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	<title>Solifluktion - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T00:12:33Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Solifluktion&amp;diff=117460&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Graph Pixel: Tippfehler korrigiert.</title>
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		<updated>2025-09-25T16:07:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Permafrost soil-flow hg.jpg|mini|hochkant=1.5|[[Gelifluktion]] auf [[Spitzbergen (Inselgruppe)|Spitzbergen]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Solifluktion&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bodenfließen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird eine Form der [[Denudation|Flächenabtragung]] der Erdoberfläche an Hängen genannt, die als langsame, großflächige Fließbewegungen von lockerem Gesteinsmaterial im [[Oberboden]] auftritt und in Zusammenhang mit [[periglazial]]en Prozessen (Wechsel von [[Frost]] und [[Auftauen]]) steht. Als Voraussetzung gilt in den meisten Fällen ein heterogenes Bodengemisch aus Bestandteilen mit unterschiedlicher Körnung und mit einem erheblichen Grobkornanteil. Die fließende Erde bezeichnet man als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fließerde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Sieht dessen Formation einem Gletscher ähnlich (stromartige Form mit breiter Zunge), bezeichnet man sie als &amp;#039;&amp;#039;Erdgletscher&amp;#039;&amp;#039;. Bisweilen wird die [[Gelifluktion]] differenziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Lautensach 1960: &amp;#039;&amp;#039;Carl Troll - Ein Forscherleben.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Erdkunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 13, Heft 4, Bonn 1959, S.&amp;amp;nbsp;245–258; hier S.&amp;amp;nbsp;250.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solifluidale Prozesse prägen die [[Landschaftsform]]en insbesondere in den [[Subpolare Zone|subpolaren]] [[arktisch]]en [[Gebirge]]n Eurasiens und Nordamerikas, in denen [[Permafrost]] vorkommt, der bis in die [[Tundra|Tundrenzone]] hineinreicht. In den [[Mittelbreiten|mittleren]] und [[Subtropen|niederen Breiten]] treten sie als formgebende Abläufe hinter die Wirkung von Niederschlags- und Schnee[[schmelzwasser]] zurück,&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Rathjens 1982: &amp;#039;&amp;#039;Geographie des Hochgebirges: 1. Der Naturraum&amp;#039;&amp;#039;. Teubner Studienbücher Geographie, Teubner, Stuttgart. ISBN 3-519-03419-0 Hier S. 105&amp;lt;/ref&amp;gt; während sie in den höchsten Lagen [[Tropen|tropischer]] Gebirge wieder eine bedeutendere Rolle spielen.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Büdel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Prozesse der Solifluktion außerhalb der subpolaren Gebiete vor allem zwischen der [[Waldgrenze|Wald-]] und [[Schneegrenze]] der Hochgebirge auftreten, wurde hierfür der [[geomorphologisch]]e Begriff der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Solifluktionsstufe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; gebildet.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Rathjens 1982: S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die allgemeine geomorphologische Definition des Begriffs des [[Hochgebirge]]s stellt die Solifluktion mit der Flächenabtragung durch Frostwirkung ein bestimmendes Merkmal dar, neben einer [[rezent]]en oder [[Quartär (Geologie)|quartär]]en [[Vergletscherung]] und dem Vorhandensein eines Glazialformenschatzes sowie der klimatischen Bildung einer oberen Waldgrenze.&amp;lt;ref&amp;gt;Commission on Mountain Cartography [http://www.mountaincartography.org/home/misc/index.php Der Begriff Hochgebirge]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlagen ==&lt;br /&gt;
