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	<title>Spieß - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T00:44:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Spie%C3%9F&amp;diff=591847&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Commonscat mit Helferlein hinzugefügt</title>
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		<updated>2025-01-04T11:28:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Commonscat mit &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Wurgl/8Schwestern&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Wurgl/8Schwestern (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Helferlein&lt;/a&gt; hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Bad-war.jpg|mini|[[Landsknecht]]e mit Spießen (Radierung von Holbein)]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Spieß&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pike&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; von französisch &amp;#039;&amp;#039;piquer&amp;#039;&amp;#039; ‚stechen‘) ist eine historische [[Stichwaffe]] zu Jagd- und [[Krieg]]szwecken, die im Unterschied zum [[Speer]] oder Wurfspieß nicht geworfen wird. Synonym wird oft das Wort &amp;#039;&amp;#039;[[Lanze]]&amp;#039;&amp;#039; verwendet, das jedoch eigentlich den Spieß des Reiters bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der einfache Spieß ist eine der ältesten bewusst hergestellten Waffen der Menschheit.&amp;lt;ref&amp;gt;William Weir: &amp;#039;&amp;#039;50 Weapons That Changed Warfare&amp;#039;&amp;#039;, Career Press, 2005, ISBN 1-56414-756-8, Seite 10&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch bei [[Gemeiner Schimpanse|Schimpansen]] wurde die Fähigkeit der [[Gemeiner Schimpanse#Werkzeuggebrauch|Herstellung und Gebrauchs]] eines Spießes festgestellt. Schimpansen spitzen Holzstöcke mit den Zähnen an und stochern damit in Höhlen von kleinen Säugern.&amp;lt;ref&amp;gt;Rick Weiss: &amp;#039;&amp;#039;For First Time, Chimps Seen Making Weapons for Hunting&amp;#039;&amp;#039; in [[Washington Post]] vom 23. Februar 2007 [https://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/02/22/AR2007022201007.html]&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist daher plausibel anzunehmen, dass auch die frühesten Menschen Werkzeuge und Waffen aus Holz nutzten. Gegenüber [[Steingerät]]en sind Holzgeräte in viel stärkerem Maße der Verwitterung ausgesetzt, so dass es kaum archäologische Funde aus der Urgeschichte gibt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul R. Ehrlich]], Anne H. Ehrlich: &amp;#039;&amp;#039;The Dominant Animal: Human Evolution and the Environment.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Island Press, 2009, ISBN 1-59726-460-1, Seite 72 [https://books.google.de/books?id=G626f_bN_28C&amp;amp;pg=PA72&amp;amp;hl=de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Während die ältesten gefundenen Steingeräte ein Alter von ungefähr 2,5 Millionen Jahren aufweisen, sind die ältesten gefundenen Holzgeräte deutlich jünger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste hölzerne Fund ist eine Spitze aus dem englischen [[Clacton-on-Sea]], welche als Teil eines Spießes interpretiert wird. Sie wurde 1911 ausgegraben und wird auf ein Alter von 450.000 Jahren geschätzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Natural History Museum]]: &amp;#039;&amp;#039;The Clacton Spear&amp;#039;&amp;#039; {{Webarchiv|text=Archivlink |url=http://piclib.nhm.ac.uk/results.asp?image=001066 |wayback=20141028210420 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Travis Rayne Pickering: &amp;#039;&amp;#039;Rough and Tumble: Aggression, Hunting, and Human Evolution&amp;#039;&amp;#039;, Verlag University of California Press, 2013, ISBN 0-520-95512-9, Seite 91 [https://books.google.de/books?id=D_Uqv1XqBlkC&amp;amp;pg=PA9&amp;amp;hl=de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die mit etwa 400.000 Jahren etwas jüngeren feuergehärteten Spitzen aus dem spanischen [[Torralba und Ambrona]] werden in diesem Sinne gedeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;Emil Hoffmann: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Steinzeit&amp;#039;&amp;#039;, Verlag BoD – Books on Demand, 2012, ISBN 3-8448-8898-5, Seite 265 [https://books.google.de/books?id=ShljgfISFL0C&amp;amp;pg=PA265&amp;amp;hl=de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im niedersächsischen Lehringen wurde im Brustkorb eines [[Europäischer Waldelefant|Waldelefantenskeletts]] ein 2,38 m langer Spieß ([[Lanze von Lehringen]]) aus [[Eiben]]holz gefunden, der auf 128.000 bis 115.000 Jahren [[Before Present|BP]] datiert und den mittelpaläolithischen [[Neandertaler]]n zugeschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Almut Bick: &amp;#039;&amp;#039;Die Steinzeit.