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	<title>Schwarzstaub - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schwarzstaub&amp;diff=110533&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Auchwaswisser: Typo</title>
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		<updated>2025-10-08T11:05:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schwarzstaub&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fogging-Effekt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Magic Dust&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, werden ungeklärte Verfärbungen von Räumen bezeichnet. Der Effekt tritt meistens zur Winterzeit in beheizten Wohnungen auf. Typisch sind flächige dunkle Beläge, die an Zimmerdecke oder Außenwand auftreten. In stark betroffenen Wohnungen ähnelt der Effekt dem Schaden nach einem [[Schwelbrand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Fogging&amp;#039;&amp;#039; wurde aus dem Englischen für &amp;#039;&amp;#039;Vernebelung&amp;#039;&amp;#039; zur Beschreibung der diffusen Beläge übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denkbar ist ein Zusammenhang mit dem [[Sick-Building-Syndrom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
Die Ursachen von Schwarzstaub sind nach wie vor ungeklärt. Es wurden bislang unterschiedliche Mechanismen und Ursachen vermutet.&lt;br /&gt;
* Abscheidung [[flüchtige organische Verbindungen|schwerflüchtiger organischer Verbindungen]] (wie beispielsweise [[Weichmacher]]), die aus Baustoffen, Elektrokabeln, Verpackungsstoffen und Einrichtungsgegenständen entweichen und sich mit Staub- und Rußpartikeln zu einem schmierigen Film verbinden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/2276.pdf UBA-Studie zum Phänomen der „Schwarzen Wohnungen“] (PDF; 596&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre Produkte als „lösemittelfrei“ bewerben zu können, setzen Hersteller die nicht deklarierungspflichtigen schwerflüchtigen organischen Stoffe als Lösungsadditive zu.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.labor-melzer.de/fogging-effekt/ursachen Wodurch wird der Fogging-Effekt ausgelöst?], bei labor-melzer.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Elektronische Geräte oder Reinigungsmittel sondern ebenfalls schwarzstaubtaugliche Chemiebestandteile nach und nach an die sie umgebende Luft ab,&amp;lt;ref name=&amp;quot;pd&amp;quot;&amp;gt;Gerhard Führer: &amp;#039;&amp;#039;Fogging: Chemie im Innenraum wird sichtbar.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der Sachverständige.&amp;#039;&amp;#039; Juli-August 2003, {{Webarchiv|url=http://www.peridomus.de/bilder/fogging2.pdf |wayback=20131105143139 |text=PDF}}, abgerufen am 5. Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; als weitere [[Emission (Umwelt)|Emittenten]] und Quellen kommen Kosmetika, Deosprays, Haarsprays und Küchendunst in Betracht.&amp;lt;ref&amp;gt;labor-melzer.de: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.labor-melzer.de/fogging-effekt/ein-multifaktiorelles-problem Beim Fogging-Effekt handelt es sich um ein multifaktiorelles Problem]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Kondensation]] von flüchtigen organischen Stoffen an kalten Wänden.&lt;br /&gt;
* [[Migration (Chemie)|Migration]] chemischer Materialzusätze an die Bauteiloberfläche mit Ausbildung eines klebrigen Films, der im Weiteren Staub festhält.&lt;br /&gt;
* [[Adhäsion]]&amp;amp;shy;seffekte, in der Luft schwebender Staub und andere Partikel bleiben an feuchten Bauteiloberflächen haften. Nicht alle Partikel gehen jedoch bleibende Verbindungen ein. Zuvor durch Wassermoleküle festgehaltene Partikel lösen sich beim Trocknen und fallen ab (oder werden beim Lüften mit der Luft mitgerissen).&lt;br /&gt;
* [[Sorption]] von Schadstoffen an Fasern oder mineralischen Körnchen, die eine große Oberfläche oder großes Aufsaugvermögen aufweisen.&lt;br /&gt;
* Effekte der [[Thermophorese]], ein Spezialgebiet der [[Aerosol]]physik.&lt;br /&gt;
* Kalte Carbonisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung und Überlagerung mit anderen ähnlichen Effekten ==&lt;br /&gt;
