<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Spekulation_%28Wirtschaft%29</id>
	<title>Spekulation (Wirtschaft) - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Spekulation_%28Wirtschaft%29"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Spekulation_(Wirtschaft)&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-12T10:39:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Spekulation_(Wirtschaft)&amp;diff=364698&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Spekulation_(Wirtschaft)&amp;diff=364698&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-27T16:34:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Everybody works but the vacant lot (cropped).jpg|mini|Plakatwand von 1914, die Spekulationen an Land kritisiert. Hiermit wird [[Henry George (Ökonom)|Henry George]] zitiert.]][[Datei:Günstiger Spekulationskauf, Österreichische Land-Zeitung 30.1.1904.jpg|mini|Einladung zum Spekulationskauf, Inserat in der Österreichischen Land-Zeitung 30.1.1904]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Spekulation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|speculor}}, „beobachten, spähen, auskundschaften“) ist im [[Wirtschaft]]sleben die mit einem [[Risiko]] behaftete Ausnutzung von [[Kursniveau|Kurs-]], [[Zinsniveau|Zins-]] oder [[Preisniveau|Preisunterschieden]] innerhalb eines bestimmten [[Zeitintervall|Zeitraums]] zum Zwecke der [[Gewinnmitnahme]]. Gegensatz ist die [[Arbitrage]], die diese Unterschiede an einem bestimmten [[Zeitpunkt]] ausnutzt und deshalb risikolos ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Spekulation wird im Gegensatz zum alltäglichen Sprachverständnis in der [[Wirtschaftswissenschaft]] wertneutral verwendet. Die Spekulation gehört neben [[Arbitrage]] und [[Hedging]] zu den Strategien im [[Finanzmanagement]]. Spekulation ist das Halten einer [[Exposure (Finanzwirtschaft)|offenen Bestandsposition]] ([[Long und Short]]) an Spekulationsobjekten innerhalb eines bestimmten Zeitraumes bis zur [[Glattstellung]] (Verkauf oder Kauf). Zu den Spekulationsobjekten gehören [[Finanzinstrument]]e ([[Immobilie]]n, [[Forderung]]en, [[Verbindlichkeit]]en, [[Wertpapier]]e, [[Devisen]], [[Sorten]], [[Edelmetall]]e, [[Derivat (Wirtschaft)|Derivate]]), [[Handelsware]]n oder [[Kunstwerk]]e. Ausschließliches Ziel dieser Bestandhaltung ist die [[Gewinn]]erzielung. Der Gewinn einer erfolgreichen Spekulation ist nicht nur als [[Risikoprämie]] zu verstehen, sondern auch als Entgelt für die Erhöhung der operativen und informativen [[Markteffizienzhypothese|Markteffizienz]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Stephan, [https://books.google.de/books?id=ABj0BgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA365&amp;amp;dq=Spekulation+Keynes&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Spekulation%20%20&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Informationseffizienz von Aktienindexoptionen&amp;#039;&amp;#039;], 1998, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da die Entwicklung der Kurse, Zinsen oder Preise in diesem Zeitraum zum Zeitpunkt des Geschäftsbeginns mit Ungewissheit behaftet ist ([[Marktrisiko]]), handelt es sich bei der Spekulation um risikobehaftete [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]]. Der Spekulant trifft mithin eine [[Entscheidung unter Ungewissheit]].&amp;lt;ref&amp;gt;Fernando De Filippis: [https://books.google.de/books?id=C5JdFmiJhL8C&amp;amp;pg=PA51&amp;amp;dq=spekulation+entscheidung+unter+unsicherheit&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=spekulation%20entscheidung%20unter%20unsicherheit&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Währungsrisikomanagement in kleinen und mittleren Unternehmen&amp;#039;&amp;#039;], 2010, S. 50 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Spekulation handelt es sich bereits, wenn eine offene Bestandsposition gehalten und – aus reinem Gewinninteresse – nicht sofort glattgestellt wird. Wegen der Asymmetrie der Geschäfte – Käufer und Verkäufer sind beim Eröffnen und Schließen derselben Position im Regelfall nicht identisch – gibt es theoretisch nicht immer nur einen Gewinner und einen Verlierer. Unterschiedliche Zeithorizonte (Haltedauern), Richtungsentscheidungen (long/short), Strategien ([[Arbitrage]], [[Hedging|Hedge]] oder Spekulation) machen die Marktteilnehmer und deren [[Erfolg]] oder Misserfolg unübersichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Im Regelfall kaufen Spekulanten ein bestimmtes Spekulationsobjekt und verkaufen es zu einem späteren Zeitpunkt. Sie spekulieren während des Spekulationszeitraums auf eine Preissteigerung des Objektes ([[Bullen- und Bärenmarkt]]). Ein Spekulant kann jedoch auch von einer Preissenkung profitieren. Dazu muss er die Spekulationsart des [[Leerverkauf]]s wählen, wobei er ein Spekulationsobjekt zunächst zu einem hohen Preis verkauft – obwohl er es noch gar nicht besitzt –, um es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem gesunkenen