&amp;#039;&amp;#039; Theiss-Verlag, ISBN 978-3-8062-1996-8, S. 65.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf ein Alter von etwa 500.000 Jahren werden Steinspitzen aus dem südafrikanischen [[Kathu (Südafrika)|Kathu Pan]] datiert. Der &amp;#039;&amp;#039;[[Homo heidelbergensis]]&amp;#039;&amp;#039; hat sie mit einem Holzspieß verbunden und somit die ersten belegten [[Schäftung (Vor- und Frühgeschichte)|geschäfteten]] Werkzeuge geschaffen. Diese Jagdwaffen waren eher für den Stoß geeignet, da sie nur über eine kurze Distanz geworfen werden konnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Ker Than: &amp;#039;&amp;#039;Stone Spear Tips Surprisingly Old&amp;#039;&amp;#039; in [[National Geographic Society]], vom 16. November 2012 [https://www.nationalgeographic.com/news/2012/11/121116-stone-spear-tips-science-human-neanderthal-hunting/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce Bower: &amp;#039;&amp;#039;Oldest examples of hunting weapon uncovered in South Africa &amp;#039;&amp;#039; in [[Science News]] vom 15. November 2012 {{Webarchiv |url=http://www.sciencenews.org/view/generic/id/346464/description/Oldest_examples_of_hunting_weapon_uncovered_in_South_Africa |wayback=20130121111053 |text=Bruce Bower: Oldest examples of hunting weapon uncovered in South Africa – 15. November 2012}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Tercio piquiers.jpg|mini|Gegen eine Formation aus &amp;#039;&amp;#039;Spießgesellen&amp;#039;&amp;#039; war für Berittene nur schwer anzukommen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch entwickelte den Spieß zum [[Wurfspieß]] (Speer) weiter. Dieser kann geworfen, aber auch im Nahkampf zum Stechen verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Früh- und Hochmittelalter waren Speer und Lanze extrem häufig geführte Waffen, sowohl zu Fuß als auch bei berittenen Kämpfern. Dies lässt sich ausgezeichnet durch die zeitgenössische Kunst, wie etwa den Stuttgarter Psalter, den Teppich von Bayeux und die Maciejowski-Bibel belegen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://digital.wlb-stuttgart.de/index.php?id=6&amp;amp;tx_dlf%5Bid%5D=8680&amp;amp;tx_dlf%5Bpage%5D=1 https://www.bayeuxmuseum.com/en/the-bayeux-tapestry/discover-the-bayeux-tapestry/explore-online/ https://www.themorgan.org/collection/crusader-bible/29 https://www.themorgan.org/collection/crusader-bible/41&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einsatz des nicht werfbaren Spießes ist als &amp;#039;&amp;#039;Langspieß&amp;#039;&amp;#039; wieder in der [[Antike]] belegt. Die [[Sarissa (Waffe)|Sarissa]] war die Hauptwaffe der [[Makedonische Phalanx|makedonischen Phalanx]] im 4. Jahrhundert v. Chr. Erst im [[Spätmittelalter]] nahm die Bedeutung wieder zu. Während des [[Schottische Unabhängigkeitskriege|schottischen Unabhängigkeitskriegs]] entwickelten Schotten den [[Schiltron]], eine Gefechtsformation mit Langspießen. Die Schweizer entwickelten die Taktik des [[Gewalthaufen]]s und die [[Pikenier]]e als schwere Infanterie mit Piken. Andere europäische Nationen übernahmen dieses, darunter die [[Landsknecht]]e im [[Heiliges Römisches Reich|deutschen Reich]]. Die Bedienung einer Pike war leicht zu erlernen, und eine Formation Spießträger („[[Spießgeselle]]n“) konnte sich sehr erfolgreich gegen eine [[Kavallerie]]attacke zur Wehr setzen. [[Spanien]] perfektionierte das Zusammenwirken von Pikenieren und [[Arkebuse|Arkebusieren]] in den [[Ordonnanz (Gefechtsordnung)|Tercios]] ({{Lang|es|tercio:|de=Drittel}}); diese Gefechtsordnung wurde auf europäischen Kriegsschauplätzen noch bis zum [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] angewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technische Fortschritte bei den Feuerwaffen und insbesondere die Einführung des [[Bajonett]]s brachten das Ende dieser Ära.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschaffenheit ==&lt;br /&gt;
