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	<title>Siel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T06:25:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Siel&amp;diff=97891&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-18128-59: /* Betrieb als Spülschleuse */ Ebbe ist der Prozess des ablaufenden Wassers. Vor Erreichen der Ebbe wäre also Hochwasser.</title>
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		<updated>2026-03-23T09:52:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Betrieb als Spülschleuse: &lt;/span&gt; Ebbe ist der Prozess des ablaufenden Wassers. Vor Erreichen der Ebbe wäre also Hochwasser.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Harlesiel Siel.jpg|mini|hochkant=1.8|Modernes Sielbauwerk mit (von links) Schleuse, Sieleinlauf und Schöpfwerkseinlauf in [[Harlesiel]] ]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Siel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein verschließbarer Gewässerdurchlass in einem [[Deich]], durch den überschüssiges Wasser aus dem Binnenland im [[Sohlgefälle|Freigefälle]] ins Meer abfließen kann. Der Vorgang des Abfließens durch das Siel wird als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sielzug&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=sielzug |Wortart=m. |Band=16 |Sp=958 |lemid=S28351}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Siel&amp;#039;&amp;#039; ist wahrscheinlich eine aus dem [[Friesische Sprachen|Friesischen]] stammende Wortbildung, die auf das Verb &amp;#039;&amp;#039;seihen&amp;#039;&amp;#039; zurückgeht, und bezeichnet demnach die &amp;#039;&amp;#039;Stelle, wo Wasser ausfließen kann&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=siel |Wortart=n. m. |Band=16 |Sp=952 |lemid=S28305}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktion ==&lt;br /&gt;
Historisch sind im Sielbauwerk paarweise [[Stemmtor|Schlagtore]] ohne [[Antrieb]] verbaut worden. Bei Neubauten werden nach Wasserstand [[Steuerungstechnik|gesteuerte]] [[Hubtor]]e als [[Absperrschieber|Verschluss]] eingesetzt. Vermehrt sind an der [[Nordsee]] für diese Aufgabe Sielpumpwerke im Einsatz, die als [[Schöpfwerk]]e bezeichnet werden. Sie sind von Vorteil, wenn die Zeit der [[Ebbe]] für einen natürlichen Wasserabzug nicht ausreicht oder wenn bei lang andauernden [[Flut]]wasserständen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Sturmflut]]) [[Überschwemmung]]en im Binnenland drohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Öffnen und Schließen von Schlagtoren erfolgt selbsttätig infolge der Wasserbewegung durch die [[Gezeiten|Tide]]. Bei Flut und höherem Wasserstand auf der Meerseite werden durch den höheren Druck und die einlaufende Strömung die Tore geschlossen. Als Folge kann das Wasser nicht mehr abfließen und staut sich auf der Binnenseite. Mit Einsetzen der Ebbe und ablaufendem Wasser erhöht sich der Druck auf der Binnenseite, wodurch sich die Tore öffnen und ein freier Abfluss ins Meer entsteht. Ein Siel ist daher ein [[Ventil]] zur passiven Entwässerung des hinter dem Deich gelegenen Binnenlandes, besonders als Teil des Entwässerungssystems von [[Marschland|Marschgebieten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauweisen ==&lt;br /&gt;
Zur Einbindung des Entwässerungsweges in den Deich gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Kumpsiel, das Ständersiel und gedeckte steinerne Siele.&lt;br /&gt;
[[Datei:Boomhöhl un Ständersiel.JPG|mini|hochkant=2|Kumpsiel (Baumhöhle) und Ständersiel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kumpsiel ===&lt;br /&gt;
