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	<title>Siegfried Hünig - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-26T19:55:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Siegfried_H%C3%BCnig&amp;diff=2089983&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Josef J. Jarosch am 24. November 2025 um 20:13 Uhr</title>
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		<updated>2025-11-24T20:13:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Prof. Hünig 2.jpg|mini|hochkant|Siegfried Hünig (2008)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Siegfried Helmut Hünig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[3. April]] [[1921]] in [[Radebeul]]; † [[24. März]] [[2021]] in [[Würzburg]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.chemie.uni-wuerzburg.de/oc/aktuelles/meldungen/single/news/nachruf-2/ &amp;#039;&amp;#039;Nachruf auf Siegfried Hünig&amp;#039;&amp;#039;] vom 31. März 2021 auf chemie.uni-wuerzburg.de, abgerufen am 5. Juni 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein deutscher [[Chemiker]]. Nach ihm ist die [[Hünig-Base]] ([[Diisopropylethylamin]]) benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
Hünig wurde im Hause seines Vaters, eines Schneidermeisters, in der Gellertstraße 5 in [[Alt-Radebeul|Radebeul]] geboren. Das Haus war das ehemalige Wohnhaus von [[Klara May|Klara]] und [[Richard Plöhn (Fabrikant)|Richard Plöhn]] (Freund [[Karl May]]s) bis zu Plöhns Tode und Klaras folgender Eheschließung mit Karl May gewesen. Die mehrfach umgebaute Villa wurde zwischenzeitlich abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;archiv&amp;quot;&amp;gt;Schriftliche Auskunft des Stadtarchivs Radebeul an [[:Benutzer:Jbergner]] am 8. November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Studium an der [[Technische Universität Dresden|Technischen Universität Dresden]] promovierte er 1943 bei [[Wolfgang Langenbeck]] mit einer Arbeit „&amp;#039;&amp;#039;Zur Kondensation von Acet- und Crotonaldehyden&amp;#039;&amp;#039;“. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter wechselte er 1945 zu [[Hans Meerwein]] an der [[Philipps-Universität Marburg]]. 1950 habilitierte er sich in Marburg mit einer Arbeit „&amp;#039;&amp;#039;Über die katalytische Kondensation von Crotonaldehyd mit sekundären Aminen unter Ausschluss von Säuren&amp;#039;&amp;#039;“ und wurde dort 1956 zum apl. Professor ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Wer ist&amp;#039;s? — Siegfried Hünig |Sammelwerk=Nachr. Chem. Techn. |Band=75 |Nummer=13 |Datum=1967 |Seiten=244–245 |DOI=10.1002/nadc.19670151305}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1959 ging er für einige Monate nach Los Angeles zu [[Saul Winstein]].&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Koschel: &amp;#039;&amp;#039;Die Entwicklung und Differenzierung des Faches Chemie an der Universität Würzburg.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Peter Baumgart]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift.&amp;#039;&amp;#039; Degener &amp;amp; Co. (Gerhard Gessner), Neustadt an der Aisch 1982 (= &amp;#039;&amp;#039;Quellen und Beiträge zur Geschichte der Universität Würzburg.&amp;#039;&amp;#039; Band 6), ISBN 3-7686-9062-8, S. 703–749; hier: S. 740 f. ({{Google Buch |BuchID=UHIlAAAAMAAJ&amp;amp;focus=searchwithinvolume&amp;amp;q=hünig}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; 1960 nahm er einen Ruf auf eine a.o. Professur als Abteilungsleiter am Institut für Organische Chemie an der [[LMU München]] an, wechselte aber schon 1961 nach einem Ruf an die [[Julius-Maximilians-Universität Würzburg]]&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Koschel und Gerhard Sauer, Zur Geschichte des Chemischen Instituts der Universität Würzburg, Eigenverlag 1968, S. 115.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf den Lehrstuhl I für Organische Chemie.