<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Sequenz_%28Musik%29</id>
	<title>Sequenz (Musik) - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Sequenz_%28Musik%29"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sequenz_(Musik)&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-08T00:29:48Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sequenz_(Musik)&amp;diff=50723&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sequenz_(Musik)&amp;diff=50723&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-10T21:06:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Begriff der musikalischen Satzlehre. Für den gleichlautenden Terminus in der Messliturgie siehe [[Sequenz (Liturgie)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Chopin Sequenz.png|miniatur|330px|Melodisch-figurative Sequenz in [[Chopin]]s [[Etüden (Chopin)|Etüde]] in cis-Moll op. 10,4]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sequenz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lat.]] &amp;#039;&amp;#039;sequentia&amp;#039;&amp;#039;, „Folge“) bezeichnet in der musikalischen [[Tonsatz|Satzlehre]] eine zeitliche Folge von gleichartigen musikalischen Abschnitten auf verschiedenen  [[Tonstufe]]n. Jede Sequenz besteht aus mehreren &amp;#039;&amp;#039;Sequenzgliedern&amp;#039;&amp;#039;. Sie beginnt mit einem (melodischen und/oder harmonischen) &amp;#039;&amp;#039;Sequenzmodell&amp;#039;&amp;#039; (Motiv oder Figur, kurz &amp;#039;&amp;#039;Modell&amp;#039;&amp;#039;). Anschließend wird das Modell wörtlich oder leicht variiert auf anderen Stufen wiederholt (sequenziert). Diesen Vorgang nennt man &amp;#039;&amp;#039;Sequenzierung&amp;#039;&amp;#039;. Dieselbe Bezeichnung verwendet man auch für die auf das Modell folgenden Sequenzglieder. Eine n-gliedrige Sequenz besteht also aus dem Modell und n&amp;amp;nbsp;–&amp;amp;nbsp;1 Sequenzierungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Üblicherweise spricht man von einer Sequenz im eigentlichen Sinne erst dann, wenn das Modell mindestens zweimal sequenziert wird. Eine durch nur einmalige Sequenzierung entstehende zweigliedrige Sequenz nennt man auch &amp;#039;&amp;#039;Halbsequenz&amp;#039;&amp;#039; oder einfach &amp;#039;&amp;#039;Versetzung&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine oftmalige Sequenzierung kurzer Motive oder Figuren bezeichnet man auch als &amp;#039;&amp;#039;Kettensequenz&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Sequenzkette&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der mehr als dreimaligen Sequenzierung längerer Abschnitte besteht die Gefahr einer monotonen und fantasielosen Wirkung, so dass solches manchmal verächtlich als &amp;#039;&amp;#039;Organistenzwirn&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wird. Die ebenfalls abfälligen Bezeichnungen [[Schusterfleck]] und [[Rosalie (Musik)|Rosalie]] beziehen sich auf ein seit ca. 1750 als abgedroschen geltendes Sequenzmuster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Beim Eintritt in eine Sequenz weiß der Hörer für eine Weile voraus, was geschehen wird. Ein rechtes Maß an Sequenzen vermittelt den Eindruck der Verständlichkeit einer Sprache, ihrer Leichtigkeit und Mühelosigkeit; zu viele Sequenzen den Eindruck der Banalität.&lt;br /&gt;
 |Autor=Diether de la Motte&lt;br /&gt;
 |Quelle=Harmonielehre&lt;br /&gt;
