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	<title>Sor U - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Bertramz: lf, k</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;lf, k&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Saw u.jpg|mini|Sor u]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sor u&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{thS|ซออู้}}), auch &amp;#039;&amp;#039;so u&amp;#039;&amp;#039;, englische Umschriften &amp;#039;&amp;#039;saw&amp;amp;nbsp;u, saw&amp;amp;nbsp;oo&amp;#039;&amp;#039;, ist eine zweisaitige, mit dem [[Bogen (Streichinstrument)|Bogen]] gestrichene Schalenspieß[[Lauteninstrument|laute]], die in der traditionellen, ursprünglich höfischen Musik in [[Zentralthailand]] gespielt wird und deren [[Resonanzkörper|Korpus]] aus einer Kokosnussschale besteht. Die &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; gehört zusammen mit der &amp;#039;&amp;#039;so duang&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;so sam sai&amp;#039;&amp;#039; zu den drei gestrichenen thailändischen Spießlauten. Ihre direkten Vorläufer stammen aus Südchina. Vermutlich wurde die &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; in der heutigen Form um 1900 in [[Thailand]] eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Die einfachsten Lauteninstrumente sind Spießlauten, bei denen ein langer Saitenträger durch einen kleinen Resonanzkörper durchgesteckt wird und am unteren Ende ein Stück herausragt. In Indien heißen diese ein- oder zweisaitigen Spießlauten, die meist gezupft werden, &amp;#039;&amp;#039;[[Ektara (Lauteninstrument)|ektara]]&amp;#039;&amp;#039; („eine Saite“). Sie werden unterschieden in Schalenspießlauten mit einem schalenförmigen, am Boden gerundeten Korpus und in Röhrenspießlauten, bei denen der Saitenträger quer in einer Röhre steckt. Zu den gestrichenen Schalenspießlauten in Indien, deren Korpus wie bei der &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; aus einer Kokosnussschale besteht, gehören die &amp;#039;&amp;#039;[[ravanahattha]]&amp;#039;&amp;#039; im Nordwesten und die einsaitige &amp;#039;&amp;#039;[[Pena (Lauteninstrument)|pena]]&amp;#039;&amp;#039; im Nordosten des Landes. In Indien erwähnt der Musikgelehrte Sharngadeva im 13. Jahrhundert in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Sangitaratnakara&amp;#039;&amp;#039; die &amp;#039;&amp;#039;pinaki [[vina]]&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;nihsanka vina&amp;#039;&amp;#039; als zwei Streichinstrumente, die Stab[[zither]]n oder einfache Streichlauten gewesen sein könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Alastair Dick, Neil Sorrell: &amp;#039;&amp;#039;Rāvaṇahatthā&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Stanley Sadie]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The New Grove Dictionary of Musical Instruments.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. Macmillan Press, London 1984, S. 199&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Varianten des Namens &amp;#039;&amp;#039;[[rabāb]]&amp;#039;&amp;#039; sind Schalenspießlauten im islamischen Kulturraum zwischen Nordafrika und Indonesien weit verbreitet. Während der runde Korpus der einsaitigen marokkanischen &amp;#039;&amp;#039;[[Ribab|ribāb]]&amp;#039;&amp;#039; noch zu den Kastenspießlauten gezählt wird, kommen in Ägypten in der Volksmusik zweisaitige Fiedeln mit Kokosnussresonatoren vor: die &amp;#039;&amp;#039;rebāb&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;rebāb el-šāʿer&amp;#039;&amp;#039; mit mehreren Schalllöchern an der Unterseite und die &amp;#039;&amp;#039;rebāb turqī&amp;#039;&amp;#039;, bei der an der Unterseite wie an der Decke ein Segment abgeschnitten wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Collaer, Jürgen Elsner: &amp;#039;&amp;#039;Nordafrika&amp;#039;&amp;#039;. Reihe: Werner Bachmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Musikgeschichte in Bildern&amp;#039;&amp;#039;. Band I: &amp;#039;&amp;#039;Musikethnologie.