&amp;lt;ref&amp;gt;Lehrstuhl II für Organische Chemie [[Alfred Roedig]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Zeit strukturierte er den Studiengang Chemie neu und realisierte ein Chemie-Zentrum am Hubland (Stadtrand Würzburgs), wo alle Institute der Fakultät für Chemie und Pharmazie zusammengelegt werden konnten. Dem Institut für Organische Chemie stand Hünig seit der Aufteilung des [[Chemie|chemischen]] Instituts in die Institute für [[Organische Chemie|organische]] und [[anorganische Chemie]] bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1988&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.chemie.uni-wuerzburg.de/oc/bringmann-group/home/ |titel=The Bringmann Group: Bioactive Compounds from Nature |titelerg=Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Gerhard Bringmann |hrsg=Lehrstuhl für Organische Chemie I, Universität Würzburg |abruf=2021-03-07 |kommentar=Nachfolge S.&amp;amp;nbsp;Hünig}}&amp;lt;/ref&amp;gt; vor. Er setzte sich für die Berufung von [[Max Schmidt (Chemiker)|Max Schmidt]] zum Vorstand des anorganischen Instituts ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünig war an der Erarbeitung eines straffen Studienplans für die Würzburger Chemiestudierenden maßgeblich beteiligt. Dieser Studienablauf hatte Vorbildcharakter für die bundesweite Reform des [[Gottfried Märkl#Reform des Chemiestudiums|Chemiestudiums Mitte 1990]].&lt;br /&gt;
Er war [[Doktorvater]] von 140 Chemikerinnen und Chemikern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gastprofessuren in den USA, Brasilien, Israel, Südafrika und Hongkong zeugen vom international anerkannten Ruf Hünigs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hünig war verheiratet und hatte sechs Kinder.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.chemie.uni-wuerzburg.de/oc/ehemalige/huenig/curriculum-vitae/ |titel=Curriculum Vitae |titelerg=Siegfried Helmut Hünig |werk=Ehemalige |hrsg=Institut für Organische Chemie, Universität Würzburg |abruf=2021-03-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er starb im März 2021, zehn Tage vor seinem 100. Geburtstag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
1967 erhielt er die [[Adolf-von-Baeyer-Denkmünze]] der [[Gesellschaft Deutscher Chemiker]]. Zahlreiche weitere Ehrungen wurden ihm zuteil, so die [[Ehrendoktorwürde]] seiner früheren Wirkungsstätten, der Universitäten [[Universität Marburg|Marburg]] (1988) und [[Universität München|München]] (1989), ferner der Universität Halle (1994) und schließlich das goldene Doktorjubiläum an seiner Heimathochschule der [[Technische Universität Dresden|Technischen Universität Dresden]], die ihn 1942 zum Dr.-Ing. promoviert hatte, sein Mentor war dabei [[Wolfgang Langenbeck]]. 1996 wurde ihm die [[Heyrovský-Medaille]] der [[Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik]] verliehen. 2011 wurde ihm von der Universität Würzburg die Würde eines [[Ehrensenator]]s verliehen. Außerdem findet seit 2011 an der Universität Würzburg eine &amp;#039;&amp;#039;Siegfried-Hünig-Vorlesung&amp;#039;&amp;#039; statt. Die anlässlich Hünigs 90. Geburtstags ins Leben gerufene Namensvorlesung findet einmal jährlich statt. Üblicherweise wird dazu ein international renommierter Chemiker an die Universität Würzburg eingeladen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.chemie.uni-wuerzburg.de/oc/institut/shv/ |titel=Die Siegfried-Hünig-Vorlesung: Hintergrund und Chronik |werk=Universität Würzburg Institut für Organische Chemie |sprache=Deutsch |abruf=2023-07-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 1981 ist er Mitglied der [[Leopoldina]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2021 hat die Zeitschrift „[[Angewandte Chemie (Zeitschrift)|Angewandte Chemie]]“ Hünig anlässlich seines 100. Geburtstags am 3. April 2021 in die Liste &amp;#039;&amp;#039;Heroes of Chemistry and Nobel Laureates&amp;#039;&amp;#039; aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://onlinelibrary.wiley.com/topic/vi-categories-15213773/chemistry-heroes/15213773 Heroes of Chemistry and Nobel Laureates], auf onlinelibrary.wiley.com&amp;lt;/ref&amp;gt; Zeitgleich erschien dort ein Essay mit dem Titel „Eine Hommage an Siegfried Hünig und seine Forschung“ von Hans-Ulrich Reißig (Veröffentlichung: 18. März 2021).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.202101550 Eine Hommage an Siegfried Hünig und seine Forschung], auf onlinelibrary.wiley.com&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.chemie.uni-wuerzburg.de/oc/institut/shv/ |titel=Siegfried-Hünig-Vorlesung - Fakultät für Chemie und Pharmazie |abruf=2021-03-25 |sprache=de-DE}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliches Werk ==&lt;br /&gt;
