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	<title>Simonides von Keos - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-01-02T03:12:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Orte in Vorlage:Personendaten verlinkt, Normdaten korrigiert (neues Format bei LCCN)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Simonides von Keos&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Σιμωνίδης ὁ Κεῖος|Simōnídēs ho Keíos}}; * 557/556 v. Chr. in [[Iulis]] auf [[Kea (Insel)|Keos]]; † 468/467 v. Chr. in [[Archäologische Stätten von Agrigent|Akragas]]) war ein [[Liste der antiken Schriftsteller (griechisch)|griechischer Dichter]] und zählt zum [[Kanon der neun Lyriker]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Simonides von Keos entstammte einer aristokratischen Familie. Mütterlicherseits war er ein Onkel des [[Chorlyrik]]ers [[Bakchylides]]. Nach seiner auf Keos genossenen musischen Ausbildung wirkte er einige Zeit im Umkreis seiner Heimatinsel, ehe er nach Athen ging, das unter [[Hipparchos (Tyrann von Athen)|Hipparchos]] eine kulturelle Blüte erlebte und Lyriker wie [[Anakreon]] und [[Lasos aus Hermione|Lasos]] beheimatete. Nach der Ermordung des Hipparchos (514 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) diente Simonides in [[Krannon]] und [[Farsala|Pharsalos]] verschiedenen [[Thessalien|thessalischen]] Fürstengeschlechtern. Während der [[Perserkriege]] (490–480 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) weilte er wieder in Athen. Er war ein enger Freund des Atheners [[Themistokles]] und des Spartaners [[Pausanias (Sparta)|Pausanias]], beide bedeutende Heerführer während der Perserkriege. [[Hieron I. von Syrakus]] lud ihn und Bakchylides nach [[Sizilien]] ein, wo beide Dichter mit dem Chorlyriker [[Pindar]] zusammentrafen. Mit diplomatischem Geschick gelang es Simonides, einen Krieg zwischen den Tyrannen Hieron und [[Theron von Akragas]] zu verhindern. Hochbetagt starb Simonides um 468 v. Chr. in [[Archäologische Stätten von Agrigent|Akragas]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dichtung ==&lt;br /&gt;
Das umfangreiche Werk des Simonides ist nur äußerst fragmentarisch überliefert. Es umfasste Siegeslieder ([[Epinikion|Epinikien]]), die die [[Alexandrinische Schule|Alexandriner]] nach Kampfesarten geordnet haben. Wahrscheinlich hat Simonides dieses Genre begründet. Er komponierte eine große Zahl [[Dithyrambos|Dithyrambe]]n, mit denen er im [[Agon (Wettstreit)|Agon]] 56-mal siegte, außerdem [[Paian (Lied)|Paiane]], [[Threnos|Threnoi]] und monodische, also von einem Einzelnen gesungene Lyrik (z.&amp;amp;nbsp;B. ein fragmentarisch von [[Platon]] überliefertes [[Trinklied]] für den Fürsten [[Skopas II. von Krannon|Skopas II.]] und – kürzlich durch neue Fragmente kenntlicher gewordene – Lieder und [[Elegie]]n zu Anlässen der [[Perserkriege]]). Besondere Berühmtheit erlangte ein Buch [[Epigramm]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simonides wurde oft fälschlich das [[Schlacht bei den Thermopylen (Perserkriege)#Inschrift am Thermopylen-Denkmal|Thermopylen-Epigramm]] zugeschrieben,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur | Autor=[[Denys Lionel Page]] | Titel=Further Greek Epigrams. Epigrams before A.D. 50 from the Greek Anthology and other sources, not included in ‘Hellenistic Epigrams’ or ‘The Garland of Philip’ | TitelErg=Revised and prepared for publication by [[Roger D. Dawe]] and [[James Diggle]] | Verlag=Cambridge University Press | Ort=Cambridge usw. | Datum=1981 | Sprache=en grc | Seiten=231–234 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; die Inschrift auf dem Gedenkstein für die [[Sparta]]ner, die sich 480 v. Chr. bei der [[Schlacht bei den Thermopylen (Perserkriege)|Verteidigung der Thermopylen]] gegen die Perser bis auf den letzten Mann aufopferten. In der Übersetzung [[Friedrich Schiller|Schillers]] lautet es:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest&amp;lt;br /&amp;gt; &amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp; Uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Schiller]]: &amp;#039;&amp;#039;[[s:Der Spaziergang (Friedrich Schiller)|Der Spaziergang]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Wikisource]])&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erfindung der Mnemonik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Griechen und Römern galt Simonides von Keos als Erfinder der Gedächtniskunst, der [[Mnemotechnik]]. Diesbezügliche Aussagen