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	<title>Sesshaftigkeit - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sesshaftigkeit&amp;diff=60350&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Urgelein: lf, kl</title>
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		<updated>2026-03-21T07:04:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;lf, kl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pucking Sankt Leonhard abandoned farmhouse-0288.jpg|mini|hochkant=1.5|Die Landwirtschaft (hier Bauernhof in [[Pucking]]) war nicht die erste Ursache der sesshaften Lebensweise, sicherte aber ihre dauerhafte Beibehaltung]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sesshaftigkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{gmhS|sitzen|wohnen, regieren, besitzen, sich aufhalten, steckenbleiben}}&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/etymwb/Sitz &amp;#039;&amp;#039;Sitz&amp;#039;&amp;#039;] im Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache dwds.de&amp;lt;/ref&amp;gt; und {{gmhS|haft|gebunden, gefangen}} bzw. [[Gotische Sprache|gotisch]] &amp;#039;&amp;#039;hafts&amp;#039;&amp;#039; für ‚behaftet‘&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/etymwb/-haft &amp;#039;&amp;#039;-haft&amp;#039;&amp;#039;] im Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache dwds.de&amp;lt;/ref&amp;gt; das heißt an einen Wohn-/Aufenthaltsort im Sinne von (Land-)Besitz gebunden) wird das dauerhafte oder zumindest langjährige [[Geschichte des Wohnens|Wohnen]] an einem Ort bezeichnet, der [[Siedlung]] genannt wird. Der Grad der Sesshaftigkeit ist zumeist von der Verfügbarkeit der Nahrungsressourcen abhängig. Insofern ist davon auszugehen, dass einige [[Jäger und Sammler|wildbeuterisch]] lebende Gruppen der [[Ur- und Frühgeschichte]], die in [[Biomasse|biomassereichen]] Gegenden lebten, bereits weit vor der Erfindung von [[Ackerbau]] und [[Zucht#Tierzucht|Viehzucht]] zumindest zeitweise sesshaft lebten (siehe auch [[Wohnplatz#Archäologie|Archäologische Wohnplatzfunde]]). Solange die vorherrschende Lebensweise noch eine [[Nomade|nomadische]] Komponente enthält, wird von &amp;#039;&amp;#039;[[Halbsesshaftigkeit]]&amp;#039;&amp;#039; gesprochen, wie etwa bei der [[Transhumanz]], dem [[Ranching]] oder anderen Formen der [[Mobile Tierhaltung|mobilen Tierhaltung]] noch üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99,9 % der [[Weltbevölkerung]] sind sesshaft.&amp;lt;ref&amp;gt;Oliver Samson: [https://www.dw.com/de/nomaden-die-ersten-opfer-des-klimawandels/a-5751778 &amp;#039;&amp;#039;Nomaden – die ersten Opfer des Klimawandels.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Welle]].&amp;#039;&amp;#039; 6. Juli 2010, abgerufen am 17. Mai 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprünge und Ursachen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:MUFT - Catal Höyük Modell.jpg|mini|Modell von [[Çatalhöyük]] (7500–5700 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) – eine der ältesten festen Siedlungen der Welt ([[Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens|Museum für Ur- und Frühgeschichte]] in [[Weimar]])]]&lt;br /&gt;
Nach heutigem Kenntnisstand der [[Archäologie]] war die ortsfeste [[Landwirtschaft]] – die einen deutlich größeren Arbeitsaufwand erfordert und in ihrer ursprünglichen Form gegenüber der [[Traditionelle Wirtschaftsform#Extraktive Wirtschaftsformen (Wildbeuter und Feldbeuter)|aneignenden Wirtschaftsform]] größere Risiken birgt – &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; die Ursache der Sesshaftigkeit, sondern ihre Folge.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Benz 2008&amp;quot;&amp;gt;Marion Benz: &amp;#039;&amp;#039;Die Neolithisierung im Vorderen Orient: Theorien, archäologische Daten und ein ethnologisches Modell.&amp;#039;&amp;#039; 2., kaum veränderte Auflage. Freie Universität Berlin, 2008, ISBN 3-9804241-6-2, S.&amp;amp;nbsp;7, 16, 19–20, 73 und 90–91 ([https://www.exoriente.org/docs/00085.pdf PDF: 9,6&amp;amp;nbsp;MB, 274&amp;amp;nbsp;Seiten] auf exoriente.org).&amp;lt;/ref&amp;gt; Es lässt sich belegen, dass in der [[Levante]] (Westliches Vorderasien) – in der es erstmals in der Menschheitsgeschichte zur [[Neolithische Revolution|neolithischen Revolution]] ([[Sozialer Wandel|Kultureller Wandel]] in Folge der Entwicklung produzierender Wirtschaftsweisen) kam – bereits viele Jahrtausende vor der [[Jungsteinzeit]] im [[Epipaläolithikum]] zu ortsfesten Ansiedlungen kam. Dies ist nicht ungewöhnlich, da auch von rezenten spezialisierten Jägern und Sammlern mehr oder weniger sesshafte Lebensweisen bekannt sind (beispielsweise ermöglicht durch [[Fischerei|Fisch]], [[Meeresfrüchte]] oder [[Wasserreis]]). Beispiele dafür sind die Fundstelle [[Ohalo II]], deren Nutzung bis 18.550 v.