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	<title>Schweigen - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;APPERbot: Bot: doppelten Parameter entfernt, Vorlage Commonscat an Inhalte in Commons angepasst</title>
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		<updated>2026-04-11T03:16:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: doppelten Parameter entfernt, Vorlage Commonscat an Inhalte in Commons angepasst&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Pictogramm silence.svg|miniatur|Piktogramm für Ruhebereiche]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Allegorie des Schweigens Weimar 2.JPG|mini|&amp;#039;&amp;#039;Allegorie des Schweigens&amp;#039;&amp;#039; von [[Martin Gottlieb Klauer]] (um 1800) im [[Weimarer Stadtschloss]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweigen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Form der [[nonverbale Kommunikation|nonverbalen Kommunikation]], bei der nicht [[Sprechen|gesprochen]] wird und bei der auch keine [[Laut]]e erzeugt werden. Im Allgemeinen können trotz des Schweigens vom Individuum als ein [[Sender-Empfänger-Modell|Sender]] bestimmte [[Information]]en mitgeteilt und [[Bedeutung (Sprachphilosophie)|Bedeutungen]] gezeigt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bazil-piwinger&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Vazrik Bazil, [[Manfred Piwinger]] |url=https://www.piwinger.de/aktuell/Schweigen.html |titel=Schweigen als Teil der Kommunikation |werk=piwinger.de |sprache=de |abruf=2026-04-10 |offline=2026-04-10 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20190607150349/https://www.piwinger.de/aktuell/Schweigen.html |archiv-datum=2019-06-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine besondere Verbreitung hat das Schweigen in den [[Religion]]en und [[Rechtsordnung|Rechtssystemen]] sowie in der [[Spiritualität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzungen ==&lt;br /&gt;
Schweigen als ein bewusster kommunikativer Akt setzt die Fähigkeit zum Sprechen voraus. Insofern hat das Schweigen einer [[Taubstummheit|taubstummen]] Person eine differenzierte Relevanz, da eine Kommunikation über die [[Gebärdensprache]] möglich ist. Abzugrenzen ist weiterhin ein Schweigen aus [[Psychopathologie|psychopathologischen]] Gründen, wegen einer [[Sprachstörung]] oder eines [[Mutismus]]. Mit dem Phänomen des Schweigens verwandt, aber auch abgrenzbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;bazil-piwinger&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Aposiopesis|Warten]]&lt;br /&gt;
* [[Funkstille]]&lt;br /&gt;
* [[Pause]]&lt;br /&gt;
* [[Desinformation|Verschweigen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen des Schweigens ==&lt;br /&gt;
; Aufmerksamkeit&lt;br /&gt;
Schweigen kann angespannte [[Aufmerksamkeit]] bedeuten. Oft wird es [[situation]]sbedingt gefordert. Zum Beispiel schweigen heutzutage die [[Mitarbeiter]] in [[Büro]]s, um die für das [[Nachdenken]] erforderliche [[Stille|Ruhe]] zu gewährleisten. In [[Theater]]n und in [[Kino]]s schweigen die Zuschauer meist, um sich auf die [[Handlung (Erzählkunst)|Handlung]] zu [[Konzentration (Psychologie)|konzentrieren]] und die anderen Besucher nicht zu stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schweigen als Denkpause des Sprechers gewährt diesem und dem Publikum Zeit zum Nachdenken. Als Mittel der [[Rhetorik]] kann es als bewusste Pause eingesetzt werden. Es gibt Redner und Publikum Zeit zum Nachdenken und hat zugleich Signalwirkung als Aufforderung zum tieferen Überdenken. Schweigen kann außerdem die Spannung bei den Zuhörern steigern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Aussage-, Auskunfts-, Zeugnisverweigerung&lt;br /&gt;
