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	<title>Sola scriptura - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T14:01:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sola_scriptura&amp;diff=320146&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-100371 am 27. Juli 2025 um 08:03 Uhr</title>
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		<updated>2025-07-27T08:03:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:sola scriptura}}&lt;br /&gt;
[[Datei:The weight of Gods word against mans traditions.gif|mini|Propagandistische Allegorie des Prinzips &amp;#039;&amp;#039;sola scriptura&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Der Ausdruck {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;sola scriptura&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;}} ({{laS}} für „allein durch die Schrift“) bezeichnet einen [[Theologie|theologischen]] Grundsatz der [[Reformation]] und der [[Protestantismus|reformatorischen Theologie]], nach dem die [[Verkündigung|Heilsbotschaft]] hinreichend durch die [[Bibel]] vermittelt wird und keiner Ergänzung durch kirchliche Überlieferungen bedarf. Daraus entwickelte die [[lutherische Orthodoxie]] in Anbindung an die [[Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche|lutherischen Bekenntnisschriften]] das &amp;#039;&amp;#039;Schriftprinzip&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit den Prinzipien &amp;#039;&amp;#039;[[sola fide]]&amp;#039;&amp;#039; („allein durch den [[Glaube (Religion)|Glauben]]“), &amp;#039;&amp;#039;[[sola gratia]]&amp;#039;&amp;#039; („allein durch [[Gnade (Theologie)|Gnade]]“) und &amp;#039;&amp;#039;[[solus Christus]]&amp;#039;&amp;#039; („allein [[Christus]]“) und [[soli Deo gloria]] („Ehre [[Gott]] allein“) bildet er die Grundsätze der Reformation.&lt;br /&gt;
[[Datei:Luthers Rechtfertigungslehre n. P. Blickle.PNG|mini|Schematische Darstellung zu [[Rechtfertigung (Theologie)#Rechtfertigung und Reformation|Luthers Rechtfertigungslehre]], modifiziert nach [[Peter Blickle (Historiker)|P. Blickle]] (1992)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Blickle (Historiker)|Peter Blickle]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Reformation im Reich.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, UTB 1181, Eugen Ulmer, Stuttgart 1992, ISBN 3-8001-2626-5, S.&amp;amp;nbsp;44&amp;lt;/ref&amp;gt; ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprung des Ausdrucks ==&lt;br /&gt;
Die Wendung {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;sola scriptura&amp;#039;&amp;#039;}} geht zurück auf [[Martin Luther]]s Formulierung, dass allein die Schrift herrsche ({{lang|la|„solam scripturam regnare“}}),&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martin Luther |Titel=Wahrheitsbekräftigung aller Artikel Martin Luthers, die von der jüngsten Bulle Leos X. verdammt worden sind |Reihe=D. Martin Luthers Werke |BandReihe=[[Weimarer Ausgabe (Luther)|WA]] 7 |Datum=1897 |Seiten=98 |Originaltitel=Assertio omnium articulorum M. Lutheri per bullam Leonis X. novissimam damnatorum |Originalsprache=la |Originaljahr=1521}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die er in seiner Rechtfertigung &amp;#039;&amp;#039;Assertio&amp;#039;&amp;#039; („Freiheitserklärung“) von 1520 gegen die von [[Leo X.]] ausgestellte [[Exsurge Domine|Bannandrohungsbulle]] verwendete. Auch die anderen drei &amp;#039;&amp;#039;Solae&amp;#039;&amp;#039; gehen auf Martin Luther zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &amp;#039;&amp;#039;Sola scriptura&amp;#039;&amp;#039; und Schriftauslegung ==&lt;br /&gt;
=== Luthers Ansatz ===&lt;br /&gt;
