<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Schwerzen</id>
	<title>Schwerzen - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Schwerzen"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schwerzen&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T21:18:58Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schwerzen&amp;diff=2461620&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tsor: EW-Fehler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schwerzen&amp;diff=2461620&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-18T23:03:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;EW-Fehler&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|Willmendingen|Zum deutschen Geistlichen siehe [[Franz Leopold Ignatius von Beck zu Willmendingen]].}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland&lt;br /&gt;
| Ortsteil               = Schwerzen&lt;br /&gt;
| Gemeindeart            = Gemeinde&lt;br /&gt;
| Gemeindename           = Wutöschingen&lt;br /&gt;
| Ortswappen             = Wappen Schwerzen.png&lt;br /&gt;
| Ortswappen-Beschreibung = Ehemaliges Gemeindewappen von Schwerzen&lt;br /&gt;
| Breitengrad            = 47.643250&lt;br /&gt;
| Längengrad             = 8.356375&lt;br /&gt;
| Bundesland             = DE-BW&lt;br /&gt;
| Höhe                   = 383 &amp;lt;!-- Quelle: Geodatenzentrum --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Fläche                 = &lt;br /&gt;
| Einwohner              = 1080&lt;br /&gt;
| Einwohner-Stand-Datum = 2022&lt;br /&gt;
| Einwohner-Quelle = &amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://citypopulation.de/en/germany/settlements/badenwurttemberg |titel=Citypopulation |abruf=2025-12-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Eingemeindungsdatum    = 1975-01-01&lt;br /&gt;
| Eingemeindet-nach      = &lt;br /&gt;
| Postleitzahl1          = 79793&lt;br /&gt;
| Postleitzahl2          = &lt;br /&gt;
| Vorwahl1               = 07746&lt;br /&gt;
| Vorwahl2               = &lt;br /&gt;
| Lagekarte              = &lt;br /&gt;
| Lagekarte-Beschreibung = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:2015-01-31 09-16-52 - Germany Baden-Württemberg Lauchringen Lauchringen.JPG|mini|270px|Luftbild von Horheim und Schwerzen vom Januar 2015 Hinten Mitte li.:Wutöschingen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schwerzen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Ortsteil]] der Gemeinde [[Wutöschingen]] mit 1101 Einwohnern (Stand: 31. März 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Einwohner&amp;quot; /&amp;gt; im [[Landkreis Waldshut]] in [[Baden-Württemberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
=== Gliederung ===&lt;br /&gt;
Zu Schwerzen gehören die [[Dorf|Dörfer]] Schwerzen und Willmendingen sowie das [[Gehöft]] [[Bohlhof]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &amp;#039;&amp;#039;Verwaltungsraum Wutöschingen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg.&amp;#039;&amp;#039; hrsg. von d. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1046–1049.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die [[Wüstung]] &amp;#039;&amp;#039;Schweikhof&amp;#039;&amp;#039;, heute eine [[Lichtung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geographische Lage ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blick vom Hohen Brand zum Säntis.jpg|mini|Blick über Semberg und [[Kätzler]] zum [[Säntis]] (Spitze rechts oben) vom [[Hohen Brand]] oberhalb [[Breitenfeld (Waldshut-Tiengen)|Breitenfeld]], im Tal Schwerzen und Horheim]]&lt;br /&gt;
Schwerzen liegt am östlichen Rand des [[Südschwarzwald]]s im [[Klettgau]] auf {{Höhe|377|DE-NN}} auf einer [[Seitenmoräne|Schotterterrasse]] unterhalb dem Bohlhof und dem Semberg an der heute durch einen [[Schutzdamm]] gezähmten [[Wutach]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geologie ===&lt;br /&gt;
