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	<title>Sondervotum - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T05:13:02Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sondervotum&amp;diff=385958&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Graph Pixel: /* Weblinks */ Tippfehler korrigiert.</title>
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		<updated>2025-09-23T07:21:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; Tippfehler korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Mit dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sondervotum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch genannt &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Minderheitenvotum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, wird als die abweichende [[Meinung]] eines oder mehrerer [[Richter]] bei der [[Entscheidung (Gericht)|Entscheidungsfindung]] eines [[Spruchkörper]]s bezeichnet, die mit der mehrheitlichen Auffassung nicht übereinstimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sondervoten kommen in zwei Arten vor:&lt;br /&gt;
* das Ergebnis nicht mittragende [[Mindermeinung]] (&amp;#039;&amp;#039;dissenting vote&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;dissenting opinion&amp;#039;&amp;#039;), bei der der/die Richter einen anderen Verfahrensausgang als die Mehrheit gewollt hat/haben;&lt;br /&gt;
* im Ergebnis zustimmende Mindermeinung (&amp;#039;&amp;#039;consenting vote, [[concurring opinion|concurring vote]], plurality opinion, separate opinion&amp;#039;&amp;#039;), bei der das Ergebnis der Mehrheitsmeinung unterstützt wird, allerdings aus anderen Gründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen in Deutschland ==&lt;br /&gt;
=== Am Bundesverfassungsgericht ===&lt;br /&gt;
Bei den Verfahren vor dem [[Bundesverfassungsgericht]] (BVerfG) wurde mit dem [[4. Änderungsgesetz des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes]] vom 21. Dezember 1970 in § 30 Abs. 2 [[BVerfGG]] die Möglichkeit eines Sondervotums eingeführt. Seitdem kann den Entscheidungen des BVerfG ein Minderheitsvotum mit der Signatur der abweichenden Richterstimmen beigefügt werden. Ziel der Reform war es, erhöhte Transparenz bei Gerichtsentscheidungen zu erreichen und die Stellung des einzelnen Richters zu stärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses ===&lt;br /&gt;
Falls, entweder aus Zeitmangel, da eine neue Wahlperiode beginnt, oder aus Uneinigkeit der Mitglieder, kein Abschlussbericht zustande kommt, muss ein Sondervotum stattfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Bundesländern ===&lt;br /&gt;
Auch bei einigen Landes[[verfassungsgericht]]en in Deutschland sind Sondervoten möglich. So sieht z.&amp;amp;nbsp;B. § 12 Abs. 1 des [[Niedersächsisches Gesetz über den Staatsgerichtshof|Niedersächsischen Gesetzes über den Staatsgerichtshof]] die entsprechenden Anwendung von § 30 Abs. 2 BVerfGG vor. Das [[Hessisches Staatsgerichtshofgesetz|Hessische Staatsgerichtshofgesetz]] sieht in § 16 Abs. 3 eine eigenständige Regelung über die Möglichkeit eines Sondervotums vor. In den Verfahren der Schiedsgerichtsbarkeit sind Sondervoten gleichfalls zulässig.&amp;lt;ref&amp;gt;Reichert, Handbuch des Vereins- und Verbandsrechts, 10. Aufl., Rz 5132&amp;lt;/ref&amp;gt; Mittlerweile ist die Möglichkeit von Sondervoten in allen Landesverfassungsgerichten gesetzlich verankert, mit Ausnahme von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. In Baden-Württemberg und dem Saarland sind geheime Beratungen gesetzlich vorgesehen, woraus ein Verbot von Sondervoten abgeleitet wird. In Rheinland-Pfalz gibt es hierzu schlicht keine Regelung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Thierse |Titel=Sondervoten in Landesverfassungsgerichten |Hrsg=Werner Reutter |Sammelwerk=Verfassungsgerichtsbarkeit in Bundesländern |Verlag=Springer VS |Ort=Wiesbaden |Datum=2020 |ISBN=978-3-658-28961-4 |DOI=10.1007/978-3-658-28961-4_7 |Seiten=182}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== An anderen Gerichten ===&lt;br /&gt;
