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	<title>Sekundärtugend - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-28T01:30:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sekund%C3%A4rtugend&amp;diff=114527&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Serols: Änderungen von ~2026-77749-2 (Diskussion) rückgängig gemacht (HG) (3.4.13)</title>
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		<updated>2026-02-04T15:46:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-77749-2&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-77749-2&quot;&gt;~2026-77749-2&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:~2026-77749-2&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:~2026-77749-2 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) rückgängig gemacht (&lt;a href=&quot;/index.php/Wikipedia:Huggle&quot; title=&quot;Wikipedia:Huggle&quot;&gt;HG&lt;/a&gt;) (3.4.13)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Überarbeiten}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sekundärtugend&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Begriff zur Bezeichnung von [[Charakter]]&amp;amp;shy;eigenschaften, die zur praktischen Bewältigung des [[Alltag]]s und zum „störungsfreien“ Betrieb einer Gesellschaft beitragen, ohne aber für sich allein eine [[Ethik|ethische]] Bedeutung zu haben, sofern sie als Selbstzweck hochgehalten werden und nicht zur Erfüllung der [[Primärtugend]]en dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bürgerlichen oder Sekundärtugenden wurden insbesondere [[Fleiß]], [[Treue]], [[Gehorsam]], [[Selbstdisziplin|Disziplin]], [[Pflicht]]&amp;amp;shy;bewusstsein, [[Pünktlichkeit]], Zuverlässigkeit, [[Ordnungsliebe]], [[Höflichkeit]], Sauberkeit u.&amp;amp;nbsp;a.&amp;amp;nbsp;m. gezählt, meist aus dem Katalog der [[Preußische Tugenden|preußischen Tugenden]] bzw. des „bürgerlichen“ Tugendkatalogs. [[Otto Friedrich Bollnow]] ließ 1963 der Ordnung und Reinlichkeit, dem Fleiß und der Wahrhaftigkeit noch einmal eine Bestätigung zukommen, registrierte aber bereits „das absinkende Verständnis“ in der Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik und Gegenkritik ==&lt;br /&gt;
Nach 1968 ([[Studentenbewegung]]) gerieten bürgerliche Werte der [[Rechtschaffenheit]] in die Kritik und wurden abgewertet oder [[Verachtung|verächtlich]] gemacht, indem Kritiker darauf verwiesen, dass das Hochhalten dieser Tugenden im [[Nationalsozialismus]] die Nationalsozialisten nicht an unmenschlichen Verbrechen gehindert habe. Stattdessen wurden [[postmaterialistische Werte]] wie [[Menschlichkeit]], [[Kreativität]], [[Selbstverwirklichung]] und soziale Werte wie [[Solidarität]] betont. [[Carl Amery]], der mit seiner Schrift „Die Kapitulation oder Deutscher Katholizismus heute“ das (klein-)bürgerliche Werte- und Tugendsystem kritisierte und die Diskussion nachhaltig beeinflusste, schrieb: „Ich kann pünktlich zum Dienst im Pfarramt oder im Gestapokeller erscheinen; ich kann in Schriftsachen ‚Judenendlösung‘ oder Sozialhilfe penibel sein; ich kann mir die Hände nach einem rechtschaffenen Arbeitstag im Kornfeld oder im KZ-Krematorium waschen.“ (S.&amp;amp;nbsp;23). Berühmt ist eine Entgegnung [[Oskar Lafontaine]]s an [[Helmut Schmidt]] auf die politische Forderung des Kanzlers nach „Bündnistreue“ gegenüber den USA im Streit um den [[NATO-Doppelbeschluss]], in einem Interview mit dem [[Stern (Zeitschrift)|Stern]] vom 15. Juli 1982: „Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. […] Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein [[Konzentrationslager|KZ]] betreiben.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-79805338.html neben Äußerungen anderer aufgegriffen in einer Zitatsammlung zum Thema „Prominente Verirrungen in die Nazi-Zeit“ in &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039; 32/2011], online auf spiegel.de (Spiegel online), abgerufen am 14. August 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Oskar Lafontaine hatte damit den Begriff in die Ethikdebatte eingeführt und zugleich eine klar untergeordnete Stellung der bürgerlichen Tugenden postuliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Teilen der Schüler- und Studentenbewegung wurden die überlieferten Erziehungsziele unbesehen über Bord geworfen. Das