|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Diether de la Motte |Titel=Harmonielehre |Auflage=5 |Verlag=Bärenreiter-Verlag |Ort=Kassel |Datum=1985 |ISBN=3-7618-0540-3 |Seiten=113}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sequenzarten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bach diatonische akkordische Sequenz.png|mini|350px|Fallende diatonische und akkordische Sequenz:&amp;lt;br&amp;gt;J.S. Bach, [[Violinkonzerte (Bach)#Violinkonzert E-Dur BWV 1042|Violinkonzert E-Dur, BWV 1042]], 1. Satz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schubert chromatische Sequenz.png|miniatur|350px|Steigende chromatische Sequenz:&amp;lt;br&amp;gt;Franz Schubert, Impromptu Es-Dur op. 90,2]]&lt;br /&gt;
Die Vielfalt der möglichen Erscheinungsformen lässt folgende Unterscheidungen zu:&lt;br /&gt;
* nach Art des Sequenzmodells: &amp;#039;&amp;#039;melodische&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;motivische&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;figurative&amp;#039;&amp;#039;) oder &amp;#039;&amp;#039;harmonische&amp;#039;&amp;#039; Sequenzen, wobei beide auch häufig in Kombination auftreten,&lt;br /&gt;
* nach Richtung der Versetzung: &amp;#039;&amp;#039;steigende&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;fallende&amp;#039;&amp;#039; Sequenzen,&lt;br /&gt;
* nach dem jeweiligen Prinzip der Versetzung: &amp;#039;&amp;#039;[[diatonisch]]e&amp;#039;&amp;#039; (in den natürlichen Stufen der Tonart fortschreitende), [[chromatik|&amp;#039;&amp;#039;chromatische&amp;#039;&amp;#039;]] (in [[Halbtonschritt]]en vorrückende) oder [[Akkord (Musik)|&amp;#039;&amp;#039;akkordische&amp;#039;&amp;#039;]] (innerhalb einer Harmonie versetzte) Sequenzen,&lt;br /&gt;
* nach dem [[Intervall (Musik)|Intervall]] der Versetzung: [[Sekunde (Musik)|&amp;#039;&amp;#039;Sekund&amp;#039;&amp;#039;]]-, [[Terz (Musik)|&amp;#039;&amp;#039;Terz&amp;#039;&amp;#039;]]-, seltener auch [[Quarte|&amp;#039;&amp;#039;Quart&amp;#039;&amp;#039;]]- und [[Quinte|&amp;#039;&amp;#039;Quint&amp;#039;&amp;#039;]]-Sequenzen,&lt;br /&gt;
* nach dem Verhältnis zur Tonart: &amp;#039;&amp;#039;tonale&amp;#039;&amp;#039; (nicht [[Modulation (Musik)|modulierende]]) und &amp;#039;&amp;#039;reale&amp;#039;&amp;#039; (modulierende) Sequenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tonale und reale Sequenz{{Anker|tonal-real}} ==&lt;br /&gt;
* Bei der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;tonalen Sequenz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird innerhalb der [[Tonart]] sequenziert, so dass die [[Intervall (Musik)|Intervalle]] des musikalischen Abschnitts (kleine/große Sekunden; kleine/große [[Terz (Musik)|Terzen]]) sich ändern können.&lt;br /&gt;
* Bei der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;realen Sequenz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden alle Intervalle der musikalischen Gestalt identisch verrückt, wobei sich die Tonart ändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel für eine tonale Sequenz ===&lt;br /&gt;
[[Datei:MusikSequenz.png|mini|550px|Johann Sebastian Bach, [[Präludium und Fuge G-Dur BWV 860 (Das Wohltemperierte Klavier, I. Teil)|Fuge G-Dur BWV 860]], Takt 17–19. {{audio|MusikSequenz.mid|anhören}}]]&lt;br /&gt;
Das Beispiel zeigt die Sequenz im Zwischenspiel einer [[Fuge (Musik)|Fuge]].&lt;br /&gt;
Motivisch gesehen handelt es sich in allen drei Stimmen um eine tonale Sequenz, die in Sekundschritten abwärts führt. Jeder Takt stellt ein Sequenzglied dar. Die eingekreisten Töne der Bassstimme bilden eine Quintfallsequenz.&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel für eine reale Sequenz ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Chopin aus Nocturne op 37,2.png|mini|550px|[[Chopin]]: aus &amp;#039;&amp;#039;[[Nocturnes (Chopin)|Nocturne]] op. 37,2&amp;#039;&amp;#039;, Takt 129 ff. &amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;{{Audio|Chopin Nocturne op 37,2 Schluss.ogg|anhören}} (Das Hörbeispiel setzt das Notenbeispiel noch bis zum Ende des Stücks fort.)]]&lt;br /&gt;
