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	<title>Seeblockade - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Seeblockade&amp;diff=88817&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gesetzesfreak: Notwendigste Korrekturen und Aktualisierungen durchgeführt.</title>
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		<updated>2026-04-20T16:49:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Notwendigste Korrekturen und Aktualisierungen durchgeführt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Seeblockade&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, seltener auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Seesperre&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist eine wichtige Strategie in einem [[Seekrieg]] und auch in manchen [[Wirtschaftskrieg]]en. Sie besteht darin, die Bewegungsfreiheit der gegnerischen [[Marine|Seestreitkräfte]] oder seiner [[Handelsschifffahrt]] durch eine [[Blockade (Militär)|militärische Blockade]] seiner Küste oder wichtiger Zufahrtswege einzuengen oder zu unterbinden. So konnte man z.&amp;amp;nbsp;B. dafür sorgen, dass dem Feind wichtige Ressourcen durch Handel fehlten. Auch die vom [[Seerecht]] eingeräumte Möglichkeit, fremde Schiffe auf Feindesgut zu durchsuchen, kann das Motiv einer Seeblockade sein. Allerdings kann die Seeblockade auch in anderen Fällen ein Mittel der Wahl sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemein ==&lt;br /&gt;
Im Kriegsfall ist die [[Zielsetzung]] einer Seeblockade, die maritimen Verkehrswege des Gegners mit [[Kriegsschiff]]en und/oder [[Minensperre]]n zu unterbrechen, sodass seine Fähigkeit zur Kriegsführung stark eingeschränkt oder seine [[Nachschub]]wege bedroht werden. Seeblockaden oder ihre Durchbrechung entschieden bereits im [[Altertum]] zahlreiche Kriege, u.&amp;amp;nbsp;a. in der [[Ägäis]] und den [[Perserkriege]]n, seitens der [[Phönizier]], im Kampf zwischen [[Karthago]] und [[Rom]]. Die [[Hanse]] errichtete die erste bekannte Seeblockade in Nordeuropa 1284 gegen [[Norwegen]] (siehe auch [[Seesperre von Hominde]] und [[Seesperren im Haderslev Fjord]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rechtlichen Grundlagen und Anforderungen für die Durchführung einer Blockade sind im &amp;#039;&amp;#039;San Remo Manual on International Law Applicable to Armed Conflicts at Sea&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.icrc.org/eng/resources/documents/misc/57jmsu.htm |wayback=20110128162609 |text=San Remo Manual on International Law Applicable to Armed Conflicts at Sea |archiv-bot=2023-01-08 10:48:44 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wechselwirkungen der Politik vor dem Ersten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
Im [[Schleswig-Holsteinischer Krieg (1848–1851)|Schleswig-Holsteinischen Krieg (1848–1851)]] brachte die dänische Marine innerhalb weniger Tage im April 1848 den deutschen [[Seehandel]] in [[Nordsee|Nord-]] und [[Ostsee]] zum Erliegen. Daraufhin wurde die [[Reichsflotte]] gegründet, die diese Blockade jedoch nicht brechen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem [[Deutsch-Französischer Krieg|Deutsch-Französischen Krieg]] (1870/71) erwog Frankreich eine Landung in Norddeutschland. Später gab es diese Pläne auf; während des Krieges blockierte die französische Flotte stattdessen die deutsche Nordseeküste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die um 1900 zunehmende Gegnerschaft zwischen Großbritannien und Deutschland erhielt eine auf den möglichen [[Seekrieg]] bezogene Eigendynamik:&lt;br /&gt;
* Das Deutsche Reich befürchtete eine Seeblockade der Briten und begann daher mit dem Bau einer eigenen [[Hochseeflotte]] als so genannter [[Risikoflotte]], die zur Abschreckung aller anderen Seemächte dienen sollte.&lt;br /&gt;
* Die britische Marine-Doktrin war der so genannte [[Two-Power-Standard]], der forderte, dass die Royal Navy als „Beherrscher der Weltmeere“ immer mindestens so stark sein müsse, wie die beiden nachfolgenden Flotten zusammen.&lt;br /&gt;
* Es kam zum [[Deutsch-Britisches Flottenwettrüsten|Deutsch-Britischen Wettrüsten]], dieses steigerte das Gefühl der Feindschaft und beschleunigte vermutlich die [[Blockadepolitik]].&lt;br /&gt;
