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	<title>Sozialethik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T00:25:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sozialethik&amp;diff=106976&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Einzelnachweise */</title>
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		<updated>2024-02-17T14:43:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sozialethik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;soziale Ethik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (selten &amp;#039;&amp;#039;Gesellschaftsethik&amp;#039;&amp;#039;) versteht man die Teilbereiche der [[Angewandte Ethik|angewandten Ethik]], die sich mit der sozialen Ordnung und den gesellschaftlichen Bedingungen eines &amp;#039;&amp;#039;guten Lebens&amp;#039;&amp;#039; befassen. Sie wird von der [[Angewandte Ethik#Individual- und Sozialethik|Individualethik]] abgegrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutendste Ausprägung ist die [[christliche Sozialethik]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa [[Hans Lassen Martensen|H. Martensen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die sociale Ethik.&amp;#039;&amp;#039; Deutsche, vom Verfasser veranstaltete Ausgabe. Verlag von Rudolf Besser, Gotha 1878 (= &amp;#039;&amp;#039;Die Christliche Ethik. Specieller Theil. Zweite Abtheilung.&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt; Als [[theologische Ethik]] ist sie entweder als Teilgebiet der [[Moraltheologie]] zu betrachten oder steht neben dieser.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andreas  Lienkamp]]: &amp;#039;&amp;#039;Systematische Einführung in die christliche Sozialethik&amp;#039;&amp;#039;, in: F. Furger u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Sozialethik&amp;#039;&amp;#039;, Münster 1996, S. 44–45.&amp;lt;/ref&amp;gt; Enge Beziehungen bestehen zur [[Politische Philosophie|politischen Philosophie]]. Außerhalb der christlichen Sozialethik gibt es wissenschaftliche Reflexionen über normative Vorgaben und Zielvorstellungen sozialen Verhaltens in der [[Sozialphilosophie]] sowie in der [[Gesellschaftstheorie|Gesellschafts-]] und [[Staatstheorie|Staats-]] und [[Wirtschaftstheorie]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst-Ulrich Huster: &amp;#039;&amp;#039;Sozialethik&amp;#039;&amp;#039;, in: Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie&amp;#039;&amp;#039;. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Meiner, Hamburg 2010, ISBN 978-3-7873-1999-2, Band 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Die Sozialethik untersucht die Stellung des [[Individuum]]s in der [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] und fragt nach [[Wertvorstellung]]en (wie [[Freiheit]], [[Toleranz]], [[Gerechtigkeit]] oder [[Nachhaltigkeit]]), den richtigen Strukturen für gesellschaftliche [[Institution]]en (wie Recht, Wirtschaft, Unternehmensethik, Arbeit, Ehe, Familie, Migration, Kultur, Medien oder das Gesundheitssystem), dem gerechten Lohn und der Umsetzung dieser Themen in der Politik. Sie ist dabei auf sittliche Praxis bezogen, wobei nur [[Person]]en im moralisch relevanten Sinn Handlungen ausführen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht der Sozialethik aber nicht um das Handeln einzelner Personen, sondern um die [[Solidarität]], [[Subsidiarität]] und Kooperation verantwortlicher Personen unterschiedlicher Sozialbereiche. Diese wird häufig erst dann in gezielter Weise erfolgen, wenn die Öffentlichkeit auf bestimmte Fragen aufmerksam gemacht und für eine bestimmte Materie sensibilisiert ist (z.&amp;amp;nbsp;B. Fragen der [[Umweltethik]]). Das Soziale im eigentlichen Sinn setzt eine gewisse Konstanz voraus. Man spricht hier von Institutionalisierung, insofern es hier um überindividuelle Gemeinsamkeiten geht, die im Gegensatz zu spontanen und vorübergehenden Akten der Individuen in zeitlicher und räumlicher Perspektive eine gewisse Dauer aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Viktor Cathrein]] vertrat die Ansicht, dass sich die Ethik direkt an die Individuen und nur indirekt oder mittelbar an die Gesellschaft richtet.  Die Ethik sei daher wesentlich als Individualethik aufzufassen. Dagegen wies [[Arthur F. Utz]] ausdrücklich auf die Eigenständigkeit der Sozialethik gegenüber der Individualethik hin, die er beide aus der „Personalen Ethik“ ableitete. Das Sozialethische sei immer dort gegeben, „wo zwischen zwei oder mehreren Menschen eine übergeordnete Einheit begriffen wird, in welcher nicht mehr dieser oder jener in seiner gesonderten Beziehung zum eigenen Ziel, sondern vielmehr beide zusammen als Ganzes erfaßt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Arthur F. Utz: &amp;#039;&amp;#039;Sozialethik. Teil 1: Die Prinzipien der Gesellschaftslehre&amp;#039;&amp;#039; (1958), Heidelberg u.