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	<title>Shehnai - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Bertramz: k, wikilink</title>
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		<updated>2025-05-29T22:06:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;k, wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Shehnai.jpg|mini|hochkant|Shehnai]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Shehnai&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{hiS|शहनाई}}), auch &amp;#039;&amp;#039;śahnāī, shenai, shahnai&amp;#039;&amp;#039;, ist das in der nord[[Indische Musik|indischen Musik]] am weitesten verbreitete [[Doppelrohrblattinstrument]]. Es wird zur Unterhaltung bei Familienfeiern, bei religiösen Prozessionen und in der [[Klassische indische Musik|klassischen Musik]] gespielt. Ihr südindisches Gegenstück ist die &amp;#039;&amp;#039;[[nadaswaram]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
Die in ganz Asien verbreiteten Kegeloboen der Volksmusik gehören zu dem sehr alten, in Persien entstandenen Instrumententyp der &amp;#039;&amp;#039;[[Sornay (Musikinstrument)|surnais]].&amp;#039;&amp;#039; Gemeinsame Kennzeichen sind der laute, scharfe Ton, dessen Klangfarbe nicht veränderbar ist; und die Verwendung meist im Freien bei Festveranstaltungen, besonders [[Übergangsritus|Übergangsriten]], und bei Prozessionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem lautmalerischen [[Persische Sprache|persischen]] &amp;#039;&amp;#039;surnai&amp;#039;&amp;#039; wurde in [[Indien]] &amp;#039;&amp;#039;sanayi&amp;#039;&amp;#039; ([[Sanskrit]]) und [[hindi]]: &amp;#039;&amp;#039;shahnai, sarna&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;surna.&amp;#039;&amp;#039; Name und Instrument kamen während der [[Mogulreich|Mogul-Herrschaft]] nach Indien. Das übliche Zusammenspiel der &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; mit einer Zylindertrommel brachte die &amp;#039;&amp;#039;surnai&amp;#039;&amp;#039; als &amp;#039;&amp;#039;[[zurna]]&amp;#039;&amp;#039; in die Militärmusik des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reichs]] und in ähnlicher Verwendung an die indischen Herrscherhäuser. Von der Wertschätzung der &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; bei den muslimischen Herrschern rührt wohl die Namensherleitung aus den Wortbestandteilen {{faS|شاه }}, &amp;#039;&amp;#039;[[Schah|shah]],&amp;#039;&amp;#039; „König“ und aus {{arS|ناي}} bzw. {{faS|ني}} &amp;#039;&amp;#039;nai:&amp;#039;&amp;#039; (Bambus-)Rohr, entsprechend die Längsflöte &amp;#039;&amp;#039;[[nay]],&amp;#039;&amp;#039; also zusammen „Königsflöte“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Ankunft der &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; gab es in Indien bereits Oboentypen, deren alte Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;madhukari, [[Mohori (Blasinstrument)|mohori]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;muhuri&amp;#039;&amp;#039; regional noch für Volksmusikinstrumente geläufig sind oder synonym für die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; verwendet werden. Der Name soll von Sanskrit &amp;#039;&amp;#039;mari&amp;#039;&amp;#039; („Röhre“) abstammen. Eine andere Herleitung von &amp;#039;&amp;#039;[[mizmar]],&amp;#039;&amp;#039; wie allgemein arabische Oboen genannt werden, könnte die frühe Ankunft einer Kegeloboe auf Anfang des 8. Jahrhunderts festlegen, als eine arabische Expedition erstmals [[Sindh]] eroberte.&amp;lt;ref&amp;gt;Dileep Karanth: {{Webarchiv | url=http://mcel.pacificu.edu/easpac/2005/karanth.php3 | wayback=20070218214116 | text=&amp;#039;&amp;#039;The Indian Oboe Reexamined.&amp;#039;&amp;#039;}} Asian Studies on the Pacific Coast (bei Internet Archive)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Hyderabad (Indien)|Hyderabad]] stellt das Ende des 16. Jahrhunderts erbaute Siegestor [[Charminar]] den Mittelpunkt des städtischen Straßensystems dar. Zur [[Mogulreich|Mogulzeit]] war es zugleich ein Symbol für das Zentrum des islamischen Paradiesgartens. Am östlichen Stadttor gab es einen Musikpavillon, wo ohne Unterbrechung ein &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039;-Spieler solch nasal klingenden Töne von sich gab, wie sie in Kommentaren zur [[ar-Rahmān (Sure)|Koran-Sure 55]] den im Paradies wartenden [[Huri|Jungfrauen]] angedichtet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Piper: [http://archnet.org/publications/3486 &amp;#039;&amp;#039;Hyderabad. A Qur&amp;#039;anic Paradise in Architectural Metaphors.