[[Angeklagter|Angeklagte]] haben vor [[Gericht]] ein [[Aussageverweigerungsrecht]]. Damit soll verhindert werden, dass Angeklagte gegen ihren Willen zu belastenden [[Geständnis|Aussagen]] gezwungen werden können. Das korrespondierende Recht für [[Zeuge]]n ist das [[Auskunftsverweigerungsrecht]]. Sie können die Beantwortung einer Frage ablehnen, wenn sie sich bei wahrheitsgemäßer Beantwortung der Strafverfolgung aussetzen würden. Noch weiter geht das [[Zeugnisverweigerungsrecht]] für nahe Angehörige eines Angeklagten und bestimmte Berufsträger. Sie können nicht nur einzelne Fragen unbeantwortet lassen, sondern sich der Vernehmung insgesamt, also jedweder Fragen, verweigern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Verschwiegenheitspflicht&lt;br /&gt;
Angehörige bestimmter [[Berufsgruppe]]n unterliegen einer [[Verschwiegenheitspflicht|Schweigepflicht]]. Sie dürfen keine Einzelheiten aus ihrer [[beruf]]lichen Tätigkeit veröffentlichen, die ihnen als Berufsgeheimnis anvertraut wurden. Dazu gehören die ärztliche [[Verschwiegenheit]] sowie das [[Bankgeheimnis]], [[Beichtgeheimnis]] und [[Betriebsgeheimnis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Dialogverweigerung&lt;br /&gt;
Schweigen kann speziell das Verweigern einer Antwort auf eine Frage oder generell eines [[Dialog]]es zum Ausdruck bringen. Das gilt insbesondere für ein &amp;#039;&amp;#039;eisiges&amp;#039;&amp;#039; Schweigen in [[Konflikt]]en oder ein langwieriges Schweigen in Partnerschaftskonflikten. Bisweilen wird im Konfliktfall ein einseitiges Schweigen als [[Strafe]] eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der [[Politik]] spielt Schweigen eine Rolle. So haben nach dem [[Dritter Golfkrieg|Irakkrieg]] die führenden Politiker der [[Vereinigte Staaten|USA]] und der [[Bundesrepublik Deutschland]] lange nicht miteinander geredet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Konsensbildung&lt;br /&gt;
Schweigen kann [[situation]]sabhängig Zustimmung oder Ablehnung einer [[Frage]] signalisieren. Wenn bei einer nicht-formellen [[Abstimmung]] auf die Frage „Hat jemand etwas dagegen?“ niemand antwortet, so wird das als [[Zustimmung]] gewertet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu das bekannte Zitat von [[Papst]] [[Bonifatius VIII.]] (um [[1235]]–[[1303]]): „Qui tacet, consentire videtur.“ („Wer schweigt, scheint zuzustimmen.“) Er drückte sich vorsichtig aus; denn es könnte ja sein, dass beispielsweise jemand zum Schweigen gezwungen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits wird ein Schweigen auf eine Aufforderung zur Zustimmung (etwa „Sind Sie damit einverstanden?“) eher als Ablehnung gewertet. Schweigen auf eine Frage wird also meist gleich oder ähnlich einer ablehnenden Antwort auf die Frage verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Gedenkanlässe&lt;br /&gt;
[[Datei:Nacht des Schweigens 2008b.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Nacht des Schweigens&amp;#039;&amp;#039; auf dem [[Heldenplatz]] in [[Wien]]. In Erinnerung an den &amp;quot;[[Anschluss Österreichs]]&amp;quot; an das [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutsche Reich]] 70 Jahre zuvor wurden 80.000 Kerzen für die rund 80.000 namentlich bekannten österreichischen Opfer der [[Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus|NS-Regimes]] entzündet und ihre Namen während der ganzen Nacht auf vier Leinwände projiziert.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bewusste gemeinsame Schweigen zum Gedenken an bestimmte Ereignisse wird als [[Schweigeminute]] bezeichnet. Auch während einer [[Bestattung]]szeremonie schweigen die [[Trauer]]gäste, während der [[Pfarrer]] bzw. der Redner spricht oder [[Gebet|betet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Unsicherheit&lt;br /&gt;