&amp;#039;&amp;#039; Lieferung 8. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1983, S. 38&amp;lt;/ref&amp;gt; Im javanischen [[Gamelan]] ist die zweisaitige Spießgeige &amp;#039;&amp;#039;[[rebab]]&amp;#039;&amp;#039; mit einer Kokosnussschale und langen, seitlich gegenständigen Wirbeln das führende Melodieinstrument. In [[Myanmar]] wird eine Bogenharfe ähnlich der heutigen &amp;#039;&amp;#039;[[saung gauk]]&amp;#039;&amp;#039; ungefähr ab dem 9. Jahrhundert historisch greifbar. Sie kam vermutlich mit dem sich ostwärts ausbreitenden [[Buddhismus]] aus Südindien. Ab dem 12. Jahrhundert dürfte eine Stachelfiedel, vermutlich vom Typ der &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; und der [[Java (Insel)|javanischen]] &amp;#039;&amp;#039;rebab&amp;#039;&amp;#039; nach Myanmar gelangt sein, wo sie &amp;#039;&amp;#039;[[Tayaw|tayàw]]&amp;#039;&amp;#039; genannt wurde. An die Stelle mutmaßlich vorhandener Stachelfiedeln und dreisatiger Streichlauten im 19. Jahrhundert ist in Myanmar die ebenfalls &amp;#039;&amp;#039;tayàw&amp;#039;&amp;#039; genannte Violine getreten. Auch die anderen Stachelfiedeln in Südostasien gab es wahrscheinlich nicht vor dieser Zeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Garfias: &amp;#039;&amp;#039;The Development of the Modern Burmese Hsaing Ensemble&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Asian Music&amp;#039;&amp;#039;, Band 16, Nr. 1, 1985, S. 1–28, hier S. 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Die burmesische Fiedel mit dieser einfachen Form ist längst verschwunden, auch eine andere, &amp;#039;&amp;#039;tayàw&amp;#039;&amp;#039; genannte Fiedel mit drei Saiten und einem rundbauchigen geschwungenen Korpus ist seit dem 19. Jahrhundert nur noch in Museen vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die direkten Vorfahren der thailändischen Spießgeigen &amp;#039;&amp;#039;so&amp;#039;&amp;#039; stammen aus China. Dort sind sie seit der [[Ming-Dynastie]] (1368–1644) unter der Sammelbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;huqin&amp;#039;&amp;#039; bekannt, wobei &amp;#039;&amp;#039;hu&amp;#039;&amp;#039; abwertend „Barbaren aus dem Norden“ bedeutet und darauf hinweist, dass die chinesischen Spießgeigen [[Mongolei|mongolischen]] Ursprungs sind. Bei den mongolischen Steppennomaden, die sich im 12. Jahrhundert nach Zentralasien ausbreiteten, liegt der mutmaßliche Ursprung sämtlicher, mit einem Pferdehaarbogen gestrichenen Lauteninstrumente.&amp;lt;ref&amp;gt;Roderic Knight: &amp;#039;&amp;#039;The „Bana“. Epic Fiddle of Central India&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Asian Music&amp;#039;&amp;#039;, Band 32, Nr. 1 (&amp;#039;&amp;#039;Tribal Music of India&amp;#039;&amp;#039;) Herbst 2000 – Winter 2001, S. 101–140, hier S. 106&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Qin&amp;#039;&amp;#039; ist ein altes chinesisches Wort für [[Saiteninstrument]]e. Das &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;#039;&amp;#039; im Namen der &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; ist die allgemeine Bezeichnung für thailändische Fiedeln, &amp;#039;&amp;#039;u&amp;#039;&amp;#039; steht entweder [[Onomatopoesie|lautmalerisch]] für den gegenüber den beiden anderen thailändischen Spießgeigen &amp;#039;&amp;#039;so duang&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;so sam sai&amp;#039;&amp;#039; tieferen Klang oder ist – eher wahrscheinlich – vom chinesischen &amp;#039;&amp;#039;hu&amp;#039;&amp;#039; abgeleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die chinesischen Spießgeigen besitzen bei unterschiedlichen Korpusformen zwei oder vier Saiten, die stets in einer [[Quinte]] gestimmt sind (viersaitige Instrumente sind doppelchörig).