Luther versuchte durch das &amp;#039;&amp;#039;sola scriptura&amp;#039;&amp;#039; einen verlässlichen, unveränderlichen Maßstab in der theologischen Auseinandersetzung mit der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] zu finden, da sich menschliche Urteile im Laufe der [[Kirchengeschichte]] immer wieder als irrig herausgestellt hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sei es im [[Spätmittelalter]] durch die Verwendung des [[Vierfacher Schriftsinn|vierfachen Schriftsinns]] zu einer enormen Vielfalt von Auslegungen der Schrift gekommen. Somit wurden auch Bräuche und Lehren begründet, die sich völlig vom biblischen Zeugnis entfernt hätten (beispielsweise der geschäftsmäßige [[Ablass]]handel). Diesem Zustand wollte Luther entgegenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forderung des &amp;#039;&amp;#039;sola scriptura&amp;#039;&amp;#039; sollte dabei keineswegs zum Ausdruck bringen, dass nur der genaue Wortlaut der Heiligen Schrift für das Leben eines Christen ausschlaggebend sei, wie dies in der Neuzeit als Programm des [[Christlicher Fundamentalismus|christlichen Fundamentalismus]] formuliert wurde. Vielmehr ging es um die Frage, wer die Schrift recht auslegt.&lt;br /&gt;
Nach der Vorstellung Luthers konnte dies nur durch die Schrift selbst geschehen, da sie „durch sich selbst glaubwürdig, deutlich und ihr eigener Ausleger“ ({{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;„per se certissima, apertissima, sui ipsius interpres“&amp;#039;&amp;#039;}}) sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wa:97&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martin Luther |Titel=Wahrheitsbekräftigung aller Artikel Martin Luthers, die von der jüngsten Bulle Leos X. verdammt worden sind |Reihe=D. Martin Luthers Werke |BandReihe=[[Weimarer Ausgabe (Luther)|WA]] 7 |Datum=1897 |Seiten=97 |Originaltitel=Assertio omnium articulorum M. Lutheri per bullam Leonis X. novissimam damnatorum |Originalsprache=la |Originaljahr=1521}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch sollte nicht das Schriftstück Bibel sakralisiert werden, sondern das in ihm enthaltene [[Wort Gottes]] ständig neu zur Sprache kommen ({{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;viva vox&amp;#039;&amp;#039;}} werden). Bei diesem Vorgang sei der Mensch nur passiv&amp;amp;nbsp;– er empfange das unverfügbare Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit diese Unverfügbarkeit nicht wiederum zur Willkür der Schriftauslegung führt, betonte Luther die „Mitte der Schrift“. Diese Mitte liege in der [[Jesus Christus|Christusbotschaft]], die somit der innere Maßstab der Schrift sei. Von hier aus sei es möglich, kirchliche Entscheidungen und sogar die einzelnen Schriften der Bibel zu kritisieren – je nachdem, ob sie „Christum treyben“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martin Luther |Titel=Drucktext der Lutherbibel 1522–1546: Das Neue Testament. Zweite Hälfte: Episteln und Offenbarung |Reihe=D. Martin Luthers Werke |BandReihe=[[Weimarer Ausgabe (Luther)|WA]] DB 7 |Datum=1897 |Seiten=384}}&amp;lt;/ref&amp;gt; also das [[Evangelium (Glaube)|Evangelium]] den Gläubigen zuführen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klarheit der Schrift ===&lt;br /&gt;
Gegen diese Lehre wurde von römisch-katholischer und [[Humanismus|humanistischer]] Seite, insbesondere von [[Erasmus von Rotterdam]], eingewandt, die Schrift brauche immer eine externe Auslegung, da sie voller unverständlicher, „dunkler“ Stellen sei. Luther proklamierte hierauf die Klarheit der Schrift ({{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;claritas scripturae&amp;#039;&amp;#039;}}). Sogar in einer „doppelten Klarheit“ präsentiere sich der Inhalt der Bibel: die äußere Klarheit des Textes ({{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;claritas externa&amp;#039;&amp;#039;}}) werde bestätigt durch die innere Klarheit ({{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;claritas interna&amp;#039;&amp;#039;}}), die der [[Heiliger Geist|Heilige Geist]] im Herzen des Hörers bzw. Lesers wirke.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martin Luther |Titel=[[De servo arbitrio|Über den geknechteten Willen]] |Reihe=D. Martin Luthers Werke |BandReihe=[[Weimarer Ausgabe (Luther)|WA]] 18 |Datum=1908 |Seiten=606–609 |Originaltitel=De servo arbitrio |Originalsprache=la |Originaljahr=1525}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Antwort ===&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reagierte auf dem [[Konzil von Trient]] (1545–1563) mit einer Präzisierung ihrer Schriftlehre. In der vierten Sessio (1546) wurde ein Dekret verabschiedet, demzufolge Quelle der heilsamen [[Wahrheit|Wahrheiten]] nicht bloß die Schrift, sondern Schrift und [[Tradition#Tradition und Religion|Tradition]] sei ({{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;„in libris scriptis et sine scripto traditionibus“&amp;#039;&amp;#039;}} begründet in {{B|Joh|16|13}}).