Der hölzerne Schaft besaß eine Länge von 5 bis 6 Metern. Die Spitze bestand aus verschiedenen Materialien. Am einfachsten war ein angespitztes Ende, gegebenenfalls feuergehärtet. In der Frühzeit wurden Naturmaterialien wie Knochen oder Stein verwendet, später Bronze oder Eisen. Der obere Teil des Holzschaftes konnte durch metallene Bänder verstärkt werden, um ein Abbrechen der Spitze aus dem Holz zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ableitungen, Rezeption ==&lt;br /&gt;
* Davon abgeleitet ist der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Spießer&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Spießbürger]]&amp;#039;&amp;#039; für einen Menschen mit [[Konservativismus|konservativen]], bürgerlichen, ebenso engstirnigen Ansichten.&lt;br /&gt;
* Die Redensart „etwas von der Pike auf lernen“ hat sich vom Pikenier entwickelt, da ein Soldat, der gerade erst angeworben wurde und selbst nicht in der Lage war, eine Schusswaffe oder ein Pferd mit einzubringen, mit einer Pike ausgerüstet wurde. Das Kriegshandwerk musste also für Soldaten ohne Erfahrung „von der Pike“ auf erlernt werden.&lt;br /&gt;
* „Den Spieß umdrehen“ für einen plötzlichen Rollentausch in einem Konflikt kommt vom Entreißen und Verwenden des Spießes gegen den ursprünglichen Besitzer, nachdem er umgedreht wurde.&lt;br /&gt;
* Jemand ist – im übertragenen Sinn – „pikiert“, wenn er sich durch einen verbalen Angriff beleidigt, verletzt oder getroffen zeigt.&lt;br /&gt;
* Deutsche Streitkräfte: In [[Reichswehr]], [[Wehrmacht]], [[Nationale Volksarmee|NVA]] und [[Bundeswehr]] war bzw. ist &amp;#039;&amp;#039;Spieß&amp;#039;&amp;#039; die umgangssprachliche Bedeutung für [[Kompaniefeldwebel]] (auch &amp;#039;&amp;#039;„Mutter der Kompanie“&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
:Siehe auch: {{Hauptartikel|Hauptfeldwebel#Wehrmacht}}&lt;br /&gt;
* Österreichische Streitkräfte: In der [[Kaiserliche Armee (HRR)|kaiserlichen Armee]], der [[Gemeinsame Armee|k.u.k.-Armee]] sowie im österreichischen [[Bundesheer]] wurde und wird mit dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;Spieß&amp;#039;&amp;#039; umgangssprachlich der [[Dienstführender Unteroffizier|dienstführende Unteroffizier]] einer [[Kompanie (Militär)|Kompanie]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Museale Rezeption ==&lt;br /&gt;
Im [[Heeresgeschichtliches Museum|Heeresgeschichtlichen Museum]] in Wien sind zahlreiche originale Piken aus dem 17. Jahrhundert ausgestellt. Weiters sind mehrere Figurinen von [[Kaiserliche Armee (HRR)|kaiserlichen]] Pikenieren aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zu sehen, die auch mit Stichdegen ausgerüstet sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RauchensteinerLitscher&amp;quot;&amp;gt;[[Manfried Rauchensteiner]], Manfred Litscher (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien.&amp;#039;&amp;#039; Graz, Wien 2000, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Landeszeughaus|Grazer Landeszeughaus]], der größten noch erhaltenen Rüstkammer der Welt, ist ebenfalls eine große Anzahl Piken aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Hellebarde]]&lt;br /&gt;
* [[Hippe (Waffe)]]&lt;br /&gt;
* [[Rennspieß]]&lt;br /&gt;
* [[Saufeder]]&lt;br /&gt;
* [[Sturmspieß]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Volker Schmidtchen: &amp;#039;&amp;#039;Kriegswesen im späten Mittelalter. Technik, Taktik, Theorie.&amp;#039;&amp;#039; VCH, Weinheim 1990, ISBN 3-527-17580-6 (Zugleich [[Habilitationsschrift]] an der [[Ruhr-Universität Bochum|Universität Bochum]] 1984).&lt;br /&gt;
* H. W. Koch: &amp;#039;&amp;#039;Illustrierte Geschichte der Kriegszüge im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; (Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;Medieval Warfare.&amp;#039;&amp;#039; Bison Books, London.) Bechtermünz, Augsburg 1998, ISBN 3-8289-0321-5, S. 73, 131, 133, 149, 180–81, 188, 191, 197–98, 212, 231, 236, 244.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Pikes|Spieß}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4182298-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Spiess}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stangenwaffe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waffe (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waffe (Frühe Neuzeit)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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