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	<title>Schnorrer - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T16:23:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schnorrer&amp;diff=372228&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Spyridon am 28. April 2026 um 19:00 Uhr</title>
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		<updated>2026-04-28T19:00:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Die Gartenlaube (1875) b 469.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Polnische Schnorrer&amp;#039;&amp;#039; in Leipzig. Aus: [[Die Gartenlaube]] (1875)]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schnorrer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (weibliche Form &amp;#039;&amp;#039;Schnorrerin&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duden.de/rechtschreibung/Schnorrerin |titel=Duden – Schnorrerin – Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme |werk=duden.de |abruf=2015-01-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist eine Person, die sich durch häufiges, nicht aggressives Bitten um Gefälligkeiten und/oder Geld unbeliebt macht. Die Bezeichnung hat ihren Ursprung in der [[Ratsche|Schnarre]], ein Musikinstrument, das [[Judentum|jüdische]] [[Almosen]]sammler bis ins [[19. Jahrhundert]] benutzten, um auf sich aufmerksam zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinnverwandt sind die Begriffe Meshulach und [[Shadar]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Amnon Cohen, préface de Michel Abitbol et Abdou Filali-Ansary |Titel=Juifs et musulmans en Palestine et en Israël – Des origines à nos jours |Sammelwerk=Collection Texto |Auflage=2. |Verlag=Éditions Tallandier |Ort=Paris |Datum=2021 |ISBN=979-10-210-4776-1 |Seiten=66}}&amp;lt;/ref&amp;gt; von SHaDaR (שד&amp;quot;ר, [[Akronym]] für &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;SH&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;elichei &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;D&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;e&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;R&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;abonan&amp;#039;&amp;#039;, „Ein Abgesandter des [[Rabbiner|Rabbis]]“, oder nach anderer Lesart &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;SH&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;elichah &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;D&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;e&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;R&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;achmanah&amp;#039;&amp;#039;, „Ein Abgesandter des Barmherzigen“ (=Gottes)) für das Spendensammeln von Vertretern ärmerer jüdischer Gemeinden bei reicheren jüdischen Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeinsprachliche Verwendung ==&lt;br /&gt;
Das Wort stammt aus dem [[Jiddisch]]en: „Da Bettelmusikanten oft mit Lärminstrumenten wie der Schnarre durch die Lande zogen, wurde der Name des Instrumentes auf die Musikanten übertragen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Liste deutscher Wörter aus dem Hebräischen]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Umgangssprachlich wird das Wort „Schnorren“ bisweilen auch für einmalige Handlungen verwendet, etwa bei der Bemerkung „Ich schnorre mir jetzt eine [[Zigarette]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen umgangssprachlichen Gebrauch hat der Begriff seine ursprüngliche, geistig-religiöse Bedeutung verloren. In modernen, nicht-jüdischen Kulturen und Gesellschaften werden Schnorrer eher mit Bettlern und [[Vagabund]]en gleichgestellt: Der „typische Schnorrer“ bringt andere Personen geschickt dazu, ihn zu unterstützen, ohne zu einer Gegenleistung aufgefordert zu werden, oder wenigstens selbst eine solche zu erbringen. Im Unterschied zum normalen Bitten, etwa um Kleinigkeiten ohne Gegenleistung wie einer Zigarette oder [[Kleingeld]], zeichnet sich das Schnorren durch nachhaltiges Wiederholen der [[Wunsch|Bitte]] aus. Aus diesem Grund fallen Schnorrer bei aufmerksamen Umstehenden rasch auf, werden als „lästig“ empfunden und als Personen gemieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesellschaftliche Stellung im Judentum ==&lt;br /&gt;
Eine besondere Bedeutung haben Schnorrer im [[Orthodoxes Judentum|orthodoxen Judentum]]. Sie ermöglichen gläubigen Juden, einer wichtigen [[Mitzwa|religiösen Pflicht]] nachzukommen – der [[Barmherzigkeit]] gegenüber Schwächeren und der [[Zedaka|Almosenspende]]: der Schnorrer wird hierbei zum Wohltäter, der die religiöse Pflicht der [[Zedaka]] bzw. Wohltätigkeit erst ermöglicht. In [[Chassidismus|chassidischen]] Gemeinden ist dies auch heute noch üblich. Solche Juden werden es aber strengstens vermeiden, Nichtjuden um Zuwendungen zu bitten. [[Esther Kreitman]] schildert in ihrem 1944 auf Jiddisch erschienenen Roman &amp;#039;&amp;#039;Brilyantn&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Esther Kreitman]] |Titel=Le Diamantaire |TitelErg=Traduit du yiddish par Gilles Rozier, préface de Paule-Henriette Levy |Verlag=Éditions Calmann-Lévy |Ort=Paris |Datum=2014 |ISBN=978-2-7021-4471-8 |Seiten=54 |Kommentar=Ersterscheinung im Verlag W. &amp;amp; G. Foyle, London 1944}}&amp;lt;/ref&amp;gt; dessen Handlung im [[Ostjuden und Westjuden|ostjüdischen]] Milieu von [[Antwerpen]] der 1910er Jahre angesiedelt ist, zudem eine Frau, die um den Eindruck zu vermeiden, dass sie bettle, gegen Bezahlung für andere Juden auf der Frauenempore eines Bethauses mit einer Intensität Psalmen rezitiert, als betete sie für sich selbst. Wenn niemand ihr solche Arbeit gab, versuchte sie in einem Rundgang durch Restaurants von Juden [[Schnürsenkel]] und Schokolade zu verkaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnorren war zudem eine häufige Tätigkeit des sogenannten „[[Luftmensch]]en“, eines völlig mittellosen Menschen. Ein gewisser [[Schimele Kaftan]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Henri Minczeles |Hrsg=Yves Plasseraud |Titel=La Jérusalem de Lituanie |Sammelwerk=Pays Baltes – Estonie, Lettonie, Lituanie : Le réveil |Reihe=Série Monde |NummerReihe=50 |Verlag=Éditions Autrement |Ort=Paris |Datum=1991 |ISBN=2-86260-321-X |Seiten=189–199, hier S. 197 f. und Fußnote 20 |Kommentar=dort zitiert nach dem Artikel von Yoshua Heschel in &amp;#039;&amp;#039;Vilnè : Yerushalaym dè Lita&amp;#039;&amp;#039;. Leiser Ran (Hrsg.), New York 1974}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Vilnius]] wurde gar zur Legende. Schnorren diente häufig auch einem ganz bestimmten Zweck, etwa der Verheiratung einer Tochter oder eines Sohnes. Der niederländische Rabbiner [[Simon de Vries|Simon Philip de Vries]] berichtete aus Sicht der [[Ostjuden und Westjuden|Westjuden]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;„Sie griffen zu Schritten, die den Juden Westeuropas kaum verständlich waren. Denn diese Väter unternahmen weite Reisen und bettelten das Notwendige oft auf einer langen Wanderung zusammen! Das hielten sie für ihre Pflicht als Eltern. Die westlichen Juden betrachteten das mit einem gewissen Erstaunen, aber wer hätte diese Familienväter deswegen verachtet?!“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Simon de Vries]] |Titel=Jüdische Riten und Symbole |Nummer=18758 |Auflage=11. |Verlag=Rowohlt Verlag |Ort=Reinbek bei Hamburg |Datum=2010 |ISBN=978-3-499-18758-2 |Seiten=226}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weil schnorren auch von Nichtjuden häufig mit Juden in Verbindung gebracht wurde, hat sich im deutschen Sprachraum regional das [[Verb]] &amp;#039;&amp;#039;juden&amp;#039;&amp;#039;, beziehungsweise &amp;#039;&amp;#039;jüdeln&amp;#039;&amp;#039;, verbreitet. Über das Jiddische ist das Wort „Schnorrer“ auch in die englische Sprache eingeflossen: Dort bezeichnet es einen Bittsteller, der sich durch besondere [[Chuzpe]] und einen Mangel an jeglicher Unterwürfigkeit auszeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roman „König der Schnorrer“ ==&lt;br /&gt;
Anschaulich wird die Funktion des jüdischen Schnorrers in [[Israel Zangwill]]s Roman &amp;#039;&amp;#039;Der König der Schnorrer&amp;#039;&amp;#039; ([[London]] 1894) beschrieben. Der Roman stellt dar, wie sich der Schnorrer um Welten sowohl vom christlichen als auch vom muslimischen Bettler unterscheidet – die beide in ihrer jeweiligen Religion eine ähnliche Aufgabe haben wie der Schnorrer im Judentum. Im Unterschied zu diesen muss der Schnorrer jedoch auch [[Talmud]]gelehrter sein, da er seine „Opfer“ durch religiöse Unterweisung zur Wohltat veranlassen muss. Neuverlegt wurde der Roman im Jahr 1989, indem die Geschichte mit den Augen eines jüdischen Schnorrers namens Andrey Yumusak während des Aufkommens des [[Nationalsozialismus]] in der [[Weimarer Republik]] ab dem Jahre 1929 dargestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Nassauer]]&lt;br /&gt;
* [[Schnorrsack]]&lt;br /&gt;
* [[vom Stamme Nimm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Israel Zangwill, Edna Nahshon: &amp;#039;&amp;#039;From the Ghetto to the Melting Pot: Israel Zangwill&amp;#039;s Jewish Plays: Three Playscripts&amp;#039;&amp;#039;. Wayne State University Press, Detroit (Michigan) 2006, ISBN 0-8143-2955-1, S. 389 ff.&lt;br /&gt;
* [[Desanka Schwara]]: &amp;#039;&amp;#039;Humor und Toleranz: ostjüdische Anekdoten als historische Quelle&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Lebenswelten osteuropäischer Juden&amp;#039;&amp;#039;, 1. Band). Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2001, ISBN 3-412-14500-9, S. 84 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.juedische-allgemeine.de/religion/von-beruf-schnorrer/ &amp;#039;&amp;#039;Von Beruf Schnorrer?&amp;#039;&amp;#039;] Avraham Radbil, in: Jüdische Allgemeine, 15. Oktober 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jüdische Kultur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lebensstil]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Obdachlosigkeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schimpfwort (Person)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Spyridon</name></author>
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