finden sich bei [[Marcus Tullius Cicero|Cicero]], [[Quintilian]], [[Plinius der Ältere|Plinius]], [[Aelianus Tacticus|Aelianus]], [[Ammianus Marcellinus]], in der &amp;#039;&amp;#039;[[Suda]]&amp;#039;&amp;#039; und der [[Parische Chronik|Parischen Chronik]]. Die Parische Chronik ist eine Marmortafel etwa aus dem Jahr 264 v. Chr., die im 17. Jahrhundert in [[Paros]] gefunden wurde und die legendären Daten von Entdeckungen verzeichnet, wie die der Flöte, der Einführung des Getreides durch [[Demeter]] und [[Triptolemos]] und der Veröffentlichung von [[Orpheus]]’ Dichtungen; sowie in der geschichtlichen Zeit vor allem Feste und die dabei verliehenen Preise. Darunter gibt es auch eine Passage über Simonides: „Seit der Zeit, da der Keaner Simonides, Sohn des Leoprepes, der Erfinder des Systems der Gedächtnishilfen, den Chorpreis in Athen gewann und Statuen zu Ehren des [[Harmodios]] und des [[Aristogeiton]] errichtet wurden, 213 Jahre.“ (Das wäre 477 vor Christus.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cochin-Oudry-La Fontaine-Simonide préservé par les dieux.jpg|mini|250px|&amp;#039;&amp;#039;Simonides wird von den Göttern bewahrt&amp;#039;&amp;#039; – [[Kupferstich]] von [[Charles-Nicolas Cochin der Jüngere|Charles-Nicolas Cochin]] (1715–1790)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cicero, der sich in &amp;#039;&amp;#039;[[De oratore]]&amp;#039;&amp;#039; mit der Redekunst ([[Rhetorik]]) und damit auch mit der Mnemotechnik beschäftigt, überliefert folgende Anekdote zu Simonides:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Bei einem Festmahl, das von einem thessalischen Edlen namens Skopas veranstaltet wurde, trug Simonides zu Ehren seines Gastgebers ein lyrisches Gedicht vor, das auch einen Abschnitt zum Ruhm von [[Dioskuren|Kastor und Pollux]] enthielt. Der sparsame Skopas teilte dem Dichter mit, er werde ihm nur die Hälfte der für das Loblied vereinbarten Summe zahlen, den Rest solle er sich von den Zwillingsgöttern geben lassen, denen er das halbe Gedicht gewidmet habe. Wenig später wurde dem Simonides die Nachricht gebracht, draußen warteten zwei junge Männer, die ihn sprechen wollten. Er verließ das Festmahl, konnte aber draußen niemanden sehen. Während seiner Abwesenheit stürzte das Dach des Festsaals ein und begrub Skopas und seine Gäste unter seinen Trümmern. Die Leichen waren so zermalmt, dass die Verwandten, die sie zur Bestattung abholen wollten, sie nicht identifizieren konnten. Da sich aber Simonides daran erinnerte, wie sie bei Tisch gesessen hatten, konnte er den Angehörigen zeigen, welches jeweils ihr Toter war. Die unsichtbaren Besucher, Kastor und Pollux, hatten für ihren Anteil an dem Loblied freigebig gezahlt, indem sie Simonides unmittelbar vor dem Einsturz vom Festmahl entfernt hatten.&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Marcus Tullius Cicero]]&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;[[De oratore]]&amp;#039;&amp;#039; 2, 352 f.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Ereignis soll ihm verdeutlicht haben, dass es vor allem die Ordnung ist, die ein gutes Gedächtnis ausmache. Die Motivation, Simonides als Erfinder der Mnemotechnik zu tradieren, mag darin zu suchen sein, dass er im Sehvermögen den stärksten aller Sinne sah und Malerei als schweigende Dichtung verstand. Diese Verbindung von Wort und Bild findet sich in der klassischen Gedächtniskunst, indem zu erinnernde Worte durch Bilder symbolisiert werden. Mit dem Wissen um die rhetorische Mnemotechnik lässt sich der Simonides-Mythos als Paradebeispiel der mnemotechnischen Vorgehensweise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben und Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Orlando Poltera (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Simonides lyricus. Testimonia und Fragmente&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schweizerische Beiträge zur Altertumswissenschaft&amp;#039;&amp;#039;. Band 35). Schwabe, Basel 2008, ISBN 978-3-7965-2430-1.&lt;br /&gt;
* [[Oskar Werner (Philologe)|Oskar Werner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Simonides. Bakchylides.&amp;#039;&amp;#039; Heimeran, München 1969 (griechisch und deutsch).&lt;br /&gt;
