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	<title>Sirbonischer See - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sirbonischer_See&amp;diff=2196717&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Martinus KE: /* Strabons Beschreibung und das Ekrhegma */ Der grch. Titel &quot;Geographiká&quot; ist ein Pluralwort und wird auch im Deutschen so gebraucht. Zum Beispiel: &quot;Strabons Geographiká sind das einzige aus dem Altertum erhaltene Werk dieser Art.&quot; (Der Neue Pauly, Band 11, 2001, Sp. 1024)</title>
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		<updated>2024-10-17T06:22:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Strabons Beschreibung und das Ekrhegma: &lt;/span&gt; Der grch. Titel &amp;quot;Geographiká&amp;quot; ist ein Pluralwort und wird auch im Deutschen so gebraucht. Zum Beispiel: &amp;quot;Strabons Geographiká sind das einzige aus dem Altertum erhaltene Werk dieser Art.&amp;quot; (Der Neue Pauly, Band 11, 2001, Sp. 1024)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox See&lt;br /&gt;
|BILD             = Sirbonis.svg&lt;br /&gt;
|BILDBESCHREIBUNG = Karte des Sirbonischen Sees&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD      = 31.19&lt;br /&gt;
|LÄNGENGRAD       = 33.11&lt;br /&gt;
|REGION-ISO       = EG-SIN&lt;br /&gt;
|LAGE             = {{EGY}},&amp;lt;br /&amp;gt;[[Sinai-Halbinsel]]&lt;br /&gt;
|ZUFLUSS          = &lt;br /&gt;
|ABFLUSS          = &lt;br /&gt;
|INSELN           = &lt;br /&gt;
|UFERORT          = &lt;br /&gt;
|NAHERORT         = &lt;br /&gt;
|HÖHE             = &lt;br /&gt;
|HÖHE-BEZUG       = &lt;br /&gt;
|FLÄCHE           = &lt;br /&gt;
|SEELÄNGE         = &lt;br /&gt;
|SEEBREITE        = &lt;br /&gt;
|VOLUMEN          = &lt;br /&gt;
|UMFANG           = &lt;br /&gt;
|MAX-TIEFE        = &lt;br /&gt;
|MED-TIEFE        = &lt;br /&gt;
|BESONDERHEITEN   = [[Salzsee]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sirbonische See&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sirbonis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, {{grcS|Σιρβωνίδος λίμνη}} oder {{lang|grc|Σιρβωνίς}}, {{laS|Serbonites Lacus}}, {{arS|مستنقع سربون&amp;amp;lrm;|DMG=Mustanqaʿ Sirbūn}}; antike Bezeichnung: &amp;#039;&amp;#039;Serbonissee&amp;#039;&amp;#039;) war in der Antike ein [[Salzsee]] bzw. Salzsumpf an der Küste [[Ägypten]]s. Heute heißt der See &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bardawil&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;-See (nach der arabischen Form des Namens [[Liste der Herrscher namens Balduin|Balduin]], den mehrere [[Königreich Jerusalem|Kreuzfahrerkönige]] trugen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Lage ==&lt;br /&gt;
Der See entstand durch Verfrachtung von Material, das der heute verschwundene [[Pelusischer Arm|Pelusische Arm]] des [[Nil]]s mit sich führte. Die von diesen Verfrachtungen gebildete [[Nehrung]] schnitt vom [[Mittelmeer]] ein [[Haff]] ab, den Sirbonischen See. Der See versumpfte durch Verdunstung und gewann durch aus der Wüste eingewehten Sand das Aussehen festen Landes, weshalb „Sirbonischer Sumpf“ eine sprichwörtliche Bezeichnung tückischen, unsicheren Bodens wurde, vor allem im englischen Sprachraum. Grund dafür sind die Verse [[John Milton]]s:&amp;lt;ref&amp;gt;John Milton, Alastair Fowler: &amp;#039;&amp;#039;Paradise Lost&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Longman annotated English poets.&amp;#039;&amp;#039;). 2nd edition. Pearson Longman, Harlow GB, New York 2007, ISBN 978-1-4058-3278-6, S.&amp;amp;nbsp;592–595.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem lang=&amp;quot;en&amp;quot; style=&amp;quot;margin-left: 2em; font-style: italic;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
A gulf profound as that Serbonian Bog&lt;br /&gt;