* Das [[Phänomen]] des Schwarzstaubs wird üblicherweise &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; mit dem Auftreten von [[Aspergillus niger|Schwarzschimmel]]&amp;amp;shy;sporen in Verbindung gebracht, mitunter aber damit verwechselt oder „in einen Topf geworfen“. Es kann jedoch zu einer Überlagerung der Effekte kommen, da beide an kalten Bauteilen auftreten. Schwarzschimmel gedeiht infolge von [[Wärmebrücke]]n an dadurch feuchten Wänden.&amp;lt;ref&amp;gt;Leitfaden zur Vorbeugung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzwachstum in Innenräumen, [[Umweltbundesamt (Deutschland)|Umweltbundesamt]], [https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/4218.pdf PDF], abgerufen am 5. Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kondensation]] von Luftfeuchtigkeit führt zu Feuchteansammlung im [[Innenputz]] und an [[Wandfarbe]]n, die Schimmelpilze „verzehren“ organische Bestandteile der Farben. Schimmelbefall kann durch [[Mikrobiologie|mikrobiologische]] Untersuchung identifiziert oder ausgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
* Ein Grauschleier an der Außenseite von [[Sturz (Architektur)|Fensterstürzen]], wenn Wohnungen von [[Tabakrauch|Rauchern]] zur Belüftung geöffnet werden, sind nicht als Schwarzstaub-Effekt anzusehen. Echtes Fogging tritt sowohl in Raucher- als auch in Nichtraucherwohnungen auf.&lt;br /&gt;
* Wegen der Nichtnachweisbarkeit in allen Fällen werden üblicherweise Industrie- und Verkehrsemissionen, Rußablagerungen von Öfen, Kaminen, Kerzen, Fackeln oder Bränden, Tabakrauch, Ammoniumsalze, Abrieb von Kohleelektroden &amp;#039;&amp;#039;ausgeschlossen&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pd&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Abscheidung von [[Elektrostatik|elektrostatisch]] negativ geladenen [[Ruß]]teilchen und anderen [[Aerosol]]en an elektrostatisch positiv geladenen Bauteilen kann zwar den Effekt überlagern, wird aber nicht als Ursache gesehen (solche Rußteilchen können aus [[Hausbrand (Brennstoff)|Hausbrand]], [[Tabakrauch]], [[Feinstaub]], [[Dieselkraftstoff|Diesel]]&amp;amp;shy;abgasen, Abbrand von [[Kerze]]n, [[Teelicht|Duftkerzen]], [[Aromalampe]]n, [[Öllampe]]n&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/2276.pdf UBA-Studie zum Phänomen der „Schwarzen Wohnungen“] (PDF; 596&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; und Feinstaubemissionen von [[Laserdrucker]]n&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Krull: [https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/laserdrucker115.html &amp;#039;&amp;#039;So viele Partikel kommen aus Laserdruckern.&amp;#039;&amp;#039;] NDR-Reportage&amp;lt;/ref&amp;gt; stammen und können durch den Gehalt an [[Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe|polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK)]] in Proben bestimmt werden). Diese Quellen werden üblicherweise als Rußquellen ausgeschlossen, können trotzdem kondensierbare organische Stoffen emittieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Additive}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwerflüchtige organische Verbindungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fogging über Steckdose.jpg|mini|Fogging über Steckdose]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß einer statistischen Untersuchung des [[Umweltbundesamt (Deutschland)|Umweltbundesamtes]] (1996) wurden diese Schwarzfärbungen fast ausschließlich während der Heizperiode in Wohnungen gefunden, die zuvor renoviert oder neu bezogen wurden. In 34 % der Fälle wurden Fußbodenarbeiten (incl. Teppichbodenverlegung) vorgenommen, in 52 % Malerarbeiten. Die Ausdünstungen wurden mit [[Flüchtige organische Verbindungen|schwerflüchtigen organischen Verbindungen]] (SVOC = „Semi Volatile Organic Compounds“) in Verbindung gebracht, sie stammen vor allem aus Bauprodukten wie Farben, Lacken, [[Tapete]]n, [[Kassettendecke]]n aus Styropor, Heizkörperlacken, [[Laminat]]fußböden, PVC-Platten und [[Isolierschaum|Isolierschäumen]], Elektrokabelumhüllungen und Folien.&amp;lt;ref&amp;gt;[Deutsches] Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt: &amp;#039;&amp;#039;Phthalate, Die nützlichen Weichmacher mit den unerwünschten Eigenschaften.