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	<title>Singidunum - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Singidunum&amp;diff=168613&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hartmann Linge: HC: Ergänze Kategorie:Legionslager</title>
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		<updated>2025-01-11T18:00:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Ergänze &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Legionslager&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Legionslager (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Legionslager&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Roman belgrade.jpg|mini|Lage Singidunums und des Lagers der [[Legio IIII Flavia Felix]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Singidunum ostaci2.jpg|mini|Mauern des römischen Kastells, 2. und 3.&amp;amp;nbsp;Jh.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Antoninianus Carausius leg4-RIC 0069v.jpg|mini|Ein [[Antoninianus]] unter [[Carausius]] geprägt. Auf der Rückseite der Münze befindet sich der Löwe, das Symbol der [[Legio IIII Flavia Felix]] mit der Inschrift &amp;lt;small&amp;gt; LEG IIII FL&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Singidunum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (griechisch &amp;#039;&amp;#039;Σιγγίδουνον&amp;#039;&amp;#039;) war eine [[antike]] [[römische Stadt]] an der Mündung der [[Save]] in die [[Donau]]. Später entstand hier [[Belgrad]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit des [[Römisches Reich|römischen Imperiums]] war Singidunum Bestandteil der Defensivbefestigungen am [[Limes Pannonicus|Donaulimes]]. Die strategische Lage von Stadt und [[Römische Militärlager|Castrum]] an der [[Via Militaris (Balkan)|Via Militaris]], heute [[Donausüdstraße]] genannt, die in diesem östlichen Abschnitt von [[Sremska Mitrovica|Sirmium]] über [[Kostolac|Viminatium]], [[Plowdiw|Trimontium]] bis nach [[Konstantinopel]] führte, bestimmte die Geschichte Singidunums bis zum Beginn des 7.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts. Die Militärstadt von Singidunum ([[Vicus]]) wurde mit der Ansiedlung von Veteranen der Legionen in der Unterstadt durch eine bedeutende Zivilstadt ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühgeschichtliche Zeit ==&lt;br /&gt;
Das Gebiet am Zusammenfluss von [[Save]] und [[Donau]] war seit der Mitte bis späten [[Paläolithikum]] kontinuierlich besiedelt. Spuren der neolithischen [[Vinča]]-Kultur, die zwischen dem 6. und 3. Jahrtausend&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. im Bereich der mittleren Donau ansässig war, sind nach einem Belgrader Vorort benannt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorrömische Zeit ==&lt;br /&gt;
Nach [[Konstantin Jirecek|Constantin Josef Jireček]] bestand an Stelle des heutigen Belgrads noch vor der römischen Gründung einstmals ein [[Kelten|keltischer]] Vorgängerort, welcher durch die [[Skordisker]] initiiert wurde:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Sie gründeten hier ihre Hauptburg Singidunum, deren Befestigiung wohl höchstens aus einer kyklopischen Mauer bestanden haben mochte. Nach der Unterwerfung Moesiens wurde der Vorort der Skordisker zu einem der wichtigsten Waffenplätze der Römer. An der Stelle der primitiven Keltenburg erhob sich ein regelmäßiges römisches Castrum, behielt aber den alten Namen, welcher noch im VII Jahrhundert als die letzte Spur des damals schon verschollenen keltischen Elementes fortlebte.&lt;br /&gt;
 |Autor=Konstantin Jireček&lt;br /&gt;
