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	<title>Slawische Muslime - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T00:22:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;YMS: Sprache</title>
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		<updated>2025-09-06T22:11:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sprache&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschäftigt sich mit allen slawischen Muslimen des Balkans. Zu den [[Bosniaken]] siehe den entsprechenden Artikel.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Pljevlja Mosque 1.JPG|mini|[[Hussein-Pascha-Moschee]] mit dem Uhrturm im Zentrum von [[Pljevlja]] (Montenegro)]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;slawische Muslime&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{bsS}}/{{hrS}} &amp;#039;&amp;#039;Slavenski muslimani&amp;#039;&amp;#039;; {{srS|Словенски муслимани|Slovenski muslimani}}; {{mkS|Словенски муслимани}}) werden Bevölkerungsgruppen oder Sub-Bevölkerungsgruppen von [[Slawen]] bezeichnet, die in mehreren Ländern [[Südosteuropa]]s ([[Balkanhalbinsel]]) leben und einer [[Islam|muslimisch]] geprägten kulturellen Gruppe angehören. Die Verbreitung des Islams in diesem Gebiet geht auf die Zeit des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reiches]] zurück, siehe auch [[Geschichte von Bosnien und Herzegowina]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Muslimische Slawen im Osmanischen Reich ==&lt;br /&gt;
[[Slawische Sprachen|Slawischsprachige]] [[Muslim]]e gab es zur Zeit des Osmanischen Reiches in fast allen Gebieten, in denen slawischsprachige Bevölkerungsgruppen dauerhaft unter osmanische Herrschaft gerieten. Die Gründe für den Übertritt zum [[Islam]] waren verschiedene: Die Annahme der [[Religion]] der herrschenden Schicht eröffnete die Möglichkeit zu [[Gesellschaft (Soziologie)|gesellschaftlichem]] Aufstieg und einer [[Karriere]] im [[Staatsdienst]]; sie ermöglichte es, die Zahlung der nur von Nichtmuslimen erhobenen [[Dschizya|Steuerarten]] zu vermeiden; besonders in Zeiten [[Türkenkriege|militärischer Konflikte]] kam es in einzelnen Regionen auch zu systematischen Verfolgungen bestimmter [[Christentum|christlicher]] Gruppen, die der Sympathie mit dem jeweiligen Kriegsgegner verdächtigt wurden; in manchen Gebieten kam es zeitweise zu einem akuten Mangel an [[Priester (Christentum)|Priestern]], [[Kirchengebäude|Kirchen]] und kirchlichen Strukturen, sodass die Kirchenbindung, so sie denn überhaupt vorhanden gewesen war, geschwächt und die Bereitschaft zur Annahme eines neuen Glaubens gestärkt wurde; schließlich war der Islam Bestandteil der [[orient]]alischen [[Kultur]] und [[Zivilisation]] des Osmanischen Reiches, deren Verbreitung unter den Bedingungen des damaligen Südosteuropa in mancher Hinsicht als zivilisatorischer [[Fortschritt]] erscheinen konnte, was der neuen Religion zusätzliches Prestige verlieh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den meisten Gebieten, die zwischen dem 16. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder unter die Herrschaft christlicher Mächte ([[Österreich-Ungarn|Österreichs]], [[Republik Venedig|Venedigs]] und der ersten neu entstandenen unabhängigen [[Balkanhalbinsel|Balkanstaaten]]) kamen, wurden muslimische Bevölkerungsgruppen damals nicht toleriert, sondern nach der Rückeroberung gezwungen, entweder eine [[christliche Konfession]] anzunehmen oder in das verbliebene Territorium des Osmanischen Reiches zu [[Emigration|emigrieren]]. Infolgedessen konzentrierte sich die slawischsprachige muslimische Bevölkerung in denjenigen ganz oder teilweise slawischsprachigen Gebieten, die am längsten unter osmanischer Herrschaft blieben: Bosnien und Herzegowina, [[Sandžak|Sandschak]], [[Kosovo]], [[Nordmazedonien]], südliches [[Bulgarien]] und nördliches [[Griechenland]]. In diesen Gebieten kam es nach dem Ende der osmanischen Herrschaft infolge des [[Berliner Kongress]]es im Jahre 1878 und der [[Annexion Bosniens]] durch [[Österreich-Ungarn]] im Jahre 1908 nicht zu systematischen religiös motivierten Verfolgungen der Muslime, auch wenn einzelne muslimische Gruppen unter den folgenden [[Nationalitätenkonflikt]]en zu leiden hatten. Der teilweise radikale Wechsel der [[Macht]]- und [[Besitz]]verhältnisse veranlasste jedoch auch in diesen Gebieten Teile nicht nur der türkischsprachigen, sondern auch der slawischsprachigen Muslime, in das Osmanische Reich bzw. in die Türkei zu [[Emigration|emigrieren]], wo sie bis heute eine zahlenmäßig schwer bezifferbare slawischsprachige