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	<title>Seigniorage - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T14:13:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Seigniorage&amp;diff=65414&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mathze: /* Monetäre Seigniorage */</title>
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		<updated>2026-03-04T04:58:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Monetäre Seigniorage&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Seigniorage&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (ausgesprochen [{{IPA|zɛnjoˈraːʒ(ə)}}]) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Geldschöpfungsgewinn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Münzgewinn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Münzeinnahmen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schlagschatz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schlagsatz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird der von der [[Zentralbank]] erzielte [[Gewinn]] bezeichnet, der durch die [[Emission (Wirtschaft)|Emission]] von [[Zentralbankgeld]] entsteht. Insofern ist der [[Nennwert]] von [[Geld]] gleich der [[Summe]] aus Stoffwert und Schlagschatz.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Andreae (Ökonom)|Wilhelm Andreae]]: &amp;#039;&amp;#039;Geld und Geldschöpfung&amp;#039;&amp;#039;, Humboldt-Verlag, Stuttgart / Wien 1953, S. 30 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Münzverschlechterung]]en verringern den Stoffwert und erhöhen die Seigniorage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei kleinen [[Scheidemünze]]n und teuren [[Goldmünze]]n kann der Schlagschatz negativ sein. Ein negativer Geldschöpfungsgewinn, also ein Geldschöpfungsverlust bei hohem [[Kurswert]] zum Beispiel von [[Sammlermünze]]n mit kleinem [[Nominalwert]], kann durch ein amtliches [[Aufgeld]] (Ausgabeaufschlag, [[Agio]]) ausgeglichen werden. Die Differenz zwischen Kurswert und [[Kaufpreis]] ist die [[Handelsspanne]] des [[Verkäufer]]s. Eine zusätzliche [[Umsatzsteuer]] fließt [[de facto]] ebenfalls dem [[Münzherr]]n zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historisches ==&lt;br /&gt;
{{Überarbeiten}}&lt;br /&gt;
Der Begriff leitet sich aus dem französischen Wort &amp;#039;&amp;#039;seigneur&amp;#039;&amp;#039; für &amp;#039;&amp;#039;[[Feudalzeit|Feudalherr]]&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;[[Lehnsherr]]&amp;#039;&amp;#039; ab, da diese im [[Mittelalter]] das ausschließliche Recht zur [[Münzprägung]] (das sogenannte [[Münzregal]]) hatten. Der Gewinn des Münzherrn aus der [[Geldschöpfung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Walter G. Behrens: &amp;#039;&amp;#039;Das Geldschöpfungsproblem&amp;#039;&amp;#039;, Jena 1928.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Siegfried Wendt: &amp;#039;&amp;#039;Probleme der Geldschöpfung&amp;#039;&amp;#039;, Minden 1948.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergab sich in jener Zeit aus der Differenz von [[Metallwert]] und Produktionskosten einerseits und dem Wert der ausgegebenen [[Münze]]n andererseits. Da der Feudalherr in der Regel das Prägemonopol für Münzen hatte, fiel ihm auch der Seignioragegewinn zu. Wenn die [[Abbau (Bergbau)|Abbaukosten]] in eigenen [[Bergwerk]]en und die [[Raffination]]skosten in eigenen [[Scheideanstalt]]en ([[Affinerie|Affination]]) zusammen unter dem Metallwert lagen, erhöhte die Differenz den Münzgewinn zusätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die (anzustrebende) Höhe dieses Schlagschatzes wird in der frühen ökonomischen Literatur intensiv diskutiert. Zunächst ist die Berechtigung einer mäßigen Seigniorage unbestritten. Zum einen bedarf es der Deckung der Kosten der Prägung, so diese nicht der Allgemeinheit zu Last fallen sollen. Auf der anderen Seite steht der Nutzen der Prägung: Eine Münze hat einen höheren Nutzwert als ein gleich schweres Stück ungeprägten Edelmetalls. Liegt die Seigniorage niedriger als in den Nachbarländern, so wird ein Abfluss von Münzen in Nachbarländer befürchtet. Eine überhöhte Seigniorage führt (ähnlich wie eine Münzverschlechterung) zu [[Inflation]].&amp;lt;ref&amp;gt;John Ramsay McCulloch: &amp;#039;&amp;#039;Geld und Banken&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1859, Neudruck 1970, ISBN 978-0-543-90778-3, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; – Siehe dazu [[Kippertaler]] und [[Kursächsische Kippermünzstätten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen der Seigniorage ==&lt;br /&gt;
Seigniorage kann aus unterschiedlichen Blickrichtungen betrachtet und daher unterschiedlich definiert werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monetäre Seigniorage ===&lt;br /&gt;
Unter monetärer Seigniorage versteht man den Zuwachs des nominalen Bestandes an Zentralbankgeld:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Unter Seigniorage versteht man die realen Erträge, die der Staat bzw. die Notenbank dank des Notenbankmonopols aufgrund der Tatsache erzielen kann, dass Private zinslos Zentralbankgeld halten|[[Otmar Issing]]|Einführung in die [[Geldtheorie]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die so definierte Seigniorage &amp;lt;math&amp;gt;S&amp;lt;/math&amp;gt; errechnet sich durch eine Bereinigung der in der Periode neu geschaffenen Zentralbankgeldmenge um die Inflation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;S = {m} \cdot \frac{M}{P},&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wobei &amp;lt;math&amp;gt;m&amp;lt;/math&amp;gt; der Anstieg der Zentralbankgeldmenge, &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; die Zentralbankgeldmenge und &amp;lt;math&amp;gt;P&amp;lt;/math&amp;gt; das Preisniveau ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die nominale [[Geldnachfrage]] durch [[Inflation]] und [[Wirtschaftswachstum]] ausgeweitet wird (siehe [[Quantitätsgleichung]]), steigt die Zentralbankgeldmenge und damit die monetäre Seigniorage durch diese Faktoren. Daher kann man die Seigniorage in eine Wachstumskomponente und eine Inflationskomponente zerlegen. Die zweite Komponente wirkt wie eine [[Inflationssteuer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die monetäre Seigniorage entspricht nicht dem Gewinn der Notenbank aus Zentralbankgeldschöpfung. Zu diesem Gewinn tragen ebenfalls unverzinste [[Mindestreserve]]n der [[Kreditinstitut]]e bei der Notenbank bei.