 |Quelle=Die Heerstrasse von Belgrad nach Constantinopel und die Balkanpässe&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Heerstrasse von Belgrad nach Constantinopel und die Balkanpässe.&amp;#039;&amp;#039; Prag 1877, S. 11; {{archive.org |itemsdieheerstrassevo00jire |Blatt=}}/&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Zum etymologischen Ursprung des Toponyms aus dem keltischen schrieb [[Felix Kanitz]]:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=… dessen wahrscheinlich aus ‚Singid‘ mit ‚dununi‘ (Hügel) oder ‚din‘ (Burg) gebildeter Namen zeigt, dass, wie auch alte Quellen erwähnen, schon 300 Jahre v. Chr. dort keltische Skordisker siedelten.&lt;br /&gt;
 |Autor=Felix Kanitz&lt;br /&gt;
 |Quelle=Das Königreich Serbien und das Serbenvolk – von der Römerzeit bis zur Gegenwart&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Königreich Serbien und das Serbenvolk – von der Römerzeit bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1904, Band 1, S. 5; {{archive.org |dasknigreichse01kaniuoft |Blatt=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein war die vorrömische Epoche der späteren römischen Provinz Mösien und mit dieser die Gründung des vorrömischen Singidunums mit den Skordiskern, einem Thrako-keltischen Stamm, verbunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Miroslava Mirković: &amp;#039;&amp;#039;Moesia Superior. Eine Provinz an der mittleren Donau&amp;#039;&amp;#039;. Philipp von Zabern, Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-3782-3, S. 11; 144 S. 90 farb. Abb.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die große Wanderung der keltischen Stämme bis an die Donau sowie deren Ansiedlung in der späteren römischen Provinz Pannonien an der Einmündung der Sava in die Donau wird auf Ende des 4. Jh.s v. Chr. vermutet.&amp;lt;ref&amp;gt;Miroslava Mirković: &amp;#039;&amp;#039;Moesia Superior. Eine Provinz an der mittleren Donau&amp;#039;&amp;#039;. Philipp von Zabern, Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-3782-3, S. 12; 144 S. 90 farb. Abb.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Wirkung der keltischen Wanderung hatte dabei für die Geschichte der Balkanhalbinsel weitreichende Folgen, die sich durch Feldzüge nach Makedonien und Griechenland sowie einer Wanderung bis ins weitentfernte kleinasiatische Galatien auszeichnete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MoesiaSuperior-13&amp;quot;&amp;gt;Miroslava Mirković: &amp;#039;&amp;#039;Moesia Superior. Eine Provinz an der mittleren Donau&amp;#039;&amp;#039;. Philipp von Zabern, Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-3782-3, S. 13; 144 S. 90 farb. Abb.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf welchem Wege sie bis zur Save gelangten, bleibt aber unklar. Dass sie bereits im frühen 3.&amp;amp;nbsp;Jh. v. Chr. hier siedelten, haben archäologische Funde in [[Gomolava]] sowie die Entdeckung der latènezeitlichen Nekropole [[Rospi Čuprija]] im Stadtteil Karaburma bei Belgrad (einige Kilometer östlich des römischen Singidunums) sowie Viminacium gezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MoesiaSuperior-13&amp;quot; /&amp;gt; Die Niederlassung der Skordisker an der Savemündung und Gründung Singidunums wird mit dem [[Keltische Südwanderungen|expansiven Vordringen um 280 v. Chr.]] gesehen. Zunächst kämpften die Skordisker mit den [[Triballer]]n, einem indirekt von [[Herodot]] in der Bezeichnung der triballischen Ebene an der Mündung der Flüsse Angros (Westliche Morava) und Brongos (Südliche Morava) seit 480 v. Chr. für die Balkanhalbinsel bezeugten Stamm, sowie anderen thrakischen Stämmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MoesiaSuperior-13&amp;quot; /&amp;gt; Der Tod des makedonischen Königs Ptolemaios Keraunos 279 v. Chr. im Kampf gegen die Skordisker öffnete diesen den Weg nach Griechenland. Nach dem Misserfolg, die Schatzhäuser von Delphi zu plündern, und dem Selbstmord des Anführers Brennus kehrte ein Teil der Skordisker aus Griechenland an die Savemündung zurück und ließ sich dauerhaft nieder.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MoesiaSuperior-13&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erscheinen der Kelten an der Savemündung datierte der Historiker [[Marcus Iunianus Iustinus|Iustinus]] (1. Hälfte des 3.