&amp;amp;nbsp;a. 2. Auflage 1964, S. 85–89 (hier S. 87)&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Individuum könne keine vom Ganzen getrennten Zwecke verfolgen, da es sonst sinnwidrig handeln würde, weswegen Utz in gewisser Weise der Sozialethik eine Vorrangstellung gegenüber der Individualethik einräumt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Begriff der Sozialethik entstand im Kontext gesellschaftlicher Wandlungsprozesse des 19. Jahrhunderts und wurde erstmals von [[Alexander von Oettingen]] eingeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;von_Oettingen&amp;quot;&amp;gt;Alexander von Oettingen: &amp;#039;&amp;#039;Querdenker und Charismatiker im Protestantismus des Kaiserreichs.&amp;#039;&amp;#039; – Kapitel 1, [http://www.diss.fu-berlin.de/2001/120/kap1.pdf FU&amp;amp;nbsp;Berlin]; &amp;lt;br /&amp;gt;Zur weiteren Begriffsgeschichte vgl. Friedrich Wilhelm Graf: &amp;#039;&amp;#039;Sozialethik&amp;#039;&amp;#039;, in &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 9,  Schwabe, Basel 1995, S. 1134–1138.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wollte damit eine neue Form der Ethik begründen, die eine „inductiv-numerische Erfahrungswissenschaft“ von den „sittlichen Bewegungsgesetzen“ sein soll.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander von Oettingen: &amp;#039;&amp;#039;Die Moralstatistik und die christliche Sittenlehre. Versuch einer Sozialethik auf empirischer Grundlage 1: Die Moralstatistik. Inductiver Nachweis der Gesetzmäßigkeit sittlicher Lebensbewegung im Organismus der Menschheit&amp;#039;&amp;#039; (1868)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Ansatz von Oettingens primär von protestantischen Sozialkonservativen rezipiert wird, orientiert sich der Katholizismus an der „Soziallehre“ der Kirche. Durch [[Neuscholastik|neuscholastische]] Ethiker wurden Prinzipien einer „christlichen Gesellschaft“ aus dem „[[Naturrecht]]“ abgeleitet:&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Die Arbeiterfrage und die christlich-ethischen Sozialprinzipien&amp;#039;&amp;#039; (1895); Heinrich Pesch: &amp;#039;&amp;#039;Liberalismus, Sozialismus und die christliche Gesellschaftsordnung&amp;#039;&amp;#039; (1891)&amp;lt;/ref&amp;gt; „Personwürde“, Solidarität, Subsidiarität und Sozialpflichtigkeit des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige protestantische Theologen wie Christian Palmer und [[Franz Hermann Reinhold Frank]] lehnen den Begriff Sozialethik ab, weil nicht gesellschaftliche Institutionen (Kirche, Staat, Nation), sondern allein die „einzelne Person“ als sittliches Subjekt gelten könne.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Palmer: Rezension von: Alexander von Oettingen: &amp;#039;&amp;#039;Die Moralstatistik der christlichen Sittenlehre 1&amp;#039;&amp;#039; (1868). Jahrbücher für Deutsche Theologie 14 (1869) 372–378; Franz Hermann Reinhold Frank: &amp;#039;&amp;#039;Ueber Socialethik&amp;#039;&amp;#039;, in: Zeitschrift für Protestantismus und Kirche NF 60 (1870) 75–109.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Ausdifferenzierung der Gesellschaft erhielten sozialethische Konzepte immer mehr eine einheitsstiftende Funktion. Die Sozialethik etabliert sich dabei zu einer neben der Individual- und Personalethik gleichwertigen Disziplin. Seit dem [[Kulturkampf]] wird sie mit konkurrierenden sozialpolitischen Konzepten verbunden. Die 1892 gegründete &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur&amp;#039;&amp;#039;, Moralphilosophen aus dem Umfeld des Marburger Neukantianismus sowie Soziologen wie [[Ferdinand Tönnies]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ferdinand Tönnies: &amp;#039;&amp;#039;Gemeinschaft und Gesellschaft – Grundbegriffe der reinen Soziologie&amp;#039;&amp;#039; (8. Aufl. 1935, ND 1979).&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Georg Simmel]]&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Simmel: &amp;#039;&amp;#039;Bemerkungen zu socialethischen Problemen&amp;#039;&amp;#039;. Vierteljahresschrift wissenschaftlicher  Philosophie 12 (1888), S. 32–49, in: H.-J. Dahme (Hrsg.): Gesamtausgabe 2 (1989), S. 20–36.