstanden sei – jedoch nur als Folge dieses Prozesses, &amp;#039;&amp;#039;ohne&amp;#039;&amp;#039; Verwandtschaft mit oder Abstammung vom Affen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sarasin/Sommer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Forscher des deutschsprachigen Raumes waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts fast ohne Ausnahme grundsätzlich von der Spontanentstehung des Menschen überzeugt. Vor allem jene, die von einer mehrfachen Autogenese in getrennten geografischen Räumen überzeugt waren, lieferten damit Argumente für die [[Rassentheorie]]n, die die jeweiligen Eigenarten der „Menschenrassen“ auf die (klimatischen) Bedingungen in den Ursprungsräumen zurückführten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1860 widerlegte der Botaniker [[Hermann Hoffmann (Botaniker)|Hermann Hoffmann]] die Lehre von der Spontanzeugung der Gärungserreger.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb08/Inst/hha/hoffmann Hermann Hoffmann]&amp;lt;/ref&amp;gt; 1861 wiesen [[Louis Pasteur#Die spontane Entstehung von Leben|Experimente von Louis Pasteur]] nach, dass Mikroorganismen keine Spontanzeugung zeigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch I. Tomsik: &amp;#039;&amp;#039;Pasteur und die Generatio spontanea.&amp;#039;&amp;#039; Huber, Bern 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Pasteur veröffentlichte 1864 den Grundsatz &amp;#039;&amp;#039;Omne vivum e vivo&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lat.]] für ‚Alles Lebende entsteht aus Lebendem‘). Zur Widerlegung der Spontanzeugungshypothese trugen auch [[Franz Ferdinand Schulze|Franz Schulze]], [[Theodor Schwann]] und [[Heinrich Georg Friedrich Schröder|Heinrich Schröder]] bei. Der englische Physiker [[John Tyndall]] (1820–1893) konnte durch seine Theorie der hitzeinstabilen und hitzestabilen Phase ([[Sporen]]) bei Bakterien endgültig alle Zweifel aus dem Weg räumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Satz „Alles Lebende entsteht aus Lebendem“ widerspricht dem allgemein anerkannten [[Kosmologie#Standardmodell|Standardmodell der Kosmologie]], nach dem zu Beginn des Universums (beim [[Urknall]]) noch nicht einmal (unbelebte) Materie existierte, sondern sich erst aus [[Energie]] aufgrund der [[Äquivalenz von Masse und Energie]] bildete. [[Schlussfolgerung|Logisch]] fortgesetzt könnte Lebendes ja nur aus Lebendem entstanden sein, das bereits beim Urknall vorhanden gewesen sein müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[chemische Evolution]] aus unbelebter [[Materie (Physik)|Materie]] ist im Detail noch ungeklärt. Nach allgemeiner Auffassung ist es ein Prozess der [[Emergenz]] und der [[Selbstorganisation]]. Das [[Miller-Urey-Experiment]] zeigt erste Schritte der Erzeugung der [[Aminosäuren]], die als „Lebensbausteine“ gelten. Es wird allerdings heute bezweifelt, dass die Voraussetzungen des Experiments auf der Erde jemals gegeben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* John Farley: &amp;#039;&amp;#039;The Spontaneous Generation Controversy from Descartes to Oparin.&amp;#039;&amp;#039; Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u.&amp;amp;nbsp;a. 1977, ISBN 0-8018-1902-4.&lt;br /&gt;
* [[Dag Nikolaus Hasse]]: &amp;#039;&amp;#039;Urzeugung und Weltbild. Aristoteles – Ibn Ruschd – Pasteur.&amp;#039;&amp;#039; Olms, Hildesheim u.&amp;amp;nbsp;a. 2006, ISBN 3-487-13306-7.&lt;br /&gt;
* [[Werner Köhler (Mediziner)|Werner Köhler]]: &amp;#039;&amp;#039;Entwicklung der Mikrobiologie mit besonderer Berücksichtigung der medizinischen Aspekte.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ilse Jahn]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Biologie. Theorien, Methoden, Institutionen, Kurzbiographien.&amp;#039;&amp;#039; 3., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum – Akademischer Verlag, Heidelberg u.&amp;amp;nbsp;a. 2000, ISBN 3-8274-1023-1, S. 620–641.&lt;br /&gt;
* Sven P. Thoms: &amp;#039;&amp;#039;Ursprung des Lebens&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Fischer&amp;#039;&amp;#039; 16128 &amp;#039;&amp;#039;Fischer kompakt&amp;#039;&amp;#039;). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16128-2.&lt;br /&gt;
* [[Richard Toellner]]: &amp;#039;&amp;#039;Urzeugung&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 11: &amp;#039;&amp;#039;U–V.&amp;#039;&amp;#039; Lizenzausgabe, völlig neubearbeitete Ausgabe. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001, ISBN 3-7965-0115-X, Sp. 490–496.&lt;br /&gt;
* [[Gereon Wolters (Philosoph)|Gereon Wolters]]: &amp;#039;&amp;#039;Urzeugung&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Jürgen Mittelstraß]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Band 8: Th – Z. Stuttgart, Metzler 2018, ISBN 978-3-476-02107-6, S. 241 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Eintrag [https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/urzeugung/68868 Urzeugung] im [https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/ Lexikon der Biologie]&lt;br /&gt;
* Russell Levine, Chris Evers: [https://mrandersonscience.files.wordpress.com/2015/08/slowdeathofspontaneousgeneration.pdf &amp;#039;&amp;#039;The Slow Death of Spontaneous Generation (1668–1859).&amp;#039;&amp;#039;] National Health Museum, Washington D.C. 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4187269-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überholte Theorie (Biologie)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Succu</name></author>
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