<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Sefer_ha-Bahir</id>
	<title>Sefer ha-Bahir - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Sefer_ha-Bahir"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sefer_ha-Bahir&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T14:41:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sefer_ha-Bahir&amp;diff=1091071&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Doc.Heintz: -</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sefer_ha-Bahir&amp;diff=1091071&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-07T14:50:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;-&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bahir&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sefer Ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; סֵפֶר הַבָּהִיר ([[Hebräische Sprache|hebräisch]], „Buch des (hellen) Glanzes“) ist ein anonymes Werk der jüdischen Mystik ([[Kabbala]]), das [[Pseudepigraphie|pseudepigraphisch]] dem [[Tannaim|Tannaiten]] [[Nechonja ben ha-Qana]], einem Zeitgenossen des [[Jochanan ben Sakkai]], zugeschrieben wird. Diese Zuschreibung basiert auf den Anfangsworten des Buches: „R. Nechunja ben ha-Qana sagte“. Es ist auch bekannt als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Midrasch des Rabbi Nechunja ben ha-Qana&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; מִדְרָשׁ רַבִּי נְחוּנְיָא בֶּן הַקָּנָה.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch &amp;#039;&amp;#039;Bahir&amp;#039;&amp;#039; wurde erstmals im 12. Jahrhundert in Südfrankreich veröffentlicht. Historiker vermuten als Autor Rabbi Jitzchaq Saggi Nehor, der auch bekannt ist als [[Isaak der Blinde]]. Gegen dessen Verfasserschaft spricht allerdings, dass der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;[[En Sof|Ejn Sof]]&amp;#039;&amp;#039; („das Unendliche“) als Gottesbezeichnung nicht im &amp;#039;&amp;#039;Bahir&amp;#039;&amp;#039; vorkommt, obwohl diese Bezeichnung im Werk von Isaak dem Blinden zu finden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Titel ==&lt;br /&gt;
[[Nachmanides]] zitiert als einer der ersten in seinem Kommentar zur [[Tora]] (1. Buch Mose 1) das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Midrasch R. Nechunja ben ha-Qana&amp;#039;&amp;#039; mit dem Eröffnungssatz „R. Nechunja ben ha-Qana sagte“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter mittelalterlichen Kabbalisten wurde das Werk bekannt unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039;. Dieser Ausdruck wurde aus dem Eröffnungsteil genommen: Ein Vers sagt: &amp;#039;&amp;#039;„Und jetzt sieht man das Licht nicht, welches leuchtet („bahir“) am Himmel“&amp;#039;&amp;#039; {{B|Hi|37|21}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Autorschaft ==&lt;br /&gt;
Kabbalisten sehen in [[Nechonja ben ha-Qana|Rabbi Nechunja]], einem Rabbiner aus der Zeit der [[Mischna]], der um das Jahr 100 lebte, den Autor des &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039;. Mittelalterliche Kabbalisten berichten, dass das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; ihnen nicht als einheitliches Buch vorlag, sondern in einzelnen Teilen, welche sie zerstreut in Rollen und Büchlein fanden. Der zerstückelte und gebrochene Charakter der Texte des &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; unterstützt diese Vermutung. So wird manchmal eine Diskussion in der Mitte eines Satzes abgebrochen oder plötzlich von einem zum nächsten Thema gesprungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historisch-kritische Forschung plädiert für eine spätere Datierung hinsichtlich der Komposition des &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039;. Manche Forscher glauben, dass es im 13. Jahrhundert von Isaak dem Blinden geschrieben wurde oder aus seiner Schule stammt. Da ihrer Meinung nach der erste Satz, &amp;#039;&amp;#039;„Und jetzt sieht man das Licht nicht, welches leuchtet („bahir“) am Himmel“&amp;#039;&amp;#039; {{Bibel|Hi|37|21}} für sich allein ohne Verbindung zu den folgenden steht, sehen sie in ihm eine Anspielung auf die [[Blindheit]] des Autors. Moderne Erforscher der Kabbala vermuten, dass zumindest Teile des &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; eine Aufnahme des älteren Werkes &amp;#039;&amp;#039;Sefer Raza Rabba&amp;#039;&amp;#039; sind. Dieses ältere Buch wird in einigen Werken der [[Gaon|Geonim]] genannt, jedoch existiert keine vollständige Abschrift des &amp;#039;&amp;#039;Sefer Raza Rabba&amp;#039;&amp;#039;. Dennoch können Zitate aus diesem Werk in manchen alten Schriften gefunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Kabbala-Forscher sind der Überzeugung, dass das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; [[Gnosis|gnostische]] Elemente zu seinem Vorgängerwerk hinzufügte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Erich Grözinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Jüdisches Denken. Theologie,  Philosophie, Mystik.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Campus, Frankfurt am Main / New York 2005, ISBN 978-3-593-37513-7, S. 89–154&amp;lt;/ref&amp;gt; Einer der wichtigsten Diskussionspunkte der modernen Forschung ist die Frage, wie viel gnostisches Gedankengut die Kabbala beeinflusst hat. Mehr zu dieser Diskussion kann in den Werken von [[Gershom Scholem]] und [[Moshe Idel]] gefunden werden.&lt;br /&gt;
Es gibt eine gewisse Affinität zwischen der Symbolsprache des &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; auf der einen Seite, und den gnostischen Spekulationen über die [[Äon (Philosophie)#Der Begriff „Äon“ in der Gnosis|Äonen]] auf der anderen. Eine grundsätzliche Frage bei der Erforschung dieses Werkes ist, ob diese Affinität zurückgeht auf eine bis jetzt noch unbekannte historische Verbindung zwischen Gnostizismus aus der Zeit von Mischna und [[Talmud]] und den Quellen, welche für das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; benutzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationsgeschichte ==&lt;br /&gt;
* Kabbalisten glauben, dass die mündliche Überlieferung des &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; auf das 1. Jh. zurückgeht und halten es für möglich, dass es schon vor der ersten Veröffentlichung im 12. Jh. geheime Handschriften gegeben hat.&lt;br /&gt;
* 1174 – &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird in einer Kabbalistenschule der [[Provence]] als Manuskript veröffentlicht und einer eingeschränkten Leserschaft zur Verfügung gestellt.&lt;br /&gt;
* 1331 – Der früheste Kommentar zum &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird von [[Rabbi]] [[Meir ben Solomon Abi-Sahula|Meir ben Schalom Abi-Sahula]] geschrieben, einem Schüler von Rabbi [[Salomo Adret|Schlomo ben Avraham Aderet]] (Rashba), dieser Kommentar wird anonym unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Or ha-Ganus]]&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* Am Ende des 15. Jh. – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird von [[Flavius Mitridates]] ins [[Latein]]ische übersetzt, seine Übersetzung ist zwar wortreich, aber nicht besonders genau.&lt;br /&gt;
* 1651 – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird in [[Amsterdam]] zusammen mit &amp;#039;&amp;#039;[[Majin ha-Chochma]]&amp;#039;&amp;#039; das erste Mal in gedruckter Form veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1706 – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird in [[Berlin]] zusammen mit &amp;#039;&amp;#039;Majin ha-Chochma&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1784 – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird in [[Sklav]] und [[Korets]] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1800 – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird in [[Lwiw|Lemberg]] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1830 – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird in Lemberg veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1849 – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird an einem unbekannten Ort als Teil von &amp;#039;&amp;#039;[[Chamischa Chumsche Kabbala]]&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1865 – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird in Lemberg veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1883 – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird in [[Vilnius]] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1913 – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird in Vilnius veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1923 – Eine deutsche Übersetzung wird von [[Gershom Scholem]] veröffentlicht, der 1922 zu diesem Thema promoviert hatte&amp;lt;ref&amp;gt;Betty Scholem, Gershom Scholem: [https://books.google.de/books?id=RHkxqFLYeG0C&amp;amp;pg=539&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Mutter und Sohn im Briefwechsel 1917–1946&amp;#039;&amp;#039;]. München: C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, S. 539.