* [[David Sider]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Simonides: Epigrams and Elegies.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Oxford 2020.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Übersichtsdarstellungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Andreas Bagordo]]: &amp;#039;&amp;#039;Simonides&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Bernhard Zimmermann (Philologe)|Bernhard Zimmermann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der griechischen Literatur der Antike&amp;#039;&amp;#039;. Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Literatur der archaischen und klassischen Zeit&amp;#039;&amp;#039;. C. H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-57673-7, S. 217–223.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einführungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Hermann Fränkel]]: &amp;#039;&amp;#039;Dichtung und Philosophie des frühen Griechentums.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-37716-5, S. 346–370.&lt;br /&gt;
* [[Albin Lesky]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der griechischen Literatur.&amp;#039;&amp;#039; 3., neu bearbeitete Auflage. Francke Verlag, Bern/München 1971. Unveränderter Nachdruck: K. G. Saur, München 1999, ISBN 3-598-11423-0, S. 218–225.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen und Kommentare&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Deborah Boedeker]], [[David Sider]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The New Simonides: Contexts of Praise and Desire.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, New York / Oxford 2001.&lt;br /&gt;
* Luigi Bravi: &amp;#039;&amp;#039;Gli epigrammi di Simonide e le vie della tradizione&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Filologia e critica&amp;#039;&amp;#039;. Band 94). Edizioni dell’Ateneo, Roma 2006.&lt;br /&gt;
* John H. Molyneux: &amp;#039;&amp;#039;Simonides: A Historical Study.&amp;#039;&amp;#039; Wauconda IL 1992.&lt;br /&gt;
* Andrej Petrovic: &amp;#039;&amp;#039;Kommentar zu den simonideischen Versinschriften&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Mnemosyne (Zeitschrift)|Mnemosyne]], Bibliotheca Classica Batava. Supplementum&amp;#039;&amp;#039;. Band 282). Brill, Leiden 2007.&lt;br /&gt;
* Orlando Poltera: &amp;#039;&amp;#039;Le langage de Simonide. Etude sur la tradition poétique et son renouvellement.&amp;#039;&amp;#039; Peter Lang, Bern 1997. – Vgl. Rezension von Anthony Podlecki, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Bryn Mawr Classical Review]]&amp;#039;&amp;#039; [https://bmcr.brynmawr.edu/1998/1998.11.38/ 1998.11.38].&lt;br /&gt;
* Stefan Goldmann: &amp;#039;&amp;#039;Statt Totenklage Gedächtnis – zur Erfindung der Mnemotechnik durch Simonides von Keos&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Poetica (Zeitschrift)|Poetica]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 21, 1989, S. 43–66.&lt;br /&gt;
* [[Aleida Assmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungsräume: Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage. Beck, München 2006, ISBN 3-406-50961-4, S. 35 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118614517}}&lt;br /&gt;
* [https://www.memorypalace.ai/method-of-loci Darstellung der von Cicero beschriebenen Begebenheit über Simonides durch mehrere farbige Abbildungen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118614517|LCCN=n85298996|VIAF=3926768}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Simonides #Keos}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur der Antike]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiker (Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Altgriechisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Sizilien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lyrik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mnemotechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Sizilien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grieche (Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 6. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 5. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Simonides von Keos&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=griechischer Dichter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=557 v. Chr. oder 556 v. Chr.&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Iulis]] auf [[Kea (Insel)]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=468 v. Chr. oder 467 v. Chr.&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Archäologische Stätten von Agrigent|Akragas]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;APPERbot</name></author>
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