<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Sidetische_Sprache</id>
	<title>Sidetische Sprache - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Sidetische_Sprache"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sidetische_Sprache&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-23T20:54:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sidetische_Sprache&amp;diff=258538&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Karl432: /* Sidetische Schrift */ +Aufnahme in Unicode</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sidetische_Sprache&amp;diff=258538&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-09-21T12:48:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Sidetische Schrift: &lt;/span&gt; +Aufnahme in Unicode&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Sprache&lt;br /&gt;
| Sprache = Sidetisch&lt;br /&gt;
| Länder = vormals in [[Anatolien]]&lt;br /&gt;
| Zeitraum= bis ins 2. Jh. v. Chr.&lt;br /&gt;
| Klassifikation =&lt;br /&gt;
* [[Indogermanische Sprachen|Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
*:: [[Anatolische Sprachen|Anatolisch]]&lt;br /&gt;
| KSprache = Sidetisch&lt;br /&gt;
| ISO1 = -&lt;br /&gt;
| ISO2 = ine (sonstige indogermanische Sprachen)&lt;br /&gt;
| ISO3 = [http://www.sil.org/iso639-3/documentation.asp?id=xsd xsd]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sidetische&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war eine [[Sprache]] im antiken [[Kleinasien|Südanatolien]]. Es wurde mindestens bis ins 2. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. in der Stadt und wohl auch im Umland von [[Side (Pamphylien)|Side]] im östlichen [[Pamphylien]] gesprochen. Die sidetische Sprache ist dem [[Anatolische Sprachen|anatolischen Zweig]] der [[Indogermanische Sprachen|indogermanischen Sprachen]] zuzurechnen und relativ eng mit dem [[Luwische Sprache|Luwischen]] verwandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Sidetische berichtet [[Arrian]] in seiner Anabasis (I 26,4), dass man früher in Side eine Sprache sprach, die weder mit dem [[Griechische Sprache|Griechischen]] noch mit den Sprachen des Umlands etwas gemein habe. Von Münzen des 4. und 3. Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist außerdem bekannt, dass die Stadt eine eigene Schrift besaß, die vom [[Griechisches Alphabet|griechischen Alphabet]] abgeleitet wurde. Wichtige Zeugnisse für die Sprache sind eine griechisch-sidetische [[Bilingue]] aus dem 2. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. (eine [[Weihinschrift]]) sowie eine Bilingue aus dem 3. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferung ==&lt;br /&gt;
=== Inschriften und Münzen ===&lt;br /&gt;
Seit dem 19. Jahrhundert waren Münzen aus Side bekannt, die damals unbekannte Schriftzeichen zeigen. Auch als 1914 in Side ein Altar mit einer griechischen und einer sidetischen Inschrift zutage trat, konnte die sidetische Inschrift nicht gedeutet werden. Erst nachdem 1949 eine zweite griechisch-sidetische Bilingue ausgegraben worden war, gelang es 1950 [[Helmuth Theodor Bossert]], 14 Zeichen der sidetischen Schrift anhand der beiden Bilinguen zu bestimmen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Helmuth Theodor Bossert]] |Titel=Scrittura e lingua di Side in Pamfilia |Sammelwerk=PdP |Band=13 |Datum=1950 |Seiten=32–46}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 1964 wurde beim Osttor von Side ein großer Steinblock ausgegraben, der zwei längere sidetische Inschriften trägt, die die griechischen Lehnwörter &amp;#039;&amp;#039;istratag&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|στρατηγός|de=Feldherr}}) und {{lang|grc|ἀνάθεμα|anaθema-}} (‚Weihegabe‘) enthalten. Im Jahre 1972 wurde dann die erste sidetische Inschrift im benachbarten [[Lyrbe|Lyrbe-Seleukia]] gefunden. Heute sind elf sidetische Inschriften und mehrere Münzen mit sidetischen Schriftzeichen bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glossen ===&lt;br /&gt;