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts) nach der Rückkehr aus Delphi:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die Kelten die den Krieg gegen Delphi unglücklich geführt haben, bei dem sie eher die Macht Gottes als der Menschen zu spüren bekommen haben, sind, nachdem sie ihren Führer Brennus verloren und geschlagen wurden, teils nach Thrakien und teils nach Kleinasien geflüchtet. Von hier sind sie auf dem selben Weg wie beim Feldzug zurück in ihre Heimat gekommen. Eine Gruppe von diesen hat sich an der Savemündung niedergelassen und begann sich Skordisker zu nennen.&lt;br /&gt;
 |Autor=Iustinus&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Epitome&amp;#039;&amp;#039; XXXII 3, 6-8&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;MoesiaSuperior-13&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Aufgrund der archäologischen Funde in [[Rospi Čupria]] ist aber eine Anwesenheit der Kelten auch schon vor diesem Zeitpunkt bei Sinigdunum bezeugt.&lt;br /&gt;
[[Strabon]] berichtete weiterhin über die Ausbreitung der Skordisker die bis an die Siedlungsgebiete der Triballer und Moeser reichte. Die archäologischen Funde in Rospi Čupria sind dabei besonders für die älteste Epoche reichhaltig, reichen aber auch noch über das 2.&amp;amp;nbsp;Jh. v. Chr. in die 80er Jahre des 1.&amp;amp;nbsp;Jh. v. Chr. Dabei wurde die materielle Kultur der Skordisker durch eine starke Vermischung mit den Kulturen der Triballer und [[Autariaten]] geprägt.&amp;lt;ref&amp;gt;Miroslava Mirković: &amp;#039;&amp;#039;Moesia Superior. Eine Provinz an der mittleren Donau&amp;#039;&amp;#039;. Philipp von Zabern, Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-3782-3, S. 14; 144 S. 90 farb. Abb.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Niedergang der Skordisker in Moesien wurde durch [[Appian]] in den Kämpfen mit den Triballern und später den Römern erklärt. [[Claudius Ptolemäus]] kannte die Skordisker nur noch aus Pannonien, wo sich noch bis zum 2.&amp;amp;nbsp;Jh. n. Chr. epigrafische Zeugnisse erhalten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das römische Vordringen zur Donau resultierte aus der Einnahme Makedoniens 168 v. Chr. und der Einrichtung der [[Macedonia (Provinz)|Provinz Macedonia]] 148 v. Chr. Die Feldzüge der Römer gegen die im Norden siedelnden Skordisker sollten den Schutz der Provinz gewähren, waren aber auch mit militärischen Rückschlägen verbunden. So wurden die Römer 141 von den Skordiskern geschlagen. Ab 120 begann eine Reihe von Einfällen der Skordisker nach Makedonien. 112 und 111 v. Chr. sowie 106 v. Chr. wurde die Gefahr der Einfälle in die römischen Provinzen praktisch eingedämmt, endgültig besiegt wurden sie jedoch erst in den 80er Jahren des 1.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts.&amp;lt;ref&amp;gt;Miroslava Mirković: &amp;#039;&amp;#039;Moesia Superior. Eine Provinz an der mittleren Donau&amp;#039;&amp;#039;. Philipp von Zabern, Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-3782-3, S. 17; 144 S. 90 farb. Abb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das keltische Singidunum stand nach den archäologischen Funden nicht an Stelle des späteren römischen Kastrums. Das keltische oppidum als Vorgängergründung des gleichlautenden römischen Munizipiums lag 4–5 Kilometer südlich der römischen Folgesiedlung an der Abdachung der schumadinischen Hänge zur Donau im heutigen Stadtteil Karaburma.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MoesiaSuperior-50&amp;quot; /&amp;gt; Dabei wird angenommen, dass die keltische Siedlung höchstwahrscheinlich noch einige Zeit vor der römischen Neugründung des Legionslagers in flavischer Zeit aufgegeben worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MoesiaSuperior-50&amp;quot;&amp;gt;Miroslava Mirković: &amp;#039;&amp;#039;Moesia Superior. Eine Provinz an der mittleren Donau&amp;#039;&amp;#039;. Philipp von Zabern, Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-3782-3, S. 50; 144 S. 90 farb. Abb.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Zeit (1.–5. Jh.) ==&lt;br /&gt;
