<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Selektiver_Mutismus</id>
	<title>Selektiver Mutismus - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Selektiver_Mutismus"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Selektiver_Mutismus&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T12:01:09Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Selektiver_Mutismus&amp;diff=959153&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Entenküken: Änderungen von ~2026-17322-71 (Diskussion) auf die letzte Version von WikiHelper232 zurückgesetzt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Selektiver_Mutismus&amp;diff=959153&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-19T17:05:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-17322-71&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-17322-71&quot;&gt;~2026-17322-71&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:~2026-17322-71&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:~2026-17322-71 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:WikiHelper232&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:WikiHelper232 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;WikiHelper232&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| BREITE = &lt;br /&gt;
| 01-CODE = F94.0&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Elektiver Mutismus&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 6B06&lt;br /&gt;
| Data-01 = Selektiver Mutismus&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Selektiver Mutismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;elektiver Mutismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; {{enS}} &amp;#039;&amp;#039;selective&amp;#039;&amp;#039;: „auswählend, punktuell“, &amp;#039;&amp;#039;elective&amp;#039;&amp;#039;: „wahlweise“, {{laS}} &amp;#039;&amp;#039;mutus&amp;#039;&amp;#039;: „stumm“) bezeichnet in der [[Kinder- und Jugendpsychiatrie]] eine emotional bedingte [[psychische Störung]], bei der die sprachliche Kommunikation stark beeinträchtigt ist. Selektiver Mutismus ist durch selektives Sprechen mit bestimmten Personen oder in definierten Situationen gekennzeichnet. Im Unterschied zum totalen [[Mutismus]] ist die Verstummung nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Artikulation (Linguistik)|Artikulation]], Sprachverständnis und -ausdruck der Betroffenen liegen hingegen in der Regel im Normbereich, allenfalls sind sie leicht entwicklungsverzögert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;awmf&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/028-023_S1_Elektiver_Mutismus__F94.0__11-2006_11-2011_01.pdf | wayback=20120511001922 | text=Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie: Elektiver Mutismus (F94.0)}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach heutigem Erkenntnisstand erscheint die Begrifflichkeit des „selektiven Mutismus“ als passendere Beschreibung, da das Verstummen keinesfalls frei gewählt wird und damit also nicht im Wortsinne „elektiv“ ist.&amp;lt;ref&amp;gt;R. Bahr: &amp;#039;&amp;#039;(S)elektiver Mutismus: Eine systemische Perspektive für Therapie und Beratung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprachheilarbeit.&amp;#039;&amp;#039; Band 43, 1998, S. 28–36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Selektiver Mutismus ist keine [[Sprachstörung]] im herkömmlichen Sinne, sondern ein zeitlich begrenzter, angstbedingter Sprechabbruch in bestimmten sozialen Situationen oder in Anwesenheit unbewusst ausgewählter Personen. Dies kann so weit führen, dass betroffene Kinder ausschließlich mit bestimmten Personen, meist aus dem engeren familiären Umkreis, sprechen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;resch&amp;quot;&amp;gt;Resch et al.: &amp;#039;&amp;#039;Entwicklungspsychopathologie des Kindes- und Jugendalters – Ein Lehrbuch.&amp;#039;&amp;#039; PVU, Weinheim 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da das Kind trotz eigentlich intakten Sprachvermögens nicht mehr in der Lage ist, sich lautsprachlich mitzuteilen, wird Mutismus zu den „sekundären Sprachstörungen“ gezählt.&amp;lt;ref&amp;gt;Sabine Laerum: &amp;#039;&amp;#039;[https://web.archive.org/web/20190316224855/http://boris-hartmann.de/_Resources/Persistent/d3364b26fd472d66bf1f1c4757cde22e4a7674f1/Psychologie%20Heute%20August%202014.pdf Selektiver Mutismus: Das schweigende Kind.]&amp;#039;&amp;#039; Psychologie Heute, August 2014, S. 40–45 (PDF, 6 Seiten, 6,8&amp;amp;nbsp;MB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wechselseitige Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
