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	<title>Schneerose - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T08:54:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schneerose&amp;diff=168459&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Link auf Peter Dilg und Dietz-Rüdiger Moser</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schneerose&amp;diff=168459&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-18T21:14:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link auf Peter Dilg und Dietz-Rüdiger Moser&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name = Schneerose&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName = Helleborus niger&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name = Nieswurz&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName = Helleborus&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName = Helleboreae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang = Tribus&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName = Ranunculoideae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name = Hahnenfußgewächse&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName = Ranunculaceae&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name = Hahnenfußartige&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName = Ranunculales&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang = Ordnung&lt;br /&gt;
| Bild = Illustration Helleborus niger0.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Illustration in &amp;#039;&amp;#039;Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz&amp;#039;&amp;#039; von Otto Wilhelm Thomé, Gera 1885&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schneerose&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039;), genannt meist &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Christrose&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schwarze Nieswurz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der Gattung [[Nieswurz]] (&amp;#039;&amp;#039;Helleborus&amp;#039;&amp;#039;) in der Familie der [[Hahnenfußgewächse]] (Ranunculaceae). Sie ist vor allem durch ihre frühe Blütezeit und die Verwendung ihrer Sorten mit auffallend großen, weißen Blüten als Garten[[zierpflanze]] bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Helleborus niger Kőszeg2.jpg|mini|Blätter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schneerose ist eine immergrüne, [[Ausdauernde Pflanze|ausdauernde]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Sie besitzt ein schwarzes [[Rhizom]] und schwarze [[Wurzel (Pflanze)|Wurzeln]]. Individuen können an geeigneten Standorten bis zu 25 Jahre alt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die am Grund lang gestielten [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind „fußförmig“ in sieben bis neun Abschnitte gegliedert. Die einzelnen Abschnitte sind lanzettlich mit ganzrandigem oder gezähntem Blattrand. Die ledrigen [[Blattstellung#Grundblätter|Grundblätter]] sind tiefgrün. Am Stängel befinden sich ein bis zwei (selten drei) blasse, ovale Hochblätter. Die frostempfindlichen Blätter sind an ihrem natürlichen Standort durch Schnee geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Helleborus niger (Früchte).jpg|mini|Balgfrüchte: Die umgewandelten Kelchblätter sind bereits „ergrünt“.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptblütezeit ist von Februar bis April; sie kann jedoch je nach Schnee- und Höhenlage auch schon im November beginnen bzw. im Mai enden. Die [[Blüte]]n sind endständig und stehen einzeln (selten zu zweit oder dritt) am meist unverzweigten Stängel. Die Blüte erreicht einen Durchmesser zwischen 5 und 10 Zentimetern. Die weiße oder rötliche Blütenhülle ([[Perigon]]) setzt sich aus fünf eiförmigen [[Kelchblatt|Kelchblättern]] zusammen, die einen kronblattartigen Schauapparat bilden. Die [[Blütenhüllblätter]] sind während des Abblühens grünlich oder durch [[Anthocyane]] rötlich überlaufen und bleiben lange erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eigentlichen [[Kronblatt|Kronblätter]] sind zu gelben bis gelbgrünen, tütenförmigen [[Nektarblatt|Nektarblättern]] umgebildet. Diese sondern reichlich [[Nektar (Botanik)|Nektar]] ab und duften anders sowie intensiver als die Blütenhülle. Die zahlreichen, gelben [[Staubblatt|Staubblätter]] sind an der verlängerten Blütenachse spiralig angeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den drei bis acht nur an der Basis verwachsenen [[Fruchtblätter]]n entwickeln sich [[Balgfrucht|Balgfrüchte]] mit zahlreichen Samen. Die Reifezeit der Samen, die einen Ölkörper ([[Elaiosom]]) besitzen, fällt in den Frühsommer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosomenzahl]] beträgt 2n = 32.