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* 1951 – Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wird in [[Jerusalem]] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1979 – Eine englische Übersetzung wird veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1980 – Eine lateinische Übersetzung ([[Guillaume Postel]]s) wird von [[Francois Secret]] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1983 – Eine französische Übersetzung ([[Joseph Gottfarstein]]) wird veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 1994 – Der hebräische Text wird anhand der Handschriften von [[Daniel Abrams (Hebraistik)|Daniel Abrams]] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* 2005 – Die lateinische Übersetzung von Flavius Mithridates wird zusammen mit einer kritischen Edition des hebräischen Textes von [[Saverio Campanini]] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; besteht aus fünf Sektionen, welche unterteilt sind in 200 kurze Paragraphen. Es hat die Form eines exegetischen [[Midrasch]] im typischen Frage-Antwort-Stil als Dialog zwischen Schülern und Meister. Die Hauptpersonen sind &amp;#039;&amp;#039;R. Amora&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Amorai&amp;#039;&amp;#039;), und &amp;#039;&amp;#039;R. Rahamai&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Rehumai&amp;#039;&amp;#039;). Manche Aussagen des Buches sind R. Berechiah, [[Jochanan bar Nappacha|R. Johanan]], R. Bun zugerechnet, Rabbiner, die in späteren Midraschim erwähnt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; beinhaltet Kommentare, welche die mystische Bedeutung von biblischen Versen erklären. Dabei geht es vor allem um die ersten Kapitel des Buches &amp;#039;&amp;#039;Bereschith&amp;#039;&amp;#039; ([[1. Buch Mose]]), also um das Grundverhältnis zwischen Gott und Welt. Dieses wird auch durch viele weitere Zitate aus der [[Tora]] und deren Auslegung beleuchtet. Daneben wird die Form der [[Hebräisches Alphabet|hebräischen Buchstaben]] und ihre Vokalisierung erläutert. Auch Aussagen des &amp;#039;&amp;#039;[[Sefer Jezirah]]&amp;#039;&amp;#039; (‚Buch der Schöpfung‘) werden aufgenommen und interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; ist reich an [[Gleichnis]]sen, in denen vor allem die [[Figur (Fiktion)|Figur]] eines Königs im Mittelpunkt steht, mit deren Hilfe das Wesen und das Handeln Gottes illustriert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abteilungen ===&lt;br /&gt;
Sektion 1 (§ 1–16) beinhaltet Kommentare zu den ersten Versen des Buches &amp;#039;&amp;#039;Bereschith&amp;#039;&amp;#039; (1. Buch Mose) und allgemeines über die Schöpfungserzählung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sektion 2 (§ 17–44) spricht über das Aleph-Beth (das hebräische Alphabet) und erhält ihre Inspiration vom &amp;#039;&amp;#039;[[Sefer Jezirah]]&amp;#039;&amp;#039;, welches die Schöpfung-Buchstaben mit der in der Tora überall präsenten Mystik verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sektion 3 (§ 45–122) beinhaltet die sieben Stimmen und die [[Sephiroth]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sektion 4 (§ 124–193) wird gruppiert durch die Titel der zehn Sephiroth.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sektion 5 (§ 193–200) schließt die Argumentation ab und nennt die Mysterien der Seele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sephiroth ===&lt;br /&gt;
Das hebräische Wort [[Sephiroth]] wurde zuerst im &amp;#039;&amp;#039;[[Sefer Jezirah]]&amp;#039;&amp;#039; verbunden mit den Ziffern von 1 bis 10 genannt und hatte dort noch nicht die Bedeutung, die spätere Kabbalisten ihm gegeben haben. Erst im &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; findet man die erste Diskussion über das kabbalistische Konzept der Sephiroth als göttliche Attribute oder Kräfte des emanierten [[JHWH|Gottes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Schöpfung ===&lt;br /&gt;