Plötzlich auftretendes Schweigen kann eine [[Anspannung (Psychologie)|gespannte Stimmung]] signalisieren. Wenn in einer Gruppe alle schweigen, weil niemand zu reden beginnen möchte, entsteht oft eine peinliche Situation. Diese Situation muss von den [[Gespräch]]steilnehmern gemeistert werden. Das kann zum Beispiel geschehen, indem bereits vorher festgelegt wird, wer gegebenenfalls die ersten [[Frage]]n stellt. Oft entsteht Schweigen, wenn gefragt wird: &amp;quot;Hat jemand eine Frage?&amp;quot; Viele wollen nicht als erste reden, um nicht aufzufallen. Wenn erst einmal eine [[Diskussion]] in Gang gekommen ist, entwickelt sie oft eine Eigendynamik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Schweigegelübde&lt;br /&gt;
Bekannt sind Schweigegelübde aus religiösen Gründen, die zu bestimmten Tageszeiten oder über längere Zeit gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Schweigerose}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Isolationsangst&lt;br /&gt;
Der [[England|englische]] [[Sozialphilosophie|Sozialphilosoph]] [[Thomas Hobbes]] schrieb in seinem [[1650]] veröffentlichten Buch »The Elements of Law«, Schweigen könne man als Zeichen von Zustimmung auslegen, denn es sei ja so leicht, nein zu sagen, wenn man nicht zustimme. Hobbes irrt sich darin, dass es leicht sei, nein zu sagen. Manche Menschen leiden, wenn sie meinen, dass sich andere auf Grund einer [[Äußerung|Meinungsäußerung]] von ihnen abkehren. Die [[Furcht]] vor [[Soziale Isolation|Isolation]] erscheint als die treibende Kraft, die den Prozess der [[Schweigespirale]] in Gang setzt. Schweigen ist für Menschen mit schwachem [[Selbstbewusstsein]] und geringem Interesse an [[Politik]], d.&amp;amp;nbsp;h. für [[Mitläufer]], eine Möglichkeit, gut gelitten zu bleiben und nicht durch eine [[Meinung]]säußerung isoliert zu werden. Schweigen wirkt für Mitläufer verlockend, weil man es auch als Zustimmung auslegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Schweigegebot&lt;br /&gt;
Eine Person kann durch ein [[Urteil (Rechtswissenschaft)|Gerichtsurteil]] zum Schweigen verurteilt werden. Noch heute ist es zum Beispiel in der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] üblich, einen [[Priester (Christentum)|Priester]] zu einem zeitlich befristeten &amp;#039;&amp;#039;Bußschweigen&amp;#039;&amp;#039; zu verurteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Strafen&lt;br /&gt;
Im [[Altertum]] und [[Mittelalter]] gab es eine Bestrafung, einem [[Bote]]n oder [[Diener]]n die [[Zunge]] herauszuschneiden, um sie zum Schweigen zu bringen, das [[Sprechen|Reden]] zu verhindern. Auch die [[Todesstrafe]] wurde angewendet, um Gegner „zum Schweigen zu bringen“. Bei &amp;#039;&amp;#039;stillschweigender Verachtung&amp;#039;&amp;#039; bricht eine Person oder Gruppe ihr Gespräch in Gegenwart einer geächteten Person ab und verfällt ins Schweigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegenwart garantieren die [[Menschenrechte]] u.&amp;amp;nbsp;a. auch die [[Pressefreiheit|Presse-]] und [[Meinungsfreiheit]] sowie die Freiheit von [[Kunst]], [[Wissenschaft]], [[Forschung]] und [[Lehren|Lehre]], um [[Zensur (Informationskontrolle)|Zensur]] zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; scheinbares Schweigen&lt;br /&gt;