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinrich Denzinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von [[Peter Hünermann]]. 44. Auflage. Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 2014, (Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;[[Enchiridion Symbolorum|Enchiridion Symbolorum, definitionum et declarationum de rebus fidei et morum]]&amp;#039;&amp;#039;, 1501. S. 87 f.) ISBN 978-3-451-37012-0 (Lateinisch-Deutsch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit wurde die rechte Auslegung der Bibel durch das [[Ex cathedra|kirchliche Lehramt]] bekräftigt. Nichtsdestotrotz hat die Bibel ihre Unfehlbarkeit von Gott her&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Joachim Salaverri S.J, Michaele Nicolau S.J. |Titel=Sacrae Theologiae Summa |Band=IB |Sprache=en |Seiten=656 |Originaltitel=Sacrae Theologiae Summa |Originalsprache=la |Übersetzer=Kenneth Baker S.J. |Zitat=[The sentences of scripture] are all the word of God. But falsity is opposed absolutely to the word of God. Therefore all the sentences of Scripture are infallibly true.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und nicht etwa von der Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die katholische Kirche lehrt nicht, dass die Tradition in ihrem Inhalt über die Wahrheit der heiligen Schrift hinausgehe. Ganz im Gegenteil lehrt die katholische Kirche im [[Kirchenlehrer]] [[Thomas von Aquin]], dass alles, was gelehrt wird, implizit in der Schrift enthalten sein muss.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Thomas von Aquin |url=https://aquinas.cc/la/en/~Gal.C1.L2.n27 |titel=Super ad Galatas |werk=aquinas.cc |sprache=la-en |abruf=2025-05-10 |zitat=Dicendum quod nihil aliud evangelizandum est, quam illud quod continetur in Evangeliis, et in Epistolis, et in Sacra Scriptura implicite vel explicite.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Lehre der katholische Kirche unterscheidet sich darin von der Lehre der Reformatoren, dass den Reformatoren die Bibel die einzige unfehlbare Regel des Glaubens ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jakob Andreä, Martin Chemnitz et al. |url=https://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=bekenntnisse:concordienformel |titel=Formula Concordiae |sprache=de |abruf=2025-05-10 |zitat=Wir gläuben, lehren und bekennen, daß die einige Regel und Richtschnur, nach welcher zugleich alle Lehren und Lehrer gerichtet und geurtheilet werden sollen, seind allein die prophetischen und apostolischen Schriften altes und neues Testament,}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während den Katholiken auch die Tradition eine unfehlbare Regel des Glaubens ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Salaverri S.J, Michaele Nicolau S.J.: &amp;#039;&amp;#039;Sacrae Theologiae Summa.&amp;#039;&amp;#039; IB, S. 297 (englisch, Latein: &amp;#039;&amp;#039;Sacrae Theologiae Summa.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzt von Kenneth Baker S.J.).&amp;lt;/ref&amp;gt; „Regel des Glaubens“ nennen Reformatoren und Katholiken das Prinzip, wonach bestimmt wird, was für eine Wahrheit göttlich geoffenbart – und somit von den Gläubigen zu glauben – ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Östlich-orthodoxe Sichtweise ===&lt;br /&gt;