Die Welt ist, nach dem &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039;, nicht Produkt eines Schöpfungsaktes. So wie Gott existiert dieses Buch schon seit aller Ewigkeit, nicht nur in Potenz, sondern auch in Aktualität. Die [[Schöpfung]] besteht zumeist aus der Erscheinung, die aus der ersten Sephira, &amp;#039;&amp;#039;Or ha-Ganus&amp;#039;&amp;#039; oder, wie sie auch genannt wird: &amp;#039;&amp;#039;[[Kether|Keter Eljon]]&amp;#039;&amp;#039;, aus Gott hervorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese &amp;#039;&amp;#039;Sephira&amp;#039;&amp;#039; gebar die &amp;#039;&amp;#039;Chochma&amp;#039;&amp;#039; (Weisheit), von welcher die &amp;#039;&amp;#039;Bina&amp;#039;&amp;#039; (Intelligenz) emanierte. Von diesen dreien, den obersten &amp;#039;&amp;#039;Sefirot&amp;#039;&amp;#039;, und von den ersten Prinzipien des Universums emanierten, eine nach der anderen, die sieben unteren &amp;#039;&amp;#039;Sephiroth&amp;#039;&amp;#039;. Aus diesen wiederum ist alles materielle Sein geformt. Die zehn &amp;#039;&amp;#039;Sephiroth&amp;#039;&amp;#039; sind jeweils miteinander verbunden, und jede einzelne hat einen aktiven und einen passiven Teil im Prozess des Bekommens und des Weitergebens der Emanierungen. Der Ausfluss der einen &amp;#039;&amp;#039;Sephira&amp;#039;&amp;#039; in die andere wird symbolisiert durch die Form der Buchstaben des hebräischen Alphabets. So repräsentiert das [[Gimel (Hebräisch)|Gimel]] (ג), geformt wie ein Rohr mit Öffnungen an jedem Ende, die &amp;#039;&amp;#039;Sephira&amp;#039;&amp;#039;, welche Stärke von der einen Seite bekommt und an die andere weitergibt. Die zehn &amp;#039;&amp;#039;Sephiroth&amp;#039;&amp;#039; sind die Energie Gottes, die Form in der sein Sein sich manifestiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reinkarnation ===&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; übernimmt die Vorstellung von [[Reinkarnation]], um die [[Theodizee]] zu lösen: „Der Gerechte war möglicherweise in seinem vorherigen Leben böse und der Böse gerecht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schefa ===&lt;br /&gt;
Der Begriff ({{heS|שֶׁפַע|schefa}}) ist deutlich älter als die kabbalistische Literatur und begegnet bereits im biblischen Hebräisch sowie in der talmudischen Überlieferung. In diesen Kontexten bezeichnet „schefa“ allgemein Fülle, Überfluss oder Wohlstand und gehört zum alltagssprachlichen religiösen Wortschatz, ohne eine spezialisierte oder systematische Bedeutung zu besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Hebräische Bibel|Hebräischen Bibel]] steht schefa meist im Zusammenhang mit materiellem Reichtum oder landwirtschaftlichem Ertrag. So heißt es etwa in [[Deuteronomium]] ({{B|Dtn|33|19}}), Israel werde „den Überfluss (שֶׁפַע) der Meere saugen“, während in [[Sprüche]] ({{B|Spr|3|9–10}}) der gerechte Umgang mit Besitz dazu führt, dass sich die Speicher „mit Überfluss (שֶׁפַע) füllen“. Auch [[Psalm]] ({{B|Ps|37|16}}) verwendet den Begriff im Sinn materieller Fülle. In all diesen Fällen bezeichnet schefa eine konkrete, erfahrbare Segensgabe, ohne in eine weitergehende metaphysische Struktur eingebunden zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der [[Talmud|talmudischen]] Literatur bleibt schefa ein nicht-theoretischer Ausdruck für göttlichen Segen, Mehrung oder Wohlstand. Zwar wird der Ursprung dieses Segens Gott zugeschrieben, doch fehlt eine ausgearbeitete Lehre von einem innergöttlichen Ausfluss oder einer gestuften Vermittlung göttlicher Wirksamkeit, wie sie für die spätere Kabbala kennzeichnend ist. Der Segen erscheint vielmehr als unmittelbares Resultat göttlichen Handelns, häufig in Verbindung mit ethischem Verhalten und Gebotserfüllung.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Shefa (Kabbalah).