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	<title>Sorgfalt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sorgfalt&amp;diff=1539914&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Freigut: typo</title>
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		<updated>2026-02-19T16:27:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sorgfalt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Umgangssprache]] die [[Gewissenhaftigkeit]] und [[Genauigkeit]] beim [[Handeln]] und in der [[Rechtswissenschaft]] die [[Rechtspflicht]] von [[Rechtssubjekt]]en, sich nach den [[Rechtsnorm]]en zu verhalten. Gegensatz ist die Sorglosigkeit. Sorgfalt ist nicht [[Legaldefinition|legaldefiniert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sorgfalt im Recht ==&lt;br /&gt;
Im Recht ist die Sorgfalt [[Rechtsnorm|normativ]], [[sozial]]bezogen und objektiv-typisierend.&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Deutsch, Andreas Spickhoff: &amp;#039;&amp;#039;Medizinrecht&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S.&amp;amp;nbsp;209.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;#039;&amp;#039;normative&amp;#039;&amp;#039; Element verlangt eine nach den jeweiligen Umständen gebotene Sorgfalt, so dass ein übliches Verhalten nicht ausreicht. Die [[Übung|Üblichkeit]] kann nach einem Urteil des [[Bundesgerichtshof]]s (BGH) vom Juli 1970 nur dann als Sorgfalt genügen, wenn sie keinen [[Missbrauch]] darstellt.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Urteil vom 7. Juli 1970, Az.: VI ZR 223/68.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Fall ging es um einen Druckfehler in einem medizinischen Fachbuch (25 % statt 2,5 % zur [[Differentialdiagnose]] [[Innere Krankheiten|innerer Krankheiten]]), der durch besondere, unter Umständen auch aufwendige Maßnahmen hätte vermieden werden können. Die &amp;#039;&amp;#039;Sozialbezogenheit&amp;#039;&amp;#039; betrifft den konkreten [[Verkehrskreis]]; beispielsweise kann von einem Arzt nur das verlangt werden, was allgemein von Medizinern in der gleichen Situation erwartet werden kann. &amp;#039;&amp;#039;Objektiv-typisierend&amp;#039;&amp;#039; ist das Verhalten eines Mediziners in der gleichen Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem [[unbestimmter Rechtsbegriff|unbestimmten Rechtsbegriff]] „die im Verkehr erforderliche Sorgfalt“ ist eine weitgehende Bedeutung beigemessen. Unter „Verkehr“ versteht das Gesetz den Rechtsverkehr, also die [[Rechtsbeziehung]]en von Personen. „Erforderlich“ bedeutet, dass das Maß der anzuwendenden Sorgfalt nach objektiven Maßstäben zu bestimmen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Quittnat: &amp;#039;&amp;#039;Der Privatrechtsfall&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S.&amp;amp;nbsp;24&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheidend für „die im Verkehr erforderliche Sorgfalt“ ist nicht die einer konkreten Person mögliche [[Aufmerksamkeit]], sondern vielmehr die Aufmerksamkeit eines durchschnittlich besonnenen und gewissenhaften Teilnehmers des betreffenden Verkehrskreises in einer entsprechenden Situation.&amp;lt;ref&amp;gt;Reichsgericht, Urteil vom 15. Februar 1919 - I 207/18 = RGZ 95, 16; BGH, Urteil vom 4. Februar 1953, [https://research.wolterskluwer-online.de/document/4f432cad-ca8e-4ff7-ba58-9ef1c488a248 Az.: VI ZR 106/52]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Im [[Römisches Recht|römischen Recht]] verwandte man für die Sorgfalt die Besorgnis oder ängstliche Genauigkeit &amp;#039;&amp;#039;(sollicitudo)&amp;#039;&amp;#039; oder das Achten oder Beachten &amp;#039;&amp;#039;(dilligere)&amp;#039;&amp;#039;. Ließ der gewissenhafte Hausvater &amp;#039;&amp;#039;(diligens pater familias)&amp;#039;&amp;#039; die Sorgfalt außer Acht, handelte er fahrlässig.