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	<title>Servitien - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Servitien&amp;diff=1134274&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Cuello de pepino am 20. März 2026 um 17:43 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Servitien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind eine einmalige Gebühr (Taxe), die im [[Mittelalter]] von [[Prälat]]en bei ihrer Bestätigung durch den [[Papst]] zu entrichten war. Sie betrugen ein Drittel eines Jahreseinkommens der [[Pfründe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts waren die vom Papst bestätigten [[Bischof|Bischöfe]] und sonstigen Prälaten verpflichtet – obwohl formal die Freiwilligkeit betont wird, um den [[Simonie]]verdacht auszuräumen –, aus Anlass ihrer Ernennung der [[Apostolischen Kammer]] und dem [[Kardinalskollegium|Kollegium der Kardinäle]] eine Abgabe zu leisten. Dieses &amp;#039;&amp;#039;commune servitium&amp;#039;&amp;#039; wurde auf ein Drittel des Jahreseinkommens des [[Bistum]]s oder der [[Abtei]] usw. festgesetzt, sofern dieses Einkommen mindestens 100 [[Florin (Goldmünze)|fl.]] betrug. Die niedrigste Taxe betrug demzufolge 33 1/3 fl. Sicher beruhen die angenommenen Jahreseinkommen der Bistümer und Abteien nicht auf statistischen Erhebungen, zum Teil aber auf den Angaben der Interessenten. Sie zeigen aber auf jeden Fall die wirtschaftliche Einschätzung von Seiten der [[Kurie]], die immerhin über ein umspannendes Informationssystem verfügte. Jedoch kann man annehmen, dass die ökonomischen Entwicklungen im Laufe des 14. Jahrhunderts, wenn überhaupt, nur mit Verzögerungen den Weg in die Taxlisten gefunden haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Indikator für die gesamtwirtschaftliche Lage sind die Servitien deshalb geeignet, weil die Einkünfte der Kirche überwiegend nicht Ergebnis von [[Eigenwirtschaft]] sind, sondern auf Abgaben, die an den Erträgen orientiert sind, beruhen. Soweit Einkünfte aus der Vergabe und Verpachtung von Grundbesitz darin enthalten sind, ist sogar die generell sinkende Grundrendite in Rechnung zu stellen. Die Leistungen waren fixiert worden und eine Anpassung an die negative Entwicklung des Geldwertes fand nicht statt. Akute Entwicklungen schlagen sich aber nicht in der Taxierung nieder, sondern sie lassen sich aus der Zahlungsweise, vor allem bei [[Teilzahlung]] aus der Höhe der festgelegten Raten und den Zahlungsterminen, erkennen. Dabei haften die Nachfolger einerseits für die Servitienschulden ihrer Vorgänger, andererseits hatte die Kurie die Möglichkeit, &amp;#039;&amp;#039;propter paupertatem (wegen Armut)&amp;#039;&amp;#039; ganz auf die Zahlung zu verzichten, vor allem bei geringeren Beträgen. Nutznießer waren hier häufiger [[Basilianer|griechische Mönche]] und Bischöfe aus Süditalien und [[Kirchengeschichte Siziliens|Sizilien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Praxis ==&lt;br /&gt;
In den Kammerakten ist im Basiseintrag zu den einzelnen Einrichtungen das Jahreseinkommen registriert, nach dem die fälligen Servitien berechnet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Obligationsregistern des päpstlichen Kämmerers wurde die Zahlungsverpflichtung und die eventuelle Ratenfestsetzung für die neu ernannten Prälaten noch vor der Ausstellung der Ernennungsurkunde eingetragen und auch die späteren Zahlungen vermerkt. Bisweilen sind auch Originalquittungen überliefert. Diese Quittungen wurden auch in den Registern der &amp;#039;&amp;#039;Obligationes et solutiones&amp;#039;&amp;#039; verzeichnet.&lt;br /&gt;
Aus den Registern lassen sich die Modalitäten der Zahlungen, auch die daran beteiligten Bankfirmen, rekonstruieren. Weniger deutlich sind dagegen die Gründe genannt, die zu Teilzahlungen, Terminaufschüben und dgl. nötigten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Herkunft der Zahlungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Servitieneinnahmen Gesamt.png|mini|Verteilung der Servitieneinnahmen nach Herkunft]]&lt;br /&gt;
An den Zahlungen der regionalen Kirchen gemessen, ist [[Frankreich]] mit Abstand das wirtschaftlich führende Land Europas. Das [[Heiliges Römisches Reich|Deutsche Reich]] liegt noch vor den Britischen Inseln, die gesamte [[Apenninhalbinsel]] nur knapp vor der [[Iberische Halbinsel|Iberischen Halbinsel]]. [[Italien]] weist auch im Mittelalter das wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd auf wie heute. Nur geringe Beiträge leisten Nordeuropa, der Orient und der Balkan mit [[Griechenland]]. Zu beachten ist dabei allerdings, dass aus diesen Zahlungen keine Bilanz des päpstlichen Haushalts von der Einnahmeseite her erstellt werden kann. Wann mit Zahlungen gerechnet werden konnte, hing von den Veränderungen im Episkopat und an der Spitze der Klöster ab. Der Normalfall der [[Vakanz]] ist das Ausscheiden des Bischofs durch Tod, in zweiter Linie durch die Wegberufung in ein anderes Bistum, sei es durch das dort zuständige Wahlgremium, sei es durch eine direkte Entscheidung des Papstes. Eine Prognose und eine Finanzplanung war daher für diese Einnahmen nicht möglich. Es scheint aber auch Tendenzen gegeben zu haben, den Wechsel zu beschleunigen, wozu das Mittel der [[Translation (Kirchenrecht)|Translation]], d.