hatte auch seine Auswirkungen auf die erzieherische Praxis. Die Erziehung in [[Summerhill]] ([[Alexander Sutherland Neill|A.S. Neill]]), die vielen liberalen Eltern Anregung bot, lehnte die Sekundärtugenden radikal ab. Ordnung und Reinlichkeit hatten bei Neill keinen Stellenwert. Auf die von den Kindern oft geheuchelte Bescheidenheit und Dankbarkeit verzichtete er zugunsten einer neu verstandenen Ehrlichkeit. Der pädagogisch verstandene Terror um die „Lügen“ der Kinder wurde als [[Verlogenheit]] der Erwachsenen hingestellt, und was den Fleiß anging, so konnte es Neill durchaus verstehen, wenn seine Schülerinnen und Schüler dem Unterricht auch einmal fernblieben. Blinde Folgsamkeit definierte er als Zwangsgehorsam, der die Kinder in die Randständigkeit treibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der deutschen Wertediskussion ausgangs des 20. Jahrhunderts hatten die bürgerlichen Tugenden keinen Rang. Wenn auch die Diskussion um die platte antiautoritäre Erziehung zugunsten einer reflektierteren emanzipatorischen Pädagogik schnell abebbte, so behielten doch Ziele wie Selbstbestimmung, Konfliktfähigkeit, Nonkonformität, Gleichberechtigung, Emanzipation und Solidarität Vorrang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verteidiger eines harmonischen Tugendkomplexes und damit Gegner der [[68er]]-Tugendkritik argumentieren weiterhin unter anderem mit folgendem Satz: „Alle hat, wer eine hat und keine beleidigt, und keine hat und alle beleidigt, wer eine beleidigt.“ Damit wollen sie ausdrücken, dass die Tugenden alle zusammenhingen. Wer beispielsweise [[Gerechtigkeit]] ohne [[Taktgefühl]] und Ordnung lebe, könne im wahren, tugendhaften Sinn nicht gerecht sein, da Gerechtigkeit stets darin bestehe, jedem das Seine zukommen zu lassen, was ohne geordnete Scheidung von Gleich und Ungleich nicht möglich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Rehabilitierung der Sekundärtugenden wurde von dem Hamburger Erziehungswissenschaftler [[Friedrich Koch (Erziehungswissenschaftler)|Friedrich Koch]] versucht. Für die erzieherische Anwendung freilich sei zu bedenken, dass niemand zur Kulturfähigkeit beitrage, der die Triebe des Kindes nicht akzeptieren kann und sie unterdrückt. Konkret heißt das für die Tugenden:&lt;br /&gt;
* Niemand erzieht zu Ordnung und Sauberkeit, der die Kinder in ein eng vorgegebenes System zu pressen versucht;&lt;br /&gt;
* niemand erzieht zur Dankbarkeit, der die spontanen Impulse und Bedürfnisse der Kinder ignoriert;&lt;br /&gt;
* niemand erzieht zur Ehrlichkeit, der sie mit Strafen oder logischen Folgen zu erreichen versucht;&lt;br /&gt;
* niemand erzieht zu Gehorsam durch die Überbetonung der personalen Autorität oder durch scheinbare Sachzwänge;&lt;br /&gt;
* niemand erzieht zu Fleiß durch offene Drangsaliererei oder durch überspannte stumme Erwartungen;&lt;br /&gt;
* niemand erzieht zur Bescheidenheit, der von vornherein die Rechte des Kindes einschränkt;&lt;br /&gt;
* niemand erzieht zu sexueller Verantwortung, der die kognitiven, affektiven und genitalen Interessen der Kinder und Jugendlichen unterdrückt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Koch (Erziehungswissenschaftler)|Friedrich Koch]]: Der Kaspar-Hauser-Effekt. Über den Umgang mit Kindern. Opladen 1997. S.&amp;amp;nbsp;123&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Carl Amery]]: Die Kapitulation oder Deutscher Katholizismus heute. 76.–100. Reinbek 1963.&lt;br /&gt;
* [[Otto Friedrich Bollnow]]: Wesen und Wandel der Tugenden. Berlin 1963.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Koch (Erziehungswissenschaftler)|Friedrich Koch]]: Der Kaspar-Hauser-Effekt. Über den Umgang mit Kindern. Opladen 1997.&lt;br /&gt;
* [[Paul Münch (Historiker)|Paul Münch]] (Hg.): Ordnung, Fleiß und Sparsamkeit. Texte und Dokumente zur Entstehung der „bürgerlichen Tugenden“. München 1984.&lt;br /&gt;
* [[Alexander Sutherland Neill|A.S. Neill]]: Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung. 61.–90. Tsd., Reinbek 1970.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Sekundärtugend}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tugend| Sekundartugend]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Serols</name></author>
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