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Jörs]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht: Römisches Privatrecht - Abriss des Römischen Zivilprozessrechts&amp;#039;&amp;#039;, 1949, S.&amp;amp;nbsp;179.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um einen überaus nachlässigen Verwalter &amp;#039;&amp;#039;(depositar)&amp;#039;&amp;#039; dennoch zur [[Rechenschaft]] zu ziehen, bediente sich der Jurist [[Aulus Cornelius Celsus]] des Kriteriums der eigenüblichen Sorgfalt &amp;#039;&amp;#039;([[diligentia quam in suis]]),&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pandekten|&amp;#039;&amp;#039;Digesten&amp;#039;&amp;#039;]] 16, 3, 32, Celsius 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; das noch heute im deutschen Recht Anwendung findet. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der [[Sprachforscher]] [[Johann Christoph Adelung]] ging 1811 davon aus, dass sich das Wort Sorgfalt wahrscheinlich aus Sorge und walten zusammensetzte.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Christoph Adelung: &amp;#039;&amp;#039;Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart&amp;#039;&amp;#039;, 1811, S.&amp;amp;nbsp;151 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermutlich geht das Wort Sorge auf das [[althochdeutsch]]e &amp;#039;&amp;#039;sworga&amp;#039;&amp;#039; zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Pfeifer: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S.&amp;amp;nbsp;1310 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 13. Jahrhundert ist im [[Mittelhochdeutsch]]en &amp;#039;&amp;#039;sorcveltic&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;sorcveldikeit&amp;#039;&amp;#039; belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Ludwig Karl Weigand: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, M-Z, 1876 S.&amp;amp;nbsp;741 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Lübecker Bürgermeister [[Gerhard von Minden]] verwendete im Mittelhochdeutschen um 1400 das Wort &amp;#039;&amp;#039;sorichvolt&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Versicherungsrecht, Haftungs- und Schadensrecht&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S.&amp;amp;nbsp;575.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ersichtlich erstmals erschien Sorgfalt 1637 in heutiger Schreibweise in der Lübecker Kanzleiordnung. Im Hochdeutschen ist Sorgfalt eine Verstärkung des Wortes „Sorge“.&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Deutsch, &amp;#039;&amp;#039;Versicherungsrecht, Haftungs- und Schadensrecht&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S.&amp;amp;nbsp;577&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten|Allgemeine Preußische Landrecht]] (prALR) vom Juni 1794 benutzte den Sorgfaltsbegriff nicht, sondern sprach von den Folgen eigener Pflichtverletzungen durch „Versehen“ (statt Fahrlässigkeit; §§ 18 ff. prALR). Im deutschen Recht ist der [[Rechtsbegriff]] der Sorgfalt auf die „diligentia“ des römischen Rechts zurückzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Benno Mugdan]], &amp;#039;&amp;#039;Motive zum BGB&amp;#039;&amp;#039;, Band I, 1899, S.&amp;amp;nbsp;279&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein – nicht in Kraft getretener – Alternativ-Entwurf zum Strafgesetzbuch sah 1966 vor, dass „fahrlässig handelt, wer die Sorgfalt außer Acht lässt, zu der er verpflichtet und fähig ist, und deshalb einen gesetzlichen Tatbestand verwirklicht“ (§ 18-E StGB 1966).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sorgfaltsmaßstab ==&lt;br /&gt;