&amp;#039;&amp;#039; [https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3540.pdf PDF-Datei], abgerufen am 5. Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bekannt geworden sind beispielsweise Produktionsfehler, durch welche ölige Weichmacher in größeren Mengen aus Installationskabeln ausgetreten sind („schwitzende Kabel“).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://openjur.de/u/99668.html &amp;#039;&amp;#039;LG Bonn&amp;#039;&amp;#039;· Urteil vom 2. Juni 2004 · Az. 13 O 5/03]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Quellen sind Auslegeware mit einem Rücken aus aufgeschäumten [[Styrol-Butadien-Kautschuk]], Holzimitat-[[Paneel]]e und Kunststoffdekorplatten sowie diverse [[Klebstoff]]e, z.&amp;amp;nbsp;B. von Bodenbelägen und Kunststoffoberflächen von Einrichtungsgegenständen und Möbeln (siehe dazu den Artikel [[Innenraumluft]]). Bei diversen Materialien (beispielsweise Kunststofftapeten) können derartige schwerflüchtige organische Verbindungen an die Oberfläche wandern und auf diese Art und Weise einen Klebefilm bilden.&amp;lt;ref&amp;gt;labor-melzer.de: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.labor-melzer.de/fogging-effekt/ursachen Wodurch wird der Fogging-Effekt ausgelöst?]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Hausstaub werden Weichmacher, verschiedene [[Phthalat]]e wie [[Bis(2-ethylhexyl)phthalat]] (DEHP) oder [[Dibutylphthalat]] (DBP), oft nachgewiesen, da sie häufig und in großen Mengen verwendet werden (die Jahresproduktion in Deutschland betrug 1993 an die 400.000 Tonnen), der Weichmacheranteil in den Produkten aus [[Polyvinylchlorid|PVC]] (Fußböden, Beschichtungen, Tischdecken, Duschvorhänge, Vinylschaumtapeten etc.) kann bis zu 70 % betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pd&amp;quot; /&amp;gt; Weichmacher sind aber auch in Lebensmitteln (als Verunreinigung) enthalten,&amp;lt;ref&amp;gt;Detlef Wölfle: [https://www.dgfett.de/meetings/archiv/kontamin/Woelfle.pdf &amp;#039;&amp;#039;Risikobewertung von Weichmachern in pflanzlichen Speiseölen&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 268&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; das Risiko ist umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/52434/ |titel=&amp;quot;Weichmacher&amp;quot; im menschlichen Körper |datum=2005-01-22 |abruf=2023-12-27 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20050122041550/http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/52434/ |archiv-datum=2005-01-22 |offline=ja |archiv-bot=2024-05-06 20:27:04 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.svb-blessing.de/de/0206.htm |wayback=20160304075230 |text=Weichmacher und Flammschutzmittel }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitunter lagern sich flüchtige organische Verbindungen an andere Stäube (Rußteilchen aus Kaminen, Staubteilchen in angesaugter Garagenluft) an.&amp;lt;ref&amp;gt;Tappler, Damberger, Twrdik: &amp;#039;&amp;#039;Ursachenermittlung und analytische Vorgangsweisen bei Auftreten von Schwarzstaubbelastungen (Fogging) in Gebäuden.&amp;#039;&amp;#039; In: [https://goldgruber.eu/0uploads/dateien13.pdf#page=74 &amp;#039;&amp;#039;Pilze im Innenraum.&amp;#039;&amp;#039;] S. 69–77.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Effekt war vor 1995 nach Aussage des [[Umweltbundesamt (Deutschland)|Umweltbundesamtes]] unbekannt und ist erst seit einer Fragebogenaktion des Umweltbundesamtes 1997/98 weitläufig zur Kenntnis genommen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umweltbundesamt ===&lt;br /&gt;
Da das Umweltbundesamt (UBA) an der Begriffsbildung „Fogging-Effekt“ festhält, sind weitere Untersuchungen zu dem Begriffskomplex zu erwarten, und es ist unwahrscheinlich, dass die Beobachtung des Phänomens (wenn es denn doch ein eher psychologischer Effekt ist) in naher Zukunft nachlassen wird. Trotz jahrelanger Beschäftigung mit dem Phänomen wollten Experten des Amtes zurzeit keine Hinweise zur Verhinderung des Effektes bekanntgeben, da bisher nicht einmal vorbeugende Maßnahmen verifiziert werden konnten (geschweige denn das Scheitern erklärt werden konnte). Das UBA sieht in der Thermophorese – falls überhaupt – nur einen untergeordneten Beitrag zum Fogging. Das Thema verging in seiner Schwerpunktdarstellung seit den 2010er Jahren wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Thermophorese als Hypothese für die Entstehung von Schwarzstaub ==&lt;br /&gt;
