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	<title>Spalier - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T10:52:56Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Spalier&amp;diff=310365&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jordi: Spießrutenlaufen</title>
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		<updated>2024-06-14T10:55:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Spießrutenlaufen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt das Obstspalier. Für das militärische Spalier zur Ehrenbezeugung siehe [[Empfang mit militärischen Ehren]]; für das Strafspalier siehe [[Spießrutenlaufen]]; für das Menschenspalier allgemein gibt es keinen Artikel.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Hauswand-mit-Spalierobst.jpg|mini|Spalierobst an einer Hauswand]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Spalier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (französisch &amp;#039;&amp;#039;espalier&amp;#039;&amp;#039;, vgl. evtl. &amp;#039;&amp;#039;italienisch:&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;spalla&amp;#039;&amp;#039; = Stütze, Schulter) ist eine meist gitterartige Konstruktion, an der traditionell Nutzpflanzen ([[Obstbaum]]triebe, [[Weinrebe]]n) befestigt und in eine gewünschte Wuchsform gebracht werden können. In der Unterscheidung zu einer Kletterhilfe bzw. einem [[Rankgerüst]], an denen [[Kletterpflanze]]n eigenständig emporwachsen, werden an einem Spalier verschiedene nicht kletternde Pflanzen bzw. ihre Triebe regelmäßig angebunden. Spaliere werden ebenso für Zierpflanzen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Rosen]]) oder auch ganz ohne Pflanzen (als reines [[Ornament]]) verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Spalier kann an einer Hauswand angebracht sein oder als freistehende Konstruktion errichtet werden. Spaliere können aus [[Holz]], [[Metall]], [[Draht]] oder Faserverbundwerkstoffen, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Glasfaserverstärkter Kunststoff|glasfaserverstärktem Kunststoff]] gebaut werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein freistehendes Spalier wird auch als [[Pergola]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Unter Spalier (frz. &amp;#039;&amp;#039;espalier&amp;#039;&amp;#039;) verstand man im Gartenbau ursprünglich die Kulturform des Spalierobstes, auch Obsthecke (&amp;#039;&amp;#039;palissade&amp;#039;&amp;#039;) genannt. Sie entstand Ende des 16. Jahrhunderts in Frankreich. Die Obsthecke konnte an einer Wand oder frei stehen. Im letzteren Fall sprach man von &amp;#039;&amp;#039;contrespalier&amp;#039;&amp;#039;. Man verwendete im 16. Jahrhundert noch keine hölzernen Gerüste, sondern hielt die Obsthecken nur äußerlich in Form und band sie notdürftig an der Wand fest. Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;espalier&amp;#039;&amp;#039; (Spalier) hatte ursprünglich nichts mit Lattengerüsten zu tun. Es gab auch noch keine besondere Schnitt-Technik. Die Gehölze wuchsen innerhalb der Hecke weitgehend frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte des 17. Jahrhunderts kam in Frankreich Spalierobst &amp;#039;&amp;#039;en eventail&amp;#039;&amp;#039; auf. Das bedeutet, dass die Bäume in eine bestimmte, fächerförmige Form geleitet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte des 18. Jahrhunderts leitete [[René Schabol]] die Aufmerksamkeit auf eine in [[Montreuil]] neu entwickelte Spalierbaumform, bei der wie beim Zwergbaum der Leittrieb entfernt wurde und ihm nur zwei etwa im 45-Grad-Winkel aufstrebende Äste belassen wurden, von denen die Zweige ungefähr senkrecht und waagerecht abgingen. Diese Form – auch &amp;#039;&amp;#039;Palmette à la Montreuil&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;palmette quarrée&amp;#039;&amp;#039; genannt – wirkte geometrischer als die bisherigen. Sie war wie der Fächer eigentlich für den Pfirsich