Die oberflächlich ältesten zu Tage tretende Gesteine am Fuß des Bohlhof stammen aus dem [[Schwarzer Jura|Schwarzen Jura]], der [[Arietenkalk-Formation]] und der [[Gryphaeensandstein-Formation]], wobei die tieferen Schichten zahlreiche [[Belemnit]]en aufweisen. Diese werden von eisenhaltigen (rötliche Bodenfärbung) der [[Humphriesioolith-Formation]] überlagert, die auf der Hochfläche des Bohlhof erschlossen sind. Der Semberg besteht mit seiner Kuppe aus [[Nagelfluh]], am südlichen Abhang befinden sich einige [[Abri]], ebenfalls im Nagelfluh. Am Talende befindet sich die &amp;#039;&amp;#039;Hermannshöhle&amp;#039;&amp;#039;, die jedoch weniger eine Höhle als ein wenige Meter tiefes Erdloch darstellt, ebenfalls im Nagelfluh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Faustkeil.jpg|mini|Faustkeil aus [[Feuerstein]], gefunden beim Bau des Hochbehälters auf dem Semberg]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Frühgeschichte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf dem Semberg befinden sich die Reste einer Fliehburg, der [[Wallburg Semberg]]. Auf dem [[Schloßbückle (Wallburg)|Schloßbückle]] finden sich ebenfalls Reste einer Wallanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In der städtischen Sammlung in Freiburg befindet sich eine Angel von Bronze, die in der Wutach gefunden wurde.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Heimatbuch für den Amtsbezirk Waldshut&amp;#039;&amp;#039;, Hrsg.: W. H. Mayer, Verlag R. Philipp, Waldshut 1926, S. 167.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Mittelalter&lt;br /&gt;
Schwerzen wird in der Urkunde, mit der der Zürichgaugraf [[Eberhard VI. von Nellenburg|Eberhard]], dem Gründer des Klosters [[Kloster Allerheiligen (Schweiz)|Allerheiligen in Schaffhausen]] und dem [[Zähringer]] Berthold, Vogt der Kirche in Bamberg, zum Bau des Klosters ein Gut in &amp;#039;&amp;#039;Rodilinstein&amp;#039;&amp;#039; tauscht, ausgestellt Anfang März 1050 in [[Hilzingen]], mit einem &amp;#039;&amp;#039;Adelbertus de Swercin&amp;#039;&amp;#039; in der Namensnennung der Zeugen erstmals genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Franz Ludwig Baumann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen&amp;#039;&amp;#039; 1881, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Des Weiteren wird im [[Rotulus Sanpetrinus]]  ebenfalls ein &amp;#039;&amp;#039;Adelbertus de Swerce&amp;#039;&amp;#039; um 1122 genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Edgar Fleig: &amp;#039;&amp;#039;Handschriftliche, wirtschafts- und verfassungsgeschichtliche Studien zur Geschichte des Klosters St. Peter auf dem Schwarzwald&amp;#039;&amp;#039;, 1907, S. 98.&amp;lt;/ref&amp;gt; Willmendingen wird in einem Kopialbuch des [[Kloster St. Blasien (Schwarzwald)|Klosters St. Blasien]] 1285 erstmals als &amp;#039;&amp;#039;Wilmundengen&amp;#039;&amp;#039; erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Albert Krieger]]: &amp;#039;&amp;#039;Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden&amp;#039;&amp;#039;, 1905, Spalte 1180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Schwerzen im Grünweg.jpg|mini|Schwerzen mit Kirche, Rathaus und ehemaligem [[Hausrind#Bulle/Stier|Farrenstall]] im Hintergrund]]&lt;br /&gt;