Im nebenstehenden Beispiel wird ein musikalischer Abschnitt („Sequenzglied“) dreimal intervallgetreu im Abstand einer kleinen Terz aufwärts wiederholt („sequenziert“), so dass eine insgesamt viergliedrige Sequenz entsteht. Dabei findet eine „schweifende“ Modulation statt, wobei die rot markierten Töne im Bass (nahezu) den gesamten Quintenzirkel abwärts durchschreiten.&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quintfall- und Quintanstiegssequenz {{Anker|Quintfallsequenz}} ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Quintfallsequenz&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;fallende Quintschrittsequenz&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Dominantkette&amp;#039;&amp;#039; genannt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mu-sig.de/Theorie/Tonsatz/Tonsatz17.htm Everard Sigal: &amp;#039;&amp;#039;Tonsatz&amp;#039;&amp;#039; zu Dominantkette]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe z.&amp;amp;nbsp;B. Kühn 2006, S.&amp;amp;nbsp;41, 87, 109, 113.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein sehr gängiger Sequenztyp in tonaler Musik. (Die ebenfalls denkbare Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Quartanstiegssequenz&amp;#039;&amp;#039; ist nicht üblich.) Gemeint ist eine [[Akkord]]folge, deren [[Grundton|Grundtöne]] in [[Quinte|Quint]]-Schritten abwärts gehen. Sofern die Akkorde in Grundstellung erklingen, schreitet die Bassstimme dabei in der Regel abwechselnd in Quintfällen und [[Quarte|Quart]]sprüngen aufwärts fort, wodurch sich insgesamt eine stufenweise Abwärtsbewegung ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Quintanstiegssequenz]] ist seltener, gehört aber ebenfalls zu den [[Satzmodell (Musik)|Satzmodellen]], die im 17. bis 19. Jahrhundert in der Musikerausbildung gelehrt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiele für Quintfallsequenzen ===&lt;br /&gt;
==== Tonale Quintfallsequenz ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Schubert Quintfallsequenz.png|mini|450px|Aus Schuberts Es-Dur-Impromptu  op. 90,2 &amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;{{Audio|Schubert Quintfallsequenz.ogg|anhören}}&lt;br /&gt;
]]&lt;br /&gt;
* in a-[[Moll (Musik)|Moll]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Quintfallsequenz in a corrected.png|300px]]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Audio|Quintf-a.ogg|Klangbeispiel Quintfallsequenz a-Moll}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im obigen Beispiel ist jeder Ton der Tonleiter einmal Grundton eines Akkords. Zwischen dem 5. und 6. Basston erfolgt ein verminderter Quintschritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Literaturbeispiel (es-Moll-Passage aus [[Franz Schubert]]s Es-Dur-Impromptu op. 90,2) entspricht in seinem harmonischen Ablauf exakt dem obigen Schulbeispiel. Einzige Unterschiede sind die andere Tonart ([[es-Moll]]) und die Ersetzung der Quintschritte abwärts durch Quartschritte aufwärts. Es ergibt sich eine insgesamt viergliedrige in Sekundschritten diatonisch absteigende Sequenz, deren Glieder durch rote Klammern gekennzeichnet sind. Dabei sind die Sequenzierungen keine exakten Abbilder des Modells, sondern unterscheiden sich von ihm geringfügig in ihrer Intervallstruktur. Die