Betwixt Damiata and mount Casius old,&lt;br /&gt;
Where Armies whole have sunk …&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Abgrund, tief gleich dem Sirbonschem Sumpf&lt;br /&gt;
zwischen Damiata und dem Kasionberge liegend&lt;br /&gt;
wo ganze Heere einst verschlungen wurden …&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am westlichen Ende der Nehrung lag [[Pelusium]], westlich davon das von Milton erwähnte [[Damiette]], etwa in der Mitte der Nehrung befand sich der Berg [[Kasion (Ägypten)|Kasion]] mit einem Heiligtum des [[Amun|Zeus-Ammon]] und am östlichen Ende der Nehrung lag [[Ostrakine]]. Nach [[Herodot]] bezeichnet der See das östliche Ende der Küste Ägyptens, die sich von [[Plinithine]] nahe dem späteren [[Alexandria]] bis zum See über 60 [[Iteru|Schoinen]] (etwa 600&amp;amp;nbsp;km) erstreckt.&amp;lt;ref&amp;gt;Herodot, &amp;#039;&amp;#039;[[Historien des Herodot|Historien]]&amp;#039;&amp;#039; 2,6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Milton den See als einen Abgrund beschreibt, erscheint bei dessen tatsächlicher Tiefe von höchstens drei Metern erstaunlich. Es gibt allerdings die Sage, dass [[Typhon (Mythologie)|Typhon]], das gigantische Ungeheuer der griechischen Mythologie, an dieser Stelle von [[Zeus]] bezwungen und in den Abgrund der Erde versenkt worden sei.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Apollonios von Rhodos]], &amp;#039;&amp;#039;Argonautika&amp;#039;&amp;#039; 2,1215.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es bleibt allerdings etwas unklar, welcher Ort gemeint ist, da im gleichen Kontext vom [[Kaukasus]] und von der Ebene von [[Nysa (Mythos)|Nysa]] die Rede ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diodors Beschreibung der &amp;#039;&amp;#039;Barathra&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
[[Diodor]] gibt in seiner &amp;#039;&amp;#039;Bibliotheca historica&amp;#039;&amp;#039; eine Beschreibung des Sees, die geeignet ist, den Leser schaudern zu lassen. Er schreibt über den natürlichen Schutz der ägyptischen Grenzen:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Und was die östliche Grenze betrifft, so ist sie zum Teil durch den Fluss, zum Teil durch die Wüste und eine sumpfige Ebene namens Barathra&amp;lt;ref&amp;gt;{{lang|grc|Βάραθρα}} „verschlingender Abgrund“. Barathron hieß die Kluft hinter der Burg in Athen, in die Verbrecher gestürzt wurden.&amp;lt;/ref&amp;gt; geschützt. Zwischen Koile-Syrien und Ägypten liegt nämlich ein See, der zwar ziemlich schmal, aber sagenhaft tief ist. Er ist ungefähr 200 Stadien lang und heisst Serbonis. Für alle, die sich ihm nähern ohne Kenntnis seiner Natur, lauern dort gefahrvolle Überraschungen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da die Wasserfläche schmal wie ein Band und auf allen Seiten von hohen Dünen umgeben ist, trägt ein beständiger Südwind große Mengen an Sand auf den See. Dieser Sand verbirgt das offene Wasser und verbirgt das Ufer, das nicht unterscheidbar vom Land wird. Daher sind schon viele, ja ganze Armeen verschwunden, die mit der eigentümlichen Natur des Ortes nicht vertraut waren und vom Weg abwichen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Denn wenn man den Sand betritt, gibt er nur langsam nach, mit einer Art arglistiger Bosheit die Reisenden täuschend, bis es zu spät für die Umkehr ist; wenn man Verdacht schöpft und einander zu helfen beginnt, ist es schon zu spät für die Rettung. Denn jemand, der in den Morast gerät, kann nicht schwimmen, da der Schleim jede Bewegung behindert, er kann aber ebenso wenig heraus waten, da die Füße keinen Grund finden. Durch diese Mischung von Wasser und Sand und deren Natur ist sowohl zu Fuß als auch mit Booten eine Überquerung unmöglich. Daher werden jene, die in das Gebiet geraten, in die Tiefe gezogen, ohne sich irgendwo anklammern zu können, da der Sand am Rand mitrutscht. Die Ebene hat daher zu Recht den Namen Barathra verdient.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Versinkende Heere ==&lt;br /&gt;