Die Römer begannen im 1.&amp;amp;nbsp;Jh.&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. die Gebiete bis zur Donau zu erobern. Die Gegend wurde durch die Römer um 86&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. erobert. Gaius Quintus Scribonius Curio, der Prokonsul von &amp;#039;&amp;#039;[[Macedonia (Provinz)|Macedonia]]&amp;#039;&amp;#039;, erreichte die Donau und vertrieb die Skordisker, Dardanen und Dakier. Trotz der militärischen Erfolge etablierte sich die römische Macht erst unter Octavian ([[Augustus]]), als [[Marcus Licinius Crassus (Konsul 30 v. Chr.)|Marcus Licinius Crassus]] ab 29&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. die Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Moesia]]&amp;#039;&amp;#039; errichtete. Die Stadt wurde in die Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Moesia|Moesia superior]]&amp;#039;&amp;#039; (Hauptstadt &amp;#039;&amp;#039;[[Viminatium]]&amp;#039;&amp;#039;) eingegliedert und Garnisonsstadt am Donaulimes. Auf der gegenüber liegenden Seite der Save stand &amp;#039;&amp;#039;[[Taurunum]]&amp;#039;&amp;#039;, das heutige [[Zemun]]. &amp;#039;&amp;#039;Singidunum&amp;#039;&amp;#039; wurde eines der wichtigsten Zentren der Provinz, stand aber im Schatten von &amp;#039;&amp;#039;Sirmium&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Viminatium&amp;#039;&amp;#039; den beiden herausragenden römischen Städten der Provinz. Das &amp;#039;&amp;#039;Castrum&amp;#039;&amp;#039; war ein wichtiger strategischer Punkt an der &amp;#039;&amp;#039;Via Militaris&amp;#039;&amp;#039;, die die Befestigungen und Siedlungen am danubischen [[Limes (Grenzwall)|Limes]] verband.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 86&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. verlegte [[Domitian]] parallel zur Verstärkung der Reichsgrenzen gegen die [[Daker]] die &amp;#039;&amp;#039;[[Legio IIII Flavia Felix]]&amp;#039;&amp;#039; nach &amp;#039;&amp;#039;Singidunum&amp;#039;&amp;#039;. In diese Zeit fiel auch die Blüte &amp;#039;&amp;#039;Singidunums&amp;#039;&amp;#039;. Das &amp;#039;&amp;#039;Castrum&amp;#039;&amp;#039; befand sich im oberen Teil der heutigen Festung [[Kalemegdan]]. Die Legion errichtete eine Brücke über die Save zum gegenüberliegenden Ort &amp;#039;&amp;#039;Taurunum&amp;#039;&amp;#039;. Die 6.000 Mann zählende [[Römische Legion|Legion]] war eines der wichtigsten militärischen Mittel gegen die dakischen Stämme auf der nördlichen Donauseite. Durch die Ansiedlung von Veteranen wuchs auch ein städtischer Ort um das [[Römische Militärlager#Legionslager|Legionslager]]. Die heutigen Straßenzüge in der Altstadt Belgrad zwischen den Straßen Uzun Mirkova, Dušanova, und Kralja Petra I zeigen das rechtwinkelige Straßenbild der römischen Stadt. Das Forum befand sich am heutigen Studentski Trg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 2.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts besiegte [[Trajan]] (105–106) [[Dakien]] unter Beteiligung der &amp;#039;&amp;#039;Legio IIII Flavia Felix&amp;#039;&amp;#039;, die seit 88 an den Feldzügen teilnahm und auch Teile des Straßenbaus nördlich der Donau übernahm. Mit der Bildung der Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Dakien|Dacia]]&amp;#039;&amp;#039; begann für &amp;#039;&amp;#039;Singidunum&amp;#039;&amp;#039; eine Zeit des Friedens. Mitte des 2.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts verlegte Kaiser [[Hadrian (Kaiser)|Hadrian]] die &amp;#039;&amp;#039;Legio IV Flavia Felix&amp;#039;&amp;#039; zurück nach &amp;#039;&amp;#039;Singidunum&amp;#039;&amp;#039; und verlieh der Stadt den Status eines &amp;#039;&amp;#039;[[Municipium]]s&amp;#039;&amp;#039; mit größerer administrativer Freiheit, später wurde sie auch &amp;#039;&amp;#039;[[Colonia (Rom)|Colonia]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem 2.