Das Schweigen bedeutet eine große Belastung für alle Betroffenen und Kontaktpersonen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen geraten schnell ins Abseits und können zu [[Außenseiter]]n werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Betroffene nicht generell sprachlos sind, fühlen sich Kommunikationspartner, die auf das selektive Schweigen stoßen, oft provoziert und hilflos, reagieren enttäuscht oder verärgert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Schule entsteht für Lehrer schnell ein Widerspruch zwischen erwünschten pädagogischen Haltungen wie Akzeptanz und Geduld und den institutionell begründeten Ansprüchen wie zeitgerechte Stoffvermittlung und Leistungsbeurteilung. Fehleinschätzungen der wirklichen schulischen Leistungsfähigkeit sind häufig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schoor2002&amp;quot;&amp;gt;U. Schoor: &amp;#039;&amp;#039;Schweigende Kinder im Kindergarten und in der Schule.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprachheilarbeit.&amp;#039;&amp;#039; Oktober 2002, S. 219–225.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auftreten und Verlauf ==&lt;br /&gt;
Bei einer sehr engen Definition des selektiven Mutismus kann von einer Rate von 0,8 % bei Kindern zwischen fünf und neun Jahren ausgegangen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;remsch&amp;quot;&amp;gt;H. Remschmidt: &amp;#039;&amp;#039;Kinder- und Jugendpsychiatrie. Eine praktische Einführung.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Autoren sprechen von bis zu 1 bis 2 % der Gesamtpopulation.&amp;lt;ref&amp;gt;O. Braun: &amp;#039;&amp;#039;Sprachstörungen bei Kindern und Jugendlichen.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;U. Schoor: &amp;#039;&amp;#039;Schweigende Kinder in der Schule. Das Erscheinungsbild von selektivem Mutismus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grundschule.&amp;#039;&amp;#039; Band 5, 2001, S. 24–26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Obwohl einer kleinen Untersuchung zufolge die typische Geschlechterverteilung immer wieder mit 2:1 für Mädchen zu Jungen angegeben wird,&amp;lt;ref name=&amp;quot;hopf&amp;quot;&amp;gt;E. Heinemann, H. Hopf: &amp;#039;&amp;#039;Psychische Störungen in Kindheit und Jugend.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, Stuttgart 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; gilt der selektive Mutismus allgemein als einzige „Sprachstörung“, bei der Mädchen ebenso häufig betroffen sind wie Jungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schoor2002&amp;quot; /&amp;gt; Es gibt Hinweise darauf, dass mehrsprachige Personen häufiger betroffen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yoel Elizur, Ruth Perednik |Titel=Prevalence and description of selective mutism in immigrant and native families: a controlled study |Sammelwerk=Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry |Band=42 |Nummer=12 |Datum=2003-12 |ISSN=0890-8567 |DOI=10.1097/00004583-200312000-00012 |PMID=14627880 |Seiten=1451–1459 |Online=https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14627880 |Abruf=2025-07-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim selektiven Mutismus handelt es sich um eine relativ hartnäckige Störung, deren Dauer sich oft bis ins späte Schulalter, teilweise auch bis ins Erwachsenenalter, zieht. Obwohl das Schweigen offensichtlich auch ohne Therapie überwindbar ist, weitet sich die Gefahr für eine Beschädigung des [[Selbstkonzept]]s und sprachlicher Inkompetenzgefühle ohne eine Therapie aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schoor2002&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Circa 30 bis 50 % der mutistischen Kinder und Jugendlichen zeigen in einem [[Katamnese]]intervall von 5 bis 10 Jahren ein normales Sprechverhalten und eine vergleichsweise gute psychosoziale Anpassung. Die übrigen Betroffenen weisen ein deutlich verbessertes, aber weiter gestörtes Sprechverhalten auf, das sich durch Sprechscheu, Rückzugstendenzen und Angst vor sozialen Kontakten auszeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;remsch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose ==&lt;br /&gt;
Die [[Diagnostik]] kann die Exploration der Eltern zu Symptomen und Details des Kommunikationsverhaltens sowie die Befragung von Lehrern und Erziehern, aber auch eine Verhaltensbeobachtung des Kindes und eine körperlich-[[Neurologie|neurologische]] Untersuchung beinhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ICD-10 ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Leitsymptome nach ICD-10&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