Die [[Östliches Christentum|Ostkirchen]] lehnen das Prinzip des sola scriptura ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Gegen die römisch-katholische Lehre formulierte die lutherische Orthodoxie in der [[Konkordienformel]] (1577) den eigenen Standpunkt. So heißt es in deren &amp;#039;&amp;#039;Epitome&amp;#039;&amp;#039;, dass „allein die Heilige Schrift der einig Richter, Regel und Richtschnur“ ({{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;„sola sacra scriptura iudex, norma et regula“&amp;#039;&amp;#039;}}) sowie „[[Probierstein]]“ ({{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;„lydius lapis“&amp;#039;&amp;#039;}}) für alle kirchlichen Lehren und Traditionen sein könne.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche]], S. 769&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Schrift wurde seitdem als {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;norma normans&amp;#039;&amp;#039;}} („norm-stiftende Norm“) bezeichnet, die kirchlichen Bekenntnisse im Gegenzug als {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;norma normata&amp;#039;&amp;#039;}} („normierte Norm“), da sie sich aus der Schrift ableiteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Basierend auf den Formulierungen der Bekenntnisschriften und vor allem Luthers Bezeichnung der Schrift als „principium primum“&amp;lt;ref name=&amp;quot;wa:97&amp;quot; /&amp;gt; arbeitete die lutherische Orthodoxie im 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert das Schriftprinzip aus. Durch die [[Aristoteles|aristotelische]] Kategorie des [[Prinzip]]s wurde die Bibel als unhinterfragbares [[Axiom]] lutherischer Theologie festgeschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Wallmann: &amp;#039;&amp;#039;Kirchengeschichte Deutschlands seit der Reformation&amp;#039;&amp;#039;, 6. Auflage, 2006, S. 98.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die Lehre von der [[Verbalinspiration]] der Schrift wurde in diesem Zusammenhang entwickelt. Nach [[Wolfhart Pannenberg]] gründet die Autorität der Heiligen Schrift für die reformatorische Theologie darauf, dass „sie nicht Menschenwort, sondern Gottes eigenes Wort ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfhart Pannenberg: &amp;#039;&amp;#039;Systematische Theologie&amp;#039;&amp;#039;, Band 1. Göttingen 1988, S. 41. Pannenberg führt auf den Folgeseiten aus, in welcher Weise diese Auffassung im 18. und 19. Jahrhundert in der Theologie zunehmend aufgegeben wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die [[Historisch-kritische Methode (Theologie)|historisch-kritische]] [[Biblische Exegese|Bibelforschung]] kam es zu einer Erschütterung dieser dogmatischen Grundlage. Man spricht seither von der „Krise des Schriftprinzips“.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfhart Pannenberg: &amp;#039;&amp;#039;Die Krise des Schriftprinzips.&amp;#039;&amp;#039; In: Derselbe: &amp;#039;&amp;#039;Grundfragen systematischer Theologie&amp;#039;&amp;#039;, Band 1. Göttingen 1962, S. 11–21. An anderer Stelle betont Pannenberg, dass sich seit [[Johann Salomo Semler]] „eine Unterscheidung zwischen Schrift und Wort Gottes zunehmend durchgesetzt“ habe. (Pannenberg 1988, S. 56).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ungeachtet dieser seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Krise hält die Evangelische Kirche an dem reformatorischen Grundsatz des &amp;#039;&amp;#039;sola scriptura&amp;#039;&amp;#039; fest. Es heißt zum Beispiel in den Grundartikeln der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland: „Sie bekennt mit den Kirchen der Reformation, dass die Heilige Schrift die alleinige Quelle und vollkommene Richtschnur des Glaubens, der Lehre und des Lebens ist und dass das [[Heil]] allein im Glauben empfangen wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen für den Kirchenbau ==&lt;br /&gt;
Vor der Reformation kam es im Gottesdienst vor allem auf die [[Heilige Messe|Messe]] an, und zwar besonders auf den Moment der [[Konsekration|Wandlung]]. Der Priester hob die Hostie möglichst hoch ([[Elevation (Liturgie)|Elevation]]), dass sie in den längsrechteckigen Kirchenschiffen deutlicher zu sehen war; in größeren Kirchen wurde für die bessere Sicht auf die Handlungen am Altar ein [[Hochchor]] eingebaut. Im evangelischen Gottesdienst dominierte aber die [[Predigt]]. Deswegen wurden die Grundrisse der Kirchen verändert: zur [[Querkirche]], der einzigen rein evangelischen Sakralbauform, oder zum Zentralbau (Quadrate oder Achtecke, die sich in einen Kreis einschreiben lassen), der im Protestantismus weniger häufig verwirklicht wurde. Die Kanzel wurde möglichst nahe in die Mitte der Kirche gerückt, um bessere Hörbarkeit der Predigt für alle Gottesdienstteilnehmer zu ermöglichen. In kleineren Kirchen sollte derselbe Zweck durch die Errichtung eines [[Kanzelaltar]]s erreicht werden: Das Wort, die Predigt sollte auch rein räumlich in den Mittelpunkt des Gottesdienstes gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Martin Luther&lt;br /&gt;