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oberdorfer2001&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Admiral auf Christrose.JPG|mini|Frühe Futterpflanze für Schmetterlinge, hier ein [[Admiral (Schmetterling)|Admiral]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schwarze Nieswurz ist ein [[Hemikryptophyt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vorweibliche ([[Dichogamie#Dichogamie in der Botanik|Protogynie]]) Schalenblume wird vor allem durch Bienen, Hummeln und Falter sowie pollenfressende Insekten bestäubt. Die duftenden Nektarblätter absorbieren im Gegensatz zur Blütenhülle [[Ultraviolettstrahlung|UV-Licht]], wodurch UV-sichtige Insekten, insbesondere Bienen und Hummeln, angelockt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der sehr frühen Blütezeit ist eine Bestäubung durch Insekten nicht immer gesichert. Die Schneerose gleicht diesen Nachteil dadurch aus, dass die Narben sehr lange befruchtbar bleiben und im ungünstigsten Fall auch den eigenen Pollen für eine Selbstbestäubung ([[Autogamie]]) aufnehmen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfram Buff und Klaus von der Dunk: &amp;#039;&amp;#039;Giftpflanzen in Natur und Garten.&amp;#039;&amp;#039; Augsburger Druck und Verlagshaus, Augsburg 1981, ISBN 3-922084-11-7, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die alten Laubblätter bereits mit dem Aufblühen absterben, bilden nach erfolgreicher Befruchtung die Blütenhüllblätter [[Chloroplasten]] aus und übernehmen die [[Photosynthese]]. Die Photosyntheseleistung kann hierbei ein Drittel&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hess&amp;quot;&amp;gt;Dieter Heß: &amp;#039;&amp;#039;Alpenblumen - Erkennen - Verstehen - Schützen.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3243-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; der ausgewachsenen Laubblätter betragen und ermöglicht so die Ausbildung der Früchte. Erst nach der Reife der Früchte wachsen neue Laubblätter heran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Samen werden wegen eines [[Elaiosom|fettreichen Anhängsels]] vor allem durch [[Ameisen]] ausgebreitet ([[Myrmekochorie]]), aber auch [[Schnecken]] tragen zur Ausbreitung bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
=== Verbreitungsgebiet ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Helleborus niger Kaiser.jpg|mini|Schneerosen am [[Wilder Kaiser|Wilden Kaiser]] ([[Tirol (Bundesland)|Tirol]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst die östlichen Nord- und Südalpen, westwärts bis nach [[Vorarlberg]]. Weiterhin ist &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039; im [[Apennin]] und im nördlichen [[Balkangebirge|Balkan]] verbreitet. Sie kommt von der Tallage bis in eine Höhenlage von 1900 Metern vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Finkenzeller&amp;quot;&amp;gt;Xaver Finkenzeller: &amp;#039;&amp;#039;Alpenblumen.&amp;#039;&amp;#039; München 2003, ISBN 3-576-11482-3.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Berchtesgadener Alpen steigt &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039; bis in eine Höhenlage von 1560 Metern auf. In [[Deutschland]] ist sie nur in [[Bayern]] heimisch; in den Allgäuer Alpen ist sie nicht urwüchsig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dörr-Lippert&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Häufiger kommt die Schneerose in Österreich, außer in Wien und im Burgenland, vor. In Slowenien ist &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039; in den [[Julische Alpen|Julischen Alpen]] rund um den [[Triglav]] anzutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Standort ===&lt;br /&gt;