„1167 hieß es Swerzin, 1347 Swertzun und 1350 Schwertzen. […] Schwerzen war in frühester Zeit Sitz eines Adelsgeschlechts. Urkundlich werden Adelbertus, Arnoldus und 1135 ein ‚Guntram de Swerzin‘ genannt. Im 12. Jahrhundert hatte das [[Kloster Berau]] (Tochterzelle von St. Blasien) hier Besitz und Recht. Die Kirche von Schwerzen wird bereits 1157 genannt. Die Pfarrei zählte zu den ältesten in der Gegend; sie gehörte ursprünglich zum Dekanat Thengen ([[Hohentengen am Hochrhein#Gründung und Mittelalter|Hohentengen]]) und war seit 1275 dem [[Bistum Konstanz]] eingegliedert. Im Jahre 1473 verkaufte Diethelm von Krenkingen dem Bischof [[Otto IV. von Sonnenberg|Otto von Konstanz]] mit Tiengen auch seine Rechte auf den [[Kirchensatz]] (Kirchenfond) in Schwerzen.“&amp;lt;ref&amp;gt;W. H. Mayer: &amp;#039;&amp;#039;Heimatbuch für den Amtsbezirk Waldshut&amp;#039;&amp;#039;, 1926, S. 167 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaft Wutental ===&lt;br /&gt;
Da die im 12. und 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert noch vorwiegend lokalen Herrscher (Adelsfamilien) ihre Territorien möglichst einheitlich zusammenfassten, wurden die (heutigen) Orte Schwerzen, Willmendingen, [[Horheim]], Lüttisloh (heutige „Höfe“ bei Horheim), Wutöschingen und [[Ofteringen]] vom [[Herren von Krenkingen|Adelsgeschlecht der Krenkinger]] zur „Herrschaft Wutental“ verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit war, dass die [[Wutach]] seit [[Karolinger|karolingischer Zeit]] die Grenze zwischen dem [[Albgau (Südschwarzwald)|Albgau]] und dem [[Klettgau]] markierte, die somit mitten durch die Herrschaft Wutental zog. So zählten Horheim (und Lüttisloh) sowie Ofteringen zum Albgau und später dann zur [[Landgrafschaft Stühlingen]], während Schwerzen, Willmendingen und Wutöschingen zur [[Landgrafschaft Klettgau]] gehörten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folge war, dass Wutental unter der jeweiligen Landesherrschaft (und der damit verbundenen [[Hohe Gerichtsbarkeit|Hohen Gerichtsbarkeit]]) getrennt blieb, während die [[Niedere Gerichtsbarkeit]] unter zahlreichen kleinen ‚Herren‘ (dazu zählten auch Klöster) von Dorf zu Dorf geteilt war und auch oft wechselte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Krenkinger veräußerten die Herrschaft im Jahr 1361 an die im [[Linzgau]] ansässigen Herren von [[Hohenfels (bei Stockach)|Hohenfels]], welche sie 1410 an die aus dem [[Zürichgau]] stammenden [[Ritter von Rümlang|Edlen von Rumlang]] verkauften. Dabei wurde die Herrschaft erstmals Wutental benannt. Von Ulrich von Rumlang kam die Herrschaft im Jahre 1488 durch Kauf an Heinrich I. von Lupfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Ende des 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts kam es zwischen den Stühlinger [[Grafen von Lupfen]] und den Klettgauer [[Grafen von Sulz]] zu einem langwierigen Gebietsstreit um Wutental. Er endete erst, als nach dem Aussterben der Lupfener im Jahre 1582 der auf die Lupfener folgende kaiserliche Erbmarschall [[Maximilian von Pappenheim]] den von den Stühlingern beanspruchten Teil 1603 an den Klettgauer Landgrafen [[Karl Ludwig zu Sulz]] verkaufte. Nach dem Aussterben der Sulzer 1687 kam dann Wutental vollständig (mit dem gesamten Klettgau) an die [[Schwarzenberg (fränkisch-böhmisches Adelsgeschlecht)#Fürsten zu Schwarzenberg|Fürsten zu Schwarzenberg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Darstellung nach Hans Ruppaner: &amp;#039;&amp;#039;Die Landgrafschaften Stühlingen und Klettgau.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Wutöschingen.&amp;#039;&amp;#039; S. 49 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Unter der Verwaltung der Schwarzenberger wurden Ober- und Unterlauchringen mit der [[Lauffenmühle]] wie auch Degernau der […] Herrschaft Wuten- oder Wutachtal zugeordnet. […] 1783 wurden die bisherigen vier Ämter Tiengen, [[Jestetten]], Klettgau und Wutental aufgehoben und als neue Verwaltungsbezirke die Oberämter Tiengen (mit Ober- und Unterlauchringen) und Jestetten geschaffen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Brigitte Matt-Willmatt/Karl-Friedrich Hoggenmüller: &amp;#039;&amp;#039;Lauchringen. Chronik einer Gemeinde.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Gemeinde Lauchringen, Verlag K. Zimmermann, Konstanz 1986, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der napoleonischen Neuordnung Süddeutschlands hin zu weitaus umfangreicheren Herrschaften, gingen die Ämter 1806/1812 im [[Großherzogtum Baden]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Willmendingen&lt;br /&gt;