Bevölkerungsgruppe bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, welcher „[[Nationalität]]“ die slawischsprachigen Muslime Südosteuropas eigentlich angehören, ist teilweise bis heute umstritten. In der Gesellschaftsordnung des Osmanischen Reiches hatten die slawischsprachigen Muslime denselben [[Sozialer Status|gesellschaftlichen Status]] wie türkischsprachige Muslime, die ursprünglich das Reich begründet hatten. Daher wurden sie oft einfach als &amp;#039;&amp;#039;[[Türken]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet und betrachteten sich oft auch selbst als solche. Solange sich die [[Unabhängigkeitsbewegung]]en der überwiegend [[Christentum|christlichen]] südslawischen Völker ideologisch primär auf den [[konfession]]ellen Gegensatz zum [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] stützten, wurde diese Bezeichnung auch von diesen als [[Stereotyp|Fremdstereotyp]] übernommen. Mit dem Aufkommen neuer, primär mit [[Sprache]], [[Territorium]] oder [[Abstammung]] argumentierender [[Nationalismus|Nationalismen]] änderte sich dies: Jetzt wurden die slawischsprachigen Muslime von den neu entstehenden Nationalbewegungen als Angehörige des jeweils eigenen Volkes in Anspruch genommen, deren Konfessionszugehörigkeit zweitrangig sei. Dabei kam es teilweise zu konkurrierenden „Ansprüchen“ rivalisierender Nationalbewegungen auf ein und dieselbe Bevölkerungsgruppe. Die Mehrzahl der slawischen Muslime selbst blieb in diesen Auseinandersetzungen passiv, lediglich Teile der [[Elite]]n identifizierten sich mit den neuen Nationalbewegungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ethnische Muslime im Kontext der Nationalitätenpolitik Jugoslawiens ==&lt;br /&gt;
Gegenstand einer besonders langandauernden solchen nationalpolitischen Auseinandersetzung waren die Muslime Bosnien-Herzegowinas, die von serbischer Seite als [[Serben]], von kroatischer Seite hingegen als [[Kroaten]] betrachtet wurden, wobei aufgrund der demografischen Struktur des Landes die nationale Zuordnung der muslimischen Bevölkerung dafür ausschlaggebend gewesen wäre, welches dieser zwei Völker die Mehrheit der Bevölkerung dieses Landes gestellt hätte. Um diesen Konflikt beizulegen und gleichzeitig dem unter den Muslimen Bosnien-Herzegowinas zunehmenden Bewusstsein einer [[kultur]]ellen Eigenständigkeit entgegenzukommen, erkannte die [[Kommunismus|kommunistische]] Regierung [[Jugoslawien]]s nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] die Muslime Bosnien-Herzegowinas unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Muslime&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Muslimani&amp;#039;&amp;#039;) als eigenständige &amp;#039;&amp;#039;[[Nation]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;nacija&amp;#039;&amp;#039;) an. Später wurde dieser Begriff auch in den anderen Teilrepubliken des damaligen Jugoslawien eingeführt. Dabei wurde das Wort &amp;#039;&amp;#039;Muslime&amp;#039;&amp;#039;, wenn es die Nationalität bezeichnete, mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben (&amp;#039;&amp;#039;Muslimani&amp;#039;&amp;#039;), wenn es die [[Religion]] bezeichnete, die auch Menschen anderer [[Muttersprache]]n wie etwa [[Albaner]] oder [[Türken]] umfasste, hingegen mit kleinem Anfangsbuchstaben (&amp;#039;&amp;#039;muslimani&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im unabhängigen Bosnien und Herzegowina wurde der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Muslime&amp;#039;&amp;#039; (im nationalen Sinne) in der ersten Hälfte der 1990er Jahre weitgehend durch den Begriff [[Bosniaken]] ersetzt, der zum Ausdruck bringen soll, dass die nationale [[Identität]] der Muslime [[Bosnien]] und [[Herzegowina]]s nicht primär auf ihrer Religion, sondern vor allem auf ihrer [[Identität#Personale Identität|Identifikation]] mit dem Land Bosnien und Herzegowina beruhe. In [[Serbien]] und [[Montenegro]] sind hingegen heute die Kategorien &amp;#039;&amp;#039;Muslime&amp;#039;&amp;#039; (im nationalen Sinne) und &amp;#039;&amp;#039;Bosniaken&amp;#039;&amp;#039; in [[Volkszählung]]en parallel im Gebrauch, wobei der größere Teil der betroffenen Bevölkerungsgruppe mittlerweile die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Bosniaken&amp;#039;&amp;#039; bevorzugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtigste Gruppen slawischer Muslime im heutigen Südosteuropa ==&lt;br /&gt;