   |Titel=Wahrheitsbekräftigung aller Artikel Martin Luthers, die von der jüngsten Bulle Leos X. verdammt worden sind&lt;br /&gt;
   |Reihe=D. Martin Luthers Werke&lt;br /&gt;
   |BandReihe=[[Weimarer Ausgabe (Luther)|WA]] 7&lt;br /&gt;
   |Datum=1897&lt;br /&gt;
   |Seiten=91–151&lt;br /&gt;
   |Originaltitel=Assertio omnium articulorum M. Lutheri per bullam Leonis X. novissimam damnatorum&lt;br /&gt;
   |Originalsprache=la&lt;br /&gt;
   |Originaljahr=1521}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Martin Luther&lt;br /&gt;
   |Titel=[[De servo arbitrio|Über den geknechteten Willen]]&lt;br /&gt;
   |Reihe=D. Martin Luthers Werke&lt;br /&gt;
   |BandReihe=[[Weimarer Ausgabe (Luther)|WA]] 18&lt;br /&gt;
   |Datum=1908&lt;br /&gt;
   |Seiten=600–787&lt;br /&gt;
   |Originaltitel=De servo arbitrio&lt;br /&gt;
   |Originalsprache=la&lt;br /&gt;
   |Originaljahr=1525}}&lt;br /&gt;
* [[Peter Hünermann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Enchiridion Symbolorum|Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen = Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum]].&amp;#039;&amp;#039; Auflage 40. Herder, Freiburg i. Br. / Basel / Wien 2005, ISBN 3-451-28520-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sekundärliteratur ===&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Ebeling]]: &amp;#039;&amp;#039;„Sola scriptura“ und das Problem der Tradition.&amp;#039;&amp;#039; In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Wort Gottes und Tradition. Studien zu einer Hermeneutik der Konfessionen.&amp;#039;&amp;#039; Auflage 2. Göttingen 1966, S. 91–143.&lt;br /&gt;
* Hartmut Günther: &amp;#039;&amp;#039;Das Schriftverständnis der Konkordienformel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bekenntnis zur Wahrheit. Aufsätze über die Konkordienformel.&amp;#039;&amp;#039; Erlangen 1978; S. 25–34.&lt;br /&gt;
* [[Rochus Leonhardt]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundinformation Dogmatik. Ein Lehr- und Arbeitsbuch für das Studium der Theologie.&amp;#039;&amp;#039; Auflage 2. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2007, S. 106–111.&lt;br /&gt;
* Bernhard Rothen: &amp;#039;&amp;#039;Die Klarheit der Schrift. Martin Luther: Die wiederentdeckten Grundlagen.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1990.&lt;br /&gt;
* [[Hermann Sasse]]: &amp;#039;&amp;#039;Sacra Scriptura. Studien zur Lehre von der Heiligen Schrift.&amp;#039;&amp;#039; Erlangen 1981.&lt;br /&gt;
* [[Armin Wenz]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Wort Gottes – Gericht und Rettung. Untersuchung zur Autorität der Heiligen Schrift in Bekenntnis und Lehre der Kirche&amp;#039;&amp;#039; (= Forschungen zur systematischen und ökumenischen Theologie; 75). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1996, ISBN 3-525-56282-9 (Dissertation an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg 1994).&lt;br /&gt;
* Mathias Mütel: &amp;#039;&amp;#039;Mit den Kirchenvätern gegen Martin Luther? Die Debatten um Tradition und auctoritas patrum auf dem Konzil von Trient.&amp;#039;&amp;#039; Schöningh, Paderborn 2017 (= [[Konziliengeschichte]]. Reihe B., Untersuchungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Grundsätze der Reformation}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4138504-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evangelische Theologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geflügeltes Wort]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinische Phrase]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-100371</name></author>
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