blauen Klammern markieren eine weitere zweigliedrige Sequenz, die mit der ersten verzahnt ist. Ein Vergleich beider Sequenzen verdeutlicht den Unterschied zwischen einer &amp;#039;&amp;#039;Quintfallsequenz&amp;#039;&amp;#039; und einer &amp;#039;&amp;#039;Quintsequenz&amp;#039;&amp;#039; (bzw. hier zwischen deren äquivalenten Gegenstücken: Quartstiegsequenz und Quartsequenz): Die „rote“ Quartstiegsequenz besteht aus Gliedern, die jeweils einen Quartschritt der Harmoniegrundtöne enthalten, selbst aber in Sekundschritten abwärts sequenziert werden. Es handelt sich also nicht um eine „Quartsequenz“, sondern um eine &amp;#039;&amp;#039;diatonische&amp;#039;&amp;#039; oder auch &amp;#039;&amp;#039;Sekundsequenz&amp;#039;&amp;#039;. Bei der „blauen“ Sequenz (streng genommen ist es nur eine Halbsequenz oder Versetzung) liegt jedoch eine echte Quartsequenz vor, weil das eintaktige Sequenzglied mit allen Stimmen um eine Quarte versetzt wird.&lt;br /&gt;
* in C-[[Dur]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Quintfallsequenz in C-corrected2.png|500px]]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Audio|Quintf-C.ogg|Klangbeispiel Quintfallsequenz C-Dur}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das obige Beispiel hat vierzehn Schritte, da es den Oktavraum zweimal abschreitet. Hier erfolgt zwischen dem 2. und 3. Basston ein übermäßiger Quart- und  zwischen dem 9. und 10. Basston ein verminderter Quintschritt. Diese Tritonusschritte lassen sich vermeiden, wenn man abwechselnd Dreiklänge in Grundstellung und als [[Sextakkord]]e notiert:&lt;br /&gt;
[[Datei:Quintfallsequenz Sextakkorde.png|600px]] {{Audio|Qunintfall tonal Sextakkorde.ogg|anhören}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Dreiklang der VII. Stufe (3. und 10. Akkord) wird der [[Leitton]] verdoppelt, was normalerweise „verboten“ und nur in Sequenzen wie der vorliegenden ausnahmsweise erlaubt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur | Autor=[[Heinrich Lemacher]], [[Hermann Schroeder]]| Titel=Harmonielehre | Auflage=3. | Verlag=Musikverlag Hans Gerig | Ort=Köln | Jahr=1958 | ISBN=| Seiten=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Reale Quintfallsequenz ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Reale Quintfallsequenz.png|600px]] {{Audio|Quintfall real.ogg|anhören}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier werden ausschließlich reine Quintschritte ab- und Quartschritte aufwärts verwendet. Es findet ein modulierender Rundgang durch den Quintenzirkel abwärts statt. (Im viertenTakt wird [[Ges-Dur]] [[enharmonisch]] in [[Fis-Dur]] umgedeutet.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--=== Quintfallsequenz mit Vorhaltskette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft wird die Quintfallsequenz mit einer [[Vorhalt (Musik)|Vorhaltskette]] kombiniert, die nach folgendem Muster abläuft: Ein Ton, der in einem Akkord konsonant ist, wird im folgenden Akkord beibehalten, ist aber in diesem dissonant. (Da er dort meistens als Sept auftritt, spricht man oft auch von &amp;#039;&amp;#039;Septimenerweiterung&amp;#039;&amp;#039;.) Der dissonierende Ton bildet einen Vorhalt, der mit Eintritt des nächsten Akkords durch Sekundschritt abwärts aufgelöst wird. Der Auflösungston ist in dem neuen Akkord konsonant, doch dafür wird ein anderer beibehaltener Ton des vorherigen Akkords im neuen zur Dissonanz. So wird trotz ständig erfolgender Vorhaltsauflösungen durch die gleichzeitige Einführung neuer Vorhalte eine permanente Spannung aufrechterhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Notenbeispiel sind beim dritten Zusammenklang sogar zwei dissonierende Vorhaltstöne beteiligt, nämlich das a&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt; und das c&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;. Die sich hier ergebende sehr herbe Dissonanz wird in Kauf genommen, weil die Alternative das gleichzeitige Auftreten des h in zwei Stimmen gewesen wäre, das aber als Leittonverdopplung in der traditionellen Satzlehre strengstens verpönt war.&lt;br /&gt;