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Islamic Environmental Design Research Centre,&amp;#039;&amp;#039; 1984, S. 51 (PDF; 650&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine alte, aus dem Orient nach Nordindien gekommene Bambusoboe hieß &amp;#039;&amp;#039;kalama&amp;#039;&amp;#039; (Sanskrit für ein Schreibrohr). Ihr Name ist verwandt mit dem arabischen Schreibgerät &amp;#039;&amp;#039;[[qalam]].&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Wortstamm wurde die mittelalterliche europäische [[Schalmei]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Curt Sachs]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Musikinstrumente Indiens und Indonesiens.&amp;#039;&amp;#039; (1915) 2. Auflage, Georg Reimer, Berlin 1923, S. 153&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Herrschaft [[Akbar I.|Akbars]] (1542–1605) gab es mehrere Musikbands (&amp;#039;&amp;#039;[[Naqqarkhana|naubat]]&amp;#039;&amp;#039;) mit verschiedenen Blasinstrumenten und Kesseltrommeln (&amp;#039;&amp;#039;[[naqqara]]&amp;#039;&amp;#039;), die bei repräsentativen Veranstaltungen und bei Prozessionen eingesetzt wurden. Die Naubats am Königshof bestanden aus mindestens neun Instrumenten. Deren Beliebtheit zeigt sich an den Abbildungen in indischen Miniaturen zur Mogulzeit. Die Naubats wurden von allen Mogul-Herrschern gefördert, konnten sich dadurch in Nordindien ausbreiten und für die zunehmende Popularität der &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; bei der Bevölkerung sorgen. In dem an seinem Hof verfassten Geschichtswerk &amp;#039;&amp;#039;Ain-i-Akbari&amp;#039;&amp;#039; (1597) wird die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; und neben anderen Blasinstrumenten auch die kleinere, nur noch sehr selten zu hörende &amp;#039;&amp;#039;sundri&amp;#039;&amp;#039; erwähnt. An Blasinstrumenten gehörten Ende des 16. Jahrhunderts zum Palastorchester neun &amp;#039;&amp;#039;surnā&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039;), vier Langtrompeten &amp;#039;&amp;#039;[[Karna (Trompete)|karna]]&amp;#039;&amp;#039;, einige kleinere Trompeten &amp;#039;&amp;#039;[[nafir]]&amp;#039;&amp;#039; und zwei gebogene Hörner &amp;#039;&amp;#039;[[shringa]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Jairazbhoy 1970, S. 377&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1770, zur Zeit der [[Britische Ostindien-Kompanie|britischen Handelsniederlassungen]], wurde die europäische Klarinette eingeführt und von Militärkapellen und in kleinerer Besetzung in der Volksmusik verwendet. Einige Shehnai-Spieler übernahmen die Klarinette wegen ihres größeren Tonumfangs. In Blasorchestern, in denen Briten und Inder gemeinsam musizierten, ersetzte überwiegend das einfacher zu spielende, westliche Instrument die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039;. Im Zeichen nationaler Unabhängigkeitsbestrebungen ab Ende des 19. Jahrhunderts zog die Klarinette die Abneigung gegen die Fremdherrschaft exemplarisch auf sich und wurde mit der &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; zurückgetauscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Shanti Raval: {{Webarchiv | url=http://www.nyu.edu/classes/gilbert/collegium/topicprops/ravaltopic.pdf | wayback=20090612085159 | text=&amp;#039;&amp;#039;A Method for Performing Hindustani Music on the Clarinet.&amp;#039;&amp;#039; S. 6}} (PDF; 521&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; entwickelte sich zu einem sakralen Instrument des Tempeldienstes (&amp;#039;&amp;#039;[[Puja (Hinduismus)|Puja]]&amp;#039;&amp;#039;), sie wurde zum lauter tönenden Verbündeten der von den Priestern im Ritual geblasenen [[Schneckenhorn|Schneckentrompete]]; mit dem Unterschied, dass die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; in einiger Entfernung zum Geschehen von niedrigkastigen Musikern gespielt wurde. Wegen dieser gesellschaftlichen Zuordnung blieb die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein Instrument der auf Festveranstaltungen im Freien gespielten Volksmusik, erhielt aber als glückverheißendes Instrument den Ehrentitel eines &amp;#039;&amp;#039;mangal vadya.