&amp;#039;&amp;#039; Sefaria Library, auf sefaria.org [https://www.sefaria.org/topics/shefa1]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine entscheidende Bedeutungsverschiebung vollzieht sich erst in der frühkabbalistischen Literatur, insbesondere im &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039;. Hier wird der Begriff erstmals aus seinem alltagssprachlichen Bedeutungsfeld herausgelöst und theosophisch konzeptualisiert. Schefa bezeichnet nun eine göttliche Ausströmung, die von höheren zu niedrigeren Ebenen vermittelt wird und mit den im &amp;#039;&amp;#039;Bahir&amp;#039;&amp;#039; noch unsystematisch entwickelten Vorstellungen der Sephiroth verbunden ist. Trotz seines fragmentarischen Charakters markiert der &amp;#039;&amp;#039;Bahir&amp;#039;&amp;#039; damit den Übergang von einer segensbezogenen zu einer metaphysischen Verwendung des Begriffs „schefa“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Shefa and the Fourfold River: Kabbalah and the Mystical Rewriting of Genesis 2:10-14.&amp;#039;&amp;#039; June 22, 2025, auf wayoftruth.blog [https://wayoftruth.blog/2025/06/22/shefa-and-the-fourfold-river-kabbalah-and-the-mystical-rewriting-of-genesis-210-14/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Goodman (Historiker)|Martin Goodman]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Judentums. Glaube, Kult, Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-608-96469-1, S. 461 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben und Kommentare ==&lt;br /&gt;
* Eines der besterhaltenen Manuskripte der ursprünglichen Form des &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wurde 1331 von Meir ben Solomon Abi-Sahula geschrieben; sein Kommentar zum &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wurde anonym unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Or ha-Ganus&amp;#039;&amp;#039; (‚Das verborgene Licht‘) veröffentlicht.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039; wurde von [[Gershom Scholem]] im Rahmen seiner Ende Januar 1922 abgeschlossenen Dissertation&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gershom Scholem|Gershom Sholem]]: &amp;#039;&amp;#039;Von Berlin nach Jerusalem. Jugenderinnerungen.&amp;#039;&amp;#039; erweiterte Fassung, aus dem Hebräischen von Michael Brocke und Andrea Schatz. Jüdischer Vlg., Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-633-54086-5. Das Buch wurde 2016 als Band 555 der [[Bibliothek Suhrkamp]] neu aufgelegt (ISBN 978-3-518-24065-6, S. 175)&amp;lt;/ref&amp;gt; ins Deutsche übersetzt. Scholem nutzte dabei Pico della Mirandolas Ausgabe von 1486. Die Übersetzung erschien 1969 in Neuauflage: &amp;#039;&amp;#039;Das Buch Bahir. Ein Schriftdenkmal aus der Frühzeit der Kabbala auf Grund der kritischen Neuausgabe von Gerhard Scholem.&amp;#039;&amp;#039; Reihe ‚Quellen und Forschungen zur Geschichte der jüdischen Mystik‘, hrsg. von [[Robert Eisler]], Drugulin-Vlg., Leipzig 1923. Neuausgabe Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1969; 4. Aufl. 1989, ISBN 3-534-05049-5&lt;br /&gt;
* Eine Übersetzung ins Englische wurde von [[Aryeh Kaplan]] vorgenommen.&lt;br /&gt;
* Eine kritische Ausgabe hat Saverio Campanini herausgegeben: &amp;#039;&amp;#039;The Book of Bahir. Flavius Mithridates&amp;#039; Latin Translation, the Hebrew Text, and an English Version&amp;#039;&amp;#039;, edited by Saverio Campanini with a Foreword by Giulio Busi, Torino, Nino Aragno Editore 2005, ISBN 88-8419-239-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu siehe auch:&lt;br /&gt;
* Gulio Busi, Simonetta M. Bondoni, Saverio Campanini (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Great Parchment: Flavius Mithridates’ Latin Translation, the Hebrew Text, and an English Version.&amp;#039;&amp;#039; Biblioteca cabbalistica di G. P. della Mirandola, 1; Turin: Nino Aragno, 2004; ISBN 88-8419-189-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks und Referenzen ==&lt;br /&gt;
* [[s:he:%D7%A1%D7%A4%D7%A8 %D7%94%D7%91%D7%94%D7%99%D7%A8|The (original Hebrew) text of Bahir at wikisource.org]]&lt;br /&gt;
* {{Toter Link|url=http://mysticalkeys.com/library/KBLH/bahir.pdf|text=Englische Übersetzung von R. Aryeh Kaplan als PDF}}&lt;br /&gt;
* {{Toter Link|url=http://home.utah.edu/~rfs4/jkm30.htm#_Sefer_ha_Bahir|text=Volltext Übersetzung}}&lt;br /&gt;
* [https://mybahir.blogspot.com/ Auslegungen zum &amp;#039;&amp;#039;Sefer ha-Bahir&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4211523-1|LCCN=n/84/074787|VIAF=182676640}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kabbala]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jüdische Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Doc.Heintz</name></author>
	</entry>
</feed>