Als Standort bevorzugt die [[kalkstet]]e Pflanzenart buschige Hänge, lichte [[Buche]]n- und [[Mischwald|Buchenmischwälder]], aber auch [[Gemeine Fichte|Fichtenwälder]] und im Süden [[Flaum-Eiche]]n-Wälder. Sie kann bis in die [[Krummholzzone]] aufsteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der [[Schweiz]]: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schneerose ist vor allem in der [[Pflanzengesellschaft]] Seggen-Buchenwald (Carici-Fagetum) und anderen Buchenwäldern (Fageten) der Ostalpen anzutreffen, weiterhin auch im [[Verband (Pflanzensoziologie)|Verband]] Schneeheide-Kiefernwälder (Erico-Pinion), wo sie mit der [[Schneeheide]] (&amp;#039;&amp;#039;Erica carnea&amp;#039;&amp;#039;) vergesellschaftet ist, oder in der Ordnung Wärmegebundene Eichenmischwälder (Quercetalia pubescenti-petraeae).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oberdorfer2001&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorten von &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039; werden auch häufig kultiviert; sie verwildern selten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gartenpflanze ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Schneerose 2611.JPG|mini|Blüte im Detail]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Staude erst nach einigen Jahren schöne, dichtbuschige Bestände bildet, empfiehlt Barlages &amp;#039;&amp;#039;Großes Buch der Gartenblumen&amp;#039;&amp;#039;, den Standort mit Bedacht zu wählen, gerne am Gehölzsaum in Steingärten. Sie brauche Halbschatten, humosen, durchlässigen, alkalischen Boden und bis zum Juni ausreichend Feuchtigkeit. Pro Quadratmeter brauche man acht Pflanzen. Zur Vermehrung ist neben der Aussaat die Teilung älterer Pflanzen im Herbst oder nach der Blüte möglich. Schnecken fressen die jungen Triebe.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Barlage, Frank M. von Berger: &amp;#039;&amp;#039;Das große Buch der Gartenblumen. Über 2000 Stauden, Sommerblumen, Zwiebelpflanzen und Gräser.&amp;#039;&amp;#039; Ulmer, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-8001-3394-9, S. 215–216.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schneerose ist aufgrund ihrer frühen Blüte und ihrer auffälligen weißen Blüten schon seit dem 16. Jahrhundert in mitteleuropäischen Gärten zu finden. [[Conrad Gessner]] beschrieb 1561 eine rosablütige Form. Die frühe Einführung ist auch darauf zurückzuführen, dass diese Pflanze in der [[Pflanzenheilkunde]] genutzt wurde. Besonders im 19. Jahrhundert entstanden Zuchtsorten, die größere Blüten und einen reichlicheren Blütenansatz als die [[Art (Biologie)|Wildart]] aufwiesen. Bunte Sorten entstanden durch Einkreuzung der in der [[Türkei]] beheimateten [[Orientalische Nieswurz|Orientalischen Nieswurz]].&amp;lt;!-- tatsächlich? sh. Disk.! --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind Sorten mit gesprenkelten und gepunkteten Blütenblättern bekannt. In Gruppen wirken sie prächtig, da sich Laub und Blüten gut vom winterlichen Garten abheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturschutz und Gefährdung ==&lt;br /&gt;
Die Schneerose ist nach der [[Bundesartenschutzverordnung]] besonders geschützt und nach der [[Rote Liste gefährdeter Arten|Roten Liste Deutschland]] als gefährdet (3) eingestuft. Gefährdungsfaktoren sind vor allem Ausgraben und Sammeln der Pflanze. In Österreich ist sie im Bereich der Westalpen&amp;lt;!-- in Quelle ausdrücklich erwähnt, obwohl Exkursionsführer nur für AT, Südtirol und FL gilt, die alle keinen Anteil an den Westalpen haben; sh. Disk. --&amp;gt; und im Gebiet der [[Böhmische Masse|böhmischen Masse]] gefährdet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Arten/Helleborus-niger.htm Schneerose / Schwarze Nieswurz / Christrose] auf &amp;#039;&amp;#039;flora.nhm-wien.ac.at&amp;#039;&amp;#039;, zuletzt abgerufen am 19. Februar 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Oberösterreich]] gilt die Schneerose nach Oö. NSchG 2001 als teilweise geschützte Pflanze. In Kärnten ist sie in {{§§|Pflanzenschutzverordnung|LrK|text=Anhang III der Pflanzenartenschutzverordnung|GesetzNr=20000276}} mit „H“ geführt, was laut {{§|3|Pflanzenartenschutzverordnung|LrK}} einen teilweisen Schutz begründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039; tritt in zwei Unterarten auf, die durch Übergänge miteinander verbunden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Angerer2004&amp;quot;&amp;gt;Oskar Angerer, Thomas Muer: &amp;#039;&amp;#039;Alpenpflanzen.