[[Erwin Deutsch (Jurist)|Erwin Deutsch]] hatte 1963 eine Diskussion über die innere und äußere Sorgfalt in Gang gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Fahrlässigkeit und erforderliche Sorgfalt&amp;#039;&amp;#039;, 1963, S.&amp;amp;nbsp;94 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wenn der BGH diese Unterscheidung immer wieder zugrunde gelegt hat, ist es in der Literatur umstritten, ob diese Differenzierung notwendig ist. Die &amp;#039;&amp;#039;innere Sorgfalt&amp;#039;&amp;#039; bezieht sich jedenfalls auf die [[Kenntnis]] der möglichen [[Tatbestand]]sverwirklichung und verlangt Aufmerksamkeit und [[Konzentration (Psychologie)|Konzentration]]. Sie besteht aus „der Erkenntnis der Gefahr und der Steuerung des sachgemäßen Verhaltens“.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Wurmnest: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge eines europäischen Haftungsrechts&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S.&amp;amp;nbsp;145&amp;lt;/ref&amp;gt; Innere Sorgfalt ist die eigenübliche Sorgfalt &amp;#039;&amp;#039;(diligentia quam in suis)&amp;#039;&amp;#039;. Die &amp;#039;&amp;#039;äußere Sorgfalt&amp;#039;&amp;#039; ({{§|276|bgb|juris}} Abs. 1 Satz 2 [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]]) betrifft das äußerlich beobachtbare Verhalten, wie es der [[Rechtsordnung]] entspricht&amp;lt;ref&amp;gt;Hein Kötz/Gerhard Wagner, &amp;#039;&amp;#039;Deliktsrecht&amp;#039;&amp;#039;, 2010, Rn. 119&amp;lt;/ref&amp;gt; und erfordert sachgerechtes Verhalten. Die innere Sorgfalt ist Voraussetzung zur Erfüllung der äußeren Sorgfalt. Werden beide Kriterien verletzt, liegt [[Fahrlässigkeit]] vor. Im [[Haftungsrecht]] entscheidet die objektive äußere Sorgfalt. Besteht für die Fahrlässigkeit ein subjektiv-individueller Maßstab, ist auch die innere Sorgfalt ein Kriterium.&amp;lt;ref&amp;gt;Nils Jansen: &amp;#039;&amp;#039;Die Struktur des Haftungsrechts&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S.&amp;amp;nbsp;428.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wer in diesem Sinne nicht eigenverantwortlich handeln kann, wird durch {{§|827|bgb|juris}} BGB ausreichend geschützt. Im [[Strafrecht (Deutschland)|Strafrecht]] ist die innere Sorgfalt die subjektive, die äußere Sorgfalt die objektive Fahrlässigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claus Roxin]]: &amp;#039;&amp;#039;Strafrecht: Allgemeiner Teil&amp;#039;&amp;#039;, Band I: &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen&amp;#039;&amp;#039;, 2006, S.&amp;amp;nbsp;1064 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Ereignis]] ist dann unabwendbar ([[höhere Gewalt]]), wenn trotz „äußerster, nach Sachlage vernünftigerweise zu erwartender Sorgfalt“ der Erfolg eintritt,&amp;lt;ref&amp;gt;BGHZ 7, 338, 339.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Sorgfaltsmaßstab, der bereits im römischen Recht &amp;#039;&amp;#039;(culpa levissima)&amp;#039;&amp;#039; galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt für die Bestimmung der erforderlichen Sorgfalt ist der Integritätsanspruch eines zu schützendes [[Rechtsgut]]s, wobei der Grad seiner [[Bedrohung]], das [[Fähigkeit (Psychologie)|Können]] des Handelnden, die Erkenntnismöglichkeiten, die soziale Nützlichkeit des Verhaltens sowie die Gefahr- und Rechtssicherheitserwartungen des Rechtsverkehrs zu berücksichtigen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;BGB-RGRK/Erich Steffen: § 823, 1981, Rn. 405.