entwickelt worden, eignete sich aber noch viel besser für Birnen- und Apfelbäume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spalierbäume mit exakt in die Senkrechte und in die Waagerechte geleiteten Ästen (&amp;#039;&amp;#039;palmette à cordon horizontal&amp;#039;&amp;#039;) tauchen zuerst im 18. Jahrhundert in den Niederlanden und in England auf. Diese aufwändigere Form des Spalierobstes ermöglichte die Verwendung starkwüchsiger Birnensorten, die auf diese Weise wohl zehn laufende Meter einer Mauer einnehmen konnten. Angeblich gewährleistete nur sie die gleichmäßige Verteilung des Saftes am Spalier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert entstanden viele weitere Spalierobstformen, darunter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Armleuchter-Palmette (&amp;#039;&amp;#039;palmette-candelabre&amp;#039;&amp;#039;) mit senkrechten Ästen, die von einem tief stehenden waagerechten Ast abgehen&lt;br /&gt;
* U-Formen (&amp;#039;&amp;#039;cordon vertical&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* U-Palmetten, bei denen der Baum in ein bis vier U-Formen geteilt wird, die nebeneinander gereiht sind&lt;br /&gt;
* Die Verrier-Palmette mit konzentrischen U-Formen abnehmender Größe, benannt nach Louis Verrier, einem Gartenbaulehrer, der sie um 1850 entwickelte&lt;br /&gt;
* Die Palmette mit schrägen Ästen (&amp;#039;&amp;#039;palmette à branches obliques&amp;#039;&amp;#039;) und&lt;br /&gt;
* Schräger Cordon (&amp;#039;&amp;#039;cordon obliques&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konstruktionsformen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rose espalier Niedernhall.JPG|mini|Rosenspalier an einer Hausmauer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Latten- und Drahtwerk, woran [[Rebstock|Rebstöcke]] und Obstbäume in die Breite gezogen und mit den Ästen und Zweigen angebunden werden, kann vorzugsweise an [[Trockenmauer|Mauern]] oder Hauswänden angebracht werden, die nach [[Süden]] ausgerichtet sind. Für das tragende Gerüst werden spezielle Pfosten aus Holz verwendet, die im [[Weinbau]] auch als [[Stickel]] bezeichnet werden. An dem Spalier wird mit [[Drahthaken]] ein [[Plastifizieren (Beschichten)|plastifizierter]] oder ein einfacher [[Verzinken|verzinkter]] Eisendraht befestigt, der über einen Spannstickel am Zeilenanfang und am Zeilenende eines Spaliers und einen [[Stabanker]] straff gespannt wird. Das Nachspannen erfolgt über ein [[Spannschloss]] bzw. mittels speziellen [[Heftkette]]n. Die [[Spannung (Mechanik)|Zuglast]] kann je nach Nutzpflanze, Erziehungsform und Zeilenlänge auf den verwendeten Draht und die Stickel sehr groß werden. An besonders belasteten Stellen im Spalier können deshalb Querhölzer zwischen den Stickeln so angebracht werden, dass die Zugspannung in den Boden abgeführt wird. Am Spannstickel, der die größte Zuglast zu tragen hat, empfiehlt sich neben dem Stabanker außerdem die Verwendung eines Keilholzes, das die [[Kräfteparallelogramm|Kräfte]] über die zwei folgenden Stammstickel gleichmäßig in den Boden ableitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendung ==&lt;br /&gt;
=== Obstbau ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bindeklammer.jpg|mini|Bindeklammer zum Befestigen von Zweigen an einem vor der Fassade gespannten Stahlseil]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Formobstbau}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher war es weit verbreitet, Obstbäume an nach Süden gerichteten Hausfassaden oder Mauern an Spalieren zu ziehen. Die Wände heizen sich durch die Sonnenstrahlen auf und geben die Wärme bis in die Nachtstunden hinein wieder ab, so dass sich auch in Nordeuropa wärmebedürftige Obstbäume wie Aprikose und Pfirsich anpflanzen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist es im gewerblichen [[Obstbau]] üblich, die Bäume als Spalierobst in geradlinigen Reihen zu ziehen, um Maschinen zum Beschnitt und zur Ernte einsetzen zu können. Die Leitäste werden dabei waagerecht entlang von gespannten Seilen geführt.