[[Datei:Schloss Willmendingen in Schwerzen.JPG|mini|Das Schloss Willmendingen, 1609 erbaut durch Freiherr [[Johann Jakob von Beck|Johann Jakob von Beck zu Willmendingen]]]]&lt;br /&gt;
Ein eigenes Amtshaus (wie zum Beispiel in [[Bettmaringen]]) und wie es in den anderen Ämtern üblich war, wurde im Wutenamt nicht errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1607 besaßen die Freiherren von Beck den Ort Willmendingen als [[Mannlehen]]. Sie erbauten das [[Schloss Willmendingen]]. Im Vorgängerbau „wohnte einst ein freier Dienstadel. Später wurde er Sitz einer Statthalterei des [[Kloster Rheinau|Klosters Rheinau]], das in der Umgegend zahlreiche Besitzungen hatte. […] Franz Xaver von Beck, sardinischer Oberst, verkaufte 1803 Willmendingen an den Fürsten von Schwarzenberg um 52650 Gulden. […] Das Schloß Willmendingen ging nach dem [Ersten Welt-]Kriege durch Kauf vom Staat zu Schulzwecken an die Gemeinde Schwerzen über.“&amp;lt;ref&amp;gt;W. H. Mayer: &amp;#039;&amp;#039;Heimatbuch für den Amtsbezirk Waldshut&amp;#039;&amp;#039;, 1926, S. 168.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Revolution in Baden 1848&lt;br /&gt;
Aufzeichnungen des Urgroßvaters des um 2000 noch aktiven Adlerwirts, dem um 1900 lebenden Walter Albiker, wurden von Peter-Georg Biewald im Archiv des Gasthauses aufgefunden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|In Schwerzen bestand bis zum Volksaufstand 1848 eine stattliche Bürgerwehr. […] Zu den damaligen 40 bis 60 Mann zählte auch eine eigene Bürgerwehrmusik. Bei festlichen Anlässen zeigte sich der Trupp in großer Prachtentfaltung. […] Der Großvater Ludwig von Walter Albiker (1824 bis 1913) gehörte noch bis zu seiner Teilnahme am [[Badische Revolution|badischen Volksaufstand]] der Bürgerwehrmusik an.|Peter-Georg Biewald: &amp;#039;&amp;#039;Die Bürgerwehr&amp;#039;&amp;#039;, Alb-Bote, 2. Februar 1999.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Recherche Biewalds in der Uni Freiburg gelang es ihm, noch vier weitere Teilnehmer aus Schwerzen am Volksaufstand namentlich zu ermitteln.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter-Georg Biewald: &amp;#039;&amp;#039;Die Bürgerwehr. Geschichten zum Schmunzeln aus Wutöschinger Ortsteil&amp;#039;&amp;#039;, Alb-Bote, 2. Februar 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Nachkriegszeit&lt;br /&gt;
Von 1948 bis 1955 befand sich in Schwerzen die [[Badische Bauernschule]] in einer ehemaligen Baracke des [[Freiwilliger Arbeitsdienst|Arbeitsdienstes]]. Die Bauernschule war vor dem Krieg am 22. November 1931 durch mehrere Verbandszusammenschlüsse unter [[Lambert Schill]] als „Verein Badische Bauernschule“ im [[Burg Ittendorf|Schloss Ittendorf]] gegründet worden. 1933 wurde sie zwangsaufgelöst und nach dem Zweiten Weltkrieg in Schwerzen neu gegründet. Mit dem 7. Hauptlehrgang 1955 erfolgte der Umzug in einen großzügigen Neubau auf dem [[Vitibuck]] in Tiengen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband]] e.&amp;amp;nbsp;V., Freiburg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Weg der Bauernhochschule. Festschrift zur Eröffnung der Badischen Bauernschule Tiengen&amp;#039;&amp;#039;, 1955.