Staubteilchen oder [[Aerosol]]teilchen unterliegen unter anderem der Thermophorese. Das bedeutet, sie bewegen sich in Luft aus einem warmen Gebiet in kältere Zonen und scheiden sich dort ab. Das gilt für alle Arten von Schwebeteilchen, die sich in der Raumluft befinden. In einer normalen Wohnung sind das zwischen 1000 und 5000 Teilchen pro Kubikzentimeter. Oberhalb von warmen Heizungen und dicht unter der Zimmerdecke ist der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wand besonders groß, so dass der Effekt dort am deutlichsten ist. Die Rußabscheidung bei einem Brand geschieht zum großen Teil durch das Temperaturgefälle zwischen Raumluft und Wand, also durch [[Thermophorese]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders groß sind Temperaturunterschiede an Wärmebrücken. So zeichnen sich in Außenwänden ungenügend zur Raumseite hin gedämmte Eisenträger oder andere Metallgegenstände nach einigen Jahren gefärbt auf der Wand ab. Dabei können Verwechslungen mit den bereits erwähnten Schwarzschimmelsporen bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verfärbungs-Effekt tritt bevorzugt im Winter auf, weil die Wände besonders kalt und die Heizungen besonders warm sind. Ob der Fogging-Effekt stärker oder schwächer sichtbar ist, hängt von der Nutzung einer Wohnung ab. In besonders warmen und ständig genutzten Wohnungen sollte er deutlicher sein als in seltener genutzten und kühleren Wohnräumen. Naturgemäß enthält die Luft von Raucherwohnungen weit mehr Aerosolteilchen als die von Nichtraucherwohnungen. Auch Kerzen und andere offene Feuerquellen erzeugen viele Teilchen und stärkeres Fogging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Grunde ist dieser Effekt schon länger bekannt. Für das verstärkte und veränderte Auftreten (klebrige Ablagerungen statt leicht entfernbarer Staub) seit den 1990er Jahren macht das Umweltbundesamt moderne Baustoffe verantwortlich. Sie sind statt mit leichtflüchtigen Lösungsmitteln oft mit schwerflüchtigen organischen Verbindungen ausgestattet. Dazu kommen Weichmacher in Kunststoffprodukten und eventuell der verstärkte Gebrauch von Öllampen und Kerzen. Diese Stoffe verbinden sich nach der Theorie des UBA mit dem „normalen“ Staub in der Raumluft und verursachen so die schwarzen Ablagerungen. So reichen bereits geringe Übersättigungen der Chemikalie aus einem Baustoff aus, zum Beispiel in der Luft über Heizkörpern an der kühleren Wand, um zu einer Kondensation der Chemikalie auf der Partikeloberfläche zu führen (heterogene Kondensation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Belege für die Thermophorese von Aerosolteilchen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:thermophoresis.dustdeposition in wallcorner.jpg|mini|Staubniederschlag in einer Zimmerecke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Bild zeigt durch Thermophorese abgeschiedene Staubteilchen in einer Zimmerecke. Die linke und rechte Wand sind tapezierte Außenwände und entsprechend kalt. Den oberen Abschluss bildet eine gestrichene Betondecke. Die [[Temperaturgradient]]en (größten Temperaturgefälle) zeigen nicht genau in die Ecken, sondern auf die Wandflächen kurz davor. Weil die Staubteilchen mit ihrer thermischen Bewegung den Temperaturgradienten folgen, bleiben &amp;#039;&amp;#039;die tiefsten Ecken heller&amp;#039;&amp;#039; als die direkt benachbarten Wandflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:thermophoresis.dustdeposition at heat-sink.jpg|mini|Staubniederschlag an einer verborgenen Wärmebrücke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Thermophorese macht oft &amp;#039;&amp;#039;verborgene Wärmebrücken sichtbar&amp;#039;&amp;#039;. Das zweite Bild zeigt eine Staubablagerung auf den Umrissen eines eingemauerten Metallgehäuses. Früher saß in dieser Wand ein Ventilator. Die Bewohner bauten den Ventilator aus und mauerten die Öffnung zu. Sein