Beim Kumpsiel wird in den überwiegend aus Sand oder anderem Erdmaterial bestehenden Deich ein Rohr eingelegt. Historisch bestand dieses Rohr zumeist aus zwei ausgehöhlten Baumstammhälften. Der seeseitige Ausgang wird mit einer Klappe geschützt, die von ausströmendem Binnenwasser aufgedrückt und von anflutendem Seewasser zugedrückt wird. Mancherorts gab es viele derartige Kumpsiele, mit denen einzelne Anrainer ihre direkt hinter dem Deich gelegenen Ländereien entwässerten.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Hoops: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Bremer Blocklandes&amp;#039;&amp;#039;. 1927. (verfügbar im Lesesaal des [[Staatsarchiv Bremen|Staatsarchivs Bremen]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ständersiel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bensersiel-altessieltor.JPG|mini|Ständersiel-Tore von 1619 in Bensersiel&amp;lt;ref&amp;gt;[http://esens-museen.de/sehenswuerdigkeiten/sieltor/ Sehenswertes Sieltor in Bensersiel.] esens-museen.de&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Ein Ständersiel hat ein großes, zumeist zweiflügeliges [[Fluttor]], dessen Torflügel in [[Türband|Angeln]] hängen. Jene können an schweren, in den Deich eingebauten Holzpfosten oder an Mauerwerk befestigt sein. Ständersiele waren schon in früher Zeit so dimensioniert, dass bei Ebbe, wenn die Tore offen standen, kleine Schiffe in die hinter dem Deich angelegten Kanäle einfahren konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gewölbesiel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dreptersiel.jpg|mini|Gewölbesiel: [[Drepte]]rsiel an der [[Unterweser]], 1796 errichtet, Steine später im Deich verfüllt, 1998 wieder zusammengesetzt]]&lt;br /&gt;
Da alle hölzernen Teile eines Siels der Verrottung und dem Angriff von [[Schiffsbohrwurm|Schiffsbohrmuschel]]n ausgesetzt waren, ging man bei großen Sielen dazu über, die festen Teile aus Stein zu bauen. Sturmflutbeständiger als steinerne Ausführungen von Ständersielen waren Gewölbesiele. Hier baute man einen gewölbten Torweg durch den Deich. Große Gewölbesiele können auch von kleineren Schiffen, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Küstenmotorschiff]]en durchfahren werden. Mancherorts sind die (zwei- bis dreifachen) so angeordnet, dass das Siel auch als [[Schleuse|Kammerschleuse]] verwendet werden kann. Ein Beispiel für beides ist die ehemalige [[Hadelner Kanalschleuse]] in [[Otterndorf]].&lt;br /&gt;
[[Datei:Otterndorf lock 4271.jpg|mini|Gewölbesiel als Schleuse: Blick in die ehemalige  Hadelner Kanalschleuse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betrieb als Spülschleuse ==&lt;br /&gt;
Ein Siel mit gezielter Öffnung und Schließung des Sielverschlusses ist die [[Spülschleuse]]. Dazu wird bei [[Flut]] das Wasser hereingelassen und in einem Flutgraben hinter dem Deich gespeichert. Erst vor dem Erreichen des [[Niedrigwasser]]s wird das gestaute Wasser als [[Strömungen in offenen Gerinnen|Schwall]] abgelassen, damit sich [[Schlick]] und [[Sedimentation|Sedimente]] aus dem Sielhafenbereich ausspülen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologie ==&lt;br /&gt;
* Spuren eines Kumpsiels aus dem 3.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurden bei [[Valkenburg (Zuid-Holland)]] gefunden.&lt;br /&gt;
* Ein großer Teil eines Kumpsiels aus dem 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert konnte im Deichrest bei [[Stollhamm]]er Ahndeich geborgen werden. Dieser Sielfund in [[Butjadingen]] im Kreis [[Wesermarsch]] ist der älteste an der niedersächsischen Nordseeküste. Das Siel muss vor der [[Zweite Marcellusflut|Zweiten Marcellusflut]] von 1362 („Grote Mandränke“) gebaut worden sein. Infolge der Flut wurde es dann unbrauchbar.&lt;br /&gt;
:Es war mindestens 14&amp;amp;nbsp;m lang. Der seeseitige Teil bestand aus einem hohlen Eichenstamm von etwa 10,5&amp;amp;nbsp;m Länge, der auf runden Querhölzern ruhte. Zum Aushöhlen hatte man den Stamm längs geteilt. Die Hälften wurden danach wieder zusammengesetzt. Zur Verbindung nagelte man Bretter über die Naht. Die Mündung des Siels besaß am seeseitigen Ende eine [[Lichtes Maß|lichte Weite]] von etwa 80&amp;amp;nbsp;cm. Die Halterung der Klappe, die das Siel bei Flut gegen auflaufendes Wasser schloss, war noch in Form einer durchbohrten, oberhalb der Mündung angebrachten Leiste erhalten. Ein Fund aus Valkenburg bei Leiden belegt, dass diese Bauweise bereits im 3.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert genutzt wurde.&lt;br /&gt;