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Tiengener Bauernschule wurde in den 1990er Jahren aufgelöst und die Gebäude abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Baracken dienten nach dem Zweiten Weltkrieg als Bezirkssammellager für Vertriebene und Flüchtlinge. Von den Baracken besteht noch eine als umgebautes Wohnhaus, die letzten wurden Ende der siebziger Jahre abgebrochen und das Areal zu einem Neubaugebiet umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Gebietsreform in Baden-Württemberg|Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg]] wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schwerzen mit Wirkung vom 1.&amp;amp;nbsp;Januar 1975 nach Wutöschingen eingemeindet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BibISBN|3170032631|Seite=524}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
Das Wappen der ehemals selbständigen Gemeinde Schwerzen zeigt in Rot einen goldenen Kelch. Der Kelch weist auf die alte Pfarrei von Schwerzen hin, der die umliegenden Dörfer und Weiler Hagnau, Endermettingen, [[Ühlingen-Birkendorf|Löhningen]], Muhren, [[St.-Gallus-Kapelle (Raßbach)|Raßbach]], Horheim mit den Höfen Lütisloh und Rehhalden, und der heutige Hauptort Wutöschingen bis in das 17. Jahrhundert zugehörig waren, das heißt, dass die Gläubigen die Kirche in Schwerzen besuchen mussten und der Pfarrer im Gegenzug diese Orte versorgte. 1361 verlieh Johann von Krenkingen die Herrschaft [[Gutenburg (Hochrhein)|Gutenburg]] und den &amp;#039;&amp;#039;Hof am Rain&amp;#039;&amp;#039; in Schwerzen den Brüdern Walter und Burkhard von Hohenfels. Die Pfarrei Schwerzen hatte etwa die gleiche Fläche wie die von Tiengen und entsprach mit dieser zusammen dem ehemaligen Herrschaftsgebiet der Krenkinger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildung ===&lt;br /&gt;
In Horheim befindet sich die 1996 neugebaute Grundschule (Auwiesenschule Horheim-Schwerzen).&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd Scheuble: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Im früheren Horheim kannte jeder noch jeden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. In: Südkurier vom 13. September 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
=== Bauwerke ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Januarius Zick, Johannes tauft Christus im Jordan.jpg|mini|Altar und Altarbild „Die Taufe Jesus durch Johannes im Jordan“ in der Pfarrkirche Schwerzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rathaus Schwerzen.jpg|mini|Ehemaliges Rathaus Schwerzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:IMGP3004 Roßkastanienbäume, Schwerzen.jpg|mini|Die Hundertjährigen [[Rosskastanie]]n beim Rathaus Schwerzen]]&lt;br /&gt;
* In Schwerzen steht auf einer Anhöhe die im Stil des [[Rokoko|Spätbarock]] gehaltene katholische [[St. Johannes der Täufer (Schwerzen)|Pfarrkirche St. Johannes der Täufer]]. Sie wurde in den Jahren 1781 bis 1791 vermutlich nach einem Plan des Barockbaumeisters [[Peter Thumb]] anstelle eines Vorgängerbaus unter Einbeziehung des ehemaligen Turmes errichtet.&lt;br /&gt;
* Das [[Gasthaus zum Adler (Schwerzen)|Gasthaus zum Adler]] in Schwerzen wurde erstmals 1706 genannt. Der Komplex mit Nebengebäuden wurde 1906 durch einen Brand vernichtet, das Gasthaus wieder aufgebaut. Vor dem Gasthaus steht der &amp;#039;&amp;#039;Dorfbrunnen&amp;#039;&amp;#039;. Der Einlauf dieses [[Zierbrunnen]] erfolgt über einen [[Obelisk]] mit bekrönenden Kelch, dem Symbol und Wappen von Schwerzen. Das als [[Oktogon (Architektur)|Oktogon]] gestaltete, steinerne Auffangbecken trägt an der Seite die Jahreszahl 1866, das Jahr der Brunnenerrichtung.&lt;br /&gt;
