<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Simeon_Radew</id>
	<title>Simeon Radew - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Simeon_Radew"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Simeon_Radew&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T06:28:00Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Simeon_Radew&amp;diff=1577641&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hutch: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert, Kleinkram</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Simeon_Radew&amp;diff=1577641&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-10-04T05:36:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Simeon Radev portrait.jpg|mini|[[Kyrill von Bulgarien]] und Simeon Radew (rechts) vor ihrem Treffen mit dem US-Präsidenten [[Herbert Hoover]], Washington 1929]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Simeon Trajtschew Radew&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{bgS|Симеон Трайчев Радев}}; * [[19. Januar]] [[1879]] in [[Resen]], [[Osmanisches Reich]]; † [[15. Februar]] [[1967]] in [[Sofia]], [[Volksrepublik Bulgarien|Bulgarien]]) war ein [[Bulgarien|bulgarischer]] [[Diplomat]], Historiker, Chronist, [[Journalist]] und [[Publizist]]. Er war außerdem der erste Vertreter Bulgariens im [[Völkerbund]] in [[Genf]], Mitbegründer und Mitglied des [[Makedonisches Wissenschaftliches Institut|Mazedonischen Wissenschaftlichen Instituts]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://macedonia-science.org/uchrediteli.html |text=Mitglieder-Gründer des Mazedonischen Wissenschaftlichen Instituts (bulg.) |wayback=20120419021614}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Freimaurerei|Freimaurer]]. Simeon Radew ist der Vater des Schriftstellers [[Trajan Radew]] und einer der bekanntesten Chronisten in den Jahren des bulgarischen Staatsaufbaus.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claudia Weber (Historikerin)|Claudia Weber]]: &amp;#039;&amp;#039;Auf der Suche nach der Nation: Erinnerungskultur in Bulgarien von 1878–1944.&amp;#039;&amp;#039; LIT Verlag, Berlin / Hamburg / Münster 2006, ISBN 3-8258-7736-1, S. 94.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Simeon Radew wurde in der traditionsbewussten Familie von Trajtsche Radew in Resen, (heute in [[Nordmazedonien]]) geboren. Trajtsche, der Kaufmann war, hatte Kontakte mit vielen Aktivisten der [[Bulgarische Wiedergeburt|bulgarischen Aufklärung]] (siehe [[Makedonische Bulgaren]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Simeon Radew&amp;quot;&amp;gt;Simeon Radew: &amp;#039;&amp;#039;Frühe Erinnerungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; In den jungen Jahren von Simeon lebte sogar in seinem Familienhaus einer davon, Sachari Tschintulow (Bruder von [[Dobri Tschintulow]]), der zu dieser Zeit Lehrer in Resen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simeon hatte acht Geschwister, wobei der frühe Tod seiner kleineren Schwester Olga bei ihm tiefe Spuren hinterließ. Einer seiner Brüder &amp;#039;&amp;#039;Wladimir&amp;#039;&amp;#039; absolvierte die angesehene [[Bulgarisches Männergymnasium von Thessaloniki|Bulgarische Männerschule von Thessaloniki]] und war Lehrer in mehreren bulgarischen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Simeon Radew&amp;quot; /&amp;gt; Schulen in [[Makedonien]] (unter anderem in Resen, [[Štip]] und [[Kumanovo]]), die mit Hilfe des [[Bulgarisches Exarchat|Bulgarischen Exarchats]] zu jener Zeit errichtet wurden. Als Simeon in Ohrid zur Schule ging, war einer seiner Lehrer sein Bruder Wladimir. Dort befreundete er sich mit Despina, der Tochter von [[Grigor Parlitschew]], mit der er in derselben Schulklasse war. Durch sie wurde später Simeon ein guter Freund der Familie Parlitschew. Ein weiterer Bruder von Simeon, der bekannt ist, hieß Christo.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Simeon Radew&amp;quot; /&amp;gt; Während seiner Kindheit sprach man in Resen vier Sprachen: Bulgarisch, Türkisch, Albanisch und Walachisch, die er alle sehr gut beherrschte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Simeon Radew&amp;quot; /&amp;gt; Weiter war Simeon Radew sehr gut mit anderen bekannten bulgarischen Persönlichkeiten befreundet, darunter  [[Anthim I. (Exarch)|Anthim I.]] – Erster bulgarischer Exarch, [[Damjan Gruew|Dame Gruew]] – bulgarischer Freiheitskämpfer, [[Andrei Ljaptschew]] – bulgarischer Politiker, oder dem rumänischen König [[Karl I. (Rumänien)|Karl I.