&amp;lt;!-- Diese Spalierbäume unterscheiden sich vom &amp;#039;&amp;#039;Pyramidenanbau&amp;#039;&amp;#039; durch die Stellung ihrer Äste, welche nicht in einer Spirallinie &amp;#039;&amp;#039;um&amp;#039;&amp;#039; den Stamm stehen, sondern paarweise, einander gegenüber möglichst waagerechten Leitäste bilden.  &amp;lt;&amp;lt;  &amp;quot;Spirallinie&amp;quot; ?? --&amp;gt; Die [[Erntemaschine]]n fahren durch die Reihen des Spalierobstes. Hochbeinige Maschinen fahren über die Reihen und beschneiden diese an drei Seiten gleichzeitig.&amp;lt;!-- Die lineare Ausrichtung macht die Anlagen besonders [[wind]]anfällig.  &amp;lt;&amp;lt;  Warum? --&amp;gt; Durch die breiten Lesegassen ist der Boden weniger verschattet als etwa bei Streuobstwiesen. Die erhöhte Austrocknung des [[Boden (Bodenkunde)|Bodens]] erfordert häufig eine künstliche [[Bewässerung]] und kann die [[Erosion (Geologie)|Erosionsneigung]] erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weinbau ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Reberziehung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery heights=&amp;quot;165&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Historische Etagenerziehung.jpg|Etagenerziehung mit Reben auf Holzlatten- historische Abbildung.&lt;br /&gt;
 Geisenheim suedfront d lehranstalt um 1900.jpg|Spalierreben an der Südfront der Lehranstalt in Geisenheim/R. – historische Abbildung.&lt;br /&gt;
 Spaliererziehung in Suedtirol.JPG|Weingarten mit Spaliererziehung in Südtirol.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Andere Bedeutungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Barack and Michelle Obama leave Berlin, 2013.jpg|miniatur|Das [[Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung]] steht zu Ehren von [[Barack Obama]] zum Abschied von seinem Berlin-Besuch im Jahr 2013 Spalier.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Spalier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man auch die Aufstellung von [[Soldat|Truppen]] oder Personen in Reihen zu beiden Seiten einer Strecke. Eine solche Gasse aus zwei Reihen stehender Personen und/oder von berittenen Tieren &amp;#039;&amp;#039;(Spalier stehen)&amp;#039;&amp;#039; wird zur Ehrerbietung an besondere Personen oder bei besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Taufen oder Todesfällen gebildet sowie zur Bestrafung ([[Spießrutenlaufen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;[[Spalierwuchs]]&amp;#039;&amp;#039; genannte Wuchsform bestimmter Alpenpflanzen wurde ebenfalls von dieser Struktur abgeleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gastronomieküche bezeichnet Spalier eine essbare Gewürz- oder Geschmacksdekoration, welche als letztes herausragend auf der Speise drapiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Marina Heilmeyer, Lutz Grope, Gerd Schurig, Clemens Alexander Wimmer: &amp;#039;&amp;#039;Beste Birnen bei Hofe. Potsdamer Pomologische Geschichten &amp;#039;&amp;#039;. Vacat, Potsdam 2004, ISBN 3-930752-29-8.&lt;br /&gt;
* Klaus Wallach: &amp;#039;&amp;#039;Des arbres fruitiers élevés en espalier oder: Die Kunst des Spalierbaus in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Die Gartenkunst]] 1 (2/1989), S. 193–205.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Espaliers|Spalier}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://giesebrecht.de/spalierobst.html Bau eines Obstspaliers]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4202057-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Technik im Gartenbau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Obstbau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Technik im Weinbau]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jordi</name></author>
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