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sorgfalt in eigenen Angelegenheiten ({{§|277|bgb|juris}} BGB) befreit nicht von der Haftung für [[grobe Fahrlässigkeit]]. Es ist eine Sorgfalt erforderlich, die jedem ordentlichen Menschen obliegt, um Schaden von sich abzuwehren. Persönliche Unzulänglichkeiten wie [[Unkenntnis]], [[Übermüdung]] oder fehlende [[Erfahrung]] werden nicht entlastend berücksichtigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Wurmnest, &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge eines europäischen Haftungsrechts&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S.&amp;amp;nbsp;146.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Kaufmann (HGB)|Kaufleuten]] gilt die „Sorgfalt des ordentlichen Kaufmanns“. Diese stellt nach {{§|347|hgb|juris}} Abs. 1 [[Handelsgesetzbuch|HGB]] bei [[Handelsgeschäft]]en besondere erhöhte Anforderungen, da er [[Fachkompetenz|sachkundig]] und [[Geschäft (Wirtschaft)|geschäftserfahren]] ist. Gemäß {{§|43|gmbhg|juris}} Abs. 1 [[Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung|GmbH-Gesetz]] gilt dies auch für [[Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Deutschland)|GmbH-Geschäftsführer]] und gemäß {{§|93|aktg|juris}} Abs. 1 [[Aktiengesetz (Deutschland)|AktG]] für [[Vorstandsmitglied]]er einer [[Aktiengesellschaft (Deutschland)|Aktiengesellschaft]] („Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsgebiete ==&lt;br /&gt;
=== Zivilrecht ===&lt;br /&gt;
Wird die erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen, liegt Fahrlässigkeit vor. Nach {{§|254|bgb|juris}} BGB besteht ein gespaltener Fahrlässigkeitsbegriff, nämlich die &amp;#039;&amp;#039;objektiv-typisierte Sorgfalt&amp;#039;&amp;#039; dem Grunde nach ({{§|276|bgb|juris}} Abs. 2 BGB) und das subjektiv-individuelle [[Verschulden]]. Nach § 276 Abs. 2 BGB liegt (leichte) Fahrlässigkeit vor, wenn „die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht“ gelassen wird. Mit der „im Verkehr erforderlichen Sorgfalt“ wird das Maß an Umsicht bezeichnet, „das nach dem Urteil besonnener und gewissenhafter Angehöriger des in Betracht kommenden Verkehrskreises zu beachten ist“.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH NJW 1972, 150, 151.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Verhaltens- oder Sorgfaltsmaßstab „erforderliche Sorgfalt“ ist demnach von jedermann zu beachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei unterscheidet das Gesetz verschiedene Grade der Abweichung von diesem Sorgfaltsmaßstab, nämlich die &amp;#039;&amp;#039;einfache&amp;#039;&amp;#039; (leichte), &amp;#039;&amp;#039;grobe&amp;#039;&amp;#039; Fahrlässigkeit (Leichtfertigkeit) und die Verletzung der Sorgfalt &amp;#039;&amp;#039;in eigenen Angelegenheiten&amp;#039;&amp;#039;. Grobe Fahrlässigkeit ist die Nichtbeachtung der geringsten Sorgfalt und verletzt die erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße; es wird nicht beachtet, was im gegebenen Falle jedem einleuchten musste oder es wurden naheliegende Überlegungen nicht angestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Palandt]]/Christian Grüneberg, &amp;#039;&amp;#039;BGB-Kommentar&amp;#039;&amp;#039;, 73. Auflage, 2014, § 277 Rn. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die „erforderliche Sorgfalt“ kommt beispielsweise in {{§|260|bgb|juris}} Abs. 2 BGB ([[Herausgabeanspruch|Herausgabe]] einer [[Sachgesamtheit]]) vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Handelsrecht ===&lt;br /&gt;
Das [[Handelsgesetzbuch|HGB]] behandelt die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns in {{§|86|hgb|juris}} HGB (Pflichten des [[Handelsvertreter]]s), {{§|130a|hgb|juris}} HGB ([[Zahlungsverbot]] bei [[Zahlungsunfähigkeit]] oder [[Überschuldung]]), {{§|347|hgb|juris}} HGB (Sorgfaltspflicht bei Handelsgeschäften), {{§|384|hgb|juris}} Abs. 1 HGB ([[Kommissionär]]), {{§|390|hgb|juris}} Abs. 1 HGB (Haftung des Kommissionärs für Verlust oder Beschädigung des Kommissionsguts).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonstige Rechtsgebiete ===&lt;br /&gt;