Das Sondervotum ist nur an Verfassungsgerichten zulässig. Bei allen anderen Gerichten darf ein Sondervotum nicht veröffentlicht werden. Eine richterliche Schweigepflicht ergibt sich insoweit aus § 43 DRiG, der das [[Beratungsgeheimnis]] schützt. Die Einführung von Sondervoten an allen Gerichten wurde ausführlich auf dem 47. Deutschen Juristentag 1968 diskutiert. Problematisch ist insbesondere die Frage, ob Schöffen als Laien Sondervoten abgeben dürfen und ob neben Rechts- auch Tatfragen Thema eines Sondervotums sein dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== An Hochschulen ===&lt;br /&gt;
Innerhalb der Hochschulen sind in beschlussfassenden Gremien, insbesondere in [[Berufung (Amt)#Berufungskommission|Berufungsausschüssen]], Minderheitenvoten möglich. Diese werden in die Akten aufgenommen und ggf. an das zuständige Ministerium weitergeleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Common Law ==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum deutschen Recht dürfen im [[Common Law|angelsächsischen Recht]] grundsätzlich Sondervoten veröffentlicht werden, was auch ausgiebig geschieht, z.&amp;amp;nbsp;B. am [[Oberster Gerichtshof der Vereinigten Staaten|Supreme Court der USA]]. Diese Praxis gilt auch bei den meisten internationalen Spruchkörpern, die mehr vom Common Law als dem römisch-germanischen Recht beeinflusst sind. Grundsätzlich wird durch Sondervoten die Individualität der Richter stärker betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung von Sondervoten ==&lt;br /&gt;
Gemessen an den Entscheidungen spielen Sondervoten eine relativ geringe Rolle. Von den 1.714 abgedruckten Entscheidungen in den Bänden [[BVerfGE]] 30–101&amp;lt;ref&amp;gt;Jahrgänge 1971 bis 2000&amp;lt;/ref&amp;gt; enthielten lediglich 108 Entscheidungen Sondervoten. Zitiert wird in der Literatur vor allem die Mehrheitsmeinung, während die Argumentation der Sondervoten im späteren wissenschaftlichen Diskurs häufig nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dennoch können Sondervoten zu einer Rechtsprechungslenkung führen. So kann ein Sondervotum z.&amp;amp;nbsp;B. einen späteren Rechtsprechungswandel andeuten, wenn sich die Meinungen aufgrund von gesellschaftlichem Wandel ändern. Auch bei der konkreten Entscheidung kann die Ankündigung eines Sondervotums zu einer intensiveren Debatte innerhalb des Kollegiums führen und so ein ausgeglicheneres Ergebnis ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im angelsächsischen Rechtskreis haben Sondervoten ungleich höhere Bedeutung, vor allem jene des Obersten Gerichtshof der USA. So war zum Beispiel [[Oliver Wendell Holmes, Jr.|Oliver Wendell Holmes]] bei vielen seiner Fälle in der Minderheit, jedoch sind seine prägnanten und oftmals spätere Entwicklungen der Mehrheitsmeinung vorweg nehmenden Mindervoten heute oft bekannter als die Meinungen der damaligen Mehrheit und haben zum Teil dazu geführt, dass seine Auffassung später Gesetz wurde. In Fällen, deren Ergebnis in der heutigen Zeit fast einhellig als [[Fehlurteil]] gilt, werden Richter, welche Sondervoten abgegeben haben, manchmal im Nachhinein sogar zu Helden stilisiert, so [[Benjamin Robbins Curtis]], welcher, als einer der beiden Richter mit Mindermeinung im Fall [[Dred Scott v. Sandford]], so angewidert von der pro-Sklaverei Haltung des vorsitzenden Richters [[Roger B. Taney]] war, dass er vom Amt zurücktrat und wieder zu seiner Kanzlei zurückkehrte. In den Medien werden auch immer wieder Sondervoten aufgegriffen, die sich darin auszeichnen, dass sie die Meinung oder Argumentation der Mehrheit scharf angreifen. Bekannt hierfür war zum Beispiel [[Antonin Scalia]], wenn er sich in der Minderheit befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Willi Geiger: &amp;#039;&amp;#039;Abweichende Meinungen zu Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts.&amp;#039;&amp;#039; Mohr, Tübingen 1989, ISBN 3-16-645464-0&lt;br /&gt;
* Rolf Lamprecht: &amp;#039;&amp;#039;Richter contra Richter. Abweichende Meinungen und ihre Bedeutung für die Rechtskultur.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, Baden-Baden 1992.&lt;br /&gt;