* In [[Seriem]], [[Landkreis Wittmund]], wurde ein Teil eines Ständersiels aus dem späten 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert ausgegraben. Das 8,80&amp;amp;nbsp;m lange und 1,60&amp;amp;nbsp;m breite Bauwerk gehörte zu einem heute nicht mehr erhaltenen Einlagedeich 200&amp;amp;nbsp;m vor der heutigen [[Deichlinie]] und ist damit der einzige sicher datierbare Bestandteil eines Deiches im heutigen Wattenmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
* [[Sage]]nhaft sind Nachrichten vom [[Schlicker Siel]] „mit bronzenen Toren“ südlich des heutigen [[Wilhelmshaven]], Teil des [[Goldener Ring (Deichanlage)|Goldenen Rings um Friesland]], des ersten zusammenhängenden Seedeichs zwischen [[Weser]] und [[Ems]]. Mit dem Bruch des Schlicker Siels um 1218, so die örtliche Überlieferung, habe die Entstehung des [[Jadebusen]]s begonnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Oskar Tenge: &amp;#039;&amp;#039;Der Jeversche Deichband&amp;#039;&amp;#039;. 1889. Reprint: 1999, ISBN 3-9806956-0-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1374 einigten sich acht zwischen [[Bremen]] (bzw. dessen Altstadt) und der [[Lesum]] gelegene Dörfer, an der Lesum einen neuen Deich zu bauen und mit einem Siel zu versehen. Das Siel sollte eine Weite von zehn [[Fuß (Einheit)|Fuß]] bekommen, etwa 3 Meter. Es wurde also ein Ständersiel, breit genug für die Durchfahrt eines kleinen Kahns.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bremisches Urkundenbuch]] III, Nr. 463 (S. 422/423): Bestätigung des Übereinkommens über die Anlage des Waller Siels; [http://brema.suub.uni-bremen.de/content/pageview/26159] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsnamen ==&lt;br /&gt;
Viele [[Ortsname]]n entlang der deutschen [[Nordsee]]küste haben bezugnehmend auf dortige Anlagen die Endung „-siel“. Es gibt heute auch im Binnenland gelegene Sielorte, da sich durch Eindeichungen in früheren Jahrhunderten die Küstenlinie verschoben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechende Orte sind im [[Landkreis Friesland]] etwa [[Altgarmssiel]], [[Crildumersiel]], [[Ellenser Damm|Ellensendammersiel]], [[Horumersiel]], [[Hooksiel]], [[Mariensiel]], [[Neugarmssiel]] sowie an der Außenweser [[Berne|Dreisielen]], [[Fedderwardersiel]], [[Golzwarden|Golzwardersiel]], [[Wüsting|Hollersiel]], [[Kleinensiel]], [[Berne|Neuenhuntorfersiel]], [[Loxstedt|Neuenlandersiel]] und [[Overwarfe]]rsiel. In [[Ostfriesland]] [[Altfunnixsiel]], [[Altharlingersiel]], [[Bensersiel]], [[Carolinensiel]], [[Dornumersiel]], [[Friederikensiel]], [[Greetsiel]], [[Harlesiel]], [[Hilgenriedersiel]], [[Neßmersiel]], [[Neufunnixsiel]], [[Neuharlingersiel]], [[Rüstersiel]], [[Sophiensiel]], [[Wapelersiel]] und [[Westeraccumersiel]], und in [[Nordfriesland]] [[Katingsiel]], [[Schlüttsiel]] und [[Bongsiel]] sowie [[Tammensiel]] und &amp;#039;&amp;#039;Ostersiel&amp;#039;&amp;#039; auf der nordfriesischen Insel [[Pellworm]]. Schülperneuensiel und Schülperaltensiel sind Ortsteile der Gemeinde [[Schülp (Dithmarschen)|Schülp]] im [[Kreis Dithmarschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sielhafenorte ohne entsprechende Namen sind [[Papenburg]] (Drostensiel), [[Neustadtgödens]], [[Bremen-Vegesack]] und [[Neuhaus (Oste)]]. Auch [[Emden]] (Faldern- oder Rotesiel, Gasthaussiel), [[Larrelt]], [[Knock (Ostfriesland)|Knock]], [[Norden (Stadt)|Norden]] (Alte en Große Siel), [[Cuxhaven]], [[Glückstadt]], [[Friedrichstadt]] und [[Rudbøl]] hatten im 16. oder 17. Jahrhundert ihre Sielhäfen. In [[Oldersum]] und [[Tönning]] sind sie noch vorhanden. Die Pläne, um 1619 einen Sielhafen vor [[Bredstedt]] zu bauen, sind fehlgeschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Orte oder Ortsteile entstanden bei den Sielen von [[Hafen Großensiel|Großensiel]] (Nordenham), [[Lune (Weser)|(Neue) Lunesiel]], [[Blexen|Blexer]], [[Brake (Unterweser)|Brake]], [[Büttel (Loxstedt)|Büttel]], [[Cappel (Wurster Nordseeküste)|Cappel]], [[Coldeborg]], [[Dangast]], [[Drepte]], [[Eckwarden]], [[Friedeburg]], [[Hamburg-Neuenfelde]] (&amp;#039;&amp;#039;Vier Sielen Schleuse&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Der Siel&amp;#039;&amp;#039;), Hohenstief oder [[Sankt Joost (Wangerland)]], [[Højer (Tønder Kommune)|Hoyer]], [[Knock (Ostfriesland)|Knock]], [[Spieka-Neufeld]], [[Strohauser Sieltief|Neues Strohausersiel]], [[Ohmstede]], [[Petkum]], [[Bockhorn (Friesland)|Bockhorn-Steinhausen]], [[Stollhamm]], [[Gotteskoog]] (Südersiel), [[Ueterlande]], [[Varel]], [[Waddens]] und [[Wremen]] und bei vielen kleineren Sielen. 