[[Datei:Quintfallsequenz in C7.png|500px]]&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Audio|Quintf-C-7.ogg|Klangbeispiel Quintfallsequenz C-Dur mit Septimerweiterung}}--&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Anwendungen ===&lt;br /&gt;
Quintschritt- und insbesondere Quintfallsequenzen trifft man in der Musikliteratur seit mehr als 300 Jahren immer wieder an. Als besonders erfolgreiches Mittel zur [[Modulation (Musik)|Modulation]] oder zur Durchwanderung einer bestimmten [[Tonart]] findet man sie in allen Zeiten und Epochen wieder. Thematisiert wurde sie deutlich von [[Simon Sechter]] (1788–1867), dem Lehrer [[Franz Schubert]]s. Deshalb spricht man bei den Quintfallsequenzen auch von der „Sechter-Sequenz“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders häufig hörbar sind sie in der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, in [[Barock]] und [[Wiener Klassik|Klassik]]. Vor allem im Barock werden fast sämtliche Modulationen über Quintfallsequenzen vorgenommen. Besonders ausgedehnte Quintfallsequenzen begegnet man in den Kompositionen von [[Claudio Monteverdi]] und [[Heinrich Schütz]].&amp;lt;ref&amp;gt;Gerald Drebes: &amp;#039;&amp;#039;Schütz, Monteverdi und die „Vollkommenheit der Musik“ – „Es steh Gott auf“ aus den „Symphoniae sacrae“ II (1647).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Schütz-Jahrbuch.&amp;#039;&amp;#039; Jg. 14, 1992, {{ISSN|0174-2345}}, S. 25–55, spez. S. 40 und 49, {{Webarchiv|url=http://www.gerald-drebes.ch/page5.html |wayback=20160303210657 |text=online |archiv-bot=2019-05-13 14:10:33 InternetArchiveBot }}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Modulierende Beispiele finden sich in fast sämtlichen Werken von [[Johann Sebastian Bach]]. Der charakteristische Bass bleibt nur bei den grundstelligen Sequenzformen erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quintfallsequenzen sind ein prägendes Element auch in der Jazz-[[Harmonik]] und finden sich in vielen Jazz-Standards wieder, wie beispielsweise „[[Autumn Leaves]]“ und „[[Fly Me to the Moon]]“ sowie in [[Rockmusik|Rock]]- und [[Popmusik]], beispielsweise in „Still Got The Blues“ von [[Gary Moore]] (Akkordfolge Dm - G - C&amp;lt;sup&amp;gt;maj7&amp;lt;/sup&amp;gt; - F&amp;lt;sup&amp;gt;maj7&amp;lt;/sup&amp;gt; - Hm&amp;lt;sup&amp;gt;b5&amp;lt;/sup&amp;gt; - E&amp;lt;sup&amp;gt;7&amp;lt;/sup&amp;gt; - Am), bei „[[I Will Survive]]“ von [[Gloria Gaynor]] oder bei [[Carlos Santana|Santana]] in „Europa“ (Fm - B - Es&amp;lt;sup&amp;gt;maj7&amp;lt;/sup&amp;gt; - As&amp;lt;sup&amp;gt;maj7&amp;lt;/sup&amp;gt; ...). [[Communauté de Taizé|Taizé-Lieder]] mit Quintfallsequenzen sind „[[Nada te turbe]]“ und „Miserere domini“. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus Liedern und Songs aller Gattungen seit dem Barock. In dem Jazz-Standard „Fly me to the moon“ findet sich die Quintfallsequenz mit Septakkorden, hier in der Tonart a-Moll, gleich zum Beginn. (Vgl. erstes Notenbeispiel mit Akkordsymbolen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Willibald Gurlitt]], [[Hans Heinrich Eggebrecht]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Riemann Musik Lexikon. Sachteil.&amp;#039;&amp;#039; 12., völlig neubearbeitete Auflage. B. Schott’s Söhne, Mainz 1967, S.&amp;amp;nbsp;865 f.&lt;br /&gt;