Preis zu erwerben. Bei der Spekulation mittels Leerverkäufen identifizieren Marktteilnehmer überbewertete Spekulationsobjekte und vertrauen darauf, dass bis zum Abschluss des Deckungsgeschäfts der geringere Fundamentalwert des Objekts zu einem Kursrückgang führt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Schlimbach: [https://books.google.de/books?id=a85B-Leh69kC&amp;amp;pg=PA17&amp;amp;dq=Spekulation+leerverkauf&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Spekulation%20leerverkauf&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Leerverkäufe: Die Regulierung des gedeckten und ungedeckten Leerverkaufs in der Europäischen Union&amp;#039;&amp;#039;], 2015, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Spekulation ist so alt wie der [[Warenhandel]]. Mit [[Finanzprodukt]]en spekulierte man seit der Aufnahme des Aktienhandels an der alten [[Amsterdamer Börse]] im Jahre 1530, der Handel mit [[Staatsanleihe]]n erhielt dort 1672 bereits spekulativen Charakter. 1720 handelte man auch in England und Frankreich spekulativ mit Staatspapieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits [[Adam Smith]] stellte im März 1776 in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;[[Der Wohlstand der Nationen]]&amp;#039;&amp;#039; die stabilisierenden Effekte der Spekulation heraus.&amp;lt;ref&amp;gt;Adam Smith, &amp;#039;&amp;#039;An Inquiry into the Nature and the Causes of the Wealth of Nations&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, S. 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[John Stuart Mill]] (1848)&amp;lt;ref&amp;gt;John Stuart Mill: &amp;#039;&amp;#039;Principles of Political Economy&amp;#039;&amp;#039;, Vol. II, 1848, S. 279.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Alfred Marshall]] (1919)&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Marshall: &amp;#039;&amp;#039;Industry and Trade&amp;#039;&amp;#039;, 1919, S. 264.&amp;lt;/ref&amp;gt; betonten den stabilisierenden Charakter der Spekulation. Mill und Marshall gingen beide davon aus, dass Spekulanten aus Eigeninteresse besser informiert seien als die übrigen Marktteilnehmer und deshalb in der Lage wären, künftige Preisentwicklungen zu antizipieren. Dadurch verbesserten Spekulanten die intertemporale Allokation, da sie in Zeiten des [[Angebotsüberhang]]s Produkte aufkaufen und in Zeiten relativer [[Knappheit]] verkaufen und deshalb preisausgleichend wirken.&amp;lt;ref&amp;gt;John Stuart Mill: &amp;#039;&amp;#039;Principles of Political Economy&amp;#039;&amp;#039;, Vol. II, 1848, S. 257.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mill hielt die Spekulation von Händlern für die Allgemeinheit nützlich, wenn sie Gewinn abwerfe.&amp;lt;ref&amp;gt;John Stuart Mill: &amp;#039;&amp;#039;Principles of Political Economy&amp;#039;&amp;#039;, Vol. II, 1848, S. 717.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Alfred Marshall ist die Spekulation konstruktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Marshall: &amp;#039;&amp;#039;Industry and Trade&amp;#039;&amp;#039;, 1919, S. 252.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[John Maynard Keynes]] hingegen schreibt in seiner berühmten &amp;#039;&amp;#039;[[Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes|Allgemeinen Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes]]&amp;#039;&amp;#039; vom Februar 1936 der Spekulation destabilisierende Wirkung auf den Märkten zu.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes: &amp;#039;&amp;#039;The General Theory of Employment, Interest and Money&amp;#039;&amp;#039;, 1936, S. 156.&amp;lt;/ref&amp;gt; Keynes unterschied zwischen den professionellen Spekulanten mit einem [[Superiorität|superioren]] Wissen und den „kleinen“ Spekulanten. Als „Spekulation dritten Grades“ charakterisierte Keynes die Absicht der [[Institutioneller Anleger|institutionellen]] Marktteilnehmer, die Reaktion der nicht informierten Marktteilnehmer zu antizipieren. Im Aktienmarkt sah Keynes prinzipiell einen rein spekulativen Markt.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes: &amp;#039;&amp;#039;The General Theory of Employment, Interest and Money&amp;#039;&amp;#039;, 1936, S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung der Marktteilnehmer nach Spekulanten und Nicht-Spekulanten und die damit einhergehende klassische Definition der Spekulation geht auf [[Nicholas Kaldor]] zurück, der 1939 darauf hinwies, dass ein Spekulant niemals an der Realisation eines Gewinns durch Nutzung, Transformation oder Transfer des Spekulationsobjektes interessiert ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicholas Kaldor: &amp;#039;&amp;#039;Speculation and Economic Stability&amp;#039;&amp;#039;, in: The Review of Economic Studies, Vol. 7, 1939, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für ihn lag Spekulation vor, „wenn Güter, Devisen oder andere Objekte in der Absicht gekauft (verkauft) werden, sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu verkaufen (kaufen) und die Transaktion nur vorgenommen wird, weil man eine Preisänderung erwartet und nicht, weil man aus dem Besitz der Objekte einen Nutzen ziehen, sie bearbeiten oder damit Handel treiben will“. [[Milton Friedman]] kehrte 1953 wieder zurück zur stabilisierenden Wirkung der Spekulation.