* Das ehemalige Rathaus ist ein zentrales Gebäude mit Schopfwalmdach im Ortsteil Schwerzen, das 1904 erbaut wurde. Es war Amtssitz des Bürgermeisters und diente zugleich als Volksschule mit Lehrerwohnung, dann als Kindergarten bis in die 1980er Jahre. Nach der Eingemeindung 1975 verlor es seine Bedeutung, woraufhin dort eine vermietete Wohnung und Probenräume für den Musikverein Schwerzen eingerichtet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Rathaus&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Südkurier]] vom 3. Juli 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Umbau und Sanierung wurde es 2009 für die örtlichen Vereine und Einrichtungen wieder eröffnet. Die Fassade ist in einem Blauton gestrichen.&amp;lt;ref&amp;gt;(va): &amp;#039;&amp;#039;Neuer Glanz im alten Rathaus&amp;#039;&amp;#039;. In: Südkurier vom 3. Juli 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Platz hinter dem  Rathaus wird von drei alten [[Rosskastanie]]n dominiert.&lt;br /&gt;
* In Willmendingen steht das [[Schloss Willmendingen]], daneben die ehemalige Grundschule, heute Kindergarten.&lt;br /&gt;
* Die [[Wallburg Semberg]] ist eine urzeitliche und im frühen Mittelalter vermutlich weiter überbaute Befestigung.&lt;br /&gt;
* Im Jahre 2002 wurde auf dem Semberg in der Nähe des &amp;#039;&amp;#039;Kreuzweges&amp;#039;&amp;#039; eine kleine Kapelle errichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Günzel (lez): &amp;#039;&amp;#039;Neue Kapelle auf dem Semberg.&amp;#039;&amp;#039; In: Südkurier vom 6. Dezember 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin befindet sich das Alabasterwappen derer von Beck, das vom [[Antependium]] der ehemaligen Schlosskapelle übernommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fasnacht ==&lt;br /&gt;
Schwerzen ist in der Region weitherum für seine traditionellen [[Schwäbisch-alemannische Fastnacht|Fasnachtsumzüge]] bekannt. Diese werden von dem rührigen Narrenverein Gwaag organisiert, als &amp;#039;&amp;#039;Gwaag&amp;#039;&amp;#039; wird in Schwerzen der [[Rabenkrähe|Rabe]] bezeichnet, die Mehrzahl nennt man &amp;#039;&amp;#039;Gwaagen&amp;#039;&amp;#039;, (das Wort meinte vermutlich jedoch ursprünglich alle [[Raben und Krähen|Krähenvögel]]). Hier die erste Strophe des sieben Strophen umfassenden Schwerzener Narrenliedes (Text von Hauptlehrer Karl Martin):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schwerzen ist ein Narrennest&lt;br /&gt;
Hoorig ist die Ratz’&lt;br /&gt;
Schon vor langer Zeit gewest&lt;br /&gt;
Hoorig ist die Ratz’&lt;br /&gt;
Heut wie schon so manches Jahr&lt;br /&gt;
Hoorig isch der Ratz und Katz’&lt;br /&gt;
Wächst und blüht die Narrenschar&lt;br /&gt;
Hoorig isch die Katz’&lt;br /&gt;
Hoorig, hoorig, hoorig isch die Ratz und Katz’&lt;br /&gt;
Hoorig, hoorig, hoorig isch die Katz’ (Refrain)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infrastruktur und Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
Es gibt eine Grundschule, ein &amp;#039;&amp;#039;Gasthaus Adler&amp;#039;&amp;#039; und einen Pub. Kleine Handwerksbetriebe und Landwirtschaft. Die einst selbständige Gemeinde Schwerzen verfügte über eine eigene Wasserversorgung und große Waldungen. Einkaufsmöglichkeiten bestehen keine mehr, die Geschäfte liegen in den umgebenden Orten, ÖPNV fährt häufig. Die Landstraße von Schwerzen nach [[Bechtersbohl]] wurde von [[Grenzgänger]]n stark frequentiert. Zurzeit wird sie beim Bau von Umfahrungen abgeleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verkehr ===&lt;br /&gt;
An der westlichen Gemarkungsgrenze der Gemeinde Wutöschingen nach Lauchringen endet die teilstückdurchsetzte [[Bundesautobahn 98|A98]] mit Auffahrt auf die [[Bundesstraße 314]] (B314) nahe Horheim. Geradeaus (im Bau) führt eine Stichstraße zur B34. Hier führt parallel zur B314 die Bahnstrecke der erneuerten [[Wutachtalbahn]], ausgehend vom [[Bahnhof Lauchringen]] von der [[Hochrheinbahn]] nach Nordosten abzweigend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zur Bahnlinie verläuft der [[Südschwarzwald-Radweg|Südschwarzwaldradweg]] als Rundweg von [[Hinterzarten]] über [[Waldshut-Tiengen]], [[Velofahren in