1983 entstanden der Holmer Siel und der Lüttmoorsiel im [[Beltringharder Koog]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Niederländische Sprache|niederländische]] Endung „-zijl“, Westfriesisch „-syl“ verweist ebenfalls auf Orte, die an einem Siel liegen bzw. lagen, z. B. [[Delfzijl]]. Als technischer Begriff heißt das Siel allerdings auf Niederländisch &amp;#039;&amp;#039;spuisluis&amp;#039;&amp;#039; (etwa „Auslassschleuse“ – &amp;#039;&amp;#039;spuien&amp;#039;&amp;#039; heißt „ablassen“, &amp;#039;&amp;#039;spugen&amp;#039;&amp;#039; heißt „speien“), was in deutschen Beschreibungen niederländischer Küstenschutzbauten leicht eine ungenaue Terminologie bewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betrieb ==&lt;br /&gt;
Das in Entwässerungsgräben angesammelte Niederschlagswasser fließt durch &amp;#039;&amp;#039;Sielzug&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Vorfluter]]&amp;#039;&amp;#039; (auch: [[Tief (Gewässer)|Tief]]) zum Sielbauwerk. Ein Sielbauwerk besteht in der Regel aus:&lt;br /&gt;
# dem von außen sichtbaren Sielgebäude,&lt;br /&gt;
# dem Antriebsraum und der Hubschützkammer (im Inneren des Sielgebäudes),&lt;br /&gt;
# der [[Sielkammer]] mit dessen Ein- und Auslaufbauwerken (Verbindungs„tunnel“ zwischen Vorflut und [[Meer]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hooksiel Siel rück.jpg|mini|Sielbauwerk in [[Hooksiel]], (Landseite)]]&lt;br /&gt;
Die Sielkammer ist der eigentliche Durchlass des Wassers vom Binnenland zur See und führt unter dem Deich hindurch. Die Tore eines Sieles sind je nach Wasserstand geöffnet oder geschlossen. Somit kann Wasser aus dem Binnenland aufgestaut werden bzw. frei abfließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Flut]] schließen sich die seeseitig angeordneten Tore (&amp;#039;&amp;#039;Sielklappe&amp;#039;&amp;#039;) eines Sieles automatisch durch den Druck des von See auflaufenden Wassers und öffnen sich wieder bei steigendem Innendruck, wenn bei eintretender [[Ebbe]] der [[Pegel (Wasserstandsmessung)|Wasserstand]] des Flusses oder [[Meer]]es unter den Binnenwasserstand fällt. Die Tore werden in der Regel als [[Anschlagtür|Anschlagtore]] ausgeführt, jedoch existieren auch vereinzelt [[Stemmtor]]e. Die Tore dienen der Deichsicherheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weitere Deichsicherheit ist in der Regel ein [[Schütz (Wasserbau)|Hubschütz]] aus Metall oder [[Hartholz]] angeordnet, welches über die Schützkammer mit dem Schützraum verbunden ist und bedient wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An vielen Sielen gibt es heute [[Schöpfwerk]]e; bei niedrigem Wasserstand des Vorfluters wird passiv entwässert, bei hohem Wasserstand wird das Wasser aus den Sielzügen mit Maschinenkraft außendeichs gepumpt. Um allerdings einen möglichst großen Teil der Entwässerung ohne Energieeinsatz bewältigen zu können, gibt es auf der Deichrückseite mancherorts einen Speichersee, in dem sich Wasser während der Flut ansammeln kann, um während der Ebbe abgelassen zu werden. Wichtig ist so ein Speichersee vor allem&amp;lt;!-- vgl: https://www.duden.de/suchen/dudenonline/vor%20allem--&amp;gt; bei mehrtägigen Sturmfluten. Vor einem Schöpfwerk wird dieser Speichersee als [[Mahlbusen]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtliche Regelung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