&amp;lt;ref&amp;gt;Milton Friedman, &amp;#039;&amp;#039;The Case for Flexible Exchange Rates&amp;#039;&amp;#039;, in: Friedman, Essays in Positive Economics, 1953, S. 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Profitable Spekulation erhöht nach Friedman die niedrigen Preise, senkt die hohen Preise und nivelliert damit Preisschwankungen. Friedman folgerte hieraus, dass die Spekulation nicht die Ursache von Finanzkrisen sei, sondern exogene Einflüsse wie [[Naturkatastrophe]]n, [[Krieg]]e oder eine falsche [[Politik]]. Theoretische Untersuchungen ergaben, dass an fast allen börsenähnlich organisierten Märkten profitable Spekulation möglich ist, die die Preisschwankungen vergrößert.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael J. Farrell, &amp;#039;&amp;#039;Profitable Speculation&amp;#039;&amp;#039;, in: Economica, Vol. 33, 1966, S. 183–193&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Schimmler, &amp;#039;&amp;#039;Speculation, Profitability, and Price Stability - a Formal Approach&amp;#039;&amp;#039;, in: The Review of Economics and Statistics, Vol. LV, No. 1, 1973, S. 110–114.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ruhigen Marktphasen agieren überwiegend nichtspekulative Teilnehmer, die ein an den [[Fundamentaldaten]] orientiertes [[Kursniveau]] generieren mit der Folge gleichgewichtiger Kurse.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicholas Kaldor: &amp;#039;&amp;#039;Speculation and Economic Stability&amp;#039;&amp;#039;, in: The Review of Economic Studies, Vol. 7, 1939, S. 10 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bestimmen die Spekulanten den Marktpreis weitgehend alleine, kann der Marktpreis „überschießen“ (overshooting) und somit destabilisierend wirken und [[Spekulationsblase]]n („Bubbles“) entwickeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicholas Kaldor: &amp;#039;&amp;#039;Speculation and Economic Stability&amp;#039;&amp;#039;, in: The Review of Economic Studies, Vol. 7, 1939, S. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Spekulationsblase führt dazu, dass Kurse/Preise sich von ihrem fundamental-effizienten [[Marktgleichgewicht|Gleichgewichtskurs]] entfernen, um nach dem Platzen der Blase wieder auf den Ausgangswert zurückzukehren. Der [[Aggregation (Wirtschaft)|aggregierten]] Spekulation sprach [[William J. Baumol]] trendverstärkende Effekte zu, so dass sie destabilisierend wirke.&amp;lt;ref&amp;gt;William J. Baumol: &amp;#039;&amp;#039;Speculation, Profitability, and Stability&amp;#039;&amp;#039;, in: The Review of Economics and Statistics, Vol. 39, No. 3 (August 1957), S. 263 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Baumol versuchte hierin 1957, Friedman zu widerlegen, indem er spekulativen Käufen oder Verkäufen prozyklische (trendverstärkende) Wirkungen attestierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökonomische Funktionen ==&lt;br /&gt;
Die Spekulation erfüllt einige sinnvolle Funktionen, wobei zwischen [[Volkswirtschaftslehre|volkswirtschaftlichen]] und [[Betriebswirtschaftslehre|betriebswirtschaftlichen]] Funktionen zu unterscheiden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Volkswirtschaftslehre ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Preisausgleichsfunktion ====&lt;br /&gt;
Spekulation führt zu einer Stabilisierung des [[Preisniveau]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;Oswald von Nell-Breuning, &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Börsenmoral&amp;#039;&amp;#039;, 1928, S. 140.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Celso Brunetti, Bahattin Buyuksahin |Titel=Is Speculation Destabilizing? |Nummer=ID 1393524 |Verlag=Social Science Research Network |Ort=Rochester, NY |Datum=2009-04-22 |Online=https://papers.ssrn.com/abstract=1393524 |Abruf=2020-07-19 |DOI=10.2139/ssrn.1393524}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Marktteilnehmer]] kaufen ein Spekulationsobjekt zum niedrigen Preis. Denn sie erwarten steigende Preise. Steigen die Preise tatsächlich, verkaufen Spekulanten und senken dadurch den Preis. Dadurch konvergiert das Preisniveau zum [[Gleichgewichtspreis]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christopher Knittel, Robert Pindyck |Titel=The Simple Economics of Commodity Price Speculation |Nummer=w18951 |Verlag=National Bureau of Economic Research |Ort=Cambridge, MA |Datum=2013-04 |Seiten=w18951 |Online=https://www.nber.org/papers/w18951.pdf |Abruf=2020-07-19 |DOI=10.3386/w18951}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassischen und modernen Spekulationstheorien sind insbesondere vom Streit über diese preisstabilisierende Wirkung der