Durch [[postkoloniale Studien]] hat [[Gayatri Chakravorty Spivak|Spivak]] nachgewiesen, dass Schweigen eine durch Machtverhältnisse erzeugte Illusion sein kann. Machtunterlegene scheinen zu schweigen, tatsächlich ist es umgekehrt so, dass Menschen in einer Machtposition, zum Beispiel aufgrund der kolonialen Herrschaftsgeschichte, die zu Rassismus führt, nicht hören, was die Diskriminierten sagen. Spivak nennt dieses Phänomen hegemoniales Hören.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gayatri Chakravorty Spivak]]: &amp;#039;&amp;#039;Can the subaltern speak? Postkolonialität und subalterne Artikulation.&amp;#039;&amp;#039; Wien: Turia &amp;amp; Kant, 2008. ISBN 978-3-85132-969-8. ([https://voidnetwork.gr/wp-content/uploads/2016/09/Can-the-subaltern-speak-by-Gayatri-Spivak.pdf online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweigen in der Kunst ==&lt;br /&gt;
; Belletristik&lt;br /&gt;
In der Literatur ist das Schweigen als Thema nicht selten, auch als Titel (so Storms Novelle &amp;#039;&amp;#039;[[Schweigen (Storm)|Schweigen]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Das Schweigen im Walde (Roman)|Das Schweigen im Walde]]&amp;#039;&amp;#039; von Ludwig Ganghofer, &amp;#039;&amp;#039;[[Das Schweigen der Sirenen]]&amp;#039;&amp;#039; von Franz Kafka, &amp;#039;&amp;#039;[[Das Schweigen der Lämmer]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Thomas Harris]], &amp;#039;&amp;#039;[[Das Schweigen des Meeres]]&amp;#039;&amp;#039; von Vercors, &amp;#039;&amp;#039;[[Doktor Murkes gesammeltes Schweigen]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Heinrich Böll]] oder &amp;#039;&amp;#039;[[Schweigen (Roman)|Schweigen]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Shusaku Endo]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Johann Heinrich Füssli 008.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Das Schweigen&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;[[Johann Heinrich Füssli]]&amp;lt;br /&amp;gt;Ölgemälde, 1799–1801]]&lt;br /&gt;
; Bildende Kunst&lt;br /&gt;
Zahlreiche Facetten des Schweigens von abweisendem [[Stolz]] bis zur Furcht einflößenden [[Stille]] sind in den Bildenden Künsten thematisiert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Darstellende Kunst&lt;br /&gt;
Schweigen ist ein wichtiges Element in der [[Pantomime]]: Ein [[Schauspieler]] verzichtet bewusst auf das Sprechen und drückt sich lediglich in [[Gestik|Gesten]] und mit [[Mimik]] aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Stummfilm]] konnte infolge technischer Möglichkeiten kein gesprochenes Wort verwendet werden. Bei den meisten dieser Filme wurden allerdings als gesprochen zu denkende Texte auf Zwischentafeln eingeblendet, so dass es sich nicht um wirkliches Schweigen handelt. Im Vergleich zum [[Tonfilm]] lag der Ausdruck der Schauspieler betonter in der [[Gestik]] und &amp;#039;&amp;#039;Mimik&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Musik&lt;br /&gt;
In der Kammeroper [[Weiße Rose (Zimmermann, 1986)|Weiße Rose]] (1986) von [[Udo Zimmermann]] schweigen die Instrumente manchmal ganz, so dass der Musik ihre eigene Sprache fehlt und selbst der Gesang stammelnd resignieren muss.&amp;lt;ref&amp;gt;Attila Kornel: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Tief unter uns nur Schweigen.&amp;quot;– Die Ästhetik der Stille in Udo Zimmermanns Kammeroper &amp;quot;Weiße Rose&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, in: DIE TONKUNST, Magazin für klassische Musik und Musikwissenschaft, Jg. 11, Nr. 3, Juli 2017, S. 368–377.