Ursache ist das Auftauen von [[Mutterboden|Oberboden]]schichten bis etwa einem Meter Tiefe (in Ausnahmen bis zu zwei Meter) bei einer gewissen [[Hangneigung|Neigung]] des [[Relief (Geologie)|Relief]]s. Die Auftauschicht (der &amp;#039;&amp;#039;active layer&amp;#039;&amp;#039;: „aktive Schicht“) des Bodens ist meist wassergesättigt, da insbesondere der Permafrost – in wärmeren Klimaten das Gestein oder bestimmte [[Boden (Bodenkunde)|Böden]] im Untergrund – ein [[Sickerwasser|Versickern]] des Wassers verhindern. Die [[Wassersättigung]] setzt die [[Reibung]] im [[Substrat (Boden)|Bodensubstrat]] herab, was die hangabwärtsgerichtete Fließbewegung ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solifluktion ist der wichtigste [[Abtragung]]s- und [[Massenbewegung (Geologie)|Transportprozess]] im Periglazialgebiet. Sie wirkt schon bei sehr flachen Hängen ab ca.&amp;amp;nbsp;2° Neigung, ist jedoch typisch für Neigungswinkel von&amp;amp;nbsp;17 bis&amp;amp;nbsp;27°.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Büdel&amp;quot;&amp;gt;[[Julius Büdel]]: &amp;#039;&amp;#039;Periodische und episodische Solifluktion im Rahmen der klimatischen Solifluktionstypen&amp;#039;&amp;#039;, in Erdkunde, Band XIII, 1959, [https://www.erdkunde.uni-bonn.de/archive/1959/periodische-und-episodische-solifluktion-im-rahmen-der-klimatischen-solifluktionstypen/at_download/attachment Online-Zugang], S. 297, 299–300, abgerufen am 16. September 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben einer Wassersättigung ist die Solifluktion an einen ausreichend hohen Anteil von Feinmaterial ([[Feinsand]]e, [[Schluff]]e, [[Ton (Bodenart)|Ton]]e) gebunden. [[Bewegung (Physik)|Bewegung]]s&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;beträge von 5–10&amp;amp;nbsp;Zentimeter pro Jahr können erreicht werden. In Solifluktionsböden finden sich hangparallel eingeregelte Steine und oftmals Pressstrukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zum [[Bodenkriechen]] erfolgt bei der Solifluktion die Hangabwärtsbewegung durch tatsächliche Fließvorgänge, die durch den wassergesättigten Boden über gefrorenem Untergrund verursacht werden und charakteristische morphologische Formen an der Oberfläche ausbilden. Beim Bodenkriechen dagegen erfolgt die Bewegung ausschließlich durch Versatz, der aus dem periodischen Wirken von Kontraktion und Expansion verursacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Morphologische Formen ===&lt;br /&gt;
Die Solifluktion ist der maßgebliche Prozess, der zur Entstehung von [[Periglaziale Lagen|periglaziären Lagen]] (Deckschichten, Schuttdecken) wie der in Mitteleuropa verbreiteten [[Hauptlage (Geowissenschaft)|Hauptlage]] führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Solifluktionszunge&amp;#039;&amp;#039;: Solifluidal hangabwärts verlagerte Bodensubstrate weisen in der Regel eine zungenartige Form auf.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Solifluktionslobe&amp;#039;&amp;#039;: Durch das hangabwärtige Fließen des Bodens entstandene Auswölbung an der Front des Solifluktionsbereiches. Auch die Front einer Solifluktionszunge kann als eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lobe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; angesehen werden. Als fossile Geländeform nennt man die Form &amp;#039;&amp;#039;[[Riedel]].&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Solifluktionsnische&amp;#039;&amp;#039;: Praktisch der Herkunftsbereich des solifluidal verlagerten Bodensubstrats. Durch die Verlagerung entstandene Delle im [[Steilhang|Hang]] oberhalb des solifluidal verlagerten Materials.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Reliefformung wird die [[Glatthang]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;bildung der solifludialen Schuttkorrosion zugeschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Rathjens 1982: S. 105&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Spektrum Lexikon der Geographie: Glatthang [http://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/glatthang/5969]&amp;lt;/ref&amp;gt; Glatthänge sind insbesondere in den [[Trockengebiet]]en verbreitet, wo oft nur die polwärtigen Lagen glazial geformt werden oder wurden. Auf Sonnenhängen (äquatorwärtige [[Exposition (Geographie)|Expositionen]]) finden sich dann mehrere hundert Meter hohe Glatthänge. Eine starke Hang-Asymmetrie mit [[Kar (Talform)|Karen]] auf der Schattseite und Glatthängen auf der Sonnseite ist beispielsweise in den Trockengebirgen des [[Mediterranes Klima|Mediterrans]] bis in den [[Hindukusch]] verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Eiszeitalter|Eiszeit]]en kam es zu klimabedingten Talasymmetrien, den [[Asymmetrisches Tal|asymmetrischen Tälern]] der europäischen Hügellandschaften, mit einem Flach- und einem Steilhang. Der Steilhang ist immer der stärker zur Sonne exponierte Hang, der im Periglazial durch größere Auftautiefe und stärkere Denudation der Solifluktion eine Versteilung durch die laterale Unterschneidung eines Flusses erfuhr.