* Marc Honegger, [[Günther Massenkeil]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das große Lexikon der Musik.&amp;#039;&amp;#039; Band 7: &amp;#039;&amp;#039;Randhartinger – Stewart.&amp;#039;&amp;#039; Aktualisierte Sonderausgabe. Herder, Freiburg im Breisgau u.&amp;amp;nbsp;a. 1987, ISBN 3-451-20948-9, S.&amp;amp;nbsp;335 f.&lt;br /&gt;
* [[Wulf Arlt]]: &amp;#039;&amp;#039;Satzlehre und ästhetische Erfahrung.&amp;#039;&amp;#039; In: Angelika Moths, [[Markus Jans]], John MacKeown, [[Balz Trümpy]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Musiktheorie an ihren Grenzen. Neue und Alte Musik.&amp;#039;&amp;#039; Peter Lang, Bern u.&amp;amp;nbsp;a. 2009, ISBN 978-3-03910-475-8, S. 47–66.&lt;br /&gt;
* [[Clemens Kühn]]: &amp;#039;&amp;#039;Musiktheorie unterrichten - Musik vermitteln&amp;#039;&amp;#039;. Bärenreiter, Kassel 2006, ISBN 978-3-7618-1835-0.&lt;br /&gt;
* [[Johannes Menke]]: &amp;#039;&amp;#039;Historisch-systematische Überlegungen zur Sequenz seit 1600.&amp;#039;&amp;#039; In: Christian Utz, [[Martin Zenck]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Passagen. Theorien des Übergangs in Musik und anderen Kunstformen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;musik.theorien der gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; 3). Pfau, Saarbrücken 2009, ISBN 978-3-89727-422-8, S. 87–111.&lt;br /&gt;
* [[Werner Pöhlert]], Jochen Schulte: &amp;#039;&amp;#039;Analyse der Skalen-„Theorie“ auf Basis der Pöhlertschen Grundlagenharmonik.&amp;#039;&amp;#039; Musikverlag Zimmermann, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-921729-36-X, S.&amp;amp;nbsp;322.&lt;br /&gt;
* [[Jan Philipp Sprick]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Sequenz in der deutschen Musiktheorie um 1900.&amp;#039;&amp;#039; Olms, Hildesheim u.&amp;amp;nbsp;a. 2012, ISBN 978-3-487-14830-4.&lt;br /&gt;
* Michael von Troschke: &amp;#039;&amp;#039;Sequentia/Sequenz&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handwörterbuch der musikalischen Terminologie]]&amp;#039;&amp;#039;. Bd.&amp;amp;nbsp;5, hrsg. von [[Hans Heinrich Eggebrecht]] und [[Albrecht Riethmüller]], Schriftleitung Markus Bandur, Steiner, Stuttgart 1972 ([http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0007/bsb00070513/images/index.html?fip=193.174.98.30&amp;amp;seite=525&amp;amp;pdfseitex= online]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Fonte (Musiktheorie)|Fonte]]&lt;br /&gt;
* [[Karussell (Musiktheorie)|Karussell]]&lt;br /&gt;
* [[Monte (Musiktheorie)|Monte]]&lt;br /&gt;
* [[Parallelismus (Musik)|Parallelismus]]&lt;br /&gt;
* [[Satzmodell (Musik)|Satzmodell]]&lt;br /&gt;
* [[Voglerscher Tonkreis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.mu-sig.de/Theorie/Tonsatz/Tonsatz14.htm Everard Sigal: Ausführliche Erläuterungen zur Sequenz]&lt;br /&gt;
* [http://www.musik-openbooks.de/harmonielehresequenzenforkids OpenBook ›Harmonielehre: Sequenzen‹ (freies Unterrichtsmaterial für den Musikunterricht)].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=7591624-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Melodielehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Harmonielehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teil einer musikalischen Form]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>