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweigen in Rechtsangelegenheiten ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schweigen (Recht)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schweigen im Rechtsverkehr bedeutet in Deutschland weder „Ja“ noch „Nein“, weder Zustimmung noch Ablehnung zu einem [[Rechtsgeschäft]], sondern gar nichts. Es ist der Gegensatz zu einer [[Willenserklärung]]. Das deutsche Recht ([[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]], [[Handelsgesetzbuch]] und [[Strafprozessordnung (Deutschland)|Strafprozessordnung]]) geht insgesamt vom Grundsatz aus, dass schlichtes Schweigen keinen Erklärungswert besitzt und deshalb ohne rechtliche Bedeutung ist (so genanntes „rechtliches Nullum“). Durch Schweigen wird weder ein Wille artikuliert noch eine Erklärung abgegeben. Beim Schweigen ist deshalb dem anderen Teil weder bekannt, ob überhaupt ein rechtsverbindlicher Wille vorliegt, noch erfolgt keinerlei Erklärung wie etwa bei sonstigen [[Schlüssiges Verhalten|stillschweigenden Handlungen]]. Der alte Rechtsgrundsatz „Wer schweigt, wo er (wider)sprechen sollte und konnte, dem wird Zustimmung unterstellt“ („qui tacet consentire videtur, ubi loqui debuit atque potuit“; Papst Bonifatius VIII.) gilt im deutschen Recht nur ausnahmsweise in einigen Fällen des „normierten Schweigens“, „beredten Schweigens“ und bei [[Handelsgeschäft]]en unter [[Kaufleute]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verschweigen ==&lt;br /&gt;
; Verschweigen der Identität&lt;br /&gt;
Manche Künstler und Schriftsteller legen sich [[Pseudonym]]e als Künstlernamen zu. Geheimdienste bzw. Nachrichtendienste legen eine [[Legende (Tarnung)|Legende]] an, d.&amp;amp;nbsp;h. eine ganz oder in Teilen erfundene oder geänderte Biographie, um Absichten und Identitäten zu verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Verschleierung&lt;br /&gt;
Unter Verschleierung versteht man hingegen das [[Tarnung|Unkenntlichmachen eines Gegenstandes]] oder in der Informatik auch einer [[Obfuskation (Software)|Information]], so dass der eigentliche Inhalt nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Verschlüsselung&lt;br /&gt;
Bei einer [[Verschlüsselung]] wird ein Text in einen Geheimtext umgewandelt, den der Empfänger mit Hilfe eines Schlüssels wieder entschlüsseln kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Totschweigen&lt;br /&gt;
Ist ein Ereignis oder eine Botschaft gesellschaftlich nicht erwünscht, fällt sie dem [[Totschweigen (Begriff)|Totschweigen]] anheim. Das Ereignis hat dann scheinbar nicht stattgefunden, der Schein sichert das Sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Der Rest ist Schweigen (Hamlet)|Der Rest ist Schweigen]]&amp;#039;&amp;#039; sagt [[Hamlet]] im 5. Akt/2. Szene des Dramas von [[William Shakespeare]].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Reden ist Silber, Schweigen ist Gold&amp;#039;&amp;#039; hat als [[Sprichwort]] seine Quellen im [[Altes Testament|Alten Testament]]: [[Psalm]] 12,7 und [[Sprüche]] 10,20.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Büchmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Geflügelte Worte.&amp;#039;&amp;#039; Atlas, Köln o.&amp;amp;nbsp;J. (1960), S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mitten im Gelärm das innere Schweigen bewahren. Offen, still, feuchter Humus im Dunkel bleiben, wo Regen fällt und Saat wächst - stapfen auch noch so viele im trockenen Tageslicht über die Erde in wirbelndem Staub.&amp;#039;&amp;#039; ([[Dag Hammarskjöld]]: &amp;#039;&amp;#039;Zeichen am Weg.&amp;#039;&amp;#039; Droemer, München [u.&amp;amp;nbsp;a.] 1965, S. 79)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Diskretion]]&lt;br /&gt;
* [[Omertà]]&lt;br /&gt;
* [[Quiet Party]]&lt;br /&gt;
* [[Sigetik]]&lt;br /&gt;
* [[Stummheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
;Monografien&lt;br /&gt;
* [[Aleida Assmann]] und [[Jan Assmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schweigen&amp;#039;&amp;#039;, München 2013.&lt;br /&gt;
* Hans-Jürgen Baden: &amp;#039;&amp;#039;Das Schweigen&amp;#039;&amp;#039;. Bertelsmann, Gütersloh 1952.&lt;br /&gt;