Außer den Inschriften sind zwei sidetische Glossen bekannt, nämlich {{lang|grc|ζειγάρη}} für das [[Steinhuhn]] beim antiken Lexikographen [[Hesychios von Alexandria|Hesychios]] und {{lang|grc|λαέρκινον}} für [[Echter Baldrian|Baldrian]] (&amp;#039;&amp;#039;Valeriana dioscoridis&amp;#039;&amp;#039;) bei [[Galenos]]. Zudem wird vermutet, dass die nicht mehr erhaltenen rätselhaften Charaktere im dritten Epidemienbuch des [[Hippokrates von Kos|Hippokrates]] Glossen des Arztes [[Mnemon von Side]] waren, die dieser in sidetischer Schrift angebracht haben könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johannes Nollé |Titel=Die „Charaktere“ im 3. Epidemienbuch des Hippokrates und Mnemon von Side |Sammelwerk=Epigraphica Anatolica |Band=2 |Datum=1983 |Seiten=8.85–98}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Katalog der sidetischen Sprachzeugnisse ===&lt;br /&gt;
Angegeben werden die Sigle und das Fundjahr.&lt;br /&gt;
* S1 Artemon-Bilingue aus Side (1914).&lt;br /&gt;
* S2 Apollonios-Bilingue aus Side (1949).&lt;br /&gt;
* S3 &amp;amp; S4 Strategenweihungen aus Side (1964).&lt;br /&gt;
* S5 Stimmtafel (1969).&lt;br /&gt;
* S6 Euempolos-Bilingue aus Lyrbe-Seleukia (1972).&lt;br /&gt;
* S7 Gefäßinschrift (1982).&lt;br /&gt;
* S8 Steininschrift (1982).&lt;br /&gt;
* S9 Namenliste, mit acht Zeilen die längste sidetische Inschrift (1995).&lt;br /&gt;
* S10 Münzen ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. mit gegen 20 verschiedenen Münzlegenden (ab 19. Jahrhundert).&lt;br /&gt;
* S11 vermutete Glossen des Mnemon von Side (1983).&lt;br /&gt;
* S12 Skarabäus (2005).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alfredo Rizza |Titel=A new epigraphic Document with Sidetic(?) signs |Sammelwerk=[[Kadmos (Zeitschrift)|Kadmos]] |Band=44 |Datum=2005 |Seiten=60–74}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* S13 Graffito aus Lyrbe-Seleukia (2014; Neufund).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sidetische Schrift ==&lt;br /&gt;
Das sidetische Alphabet besteht aus 26 Zeichen; die Münzen zeigen auch [[Ligatur (Typografie)|Ligaturen]]. Es gehört zu den [[Epichorisches Alphabet|epichorischen Alphabeten]] im westlichen Anatolien. Besonders die lykische und karische Schrift zeigen ähnliche Formen. Die Entstehung dieser Alphabete ist nicht geklärt; denkbar ist die Ableitung aus einer altgriechischen Kursivschrift.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Günther Neumann]] |Titel=Die Sidetische Schrift |Sammelwerk=Annali della Scuola Normale di Pisa |Band=Serie III, Volume 8 |Nummer=3 |Datum=1978 |Seiten=869–886}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle sidetischen Inschriften sind linksläufig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schrift wurde im September 2025 nach einem Antrag von Anshuman Pandey vom Januar 2023&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.unicode.org/L2/L2023/23019-sidetic.pdf |titel=Revised proposal to encode Sidetic in Unicode (Unicode Document L2/23-019)  |autor=Anshuman Pandey |hrsg=Unicode Technical Committee |datum=2023-01-05 |abruf=2025-09-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Korrekturanforderungen vom April 2025&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.unicode.org/L2/L2025/25133-sidetic-response.pdf |titel=Update on Sidetic (Unicode Document L2/25-133) |autor=Alfredo Rizza, Michaela Zinko |hrsg=Unicode Technical Committee |datum=2025-04-13 |abruf=2025-09-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in Unicode Version 17.0 aufgenommen ([[Unicodeblock Sidetisch]], [[Codepunkt]]e U+10940–U+1095F).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.unicode.org/charts/PDF/Unicode-17.0/U170-10940.pdf |titel=Sidetic |hrsg=Unicode Technical Committee |datum=2025-09 |abruf=2025-09-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale des Sidetischen ==&lt;br /&gt;