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otmar Issing]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die [[Geldtheorie]]&amp;#039;&amp;#039;, 14. Auflage 2007, ISBN 978-3-8006-3366-1, S. 266–268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fiskalische Seigniorage ===&lt;br /&gt;
Unter fiskalischer Seigniorage versteht man den Ertrag des Staates aus monetärer Seigniorage. Während historisch das Recht zur Notenemission auch an [[Privatnotenbank]]en vergeben wurde (und die fiskalische Seigniorage dann aus den [[Konzessionsabgabe]]n der Privatnotenbanken bestand), besteht heute fast überall ein Notenbankmonopol für die Schaffung von [[Bargeld]]. Deshalb fließt nur ein Teil der Seigniorage direkt der Notenbank (bezüglich der [[Banknote]]n und Zentralbankguthaben) und dem Staat als Inhaber des [[Münzregal]]s (bezüglich der Münzen) zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekt fließt die Seigniorage jedoch immer dem Staat zu. Sofern der Staat direkten Zugriff auf die Notenbank hat, kann er die neu geschaffenen Mittel direkt verwenden. Im Falle unabhängiger Notenbanken erhält der Staat die Seigniorage über die Ausschüttung des Gewinns der Notenbank. So konnte 1987 das [[HM Treasury|Schatzministerium]] in [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] im Haushaltsplan den Gegenwert der neugedruckten Banknoten und Münzen in Höhe von 1,05 Milliarden [[Pfund Sterling]] einplanen. Im selben Jahr wurden in Deutschland Banknoten in Höhe von 11,9 Milliarden [[Deutsche Mark|DM]] neu herausgelegt. Die deutsche Bundesregierung konnte jedoch nur über den Bundesbankgewinn von 0,3 Milliarden DM verfügen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KleinNeumann205-221&amp;quot;&amp;gt;M. Klein, [[Manfred J. M. Neumann|Manfred Johann Michael Neumann]]: &amp;#039;&amp;#039;Seigniorage: What is it and who gets it&amp;#039;&amp;#039;; in: [[Weltwirtschaftliches Archiv]], Band 126 (1990 II), S. 205–221.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Der Gewinn aus den Banknoten entsteht bereits bei der Schöpfung des dahinterstehenden Zentralbankgeldes und ist weitaus geringer als der aufgedruckte Wert. Er besteht aus dem Zinsgewinn, da Bargeld keine Zinsen einbringt, und nicht aus dem Wertunterschied zwischen Papierwert und Produktionskosten einerseits und aufgedrucktem Wert andererseits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seigniorage stellt damit einen Teil der [[Staatseinnahmen]] dar. Die Wirkung der Seigniorage entspricht dabei einer Steuer auf die Bargeldhaltung. In der [[Finanzwissenschaft]] wird daher ein Konzept der „optimalen Seigniorage“ diskutiert: Eine optimale Seigniorage ist erreicht, wenn die gesellschaftlichen [[Grenzkosten]] (z.&amp;amp;nbsp;B. eine Verzerrung der Steuerungsinformationen der Preise oder die Erzeugung von Inflation) der Seigniorage denjenigen der anderen Steuern entsprechen. Empirisch lässt sich feststellen, dass in der Tat die Seigniorage in Staaten mit wenig effizienten Steuersystemen einen höheren Beitrag zur Finanzierung der Staatsausgaben leistet, als in Staaten mit effektiven Steuersystemen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Joachim Jarchow]]: &amp;#039;&amp;#039;Theorie und Politik des Geldes&amp;#039;&amp;#039;, Verlag Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2003, 11. Auflage, ISBN 3-8252-2453-8, S. 304–310.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alternativkostenkonzept der Seigniorage ===&lt;br /&gt;
Die Seigniorage kann auch über [[Opportunitätskosten]] definiert werden. Aus Sicht der Privathaushalte entspricht die Seigniorage den Kosten der Bargeldhaltung, also den entgangenen [[Zins]]en, die bei einer verzinslichen sicheren Anlage erzielt werden könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;S = {i} \cdot \frac{M}{p}.&amp;lt;/math&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;KleinNeumann205-221&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;math&amp;gt;i&amp;lt;/math&amp;gt; || sicherer Tagesgeldzinssatz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; || Zentralbankgeldmenge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;math&amp;gt;p&amp;lt;/math&amp;gt; || Preisniveau&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies entspricht der Kalkulation der Bargeldbestände in der [[Notenbankbilanz]]. Die Bargeldbestände sind dort [[Passiva|passiviert]]. Gemäß der [[Marktzinsmethode]] entspricht der Konditionsbeitrag dem [[Spitzenrefinanzierungsfazilität|Overnight-Satz]], da die Banknoten unverzinst sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Opportunitätskosten der Geldhaltung entstehen aber nicht nur den Privathaushalten, sondern auch den [[Geschäftsbank]]en, soweit ihre Einlagen bei der Notenbank unverzinslich sind oder der Zinssatz unter dem Alternativzins liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Geschichte des Geldes]]&lt;br /&gt;
* [[Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4390054-9}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldpolitik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mathze</name></author>
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