Verschiedene andere [[Rechtsgebiet]]e befassen sich ebenfalls mit Sorgfaltsfragen. Nach {{§|2|uwg_2004|juris}} Abs. 1 Nr. 7 [[Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb|UWG]] ist die [[unternehmer]]ische Sorgfalt „der Standard an Fachkenntnissen und Sorgfalt, von dem [[Billigkeit|billigerweise]] angenommen werden kann, dass ein Unternehmer ihn in seinem Tätigkeitsbereich gegenüber [[Verbraucher]]n nach [[Treu und Glauben]] unter Berücksichtigung der anständigen Marktgepflogenheiten einhält“. Entsprechen geschäftliche Handlungen der Unternehmer nicht diesen Anforderungen, liegt [[unlauterer Wettbewerb]] vor ({{§|3|uwg_2004|juris}} Abs. 2 UWG). Die Wahrnehmung dieser Sorgfalt setzt sachgemäßes Verhalten voraus. Bei einem [[Verwaltungsakt (Deutschland)|Verwaltungsakt]] muss die [[Verwaltung]] „sorgfältig und unparteiisch alle [rechtlichen und tatsächlichen] Gesichtspunkte des Einzelfalles untersuchen“.&amp;lt;ref&amp;gt;EuGH, Urteil vom 21. November 1991, Rs. C-269/90: Hauptzollamt München ./. TU München.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierbei gilt als Sorgfaltsmaßstab der einer durchschnittlichen Verwaltungsführung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Strafrecht ===&lt;br /&gt;
Im [[Strafrecht (Deutschland)|Strafrecht]] besteht keine [[Pflicht]] zur Sorgfalt, sondern nur die Pflicht, sorgfaltswidriges Verhalten zu unterlassen: „Was man nicht kann, soll man lassen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claus Roxin]]: &amp;#039;&amp;#039;Strafrecht: Allgemeiner Teil I&amp;#039;&amp;#039;, 2006, § 24/§ 36.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fahrlässiges Handeln ist nach {{§|15|stgb|juris}} StGB nur [[Strafbarkeit|strafbar]], wenn es ausdrücklich mit [[Strafe]] bedroht ist. Dabei orientiert sich die [[Rechtsprechung]] am zivilrechtlichen Fahrlässigkeitsbegriff des § 276 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Berufliche Sorgfaltspflicht ===&lt;br /&gt;
Die berufliche Sorgfaltspflicht ([[Berufsethos]]) ist bei einigen akademischen Berufen geregelt, so etwa bei [[Architekt]]en, [[Arzt|Ärzten]], [[Journalist]]en oder [[Rechtsanwalt|Rechtsanwälten]]. Der Arzt hat die berufliche Sorgfalt zu wahren und damit die ärztlichen Kunstregeln zu beachten. Seine Sorgfaltspflichten bestimmen sich nach dem jeweiligen, ihm zumutbaren Anstrengungen und den ihm zugänglichen und verfügbaren Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Behandlung.&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Saarbrücken, Urteil vom 24. Juni 1998, Az.: 1 U 815/97-159.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der Prüfung, ob die „journalistische Sorgfalt“ eingehalten wurde, ist vom Maßstab eines „verantwortungsvollen, gewissenhaften, verständigen, sach- und fachkundigen Journalisten auszugehen, der sorgfältige Recherchen anstellt und dabei dem Grundsatz [[audiatur et altera pars]] - welchem in der Regel durch Einholung einer Stellungnahme des Betroffenen zu entsprechen ist - Rechnung trägt“.&amp;lt;ref&amp;gt;OGH, Urteil vom 21. Januar 2009, Az.: GZ 15 Os 125/08h.