Spekulation beherrscht. Die modernen Theorien&amp;lt;ref&amp;gt;Holbrook Working: &amp;#039;&amp;#039;New Concepts Concerning Futures Markets and Prices&amp;#039;&amp;#039;, in: The American Economic Review, Vol. 52, 1963, S. 445 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; stellen seit 1963 auf die [[Markteffizienzhypothese|Informationseffizienz]] der Märkte als Stabilisierungskriterium ab. Die klassische Spekulationstheorie löst das Problem der Preiserwartungen dadurch, dass sie alle Spekulanten mit einer vollkommenen Voraussicht hinsichtlich der nichtspekulativen Preisentwicklung ausstattet. Die Spekulation gilt jedenfalls dann als preisstabilisierend, wenn die Höhe der Preisausschläge – gemessen an der [[Frequenz]] der Preisschwankungen – verringert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der (intertemporalen) [[Ressourcenallokation]] werden Finanzmittel durch Spekulanten ausschließlich zum Zwecke der Spekulation eingesetzt. Sie entscheiden sich dann gegen andere Verwendungen wie [[Sparen]], [[Konsum]] oder [[Investition]]. Der Spekulationsgewinn soll jedoch nicht (allein) durch die Verwertung eines Spekulationsobjekts im Sinne einer Veränderung der Ressourcenallokation erzielt werden, sondern vor allem durch die Ausnutzung des Ungewissheitselements.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Henssler: [https://books.google.de/books?id=-XBrIhevxLkC&amp;amp;pg=PA291&amp;amp;dq=spekulation+Ressourcenallokation&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=spekulation%20Ressourcenallokation&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Risiko als Vertragsgegenstand&amp;#039;&amp;#039;], 1994, S. 291.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst Spekulanten ermöglichen den Transfer von [[Risiko]] an andere Marktteilnehmer, so dass die Spekulation die optimale Allokation von Risiko auf den Märkten fördert.&amp;lt;ref&amp;gt;David Mengle: &amp;#039;&amp;#039;ISDA Research Notes&amp;#039;&amp;#039;, 2/2010, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Versicherungsfunktion ====&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Versicherungsfunktion&amp;#039;&amp;#039; ([[Risikominderung]]) der Spekulation wurde von [[John Maynard Keynes|Keynes]] und [[John R. Hicks]] erkannt. Die Geschäftspartner der Spekulanten engagierten sich ausschließlich zu Zwecken der Risikominderung, während die Spekulanten in der Funktion der [[Risikoträger]] auftreten.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;A Treatise on Money&amp;#039;&amp;#039;, 1930, S. 143 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist damit erklärbar, dass die Spekulanten das Preisänderungsrisiko ihrer Spekulation als Risikoträger übernehmen und es ihren Geschäftspartnern abnehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=JK3k4bGIZVkC&amp;amp;pg=PA83&amp;amp;dq=spekulation+Versicherung&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=spekulation%20Versicherung&amp;amp;f=false Hans Otto Lenel/Helmut Gröner/Walter Hamm/Erich Heuß/Erich Hoppmann/Ernst-Joachim Mestmäcker, &amp;#039;&amp;#039;ORDO 51: Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band 51, 2000, S. 83]&amp;lt;/ref&amp;gt; Hersteller, Verarbeiter und Abnehmer von Waren und Rohstoffen benötigen die Entlastung von spekulativen Risiken, wofür als Marktgegenseite beinahe ausschließlich die Spekulation zur Verfügung steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=qoXBjts_NAgC&amp;amp;pg=PA479&amp;amp;dq=spekulation+Sicherungsfunktion&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=spekulation%20Sicherungsfunktion&amp;amp;f=false Jürgen F. Baur/Klaus J. Hopt/K. Peter Mailänder, &amp;#039;&amp;#039;Festschrift für Ernst Steindorff zum 70. Geburtstag&amp;#039;&amp;#039;, 1990, S. 479]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der Versicherungsfunktion ermöglichen mithin spekulative Marktteilnehmer anderen Akteuren, dass letztere durch [[Hedging]] die Risiken verringern können, die sie aufgrund ihrer Tätigkeit tragen müssten. Ohne [[Risikofreude|risikofreudige]] Spekulanten würde ein Teil der [[risikoavers]]en Marktteilnehmer seine Risiken selbst tragen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Liquiditäts- und Effizienzfunktion ====&lt;br /&gt;