durchgehendes Gehäuse blieb in der Wand und leitet Wärme nach außen ab. Die Thermophorese scheidet genau an dem Metallrand Staubteilchen auf der Tapete ab. Mit einem Radiergummi lässt sich die Schwärzung leicht entfernen, das ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von normalen Staubablagerungen zu Fogging oder Black Magic Dust. Diese Ablagerungen lassen sich weder durch Wischen noch Radieren entfernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:black dust on filter.jpg|mini|Staubniederschlag aus der Raumluft auf Filtern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Staubteilchen in der Raumluft sind schwarz&amp;#039;&amp;#039;, ebenso wie die Fogging-Muster an der Wand. Das dritte Bild zeigt Filter aus einem Staubsammelgerät, durch die zwischen 0,5&amp;amp;nbsp;m&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; und 10&amp;amp;nbsp;m&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; Luft aus einem Wohnraum geströmt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Auswirkungen der Thermophorese ===&lt;br /&gt;
Speziell am Ende des Winters lässt sich auf der Innenseite von Fensterscheiben ein Schmutzfilm beobachten. Dies sind durch Thermophorese auf der kalten Scheibe abgeschiedene Staub- und Aerosolteilchen. Besonders deutlich ist dieser Film auf Scheiben mit schlechtem [[Wärmeschutz]] sichtbar, wie sie in [[Altbau]]-Wohnungen, Schaufenstern oder Autos vorkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Probenahmegeräte zur Staubteilchenanalyse scheiden selbst Teilchen aus Luftproben durch Thermophorese ab. Ein derartiges Gerät heißt [[Thermalpräzipitator]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Ursachen des Foggings ==&lt;br /&gt;
Es gibt noch andere Effekte der Staubabscheidung, die bei Fogging eine Rolle spielen können. Dazu gehört die &amp;#039;&amp;#039;elektrische Aufladung&amp;#039;&amp;#039; von Wandflächen. Elektrostatische Felder scheiden Staubteilchen ab, die elektrisch aufgeladen oder [[Polarisation (Elektrizität)|polarisierbar]] sind. Das trifft für die meisten Aerosolteilchen in der Raumluft zu. Elektrostatische Felder an Wandflächen sind recht selten. Sie treten beispielsweise an bewegten Gardinen auf oder wenn eine Wand anderweitig gerieben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz drastisch ist die Staubabscheidung auf der [[Kathodenstrahlröhre|Bildröhre]] älterer Fernsehapparate. Bildröhren neuerer Fernseher oder Computermonitore sind kaum noch aufgeladen. An älteren Bildröhren lässt sich eindeutig nachweisen, dass der Belag aus der Raumluft stammt. Viele Aerosolpartikel sind auf natürliche Weise radioaktiv, weil sie [[Radon-Zerfallsprodukte]] tragen. Sie reichern sich auf der Bildröhre so weit an, dass die Radioaktivität leicht messbar ist (wobei diese auch von den Bildschirm-Farbkörpern aus [[Metalle der Seltenen Erden|Seltenerdverbindungen]] stammen könnte). Da Fogging vermehrt nach Renovierungen aufgetreten sein soll, werden schwerflüchtige organische Verbindungen aus Anstrichen und Belägen beispielsweise durch Ausdünsten von Weichmacher angenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhindern von Fogging ==&lt;br /&gt;
Schwarzstaubniederschläge werden sich nicht vollständig vermeiden lassen, weil die möglichen Abscheidemechanismen natürliche physikalische Effekte sind, die nicht durch Umweltgifte oder Ähnliches bedingt sind. Um den Effekt weitgehend zu reduzieren, müssen Temperaturunterschiede zwischen der Raumluft und kalten Flächen möglichst gering gehalten werden. Das lässt sich durch größere Heizungsflächen mit geringerer Temperatur erreichen oder durch eine gleichmäßige Beheizung der Wohnung. Die Raumtemperatur sollte nicht unter 17 Grad Celsius abgesenkt werden. Ideal in diesem Sinne ist eine Fußboden- oder Wandheizung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein geringerer Staubgehalt in der Raumluft würde die Wände sauberer halten. Wird eine Wohnung nicht regelmäßig gereinigt, treten vermehrt Schwarzstaubniederschläge auf. Ein regelmäßiges Reinigen der Wohnung sorgt für saubere Fußböden und Heizkörper. Dies bedeutet wiederum, dass der Staub aufgrund des Heizens nicht an der Wand hochgewirbelt