Das wissenschaftliche Werk Siegfried Hünigs ist in etwa 450 Publikationen niedergelegt. Zu seinen vielfältigen Forschungsgebieten zählen&lt;br /&gt;
* [[Synthese]]n von [[Farbstoffe]]n (Darstellung von Cyanin- und Azofarbstoffen durch oxidative Kupplung von Hydrazonen),&lt;br /&gt;
* Untersuchungen zur Reaktivität von Methylenverbindungen bei ionischen und radikalischen Reaktionen,&lt;br /&gt;
* die Chemie des Diimins,&lt;br /&gt;
* die Spaltung [[Quartär (Chemie)|quartärer]] Ammonium-Salze entgegen der Hofmann-Regel,&lt;br /&gt;
* die [[Solvatochromie]],&lt;br /&gt;
* Untersuchungen zur Nucleophile von [[Carbene]]n,&lt;br /&gt;
* die [[Acylierung]] von [[Enamine]]n,&lt;br /&gt;
* Experimente zur Reaktionsweise ambidenter Kationen,&lt;br /&gt;
* Synthesen von Quadratsäureamidinen,&lt;br /&gt;
* Arbeiten zu biprotische Säuren mit umgekehrten pK-Beziehungen,&lt;br /&gt;
* Synthesen und Reaktionen von Triazenium-Salzen,&lt;br /&gt;
* Synthesen über nucleophile Acylierung,&lt;br /&gt;
* Kupfersalze von &amp;#039;&amp;#039;N,N&amp;#039;&amp;#039;′-Dicyanchinondiiminon,&lt;br /&gt;
* zweistufige Reflexsystemesynthetische Anwendungen von Trialkylsilylcyaniden,&lt;br /&gt;
* Untersuchungen über starre Verbindungen mit parallelen C=C- und N=N-Bindungen,&lt;br /&gt;
* sowie organische Metalle und&lt;br /&gt;
* Arbeiten zur [[Protonierung]] von [[Carbanion]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:N-ethyl-N-isopropylpropan-2-amine 200.svg|mini|hochkant|Strukturformel von Diisopropylethylamin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Diisopropylethylamin]] ist nach Siegfried Hünig als Hünig-Base benannt. Es ist ein tertiäres [[Amine|Amin]]. Wegen der sterischen Abschirmung ist nur ein [[Proton]] klein genug, um vom freien Elektronenpaar des Stickstoffatoms angegriffen zu werden. Die Hünig-Base wird daher bei Alkylierungsreaktionen als selektive Base eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|129310441}}&lt;br /&gt;
* [https://www.chemie.uni-wuerzburg.de/oc/ehemalige/huenig/ Homepage von Siegfried Hünig mit Angaben über die Forschungsgebiete]&lt;br /&gt;
* [https://www.chemie.uni-wuerzburg.de/oc/institut/siegfried-huenig-vorlesung/ Siegfried-Hünig-Vorlesung der Universität Würzburg]&lt;br /&gt;
* [https://www.uni-marburg.de/de/fb15/fachbereich/dekanat/chemie.pdf Wissenschaftliche Vita, Seite 56f] (Juni 2015, PDF; 1,3&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Siegfried Hünig |url=https://www.chemie.uni-wuerzburg.de/oc/ehemalige/huenig/nasaw/ |titel=Das naturwissenschaftliche Studium |titelerg=Gedanken und Ratschläge |hrsg=Würzburg |datum=2006 |abruf=2021-03-07 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=129310441|titel=Hünig, Helmut Siegfried|datum=2023-04-03}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=129310441|VIAF=25679411|NDL=00444033|LCCN=no2011165856}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hunig, Siegfried}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Julius-Maximilians-Universität Würzburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sachbuchautor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Philipps-Universität Marburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Ludwig-Maximilians-Universität München]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrensenator der Julius-Maximilians-Universität Würzburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Dresden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1921]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2021]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hünig, Siegfried&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hünig, Siegfried Helmut&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Chemiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. April 1921&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Radebeul]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=24. März 2021&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Würzburg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Josef J. Jarosch</name></author>
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