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	<title>Sistan - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Hutch: Abschnittlink korrigiert</title>
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		<updated>2026-03-03T06:21:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittlink korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Sakastan Sasanian era.png|miniatur|Sistan (Sakastan) zur Zeit der Sassaniden]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jomann Imperium Periscum.jpg|miniatur|Sistan (Sesjistan) im Osten des persischen Reiches auf einer Karte aus dem 18. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sistan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{faS|سيستان|d=Sīstān}}) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sidschistan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|سجستان|w=Sidschistān|d=Siǧistān}}) ist eine historische Region im heutigen Südwesten [[Afghanistan]]s und Südosten [[Iran]]s, die vom 9. bis 11. Jahrhundert unter der Regentschaft der [[Saffariden]] stand. Die Region ist heute Bestandteil der iranischen Provinz [[Sistan und Belutschistan]] (kurz auch &amp;#039;&amp;#039;Sistan&amp;#039;&amp;#039; genannt) und der afghanischen Provinzen [[Nimrus]] und [[Helmand (Provinz)|Helmand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Sistan leitet seinen Namen von &amp;#039;&amp;#039;Sakastan&amp;#039;&amp;#039; („das Land der Saka“) ab. Die [[Saken]] waren ein [[Skythen|skythischer Stamm]], der vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert in die Regionen des heutigen Afghanistans und des Industals wanderte, wo sie sich auch als [[Indo-Skythische Dynastie]] etablierten. Im &amp;#039;&amp;#039;[[Bundahischn]]&amp;#039;&amp;#039;, einem auf [[Mittelpersische Sprache|Mittelpersisch]] (auch „Pahlavi“) verfassten zoroastrischen Werk, heißt die Provinz &amp;#039;&amp;#039;Seyansih&amp;#039;&amp;#039;. Nach der arabischen Eroberung Irans wurde die Provinz als Sidschistan bzw. Sistan bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Das [[Arides Klima|aride]] und windreiche Klima der Region ließ stets nur vorübergehend eine dauerhafte Besiedlung mit Ackerwirtschaft zu, da Wanderdünen die Bewohner häufig zwangen, Siedlungen wieder aufzugeben. Vermutet wird die frühe [[Dschiroft-Kultur]] bereits im 3. Jahrtausend v. Chr., Siedlungen sind in den Zeiträumen zwischen 1100 und 800 v. Chr. durch [[Zoroastrier]], sowie im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. während der Zeit des [[Hellenismus]] nachgewiesen. Von der Besiedlung durch den [[Skythen|skythischen]] Stamm der Sakas ([[Saken]]) im 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. erhielt die Region den Namen Sakastan. Den Namen &amp;#039;&amp;#039;Sijistan/Sedschestan/Segestan&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Sistan&amp;#039;&amp;#039; erhielt die Region nach der Eroberung im Zuge der [[Islamische Expansion|Islamischen Expansion]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geo&amp;quot;&amp;gt;Uwe Siemon-Netto: &amp;#039;&amp;#039;Sistan. Die Stadt der Schreie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[GEO Magazin|GEO]]&amp;#039;&amp;#039;, Ausgabe Juni 1982, S. 98–110.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Sīstān“ ist abgeleitet vom [[Mittelpersische Sprache|mittelpersischen]] &amp;#039;&amp;#039;Sakastan&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Sagastān&amp;#039;&amp;#039;), „Land der [[Saken|Saka]]“, einem [[Skythen|skythischen]] Volk.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Lautverschiebung von mittelpers. &amp;#039;&amp;#039;sagistān&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;sagastān&amp;#039;&amp;#039; zu [[Persische Sprache|neupers.]] &amp;#039;&amp;#039;sīstān&amp;#039;&amp;#039; lässt sich auf einen „Lesefehler“ der mittelpersischen Variante des [[Aramäische Schrift|aramäischen Alphabets]] zurückführen, das nicht zwischen den Lauten d, g und y unterschied, so dass g im [[Persisches Alphabet|arabisch-neupersischen]] Nachfolgealphabet als Halbvokal y gelesen wurde: Aus &amp;#039;&amp;#039;sagistān&amp;#039;&amp;#039; ([[Transliteration#Konsonantenschrift|transliteriert]]: SGST’N) wurde &amp;#039;&amp;#039;sayistān&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;sīstān&amp;#039;&amp;#039; (translit.: SYST’N).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die antiken griechischen Historiker nannten das Gebiet &amp;#039;&amp;#039;[[Drangiana]]&amp;#039;&amp;#039;, ab der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. auch &amp;#039;&amp;#039;Sarangian&amp;#039;&amp;#039; (Zarangiane). Auf [[Sassanidenreich|sassanidischen]] Münzen kommt ab dem 4. Jahrhundert die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Sakastan&amp;#039;&amp;#039; und ab Ende des 5. Jahrhunderts &amp;#039;&amp;#039;Sarang&amp;#039;&amp;#039; vor. Der arabische Name in frühislamischer Zeit war &amp;#039;&amp;#039;Sidschistan&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Clifford Edmund Bosworth|C. E. Bosworth]]: &amp;#039;&amp;#039;Sistan and Its Local Histories.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Iranian Studies&amp;#039;&amp;#039;, Band 33, Nr. 1/2, Winter–Frühjahr 2000, S. 31–43, hier: S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der [[Iranische Mythologie|iranischen Mythologie]] ist das Gebiet von Sistan – das Stammland des mythischen Helden [[Sām]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jürgen Ehlers (Iranist)|Jürgen Ehlers]] (Hrsg. und Übers.): Abū&amp;#039;l-Qāsem Ferdausi: Rostam - Die Legenden aus dem &amp;#039;&amp;#039;Šāhnāme&amp;#039;&amp;#039;. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2002, S. 369 und 371 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Werner Heiduczek]]: &amp;#039;&amp;#039;Die schönsten Sagen aus Firdausis Königsbuch&amp;#039;&amp;#039; neu erzählt (nach Görres, Rückert und Schack). Der Kinderbuchverlag, Berlin 1982, ISBN 3-7684-5525-4, Neudruck (Werner Daustein) Hanau o. J., S. 31–47 (&amp;#039;&amp;#039;Zweites Buch: Destan Zal ...&amp;#039;&amp;#039;), hier: S. 31 („In Seistan, das man auch Mittagsland nennt, lebte Sam. Er war ... Manotschihr, dem weisen Herrscher über Iran, treu ergeben“)&amp;lt;/ref&amp;gt; – wohl weitgehend identisch mit [[Nimrus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine teils in der Begrifflichkeit überlappende Nachbarregion war [[Zabulistan]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann August Vullers]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Mir Hwand|Mirchond]]’s Geschichte der Seldschuken&amp;#039;&amp;#039; G. F. Heyer, Gießen 1837. ISBN 978-3-11-155182-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besiedlung ==&lt;br /&gt;
Sistans Blütezeit fiel in das 8. bis 15. Jahrhundert. Sogenannte &amp;#039;&amp;#039;[[Malik (Titel)|Malik]]s&amp;#039;&amp;#039; waren die regionalen Herrscher, die sich abwechselnd den umliegenden Mächten unterwarfen oder aber als Unterkönige autonom oder sogar souverän die Herrschaft ausübten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz nach der islamischen Eroberung der Region, die zuvor zum [[Sassanidenreich]] gehörte, Mitte des 7. Jahrhunderts brach der innerislamische Konflikt auf, den die Sistaner zu einem Aufstand nutzten, jedoch unterworfen wurden. Die lokalen Herrscher Sistans brachten im 9. Jahrhundert (um 867) die Dynastie der Saffariden hervor, die so mächtig wurden, dass sie um 873 mit der Eroberung von [[Chorasan]] begannen, bis sie um 900 von den [[Samaniden]] aufgehalten wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;David Durand-Guédy: &amp;#039;&amp;#039;Pre-Mongol Khurasan.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Greater Khorasan. History, Geography, Archaeology and Material Culture.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / München / Boston 2015, ISBN 978-3-11-033170-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Kalif in Bagdad sprach den Samaniden anschließend die Gebiete der Saffariden zu, die sich bis ins 11. Jahrhundert noch ausschließlich in Sistan hielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptstadt und Zentrum der Gegend war die Stadt [[Schahr-e Gholghola]] im heutigen Afghanistan, bis diese im 13. Jahrhundert von den [[Mongolen]] zerstört wurde. Weitere Orte, die heute nur noch als Ruinenstädte existieren, waren Kundar, Ramrod (heute in Iran) sowie Tarakun, Saru Tara, Godar-i Schah, Chigini und Peschawarun (heutige in Afghanistan).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ackerwirtschaft wurde durch den Bau von Kanälen mit Verbindung zum [[Hilmend]] ermöglicht und soll hier einen &amp;#039;&amp;#039;Garten Asiens&amp;#039;&amp;#039; begründet haben. Dies änderte sich erst in der Zeit des sich selbst beschleunigenden Niedergangs. Ausgetrocknete Kanäle, die Sand freisetzten, begünstigten die Bildung der für die Region ohnehin typischen Wanderdünen. Nach archäologischen Funden fielen die historischen Blütezeiten in der Region in die Zeiträume von weniger starken Wanderungsbewegungen. Die früheren Siedlungszentren sind heute Ruinenstädte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1747 fiel [[Ahmad Schah Durrani]] in Sistan ein, welches zum [[Afschariden|afscharidischen]] Persien gehörte. Afghanische und persische Machthaber zogen nach über hundert Jahren Streit um das Gebiet 1872 das [[Britisches Empire|Britische Empire]] als neutralen Schlichter hinzu, was den Briten die Vermessung des Landes ermöglichte. Mit dem Britisch-Afghanischen Friedensvertrag von 1905 wurde die unwirtliche Wüstenregion Sistan geteilt zwischen dem [[Emirat Afghanistan]], [[Britisch-Indien]] und [[Politisches System des Iran vor 1979|Persien]]; heute zwischen Afghanistan, Pakistan und Iran.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besiedelt unter anderem der paschtunische Stamm der Sakzai (wortwörtlich „Söhne der Saka“) die Region [[Farah (Provinz)]], [[Nimrus]] und [[Helmand (Provinz)]], welches dem ehemaligen Gebiet Sistans entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wassili Wladimirowitsch Bartold]], [[Clifford Edmund Bosworth]]: &amp;#039;&amp;#039;An Historical Geography of Iran.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, Princeton 1984, S. 64 ff.&lt;br /&gt;
* C. E. Bosworth: &amp;#039;&amp;#039;Sīstān.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Encyclopaedia of Islam. New Edition]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 9, S. 681b–685a.&lt;br /&gt;
* Kurt Maier: &amp;#039;&amp;#039;Die Geographie der mittelalterlichen iranischen Provinz Sīstān in frühen islamischen Quellen.&amp;#039;&amp;#039; Ergon-Verlag, Würzburg 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Zur Schrift &amp;#039;&amp;#039;Tarikh-e Sistan&amp;#039;&amp;#039; [„Geschichte Sistans“], [https://iranicaonline.org/articles/tarikh-e-sistan Encyclopaedia Iranica]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Sistan}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zentralasiatische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Territorium (Persien)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
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