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kurt Reinhard (Musikwissenschaftler)|Kurt Reinhard]]: &amp;#039;&amp;#039;Chinesische Musik&amp;#039;&amp;#039;. Erich Röth, Kassel 1956, S. 134&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Qin&amp;#039;&amp;#039; steht allgemein für Saiteninstrument. Am bekanntesten ist die chinesische achteckige Röhrenspießgeige &amp;#039;&amp;#039;[[erhu]]&amp;#039;&amp;#039; mit zwei Saiten. Mit der &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; am nächsten verwandt ist die chinesische zweisaitige Fiedel &amp;#039;&amp;#039;yehu&amp;#039;&amp;#039; mit einem Resonanzkörper aus einer an der Unterseite geschlossenen Kokoshalbschale und zwei nach hinten ragenden langen Holzwirbeln. &amp;#039;&amp;#039;Ye&amp;#039;&amp;#039; ist das chinesische Wort für „Kokosnuss“. In Kambodscha ist der entsprechende Oberbegriff für Spießgeigen &amp;#039;&amp;#039;tro&amp;#039;&amp;#039;; der &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; entspricht in der kambodschanischen Musik die zweisaitige &amp;#039;&amp;#039;tro&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;tro ou&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Musik der [[Thai (Ethnie)|Thai]] wurde stark durch viele Jahrhunderte währende Einflüsse der [[Indische Musik|indischen]] und der [[Chinesische Musik|chinesischen Musik]] geprägt. Die Thai wanderten wahrscheinlich aus Südchina in ihr heutiges Siedlungsgebiet ein, wo sie im 13. Jahrhundert das erste Königreich [[Sukhothai (Königreich)|Sukhothai]] gründeten. Die verschiedenen Arten der chinesischen Streichlauten verbreiteten sich erst im Laufe der [[Qing-Dynastie]] (1644–1911) in ganz China. Ob diese bereits in der Sukhothai-Periode nach Thailand gelangten, lässt sich nicht nachweisen. Die älteste schriftliche Quelle zu einer thailändischen Fiedel stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der französische jesuitische Missionar Nicolas Gervaise (1663–1729) berichtet in seiner 1688 in Paris erschienenen &amp;#039;&amp;#039;Histoire naturelle et politique du Royaume de Siam&amp;#039;&amp;#039; über ein Streichinstrument mit drei Messingsaiten, das damals unter dem [[Khmer-Sprache|Khmer]]-Wort &amp;#039;&amp;#039;tro&amp;#039;&amp;#039; bekannt war und der heutigen dreisaitigen &amp;#039;&amp;#039;so sam sai&amp;#039;&amp;#039; entsprach. Die &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; und die zweisaitige Röhrenspießlaute &amp;#039;&amp;#039;so duang&amp;#039;&amp;#039; erwähnt erstmals Frederick Verney (1846–1913), ein englischer Geistlicher und Diplomat der [[siam]]esischen Gesandtschaft in London, der 1885 eine Broschüre über thailändische Musikinstrumente veröffentlichte. Der Musikwissenschaftler Alfred James Hipkins (1826–1903) zeigt in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Musical Instruments, Historic, Rare, and Unique&amp;#039;&amp;#039; (London 1888) eine Abbildung einer &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039;, die er im Bilduntertitel zur &amp;#039;&amp;#039;saw Chine&amp;#039;&amp;#039;, „chinesischen Fiedel“, erklärt. Daraus lässt sich schließen, dass die &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;so duang&amp;#039;&amp;#039; erst im 19. Jahrhundert in die thailändischen Ensembles integriert und von chinesischen Musikern gespielt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chinesische Fiedler waren sicherlich bereits vorher in Siam bekannt, weil sie Theaterstücke und Puppenspiele musikalisch begleiteten. Im 19. Jahrhundert ließen sich zahlreiche Chinesen in Siam nieder, die zumeist aus der Region [[Chaozhou]] in der südchinesischen Provinz [[Guangdong]] stammten und die Tradition des chinesischen Kammerensembles &amp;#039;&amp;#039;sizhu&amp;#039;&amp;#039; („Seide und Bambus“) pflegten. Diese Volksmusik-Ensembles, die sich im 19. Jahrhundert in Südchina herausgebildet haben und nach ihrem Verbreitungsgebiet &amp;#039;&amp;#039;[[Jiangnan]] sizhu&amp;#039;&amp;#039; genannt werden, bestehen aus Saiteninstrumenten und Bambusflöten. Ensembles in der Region Chaozhou verwenden eine besondere Fiedel namens &amp;#039;&amp;#039;tou xian&amp;#039;&amp;#039;, die einen außen zylindrischen und im Innern konisch ausgehöhlten Korpus besitzt. Sie