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-3374-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039; subsp. &amp;#039;&amp;#039;niger&amp;#039;&amp;#039;: [[Nominatform]] mit glänzenden, dunkelgrünen Blättern. Die Abschnitte der Blätter sind im vorderen Drittel am breitesten und haben am Blattrand nach vorne gekrümmte Zähne. Diese Unterart ist die viel häufigere und kommt im ganzen Verbreitungsgebiet der Art vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AtlasFloraeEuropaeae1989&amp;quot;&amp;gt;Jaakko Jalas, Juha Suominen: &amp;#039;&amp;#039;Atlas Florae Europaeae.&amp;#039;&amp;#039; Band 8 &amp;#039;&amp;#039;Nymphaeaceae to Ranunculaceae.&amp;#039;&amp;#039; Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039; subsp. &amp;#039;&amp;#039;macranthus&amp;#039;&amp;#039; {{Person|(Freyn) Schiffner}}: Diese Unterart hat matte, bläulichgrüne Blätter. Die Abschnitte der Blätter sind um die Mitte am breitesten und haben am Blattrand feine, seitlich abstehende Zähne. Das sehr kleine Verbreitungsgebiet reicht von [[Südtirol]] bis ins [[Kanton Tessin|Tessin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namen ==&lt;br /&gt;
Der Gattungsname stammt von {{grcS|ἑλλέβορος|helléboros|de=Nieswurz}}. Das [[latein]]ische [[Epitheton|Artepitheton]] &amp;#039;&amp;#039;niger&amp;#039;&amp;#039; bezieht sich auf das schwarze Rhizom dieser Pflanzenart. Der Name &amp;#039;&amp;#039;Schwarze Nieswurz&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Elleborus niger&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 141 (&amp;#039;&amp;#039;Elleborus niger&amp;#039;&amp;#039;: „Helleborus niger L., Schwarze Nießwurz“).&amp;lt;/ref&amp;gt;) verweist sowohl auf das schwarze Rhizom als auch auf die Verwendung als Niespulver. Mit „Nieswurz“ allein kann in alten Texten sowohl die Schneerose als auch der [[Weißer Germer|(Weiße) Germer]] gemeint sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der volkstümliche Name „Schneerose“ bezieht sich auf die extrem frühe Blütezeit, „Christrose“ hingegen auf die Tradition, sie so zu kultivieren, dass sich die Blüten zu Weihnachten entfalten, weswegen die Pflanze auch „Weihnachtsrose“ genannt wird. In Österreich nennt man die Schneerose auch „Schneebleamal“ (Schneeblume), „Märzenkaibl“ und „Krätzenblum“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wendelberger&amp;quot; /&amp;gt; Andere regionale Bezeichnungen sind „Brandwurzel“, „Feuerwurzel“, „Frangenkraut“, „Gillwurz“, „Weihnachtsrose“, „Winterrose“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Giftigkeit ==&lt;br /&gt;
Die Pflanze ist vor allem durch den Gehalt an [[Saponin]]en und [[Protoanemonin]] stark giftig.&lt;br /&gt;
In der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Helleborus&amp;#039;&amp;#039; kommen starke Herzgifte hinzu, Helleborin, und insbesondere das stark herzwirksame Steroidsaponin [[Hellebrin]] (ein schleimhautreizendes Saponin),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hans Braun: &amp;#039;&amp;#039;Heilpflanzen-Lexikon für Ärzte und Apotheker. Anwendung, Wirkung und Toxikologie.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1968.&amp;lt;/ref&amp;gt; das ähnlich wie die [[Herzglykoside]] der Gattung [[Fingerhüte]] (&amp;#039;&amp;#039;Digitalis&amp;#039;&amp;#039;) verwendet werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hess&amp;quot; /&amp;gt; Alle Pflanzenteile sind giftig. Die stärkste Helleborin-Konzentration findet sich im Wurzelstock. Daher werden Vergiftungen bei Menschen durch Schneerosen eher selten beobachtet. So heißt es „Heute gehen zuerst die Rinder daran zugrunde“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hess&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergiftungs[[symptom]]e sind [[Vertigo|Schwindel]], [[Durchfall]] und [[Synkope (Medizin)|Kollaps]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wendelberger&amp;quot;&amp;gt;Wendelberger: &amp;#039;&amp;#039;Alpenpflanzen - Blumen, Gräser, Zwergsträucher&amp;#039;&amp;#039;. München 1984, ISBN 3-7632-2975-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ähneln denen einer Herzglykosid-Vergiftung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mensch und Schneerose ==&lt;br /&gt;
=== Geschichte ===&lt;br /&gt;