* Letztlich erwies sich der Ausbau der deutschen [[Kaiserliche Marine|Kriegsmarine]] als nicht erfolgreich: Sie war zwar stark genug, um Großbritannien herauszufordern, aber noch zu klein für eine ernsthaftere Gefährdung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Krieg hatte die Admiralität Großbritanniens den Plan entwickelt, im Kriegsfall Deutschland in einem globalen Wirtschaftskrieg in die Knie zu zwingen; vorgesehen war die Blockade der See- und Kommunikationswege, die Zensur der Unterseekabel und das Abschneiden des deutschen Kaiserreichs von den Internationalen Finanzmärkten. Die britischen Planungen wurden aufgegeben, nachdem die US-Regierung davon erfahren und dagegen opponiert hatte, obwohl zuvor das britische Regierungskabinett 1912 den Plan der Admiralität gebilligt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stephen Kotkin |Titel=Stalin: Paradoxes of Power, 1878–1928 |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=Penguin |Ort=New York |Datum=2014 |ISBN=978-0-14-102794-4 |Seiten=146}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seeblockaden vor dem Ersten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
* Großbritannien erklärte dem revolutionären Frankreich am 1. Februar 1793 den Krieg und trat damit in den [[Erster Koalitionskrieg#Feldzug von 1793|Ersten Koalitionskrieg]] ein. Es verhängte eine Seeblockade über französische Hafenstädte, um Frankreich von seinem Überseehandel abzuschneiden.&lt;br /&gt;
* Die [[Elbblockade]] war eine [[1803]] beginnende Seeblockade der Elbe- und Wesermündung durch die [[Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland#Politische Entwicklung|britische]] Regierung vor Beginn des [[Dritter Koalitionskrieg|Dritten Koalitionskrieges]].&lt;br /&gt;
* Die [[Kontinentalsperre]] ({{frS|blocus continental}}, {{enS|continental system}}) war eine von [[Napoléon Bonaparte|Napoleon]] am 21. November 1806 in [[Berlin]] verfügte See- und [[Wirtschaftsblockade]] über die [[Britische Inseln|britischen Inseln]], die bis 1814 in Kraft blieb.&lt;br /&gt;
[[Datei:Scott-anaconda.jpg|mini|Scott-anaconda]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CSS Nashville2 blockade-runner.jpg|mini|CSS Nashville2 blockade-runner]]&lt;br /&gt;
* Während des [[Sezessionskrieg]]es 1861–1865 setzten die [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] gegenüber der [[Konföderierte Staaten von Amerika|Konföderation]] den [[Anakonda-Plan]] um, durch den die Südstaaten zu Land und zu See vom Güterimport und -export abgeschnitten wurden. Der Einsatz von konföderierten [[Blockadebrecher]]n, so genannten &amp;#039;&amp;#039;blockade runnern&amp;#039;&amp;#039;, konnte letztlich nicht die Effektivität der Blockade konterkarieren.&lt;br /&gt;
* Im Herbst 1888 begann eine Widerstandsbewegung gegen den Versuch der [[Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft|Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft]] (DOAG), ihre Herrschaft über den zu [[Sansibar]] gehörenden [[Mrima|Küstenstreifen]] des heutigen [[Tansania]] auszuweiten. Die von der DOAG um Hilfe gebetene Reichsregierung ([[Kabinett Bismarck]]) errichtete gemeinsam mit Großbritannien [[Aufstand der ostafrikanischen Küstenbevölkerung#Eingreifen der Reichsregierung|eine Seeblockade vor der ostafrikanischen Küste]]; diese wurde von Frankreich, Italien und Portugal unterstützt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Morlang: [https://www.zeit.de/2002/04/200204_a-blockade.xml &amp;#039;&amp;#039;Ein Schlag ins Wasser&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 4/2002&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willi A. Boelcke]]: &amp;#039;&amp;#039;So kam das Meer zu uns – Die preußisch-deutsche Kriegsmarine in Übersee 1822 bis 1914.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein, Frankfurt/Main / Berlin / Wien 1981, ISBN 3-550-07951-6, S. 202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Morlang: {{Webarchiv |url=http://www.y-punkt.de/portal/a/ypunkt/!ut/p/c4/LYvBCsIwEAX_aDep0oI3RQoi6lHbi6RJqIttUpZti-DHm4BvYC7DwxYTwSzUG6EYzIAPbCztuhW61fnnZ5rDW8CwfdEChVIV3vPFebAxeMkWH4SSezYSGabIMuQyM6cC5LBR-njQG63-09-yLc6Xuiq3p2t9w2kc9z_cRECN/ |wayback=20140523230911 |text=&amp;#039;&amp;#039;Seeblockade – Gegen die Sklaverei&amp;#039;&amp;#039;.