Ohne die Sicherheit, Spekulationsobjekte jederzeit kaufen und verkaufen zu können, sind diese Objekte für Spekulanten selbst bei hohen Preisschwankungen ungeeignet (&amp;#039;&amp;#039;Liquiditätsfunktion&amp;#039;&amp;#039;). Deshalb erschwert die fehlende [[Liquidität]] beispielsweise eine [[Bodenspekulation|Boden-]] und [[Immobilienspekulation]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=RDzLGDcu8WMC&amp;amp;pg=PA121&amp;amp;dq=spekulation+Liquidit%C3%A4t&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=spekulation%20Liquidit%C3%A4t&amp;amp;f=false Hans Otto Lenel u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;ORDO 62: Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band 62, 2011, S. 121]&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkaufswillige Spekulanten müssen deshalb auf einen liquiden Markt treffen, der genügend Käufer aufweist und umgekehrt. Die [[Marktliquidität]] sorgt für eine hohe Transaktionsgeschwindigkeit, die für Spekulanten essentiell ist. Die Spekulation erhöht (zumindest in Phasen geringer Kursschwankungen) die Marktliquidität.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Emunds: [https://books.google.de/books?id=YPnYBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA90&amp;amp;dq=spekulation+funktionen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=spekulation%20funktionen&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Politische Wirtschaftsethik globaler Finanzmärkte&amp;#039;&amp;#039;], 2014, S. 90.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine weitere Funktion der Spekulation ist ein Beitrag zur [[Preiserkennung]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marc J. M. Bohmann, David Michayluk, Vinay Patel |Titel=Price discovery in commodity derivatives: Speculation or hedging? |Sammelwerk=Journal of Futures Markets |Band=39 |Nummer=9 |Datum=2019 |ISSN=1096-9934 |Seiten=1107–1121 |Online=https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/fut.22021 |Abruf=2020-07-19 |DOI=10.1002/fut.22021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spekulation besitzt keine &amp;#039;&amp;#039;Versorgungsfunktion&amp;#039;&amp;#039;, weil durch Kauf [[Vermögenswert]]e erworben werden, die nur zu Spekulationszwecken gehalten werden und nicht ihrem eigentlichen Zweck dienen sollen. Der Spekulant ist am Spekulationsobjekt nicht interessiert, sondern ausschließlich an der erwarteten [[Gewinnmitnahme]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Betriebswirtschaftslehre ===&lt;br /&gt;
Unternehmen setzen im Rahmen der betrieblichen Ressourcenallokation die Ressourcen Finanzmittel oder Sachmittel ein, um einen Preis- oder Kursgewinn zu erzielen. Unter dem – aus der [[Mikroökonomie]] stammenden – Begriff der Ressourcenallokation versteht die Betriebswirtschaftslehre die Zuteilung von Ressourcen ([[Arbeitskraft|Arbeitskräfte]], [[Finanzierungsinstrument|Finanzmittel]], [[Betriebsmittel (Produktion)|Sachmittel]]) auf Projekte.&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Völker/Eric Kasper: [https://books.google.de/books?id=hcL6BQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA17&amp;amp;dq=Ressourcenallokation&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Ressourcenallokation&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Interne Märkte in Forschung und Entwicklung&amp;#039;&amp;#039;], 2004, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Ressourcen werden im Rahmen der Ressourcenallokation zielgerichtet eingesetzt. Das Halten von [[Lagerbestand|Lagerbeständen]] ([[Rohstoff (Produktion)|Roh-]], [[Hilfsstoff (Rechnungswesen)|Hilfs-]] und [[Betriebsstoff]]en) und [[Fertigerzeugnis]]sen beinhaltet zwar spekulative Elemente (offene Bestandsposition), doch werden diese durch den eigentlichen [[Betriebszweck]] – Produktion zwecks Verkauf – überlagert. Hauptziel der [[Unternehmen]] ist die [[Gewinnmaximierung]] aus dem [[Produktionsprozess]] heraus, so dass das Halten von Beständen ausschließlich dem Produktionszweck dient und keinen spekulativen Charakter aufweist. Spekulation liegt bei [[Nichtbank]]en allerdings vor, wenn sie andere offene Positionen des [[Umlaufvermögen]]s (Wertpapiere, Devisen) oder Verbindlichkeiten ([[Fremdwährungskredit]]e) nicht durch [[Kurssicherung]] absichern. Spekulativen Charakter tragen mittel- und langfristige [[Bankguthaben]]/[[Bankkredit]]e, die mit [[Variabler Zins|variablen Zinsen]] ausgestattet sind und deshalb ein [[Zinsänderungsrisiko]] tragen. In diesen Fällen spekulieren Unternehmen zum Zwecke der Gewinnmaximierung. Dabei ist der Spekulationsgewinn um die Kosten der Spekulation ([[Transaktionskosten]]) und die Kosten für das Halten des Objektes wie [[Lagerkosten|Lager-]], [[Finanzierungskosten]] und [[Versicherungsprämie]]n (sog. &amp;#039;&amp;#039;Cost of carry&amp;#039;&amp;#039;) zu bereinigen. Die Spekulation kann volkswirtschaftlichen Schaden anrichten, wenn sich Unternehmen in die Spekulation „hineinziehen lassen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Oswald von Nell-Breuning: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Börsenmoral&amp;#039;&amp;#039;, 1928, S. 143.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Kreditinstitut]]en wird Spekulation im Rahmen des [[Eigenhandel]]s betrieben. Der Eigenhandel wird im eigenen Namen und für eigene Rechnung (nicht für Bankkunden) zwecks Erzielung kurzfristiger Handelsgewinne betrieben und erfüllt damit die Definition der Spekulation. Auch bestimmte Verhaltensweisen bei der [[Refinanzierung]] (das Eingehen eines [[Zinsänderungsrisiko]]s bei Inkongruenzen) haben spekulativen Charakter, sie gehören zum Transformationsbeitrag. Eine Form der Spekulation ist das Trading am [[Terminkontrakt|Financial Future]]-Markt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Negative Effekte der Spekulation ==&lt;br /&gt;