* Alfred Bellebaum: &amp;#039;&amp;#039;Schweigen und Verschweigen. Bedeutungen und Erscheinungsvielfalt einer Kommunikationsform&amp;#039;&amp;#039;, Opladen 1992.&lt;br /&gt;
* [[Peter Burke (Historiker)|Peter Burke]]: &amp;#039;&amp;#039;Reden und Schweigen. Zur Geschichte sprachlicher Identität.&amp;#039;&amp;#039; Wagenbach, Berlin 1994, ISBN 3-8031-5146-5.&lt;br /&gt;
* [[Alain Corbin]]: &amp;#039;&amp;#039;Histoire du silence. De la Renaissance à nos jours&amp;#039;&amp;#039;, Paris 2016.&lt;br /&gt;
* Stephanie Dietrich: &amp;#039;&amp;#039;Das schweigende Gebet. Zur Grundlage des Verständnisses von schweigendem Gebet in ökumenischem Blickwinkel.&amp;#039;&amp;#039; Evang. Verlags-Anstalt, Leipzig 2000. ISBN 3-374-01797-5.&lt;br /&gt;
* [[Franz Dodel]]: &amp;#039;&amp;#039;Weisung aus der Stille. Sitzen und Schweigen mit den Wüstenvätern&amp;#039;&amp;#039;. Benziger, Zürich 1999. ISBN 3-545-20139-2.&lt;br /&gt;
* Regine Elzenheimer: &amp;#039;&amp;#039;Pause. Schweigen. Stille. Dramaturgien der Abwesenheit im postdramatischen Musik-Theater.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2008. ISBN 978-3-8260-3441-1.&lt;br /&gt;
* [[Anselm Grün]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Anspruch des Schweigens&amp;#039;&amp;#039;. Vier Türme, Münsterschwarzach 1984, ISBN 3-87868-126-7.&lt;br /&gt;
* Adam Jaworski (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Silence. Interdisciplinary Perspectives&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1997.&lt;br /&gt;
* [[Theo Jung (Historiker)|Theo Jung]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Politik des Schweigens und die Herrschaft der Debatte im Europa des langen 19. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, Düsseldorf 2025. ISBN 978-3-7700-5365-0.&lt;br /&gt;
* Claudia Edith Kunz: &amp;#039;&amp;#039;Schweigen und Geist. Biblische und [[Patristik|patristische]] Studien zu einer Spiritualität des Schweigens.&amp;#039;&amp;#039; Herder, Freiburg im Breisgau 1996. ISBN 3-451-26118-9.&lt;br /&gt;
* Robin Bruce Lockhart: &amp;#039;&amp;#039;Botschaft des Schweigens. Das verborgene Leben der [[Kartäuser]]&amp;#039;&amp;#039;. Echter, Würzburg 1987, ISBN 3-429-01087-X.&lt;br /&gt;
* Erika Lorenz: &amp;#039;&amp;#039;Wort im Schweigen. Vom Wesen christlicher Kontemplation.&amp;#039;&amp;#039; Herder, Freiburg im Breisgau 1993. ISBN 3-451-23089-5.&lt;br /&gt;
* [[Gustav Mensching]]: &amp;#039;&amp;#039;Das heilige Schweigen. Eine religionsgeschichtliche Untersuchung&amp;#039;&amp;#039;. (Religionsgeschichtliche Versuche und Vorarbeiten 20,2), Gießen 1926.&lt;br /&gt;
* [[Elisabeth Noelle-Neumann]]: &amp;#039;&amp;#039;Öffentliche Meinung. Die Entdeckung der Schweigespirale&amp;#039;&amp;#039;. Erweiterte dritte Ausgabe. Ullstein, Frankfurt am Main u. Berlin 1991, ISBN 3-550-06511-6&lt;br /&gt;
* Wolfram Nugel: &amp;#039;&amp;#039;Alles in uns schweige. Erfahrungen der Stille&amp;#039;&amp;#039;. Claudius, München 1999.&lt;br /&gt;
* [[Max Picard]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt des Schweigens&amp;#039;&amp;#039;. Rentsch, Zürich 1948.&lt;br /&gt;
* Stefan Raueiser: &amp;#039;&amp;#039;Schweigemuster. Über die Rede vom Heiligen Schweigen.&amp;#039;&amp;#039; Lang, Frankfurt am Main 1996.&lt;br /&gt;
* Raimund Sesterhenn (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Schweigen und die Religionen&amp;#039;&amp;#039;. Schnell &amp;amp; Steiner, München 1983, ISBN 3-7954-0125-9&lt;br /&gt;
* [[Gayatri Chakravorty Spivak]]: &amp;#039;&amp;#039;Can the subaltern speak? Postkolonialität und subalterne Artikulation.&amp;#039;&amp;#039; Wien: Turia &amp;amp; Kant, 2008.&lt;br /&gt;