Basel|Basel]] und [[Radverkehr in Freiburg im Breisgau|Freiburg]] rund um den [[Naturpark Südschwarzwald]]. Der Südschwarzwaldradweg führt von [[Eggingen]] über [[Ofteringen]], [[Degernau (Wutöschingen)|Degernau]] und [[Wutöschingen]] nach Schwerzen und [[Horheim]] und weiter nach [[Lauchringen]]. In diesem Abschnitt parallel verläuft der [[Schwarzwald-Panorama-Radweg|Schwarzwald-Panoramaradweg]] von [[Pforzheim]] nach Waldshut-Tiengen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordöstlich von Schwerzen auf dem Bohlhof liegt der [[Flugplatz Bohlhof]], ideal für Plane[[spotter]]. Schwerzen liegt in einer Einflugzone des [[Flughafen Zürich|Flughafens Zürich]]. Nachts gilt das im [[Fluglärmstreit zwischen der Schweiz und Deutschland]] erwirkte [[Nachtflugverbot]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--d.h. Personen, die in Schwerzen oder Willmendingen geboren sind --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Franz Leopold Ignatius von Beck zu Willmendingen]] (1752–1833), Theologe und Chorherr des St.-Verena-Stifts in Bad Zurzach&lt;br /&gt;
* [[Emil Kiesel]] (1910–1990), katholischer Priester und Gegner des Nationalsozialismus&lt;br /&gt;
* [[Emma Stoll]] (1920–2010), gründete zusammen mit ihrem Mann [[Christof Stoll]] die [[Stoll VITA Stiftung]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.badische-zeitung.de/waldshut-tiengen/gesundes-essen-als-lebensprinzip|wayback=20160719100208|text=&amp;#039;&amp;#039;Gesundes Essen als Lebensprinzip&amp;#039;&amp;#039;}} In: [[Badische Zeitung]] vom 26. Mai 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- d.h. Personen, die hier gelebt und vor Ort oder von diesem Ort aus bedeutendes geleistet haben, ohne dort geboren zu sein --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Johann Jakob von Beck]] (1566–1629), Freiherr von Willmendingen, Landvogt im Klettgau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wutöschingen – einst und heute, Das Lesebuch: Degernau, Horheim, Ofteringen, Schwerzen, Wutöschingen&amp;#039;&amp;#039;. Gemeinde Wutöschingen (Hrsg.), 2006.&lt;br /&gt;
* Hans Ruppaner, [[Helmut Maurer (Historiker)|Helmut Maurer]]: &amp;#039;&amp;#039;Pfarrei St. Johannes d. T. Schwerzen&amp;#039;&amp;#039;. Pfarrei St. Johannes, Schwerzen (Hrsg.), 1992.&lt;br /&gt;
* W. H. Mayer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Heimatbuch für den Amtsbezirk Waldshut&amp;#039;&amp;#039;, Verlag R. Philipp, Waldshut 1926.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.wutoeschingen.de/ Offizielle Internetseite der Gemeinde Wutöschingen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Einwohner&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.wutoeschingen.de/uploads/media/KW-15-2019_Textteil_01.pdf |titel=Gemeinde Wutöschingen  – Amtsbaltt April 2019 |format=PDF |seiten=2 |werk=Gemeinde Witöschingen |abruf=2021-10-25 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20211025160434/https://www.wutoeschingen.de/uploads/media/KW-15-2019_Textteil_01.pdf |archiv-datum=2021-10-25 |offline=ja |archiv-bot=2023-01-07 23:59:09 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Ortsteile von Wutöschingen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=7834019-6|LCCN=|VIAF=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldshut)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Landkreis Waldshut]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Wutöschingen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klettgau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ersterwähnung 1050]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 1975]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wohnbezirk von Wutöschingen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tsor</name></author>
	</entry>
</feed>