&amp;amp;nbsp;h. der Versetzung eines Bischofs von einer Diözese in eine andere, dienen konnte. Voraussetzung war jedoch auch dafür zunächst das Freiwerden einer Stelle durch definitives Ausscheiden, d.&amp;amp;nbsp;h. Todesfall oder durch Absetzung. Noch seltener ist der freiwillige Verzicht auf das Amt, die [[Resignation#Resignation im geistlichen Kontext|Resignation]], deren kirchenrechtliche Zulässigkeit bei den zeitgenössischen Kanonisten umstritten war, zumal nach den negativen Erfahrungen mit der Abdankung des Papstes [[Coelestin V.]]&lt;br /&gt;
Im Schnitt belaufen sich die Einnahmen aus den Servitien während der Avignonesischen Periode in etwa auf ein Fünftel der Gesamteinnahmen. Dass sie unter [[Clemens VI.]] (1342–1352) ein Viertel erreichen, kann wohl mit den epidemischen Katastrophen dieser Zeit in Zusammenhang gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Jahreseinkünfte || Bistümer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 12 000 fl. || [[Erzbistum Rouen|Rouen]]; [[Diözese Winchester|Winchester]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|10 000 fl. || [[Patriarchat von Aquileja|Aquileja]]; [[Erzbistum Auch|Auch]]; [[Erzbischof von Canterbury|Canterbury]]; [[Erzbistum Köln|Köln]]; [[Erzdiözese Salzburg|Salzburg]]; [[York#Mittelalterliches York|York]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 9 000 fl. || [[Diözese Durham|Durham]]; [[Bistum Langres|Langres]]; [[Erzbistum Narbonne|Narbonne]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 8 000 fl. || [[Erzbistum Toledo|Toledo]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 7 500 fl. || [[Diözese Ely|Ely]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 7 200 fl. || [[Bistum Lüttich|Lüttich]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 7 000 fl. || [[Bistum Trier|Trier]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 000 fl. || [[Erzbistum Braga|Braga]]; [[Erzbistum Cambrai|Cambrai]]; [[Bistum Metz|Metz]]; [[Erzbistum Sens|Sens]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 000 fl. || [[Diözese Exeter|Exeter]]; [[Lincoln (Lincolnshire)|Lincoln]]; [[Bistum Mainz|Mainz]]; [[Nikosia]]; [[Norwich]]; [[Bistum Passau|Passau]]; [[Erzbistum Saragossa|Saragossa]]; [[Bistum Thérouanne|Thérouanne]]; [[Erzbistum Toulouse|Toulouse]]; [[Bistum Tournai|Tournai]]; [[Erzbistum Valencia|Valencia]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Anteile der einzelnen Gebiete Europas an den 30 reichsten Bistümern bestätigen diese allgemeine Verteilung. Von den deutschen Diözesen sind vier Erzbischöfe, nämlich [[Kurköln|Köln]], [[Erzdiözese Salzburg|Salzburg]], [[Kurtrier|Trier]], [[Kurmainz|Mainz]] und der Bischof von [[Bistum Passau|Passau]] in dieser Liste vertreten. Sämtliche liegen im Westen oder Süden, aus dem Osten des Reiches sind nur geringere Beträge überliefert. Die am Jahresertrag orientierten Taxen stehen nicht unbedingt in Relation zur politischen Stellung im Reich: Köln und Salzburg haben das Doppelte an Einkünften gegenüber Mainz. Auch Trier liegt noch vor dem [[Erzamt|Erzkanzler für Deutschland]], der an Einkünften mit dem Bischof von Passau gleichauf liegt. [[Metz]] und [[Lüttich]] liegen im lothringisch-luxemburgischen Einflussgebiet. Aus Frankreich kommen neun, aus England acht, vier von der iberischen Halbinsel, je einmal sind Norditalien und [[Zypern]] vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Annaten]]&lt;br /&gt;
* [[Palliengeld]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hermann Hoberg]], &amp;#039;&amp;#039;Taxae pro communibus servitiis ex libris obligationibus ab anno 1295 usque ad annum 1455 confecti&amp;#039;&amp;#039;, Città del Vaticano 1949 (= &amp;#039;&amp;#039;Studi e testi&amp;#039;&amp;#039; 144).&lt;br /&gt;
* Hermann Hoberg, &amp;#039;&amp;#039;Die Einnahmen der Apostolischen Kammer unter Innocenz VI. Zweiter Teil: Die Servitienquittungen des päpstlichen Kamerars&amp;#039;&amp;#039;. Paderborn 1972, XII, 36*, 301 (= Görres-Gesellschaft (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Vatikanische Quellen zur Geschichte der päpstlichen Hof- und Finanzverwaltung 1316–1378&amp;#039;&amp;#039;. Band 8).&lt;br /&gt;
* [[Markus A. Denzel]], &amp;#039;&amp;#039;Kurialer Zahlungsverkehr im 13. und 14. Jahrhundert. Servitien- und Annatenzahlungen aus dem Bistum Bamberg&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart 1991 (Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, hg. von R. Gömmel und J. Schneider, Bd. 43).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Papsttums]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentumsgeschichte (Mittelalter)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Cuello de pepino</name></author>
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