}} In: [[Y (Zeitschrift)|Y – Das Magazin der Bundeswehr]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Seeblockaden im Ersten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Seekrieg im Ersten Weltkrieg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Britische Seeblockade in der Nordsee ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Luftblockade. Ein deutsches Marine-Luftschiff überprüft einen dänischen Dampfer, vermutlich in der Nordsee. Zeichnung von Willy Stöwer 1915.jpg|mini|Luftblockade. Ein deutsches Marine-Luftschiff überprüft einen dänischen Dampfer, vermutlich in der Nordsee. Zeichnung von [[Willy Stöwer]] 1915]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Seeblockade.jpg|mini|„Blockade-Brecher: Wie unsere Ostafrikaner Munition erhielten“]]&lt;br /&gt;
Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] war die britische Seeblockade des Deutschen Reichs in der [[Nordsee]] mitentscheidend dafür, dass die [[Mittelmächte]] ab etwa 1916 ins Hintertreffen gerieten. Der Import wichtiger Güter und Rohstoffe ins Deutsche Reich wurde durch sie weitgehend unterbunden. Wegen der Übermacht der britischen Flotte konnte das Deutsche Reich 1914 zur See keine Offensive starten, sodass die gegnerische Schifffahrt im [[Ärmelkanal]] keinen großen Störungen ausgesetzt war.&lt;br /&gt;
Insbesondere war durch die Kontrolle der nord- und westeuropäischen Meere gewährleistet, dass das [[British Expeditionary Force#Erster Weltkrieg|britische Expeditionskorps]] ungestört nach Frankreich übersetzen konnte. Deutschland versuchte (u.&amp;amp;nbsp;a. durch den Einsatz von Marineluftschiffen in der Nordsee) vergeblich, eine Gegenblockade Großbritanniens durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Destruction of the German Raider &amp;#039;leopard&amp;#039; by His Majesty&amp;#039;s Ships &amp;#039;achilles&amp;#039; and &amp;#039;dundee&amp;#039; Art.IWMART15814.jpg|mini|Destruction of the German Raider &amp;#039;leopard&amp;#039; by His Majesty’s Ships &amp;#039;achilles’ and &amp;#039;dundee&amp;#039; Art.IWMART15814]]&lt;br /&gt;
Während Deutschland sich in einem Zweifrontenkrieg behaupten musste, konnten die Briten ihre [[Seeherrschaft]] über die [[Nordsee]] aufrechterhalten. Sie hatte das Ziel, den Gegner von der Zufahrt zu allen [[Seeweg]]en abzuschneiden, was später auch die allgemeine Versorgung Deutschlands stark beeinträchtigte.&lt;br /&gt;
Die [[Northern Patrol (Erster und Zweiter Weltkrieg)|Northern Patrol]] blockierte im Dreieck [[Schottland]] – [[Island]] – [[Lofoten]] und die [[Dover Patrol]] blockierte im [[Ärmelkanal]]. Am 6. April 1917 erklärten die USA Deutschland den Krieg; im Oktober 1917 wurde die Northern Patrol aufgehoben. Die dadurch freiwerdenden Kräfte, insbesondere die [[Hilfskreuzer]], wurden nun zur Konvoisicherung im Atlantik genutzt.&lt;br /&gt;
Die effektive Seeblockade, die die Versorgung mit [[Nahrungsmittel]]n, [[Chilesalpeter]] und [[Kolonialwaren]] im Allgemeinen sehr erschwerte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Die Seeblockade&amp;quot;&amp;gt;{{cite web | title = Die Seeblockade | url = https://www.dhm.de/lemo/kapitel/erster-weltkrieg/kriegsverlauf/seeblockade | publisher = dhm.de | accessdate = 2019-10-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde auch nach dem Waffenstillstand vom November 1918 bis zum 12. Juli 1919&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.weimarer-republik.net/themenportal/chronik-1918-bis-1933/1919/juli-1919/ &amp;#039;&amp;#039;Die Chronik der Weimarer Republik&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Weimarer Republik – Deutschlands erste Demokratie&amp;#039;&amp;#039;. Abgerufen am 4. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; fortgeführt, um die Zustimmung zur Unterzeichnung der [[Pariser Vorortverträge]] im Sommer 1919 [[Diktatfrieden|zu erzwingen]]. Sie wurde erst danach aufgehoben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web | title = Lebensmittelversorgung | url = https://www.dhm.de/lemo/kapitel/erster-weltkrieg/alltag/versorgung/ | publisher = dhm.de | accessdate = 2019-10-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Cowley, Noel Geoffrey Parker |Titel=The Reader’s Companion to Military History |Verlag=Houghton Mifflin Harcourt |Datum=2001 |ISBN=0-618-12742-9 |Seiten=58–59 |Online={{Google Buch| BuchID = qOEu4ALwR-IC| Seite = 59| Hervorhebung= hunger blockade 1919}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Christopher Birrer: &amp;#039;&amp;#039;A Critical Analysis of the Allied Blockade of Germany, 1914–1918&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der britische General [[Herbert Plumer, 1. Viscount Plumer]] verlangte von der britischen Regierung Lebensmittelhilfen für die hungernde Bevölkerung. Seine Besatzungstruppen könnten nicht mehr den Anblick ertragen von „Horden von dünnen [[Kwashiorkor|aufgedunsenen]] Kindern, die um die Abfälle der britischen Unterkünfte betteln“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=John V. Denson |Titel=Costs of War |Verlag=Transaction Publishers |Datum=1999 |ISBN=1-4128-2045-6 |Seiten=240 |Online={{Google Buch |BuchID=IrAzsxzjIooC |Seite=240| Hervorhebung= hunger blockade 1919}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche [[Seekriegsleitung]] befahl ([[Flottenbefehl vom 24. Oktober 1918]]) einen Angriff auf die [[Royal Navy]], um deren anhaltende Seeblockade am 28. Oktober zu durchbrechen. Die neue Reichsregierung war strikt gegen diesen Angriff und erhielt Unterstützung durch den [[Kieler Matrosenaufstand]], der am 3. November 1918 begann. Dieser Aufstand war ein Auslöser der deutschen [[Novemberrevolution]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die britische Seeblockade war (sowohl nach damaligen als auch nach heutigen Maßstäben) ein klarer Bruch des Völkerrechts, weil sie eine systematische Unterversorgung der Zivilbevölkerung mit Lebens- und Nahrungsmitteln zur Folge hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Die Seeblockade&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Manuel Ladiges: &amp;#039;&amp;#039;Die Leipziger Kriegsverbrecherprozesse nach dem Ersten Weltkrieg&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Neue Zeitschrift für Wehrrecht]], Jg. 2019, Heft 5, S. 190.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu dieser Einschätzung kam bereits das [[Kaiserliches Gesundheitsamt|Reichsgesundheitsamt]] in einer Denkschrift vom 16. Dezember 1918. Es schrieb ihr den Tod von 763.000 Zivilisten und einen Gesamtschaden &amp;#039;&amp;#039;an deutscher Volkskraft&amp;#039;&amp;#039; von mehr als 56,3 Milliarden Mark zu.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Werk des Untersuchungsausschusses der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung und des Deutschen Reichstages 1919–1928. Die Ursachen des Deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918&amp;#039;&amp;#039;. 4. Reihe, 6. Band, S. 387–442, Berlin 1928.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht enthalten in diesen Zahlen sind die Toten der Hungersnot im Jahr 1919 infolge der anhaltenden Seeblockade seit dem Waffenstillstand. Belastbare Zahlen zu den Opfern existieren (Stand 1985) nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=C. Paul Vincent |Titel=The Politics of Hunger: The Allied Blockade of Germany, 1915–1919 |Verlag=Ohio University Press |Ort=Athen OH |Datum=1985 |ISBN=978-0-8214-0831-5 |Seiten=141}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1919 schätzte der deutsche Mediziner [[Max Rubner]] die Zahl der Blockadetoten nach dem Waffenstillstand auf 100.000; ebenso der britische Gewerkschaftsführer und Friedensaktivist [[Robert Smillie]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Max Rubner |Titel=Von der Blockade und Aehnlichem |Sammelwerk=[[Deutsche Medizinische Wochenschrift]] |Band=45 |Nummer=15 |Ort=Berlin |Datum=1919-04-10 |ISBN= |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Suda Lorena Bane |Hrsg=Ralph Haswell Lutz, Suda Lorena Bane |Titel=The Blockade of Germany After the Armistice, 1918–1919: Selected Documents of the Supreme Economic Council, Superior Blockade Council, American Relief Administration, and Other Wartime Organizations |Verlag=Stanford University Press |Ort= |Datum=1942 |Seiten=791}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die höhere deutsche Zahl schließt wohl die innenpolitischen Fehler bei der [[Lebensmittelmarke|Lebensmittelrationierung]] (man rechnete anfänglich nur mit einem kurzen Krieg) mit ein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dhm.de/lemo/kapitel/erster-weltkrieg/alltag/versorgung Lemo-Abhandlung zum Ersten Weltkrieg]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Britische Seeblockade vor Ostafrika ===&lt;br /&gt;