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Ab 1891 war er in der bulgarischen Schule in Ohrid eingeschrieben. In der Schule, die sich in einem Nebengebäude der Kirche &amp;#039;&amp;#039;Sw. Kliment&amp;#039;&amp;#039; befand, waren die Lehrer alle Absolventen der hochangesehenen [[Bulgarisches Männergymnasium von Thessaloniki|Bulgarischen Männerschule]] von Thessaloniki oder des ebenso bekannten [[Robert College]] in [[Konstantinopel]]. Während seiner Zeit in [[Ohrid]] lernte er Werke der französischen Revolutionsliteratur kennen, wobei &amp;#039;&amp;#039;[[Die Elenden]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Victor Hugo]] in dem jungen Charakter Simeons tiefe Spuren hinterließen. In Anspielung auf das Werk äußerte sich später Simeon selbst, dass er zu seiner Ohrider Zeit wie ein Elender ausgesehen hätte, da er sehr dünn gewesen sei. Er lernte [[Französische Sprache|Französisch]] und zählte schnell zu den Besten der gesamten Schule. Durch seine enge Freundschaft zu Despina Parlitschewa, der Tochter des Schriftstellers Grigor Parlitschew, wurde er häufig als Gast zu dessen Literaturabenden eingeladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sein Bruder Wladimir ein Jahr später in eine andere Schule versetzt wurde, beschlossen die Eltern, Simeon nach [[Bitola]] zu schicken. 1892 in Bitola angekommen, wohnte er in der Bulgarischen Pension und lernte am [[Bulgarisches Gymnasium von Bitola|bulgarischen Gymnasium]] gemeinsam mit Schülern aus ganz Südost [[Makedonien]]. Die meisten seiner Klassenkameraden wurden Lehrer in bulgarischen Schulen in Mazedonien und Mitglieder der [[Balgarski makedono-odrinski rewoljuzionni komiteti|BMARK]] (&amp;#039;&amp;#039;Bulgarische Makedonisch-Adrianopeler Revolutionäre Komitees/Български Македоно-Одрински революционни комитети&amp;#039;&amp;#039;, einer Vorläuferorganisation der [[Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation|IMRO]]). Später gab Radew an, dass eines seiner Lieblingsfächer die altbulgarische Grammatik war, was ihm bei dem Erlernen und Lesen der russischen Sprache sehr hilfreich gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Winterferien wurde er gemeinsam mit seiner kleinen Schwester Olga krank. Er überlebte, sie nicht. Zurück in Bitola befreundete er sich mit Georgi Pop Hristow, der später durch [[Damjan Gruew|Dame Gruew]] in die BMARK aufgenommen wurde und eine [[Tschetnik|Tscheta]] während des [[Ilinden-Preobraschenie-Aufstand]]es anführte. Nach dem erfolgreichen Abschluss des [[Progymnasium]]s und des Ablegens einiger Prüfungen vor dem [[Wali (Gouverneur)|Wali]] (Gouverneur) von Bitola, entschied 1893 sein Vater Simeon zunächst in die prestigeträchtiges Bulgarischen Männerschule von Thessaloniki zu schicken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Vorschlag von Nikola Paskow, einem guten Freund der Familie Radewi und in den Reihen des bulgarischen Exarchats angesehenen Person, wurde Simeon für ein Exarchat-Stipendium für Begabtenförderung vorgeschlagen. Die Schüler wurden nach Konstantinopel, zur Ausbildung in der [[Galatasaray Mekteb-i Sultani]] Elitehochschule („Galatasaray-Schule der Sultane“) geschickt. In den Jahrgang von Simeon kamen drei der Schüler aus dem bulgarischen Gymnasium in Skopje und zwei aus dem in Bitola – [[Wladimir Robew]] und Simeon Radew. Radew lernte hier von 1893 bis 1898, als er als einer der besten Schüler seine letzte Prüfungen absolvierte. Bei einer seinen Heimreisen wurde er 1895 als 16-Jähriger auf Vorschlag von [[Georgi Nikolow Deltschew|Goze Deltschew]] in die BMARK aufgenommen. Nach seinem Abschluss ging Simeon gemeinsam mit Wladimir Robew nach [[Genf]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taschew&amp;quot;&amp;gt;[[Tascho Taschew (Journalist)|Tascho Taschew]]: Die Minister Bulgariens 1879–1999 (aus dem bulg. &amp;#039;&amp;#039;Министрите на България 1879–1999&amp;#039;&amp;#039;). Verlag der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften Prof. Marin Drinow, Sofia 1999, ISBN 978-954-430-603-8 / ISBN 978-954-509-191-9, S. 104–105&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1902 absolvierte Simeon Radew sein [[Jurastudium]] an der [[Universität Genf]]. Ein weiterer Mitstudent Radews in dieser Zeit war der spätere bulgarische Politiker [[Wenelin Ganew]]. Während seiner Zeit in Genf veröffentlichten sie gemeinsam mit Robew das zweiwöchentlich erscheinende Blatt &amp;#039;&amp;#039;L’Effort&amp;#039;&amp;#039; auf Französisch. 