produziert einen deutlich schärferen Klang als die &amp;#039;&amp;#039;erhu&amp;#039;&amp;#039; und könnte als Vorbild für die &amp;#039;&amp;#039;so duang&amp;#039;&amp;#039; gedient haben. Nicht ganz geklärt ist, weshalb die Abbildung der &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; bei Verney eine Fiedel mit einem ebensolchen zylindrischen Korpus zeigt. Entweder wurden Ende des 19. Jahrhunderts sowohl die Fiedeln mit rundem als auch mit zylindrischem Korpus als &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet oder die Fiedeln mit einem runden Korpus aus Kokosnussschalen wurden in Thailand erst später, vielleicht um 1900 eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Terry E. Miller, Jarernchai Chonpairot: &amp;#039;&amp;#039; A History of Siamese Music Reconstructed from Western Documents, 1505–1932.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;An Interdisciplinary Journal of Southeast Asian Studies&amp;#039;&amp;#039;, Band 8, Nr. 2, 1994, S. 1–192, hier S. 73f&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Volksmusik Nordostthailands ([[Isan]]) kommen zwei Spießlauten mit einem Bambusrohr als Saitenträger vor. Die &amp;#039;&amp;#039;so bung mai pai&amp;#039;&amp;#039; („Bambusfiedel“) ähnelt der &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; und besitzt einen Kokosnuss-Korpus. Häufiger wird dort jedoch die &amp;#039;&amp;#039;[[So Pip|so bip]]&amp;#039;&amp;#039; gespielt, deren Korpus aus einer Blechdose besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;Terry E. Miller, Jarernchai Chonpairot: [http://www.siamese-heritage.org/jsspdf/1971/JSS_067_1b_MillerJarernchaiChonpairot_MusicalTraditionsOfNortheastThailand.pdf &amp;#039;&amp;#039;The Musical Traditions of Northeast Thailand.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 1,9&amp;amp;nbsp;MB) In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Siam Society&amp;#039;&amp;#039;, Band 67, 1976, S. 3–16, hier S. 5&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauform ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; besteht aus einem langen dünnen Holzstab, der durch eine große Kokosnussschale von ovaler Form gesteckt wird. Ein Segment (etwa ein Drittel) der Nussschale wird abgetrennt, sodass sich eine Öffnung von 13 bis 15 Zentimetern ergibt, die mit Ziegen- oder Kalbshaut als Decke bespannt wird. Dies ist ein Unterschied zum chinesischen Vorbild &amp;#039;&amp;#039;yehu&amp;#039;&amp;#039; mit einer hölzernen Decke. Der zweite Unterschied sind die bei der &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; an der Unterseite vorhandenen kleinen Öffnungen, die als Schalllöcher dienen und am Boden der &amp;#039;&amp;#039;yehu&amp;#039;&amp;#039; fehlen. Der Saitenträger ist etwa 80 Zentimeter lang. An seinem oberen Ende befinden sich zwei nach hinten ragende Holzwirbel, die quer durch den Holzstab gebohrt sind. Die beiden Darmsaiten verlaufen von ihrer Verknotung am unten etwas aus dem Korpus herausragenden Ende des Saitenträgers über einen [[Steg (Saiteninstrument)|Steg]], der auf der Felldecke aufliegt, mit mehreren Zentimetern Abstand vom Saitenträgern bis zu den Holzwirbeln. Der Steg besteht aus einer fest zusammengewickelten Stoffrolle. Eine Schnurschlaufe unterhalb der Wirbel zieht die Saiten etwas gegen den Saitenträger und ersetzt den bei europäischen Saiteninstrumenten üblichen [[Sattel (Saiteninstrument)|Sattel]]. Der Boden des Korpus kann mit einem Motiv verziert sein, das üblicherweise [[Hanuman]], den mythischen Affenkönig aus dem aus Indien stammenden Epos [[Ramakian]] darstellt. Der leicht gekrümmte und mit Pferdehaar bespannte Streichbogen wird zwischen beiden Saiten hindurchgeführt und ist deshalb mit dem Instrument verbunden. Diese Spielweise entspricht den chinesischen Röhrenspießgeigen wie der &amp;#039;&amp;#039;erhu&amp;#039;&amp;#039; und unterscheidet die &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; von der im Wesentlichen baugleichen &amp;#039;&amp;#039;[[Salo (Streichinstrument)|salo]]&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Terry E. Miller: &amp;#039;&amp;#039;Salaw.