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	<title>Situationsethik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T03:19:22Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Situationsethik&amp;diff=476821&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Literatur */ https</title>
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		<updated>2023-12-11T16:47:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Situationsethik,&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;situative Ethik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist innerhalb der [[Christliche Ethik|Christlichen Ethik]] ein Ansatz, welcher versucht, das [[Sittlichkeit|sittliche Verhalten]] nicht durch höchste [[Wertvorstellung|Normen und Werte]] zu begründen, sondern &amp;#039;&amp;#039;allein&amp;#039;&amp;#039; orientiert an den Lebenssituationen und Gegebenheiten ([[Umwelt]]) des Einzelnen. Grundgedanke ist dabei, dass die Einzigkeit und Unwiederholbarkeit sowohl des Individuums als auch der jeweiligen konkreten &amp;#039;&amp;#039;Situation&amp;#039;&amp;#039;, in der dieses seine Handlungsentscheidung zu treffen hat, die Aufstellung und Begründung &amp;#039;&amp;#039;allgemeiner&amp;#039;&amp;#039; Prinzipien und Normen unmöglich mache.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Fischer, Stefan Gruden, Esther Imhof: &amp;#039;&amp;#039;Grundkurs Ethik: Grundbegriffe philosophischer und theologischer Ethik&amp;#039;&amp;#039;. Kohlhammer, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage Stuttgart 2007, S. 47ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsprägung ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Situationsethik&amp;#039;&amp;#039; wurde 1938 von [[Theodor Steinbüchel]] geprägt, der sich dabei auf [[Eberhard Grisebach]]s &amp;#039;&amp;#039;Kritische Ethik&amp;#039;&amp;#039; (1928) bezog.&amp;lt;ref&amp;gt;{{LThK|Peter Reifenberg|Situationsethik|3|9|642}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Wie die Situationsethik selbst ohne ein wesentliches [[Selbst]] des Menschen, das als das menschliche trotz und in aller individuellen Ausgestaltung und innerhalb aller ungleichen Situationen das gleiche ist, nicht auskommt, ebensowenig kann es den Vollzug einer konkreten Entscheidung ohne die Realität dieses lebendigen Selbst geben. Es ist doch der konkrete Mensch als Selbstsein, der sich in der Situation dem Du öffnen soll, und es ist seine konkrete reale Seinsmöglichkeit, die sich in jeder Situation bewähren soll.&lt;br /&gt;
 |Autor=Theodor Steinbüchel&lt;br /&gt;
 |Quelle=Die philosophische Grundlegung der katholischen Sittenlehre&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Steinbüchel: &amp;#039;&amp;#039;Die philosophische Grundlegung der katholischen Sittenlehre&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, Schwann, Düsseldorf 1938, S. 251 &amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situationsethische Ansätze ==&lt;br /&gt;
Wichtige Vertreter der Situationsethik sind [[Joseph Fletcher]] und [[John Arthur Thomas Robinson]] (wobei es für Robinson in erster Linie um das Gottesbild und erst daraus folgend um Ethik geht). Der Begriff „Situation“ kann unterschiedlich verstanden werden:&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Honecker: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die theologische Ethik. Grundlagen und Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;. Walter de Gruyter, Berlin / New York 1990, S. 11f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Sozialer und politischer Kontext eines Verhaltens. Situationsethisch argumentieren heißt dann, die realen Verhältnisse zu berücksichtigen.&lt;br /&gt;
# [[Kontingenz (Philosophie)|Kontingenz]] des Handelns Gottes. Der Mensch soll in seinem Handeln dem Handeln Gottes entsprechen, darauf antworten. In diesem Sinn ist [[Karl Barth]] ein Situationsethiker, ähnlich auch [[Dietrich Bonhoeffer]] und [[Paul Lehmann (Theologe)|Paul L. Lehmann]].