1902 zogen Radew und Robew nach Paris, wo sie die Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Le Mouvement Macedonien&amp;#039;&amp;#039;(1902), ebenfalls auf Französisch, veröffentlichten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taschew&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Literaturna misal]]&amp;#039;&amp;#039;, 2–4, Verlag der [[Bulgarische Akademie der Wissenschaften|Bulgarischen Akademie der Wissenschaften]], 1991, S. 102 und 104.&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieser Zeit führte Simeon bereits Tagebuch, das als Grundlage für sein späteres Werk die &amp;#039;&amp;#039;„Kolonie der Bulgarische Studenten in Genf (1898–1899)“&amp;#039;&amp;#039; (aus dem bulg. “Българската студентска колония в Женева (1898–1899)”) diente. Nach dem [[Ilinden-Preobraschenie-Aufstand]] 1903 ging er nach [[Italien]], [[Frankreich]] und [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] und setzte sich dort für die Lösung der „mazedonische Frage“ ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Harrassowitz: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Slavische Biographie.&amp;#039;&amp;#039; S. 743.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simeon war zwischen 1901 und 1909 Journalist für die &amp;#039;&amp;#039;Wetscherna Posta&amp;#039;&amp;#039; (Вечерна поща, aus dem bulgarischen Abendpost), bei der er als [[Korrespondent]], [[Redakteur]] (1906) und [[Chefredakteur]] (1905–1909) arbeitete und während der [[Russische Revolution 1905|Revolution aus Russland]] berichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Ausbruch der [[Jungtürkische Revolution|Revolution der Jungtürken]], die 1908 ihren Anfang mit der Revolte [[Ahmed Niyazi Bey]]s in Simeons Heimatstadt Ressen hatte, gründete Radew in Thessaloniki mit weiteren führende Persönlichkeiten der BMARK die osmanische Partei [[Union der bulgarischen Verfassungsclubs in Makedonien]] (bulgarisch Съюз на българските конституционни клубове). Ende 1908 entsandte [[Nikola Genadiew]] Simeon Radew nach Thessaloníki mit dem Auftrag eine Zeitung herauszugeben und sich um seine Wahl von der Liste der Partei für das [[Wahl zum Abgeordnetenhaus im Osmanischen Reich 1908|Abgeordnetenhaus im Osmanischen Reich]] zu bemühen. Radew wurde im Vorlstand der Parte gewählt. Während des Wahlkampfes, geriet Simeon im Streit mit [[Jane Sandanski]], welcher sich zur selben Zeit auf Seiten der Jungtürken für eine Balkanföderetion der Völker aussprach. Der Streit eskalierte so sehr, dass nur durch die Einflussnahme von [[Enver Pascha]] ein Übergriff auf Radew verhindert werden konnte. Seine über die politische Lage im Osmanischen Reich verfassten Briefe an Nikola Genadiew, dienten auch als Informationsquellen für den bulgarischen Monarchen [[Ferdinand I. (Bulgarien)|Ferdinand I.]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christo Siljanow]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Freiheitskämpfe Makedoniens. Band II&amp;#039;&amp;#039; (aus dem bulgarischen &amp;#039;&amp;#039;Освободителните борби на Македония. том 2&amp;#039;&amp;#039;). Verlag Nauka i izkustwo, 1933, S. 588&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Vorschlag von Pawel Genadiew war Simeon Radew gemeinsam mit [[Aleksandar Balabanow]] zwischen 1906 und 1909 Ko-Redakteur und von 1909 bis 1912 Chefredakteur der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Chudoschnik&amp;#039;&amp;#039; ({{bgS|Художник}} = Maler, Künstler). In dieser Zeit trat er der bulgarischen [[Volksliberale Partei]] bei und wurde zu einem der Verfasser ihres Programms von 1911. Im selben Jahr begründete er die parteinahe Tageszeitung &amp;#039;&amp;#039;Wolja&amp;#039;&amp;#039; ({{bgS|Воля}} = Wille), deren Direktor er auch für einige Zeit war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Ersten [[Balkankriege]]s nahm Simeon als [[Freiwilliger (Militär)|Freiwilliger]] zunächst als [[Verbindungsoffizier]] für die ausländische Presse im [[Generalstab]] der [[Bulgarisches Heer#Geschichte|bulgarischen Armee]] und später als Offizier im [[Makedonisch-Adrianopeler Landwehr|Makedonien-Adrianopel-Freiwilligen-Korps]] teil. Dabei war er in Kämpfe in [[Thrakien (Landschaft)|Thrakien]] und Makedonien gegen Türken und Serben verwickelt. Er nahm in Thrakien bei der Erstürmung von [[Tekirdağ]], [[Corlu]], sowie der [[Marmara-Insel]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Balkan&amp;quot;&amp;gt;Simeon Radew: &amp;#039;&amp;#039;Das was ich im Balkankrieg gesehen habe&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; teil. In den letzten Tagen des Krieges wurde er mit der [[Orientbahn]] über [[Edirne|Adrianopel]] und Thessaloniki, in sein vertrautes Makedonien verlegt und nahm an [[Scharmützel]]n mit der [[Streitkräfte Serbiens|serbischen Armee]] teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ausbruch des [[Balkankriege#Zweiter Balkankrieg (1913)|Zweiten Balkankrieges]] wurde er 1913 nach Sofia beordert. Wenige Wochen später wurde Simeon Radew bulgarischer Gesandter in Bukarest, wo er gemeinsam mit Oberst [[Iwan Fitschew]] und [[Dimitar Stojanow Tontschew|Dimitar Tontschew]] an den Verhandlungen über den [[Friede von Bukarest (1913)|Frieden von Bukarest]] teilnahm. Nachdem er und die bulgarische Delegation bei den Friedensgesprächen das Verbleiben Makedoniens innerhalb Serbiens nicht verhindern konnte, wurde er als Verräter in seiner Heimat angesehen. Nach der Friedenskonferenz blieb Radew auf persönliches Verlangen des rumänischen Königs [[Karl I. (Rumänien)|Karl I.]] in Bukarest als [[Botschafter]] tätig.&lt;br /&gt;
[[Datei:Andrey Lyapchev Ivan Lukov Simeon Radev.jpg|mini|Die bulgarische Delegation während der Ausarbeitung des [[Waffenstillstand von Thessaloniki|Waffenstillstandes von Thessaloniki]](v.&amp;amp;nbsp;l.&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;r.: Iwan Lukow, Andrei Ljaptschew und Simeon Radew)]]&lt;br /&gt;
Nachdem das [[Königreich Rumänien]] im Sommer 1916 an Seite der [[Triple Entente|Entente]] in den [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] eintrat, wurde Radew im September 1916 nach Bern versetzt. Dort blieb er jedoch nur bis März 1917, als er sein Amt niederlegte und sich als Freiwilliger in der Bulgarischen Armee meldete. Am Ende des Krieges nahm er gemeinsam mit seinem alten Freund [[Andrei Ljaptschew]] an der Ausarbeitung des [[Waffenstillstand von Thessaloniki|Waffenstillstandes]] mit der Entente, der am 29. September 1918 in Thessaloniki unterschrieben wurde, teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren war er bulgarischer Gesandter in [[Den Haag]] (1920–1921), [[Ankara]] (1923–1925), [[Washington, D.C.|Washington (D.C.)]] (1925–1933), [[London]] (1935–1938) und [[Brüssel]] (1938–1940) und unterschrieb am 18. Oktober 1925 als solcher den [[Friedens- und Freundschaftsvertrag von Angora]] mit der [[Türkei]]. Er war der erste Vertreter Bulgariens im [[Völkerbund]] in Genf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Machtergreifung der [[Bulgarische Kommunistische Partei|Kommunisten in Bulgarien]] fiel Radew jedoch schnell in Ungnade und wurde entlassen. Gleichzeitig wurde ihm der Zugang zur Presse sowie die öffentliche und politische Tätigkeit verwehrt. Dennoch wurde er wegen seiner Erfahrungen auf dem internationalen Parkett von [[Wassil Kolarow]] als Delegierter für die Pariser Friedenskonferenz 1946 vorgeschlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;Magarditsch A. Hatschikjan: &amp;#039;&amp;#039;Tradition und Neuorientierung in der bulgarischen Aussenpolitik 1944–1948.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1988, ISBN 3-486-55001-2, S. 184.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb 1967 in Sofia in bitterer Armut, einige Tage nachdem seine Autobiografie „Frühe Erinnerungen“ veröffentlicht werden dürfte. Sie wurde jedoch wenig später von den kommunistischen Machthabern wie seine anderen Werke auf die schwarze Liste gesetzt und gehörte bis Anfang der 90er zu den verbotenen Büchern. Ein Teil seiner Handschriften wurde von der [[Bulgarische Akademie der Wissenschaften|Bulgarischen Akademie der Wissenschaften]] angekauft und bis heute nicht publiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2006 ist der [[Radev Point]] nach ihm benannt, eine Landspitze von [[Rugged Island (Südliche Shetlandinseln)|Rugged Island]] in der Antarktis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliografie ==&lt;br /&gt;