* Selektivität des Sprechens: In einigen sozialen Situationen spricht das Kind fließend, in anderen sozialen Situationen bleibt es jedoch stumm oder fast stumm&lt;br /&gt;
* [[Konsistenz (Psychologie)|Konsistenz]] bezüglich der sozialen Situationen, in denen gesprochen bzw. nicht gesprochen wird&lt;br /&gt;
* Häufiges Einsetzen [[Nonverbale Kommunikation|nonverbaler Kommunikation]] (Mimik, Gestik, schriftliche Aufzeichnungen) durch das Kind&lt;br /&gt;
* Dauer der Störung über mindestens einen Monat&lt;br /&gt;
* Altersentsprechende Kompetenz im sprachlichen Ausdruck der situationsabhängigen Sprache&lt;br /&gt;
In der [[ICD-10]] der [[Weltgesundheitsorganisation]] wird der selektive Mutismus als deutlich emotional bedingte Selektivität des Sprechens beschrieben, in dem das Kind in bestimmten Situationen spricht und in anderen, genau definierten Situationen, wiederum nicht. Dabei können beim Kind üblicherweise auch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie [[Sozialangst]], Rückzug, besondere Empfindsamkeit oder Widerstand gefunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;icd&amp;quot;&amp;gt;Horst Dilling, Werner Mombour, [[Martin H. Schmidt]]: &amp;#039;&amp;#039;Internationale Klassifikation psychischer Störungen. ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien (Auflage: 5).&amp;#039;&amp;#039; Huber, Bern 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ICD-11 ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Leitsymptome nach [[ICD-11]]&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
* Andauernde Selektivität des Sprechens, im Sinne des flüssigen und adequaten sprechens im familiären Umfeld aber das mangelhafte bis fehlende Sprechen in anderen Situationen wie der Schule.&lt;br /&gt;
* Die Dauer der Störung ist mindestens 1 Monat aber nicht begrenzt auf den ersten Schulmonat.&lt;br /&gt;
* Die Störung ist nicht rückführbar auf ein mangelndes Können oder Wohlgefühl in der Sprache der sozialen Situation.&lt;br /&gt;
* Die Symptome lassen sich nicht besser durch eine andere Störung erklären (z.&amp;amp;nbsp;B.: Autismus-Spektrum-Störung).&lt;br /&gt;
* Die Störung ist stark genug um schulische oder beruflische Leistung einzuschränken oder die soziale Kommunikation einzuschränken.&lt;br /&gt;
Dabei können beim Kind üblicherweise auch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie [[Sozialangst]], Rückzug, besondere Empfindsamkeit oder Widerstand gefunden werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=WHO |url=https://icd.who.int/browse/2025-01/mms/en#167946871 |titel=ICD-11 |datum=2025-01 |sprache=en |abruf=2025-12-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== DSM-5 ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Leitsymptome nach [[DSM-5]]&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
* Andauernde Unfähigkeit, in bestimmten Situationen (z.&amp;amp;nbsp;B. Schule) zu sprechen, wobei in anderen Situationen wiederum normale Sprechfähigkeit besteht&lt;br /&gt;
* Die Störung behindert die schulischen oder beruflichen Leistungen oder die soziale Kommunikation&lt;br /&gt;
* Die Störung dauert mindestens einen Monat (und ist nicht auf den ersten Monat nach Schulbeginn beschränkt)&lt;br /&gt;
* Die Unfähigkeit zu sprechen ist nicht durch fehlende Kenntnisse der gesprochenen Sprache bedingt oder dadurch, dass der Betroffene sich in dieser Sprache nicht wohl fühlt&lt;br /&gt;
* Die Störung wird nicht besser durch eine andere Kommunikationsstörung erklärt und tritt nicht ausschließlich im Verlauf einer [[Autismus|Autismus Spektrums Störung]], [[Schizophrenie]] oder einer anderen Störung auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden weitere Merkmale beschrieben, welche die Diagnose verfestigen können. Unter anderem werden hierbei exzessive Schüchternheit, Angst vor sozialen Peinlichkeiten, sozialer Isolation und kompulsive Handlungen erwähnt. Laut dem DSM-5 liegt die Punktprävalenz bei 0,03 % bis 1 % und das Geschlecht spielt keine Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Diagnostic and statistical manual of mental disorders: DSM-5 |Auflage=5th ed |Verlag=American Psychiatric Association |Ort=Washington, D.C |Datum=2013 |ISBN=978-0-89042-554-1 |Abruf=2025-12-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Differentialdiagnose ===&lt;br /&gt;