* Günter Stachel: &amp;#039;&amp;#039;Gebet – Meditation – Schweigen. Schritte der Spiritualität.&amp;#039;&amp;#039; Neuausgabe. Herder, Freiburg im Breisgau 1993.&lt;br /&gt;
* [[George Steiner]]: &amp;#039;&amp;#039;Langage et Silence&amp;#039;&amp;#039;. Paris 1969&lt;br /&gt;
** Deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Sprache und Schweigen. Essays über Sprache, Literatur und das Unmenschliche&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt am Main 1973.&lt;br /&gt;
* [[Irmgard Sonnen]]: &amp;#039;&amp;#039;Balancieren auf dem Gedankenstrich. Zwischen Schweigen und Reden.&amp;#039;&amp;#039; Queredo-Verlag, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-00-026961-5.&lt;br /&gt;
* Fleur Ulsamer: &amp;#039;&amp;#039;Linguistik des Schweigens. Eine Kulturgeschichte des kommunikativen Schweigens&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt a. M. 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Aufsätze&lt;br /&gt;
* [[Hans Urs von Balthasar]]: &amp;#039;&amp;#039;Wort und Schweigen.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Urs von Balthasar: &amp;#039;&amp;#039;Verbum Caro. Skizzen zur Theologie&amp;#039;&amp;#039;. Johannes, Einsiedeln 1960, S. 135–155.&lt;br /&gt;
* Waltraud Herbstrith: &amp;#039;&amp;#039;Schweigen/Stille&amp;#039;&amp;#039;. In: Christian Schütz (Hrsg.): Praktisches Lexikon der Spiritualität. Herder, Freiburg im Breisgau 1988, S. 1108–1111.&lt;br /&gt;
* Theo Jung: &amp;#039;&amp;#039;Schweigen&amp;#039;&amp;#039;. In: Daniel Morat und Hansjakob Ziemer (Hrsg.): Handbuch Sound. Geschichte - Begriffe - Ansätze, Stuttgart 2018, S. 414–418.&lt;br /&gt;
* Jakobus Kaffanke OSB: &amp;#039;&amp;#039;Das Schweigen bei [[Benedikt von Nursia]]&amp;#039;&amp;#039;. In: Beuroner Hefte: Vorträge – Aufsätze, Heft 1, Selbstverlag Geistlicher Treffpunkt Kloster Beuron, Beuron 1998, S. 7–10.&lt;br /&gt;
* Dieter Halcour: &amp;#039;&amp;#039;Vom Schweigen des Buddha zum Schweigen im Zen-Buddhismus&amp;#039;&amp;#039;. In: Beuroner Hefte: Vorträge – Aufsätze, Heft 1, Selbstverlag Geistlicher Treffpunkt Kloster Beuron, Beuron 1998, S. 11–31.&lt;br /&gt;
* [[Kallistos Ware]]: &amp;#039;&amp;#039;Schweigen im Gebet. Was &amp;quot;[[Hesychasmus|Hesychia]]&amp;quot; bedeutet.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Erbe und Auftrag]] 51 (1985), S. 427–447.&lt;br /&gt;
* Philipp Wolff-Windegg: &amp;#039;&amp;#039;Symbol und Schweigen&amp;#039;&amp;#039;. In: Symbolon. Jahrbuch für Symbolforschung 3 (1968), S. 77–88.&lt;br /&gt;
* H. Wutz: &amp;#039;&amp;#039;Schweigen und Reden in den Exerzitien des [[Ignatius von Loyola|heiligen Ignatius]]&amp;#039;&amp;#039;. In: Geist und Leben 41 (1968), S. 266–285.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Schweigen}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|schweigen}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Schweigen}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Silence|audio=1|video=1}}&lt;br /&gt;
* [https://www.freiepresse.de/RATGEBER/FAMILIE/Und-ploetzlich-herrscht-Funkstille-artikel7798207.php &amp;#039;&amp;#039;Und plötzlich herrscht Funkstille&amp;#039;&amp;#039;] Interview mit Tina Soliman in [[Freie Presse]] vom 24. Oktober 2011&lt;br /&gt;
* Lisbeth Schröder: [https://www.spektrum.de/news/stille-was-passiert-wenn-wir-schweigen/2104353 &amp;#039;&amp;#039;Was die Stille in uns auslöst&amp;#039;&amp;#039;] in [[Spektrum.de]] vom 2. Februar 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4130609-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mündliche Kommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Askese]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;APPERbot</name></author>
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