wird. Die Wand bleibt sauber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern der Effekt auf Ausdünstungen von schwerflüchtigen organischen Verbindungen beruht und diese gesundheitliche Wirkungen hätten, sollte auf die Verwendung dieser Stoffe verzichtet werden. Die Raumluft kann auch sauberer gehalten werden, wenn auf Rauchen verzichtet wird und nur rußarme Kerzen zum Einsatz kommen (auch wenn diese Emissionen nicht zum Fogging führen sollten). Nur eine Beseitigung der Belastungsfaktoren kann zu einem [[Exposition (Medizin)|Exposition]]&amp;amp;shy;sstop führen, hilfreich dazu wäre eine Volldeklaration aller Inhaltsstoffe eines Bauteils oder Baustoffs, aber auch bei Reinigungsmitteln und Gebrauchsgegenständen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mietrechtliche Fragen ==&lt;br /&gt;
Da die Ursachen komplexer Natur sind, ist die mietrechtliche Frage, wer für Schäden aufzukommen hat, noch schwieriger zu beantworten als bei Schimmelbefall und von der Einzelfalluntersuchung abhängig.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. zum „Fogging“ in rechtlicher Hinsicht die Aufsätze von Hitpaß, Haugg ([[Zeitschrift für Miet- und Raumrecht|ZMR]] 2002, 337) oder Isenmann ([[Wohnungswirtschaft und Mietrecht|WuM]] 2001, 428) und Moriske (NZM 2000, 894)&amp;lt;/ref&amp;gt; Um einen [[Mangel (Recht)#Mietrecht|Mietmangel]] sollte es sich nach den Auffassungen der [[Landgericht Berlin|Landgerichte Berlin]]&amp;lt;ref&amp;gt;LG Berlin [[Zeitschrift für Miet- und Raumrecht|ZMR]] 2003, 489&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Landgericht Ellwangen|Ellwangen]]&amp;lt;ref&amp;gt;ZMR 2001, 544&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie des [[Bundesgerichtshof]]s&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;amp;Art=pm&amp;amp;pm_nummer=0098/08 |titel=Pressemitteilung Nr.&amp;amp;nbsp;98/08 vom&amp;amp;nbsp;28.5.2008 |abruf=2023-12-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bundesgerichtshof]] klassifizierte 2008 auf Basis eines Sachverständigengutachtens die möglichen Ursachen (die Ausstattung der Wohnung mit einem handelsüblichen Teppich, das Streichen der Wände mit handelsüblichen Farben und das Reinigen der Fenster im Winter) als „vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache“.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesgerichtshof, Urteil vom 28. Mai 2008, {{Rspr|VIII ZR 271/07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Fogging.&amp;#039;&amp;#039; In: Wolfgang Isenmann, Ralf Adam, Günter Mersson: &amp;#039;&amp;#039;Feuchtigkeitserscheinungen in bewohnten Gebäuden.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Wirtschaft und Verwaltung H. Wingen, Essen 2008, ISBN 978-3-8028-0560-8, S. 49ff.&lt;br /&gt;
* Heinz-Jörn Moriske, M. Wensing: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.umweltanalytik.com/daten/Fogging.pdf Neue Untersuchungsergebnisse zum Phänomen „Schwarze Wohnungen“.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 9, Springer-VDI-Verlag, Düsseldorf 2001, S. 387ff. (PDF; 409&amp;amp;nbsp;kB) {{ISSN|0039-0771}}&lt;br /&gt;
* Umweltbundesamt Berlin (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Attacke des schwarzen Staubes – Das Phänomen „Schwarze Wohnungen“.&amp;#039;&amp;#039; Umweltbundesamt, Berlin 2004.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Leitfaden zur Vorbeugung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzwachstum in Innenräumen, [[Umweltbundesamt (Deutschland)|Umweltbundesamt]], [https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/4219.pdf PDF-Datei], zuletzt abgerufen im Dezember 2012&lt;br /&gt;
* [http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&amp;amp;Suchwort=2276 Medieninformation des Umweltbundesamtes]&lt;br /&gt;
* [https://www.umweltanalytik.com/ing11.htm Schwarzfärbung der Wohnraumwände]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staub und Gesundheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauschaden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wand]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Auchwaswisser</name></author>
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