Der selektive Mutismus muss bei seiner Diagnose von anderen Krankheitsbildern abgegrenzt werden, die in ihrer [[Phänomenologie]] des dauerhaften Schweigens eine gewisse Ähnlichkeit haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann das sprechängstliche Schweigen in bestimmten Publikumssituationen als bewusst eingesetzte Vermeidungsstrategie zumindest im Nachhinein bewusst gemacht und versprachlicht werden. Mutismus ist dagegen kein bewusster, willentlicher Akt; auch ein selbstreflexives Denken über die Sinnhaftigkeit dieses Verhaltens ist beim selektiven Mutismus nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als selektiver Mutismus gilt weiterhin nicht das zögerliche Sprechen scheuer Kinder gegenüber Unbekannten, das Verstummen aus Trotz oder als Trauerreaktion, das Stummbleiben aufgrund geringer Sprachkenntnisse, das Verstummen [[autist]]ischer Kinder oder das Stummsein bei tiefgreifenden Persönlichkeitsstörungen und das Schweigen infolge organisch bedingter Sprech- und Sprachstörungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schoor2002&amp;quot; /&amp;gt; Die Störung darf auch nicht besser durch eine [[Kommunikationsstörung]] erklärt werden können und nicht ausschließlich im Verlauf einer [[tiefgreifende Entwicklungsstörung|tiefgreifenden Entwicklungsstörung]], [[Schizophrenie]] oder einer anderen [[Psychotische Störung|psychotischen Störung]] auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Komorbidität ==&lt;br /&gt;
Eine besonders häufige [[Begleiterkrankung]] findet sich mit der [[Soziale Phobie|sozialen Phobie]]. In 97 % der Fälle findet sich diese [[Angststörung]] oder Vermeidungsverhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;resch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Begleiterkrankungen sind:&lt;br /&gt;
* [[Störung des Sozialverhaltens]] mit oppositionellem Verhalten (F91.3; hier fordert eine passiv-aggressive Grundhaltung evtl. ein anderes therapeutisches Vorgehen)&lt;br /&gt;
* [[Phobische Störung]]en (F40)&lt;br /&gt;
* Sonstige [[Angststörung]]en (F41)&lt;br /&gt;
* Reaktionen auf schwere Belastungen und [[Anpassungsstörung]]en (F43)&lt;br /&gt;
* [[Depression|Depressive]] Symptomatik (F3)&lt;br /&gt;
* Regulationsstörung von Schlaf, Essen, Ausscheidungsfunktion&amp;lt;ref name=&amp;quot;awmf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapie ==&lt;br /&gt;
Übereinstimmend wird heute ein mehrdimensional angelegter Therapieansatz empfohlen, d. h., er sollte verschiedene Behandlungselemente umfassen. Neben der individuellen Behandlung sollte auch die Umgebung einbezogen werden. [[Psychoanalyse|Psychoanalytisch]] orientierte Therapieformen und [[Verhaltenstherapie|verhaltenstherapeutische]] Konzepte stehen bei der Behandlung des Mutismus im Vordergrund, da in den meisten Fällen eine [[Neurose|neurotische]] Ursache angenommen wird oder der Mutismus im Laufe der Zeit zu angelernten Verhaltensmustern geführt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapeutisch&amp;#039;&amp;#039; lassen sich im Vergleich zum psychoanalytischen Vorgehen relativ schnelle Erfolge erzielen. Das Ziel ist dabei, eine angstfreie Situation ohne Zwang zum Sprechen zu schaffen, um dann in kleinen Schritten verbale Kommunikation aufzubauen. Diese kleinen Schritte werden zur Verhinderung eines möglichen Rückfalls in die Angstvermeidung angeraten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Siegfried Kasper, Hans-Peter Volz |Titel=Psychiatrie und Psychotherapie compact |Auflage=3 |Verlag=Georg Thieme Verlag KG |Ort=Stuttgart |Datum=2014 |ISBN=978-3-13-125113-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der &amp;#039;&amp;#039;psychotherapeutischen Behandlung&amp;#039;&amp;#039; wird unter anderem auf eine Reduzierung der Ursachenfaktoren gedrängt, weiter die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und Kommunikationsstörungen zu vermindern versucht. Die &amp;#039;&amp;#039;[[Sprachheilpädagogik|sprachheilpädagogische]] Behandlung&amp;#039;&amp;#039; versucht, die allgemeine Freude am Sprechen zu fördern und die Funktion der Sprache als hilfreiches kommunikatives Instrument in den Vordergrund zu stellen. In der &amp;#039;&amp;#039;medizinisch-psychiatrischen Behandlung&amp;#039;&amp;#039; wird häufig versucht mit Hilfe einer [[Pharmakotherapie|medikamentösen Therapie]] die [[Symptom]]e positiv zu beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erforschung ==&lt;br /&gt;