Die Inschriften machen deutlich, dass das Sidetische zur Zeit seiner Überlieferung bereits stark hellenisiert war. Es wird wie das [[Lykische Sprache|Lykische]] und [[Karische Sprache|Karische]] zur [[Luwische Sprache|luwischen]] Sprachfamilie gezählt. Allerdings sind nur wenige Wörter aus dem Luwischen erklärbar, so &amp;#039;&amp;#039;malwadas&amp;#039;&amp;#039; ‚Weihgeschenk‘ (luw. &amp;#039;&amp;#039;malwa-&amp;#039;&amp;#039;), das dem altgriechischen {{lang|grc|χαριστηρία}} ‚Dankesgabe‘ entspricht, und &amp;#039;&amp;#039;maśara&amp;#039;&amp;#039; ‚den Göttern‘ (luw. &amp;#039;&amp;#039;masan(i)-&amp;#039;&amp;#039; ‚Gott‘, ‚Gottheit‘), das {{lang|grc|θεοῖς}} ‚den Göttern‘ im griechischen Text entsprechen dürfte. Zudem werden anatolische Pronomen (&amp;#039;&amp;#039;ab&amp;#039;&amp;#039; ‚er‘, ‚sie‘, ‚es‘) und Adverbien (&amp;#039;&amp;#039;osod&amp;#039;&amp;#039; ‚dort‘) diskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nominativ Singular ist endungslos, während der Genitiv auf &amp;#039;&amp;#039;-(a)s&amp;#039;&amp;#039; endete und der Dativ Singular auf &amp;#039;&amp;#039;-o&amp;#039;&amp;#039;, der Dativ Plural aber auf &amp;#039;&amp;#039;-a&amp;#039;&amp;#039;. Verben wurden bis jetzt nicht sicher identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sidetische zeigt, wie auch das benachbarte [[Pamphylien|Pamphylische]], häufig [[Apokope (Sprachwissenschaft)|Apokope]] (&amp;#039;&amp;#039;Poloniw&amp;#039;&amp;#039; für Apollonios, &amp;#039;&amp;#039;Θandor&amp;#039;&amp;#039; für Athenodoros) und [[Synkope (Sprachwissenschaft)|Synkope]] (&amp;#039;&amp;#039;Artmon&amp;#039;&amp;#039; für Artemon).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Brandenstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Sprache und Schrift von Side.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Minoica. Festschrift J. Sundwall.&amp;#039;&amp;#039; 1958, S. 80–91.&lt;br /&gt;
* Heiner Eichner: &amp;#039;&amp;#039;os-, eine sidetisch-lydische Wortgleichung?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kadmos.&amp;#039;&amp;#039; 27, 1988, {{ISSN|0022-7498}}, S. 44–56.&lt;br /&gt;
* [[Karl Lanckoroński]]: &amp;#039;&amp;#039;Städte Pamphyliens und Pisidiens&amp;#039;&amp;#039;. 2 Bände. Tempsky u.&amp;amp;nbsp;a., Wien u.&amp;amp;nbsp;a. 1890–1892.&lt;br /&gt;
* [[Günter Neumann (Philologe)|Günter Neumann]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Entzifferung der sidetischen Inschriften.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kadmos.&amp;#039;&amp;#039; 7, 1968, {{ISSN|0022-7498}}, S. 75–93.&lt;br /&gt;
*  Günter Neumann: &amp;#039;&amp;#039;Die sidetische Schrift.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Annali della Scuola Normale di Pisa.&amp;#039;&amp;#039; Classe di Lettere e Filosofia, Serie 3, Band 8, 1978, {{ISSN|0392-095X}}, S. 869–886.&lt;br /&gt;
* [[Johannes Nollé]]: &amp;#039;&amp;#039;Side im Altertum. Geschichte und Zeugnisse.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien.&amp;#039;&amp;#039; 43–44). 2 Bände. Habelt, Bonn 1993–2001, Band 1: ISBN 3-7749-1932-1, Band 2: ISBN 3-7749-2964-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{cite web | title=Digital etymological-philological Dictionary of the Ancient Anatolian Corpus Languages (eDiAna) | url=http://www.ediana.gwi.uni-muenchen.de/ | publisher=[[Ludwig-Maximilians-Universität München]] | accessdate=2017-03-14}}&lt;br /&gt;
* [https://www.walterkuhl.de/side/sidemuseum.htm#Sidetische_Schrift Sidetische Schrift]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anatolische Sprachen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einzelsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pamphylien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ausgestorbene Sprache]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Karl432</name></author>
	</entry>
</feed>