Der [[Erster Weltkrieg in Ostafrika|Erste Weltkrieg in Ostafrika]] war geprägt durch die geographische Isolation der deutschen [[Schutztruppe]] in [[Deutsch-Ostafrika]]. Das Deutsche Reich verfügte in dieser Region nur über den [[Kleiner Kreuzer|Kleinen Kreuzer]] &amp;#039;&amp;#039;[[Königsberg (Schiff, 1907)|Königsberg]]&amp;#039;&amp;#039;, der jedoch ab Ende September 1914 im Delta des [[Rufiji]]-Flusses von überlegenen britischen Kräften blockiert wurde. Ab dem 1. März 1915 verhängte Großbritannien eine Seeblockade vor der gesamten Küste Deutsch-Ostafrikas. Schiffsverkehr der [[Mittelmächte]] und neutraler Staaten wurde verboten, die Einhaltung durch Kreuzer und Hilfsschiffe überwacht. Dennoch gelang zwei deutschen [[Blockadebrecher]]n im Verlauf des Krieges der Durchbruch: die &amp;#039;&amp;#039;[[Rubens (Schiff)|Rubens]]&amp;#039;&amp;#039; erreicht im April 1915 schwer beschädigt die [[Mansabucht]] bei [[Tanga (Tansania)|Tanga]], und die &amp;#039;&amp;#039;[[Marie (Schiff, 1906)|Marie]]&amp;#039;&amp;#039; erreichte im März 1916 [[Sudi]] und konnte die Blockade beim Auslaufen ein zweites Mal durchbrechen.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard K. Lochner: &amp;#039;&amp;#039;Kampf im Rufiji-Delta – Das Ende des kleinen Kreuzers »Königsberg«. Die deutsche Marine und Schutztruppe im Ersten Weltkrieg in Ostafrika&amp;#039;&amp;#039;. Heyne, München, 1987, ISBN 3-453-02420-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutsche Seeblockade in der Ostsee ===&lt;br /&gt;
Obwohl die [[russische Ostseeflotte]] der deutschen numerisch weit überlegen war, gelang es dem deutschen Oberbefehlshaber Prinz [[Heinrich von Preußen (1862–1929)|Heinrich von Preußen]], sie in die Defensive zu drängen. Dadurch kam es während des ganzen Krieges zu keinem einzigen russischen Angriff auf deutsche Küsten, aber die deutsche Marine konnte die Operationen des Heeres im [[Baltikum]] unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seesperre 1917/18 der Adria ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Otranto-Sperre}}&lt;br /&gt;
Obwohl die [[österreichische Marine]] damals die sechstgrößte Kriegsmarine der Welt war, konnte sie ihre Stärke nicht voll ausspielen, einerseits weil sie vor allem dem [[Küstenschutz]] und der Abschreckung dienen sollte, andererseits durch die [[geografisch]]en Gegebenheiten – insbesondere die Meeresenge der [[Adriatisches Meer|Adria]] bei [[Otranto]]. Die [[Straße von Otranto]] begünstigte die Errichtung einer Seeblockade entscheidend. Diese Blockade konnte nach dem Seitenwechsel [[Italien]]s zur [[Triple Entente]] auf der mit Hilfe [[Frankreich]]s und [[Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland|Großbritanniens]] gestützten Vorherrschaft im Mittelmeer aufbauen. Von dieser gesicherten Basis aus gelang den drei Ländern, eine Seesperre aus Schiffen und schwerer Küstenartillerie bei Otranto zu errichten. Zweimal versuchte die [[Österreichische Marine|k.u.k. Kriegsmarine]], die Seesperre zu durchbrechen. Beim ersten Durchbruchsversuch im Sommer 1917 kam es zum [[Seegefecht in der Straße von Otranto|größten Seegefecht]] Österreich-Ungarns im Ersten Weltkrieg, bei dem die Alliierten eine schwere Niederlage verzeichneten, die k.u.k. Marine aber nur geringe Schäden erlitt. Dennoch gelang der Durchbruch nicht, weil die topografisch begünstigte Seesperre immer noch zu stark war. Der zweite und letzte Versuch wurde im Juni 1918 unternommen, wurde aber abgebrochen, da der [[Überraschung (Militär)|Überraschungseffekt]] misslang: Die Alliierten entdeckten eines der zwei Flottengeschwader vorzeitig und konnten die &amp;#039;&amp;#039;[[Szent István (Schiff)|Szent István]]&amp;#039;&amp;#039; versenken, sodass der Donau-Monarchie nur noch drei moderne [[Dreadnought|Großschlachtschiffe]] verblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seeblockaden im Zweiten Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