Der Internist und Gastroenterologe [[Adolf Kußmaul]] beschrieb 1877 das Störungsbild bei Kindern als &amp;#039;&amp;#039;Aphasia voluntaria&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Annika_220222&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anhand von drei Patienten interpretierte er das Ausbleiben verbaler Fähigkeiten (deskriptive Sprachfähigkeiten, Nachsprechen von Worten, Reaktion auf Fragen) bei vollfunktionalen Sprechorganen als [[wille]]ntliche Entscheidung gegen die Kommunikationsaufnahme.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ChKriti_Chap19&amp;quot; /&amp;gt; Aus dieser Interpretation entwickelte sich der Terminus „elektiver Mutismus“, welcher 1934 im Zuge der Veröffentlichung der Forschungsarbeiten von [[Moritz Tramer]] eingeführt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jolanta_010119&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mediale Rezeption ==&lt;br /&gt;
In der Fernsehserie &amp;#039;&amp;#039;[[The Big Bang Theory]]&amp;#039;&amp;#039; ist der Physiker &amp;#039;&amp;#039;Raj Koothrappali&amp;#039;&amp;#039; bis zur [[The Big Bang Theory/Staffel 6|sechsten Staffel]] von selektivem Mutismus betroffen und kann nicht mit Frauen sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Reiner Bahr: &amp;#039;&amp;#039;Schweigende Kinder verstehen – Kommunikation und Bewältigung beim selektiven Mutismus.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg 2006, ISBN 978-3-8253-8331-2.&lt;br /&gt;
* Otto Dobslaff: &amp;#039;&amp;#039;Mutismus in der Schule. Erscheinung und Therapie.&amp;#039;&amp;#039; Spiess, Berlin 2005. ISBN 3-89776-008-8.&lt;br /&gt;
* Ornella Garbani Ballnik: &amp;#039;&amp;#039;Schweigende Kinder. Formen des Mutismus in der pädagogischen und therapeutischen Praxis.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-40201-6.&lt;br /&gt;
* Ornella Garbani Ballnik: &amp;#039;&amp;#039;Unser Kind spricht nicht. Ratgeber für Eltern schweigender Kinder.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-40215-3.&lt;br /&gt;
* Ingrid Gregor: &amp;#039;&amp;#039;Schweigen – eine Fremdsprache? Nachdenken über den mutistischen Rückzug.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der Sprachheilpädagoge.&amp;#039;&amp;#039; Band 30/4, 1998.&lt;br /&gt;
* Maggie Johnson &amp;amp; Alison Wintgens: &amp;#039;&amp;#039;The Selective Mutism Resource Manual: 2nd Edition.&amp;#039;&amp;#039; Routledge 2016. ISBN 978-1-909301-33-7.&lt;br /&gt;
* Boris Hartmann: &amp;#039;&amp;#039;Mutismus. Zur Theorie und Kasuistik des totalen und elektiven Mutismus.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2007, ISBN 978-3-89166-196-3.&lt;br /&gt;
* Katja Subellok &amp;amp; Anja Starke: &amp;#039;&amp;#039;Selektiver Mutismus.&amp;#039;&amp;#039; In: S. Niebuhr-Siebert &amp;amp; U. Wiecha (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Elternberatung bei kindlichen Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen.&amp;#039;&amp;#039; München 2012, S. 212–237, ISBN 978-3-437-44402-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.selektiver-mutismus.de/?Informationen:Fachartikel Weiterführende Fachartikel und Informationen zum Thema]&lt;br /&gt;
* [https://www.mutismus.de/fachartikelliste Auflistung von Fachartikeln zum Thema Mutismus]&lt;br /&gt;
* Sabine Laerum: &amp;#039;&amp;#039;[https://web.archive.org/web/20190316224855/http://boris-hartmann.de/_Resources/Persistent/d3364b26fd472d66bf1f1c4757cde22e4a7674f1/Psychologie%20Heute%20August%202014.pdf Selektiver Mutismus: Das schweigende Kind.]&amp;#039;&amp;#039; Psychologie Heute, August 2014, S. 40–45 (PDF, 6 Seiten, 6,8&amp;amp;nbsp;MB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Annika_220222&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Annika Färber| Titel=Nicht sprechend und doch in der Sprache. Möglichkeiten des Dialogaufbaus| Verlag=Evangelische Hochschule Ludwigsburg| Ort=Ludwigsburg| Datum=2021-05-17| DNB=125016740X| Seiten=33}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jolanta_010119&amp;quot;&amp;gt;Jolanta Panasiuk: &amp;#039;&amp;#039;Mutism in Autism. A Case Study.&amp;#039;&amp;#039; Logopedia, Bd. 48, Nr. 1, 2019, S. 5–27.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;ChKriti_Chap19&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Charu Kriti| Titel=Selective Mutism – Understanding and Management| Herausgeber= Sanjeev Kumar Gupta und Srinivasan Venkatesan| Sammelwerk=Handbook of Research on Psychosocial Perspectives of Human Communication Disorders| Auflage=1| Kapitel=19| Verlag=IGI Global| Ort=Hershey| Datum=2018-06| DOI=10.4018/978-1-5225-4955-0.ch019| Seiten=364 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychische Störung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Entenküken</name></author>
	</entry>
</feed>