Das [[Marktverhalten]] der Spekulation beruht auf Erwartungen, die eintreffen oder enttäuscht werden können. Enttäuschte Spekulation führt zur Destabilisierung der Märkte.&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Siebert/Oliver Lorz: [https://books.google.de/books?id=INFPFmbOdpYC&amp;amp;pg=PA94&amp;amp;dq=Spekulation+arbitrage&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Spekulation%20arbitrage&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;], 1969, S. 95 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Herrscht auf einem Markt ein hinreichend hoher Grad an homogenen Erwartungen, neigen Marktteilnehmer zu [[Herdenverhalten]] und positivem Feedback-Trading,&amp;lt;ref&amp;gt;ein Anlageverhalten, das sich durch Kauf (Verkauf) von Spekulationsobjekten zeigt, deren Kurse gestiegen (gefallen) sind&amp;lt;/ref&amp;gt; was bestehende Markttrends verstärkt und die [[Volatilität]] der Marktpreise erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Köhler: [https://books.google.de/books?id=cYU1f7wSDl0C&amp;amp;pg=PA93&amp;amp;dq=spekulation+allokation&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=spekulation%20allokation&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Die Zulässigkeit derivativer Finanzinstrumente in Unternehmen, Banken und Kommunen&amp;#039;&amp;#039;], 2012, S. 93.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spekulationsblase ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Spekulationsblase}}&lt;br /&gt;
Weitet sich nun die Spekulation durch optimistische Erwartungen hinsichtlich der Trendfortsetzung zunehmend aus, Spekulanten nehmen sogar [[Bankkredit]]e für zusätzliche Spekulation auf und es kommt zu [[Kapazität (Wirtschaft)|Kapazitätserweiterungen]], können die [[Innerer Wert|Fundamentalwerte]] der Realwirtschaft nicht länger mit den ihnen zugeschriebenen Kursen/Preisen mithalten; letztlich entsteht eine Spekulationsblase. Diesen Zustand beschrieb bereits Adam Smith 1811 mit „overtrading“ (Überspekulation).&amp;lt;ref&amp;gt;Adam Smith/Dugald Stewart: &amp;#039;&amp;#039;The Works of Adam Smith&amp;#039;&amp;#039;, 1811, S. 160.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Spekulation entfernt sich die [[Börse]] zunehmend von den zugrundeliegenden Fundamentalwerten; der Anstieg der Vermögenswerte, der Löhne und der Beschäftigung führen zu höherem Konsum. Es steigen jedoch nicht nur die Preise der Spekulationsobjekte, sondern wegen der Kreditaufnahme auch das [[Zinsniveau]]. Zu einer Spekulationsblase kommt es, wenn [[Börsenkurs]]e deutlich von ihren fundamentalen Werten abweichen und diese Abweichung auch dann nicht verschwindet, wenn die Anleger wissen, dass der Kurs über dem fundamentalen Wert liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Trendverstärkung ===&lt;br /&gt;
Nach Meinung von Kritikern kann Spekulation dazu beitragen, dass sich [[Trend (Statistik)|Markttrends]] verstärken und Spekulationsblasen entstehen. Spekulanten werden für [[Währungskrise]]n und [[Wirtschaftskrise]]n wie die [[Argentinien-Krise]] oder die [[Asienkrise]] verantwortlich gemacht. Einige Wirtschaftswissenschaftler (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Globalisierungskritik]]er, siehe auch [[Freiwirtschaft]]) vertreten daher die Auffassung, Spekulation solle erschwert oder gar verboten werden. Die Einführung von [[Finanztransaktionssteuer]]n, speziell einer [[Tobin-Steuer]], wird von den Befürwortern mit der erhofften Eindämmung der Spekulation begründet. Nach herrschender Auffassung in den Wirtschaftswissenschaften reduzieren die damit verbundenen höheren Transaktionskosten jedoch die Arbitrage und damit die [[Wirtschaftlichkeit|Effizienz]] der Märkte, womit Spekulation sogar erleichtert würde. Die empirischen Forschungsergebnisse zeigen einen eindeutigen positiven Zusammenhang zwischen Transaktionskosten und der Volatilität (Instabilität) des Marktpreises.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RW&amp;quot;&amp;gt;Tavy Ronen/Daniel G Weaver: &amp;#039;&amp;#039;Teenies&amp;#039; Anyone?&amp;#039;&amp;#039;, in Journal of Financial Markets Vol. 4, 2001, S. 231–260.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hau&amp;quot;&amp;gt;Harald Hau: &amp;#039;&amp;#039;The Role of Transaction Costs for Financial Volatility: Evidence from the Paris Bourse&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the European Economic Association.&amp;#039;&amp;#039; Juni 2006, Vol. 4, No. 4, S. 862–890 ([http://hhau.fatcow.com/JEEA_2006_HAU.pdf PDF; 2,01 MB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Finanzkrise ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Finanzkrise}}&lt;br /&gt;