&amp;lt;ref&amp;gt;Spektrum Lexikon der Geographie: Asymmetrische Täler [http://www.spektrum.de/lexikon/geographie/asymmetrische-taeler/532 Asymmetrische Täler]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Typen und Spezialformen ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Jahreszeiten-Solifluktion&amp;#039;&amp;#039;: Im Wechsel der Jahreszeiten der [[Außertropen]] entsteht ein großer Tiefgang bis über einen Meter sowie große Bodenstrukturmuster mit Abständen von 0,80&amp;amp;nbsp;m bis 1,60&amp;amp;nbsp;m zwischen den Erhebungen.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Büdel&amp;quot; /&amp;gt; Unter bestimmten Voraussetzungen konnten sich daraus [[Buckelwiesen]] entwickeln.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tageszeiten-Solifluktion&amp;#039;&amp;#039;: Im [[Tageszeitenklima]] der [[Tropen]] findet im [[Hochgebirge]] ein täglicher [[Frost-Tau-Wechsel|Frostwechsel]] statt (nächtliches Frieren, tägliches Auftauen). Die Wirkung reicht jedoch nur wenige Zentimeter in die Tiefe, und die Abstände der viel kleineren Strukturmuster betragen nur 10 bis 25&amp;amp;nbsp;cm. Dennoch sind die Bodenbewegungen erheblich, da sie ganzjährig stattfinden.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Büdel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Periglaziale Solifluktion&amp;#039;&amp;#039;: Auftreten in arktischen und [[subnival]]en Gebirgsgegenden im Umfeld der großen [[Inlandeis]]massen und Hochgebirgsgletscher.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Freie Solifluktion&amp;#039;&amp;#039;: erleichtertes Bodenfließen bei Fehlen einer geschlossenen, bindenden [[Vegetationsdecke]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Solifluktion Girlande.JPG|mini|Girlanden (Form der gebundenen Solifluktion) im [[Schweizerischer Nationalpark|Schweizerischen Nationalpark]] am [[Ofenpass]]]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gebundene Solifluktion&amp;#039;&amp;#039;: Zerreißen der [[Grasnarbe]] und Bildung von Abrissnischen (Rasentreppen) in der Vegetationsdecke. Am Hangfuß können sich zusammengerollte [[Gras]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;teppiche ansammeln. In der Schweiz wird diese Form der Solifluktion &amp;#039;&amp;#039;Girlande&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kammeissolifluktion&amp;#039;&amp;#039;: Bodenteile werden durch wachsendes Eis rechtwinkelig zur Geländeoberfläche gehoben. Beim Tauen des [[Kammeis]]es setzt sich das Bodensubstrat hangabwärts ab. Dadurch ergibt sich je nach Neigung des Reliefs ein geringer talwärts gerichteter Versatz.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mikrosolifluktion / [[Kryoturbation]]&amp;#039;&amp;#039;: Bei Frostwechsel erfolgt in den oberen Bodenschichten neben der Bodenbewegung auch eine Materialsortierung. Ursache der Bildung von [[Strukturboden|Strukturböden]].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Makrosolifluktion&amp;#039;&amp;#039;: Ähnlich der Mikrosolifluktion, jedoch an steileren Hängen und deshalb mit größerer Wirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bodenverflüssigung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Carl Troll]] 1944: &amp;#039;&amp;#039;Strukturböden, Solifluktion und Frostklimate der Erde&amp;#039;&amp;#039;. Geologische Rundschau, 545–694.&lt;br /&gt;
* [[Lothar Eißmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Periglaziäre Prozesse und Permafroststrukturen aus sechs Kaltzeiten des Quartärs. Ein Beitrag zur Periglazialgeologie aus der Sicht des Saale-Elbe-Gebietes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Altenburger Naturwissenschaftliche Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;1, {{ISSN|0232-5381}} = &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen und Berichte des Naturkundlichen Museums Mauritianum Altenburg.&amp;#039;&amp;#039; Sonderheft). Mauritianum, Altenburg 1981.&lt;br /&gt;
* [[Arno Semmel]]: &amp;#039;&amp;#039;Periglazialmorphologie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Erträge der Forschung.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;231). 2., unveränderte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, ISBN 3-534-01221-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erosion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geomorphologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geodynamik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Graph Pixel</name></author>
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