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Neben der in ganz Nordindien bekannten &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; haben sich weitere Doppelrohrblattinstrumente in regionalen Spieltraditionen erhalten. Die etwas größere &amp;#039;&amp;#039;sanai&amp;#039;&amp;#039; in [[Maharashtra]] ist mit dem Repertoire der [[Marathi]]-Volksliedtradition verbunden. Kleiner ist die dortige &amp;#039;&amp;#039;sundri&amp;#039;&amp;#039;. Das kürzeste Blasinstrument dieser Kategorie ist die im Westen von [[Rajasthan]] gespielte &amp;#039;&amp;#039;surnai&amp;#039;&amp;#039;. Sie wird von zwei unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, den Langas und den Manganiyars in ihren jeweiligen Musiktraditionen eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Flora 1992, S. 208&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer, noch gebräuchlicher indischer Oboentypen ist die etwas größere &amp;#039;&amp;#039;swarnai&amp;#039;&amp;#039; in [[Kaschmir]], die bis in die 1980er Jahre bei Hochzeiten, religiösen Feierlichkeiten und bei Volksschauspielen (&amp;#039;&amp;#039;Bandi Pethir&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.indianetzone.com/30/kashmiri_theatre_indian_theatre.htm &amp;#039;&amp;#039;Kashmiri Theatre.&amp;#039;&amp;#039; Indianet zone]&amp;lt;/ref&amp;gt; häufig zum Einsatz kam. In [[Westbengalen]] spielt eine &amp;#039;&amp;#039;mahuri&amp;#039;&amp;#039; beim Tanzdrama &amp;#039;&amp;#039;Purulia [[Chhau]]&amp;#039;&amp;#039;. In [[Meghalaya]] besitzt die &amp;#039;&amp;#039;[[Tangmuri|ka tangmuri]]&amp;#039;&amp;#039; ein hölzernes Spielrohr. Im [[Nepal]] lautet der Name auf [[Newari]] &amp;#039;&amp;#039;mwali&amp;#039;&amp;#039; und auf [[Nepali]] &amp;#039;&amp;#039;shanahi&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;shahane&amp;#039;&amp;#039;, in [[Bihar]] &amp;#039;&amp;#039;pipahi&amp;#039;&amp;#039; und in [[Gujarat]] &amp;#039;&amp;#039;pipori&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekanntestes Doppelrohrblattinstrument in Südindien ist die &amp;#039;&amp;#039;[[nadaswaram]],&amp;#039;&amp;#039; eine verlängerte &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039;-Variante. Ihr Borduninstrument ist die &amp;#039;&amp;#039;[[ottu]]&amp;#039;&amp;#039; und ihre begleitende Trommel ist die &amp;#039;&amp;#039;[[tavil]]&amp;#039;&amp;#039;. Seltener wird die kleine, nur 25 Zentimeter lange &amp;#039;&amp;#039;[[mukhavina]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;mukha [[vina]]&amp;#039;&amp;#039;, „Mund/Gesicht-Musikinstrument“) im Süden gespielt, die wie die südindische &amp;#039;&amp;#039;mohori&amp;#039;&amp;#039; einen altindischen Namen trägt.&amp;lt;ref&amp;gt;Bigamudre Chaitanya Deva: &amp;#039;&amp;#039;Musical Instruments.&amp;#039;&amp;#039; National Book Trust, Neu-Delhi 1977, S. 67&amp;lt;/ref&amp;gt; Kleiner, aber ansonsten mit der &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; eng verwandt sind die südindische &amp;#039;&amp;#039;[[kuzhal]]&amp;#039;&amp;#039; und in Sri Lanka die &amp;#039;&amp;#039;[[horanewa]]&amp;#039;&amp;#039;. Größer als die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; ist die &amp;#039;&amp;#039;swarnai&amp;#039;&amp;#039; in [[Kaschmir]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regional aus der Volksmusik bekannt war die ab dem 17. Jahrhundert gebräuchliche &amp;#039;&amp;#039;sunadi&amp;#039;&amp;#039; und eine hohe, besonders schrill klingende Tröte mit einer bauchigen Windkammer in der Mitte, eigentlich ein [[Einfachrohrblattinstrument]] mit zwei Spielrohren, die bis heute unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;[[pungi]]&amp;#039;&amp;#039; zum Handwerkszeug der Schlangenbeschwörer gehört. Die &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; ist keine Vorform der &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039;, sondern des [[Dudelsack]]s. Dafür übernahm die &amp;#039;&amp;#039;nadaswaram&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;nageshwaram&amp;#039;&amp;#039;, ihre Bezeichnung von [[Naga (Mythologie)|Naga]], der mythischen Schlange. Dass der Frisör eines Herrschers die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; entwickelt haben soll, nachdem der Herrscher Missfallen an den hohen schrillen Tönen der &amp;#039;&amp;#039;pungi&amp;#039;&amp;#039; geäußert hatte, gehört zu den Ursprungsmythen des Instruments.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauform ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A closeup of Shenay.JPG|mini|&amp;#039;&amp;#039;Shehnai&amp;#039;&amp;#039; und darüber eine &amp;#039;&amp;#039;sur shehnai&amp;#039;&amp;#039; ohne Grifflöcher als Borduninstrument.]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; besteht aus drei Teilen und ist insgesamt 45 bis 50 Zentimeter lang. Das hölzerne Spielrohr mit sechs bis neun Grifflöchern wird nach unten etwas breiter und mündet in einen separaten Blechtrichter (&amp;#039;&amp;#039;pyala&amp;#039;&amp;#039;, „Tasse“) aus Messing. Der manchmal verchromte Trichter ist etwa 7 Zentimeter lang bei einem vorderen Durchmesser bis zu 8,2 Zentimetern. Von den neun Löchern sind sieben spielbar, die beiden anderen dienen zur Stimmung und werden nach Bedarf mit Wachs verschlossen. Das Spielrohr ist etwa 36 Zentimeter lang, der äußere obere Durchmesser beträgt 2, der untere Durchmesser 3,5 Zentimeter. Die Bohrung erweitert sich von 9 Millimeter am nahen Ende bis zu 18 Millimeter Durchmesser kurz vor dem Übergang zum Schalltrichter. Die Fingerlöcher haben einen äquidistanten Abstand von 3,1 Zentimetern, wobei das erste Loch 7,7 Zentimeter von nahen Ende entfernt ist. Der Durchmesser des ersten Loches beträgt 5, der von Loch zwei bis sechs 5,5 und von Loch sieben 6 Millimeter.&amp;lt;ref&amp;gt;Flora 1992, S. 209f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An das Spielrohr, das aus abgelagertem burmesischem Teakholz besteht, wird von der schlanken Seite eine abnehmbare Messingröhre (&amp;#039;&amp;#039;nali&amp;#039;&amp;#039; in [[Delhi]], &amp;#039;&amp;#039;nari&amp;#039;&amp;#039; in [[Varanasi]], „Röhre“) eingeschoben. In dieses Mundstück wird das Doppelrohrblatt (&amp;#039;&amp;#039;pattur&amp;#039;&amp;#039;, von &amp;#039;&amp;#039;patta,&amp;#039;&amp;#039; „Blatt“) aus einer Wildgrasart (&amp;#039;&amp;#039;Saccharum spontaneum,&amp;#039;&amp;#039; in Indien: &amp;#039;&amp;#039;narkat,&amp;#039;&amp;#039; auch &amp;#039;&amp;#039;pala&amp;#039;&amp;#039;) gesteckt. Das mit dem [[Zuckerrohr]] verwandte Gras wird im Sumpfland am [[Ganges]] in [[Bihar]] geerntet. Je zwei dieser Blätter liegen leicht nach oben bzw. nach unten gewölbt aufeinander und sind um die Mitte mit einem Faden fest umwickelt, damit sie nicht in das Instrument rutschen können. Für den Fall, dass diese empfindlichen Blättchen beschädigt oder während des Spiels abgenutzt werden, hängen an der &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; Ersatzblättchen an Schnüren herunter. Dort stecken sie in kleinen Behältern (&amp;#039;&amp;#039;chapil&amp;#039;&amp;#039;) aus zwei klammerartig verbundenen Holzstücken, damit sie ihre flache Form bewahren. Bei Spielbeginn öffnet der Musiker die beiden zusammengepressten Rohrblätter, indem er eine konische [[Ahle]] (&amp;#039;&amp;#039;suja&amp;#039;&amp;#039;) dazwischenschiebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dhol and Sarnai band playing the Marseillaise to a French audience (Photo 24-48).jpg|mini|Indische Militärkapelle spielt 1915 mit &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[dhol]]&amp;#039;&amp;#039; die &amp;#039;&amp;#039;[[Marseillaise]]&amp;#039;&amp;#039;.]