Seit [[Plautus]] ist die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;elleborum&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;elleborus&amp;#039;&amp;#039; (mittellateinisch helle-) gebräuchlich und bezeichnet zwei als Niesmittel verwendete Giftpflanzen: Einerseits den [[Weißer Germer|Weißen Germer]] (&amp;#039;&amp;#039;Veratrum album&amp;#039;&amp;#039;), andererseits die Nieswurz (&amp;#039;&amp;#039;Helleborus&amp;#039;&amp;#039;), die jeweils als &amp;#039;&amp;#039;elleborus albus/candidus&amp;#039;&amp;#039; bzw. als &amp;#039;&amp;#039;elleborus niger&amp;#039;&amp;#039; bekannt waren. Die Unterscheidung durch das Farbadjektiv wird durch [[Plinius der Ältere|Plinius den Älteren]] erwähnt. Die Pflanzen wurden vor allem als Mittel gegen [[Wahnsinn]] und [[Epilepsie]] geschätzt, da nach der antiken [[Humoralpathologie]] psychische Erkrankungen durch einen Überschuss an &amp;#039;&amp;#039;schwarzer Galle&amp;#039;&amp;#039; erklärt wurden und Niesen als beste Abhilfe galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sagt bei Plautus (in den [[Menaechmi]] 950) der Arzt: „&amp;#039;&amp;#039;elleborum potabis faxo aliquos viginti dies&amp;#039;&amp;#039;“ (du wirst Nieswurz trinken und das 20 Tage). Der Patient antwortet: „&amp;#039;&amp;#039;neque ego insanio&amp;#039;&amp;#039;“ (aber ich bin doch nicht verrückt).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Genaust&amp;quot;&amp;gt;Helmut Genaust: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen.&amp;#039;&amp;#039; 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Birkhäuser, Basel/Boston/Berlin 1996, ISBN 3-7643-2390-6 (Nachdruck ISBN 3-937872-16-7).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erwähnungen im Umfeld des antiken Griechenlands beziehen sich mit großer Sicherheit nicht auf die Schneerose, sondern auf die [[Rundblättrige Nieswurz]] (&amp;#039;&amp;#039;Helleborus cyclophyllus&amp;#039;&amp;#039;), evtl. auch auf die [[Orientalische Nieswurz]] (&amp;#039;&amp;#039;Helleborus orientalis&amp;#039;&amp;#039;), da die Schneerose dort nicht verbreitet ist. Ihr Areal endet auf der mittleren Balkanhalbinsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heilkunde ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hamburg Museum 1922,21.jpg|mini|hochkant|Apothekenstandgefäß &amp;#039;&amp;#039;Extractum Hellebori nigri&amp;#039;&amp;#039;, Hamburg, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Antike beschriebene, aus heutiger Sicht nicht sicher identifizierbare Pflanze „Schwarze Nieswurz“ (&amp;#039;&amp;#039;helleborus niger&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Stoll: &amp;#039;&amp;#039;De tempore herbarum. Vegetabilische Heilmittel im Spiegel von Kräuter-Sammel-Kalendern des Mittelalters: Eine Bestandsaufnahme.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Peter Dilg]], Gundolf Keil, [[Dietz-Rüdiger Moser]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rhythmus und Saisonalität. Kongreßakten des 5. Symposions des Mediävistenverbandes in Göttingen 1993.&amp;#039;&amp;#039; Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-5404-1, S. 347–375, hier: S. 360: &amp;#039;&amp;#039;helleborus niger&amp;#039;&amp;#039;: Christrose (Helleborus niger L.), Stinkende/Grüne Nieswurz (Helleborus foetidus L./viridis L.) oder Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis L.)&amp;lt;/ref&amp;gt;) wurde beispielsweise als Purgiermittel bei [[Epilepsie|Krampfleiden]] und Wutanfällen sowie „[[Melancholie]]“, als menstruationsförderndes Mittel, aber auch als [[Abortivum|Abtreibungsmittel]] (die mögliche embryotötende Wirkung war bereits Dioskurides bekannt)&amp;lt;ref&amp;gt;Britta-Juliane Kruse: &amp;#039;&amp;#039;Nieswurz und Hirschwurz im Parzival Wolframs von Eschenbach.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Mitteilungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 14, 1996, S. 279–286; hier: S. 280.&amp;lt;/ref&amp;gt; und gegen Zahnschmerzen, verabreicht. Die Wurzel der „Schwarzen Nieswurz“ war seit dem 15. Jahrhundert als &amp;#039;&amp;#039;Radix hellebori nigri&amp;#039;&amp;#039; offizinell, wobei erst im 18. Jahrhundert speziell die Schneerose als Lieferant festgelegt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolf-Dieter Müller-Jahncke]]: &amp;#039;&amp;#039;Nieswurz.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte&amp;#039;&amp;#039;. De Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1050.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &amp;#039;&amp;#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&amp;#039;&amp;#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 180 (zu &amp;#039;&amp;#039;Elleborus&amp;#039;&amp;#039;: „Namenübertragungen von Helleborus auf Veratrum und umgekehrt waren [gemäß [[Heinrich Marzell]]] im Mittelalter üblich“; und zu „Elleborus niger – swartz nyeßwortz, melampolion“).