&amp;lt;/ref&amp;gt; verwenden den Begriff der Sozialethik für eine moralische Kritik der herrschenden Zustände, die aus ihrer Sicht zu sehr durch ökonomische Faktoren geprägt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ernst Troeltsch]] bestreitet 1912 mit seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen&amp;#039;&amp;#039; (1912) die Möglichkeit, aus der christlichen Tradition verbindliche Maßstäbe zur Ordnung der Gesellschaft abzuleiten  und durch eine religiös inspirierte Sozialreform die Krisen der Moderne zu meistern. Er stößt damit eine intensive Debatte an, vermag sich aber mit seiner skeptischen Sicht in der protestantischen Theologie nicht durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1920er und 1930er Jahren wird die „Sozialethik“ in breiten protestantischen Kreisen zum Kampfbegriff gegen den liberalen Individualismus und „atomistische“ Gesellschaftskonzepte. Dies spiegelt sich auch in den von [[Karl Barth]] und [[Paul Althaus]] geführten Kontroversen um eine Begründung der Sozialethik  durch die lutherische [[Zweireichelehre]]  bzw. die reformierte Lehre von der „Königsherrschaft Jesu Christi“ wieder.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Althaus: &amp;#039;&amp;#039;Religiöser Sozialismus. Grundfragen der christlichen  Sozialethik&amp;#039;&amp;#039; (1921); Karl Barth: &amp;#039;&amp;#039;Grundfragen der christlichen Sozialethik – Auseinandersetzung mit Paul Althaus&amp;#039;&amp;#039; (1922), in: H. Finze (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vorträge und kleine Arbeiten 1922–25&amp;#039;&amp;#039; (1990), S. 39–57&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Heinz-Dietrich Wendland]] verlangt, die Sozialethik in eine „Sozialtheologie“ zu überführen, die aus dem Glauben ein eigenes „Sozialprinzip“ ableitet und die „[[Gemeinschaft der Heiligen]]“  (&amp;#039;&amp;#039;Communio sanctorum&amp;#039;&amp;#039;)  zum verbindlichen Modell politischer Vergemeinschaftung erklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Dietrich Wendland: &amp;#039;&amp;#039;Zur Grundlegung der christlichen Sozialethik&amp;#039;&amp;#039;, in: Zeitschrift für  systematische Theologie 7 (1929), S. 22–56&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1945 lassen sich in der Theologie beider Konfessionen verstärkt Ansätze zur disziplinären Verselbständigung der Sozialethik erkennen. [[Reinhold Seeberg]] gründet 1927 an der [[Humboldt-Universität zu Berlin|Berliner Universität]] erstmals ein eigenes Institut für Sozialethik, dem weitere folgen. Daneben werden eigene Lehrstühle für Sozialethik bzw. Soziallehre eingerichtet. Dies entspricht auch den politischen Bedürfnissen beider Großkirchen, die durch päpstliche Enzykliken bzw. Denkschriften Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse und die moralische Kultur der Gesellschaft zu gewinnen versuchen. Das wachsende Gewicht der Sozialethik wird nach 1945 zudem durch die ökumenische Bewegung gestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wichtige Vertreter gegenwärtiger Debatten gelten [[Johannes Messner]], [[Oswald von Nell-Breuning]], [[Joseph Höffner]], [[Anton Rauscher]], [[Alfred Klose (Politikwissenschaftler)|Alfred Klose]] oder [[Friedhelm Hengsbach]]. Eine moderne Interpretation der Sozialethik liefert auch die „[[Wirtschaftsethik|ökonomische Ethik]]“ der [[Ordnungspolitik|ordnungspolitisch]] ausgerichteten Schule von [[Ingo Pies]] und [[Karl Homann]].&amp;lt;ref&amp;gt; Homann, Karl / Pies, Ingo (1994a): „Wirtschaftsethik in der Moderne. Zur ökonomischen Theorie der Moral.“ in: &amp;#039;&amp;#039;Ethik und Sozialwissenschaften&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 5, No. 1, S. 1–13 und [[Karl Homann|Homann, Karl]] / [[Ingo Pies|Pies, Ingo]] (1994): „Wie ist Wirtschaftsethik in der Moderne möglich? Zur Theoriebildunggsstrategie einer modernen Wirtschaftsethik.“ in: &amp;#039;&amp;#039;Ethik und Sozialwissenschaften&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 5, No. 1, S. 93–108. Ferner Petrick, Martin / Pies, Ingo (2007): „In search for rules that secure gains from cooperation. The heuristic value of social dilemmas for normative institutional economics“, in: &amp;#039;&amp;#039;European Journal of Law and Economics&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 23, S. 251–271.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hermann-Josef Wallraff: &amp;#039;&amp;#039;Sozialethik im Wandel der Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; 1974.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4055765-0}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialethik| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialphilosophie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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