Während die Spekulationsblase ausnahmslos auf vorangegangene Spekulation zurückzuführen ist, können [[Finanzkrise]]n auch andere Ursachen haben. Spekulationen können Finanzkrisen aber verursachen oder verschärfen. Bei einer preisdestabilisierenden Spekulation mit einem gesamtwirtschaftlich negativen Nettowohlfahrtseffekt besteht die Gefahr einer Finanzkrise. Dazu ist erforderlich, dass sich die – auf einen Markt konzentrierte – Spekulation auf die Gesamtwirtschaft ausbreitet oder die Verhältnisse auf dem Spekulationsmarkt die übrige Volkswirtschaft [[Contagion-Effekt|anstecken]]. Hohe [[Kreditzins]]en als Folge einer Spekulationsblase wirken sich auf die [[Inflation]] aus und führen zu einem Preisverfall von Vermögenswerten. Die Folge sind [[Jahresfehlbetrag|Verluste]], die Unternehmen in die [[Unternehmenskrise]] führen können – dem wichtigsten [[Indikator (Wirtschaft)|Indikator]] einer Finanzkrise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spekulanten als Marktteilnehmer ==&lt;br /&gt;
Marktteilnehmer, die [[Arbitrage]]/Spekulation/[[Trader|Trading]] durchführen, werden mit dem [[Nomen Agentis]] Arbitrageur/Spekulant/[[Trader]] bezeichnet. Die verschiedenen [[Anlagestrategie|Anlage-]] und [[Handelsstrategie]]n können den Marktteilnehmern wie folgt zugeordnet werden:&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Oehler, &amp;#039;&amp;#039;Die Erklärung des Verhaltens privater Anleger&amp;#039;&amp;#039;, 1995, S. 155; ISBN 978-3-7910-0978-0&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Marktteilnehmer]]&lt;br /&gt;
! [[Strategie (Wirtschaft)|Strategie]]&lt;br /&gt;
! [[Planungshorizont]]&lt;br /&gt;
! Strategiemittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Privatanleger]]&lt;br /&gt;
| [[Anlagestrategie]]: [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögenserhöhung]], [[Altersvorsorge]] || [[kurzfristig]] /  [[mittelfristig]] &amp;lt;br /&amp;gt; [[langfristig]] || [[buy and hold]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[institutioneller Anleger]]&lt;br /&gt;
| [[Anlagestrategie]]: [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögenserhöhung]] &amp;lt;br /&amp;gt; [[Handelsstrategie]]: [[Gewinnmitnahme]] || [[mittelfristig]] / [[langfristig]] || [[buy and hold]] &amp;lt;br /&amp;gt; [[Timing-Strategie (Finanzwirtschaft)|Timing-Strategie]]&lt;br /&gt;
|-class=&amp;quot;hintergrundfarbe8&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Arbitrage]]ure/Spekulanten/[[Trader]]&lt;br /&gt;
| [[Handelsstrategie]]: [[Gewinnmitnahme]] || [[kurzfristig]] &amp;lt;br /&amp;gt; [[mittelfristig]] || [[Timing-Strategie (Finanzwirtschaft)|Timing-Strategie]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwerpunkt bei Privatanlegern ist die mittel- und langfristige Kapitalanlage, Schwerpunkt bei Arbitrageuren/Spekulanten/Tradern ist die kurzfristige (Extremfall tägliche beim [[Daytrading]]) [[Gewinnmitnahme]]. Ausnahmsweise können Privatanleger auch kurzfristige Finanzprodukte wie [[Termingeld]]er als Anlageobjekt wählen, Spekulanten auch mittelfristige wie bei der Spekulation auf dem [[Immobilienmarkt]]. Privatanleger sind an den [[Marktdaten]] der Anlageobjekte interessiert (insbesondere [[Anlageklasse]], [[Börsenkurs]], [[Emittent (Finanzmarkt)|Emittent]], [[Fälligkeit]], [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeit]] oder [[Zinssatz]]), Arbitrageure/Spekulanten/Trader benutzen die Anlageobjekte lediglich als Vehikel für die Gewinnmitnahme und sind am Anlageobjekt nicht interessiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewinnerzielung ==&lt;br /&gt;
Ziel einer jeden Spekulation ist der Spekulationsgewinn. Dieser wird vom Spekulanten vereinnahmt, wenn er sein Spekulationsgeschäft [[Glattstellung|glattstellt]]. Dann entsteht eine positive Differenz zwischen den niedrigeren [[Anschaffungskosten]] und dem höheren [[Verkaufspreis]]. Dieser [[Spekulationsgewinn]] ist nach {{§|23|estg|juris}} [[Einkommensteuergesetz (Deutschland)|Einkommensteuergesetz]] (EStG) in Deutschland und oft auch international steuerpflichtig, wenn bestimmte Spekulationsobjekte innerhalb eines bestimmten Spekulationszeitraums erworben und veräußert werden. Da jedoch jeder Spekulation eine [[Ungewissheit]] anhaftet, kann auch ein Spekulationsverlust entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Zur [[Kapitalanlage]] grenzt sich die Spekulation dadurch ab, dass der [[Anleger (Finanzmarkt)|Kapitalanleger]] nicht an Gewinnen aus dem Kauf und Verkauf einer Anlage interessiert ist, sondern ausschließlich die [[Ertrag|Erträge]] der Kapitalanlage ([[Zins]]en oder [[Dividende]]n) vereinnahmen und sein [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögen]] steigern will. Ein Kapitalanleger ist zudem an der Kapitalanlage interessiert und zeichnet sich durch lange Haltedauern („[[buy and hold]]“) aus. Der extreme Spekulant hält hingegen Finanzprodukte im Rahmen des [[Hochfrequenzhandel]]s oder des [[Automatisierter Handel|automatisierten Handels]] sehr kurzfristig (Sekunden oder Minuten) und erzielt hohe Umsätze ([[Daytrading]]). Die zu einem bestimmten Zeitpunkt eingegangenen und gleichzeitig (woanders) glattgestellten &amp;#039;&amp;#039;Arbitragegeschäfte&amp;#039;&amp;#039; sind dagegen risikolos, da sämtliche [[Information]]en über Kurse, Zinsen oder Preise bereits zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses vorliegen und deshalb [[Entscheidung unter Sicherheit|Entscheidungen unter Sicherheit]] getroffen werden ([[Informationsgrad]]: 100 %).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