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurde als Herzmittel und harntreibendes Medikament genutzt. Allerdings wiesen bereits im 16. und 17. Jahrhundert Kräuterbücher auf die Giftigkeit sowie auf die Gefahr einer Überdosierung dieser Pflanze hin: „Drei Tropfen machen rot, 10 Tropfen machen tot“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wendelberger&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im hochmittelalterlichen &amp;#039;&amp;#039;Compendium Salernitanum&amp;#039;&amp;#039; (1160–1170) finden sich Hinweise zu &amp;#039;&amp;#039;Helleborus&amp;#039;&amp;#039;, und auch [[Pietro d’Abano]] (1257–1315) zählt in seinem &amp;#039;&amp;#039;Conciliator&amp;#039;&amp;#039; die Nieswurz auf. Das &amp;#039;&amp;#039;[[Circa instans]]&amp;#039;&amp;#039; schildert das aus der Schwarzen Nieswurz gewonnene Pulver als erfahrungsgemäß ebenso wirksam gegen [[Hämorrhoiden]] wie das Spießglanzpulver &amp;#039;&amp;#039;[[Antimon(III)-sulfid|antimonium]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Konrad Goehl]]: &amp;#039;&amp;#039;Beobachtungen und Ergänzungen zum „Circa instans“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 34, 2015 (2016), S. 69–77, hier: S. 71.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der frühen Neuzeit erwähnt [[Paracelsus]] (1493/94–1541) &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039; im &amp;#039;&amp;#039;Herbarius&amp;#039;&amp;#039; als [[Diuretikum]], Purgans und [[Geriatrikum]]. Um 1900 untersuchte erstmals R. Wybauw die Herzwirkung von &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039;. Es gelang allerdings nicht, ein medizinisches Präparat erfolgreich in den Handel zu bringen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wolf-Dieter Müller-Jahncke, Christoph Friedrich, Ulrich Meyer |Titel=Arzneimittelgeschichte |Auflage=2., überarb. und erw. |Verlag=Wiss. Verlags-Gesellschaft |Ort=Stuttgart |Datum=2005 |ISBN=978-3-8047-2113-5 |Seiten=72-73}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Schwarze Nieswurz wird heute nicht mehr als Phytotherapeutikum, sondern nur noch in der Homöopathie benutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolf-Dieter Müller-Jahncke: &amp;#039;&amp;#039;Nieswurz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 1050.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch das gemeinsame Vorkommen des Hellebrins mit Protoanemonin und Saponinen ist die Pflanze medizinisch nicht nutzbar; nur isoliertes Hellebrin lässt sich verwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Antike bis in die frühe Neuzeit wurde das gelegentlich mit dem aus dem Arabischen stammenden Begriff &amp;#039;&amp;#039;condisum&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Mark der Nieswurz (insbesondere von &amp;#039;&amp;#039;Veratrum album&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039;) nicht nur als harntreibendes, sondern auch menstruationsförderndes sowie überschüssige oder verdorbene [[Humoralpathologie|Säfte]] [[Ausleitende Verfahren|purgierendes]] Arzneimittel benutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Udo Benzenhöfer]]: &amp;#039;&amp;#039;Johannes&amp;#039; de Rupescissa Liber de consideratione quintae essentiae omnium rerum deutsch. Studien zur Alchemia medica des 15. bis 17. Jahrhunderts mit kritischer Edition des Textes.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1989, S. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Konstantin der Afrikaner|Constantinus Africanus]]: &amp;#039;&amp;#039;De gradibus quos vocant simplicium liber.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Constantini Africani post Hippocratem et Galenum ...&amp;#039;&amp;#039; Basel 1536, S. 342–387; hier: S. 383.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lynn Thorndike]] und Francis S. Benjamin Jr. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The herbal of Rufinus.