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der [[Anglizismus]] [[Due-Diligence-Prüfung|Due Diligence]] betrifft in der [[Wirtschaft]] die „gebotene Sorgfalt“´, bei der durch [[Rechtsgutachten]] etwaige vorhandene [[Rechtsrisiko|Rechtsrisiken]] bei bestimmten [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] ausgeschlossen werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sorgfalt gegenüber zukünftiger Generationen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Letzte Generation Friedlicher Protestmarsch 04 2023 Berlin.jpg|alternativtext=Aktivisten fordern explizit die Sorgfaltspflicht des Staates gegenüber kommender Generationen ein.|mini|Aktivisten fordern explizit die in Artikel 20a GG aufgeführte Sorgfaltspflicht des Staates gegenüber kommender Generationen ein.]]Mit Beschluss vom 24. März 2021 erklärte das [[Bundesverfassungsgericht]] § 3 Abs. 1 Satz 2 und § 4 Abs. 1 Satz 3 [[Bundes-Klimaschutzgesetz|Klimaschutzgesetz (KSG)]] in Verbindung mit Anlage 2 (Zulässige Jahresemissionsmengen) mit den Grundrechten für unvereinbar, soweit eine Regelung über die Fortschreibung der nationalen Minderungsziele für Zeiträume ab dem Jahr 2031 fehlt. Der Gesetzgeber wurde verpflichtet, spätestens bis zum 31. Dezember 2022 die Fortschreibung der Minderungsziele für diese Zeiträume zu regeln. § 3 Abs. 1 Satz 2 und § 4 Abs. 1 Satz 3 KSG in Verbindung mit Anlage 2 bleiben jedoch anwendbar. Das Bundesverfassungsgericht hob in seinen [[Leitsatz|Leitsätzen]] im Hinblick auf den Umgang mit wissenschaftlichen Unwägbarkeiten heraus, dass [[Umweltschutz#Umweltrecht in Deutschland|Art. 20a GG]] den Gesetzgeber auch zugunsten zukünftiger Generationen zu besonderer Sorgfalt verpflichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sorgfalt im Alltag ==&lt;br /&gt;
[[Privatsphäre|Privatleben]] und [[Beruf]] sind nur mit Sorgfalt störungsfrei zu bewältigen. Dabei berücksichtigen sorgfältige Personen achtsam und systematisch alle [[Umweltzustand|Umweltzustände]] und setzen beim Handeln und bei [[Tätigkeit]]en Kriterien wie [[Präzision]], [[Genauigkeit]], [[Gewissenhaftigkeit]], [[Ordnungssinn]], Gründlichkeit, Umsicht oder Bedacht ein und erwägen alle möglichen Handlungsfolgen. Der Zweck der Sorgfalt liegt darin, durch dieses Verhalten [[Risiko|Risiken]], [[Haftung (Recht)|Haftungen]], [[Strafe]]n, [[Schaden|Schäden]] und/oder [[Unfall|Unfälle]] auszuschließen. Auch wenn bestimmte Risiken [[Versicherung (Kollektiv)|versicherbar]] sind, muss der [[Versicherungsnehmer]] seine Sorgfaltsmaßstäbe aufrechterhalten, ansonsten liegt bei geringerer Sorgfalt ein [[Moral Hazard]] vor.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=pRY9DQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA146&amp;amp;dq=Unk%C3%BCndbarkeit+moral+hazard&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Unk%C3%BCndbarkeit%20moral%20hazard&amp;amp;f=false Ulrich Deichert/Wolfgang Höppner/Joachim Steller (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Traumjob oder Albtraum&amp;#039;&amp;#039;, 2016, S. 146]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein zu hohes Maß an Sorgfalt wird als anankastisch oder [[Zwanghafte Persönlichkeitsstörung|zwanghaft]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken]] &lt;br /&gt;
* [[Pressekodex]]&lt;br /&gt;
* [[Mitverschulden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4181859-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://Kategorie:Tugend]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Juristische Methodenlehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schuldrecht (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handlung und Verhalten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertvorstellung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tugend]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leistung (Pädagogik)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Freigut</name></author>
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