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grove Music Online&amp;#039;&amp;#039;, 28. Mai 2015&amp;lt;/ref&amp;gt; die in der nordthailändischen Volksmusik mit einem separaten Bogen gestrichen wird. Die Saiten sind im Quintabstand auf C und G gestimmt, entsprechend der Khmer-Fiedel &amp;#039;&amp;#039;tro ou&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Terry E. Miller, Sam-ang Sam: &amp;#039;&amp;#039;Classical Musics of Cambodia and Thailand: A Study of Distinctions.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ethnomusicology&amp;#039;&amp;#039;, Band 39, Nr. 2, Frühjahr–Sommer 1995, S. 229–243, hier S. 230&amp;lt;/ref&amp;gt; und tiefer als die &amp;#039;&amp;#039;so duang&amp;#039;&amp;#039; (G–d).&amp;lt;ref&amp;gt;Terry E. Miller: &amp;#039;&amp;#039;Thailand&amp;#039;&amp;#039;. In: Terry E. Miller, Sean Williams (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Garland Encyclopedia of World Music.&amp;#039;&amp;#039; Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Southeast Asia&amp;#039;&amp;#039;. Routledge, London 1998, S. 239&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Vatch music teacher 01.jpg|mini|Ein &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039;-Spieler in der Nähe von [[Chiang Mai]]]]&lt;br /&gt;
Der auf einem Stuhl sitzende Musiker hält die &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; beim Spiel senkrecht auf den linken Oberschenkel gestützt und streicht die Saiten mit dem Bogen in der rechten Hand. Mit einem Finger der linken Hand verkürzt er die Saiten, indem er sie etwas nach innen zieht, jedoch nicht gegen den Hals drückt. Ein Griffbrett wird nicht benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Mahori&amp;#039;&amp;#039; ist ein Ensemble der höfischen thailändischen Musik, das im Unterschied zu dem traditionell nur von Männern gespielten Hofmusikensemble &amp;#039;&amp;#039;[[Pi Phat]]&amp;#039;&amp;#039; keine lauten [[Doppelrohrblattinstrument]]e (&amp;#039;&amp;#039;pi nai&amp;#039;&amp;#039;), sondern leiser klingende Instrumente beinhaltet und früher am Hof die Domäne der Frauen war. Zu einem typischen Mahori-Ensemble gehören [[Idiophon]]e ([[Xylophon]] &amp;#039;&amp;#039;ranat ek&amp;#039;&amp;#039; und [[Zimbel]] &amp;#039;&amp;#039;ching&amp;#039;&amp;#039;), Saiteninstrumente und die Bambuslängsflöte &amp;#039;&amp;#039;[[khlui]]&amp;#039;&amp;#039;. Das führende Melodieinstrument im Mahori ist die dreisaitige Fiedel &amp;#039;&amp;#039;so sam sai&amp;#039;&amp;#039;, die auch zur Gesangsbegleitung dient. Neben der Unterhaltung ist die Hauptaufgabe des Mahori die musikalische Untermalung des Tanzdramas &amp;#039;&amp;#039;[[Lakhon (Tanzdrama)|lakhon]]&amp;#039;&amp;#039;. Das Mahori kommt in unterschiedlichen Besetzungen vor. Zum &amp;#039;&amp;#039;mahori wong lek&amp;#039;&amp;#039; gehören neun Musikinstrumente, darunter ein kleines &amp;#039;&amp;#039;ranat ek&amp;#039;&amp;#039;, eine &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; sowie die beiden anderen Fiedeln, eine &amp;#039;&amp;#039;[[chakhe]]&amp;#039;&amp;#039; („Krokodilzither“), die einfellige Bechertrommel &amp;#039;&amp;#039;thon&amp;#039;&amp;#039; und ein Paar Zimbeln. Im &amp;#039;&amp;#039;mahori khrüang khu&amp;#039;&amp;#039; werden alle neun Musikinstrumente paarweise gespielt, unter ihnen sind zwei Flöten &amp;#039;&amp;#039;khlui&amp;#039;&amp;#039; und zwei &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039;. Bei weiteren Mahori-Ensembles, die nur aus sechs oder sieben Instrumenten bestehen, ist ebenfalls eine &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; dabei. Die Ensembles gehören zu Theaterstücken, in denen Musik, Tanz und eine Spielhandlung verbunden sind. Neben dem &amp;#039;&amp;#039;lakhon&amp;#039;&amp;#039; sind weitere darstellende Genres das Maskendrama &amp;#039;&amp;#039;[[khon]]&amp;#039;&amp;#039; und