&amp;#039;&amp;#039; Chicago 1945 (= &amp;#039;&amp;#039;Corpus of mediaeval scientific texts&amp;#039;&amp;#039;, 1), S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[Nicholas Culpeper|Culpepers]] &amp;#039;&amp;#039;Herbal&amp;#039;&amp;#039; untersteht die Pflanze dem [[Saturn (Planet)|Saturn]] und ist so finster, dass es sicherer sei, sie in der Zubereitung eines [[Alchemie|Alchemisten]] zu sich zu nehmen als in reiner Form. Auch seien, wegen des ausgeglicheneren Klimas, heimische Wurzeln besser als solche aus dem Ausland. Die Wurzel sei – wie bereits [[Pedanios Dioskurides|Dioskurides]] in der Antike beschrieben hatte – gut gegen alle Arten der [[Melancholie]], besonders diejenigen, die lange andauern. Ferner helfe sie gegen [[Wechselfieber]], Wahnsinn, [[Epilepsie]], [[Lepra]], [[Gelbsucht]], [[Gicht]], [[Ischialgie|Ischias]] und Zuckungen. Als [[Pessar]] genutzt führe die Wurzel zu sehr heftigen Monatsblutungen. Als Pulver auf Geschwüre gestreut verzehre sie das tote Fleisch und führe zu augenblicklicher Heilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nicholas Culpeper 1995&amp;quot;&amp;gt;Nicholas Culpeper: &amp;#039;&amp;#039;Culpeper&amp;#039;s Complete Herbal. A book of remedies for ancient ills&amp;#039;&amp;#039;. Ware, Wordsworth 1995, S.&amp;amp;nbsp;132.&amp;lt;/ref&amp;gt; Culpeper gibt auch ein Rezept für Christrosen-Wein an. Dafür werden zwei Schneerosen kleingeschnitten (zwei Unzen) und mit zwei Pfund spanischen Weins gemischt, den man in einer Phiole oder verschlossenen Flasche während der Hundstage in die Sonne stellte.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicholas Culpeper: &amp;#039;&amp;#039;A catalogue of simples in the New Dispensatory.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Culpeper&amp;#039;s Complete Herbal. A book of remedies for ancient ills&amp;#039;&amp;#039;. Ware, Wordsworth 1995, S.&amp;amp;nbsp;415.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gegen eine Vergiftung mit der Pflanze helfe Ziegenmilch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nicholas Culpeper 1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Helleborus&amp;#039;&amp;#039; war im Altertum berühmt als Abführmittel und Heilpflanze, [[Melampus (Seher)|Melampus]] soll damit die Töchter des Königs [[Proitos (Sohn des Abas)|Proitos]] vom Wahnsinn geheilt haben. Schon [[Hippokrates von Kos|Hippokrates]] beschreibt seine Anwendung, [[Pedanios Dioskurides|Dioskurides]] empfiehlt es als [[Abführmittel]], [[Emmenagogum]], bei [[Epilepsie]], [[Melancholie]], Wutanfällen, [[Gicht]], Lähmung, Schwerhörigkeit, [[Krätze]] und als Mundspülung. Kräuterbücher des Mittelalters kennen es. Es gab auch Anwendungen als Altersmittel zur Lebensverlängerung. In [[Pietro Andrea Mattioli|Matthiolus‘]] &amp;#039;&amp;#039;New-Kreuterbuch&amp;#039;&amp;#039; von 1626 ist das Mittel abführend, galle- und schleimtreibend. Nach [[Albrecht von Haller|von Haller]] (1755) hilft es „wider alle hartnäckigen Verstopfungen der Pfortader und der Milz“ und führt die „dicken melancholischen Säfte“ aus. Auch bei [[Johann Friedrich Osiander|Osiander]] und bei [[Christoph Wilhelm Hufeland|Hufeland]] kommt es vor. Die Neuzeit kennt auch Heilungsberichte bei [[Depression]] und [[Trauma (Psychologie)|Psychotrauma]] mit versiegtem Milch- und Regelfluss. [[Gerhard Madaus|Madaus]] zitiert noch Arbeiten zur russischen und tschechischen Volksmedizin. Er hält &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039; für ein gutes Mittel bei Stauungen von Nieren, Uterus und Hirn, bei [[Meningitis]], [[Eklampsie]], Epilepsie, [[Hydrocephalus]], stuporösen Psychosen, Kollaps, Schwindel mit Übelkeit beim Bücken. Es passe bei [[Glomerulonephritis|Scharlachnephritis]], nach anderen auch bei Gicht, Gesichtsschmerz oder [[Orchitis|Hodenentzündung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Madaus: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der biologischen Heilmittel.&amp;#039;&amp;#039; Band II. Olms, Hildesheim / New York 1976, ISBN 3-487-05891-X, S. 1526–1532 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1938) [https://www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/helleborus.html (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Samuel Hahnemann]]s Habilitation &amp;#039;&amp;#039;De helleborismo veterum&amp;#039;&amp;#039; (1812) enthält einen Abschnitt zu &amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039;, mit historischen Indikationen wie Melancholie, Epilepsie, Lähmung, Gelenkkrankheiten, Leberentzündung und Hautkrankheiten. Im Übrigen kommt Hahnemann zu dem Schluss, die alten Griechen hätten bis nach Hippokrates ausschließlich &amp;#039;&amp;#039;[[Veratrum album]]&amp;#039;&amp;#039; als „Helleborus“ (griechisch ἑλλέβορος) gekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Josef M. Schmidt, Daniel Kaiser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Samuel Hahnemann. Gesammelte kleine Schriften.