Besonderes Interesse an dieser Beschreibung verdient die Erwähnung ganzer Armeen, die im tückischen Sand dort versunken seien. Es stellt sich die Frage, wann und wie das geschehen ist. Diodor erwähnt, dass zu Beginn des zweiten Feldzugs des Perserkönigs [[Artaxerxes&amp;amp;nbsp;III.]] gegen Ägypten 343 v. Chr. ein Teil der persischen Armee in der Barathra den Tod fand:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Als er [Artaxerxes] zu den Barathra oder Abgründe genannten großen Marschen kam, verlor er einen Teil seiner Armee wegen seines Unwissens über die Gegend.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Diodor, &amp;#039;&amp;#039;Bibliothéke historiké&amp;#039;&amp;#039; 16,46,5.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nicht der einzige Fall eines in der Barathra buchstäblich „versumpften“ Heeres, den Diodor berichtet. Fast 40 Jahre später unternahm der Diadoche [[Antigonos&amp;amp;nbsp;I. Monophthalmos]] einen Angriff auf Ägypten. Er brach 305 v. Chr. mit einem großen Heer samt Elefanten von [[Gaza (Stadt)|Gaza]] her auf, wobei das Heer von einer begleitenden Flotte versorgt werden sollte. Das wurde aber durch einen Sturm verhindert und das Heer erlitt in den Salzmarschen große Verluste.&amp;lt;ref&amp;gt;Diodor, &amp;#039;&amp;#039;Bibliothéke historiké&amp;#039;&amp;#039; 20,73,4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sirbonischer See als „Schilfmeer“ ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bridgman Pharaoh&amp;#039;s Army Engulfed by the Red Sea.jpg|mini|hochkant=1.5|Pharao und sein Heer versinken in der Salzflut ([[Frederick Arthur Bridgman]], 1900)]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schilfmeer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zusammenhang mit diesen Berichten war es naheliegend, die versinkenden persischen Truppen mit dem in den Fluten versinkenden Heer des Pharao im Buch [[2. Buch Mose|Exodus]] zu assoziieren. Die biblische Version der [[Priesterschrift (Bibel)|„Priesterschrift“]] berichtet, dass beim [[Auszug aus Ägypten|Auszug Israels aus Ägypten]] das jüdische Volk nicht den kürzeren Weg über die Straße zum [[Philister]]land nahm, sondern einen anderen Weg durch die Wüste zum [[Schilfmeer]] ([[Hebräische Sprache|hebräisch]] {{he|יַם-סוּף&amp;amp;lrm;}} &amp;#039;&amp;#039;yam-suf&amp;#039;&amp;#039;; [[Altägyptische Sprache|altägyptisch]] &amp;#039;&amp;#039;Pa-tiufi&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;D&amp;quot;&amp;gt;Herbert Donner: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in Grundzügen.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2001, S. 110.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{B|2 Mos|13|18|ELB}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Und [[JHWH]] sprach zu [[Mose]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Befiehl den Söhnen Israel, sich zu wenden und vor Pi-Hahirot zu lagern, zwischen Migdol und dem Meer. Vor Baal-Zefon&amp;lt;ref&amp;gt;{{heS|בעל צפון&amp;amp;lrm;}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, diesem gegenüber, sollt ihr euch am Meer lagern!&lt;br /&gt;