In Deutschland bleiben nach Art. 66 [[Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche]] die landesgesetzlichen Vorschriften, welche dem Deich- und Sielrecht angehören, vom [[Privatrecht|bürgerlichen Recht]] unberührt. Rechtsgrundlage des Sielrechts ist also das jeweilige Landesrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Errichtung der Sielbauwerke und die meisten anderen Elemente der ersten Deichlinie wird aus einem Gemeinschaftsfond von Bund und Küstenländern finanziert. Betrieb und Besitz der Siele sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.&lt;br /&gt;
* In [[Schleswig-Holstein]] gehört die erste Deichlinie dem Land, und auch die Siele betreibt der [[Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein|Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz]]. Nur die Siele der zweiten Deichlinie werden im nördlichsten Bundesland durch die jeweilige [[Sielacht]] betrieben.&lt;br /&gt;
* In [[Niedersachsen]] und [[Freie Hansestadt Bremen|Bremen]] sind [[Deichverband|Deichverbände]] und Sielachten auch Besitzer und Betreiber der ersten Deichlinie und ihrer Siele. Bei [[Sturmflutsperrwerk]]en gibt es Unterschiede; in Bremen werden auch die vom jeweiligen Deichverband betrieben, in Niedersachsen vom [[NLWKN]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Niederlande ===&lt;br /&gt;
In den [[Niederlande]]n ist für alle Einrichtungen zum Hochwasserschutz die [[Behörde]] [[Rijkswaterstaat]] zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Siel&amp;#039;&amp;#039; ist in [[Hamburg]] als &amp;#039;&amp;#039;[[Hamburgensie]]&amp;#039;&amp;#039; der Fachbegriff für die [[Kanalisation]] und umgangssprachlich für ein Kanalrohr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Deichschart]]&lt;br /&gt;
* [[Sperrwerk (Wasserbau)|Sperrwerk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Johannes Ey&amp;lt;!-- : &amp;#039;&amp;#039;Aufsatztitel&amp;#039;&amp;#039; --&amp;gt;. In: Frank Both (Redaktion): &amp;#039;&amp;#039;Archäologische Denkmäler zwischen Weser und Ems Isensee&amp;#039;&amp;#039;. Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde / Staatliches Museum für Naturkunde und Vorgeschichte, Oldenburg 2000, S.&amp;amp;nbsp;177/9, ISBN 3-89598-752-2 (= &amp;#039;&amp;#039;Oldenburger Forschungen&amp;#039;&amp;#039;, Band 13).&lt;br /&gt;
* Kai Niederhöfer: &amp;#039;&amp;#039;Rungholt gab es auch anderswo ... Archäologische Spuren der untergegangenen Ortschaft Otzum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Archäologie in Niedersachsen]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 11, Archäologische Kommission für Niedersachsen, Isensee 2008, ISBN 978-3-89995-522-4, S. 80–83.&lt;br /&gt;
* Kai Niederhöfer: &amp;#039;&amp;#039;Archäologische Fundstellen im ostfriesischen Wattenmeer. Siedlungsgeschichte einer untergegangenen Landschaft bis 1570.&amp;#039;&amp;#039; Rahden/Wstf. 2016, S. 225–227, ISBN 978-3-89646-938-0 (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Archäologie in Niedersachsen,&amp;#039;&amp;#039; Band 18)&lt;br /&gt;
* Arnold Schultze: &amp;#039;&amp;#039;Die Sielhafenorte und das Problem des regionalen Typus im Bauplan der Kulturlandschaft&amp;#039;&amp;#039;. Göttingen 1962 (= Göttinger geographische Abhandlungen, Band 27).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Siel}}&lt;br /&gt;
* [http://www.sielwerk.de/ Sielwerke in Ostfriesland] – [[Friesland]] und die Grenzbereiche [[Wesermarsch]] und [[Niederlande]], Historische Sielbauten. Sielwerk.de&lt;br /&gt;
* [http://www.bosy-online.de/Wasserversorgung_im_nordfriesischen_Marschenland.htm Wasserversorgung im nordfriesischen Marschenland.] Bosy-Online.de&lt;br /&gt;
* [https://www.dhsv-dithmarschen.de/aufgaben/schoepfwerke-und-siele Deich- und Hauptsielverband Diethmarschen.] dhsv-dithmarschen.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deichbau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schleusentyp]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frieslande]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-18128-59</name></author>
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