Simeon Radew schrieb oft unter den Namen &amp;#039;&amp;#039;S. Trajtschew/С. Трайчев&amp;#039;&amp;#039; Beiträge in Zeitschriften und Zeitungen. Er hat mehr als 1500 Artikel, Reportagen, Interviews, [[Pamphlet]]en und weiteres geschrieben. Einige seiner Memoiren werden heute als Standardwerke in der bulgarischen Schule erlernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Memoiren ===&lt;br /&gt;
[[Datei:La Macédoine et La Renaissance Bulgare.JPG|mini|Titelseite von “La Macedoine et la renaissance bulgare au XIXe siecle. Edité par la Société des savants, gens de lettres et artistes bulgares”]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die bulgarische Studentenkolonie in Genf (1898–1899)&amp;#039;&amp;#039; (aus dem bulgarischen “Българската студентска колония в Женева (1898–1899)”)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Frühe Erinnerungen&amp;#039;&amp;#039; (aus dem bulgarischen &amp;quot;Ранни спомени&amp;quot;)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das was ich im [[Balkankrieg]] gesehen habe&amp;#039;&amp;#039; ({{bgS|Това, което видях от Балканската война}})&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Erbauer des modernen Bulgariens&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Band 2 (1910–1911) und Band 3 (2008) ({{bgS|Строителите на съвременна България. Том 1}}). Das Buch gründet sich ausschließlich auf dem sorgfältigen Studium von Zeitdokumenten, Archivmaterialien, Interviews mit den Beteiligten&amp;lt;ref&amp;gt;Eduard Bayer, Dietmar Endler: &amp;#039;&amp;#039;Bulgarische Literatur im Überblick.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* “La Macedoine et la renaissance bulgare au XIXe siecle. Edité par la Société des savants, gens de lettres et artistes bulgares” (&amp;#039;&amp;#039;Makedonien und die bulgarische Wiedergeburt im 19. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;) (1918–1943г.), herausgegeben 1918 – auf Französisch, 1927 und 1943 – auf Bulgarisch&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Konferenz in Bukarest und der [[Friede von Bukarest (1913)|Friedensvertrag von Bukarest]] von 1913&amp;#039;&amp;#039; (aus dem bulg. “Конференцията в Букурещ и Букурещския мир от 1913 г.”)&lt;br /&gt;
* “Погледи върху литературата, изкуството и лични спомени” (1965)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weiteres ===&lt;br /&gt;
* „La question bulgare et les Etats balkaniques“, 1919&lt;br /&gt;
* Das [[Poem]] &amp;#039;&amp;#039;Der [[Heiducken|Hajduke]] Welju&amp;#039;&amp;#039; (bulg. “Хайдут Велко”) ist das erste Werk von Radew, geschrieben in seine Zeit in Konstantinopel&lt;br /&gt;
* Die Erzählungen&lt;br /&gt;
** Zwist (bulg. “Раздор”) 1895&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Ein Spaziergang bis [[Heybeliada|Halki]]&amp;#039;&amp;#039; (bulg. „Една разходка до Халки“)&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Tanas Kalimatschka&amp;#039;&amp;#039; (bulg. „Танас Колимачка“) nach einer wahren Geschichte aus Ohrid&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Der Blinde Geigenspieler&amp;#039;&amp;#039; (bulg. “Слепият цигулар”)&lt;br /&gt;
* Das [[Drama]] &amp;#039;&amp;#039;Sommer Regen&amp;#039;&amp;#039; (bulg. “Летен порой”)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übersetzungen ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;La Dame de Monsoreau&amp;#039;&amp;#039; von [[Alexandre Dumas der Ältere]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zwei mit den Kamelen&amp;#039;&amp;#039;,&lt;br /&gt;
* Erzählungen von [[Guy de Maupassant]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Psychologie der Massen&amp;#039;&amp;#039; von [[Gustave Le Bon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literarische Kritik ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Dr. Krastew als literarischer Kritiker.&amp;#039;&amp;#039; (bulg. „Д-р Кръстев като литературен критик“) 1907&lt;br /&gt;
* Eduard Bayer, Dietmar Endler: &amp;#039;&amp;#039;Bulgarische Literatur im Überblick.&amp;#039;&amp;#039; P. Reclam, Leipzig 1983, {{DNB|840021690}}.&lt;br /&gt;
