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	<title>Spinalirritation - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Spinalirritation&amp;diff=2636822&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dr. Hartwig Raeder am 15. August 2021 um 16:33 Uhr</title>
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		<updated>2021-08-15T16:33:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Spinalirritation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist nach [[Otto Dornblüth|Dornblüth]] eine veraltete frühere Bezeichnung für eine auf [[Hyperämie]] des Rückenmarks bezogene Erscheinung der [[Neurasthenie]], insbesondere mit Rückenschmerz, Kreuzschmerz, Unruhe in den Beinen und Spinalneuralgie.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Dornblüth]]: &amp;#039;&amp;#039;Klinisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;. (13./14. Auflage) (1927)&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach anderen medizinterminologischen Quellen wird Spinalirritation als [[Funktionelle Syndrome|funktionelle]] Rückenmarkserkrankung definiert bzw. als spinale Form der Neurasthenie. Hier würden subjektive Beschwerden von scheinbar spinalem Ursprung bestehen wie [[Rhachis|Rhachialgie]] (= Schmerzen in der Wirbelsäule), Schwäche und Übermüdung beim Gehen, [[Parästhesie]]n, Blasen- und sexuelle Störungen. Die Bezeichnung gehe auf den Kassler Anatom und Chirurgen [[Benedict Stilling]] (1810–1879) zurück, der sie erstmals 1840 verwendete.&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Volkmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Walter Marle|Guttmanns]] Medizinische Terminologie&amp;#039;&amp;#039;. Ableitung und Erklärung der gebräuchlichsten Fachausdrücke aller Zweige der Medizin und ihrer Hilfswissenschaften. Urban &amp;amp; Schwarzenberg, Berlin 1939&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Benedict Stilling]]: &amp;#039;&amp;#039;Physiologisch-pathologische und medicinisch-praktische Untersuchungen über die Spinal-Irritation&amp;#039;&amp;#039;. Leipzig 1840&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wilhelm Griesinger ==&lt;br /&gt;
[[Wilhelm Griesinger]] (1817–1868) hat eine Theorie der Entstehung von Geisteskrankheiten und leichteren psychischen Störungen ([[Kleine Psychiatrie]]) entwickelt, die er von der Spinalirritation als einer Art von [[Neuralgie]] im Versorgungsgebiet der sensiblen Nerven des Rückenmarks ableitet. In Analogie zur Spinalirritation benannte er psychische Erkrankungen als „Zerebralirritation“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;B&amp;amp;I&amp;quot; /&amp;gt; Dabei wurde die Modellvorstellung des [[Reflexbogen (Physiologie)#Reflexbogen als Modell|Reflexbogens]] über die Schaltstelle des [[Rückenmark]]s auf eine sich ähnlich gestaltende Steuerung durch das Gehirn übertragen. Diese Analogie beruht auf der Vorstellung eines „[[Psychischer Reflexbogen|psychischen Reflexbogens]]“, wie dieser Begriff später von [[Karl Jaspers]] (1883–1969) in die psychiatrische Terminologie eingeführt wurde. Dies besagt, dass die von den rezeptiven Teilen des Nervensystems –&amp;amp;nbsp;den sensiblen Nerven des Rückenmarks [[Empfindung|empfundenen]] Qualitäten wie etwa des Schmerzes und der Kälte oder von den [[sensorisch]]en Nerven ausgelösten [[Sinnesempfindung]]en im Gehirn&amp;amp;nbsp;– eine spezifische seelische Entsprechung auf der Ebene des Gehirns besitzen. Beide Organabschnitte –&amp;amp;nbsp;Gehirn und Rückenmark&amp;amp;nbsp;– verfügen wegen des prinzipiell [[Segmentierung (Biologie)|segmentalen]] Aufbaus über dieselben Baueigentümlicheiten und neurophysiologischen Qualitäten. Die sensorischen Qualitäten des Gehirns entsprechen dabei funktionell den [[Sensibilität (Neurowissenschaft)|sensiblen]] des Rückenmarks. Dem Empfinden der Kälte im Bereich des Rückenmarks entspreche eine „geistige Kälte“, dem Empfinden des Schmerzes ein „psychischer Schmerz“ (siehe [[Fühlen (Psychologie)|Gefühl]]). Als eher rezeptives Zentrum des Gehirns sah Griesinger das [[Gemüt]] an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;B&amp;amp;I&amp;quot; /&amp;gt; Griesinger setzt mit dem [[Paradigma]] der Spinalirritation die Tradition der [[Neurophysiologie|nervenphysiologischen]] Aufklärungspsychiatrie des 18. Jahrhunderts fort, die mit den Namen [[Robert Whytt|Whytt]], [[Albrecht von Haller|Haller]] und [[Johann August Unzer|Unzer]] verbunden ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;B&amp;amp;I&amp;quot;&amp;gt;[[Klaus Dörner]]: &amp;#039;&amp;#039;Bürger und Irre. Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie&amp;#039;&amp;#039;. (1969) Fischer Taschenbuch, Bücher des Wissens, Frankfurt/M. 1975, ISBN 3-436-02101-6; (a)&amp;amp;nbsp;zu den Stw. „Spinalirritation und Zerebralirritation“: S. 324 f.; (b)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Gemüt“: S. 322; (c)&amp;amp;nbsp;zu Stw. „Aufklärungspsychiatrie“: S. 322&amp;lt;/ref&amp;gt; Griesingers grundlegende von der Neurophysiologie geprägte Sicht psychologischer Gegebenheiten wurde unter dem Vorwurf des [[Somatismus]] bzw. [[Materialismus]] nicht immer bereitwillig aufgenommen, aber sie wird gerade heute eher zunehmend geteilt und hat daher nichts an Aktualität verloren. So steht etwa die [[Angst]] als Grundlage aller psychischer Erkrankungen auch nach heutiger Auffassung im Zusammenhang mit Parallelreaktionen des Schmerzempfindens und mit ihrer biologisch verankerten Rolle bei der Auslösung von [[Bereitschaft|Alarmbereitschaft]] ebenso wie mit ihren evtl. instinktiven Komponenten ([[Schichtenlehre]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;NKV&amp;quot;&amp;gt;[[Stavros Mentzos]]: &amp;#039;&amp;#039;Neurotische Konfliktverarbeitung. Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuerer Perspektiven&amp;#039;&amp;#039;. © 1982 Kindler, Fischer-Taschenbuch, Frankfurt 1992, ISBN 3-596-42239-6; S. 30&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Konrad Lorenz]], P. Leyhausen: &amp;#039;&amp;#039;Antriebe tierischen und menschlichen Verhaltens&amp;#039;&amp;#039;. Piper, München 1968&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sigmund Freud ==&lt;br /&gt;
[[Sigmund Freud]] (1856–1939) sah die Spinalirritation als charakteristisches Symptom der [[Neurasthenie]] an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FGW&amp;quot;&amp;gt;[[Sigmund Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Studien über Hysterie. Frühe Schriften zur Neurosenlehre&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke&amp;#039;&amp;#039;, Band I. 3. Auflage. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 1953, ISBN 3-10-022703-4, S. 315&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Thomas Inman: &amp;#039;&amp;#039;The phenomena of Spinal Irritation and Other Functional Diseases&amp;#039;&amp;#039;. John Churchill, London 1858, {{archive.org|Blattphenomenaofspina00inmaiala|Ausgabe=DS|Blatt=i}} Zur Biografie von Thomas Inman siehe auch [[#Weblinks|&amp;#039;&amp;#039;Weblinks&amp;#039;&amp;#039;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.textlog.de/33578.html Spinalirritation] Textlog&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[s:en:Inman, Thomas (DNB00)|Inman, Thomas]]&amp;#039;&amp;#039; in der englischsprachigen [[Wikisource]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Psychiatrie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dr. Hartwig Raeder</name></author>
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