* Karl-Heinz Millgramm: &amp;#039;&amp;#039;Separate opinion und Sondervotum in der Rechtsprechung des Supreme Court of the United States und des Bundesverfassungsgerichts.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin/Bochum 1984, ISBN 3-428-05748-1. (Schriftenreihe: Schriften zum internationalen Recht Bd. 34, 1985, zugl. Diss.)&lt;br /&gt;
* Wolfgang Heyde: &amp;#039;&amp;#039;Das Minderheitsvotum des überstimmten Richters.&amp;#039;&amp;#039; Gieseking, Bielefeld 1966. (Schriftenreihe: Schriften zum deutschen und europäischen Zivil-, Handels- und Prozessrecht Bd. 37, zugl.: Bonn Univ., Diss., 1963)&lt;br /&gt;
* Fritz Schenk: &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Hohmann … und kein Ende – Mit dem Text des Sondervotums des Bundesparteigerichts der CDU.&amp;#039;&amp;#039; 2. Aufl., München 2005, ISBN 3-8004-1466-X.&lt;br /&gt;
* Friedrich Wilhelm Siebeke: &amp;#039;&amp;#039;Zur Frage der Zulässigkeit von Sondervoten außerhalb der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts.&amp;#039;&amp;#039; Mitteilungen des Instituts für Deutsches und Europäisches Parteienrecht, Heft 2005, {{ISSN|1612-8117}}&lt;br /&gt;
* Christian Eggeling: &amp;#039;&amp;#039;Das Sondervotum in der Verfassungsgerichtsbarkeit der neuen Bundesländer.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2006, ISBN 3-428-11910-X&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.bundesverfassungsgericht.de/text/statistik_2000/A-I-7.html Sondervotenstatistik des Bundesverfassungsgerichts 1971–2000]&lt;br /&gt;
** [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs19971203_2bvr088297 Beschluss des Zweiten Senats vom 3. Dezember 1997, Az. 2 BvR 882/97] (Sondervotum des Richters [[Konrad Kruis|Kruis]])&lt;br /&gt;
** [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/es20021203b_2bve000302 Beschluss des Zweiten Senats vom 3. Dezember 2002, Az. 2 BvE 3/02] (Sondervotum des Richters [[Siegfried Broß|Broß]])&lt;br /&gt;
** [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20030624_2bvr068503 Beschluss des Zweiten Senats vom 24. Juni 2003, Az. 2 BvR 685/03] (Sondervotum der Richter [[Bertold Sommer|Sommer]] und [[Gertrude Lübbe-Wolff|Lübbe-Wolff]])&lt;br /&gt;
** [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20040303_1bvr237898.html Urteil des Ersten Senats vom 3. März 2004, Az. 1 BvR 2378/98] (Sondervotum der Richterinnen [[Renate Jaeger (Juristin)|Jaeger]] und [[Christine Hohmann-Dennhardt|Hohmann-Dennhardt]])&lt;br /&gt;
** [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20040504_1bvr189203 Beschluss des Ersten Senats vom 4. Mai 2004, Az. 1 BvR 1892/03] (Sondervotum der Richterin [[Evelyn Haas|Haas]])&lt;br /&gt;
** [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/2%20bvF%202/02 Urteil des Zweiten Senats vom 27. Juli 2004, Az. 2 BvF 2/02] (Sondervotum der Richter [[Lerke Osterloh|Osterloh]], Lübbe-Wolff und [[Michael Gerhardt|Gerhardt]])&lt;br /&gt;
** [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20041026_2bvr095500 Beschluss des Zweiten Senats vom 26. Oktober 2004. Az. 2 BvR 955/00] (Sondervotum der Richterin Lübbe-Wolff)&lt;br /&gt;
** [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/es20041208_2bve000302 Urteil des Zweiten Senats vom 8. Dezember 2004, Az. 2 BvE 3/02] (Sondervotum der Richter Osterloh und Gerhardt, Sondervotum der Richterin Lübbe-Wolff)&lt;br /&gt;
** [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20050718_2bvr223604 Urteil des Zweiten Senats vom 18. Juli 2005, Az. 2 BvR 2236/04] (Sondervotum des Richters Broß, Sondervotum der Richterin Lübbe-Wolff, Sondervotum des Richters Gerhardt)&lt;br /&gt;
** [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rs20080226_2bvr039207.html Beschluss des Zweiten Senats vom 26. Februar 2008, Az. 2 BvR 392/07]  (Sondervotum des Richters [[Winfried Hassemer|Hassemer]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerichtsorganisation]]&lt;/div&gt;</summary>
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