 |Quelle={{B|2 Mos|14|2|ELB}}&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche auch {{B|4 Mos|33|7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier steckt ein Hinweis für die Lokalisierung, da der oben erwähnte Berg Kasion sich auf der Nehrung nördlich des Sirbonischen Sees befindet. Von einem anderen Berg Kasion in Syrien, dem heutigen [[Keldağ]] in der Türkei südlich der [[Orontes (Fluss)|Orontesmündung]], ist aber bekannt, dass auf ihm der Baal Zefon verehrt wurde (und in griechisch-römischer Zeit der mit diesem identifizierte [[Zeus]]). Genau so war der ägyptische Kasion ein Kultort des [[Amun]] bzw. des mit ihm identifizierten Zeus. Der syrische Kasion erscheint umgekehrt im Tanach als Göttersitz, z.&amp;amp;nbsp;B. in {{B|Jes|14|13f|ELB}}.&amp;lt;ref&amp;gt;Dort wird &amp;#039;&amp;#039;Zefon&amp;#039;&amp;#039; als „Norden“ übersetzt, was daher rührt, dass das hebräische Wort für „Norden“ sich von dem (von Israel aus gesehen) im Norden liegenden [[Heiliger Berg|heiligen Berg]] Kasion herleitet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gab eine in der Nähe der Mündung des Pelusischen Armes gelegene [[Grenzfestung des Ramses III.]] ([[Semitische Sprachen|westsemitisch]] &amp;#039;&amp;#039;[[Migdol]]&amp;#039;&amp;#039;). Die Straße zum Philisterland war die südlich des Sirbonitischen Sees verlaufende Straße von &amp;#039;&amp;#039;Migdol nach Gaza&amp;#039;&amp;#039;. Damit gibt es eine Reihe von Anhaltspunkten, das biblische Schilfmeer und Baal-Zefon mit dem Sirbonischen See zu identifizieren. Der erste Gelehrte, der eine Route des Exodus entlang der Nehrung nördlich des Sirbonischen Sees vorschlug, war [[Matthias Jacob Schleiden]],&amp;lt;ref&amp;gt;G. A. Fritz: &amp;#039;&amp;#039;The Lost Sea of Exodus. ...&amp;#039;&amp;#039; San Marcos 2006, S. 160.&amp;lt;/ref&amp;gt; der allerdings den See nicht mit dem Schilfmeer identifizierte, sondern nach der Überquerung der Nehrung die Juden nach Süden abdrehen ließ zum nördlichen Ende des Golfes von Suez, den er für das Schilfmeer hielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Infobox Hieroglyphen&lt;br /&gt;
|TITEL = Schilfmeer&lt;br /&gt;
|NAME3 = &amp;lt;hiero&amp;gt;G40-G1-V13-Z7-I9:Z4-M15-M2:Z2-O49&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME3-TRANSKRIPTION = Pa-tiufi / Pa-tiufa&amp;lt;br /&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;P3-tjwfj&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;  &amp;#039;&amp;#039;Das (Meer) der Pflanzen / des Papyrusdickichts&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Orientalist [[Heinrich Brugsch]] griff diese Theorie 1874 auf, sah jetzt allerdings den Sirbonischen See als die wahrscheinlichere Lokalisierung des Schilfmeers. Auch heute noch hat die Theorie bedeutende Vertreter, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Alan Gardiner]]&amp;lt;ref&amp;gt;Alan Gardiner: [http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k5518140t/f222.image.pagination.r=.langFR &amp;#039;&amp;#039;The Geography of the Exodus&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Recuil d’études égyptologiques dédiés à la mémoire Jean-François Champollion.&amp;#039;&amp;#039; Bibliothèque de l’école des hautes études, Paris 1922, S.&amp;amp;nbsp;203–215.&amp;lt;/ref&amp;gt; und James Karl Hoffmeier,&amp;lt;ref&amp;gt;James K. Hoffmeier: &amp;#039;&amp;#039;Ancient Israel in Sinai: the evidence for the authenticity of the wilderness tradition.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Oxford 2005, ISBN 0-19-515546-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; wenn man auch nicht sagen kann, dass sie sich ganz durchgesetzt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als gewichtiges Argument galt die geänderte Übersetzung des biblischen Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Jam Suf&amp;#039;&amp;#039; ({{he|יַם-סוּף&amp;amp;lrm;}}) als „Schilfmeer“ und in Zusammenhang damit die Frage, ob das ägyptische „Schilfmeer“ (hieroglyphisch &amp;#039;&amp;#039;Pa-tiufi&amp;#039;&amp;#039;) mit dem hebräischen &amp;#039;&amp;#039;Jam Suf&amp;#039;&amp;#039; etymologisch zusammenhängt. Zuvor hatte man einer Tradition der [[Septuaginta]] folgend &amp;#039;&amp;#039;Jam Suf&amp;#039;&amp;#039; als „[[Rotes Meer]]“ übersetzt. Für ein mit [[Röhricht]] oder [[Echter Papyrus|Papyrus]] bestandenes Gewässer kommt ein Inlandsee, [[Brackwasser]]- oder Salzsee weit eher in Frage als eine Meeresküste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strabons Beschreibung und das &amp;#039;&amp;#039;Ekrhegma&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