* Die [[Bosniaken]] in [[Bosnien und Herzegowina]] sind mit einem Bevölkerungsanteil von knapp über 50 Prozent&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.statistika.ba/ |titel=Popis 2013 u BiH |werk=statistika.ba |abruf=2016-09-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; das größte der drei „[[Staatsvolk|konstitutiven Völker]]“ dieses Staates. Sie pflegen die [[Bosnische Sprache]], die heute in Bosnien und Herzegowina offiziell den Status einer eigenständigen Sprache hat und zusammen mit dem [[Serbische Sprache|Serbischen]] und dem [[Kroatische Sprache|Kroatischen]] Amtssprache ist.&lt;br /&gt;
* Die Muslime im [[Sandžak]] (von [[Novi Pazar]]) leben im Grenzgebiet zwischen Serbien und Montenegro. Sie betrachten sich größtenteils als Bosniaken, teilweise auch als &amp;#039;&amp;#039;Muslime&amp;#039;&amp;#039; (im nationalen Sinne), teilweise als [[Serben]] oder [[Montenegriner]] islamischer Religionszugehörigkeit.&lt;br /&gt;
* Die [[Bosniaken im Kosovo]] sind die zweitgrößte ethnische Minderheit und verwenden die bosnische Schriftsprache.&lt;br /&gt;
* Die [[Goranen]] im Süden des [[Kosovo]] werden teilweise ebenso als &amp;#039;&amp;#039;Muslime&amp;#039;&amp;#039; im nationalen Sinne und teilweise als Serben muslimischer Konfession (muslimische Serben), inzwischen jedoch teilweise auch als eigenständige Volksgruppe (nichtalbanische Muslime) betrachtet.&lt;br /&gt;
* Die [[Torbeschen]] in [[Nordmazedonien]] werden in Volkszählungen heute teilweise als &amp;#039;&amp;#039;Bosniaken&amp;#039;&amp;#039; und teilweise als [[Mazedonier (slawischsprachige Ethnie)|Mazedonier muslimischen Glaubens]] klassifiziert. Sie verwenden die [[Mazedonische Sprache|mazedonische]], nicht die bosnische Schriftsprache.&lt;br /&gt;
* Die [[Pomaken]] leben im Grenzgebiet zwischen [[Griechenland]] und [[Bulgarien]]. In Griechenland werden sie aufgrund ihrer Konfession zusammen mit der [[Türkische Sprache|türkischsprachigen]] Bevölkerung desselben Gebiets als Teil der offiziell anerkannten, religiös-konfessionell definierten türkisch-muslimischen Minderheit betrachtet, in Bulgarien gelten sie als muslimische Bulgaren.&lt;br /&gt;
* Die Čitaci (Tschitatsi), zum Islam übergetretene albanisierte bzw. türkisierte Serben und Mazedonier, leben in Südserbien sowie Nordmazedonien und im Kosovo&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.enciklopedija.hr/natuknica.aspx?id=13426&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Verwendung ==&lt;br /&gt;
Im historischen Sinn werden z.&amp;amp;nbsp;B. auch [[Saqaliba]] und [[Islam in Polen, Litauen und Belarus|polnische Konvertiten]] in Andalusien und Ägypten gelegentlich als slawische Muslime bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
   Hajji Alija Mosque and Počitelj Fortress, Počitelj 2005.png|Die Moschee des [[Šišman-Ibrahim-Paša]] in [[Počitelj]] (Bosnien und Herzegowina)&lt;br /&gt;
   Podgorica Mosque.JPG|Moschee in [[Podgorica]] (Montenegro)&lt;br /&gt;
   Interiér mešity v Sarajevu.jpg|Innenraum der [[Gazi-Husrev-Beg-Moschee]] in [[Sarajevo]] (Bosnien und Herzegowina)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Berna Pekesen: [http://ieg-ego.eu/de/threads/europa-unterwegs/ethnische-zwangsmigration/berna-pekesen-vertreibung-der-muslime-vom-balkan &amp;#039;&amp;#039;Vertreibung und Abwanderung der Muslime vom Balkan&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Europäische Geschichte Online]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Leibniz-Institut für Europäische Geschichte|Institut für Europäische Geschichte (Mainz)]], 2011; abgerufen am 25. März 2021; [https://d-nb.info/1031433341/34 d-nb.info] (PDF; 220&amp;amp;nbsp;kB).&lt;br /&gt;
* Jordanka Telbizova-Sack: &amp;#039;&amp;#039;Eine Identität mit vielen Gesichtern? Die slawischen Muslime Makedoniens&amp;#039;&amp;#039;. In: István Keul (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Religion, Ethnie, Nation und die Aushandlung von Identität(en): Regionale Religionsgeschichte in Ostmittel- und Südosteuropa&amp;#039;&amp;#039;. Frank &amp;amp; Timme, 2005, ISBN 3-86596-009-X.&lt;br /&gt;
* [[Srećko Matko Džaja]]: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Realität des Jugoslawismus (1918–1991) mit besonderer Berücksichtigung Bosnien-Herzegowinas&amp;#039;&amp;#039;. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2002, ISBN 978-3-486-56659-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnische Minderheit in Europa als Thema]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religiöse Minderheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personengruppe (Islam)]]&lt;/div&gt;</summary>
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