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	<title>Sitzredakteur - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T01:07:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sitzredakteur&amp;diff=269119&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;HaeB: -unbelegte und sachlich falsche Theoriefindung (schon 1889 im Konversationslexikon so bezeichnet und als illegal beschrieben) / etwas erweitert (teils aus verlinkten Quellen, gemeinfrei)</title>
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		<updated>2024-09-09T05:18:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;-unbelegte und sachlich falsche Theoriefindung (schon 1889 im Konversationslexikon so bezeichnet und als illegal beschrieben) / etwas erweitert (teils aus verlinkten Quellen, gemeinfrei)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sitzredakteur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete man vor allem in der Zeit des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik einen Redakteur, der zwar im Impressum als [[Presserechtliche Verantwortlichkeit|presserechtlich verantwortlich]] genannt wurde, tatsächlich aber nur die Aufgabe hatte, als [[Strohmann]] stellvertretend für seine Kollegen [[Freiheitsstrafe|Haftstrafen]] abzusitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herausgeber wollten nicht das Risiko eingehen, ihren Chefredakteur oder andere tragende Redakteure für längere Zeit entbehren zu müssen, daher benannten sie unwichtige Angestellte als Verantwortliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nennung eines solchen Namens wurde mit dem Aufkommen der ersten Presseprodukte von der [[Zensur (Informationskontrolle)|Zensur]] vorgeschrieben. Auch das [[Reichspreßgesetz]] von 1874, das die Zensur aufhob, sah diese Vorschrift als Mittel zur Pressekontrolle vor. Bei Gesetzesverstößen innerhalb einer Publikation, vor allem bei anonymen Beiträgen, wurde die genannte Person zur Verantwortung gezogen und gegebenenfalls inhaftiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies geschah während des [[Deutsches Kaiserreich|Kaiserreiches]] häufiger, zum Beispiel aufgrund von [[Majestätsbeleidigung]]en. Betroffen davon waren alle Medien, beispielsweise katholisch-konservative Zeitungen während des [[Kulturkampf]]es, sozialistisch-revolutionäre Blätter nach der Verabschiedung der [[Sozialistengesetz]]e, aber auch die monarchistisch-konservative Presse beim sogenannten [[Gründerkrach]].&amp;lt;ref&amp;gt;Dagmar Bussiek: &amp;#039;&amp;#039;Mit Gott für König und Vaterland! Die Neue Preußische Zeitung (Kreuzzeitung) 1848 – 1892&amp;#039;&amp;#039;. LIT Verlag Münster, 2002. S. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es beispielsweise in [[B. Traven]]s in den 1920er Jahren spielenden Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Die weiße Rose]]:&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die sozialistischen und kommunistischen Zeitungen haben zuweilen sogenannte Sitz-Redakteure, die alle Strafen, die den Zeitungen auferlegt werden, in irgendeiner Form abzubrummen haben, damit die wertvolleren Arbeitskräfte der Zeitung erhalten bleiben.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;B. Traven: &amp;#039;&amp;#039;Die weiße Rose&amp;#039;&amp;#039;, Rowohlt Taschenbuch Verlag 1962, S. 143. In der Erstausgabe hieß es noch &amp;quot;Brumm-Redakteur&amp;quot;, worüber sich [[Kurt Tucholsky]] in einer [[Rezension]] mokierte: &amp;quot;Er spricht, was immerhin noch komisch klingt, von einem &amp;#039;Brumm-Redakteur&amp;#039; und meint einen Sitz-Redakteur.&amp;quot;, (aus: &amp;quot;B. Traven&amp;quot;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Weltbühne]]&amp;#039;&amp;#039;, 25. November 1930, S. 800)&amp;lt;/ref&amp;gt;}}Bei der 1884 in [[Stuttgart]] wiedergegründeten sozialdemokratischen Satirezeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Der wahre Jacob]]&amp;#039;&amp;#039; wurde als verantwortlicher Redakteur ein R. Seiffert genannt, der tatsächliche Herausgeber war [[Wilhelm Blos]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kontext2016&amp;quot;&amp;gt;Oliver Stenzel: &amp;#039;&amp;#039;Der Sitzredakteur&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Kontext: Wochenzeitung]]&amp;#039;&amp;#039;. 23. April 2016, S. 3. [https://www.kontextwochenzeitung.de/schaubuehne/264/in-den-knast-fuer-aufmuepfige-kollegen-der-sitzredakteur-3587.html Online-Version]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; fungierte 1892 für drei Monate der Nachwuchsredakteur [[Kurt Eisner]] als „Sitzredakteur“ und wurde zweimal gerichtlich belangt und zu Geldstrafen verurteilt, er galt damit als [[vorbestraft]].&amp;lt;ref name=Kontext2016/&amp;gt; Die Verurteilung des tatsächlich leitenden Redakteurs [[Bernhard Heymann]] vom „Wahren Jakob“ 1901 zu 200 Mark zeigt, dass die Vertretung aus der Mode kam. Auch [[Eduard Fuchs (Kulturwissenschaftler)|Eduard Fuchs]] vom &amp;#039;&amp;#039;[[Süddeutscher Postillon|Süddeutschen Postillon]]&amp;#039;&amp;#039; hatte keinen Vertreter, sondern musste seine Strafen 1897 wegen des Gedichts &amp;#039;&amp;#039;Enthüllungen&amp;#039;&amp;#039; (sechs Monate Haft) und 1898 wegen [[Majestätsbeleidigung]] (zehn Monate Haft) selbst absitzen. [[Thomas Theodor Heine]] vom &amp;#039;&amp;#039;[[Simplicissimus]]&amp;#039;&amp;#039; wurde im Dezember 1898 zu sechs Monaten [[Festungshaft]] verurteilt, während [[Albert Langen]] und [[Frank Wedekind]] in die Schweiz flüchteten und erst bei ihrer Rückkehr nach Deutschland belangt wurden, auch sie hatten keine Vertreter.&amp;lt;ref name=Kontext2016/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Reichspreßgesetz versuchte der Umgehung der Haftung durch die eigentlich verantwortlichen Redakteure mittels eines Sitzredakteurs als [[Strohmann]] dadurch zu begegnen, dass in §18 der Verleger einer periodischen Druckschrift mit Geldbuße bis zu 1000 Mark oder Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten bedroht wurde, wenn er wissentlich geschehen ließ, dass auf der Druckschrift eine Person fälschlich als Redakteur bezeichnet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;verschiedene: &amp;#039;&amp;#039;Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 13&amp;#039;&amp;#039;. Bibliographisches Institut, Leipzig 1889, Seite 334. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b13_s0334.jpg&amp;amp;oldid=- (Version vom 20.3.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[s:Gesetz_über_die_Presse#%C2%A7._18.|https://de.wikisource.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_die_Presse#%C2%A7._18.]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personenbezeichnung (Journalismus)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;HaeB</name></author>
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