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; wird beim Spiel mit den Daumen beider Hände etwa 60 Grad nach unten gehalten. Drei Finger der linken Hand bedienen die drei oberen Löcher, vier Finger der rechten Hand die unteren. Das Mundstück wird soweit in den Mundraum hinein geschoben, dass die Rohrblätter frei schwingen können. Die Tonhöhen ergeben sich durch ganz oder nur teilweises Abdecken der Grifflöcher. Es sind alle [[Chromatik|chromatischen]] Töne einschließlich der für indische [[Raga]]s erforderlichen Mikrotöne (&amp;#039;&amp;#039;[[Shruti (Musik)|shruti]]&amp;#039;&amp;#039;) im Bereich von zwei Oktaven spielbar. Einen klanglichen Einfluss lässt sich durch die Stellung von Unterkiefer und Zunge erzielen. Wie bei anderen Rohrblattinstrumenten wird [[Zirkularatmung]] eingesetzt. Die Bauform der &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; ist einfach, aber das Spiel ist schwer zu erlernen und die Atmung ist recht anstrengend. Da mit einem einzelnen Fingerloch ein großer Frequenzbereich spielbar ist, sind auch [[Glissando|Glissandi]] (&amp;#039;&amp;#039;mind&amp;#039;&amp;#039;) möglich und für das Instrument typisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tonumfang beträgt zwei [[Oktave]]n und eine große [[Terz (Musik)|Terz]]. Hierfür stehen zehn verschiedene Fingerstellungen zur Verfügung, im Vergleich dazu benötigt die [[Oboe]] bei gleichem Tonumfang in Halbtonschritten 29 Fingerstellungen. Bei der &amp;#039;&amp;#039;shenai&amp;#039;&amp;#039; wird die obere Oktave nur durch [[Überblasen]] ohne Halblochtechnik oder anderweitige Fingerpositionen erreicht. Es gibt einen Variationsbereich in der Tonhöhe bei jeder Fingerstellung, deren Kenntnis für die korrekte Tonbildung daher nur einen groben Hinweis gibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Flora 1992, S. 211–213&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; wird als Melodieinstrument selten allein gespielt, es braucht einen [[Bordun]]ton, der nicht wie bei indischen Saiteninstrumenten von der &amp;#039;&amp;#039;[[tanpura]],&amp;#039;&amp;#039; sondern beim Duetspiel von einer zweiten &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; oder einer weiteren, &amp;#039;&amp;#039;sur&amp;#039;&amp;#039; genannten &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; erzeugt wird, deren Grifflöcher mit Wachs verstopft sind. Die &amp;#039;&amp;#039;[[tabla]]&amp;#039;&amp;#039; befindet sich gewöhnlich auf der rechten, der &amp;#039;&amp;#039;sur&amp;#039;&amp;#039;-Spieler sitzt auf der linken Seite des &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039;-Spielers. Die traditionell übliche Rhythmusbegleitung durch die paarweise gespielte [[Tontrommel]] &amp;#039;&amp;#039;[[duggi]]&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;khurdak&amp;#039;&amp;#039;) ist gegenüber der &amp;#039;&amp;#039;tabla&amp;#039;&amp;#039; in den Hintergrund getreten, wird aber noch von namhaften &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039;-Spielern bevorzugt. Häufig sorgen &amp;#039;&amp;#039;tabla&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;duggi&amp;#039;&amp;#039; zugleich für die rhythmische Begleitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; kommt in der Volksmusik und in der [[Klassische indische Musik|klassischen Musik]] vor. Bei Prozessionen anlässlich von Hochzeiten oder sonstigen Festveranstaltungen ähneln die Blasmusikgruppen denen der früheren, aus dem arabisch-persischen Raum stammenden Repräsentationsorchester Naubat. Dort wurden &amp;#039;&amp;#039;shehnais&amp;#039;&amp;#039; unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;surnā&amp;#039;&amp;#039; in großen Orchestern mit Trommelbegleitung bei Militärparaden und sonstigen Zeremonien im Freien vor hohen Würdenträgern gespielt. Für die rhythmische Begleitung bei Prozessionen sorgen &amp;#039;&amp;#039;[[dhol]], [[dholak]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Naqqara|nagārā]]&amp;#039;&amp;#039;. Viele regionale Volkstänze, Begräbnisse und Volkstheater werden von &amp;#039;&amp;#039;shehnais&amp;#039;&amp;#039; und Trommeln begleitet. In manchen Regionen in Rajasthan kann in den Hochzeitsensembles die zweite &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; durch die alte Sackpfeife &amp;#039;&amp;#039;[[mashak]]&amp;#039;&amp;#039; ersetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Melodieinstrument aus der Volksmusik wurde durch die Initiative einiger weniger Musiker Anfang des 20. Jahrhunderts in die klassische nordindische Musik eingeführt. Die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; erlebte damit eine vergleichbare Änderung der allgemeinen Wertschätzung wie die Bambusquerflöte &amp;#039;&amp;#039;[[bansuri]],&amp;#039;&amp;#039; die Streichlaute &amp;#039;&amp;#039;[[sarangi]]&amp;#039;&amp;#039; und die Kastenzither &amp;#039;&amp;#039;[[santur]].