&amp;amp;nbsp;Jh.&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. begann die Macht des römischen Imperiums an seinen Grenzen zu bröckeln. Mit dem Einfall der [[Goten]] zwischen 256 und 270 wurde die Provinz &amp;#039;&amp;#039;Dacia&amp;#039;&amp;#039; verlassen und &amp;#039;&amp;#039;Singidunum&amp;#039;&amp;#039; blieb ein wichtiger Grenzposten gegenüber den Barbaren. [[Aurelian]] verlegte alle Legionen deshalb wieder ans Südufer der Donau und reorganisierte die Region durch die Bildung der Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Dacia ripensis]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätantike Periode (4.–6. Jh.) ==&lt;br /&gt;
Die erste Hälfte des 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts war wiederum eine Periode des Friedens: Die Stadt bekam den Status einer römischen Kolonie, was ihre Autonomie nochmals bestärkte. Mit der Reichsteilung 395 unter [[Theodosius&amp;amp;nbsp;I.]] kam Singidunum zu [[Ostrom]], aus dem das [[Byzantinisches Reich|Byzantinische Reich]] hervorging. Singidunum war jetzt der nordwestlichste Grenzposten des östlichen römischen Imperiums. Im 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert verschwand das [[Weströmisches Reich|Weströmische Reich]] als Machtfaktor, was für das verbleibende [[Byzantinisches Reich|Oströmische Reich]] eine Folge von Invasionen der Balkanhalbinsel durch [[Germanen|germanische]], [[Mongolisches Reich|mongolische]], [[Slawen|slawische]] und [[Türken|türkische]] Völker bedeutete. Moesia und Illyricum wurden mit der Zeit durch nachfolgende Invasionen von [[Hunnen]], [[Ostgoten]], [[Gepiden]], [[Sarmaten]], [[Awaren]] und [[Slawen]] heimgesucht. Singidunum selbst fiel 441 in die Hände der Hunnen und wurde von den Römern 454 zurückerobert, kam 470 an die Ostgoten, 488 an die Gepiden und Sarmaten und 504 nochmals an die Ostgoten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
510 wurde Singidunum wieder römisch, und [[Justinian&amp;amp;nbsp;I.]] erneuerte die Festung 535. Diese Erneuerung ist auch der Ursprung der heutigen Festung von Belgrad. 510 kam Singidunum vertraglich wieder zum Byzantinischen Reich. 512 siedelte der Byzantinische Kaiser [[Anastasios I.]] die germanischen [[Heruler]] zur Abwehr der [[Gepiden]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die von Justinian I. betriebene &amp;#039;&amp;#039;[[Restauratio imperii]]&amp;#039;&amp;#039; befestigte der Kaiser 535 die Donaugrenze durch ein großangelegtes, der reinen Defensive dienendes Festungsbauprogramm an der unteren Donau. Justinian erneuerte die dabei ins Zentrum gerückte Befestigungsanlage von Singidunum in Form eines wesentlich verkleinerten, aber mit starken Mauern befestigten [[Kastron|byzantinischen Kastrons]] innerhalb des alten aufgegebenen [[Römische Militärlager|Legions-Standlagers (Castra)]], was insbesondere durch eine weitere Staffelung von Kastra, die neuerbauten, der politischen wie kirchlichen Organisation der Region dienenden neue Verwaltungszentrum von [[Justiniana Prima]], schützen und Einfälle nach &amp;#039;&amp;#039;Moesia&amp;#039;&amp;#039; unterbinden sollte, sich aber durch die nachfolgend nicht mehr zu verhindernde [[Landnahme der Slawen auf dem Balkan]] als weitreichender strategischer Fehler erwies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gut befestigte, schon einer mittelalterlichen Burg ähnelnde Kastell Singidunum bildete fortan den Kern der mittelalterlichen Stadt, die, mit Ausnahme der erst zu Beginn des 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts unter [[Stefan Lazarević]] neubebauten und befestigten Unterstadt des Kalemegdan, bis Anfang des 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts auch nicht über die justinianischen Grenzen hinauswuchs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Awaren und Slaweneinfall ==&lt;br /&gt;