* United Center for Research and Training in History: &amp;#039;&amp;#039;Bulgarian historical review/1.1973.&amp;#039;&amp;#039; Publ. House of the Bulg. Acad. of Sciences, 1973, {{ISSN|0204-8906}}.&lt;br /&gt;
* Norbert Randow: &amp;#039;&amp;#039;Die neuere bulgarische Geschichte im Spiegel der Literatur.&amp;#039;&amp;#039; Deutsch-Bulgarische Gesellschaft, Hamburg, [http://www.deutsch-bulgarische-gesellschaft-hamburg.de/ deutsch-bulgarische-gesellschaft-hamburg.de] (PDF); abgerufen am 16. Juni 2008.&lt;br /&gt;
* Helene Auzinger: &amp;#039;&amp;#039;Kleine slavische Biographie.&amp;#039;&amp;#039; Harrassowitz, Wiesbaden 1958,&lt;br /&gt;
* R. J. Crampton: &amp;#039;&amp;#039;Bulgaria.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, 2007, ISBN 978-0-19-820514-2, S. 451.&lt;br /&gt;
* [[Otto Harrassowitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Slavische Biographie.&amp;#039;&amp;#039; MZ-Verlag, Wiesbaden 1958, S. 569.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für europäische Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 5, 2004, S. 128–130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [http://www.slovo.bg/showbio.php3?ID=130 Slovoto] (bulgarisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Bücher von Radew bei [http://www.bookfinder.com/author/simeon-radev/ BookFinder.com]&lt;br /&gt;
* [http://liternet.bg/library/bl/r/sradev.htm Onlineversionen einiger Bücher.] liternet.bg (bulgarisch)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;La Macédoine et le renaissance bulgare au 19e siècle. Edité par la Société des savants, gens de lettres et artistes bulgares&amp;#039;&amp;#039;. (französisch) Erstausgabe; {{archive.org |lamacdoineetle00rade |Blatt=n5}}.&lt;br /&gt;
* [http://www.oocities.com/Athens/Oracle/3424/koshm.html Trajan Radew über seinen Vater.] In: Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Makedonija&amp;#039;&amp;#039;, 15.–22. April 1998&lt;br /&gt;
* [http://liternet.bg/publish/katalog/about/r/sradev.htm Literaturkritik] zu Radews Werken&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20120210060044/http://217.16.70.245/?pBroj=857&amp;amp;stID=9363&amp;amp;pR=3 „Кој е Симеон Радев“] / &amp;quot;Wer ist Simeon Radew?&amp;quot; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Utrinski vesnik]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119106671|LCCN=n88055102|VIAF=41981165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Radew, Simeon}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Bulgarisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (Bulgarien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bulgarischer Botschafter in Rumänien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bulgarischer Botschafter in den Niederlanden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bulgarischer Botschafter in der Türkei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bulgarischer Botschafter in den Vereinigten Staaten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bulgarischer Botschafter im Vereinigten Königreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bulgarischer Botschafter in Belgien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Journalist (Bulgarien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Universität Genf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bulgarischer Diplomat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer der Diktatur der Volksrepublik Bulgarien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (BMORK)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person in den Balkankriegen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bulgare]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1879]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1967]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Radew, Simeon&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Radew, Simeon Trajtschew; Radev, Simeon; Симеон Трайчев Радев&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=bulgarischer Schriftsteller und Diplomat&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=19. Januar 1879&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Resen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=15. Februar 1967&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Sofia]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
	</entry>
</feed>