&amp;#039;&amp;#039; Das Verdienst, die &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039; erstmals auf die große Konzertbühne gebracht zu haben, gebührt [[Bismillah Khan]] (1916–2006) mit seinem Konzert bei der &amp;#039;&amp;#039;Calcutta All India Music Conference&amp;#039;&amp;#039; 1937. Er gilt als der führende &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039;-Spieler des 20. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere bekannte Musiker, die aus einer &amp;#039;&amp;#039;shehnai-[[Gharana]]&amp;#039;&amp;#039; (traditionelle Musikerfamilie) stammen und wie Bismillah Khan ihre Wurzeln in der &amp;#039;&amp;#039;shehnai&amp;#039;&amp;#039;-Hochburg [[Varanasi]] haben, sind Anant Lal (1927–2011) und sein Sohn Daya Shankar. Ali Ahmad Hussain Khan (* 1939)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|text=Ali Ahmad Hussein Khan |url=http://www.aliahmadhussain.com/ |wayback=20110707110326 }} Homepage&amp;lt;/ref&amp;gt; stammt aus [[Kolkata]], und Jagadish Prasad Qamar, ein Schüler von Bismillah Khan, aus [[Delhi]]. In Varanasi werden die besten Instrumente hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Mamta Chaturvedi: &amp;#039;&amp;#039;How to Play Flute and Shehnai.&amp;#039;&amp;#039; Diamond Books, Neu-Delhi 2007, S. 65–87&lt;br /&gt;
* Bigamudre Chaitanya Deva: &amp;#039;&amp;#039;The Double-Reed Aerophone in India.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Yearbook of the International Folk Music Council,&amp;#039;&amp;#039; Band 7. International Council for Traditional Music, 1975, S. 77–84&lt;br /&gt;
* Reis Wenger Flora: &amp;#039;&amp;#039;Styles of the Sahnai in Recent Decades: From Naubat to Gayaki Ang.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Yearbook for Traditional Music 27,&amp;#039;&amp;#039; 1995, S. 52–72&lt;br /&gt;
* Reis Wenger Flora: &amp;#039;&amp;#039;Observations on the Hindustani sahnai, its structure and performance.&amp;#039;&amp;#039; In: Rüdiger Schumacher (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Von der Vielfalt musikalischer Kultur. Festschrift für [[Josef Kuckertz]].&amp;#039;&amp;#039; Ursula Müller-Speiser, Anif/Salzburg 1992, S. 207–216&lt;br /&gt;
* Rita Ganguli: &amp;#039;&amp;#039;Bismillah Khan and Benares: The Seat of Shehnai.&amp;#039;&amp;#039; Siddhi Books, Neu-Delhi 1994&lt;br /&gt;
* Nazir A. Jairazbhoy: &amp;#039;&amp;#039;A Preliminary Study of the Oboe in India.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ethnomusicology,&amp;#039;&amp;#039; Band 14, Nr. 3, University of Illinois Press, September 1970, S. 375–388&lt;br /&gt;
* Nazir A. Jairazbhoy: &amp;#039;&amp;#039;The South Asian Double-Reed Aerophone Reconsidered.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ethnomusicology,&amp;#039;&amp;#039; Band 24, Nr. 1, University of Illinois Press, Januar 1980, S. 147–156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* David Courtney: [https://chandrakantha.com/music-and-dance/instrumental-music/indian-instruments/shehnai/ &amp;#039;&amp;#039;Shehnai.&amp;#039;&amp;#039;] chandrakantha.com&lt;br /&gt;
* [https://www.indianetzone.com/27/shehnai_indian_instrument.htm &amp;#039;&amp;#039;Shehnai. Wind Musical Instrument.&amp;#039;&amp;#039;] IndiaNetzone&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doppelrohrblattinstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Traditionelles indisches Musikinstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Indien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Afghanistan)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Iran)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
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