&lt;br /&gt;
# Erfahrung mitmenschlicher Verantwortung. Hier steht [[Martin Buber]]s [[Ich und Du (Buber)|Ich-Du]]-Philosophie im Hintergrund. Personale Verhaltensweisen wie Vertrauen oder Liebe gelten einem konkreten Menschen mit seiner Eigenart und seinen Bedürfnissen. Dieser Aspekt wurde von Autoren im Umkreis von [[Rudolf Bultmann]] sowie von [[Knud E. Løgstrup]] betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
Die Situationsethik wird gelegentlich auch als [[Individualethik]] bezeichnet. Der ethische Grundsatz sehe vor, das als gut zu erachten, was der Einzelne dafür halte und was seinen eigenen Interessen entspreche. Jeder mündige Handelnde schaffe sich somit bei jeder Handlung die hierfür passende Norm selbst. Damit drohe eine Form des [[Subjektivismus]] bzw. [[Moralischer Relativismus|moralischen Relativismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritiker erkennen an, dass die Situationsethik die Umstände, in denen sich das Individuum befindet, ernst nehme und Realitätsbezug aufweise. Jedoch stelle dieses Ethikmodell oft eine [[Überforderung]] des Einzelnen dar. Es berücksichtige nicht die [[Rechtspositivismus|positiven Funktionen]] von Normen. Die Situationsethik wird auch mit dem Argument in Frage gestellt, dass ohne &amp;#039;&amp;#039;allgemeine&amp;#039;&amp;#039; Prinzipien eine situationsgebundene Einzelfallentscheidung nicht vernünftig getroffen werden könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das katholische Lehramt nahm schon seit Ansprachen [[Pius XII.|Pius’ XII.]] 1952 eine ablehnende Haltung zu der „neuen [[Moral]]“ ein, dabei ging es um die Gefahr des [[Laxismus]] in der Ehe- und Sexualmoral. Der Begriff „neue Moral“, womit eine situative und existentielle Ethik gemeint ist, wurde von der &amp;#039;&amp;#039;Congregatio sancti officii&amp;#039;&amp;#039; am 2. Februar 1956 erstmals gebraucht.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Honecker: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die theologische Ethik. Grundlagen und Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;. Walter de Gruyter, Berlin / New York 1990, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[römisch-katholische Kirche]] hat die Situationsethik 1993 verworfen ([[Veritatis splendor]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Christofer Frey]] sieht ein Defizit des situationsethischen Ansatzes darin, dass jede Situation „perspektivisch“ sei. Der erkennende Mensch strukturiere sie selbst durch implizite Normen und Werte (im Sinne von sozial erworbenen Präferenzen).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stephan Ernst (Theologe)|Stephan Ernst]]: &amp;#039;&amp;#039;Prinzip - Situation - Gewissen: Ein Blick auf die katholische Sicht&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Thomas Laubach (Theologe)|Thomas Laubach]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ökumenische Ethik&amp;#039;&amp;#039;. Schwabe Verlag, Basel / Echter Verlag, Würzburg 2013, S. 57ff., hier S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dieter Birnbacher]] nennt die Situationsethik eine „Extremform der [[Kasuistik]],“ die jede Vergleichbarkeit von Fällen ethischen Handelns ablehne: „Jedes moralische Urteil kann danach nur auf einer Einzelfallintuition beruhen, und jeder konkrete Fall erfordert eine singuläre, nur auf ihn zugeschnittene Beurteilung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Birnbacher: &amp;#039;&amp;#039;Analytische Einführung in die Ethik&amp;#039;&amp;#039;. Walter de Gruyter, 3. durchgesehene Auflage Berlin / Boston 2013, S. 107.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{LThK|Peter Reifenberg|Situationsethik|3|9|641–643}}&lt;br /&gt;
* Knud E. Løgstrup: &amp;#039;&amp;#039;Die ethische Forderung&amp;#039;&amp;#039; (Original: &amp;#039;&amp;#039;Den etiske fordring&amp;#039;&amp;#039;). Laupp, Tübingen 1959. ([https://www.gbv.de/dms/faz-rez/600206_FAZ_0071_BuZ5_0002.pdf Rezension])&lt;br /&gt;
* Joseph Fletcher: &amp;#039;&amp;#039;Moral ohne Normen?&amp;#039;&amp;#039; (Original: &amp;#039;&amp;#039;Situation ethics – the new moral&amp;#039;&amp;#039;). Mohn, Gütersloh 1967.&lt;br /&gt;
* John A. T. Robinson: &amp;#039;&amp;#039;Gott ist anders&amp;#039;&amp;#039; (Original: &amp;#039;&amp;#039;Honest to God&amp;#039;&amp;#039;). Kaiser, München 1964.&lt;br /&gt;
* Christofer Frey: &amp;#039;&amp;#039;Kritische Überlegungen zur sogenannten Situationsethik (im Hinblick auf das Problem der pränatalen Diagnostik)&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Zeitschrift für Evangelische Ethik]] 29 (1985), S. 50–64.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Verantwortungsethik]]&lt;br /&gt;
* [[Gesinnungsethik]]&lt;br /&gt;
* [[Moral]]&lt;br /&gt;
* [[Kasuistik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethische Theorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Moraltheologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialethik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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