Mit dem letzten großen Völkerwanderungszug der [[Awaren]] wandern die [[Slawen]] als Verbündete in die Pannonische Tiefebene ein und eroberten 582 die strategisch wichtige Stadt Sirmium. 584 fiel auch das Kastron Singidunum, womit die Verteidigung der gesamten byzantinischen Donaugrenze zusammenbrach. Erst Kaiser [[Maurikios]] unternahm, mit seinem Regierungsantritt beginnend, einen 20-jährigen und schließlich erfolgreichen [[Balkanfeldzüge des Maurikios|Abwehrkampf]] gegen Awaren und Slawen. 592 konnten seine Truppen Singidunum zurückerobern. Nachfolgend wurden die Awaren wieder nördlich der Donaulinie zurückgedrängt. Noch bis 625 hielt sich in Singidunum ein römischer Festungskommandant.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Witby: &amp;#039;&amp;#039;The Emperor Maurice and his Historian. Theophylact Simocatta on Persian and Balkan Warfare.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 1988, S. 187.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst im späten 9.&amp;amp;nbsp;Jh. taucht die Stadt in den Quellen als eine [[Bulgarien|bulgarische]] Festung wieder auf, dann unter dem Namen „Beograd“ („weiße Stadt“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{RGA|28|458|461|Singidunum|Mihailo Milinković}} ([http://www.degruyter.com/view/GAO/RGA_5228 kostenpflichtig] abgerufen über [[Reallexikon der Germanischen Altertumskunde#Germanische Altertumskunde Online|GAO]], [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online)&lt;br /&gt;
* {{RE|III A,1|234|235|Singidunum|[[Max Fluß]]||}}&lt;br /&gt;
* Dragoljub Bojović: &amp;#039;&amp;#039;Le camp de la légion IV Flavia à Singidunum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Roman limes on the Middle and Lower Danube.&amp;#039;&amp;#039; Belgrad 1996, S. 53–68.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Singidunum&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1–4, Belgrad 1997–2005, {{ISSN|1450-5193}}.&lt;br /&gt;
* {{DNP|11|583||Singidunum|Pierre Cabanes|}}&lt;br /&gt;
* Stefan Pop-Lazić: &amp;#039;&amp;#039;Singidunum&amp;#039;&amp;#039;. In: Dušan Otašević et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Roman Limes And Cities On The Territory Of Serbia&amp;#039;&amp;#039;. Serbian Academy of Sciences and Arts and Archaeological Institute Belgrade, Belgrad 2018, S.&amp;amp;nbsp;29–35.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Singidunum}}&lt;br /&gt;
* [http://www.beograd.rs/cms/view.php?id=301172 Stadt Belgrad - Antike Periode]  [http://www.beograd.rs/cms/view.php?id=301243 Byzantinische Periode]&lt;br /&gt;
* [http://www.ancientworlds.net/aw/Places/Place/395180 Antike Welt - Singidunum]&lt;br /&gt;
* [http://razgledanje.tripod.com/tvrdjava/istorija.htm Belgrader Festung - Geschichte]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=44/49//N|EW=20/28//E|region=RS-00|type=city}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Befestigungsanlage (Römisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römische Stadt auf der Balkanhalbinsel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisches Bauwerk in Serbien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keltische Siedlung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hunnen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römische Kolonie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Municipium]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Moesia]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Singidunum| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Befestigungsanlage in Serbien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Legionslager]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hartmann Linge</name></author>
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