[[Strabon]] gibt in seinen &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; folgende Beschreibung des Sirbonischen Sees und seiner Umgebung:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die Gegend von Gaza ist unfruchtbar und sandig und noch mehr gilt das für die anschließende Region, in der sich der Sirbonische See befindet, der fast parallel zum Meer sich erstreckt. Dazwischen gibt es einen schmalen Landstreif, der bis zum sogenannten Ekrhegma reicht. Die Länge des Streifens ist 200&amp;lt;ref&amp;gt;37 km&amp;lt;/ref&amp;gt; und die größte Breite 50 Stadien.&amp;lt;ref&amp;gt;9,25 km&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Ekrhegma ist mit Erde gefüllt. Dann folgt ein weiterer Landstreifen bis Kasion und dann bis Pelusium. Der Kasion ist ein sandiger Hügel ohne Wasser, der eine Landzunge bildet. […] Dann kommt die Straße nach Pelusium, an der Gerra liegt&amp;amp;nbsp;[…]&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Strabon, &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 16,2,32 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Ekrhegma&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|grc|ἔκρεγμα}}) bezeichnet einen „Ausfluss“ oder einen „Durchbruch“. Aus Strabons ist daher zu entnehmen, dass zu seiner Zeit die Nehrung geschlossen, der See also tatsächlich ein See bzw. ein Sumpf war, dass es aber zuvor eine Zeit gab, in der eine Verbindung zwischen Meer und See bestand, der Sirbonische See also eigentlich eine Lagune war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Wechsel zwischen Lagune, See und Sumpf setzt sich bis in die Neuzeit fort. Noch im 19. Jahrhundert war die Nehrung geschlossen, wie man z.&amp;amp;nbsp;B. auf der Karte der [[Preußische Expedition nach Ägypten|Lepsius-Expedition]] deutlich sehen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;L. de Bellefonds, H. Kiepert: &amp;#039;&amp;#039;[[:Datei:Lepsius-Projekt tw 1-1-02.jpg|General-Karte von Aegypten]].&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1859.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Gegend als tückischer Salzsumpf beschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Antiquities on the Desert Coast between Egypt and Palestine.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Geographical Journal.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 55, Nr. 6, Juni 1920, S.&amp;amp;nbsp;464–467.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heute ist der Sirbonische See wieder eine Lagune, da in der Nehrung eine breite künstliche Öffnung geschaffen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede dieser Veränderungen bewirkt eine massive Umgestaltung der Landschaft. Hinzu kommen [[Düne]]nbildung und Dünenwanderung, wodurch große Areale im Laufe weniger Jahre tief unter Sand begraben oder umgekehrt wieder freigegeben werden können. Beispielsweise ist der Sandhügel bei Kasion fast 30 m hoch. Ein weiteres Moment der Dynamik des Gebietes bilden die [[Tektonik|tektonischen]] Kräfte: Strabon berichtet an anderer Stelle&amp;lt;ref&amp;gt;Strabon, &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 16,2,26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; dass durch ein Erdbeben Teile der Sirbonis plötzlich abgesenkt und andere umgekehrt angehoben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [[Diodor]], &amp;#039;&amp;#039;Bibliothéke historiké&amp;#039;&amp;#039; 1,30.&lt;br /&gt;