das Puppentheater &amp;#039;&amp;#039;[[Nang Yai|nang yai]]&amp;#039;&amp;#039; mit großen Schattenspielfiguren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb des bedeutenderen &amp;#039;&amp;#039;Pi Phat&amp;#039;&amp;#039;-Genres gibt es ebenfalls mehrere Besetzungen. Ein gedämpfter klingendes Ensemble heißt &amp;#039;&amp;#039;piphat mai nuam&amp;#039;&amp;#039; („Pi Phat mit weichen Schlägeln“). Es entspricht dem aus 13 Instrumenten bestehenden, lauteren &amp;#039;&amp;#039;piphat khrüang yai&amp;#039;&amp;#039;, wobei die beiden Doppelrohrblattinstrumente &amp;#039;&amp;#039;pi nai&amp;#039;&amp;#039; durch die Bambusflöte &amp;#039;&amp;#039;khlui&amp;#039;&amp;#039; ersetzt werden und eine &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039; hinzukommt. Ein anderes Melodieinstrument ist das Xylophon &amp;#039;&amp;#039;ranat ek&amp;#039;&amp;#039;, für den Rhythmus sorgen die große Fasstrommel &amp;#039;&amp;#039;[[Klong (Trommel)#Klong that|klong that]]&amp;#039;&amp;#039;, die kleinere Fasstrommel &amp;#039;&amp;#039;[[taphon]]&amp;#039;&amp;#039; und die Zimbel &amp;#039;&amp;#039;ching.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Ensemble ist das &amp;#039;&amp;#039;Khruang Sai&amp;#039;&amp;#039; („Saiteninstrumente“). Es besteht aus &amp;#039;&amp;#039;so duang, sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039;, der Zither &amp;#039;&amp;#039;chakhe&amp;#039;&amp;#039; und der Flöte &amp;#039;&amp;#039;khlui&amp;#039;&amp;#039;, andere Instrumente wie die Bechertrommel &amp;#039;&amp;#039;thon&amp;#039;&amp;#039;, die einfellige, sehr flache Trommel &amp;#039;&amp;#039;rammana&amp;#039;&amp;#039;, die Zimbel &amp;#039;&amp;#039;ching&amp;#039;&amp;#039; und der [[Gong]] &amp;#039;&amp;#039;mong&amp;#039;&amp;#039; können ergänzend hinzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thailändische Melodien bestehen anteilig aus festgelegten und aus mehr oder weniger improvisierten Elementen. Die spezifische Melodieform (&amp;#039;&amp;#039;thang&amp;#039;&amp;#039;) etwa des Xylophons (&amp;#039;&amp;#039;thang ranat ek&amp;#039;&amp;#039;) unterscheidet sich von derjenigen des Sängers und der Fiedel (&amp;#039;&amp;#039;thang sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039;). Im Zusammenklang ergibt sich eine vielschichtige [[Heterophonie]]. Unter den drei Streichinstrumenten führt die &amp;#039;&amp;#039;so sam sai&amp;#039;&amp;#039; komplexe und reich ornamentierte Melodiebewegungen aus, während die &amp;#039;&amp;#039;so duang&amp;#039;&amp;#039; eine schlichte Melodie mit einem Rhythmus beisteuert; etwas vielseitiger klingt die &amp;#039;&amp;#039;sor&amp;amp;nbsp;u&amp;#039;&amp;#039;, deren Tonumfang höher ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Terry E. Miller: &amp;#039;&amp;#039;Thailand.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Garland Encyclopedia of World Music&amp;#039;&amp;#039;. S. 242, 271&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassischen thailändischen Ensembles spielen alte höfische Kompositionen, Melodien aus der Volksmusik und neuere komponierte Stücke. Kleine Gruppen treten bei Zeremonien in einem buddhistischen Schrein auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.thaimusic.net/saw-u.htm &amp;#039;&amp;#039;Thai Saw U.&amp;#039;&amp;#039;] Thai Music Net&lt;br /&gt;
* [http://www.culturenetworks.org/central-music.html &amp;#039;&amp;#039;Thai Traditional Central Music&amp;#039;&amp;#039;.] Culture Network Foundation&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=y7yCg8Hr8S4 &amp;#039;&amp;#039;Lao Dum Nern Sai, Saw U Solo, by Terry Patamawenu.&amp;#039;&amp;#039;] Youtube-Video&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Traditionelles thailändisches Musikinstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Streichinstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lauteninstrument]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
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