Auch angesichts der Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg forderte Hitler „Lebensraum im Osten“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.h-ref.de/krieg/lebensraum/ Holocaustreferenz: &amp;#039;&amp;#039;Lebensraum&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um Arrondierung des Lebensraumes im Osten und um Sicherstellung der Ernährung… In Europa ist keine andere Möglichkeit zu sehen.}}&lt;br /&gt;
Die angesprochene Ernährung der importabhängigen zahlreichen deutschen Bevölkerung war im und noch nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund der britischen Seeblockade nicht gewährleistet gewesen und hatte zur militärischen und politischen Niederlage beigetragen. Der sowjetische Außenminister [[Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow|Molotow]] handelte mit [[Joachim von Ribbentrop|Ribbentrop]] in Moskau zuerst den [[Deutsch-Sowjetischer Wirtschaftsvertrag|Deutsch-Sowjetischen Wirtschaftsvertrag]] aus, der die Kriegsführung auch unter Blockadebedingungen durch sowjetische Rohstofflieferungen ermöglichte, und am 23. August 1939 den [[Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt|deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt]] aus. Somit war der Weg zum Zweiten Weltkrieg frei.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Zeidler (Historiker)|Manfred Zeidler]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsch-sowjetische Wirtschaftsbeziehungen im Zeichen des Hitler-Stalin-Paktes&amp;#039;&amp;#039;. In: Bernd Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt zum „Unternehmen Barbarossa“&amp;#039;&amp;#039;. Piper, München 1991, S. 98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche U-Boot-Blockade gegen Großbritannien konnte den Nachschub aus den USA nicht unterbrechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Belagerung von Malta (Zweiter Weltkrieg)|Belagerung von Malta]] im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] handelte es sich um eine von 1940 bis 1942 andauernde Seeblockade der Insel mit permanenten Luftangriffen durch die [[Regia Aeronautica|italienische]] und später auch der deutschen [[Luftwaffe (Wehrmacht)|Luftwaffe]] ([[Achsenmächte]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seeblockaden nach 1945 ==&lt;br /&gt;
* Blockade Kubas durch die USA während der [[Kubakrise]] 1962 und [[Ölblockade der Vereinigten Staaten gegen Kuba|Ölblockade]] 2026&lt;br /&gt;
* Blockade der [[Straße von Hormus]] im [[Irankrieg 2026]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Blockadebrecher]]&lt;br /&gt;
* [[Embargo]]&lt;br /&gt;
* [[Prisenrecht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Quellen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Weltgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Kompakt-Verlag München 2002.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Brockhaus&amp;#039;&amp;#039; 1959–1962 (5 Bände und Atlas)&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Titel=The Treaty of Versailles: A Reassessment After 75 Years&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Publications of the German Historical Institute&lt;br /&gt;
   |Verlag=German Historical Institute; Cambridge University Press&lt;br /&gt;
   |Ort=Washington DC, Cambridge UK, New York NY&lt;br /&gt;
   |Datum=1998&lt;br /&gt;
   |ISBN=0-521-62132-1}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=C. Paul Vincent&lt;br /&gt;
   |Titel=The Politics of Hunger: The Allied Blockade of Germany, 1915–1919&lt;br /&gt;
   |Verlag=Ohio University Press&lt;br /&gt;
   |Ort=Athens OH&lt;br /&gt;
   |Datum=1985&lt;br /&gt;
   |ISBN=0-8214-0820-8}}&lt;br /&gt;
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== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Seekriegsführung]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Gesetzesfreak</name></author>
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