Als „Hot money“ ({{deS|„heißes Geld“}}) werden Gelder bezeichnet, die aus Spekulationsgründen auf den [[Geldmarkt|Geld-]] oder [[Devisenmarkt|Devisenmärkten]] kurzfristig aus einem Land in ein anderes verlagert werden. Volkswirtschaftliche Bedeutung erzielen diese Gelder vor allem, wenn sie ebenso kurzfristig abgezogen werden und krisenverstärkend wirken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;CRS&amp;quot;&amp;gt;Michael F. Martin/Wayne M. Morrison, &amp;#039;&amp;#039;China’s „Hot Money“ Problems&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;CRS Report for Congress, July 21, 2008&amp;#039;&amp;#039;, [http://www.fas.org/sgp/crs/row/RS22921.pdf PDF]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Ratingagentur]]en gibt es für [[Rating (Finanzwesen)|Ratings]] die [[Ratingstufe]] „spekulativ“; die [[Bonität]] des [[Emittent (Finanzmarkt)|Emittenten]]/[[Schuldner]]s/[[Kreditnehmer]]s wird dabei als nicht anlagewürdig eingestuft. Die so eingestuften Spekulationsobjekte ([[Staat]]en, [[Unternehmen]], [[Emission (Wirtschaft)|Emissionen]] wie [[Aktie]]n oder [[Schuldverschreibung]]en) unterliegen einem besonders hohen [[Finanzrisiko]] und sind hochgradig [[Ausfallwahrscheinlichkeit (Finanzwesen)|ausfallgefährdet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Spekulationskasse]]&lt;br /&gt;
* [[Dienstmädchenhausse]]&lt;br /&gt;
* [[Optionsstrategie]]&lt;br /&gt;
* [[Schwarzer Mittwoch]]&lt;br /&gt;
* [[Wirtschaftskrise]]&lt;br /&gt;
* [[Konjunktur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans-Heinrich Bass]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.hs-bremen.de/internet/hsb/struktur/mitarbeiter/bass/publikationen/downloadangebote/bass__the_relevance_of_speculation__rural21__2011-11-07.pdf The relevance of speculation] (PDF; 1,1&amp;amp;nbsp;MB)&amp;#039;&amp;#039;, in: Rural 21. The International Journal for Rural Development, 05/2011, S. 17–21.&lt;br /&gt;
* Nasser Saber: &amp;#039;&amp;#039;Speculative Capital.&amp;#039;&amp;#039; Financial Times, Prentice Hall 1999&lt;br /&gt;
** Band 1: &amp;#039;&amp;#039;The Invisible Hand of Global Finance.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 0-273-64155-7&lt;br /&gt;
** Band 2: &amp;#039;&amp;#039;The Nature of Risk in Capital Markets.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 0-273-64422-X&lt;br /&gt;
* [[Urs Stäheli]]: &amp;#039;&amp;#039;Spektakuläre Spekulationen. Das Populäre der Ökonomie.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 3-518-29410-5&lt;br /&gt;
* [[Werner Plumpe]]: &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftskrisen. Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2010. (Beck Wissen, 2701) ISBN 978-3-406-60681-6 (insbes. S. 11–16: &amp;#039;&amp;#039;Die Krisen und die Spekulation.&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentation ==&lt;br /&gt;
* [[Boom und Crash – Wie Spekulation ins Chaos führt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Spekulation}}&lt;br /&gt;
* Stichwort [https://www.kas.de/de/einzeltitel/-/content/lexikon-soziale-marktwirtschaft-wirtschaftspolitik-von-a-z Spekulation] im &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Sozialen Marktwirtschaft&amp;#039;&amp;#039; der [[Konrad-Adenauer-Stiftung]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.sueddeutsche.de/thema/Die_gro%C3%9Fen_Spekulanten Die großen Spekulanten],&amp;#039;&amp;#039; Serie der &amp;#039;&amp;#039;[[Süddeutsche Zeitung|Süddeutschen Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Arne Storn: [https://www.zeit.de/2010/20/Spekulanten/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Wenige Herren mit vielen Milliarden. Wie Großspekulanten mit gewaltigen Summen gegen Banken, Immobilienkäufer und ganze Währungen wetten.&amp;#039;&amp;#039;] In: Die Zeit 20/2010 vom 12. Mai 2010&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/2010/36/Spekulanten/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Sind Spekulanten böse?&amp;#039;&amp;#039;] In: Die Zeit 36/2010 vom 2. September 2010&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4056142-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aktienmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Devisenmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarktgeschäft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzlehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzstrategie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Finanzwesen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>