&amp;amp;nbsp;Chr. datiert wird, und [[Kharaneh IV]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend ist für den nachfolgenden Zeitraum eine ansteigende Anzahl vorübergehender Siedlungen nachzuweisen, wenn auch ohne Belege für eine gezielte Erzeugung von Nahrungsmitteln. Vielmehr führten wohl große Bestände von [[Gazellen]] und natürliche Felder mit Wild[[getreide]] zu diesen ersten Ansiedlungen. Aus der [[Kebarien]]-Kultur ist für die Zeit zwischen 15.300 und 14.400 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ein Begräbnisplatz nachgewiesen, der offenbar über längere Zeit gepflegt wurde. Ein Nachweis für Nahrungsmittelproduktion gibt es an dieser Stelle allerdings nicht. Die nachfolgende [[Natufien]]-Kultur nutzte steinerne Häuser, die zwar nur periodisch genutzt, aber zum Teil über Jahrhunderte hinweg immer wieder an den gleichen Stellen errichtet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Phillip C. Edwards: &amp;#039;&amp;#039;The Beginnings of Agriculture&amp;#039;&amp;#039;. In: David Hollander, Timothy Howe: &amp;#039;&amp;#039;A companion to ancient agriculture&amp;#039;&amp;#039;. John Wiley &amp;amp; Sons, 2021. S.&amp;amp;nbsp;129&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Begünstigend auf die zeitweisen Natufien-Siedlungen wirkte das günstige Klima der [[Alleröd-Interstadial|Alleröd-Zwischeneiszeit]] (ca. 12. bis 10. vorchristliches Jahrtausend). Dadurch gedieh in der küstennahen Levante eine große [[Artenvielfalt]] und&amp;amp;nbsp;-dichte, die es den Menschen ermöglichte, ihre Schweifgebiete deutlich zu reduzieren und länger an einem Ort zu wohnen (Dies trifft auch auf einige Lebensräume des [[mittelsteinzeit]]lichen Europas zu).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 11.000 v.&amp;amp;nbsp;Chr. wurde nachweislich Wildgetreide angepflanzt, vermutlich um die Überjagung der Gazellenherden im Umkreis der Siedlungen zu kompensieren. In der Mitte des 11. Jahrtausends führte der drastische Kälteeinbruch der [[Jüngere Dryaszeit|jüngeren Dryaszeit]] zu einer rapiden Verarmung der [[Biodiversität|biologischen Vielfalt]] der Levante. Die Menschen waren nun gezwungen, saisonale Nahrungsengpässe zu überbrücken. Da sie wahrscheinlich nicht mehr bereit oder in der Lage waren, die sesshafte Lebensweise aufzugeben – die u.&amp;amp;nbsp;a. von einer Anhäufung materieller Besitztümer und der Herausbildung [[Soziale Schicht#Schichtenmodelle|sozialer Schichten]] und völlig neuer [[Sozialstruktur|-Strukturen]] gekennzeichnet war –, musste der Getreideanbau intensiviert werden, um die Ernährung sicherzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Parzinger: &amp;#039;&amp;#039;Die Kinder des Prometheus: Eine Geschichte der Menschheit vor der Erfindung der Schrift.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-66657-5, S.&amp;amp;nbsp;113–118.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Benz 2008&amp;quot; /&amp;gt; Sicher ist von dauerhaft genutzten Siedlungen ab dem [[Präkeramisches Neolithikum B|Präkeramischen Neolithikum B]] ab etwa 8800 v.&amp;amp;nbsp;Chr. zu sprechen. Von der Levante breitete sich der Ackerbau nach Europa, Afrika und Zentralasien aus. Ob die dort jeweils [[Akkulturation|akkulturierten]] Ethnien bereits (halb-)sesshaft waren oder die Sesshaftigkeit im Zuge der neuen Lebensweise übernahmen, muss von Fall zu Fall betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls vom [[Orient]] ausgehend verbreitete sich mit der Spezialisierung auf die [[Zucht#Tierzucht|Viehzucht]] der [[Nomadismus|Hirtennomadismus]] in Eurasien und Afrika, der vor allem in kargen Räumen, in denen kein Pflanzenanbau möglich war, eine [[Subsistenz]]grundlage bot, die jedoch keine oder nur eine teilweise Sesshaftigkeit ([[Halbnomadismus]]) ermöglichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Josef H. Reichholf: &amp;#039;&amp;#039;Warum die Menschen sesshaft wurden: Das größte Rätsel unserer Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-10-062943-2.&lt;br /&gt;
* {{HLS|16554|Sesshaftigkeit|Autor=[[Anne-Marie Dubler]]|Datum=2011-04-21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4212509-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lebensstil]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Paläoanthropologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeographie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftsethnologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Urgelein</name></author>
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