* [[Plinius der Ältere]], &amp;#039;&amp;#039;[[Naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; 5,12.&lt;br /&gt;
* [[Strabon]], &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 1,2,31; 1,3,4; 16,1,12; 16,2,26 f.; 16,2,32 f.; 17,1,11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Brugsch]]: &amp;#039;&amp;#039;L’Exode et les monuments égyptiens.&amp;#039;&amp;#039; Hinrichs, Leipzig 1875. Vortrag, gehalten auf dem Orientalistenkongress in London, 17. September 1874. {{archive.org |lexodeetlesmonu00bruggoog}} Englische Übersetzung in: &amp;#039;&amp;#039;A history of Egypt under the Pharaohs derived entirely from the monuments, to which is added a discourse on the Exodus of the Israelites.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, 2. Auflage, Murray, London 1881, S.&amp;amp;nbsp;357–432 {{archive.org |historyofegyptun02bruguoft}}&lt;br /&gt;
* [[Herbert Donner]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in Grundzügen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Grundrisse zum Alten Testament.&amp;#039;&amp;#039; Band 4, Nr. 1 und Nr. 2). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-51679-7.&lt;br /&gt;
* {{SmithGRG|sirbonis-lacus-geo|Sirbonis Lacus|William Bodham Donne}}&lt;br /&gt;
* [[Otto Eißfeldt]]: &amp;#039;&amp;#039;Baal Zaphon, Zeus Kasios und der Durchzug der Israeliten durchs Meer.&amp;#039;&amp;#039; Niemeyer, Halle 1932.&lt;br /&gt;
* Glen A. Fritz: &amp;#039;&amp;#039;The Lost Sea of Exodus: A Modern Geographical Analysis.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Texas State University-San Marcos 2006, ISBN 1-59872-745-1, S. 161ff. {{Google Buch |BuchID=1XfItKK9OfsC}}&lt;br /&gt;
* [[Rainer Hannig]]: &amp;#039;&amp;#039;Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch: (2800–950&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.)&amp;#039;&amp;#039;. von Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-1771-9.&lt;br /&gt;
* Eliezer D. Oren: &amp;#039;&amp;#039;Migdol: A New Fortress on the Edge of the Eastern Nile Delta.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin of the American Schools of Oriental Research.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 256, Herbst 1984, S.&amp;amp;nbsp;7–44.&lt;br /&gt;
* [[Matthias Jacob Schleiden]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Landenge von Suês. Zur Beurtheilung des Auszuges der Israeliten aus Ägypten. Nach den älteren und neueren Quellen dargestellt.&amp;#039;&amp;#039; Engelmann, Leipzig 1858.&lt;br /&gt;
* Rudolf Sellheim, Fritz Maaß: &amp;#039;&amp;#039;Otto Eißfeldt: Kleine Schriften.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. Mohr, Tübingen 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.bibelwissenschaft.de/nc/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/n/referenz/26761/ &amp;#039;&amp;#039;Meerwundererzählung&amp;#039;&amp;#039;.] WiBiLex&lt;br /&gt;
* [https://www.nzz.ch/bildstrecke/am_bardawil-see-1.4334943 Am Bardawil-See.] &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung|NZZ]]&amp;#039;&amp;#039;; Fotostrecke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Altes Ägypten)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:See in Ägypten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:See in Asien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Salzsee]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gouvernement Schimal Sina]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliger See]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewässersystem Mittelmeer|†]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[he:ימת ברדוויל]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Martinus KE</name></author>
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