&amp;#039;&amp;#039; Haug, Heidelberg 2001, ISBN 3-8304-7031-2, S. 552–637.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Homöopathie]] nutzt &amp;#039;&amp;#039;Helleborus&amp;#039;&amp;#039; bei ängstlicher Depression oder Denkstörung nach [[Hirnblutung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Roger Morrison: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Kai Kröger Verlag, Groß Wittensee 1997, ISBN 3-9801945-5-8, S. 320–323.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Anthroposophische Medizin]] sieht die Christrose seit [[Rudolf Steiner]] als mögliches Krebsmittel für Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Wilkens: &amp;#039;&amp;#039;Die Heilkraft der Christrose.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. AT Verlag, Aarau/München 2016, ISBN 978-3-03800-831-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für [[Johannes Wilkens]] ist sie überhaupt eines der größten Heilmittel.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Wilkens: &amp;#039;&amp;#039;Neues zur Heilkraft der Christrose.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Natur und Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 6, November/Dezember 2015, S. 4–7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Volksmedizin]] findet die Schneerose noch heute als Brech- und Abführmittel sowie gegen [[Ödem|Wassersucht]] und [[Harnverhalt]] Verwendung.&lt;br /&gt;
In der Tierheilkunde wurde die Pflanze im England des 17. Jahrhunderts als Mittel gegen Husten und Vergiftung eingesetzt. Dazu stach man dem betreffenden Tier ein Loch ins Ohr, durch das einen Tag und eine Nacht lang ein Stück Christrosenwurzel gesteckt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nicholas Culpeper 1995&amp;quot; /&amp;gt; Schweinen wurden gegen die [[Klassische Schweinepest|Schweinepest]] Blüten ins Ohr gesteckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duell2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonstiges ===&lt;br /&gt;
Die ganzjährig verfügbaren grünen Blätter mit fester Konsistenz lassen sich gut schneiden. Für Biologiestudenten sind sie daher ein beliebtes Objekt im Mikroskopierkurs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duell2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Behandlung Wahnsinniger mit &amp;#039;&amp;#039;Helleborus&amp;#039;&amp;#039; war in der Antike sprichwörtlich. So rät [[Horaz]] in seinen Satiren, gegen den verbreiteten Geiz alle Nieswurz zu verabreichen, die man fände. Der Legende nach soll [[Martin von Tours|St. Martin]] sich im Exil an der Christrose vergiftet, kraft des Gebetes aber überlebt haben. Das bekannte Weihnachtslied &amp;#039;&amp;#039;[[Es ist ein Ros entsprungen]]&amp;#039;&amp;#039; meint wohl die Christrose. In [[Wilhelm Hauff]]s Märchen &amp;#039;&amp;#039;[[Der Zwerg Nase]]&amp;#039;&amp;#039; (1826) gibt es ein Heilkraut „Niesmitlust“. [[Eduard Mörike]] dichtete &amp;#039;&amp;#039;[[Auf eine Christblume]]&amp;#039;&amp;#039; (1842). Weitere Gedichte sind [[Johannes Trojan]]s &amp;#039;&amp;#039;Die Christrose hebt ihr weißes Haupt&amp;#039;&amp;#039;, [[Hermann Lingg]]s &amp;#039;&amp;#039;Die weiße Weihnachtsrose&amp;#039;&amp;#039;, [[Kurt Hertha]]s &amp;#039;&amp;#039;Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/christrose Universitätsbibliothek Regensburg, 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Paolo Mantegazza]]s &amp;#039;&amp;#039;Blumenmärchen&amp;#039;&amp;#039; zieht sich der verratene Held, der auf Rache verzichtete, in die Berge zurück, seinen Leichnam umwachsen die ersten Schneerosen. [[Ludwig Ganghofer]]s Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Der Klosterjäger (Roman)|Der Klosterjäger]]&amp;#039;&amp;#039; (1892) erwähnt die Schneerose als Symbol ewigen Lebens und Heilmittel. [[Selma Lagerlöf]]s &amp;#039;&amp;#039;Legende von der Christrose&amp;#039;&amp;#039; (1908) handelt von Gnade für eine Räubermutter dank der Blume im Weihnachtsgarten im dunklen Wald. In [[Christian Signol]]s Roman &amp;#039;&amp;#039;Wenn die Christrose blüht&amp;#039;&amp;#039; (2002) verhilft sie zu Heilung von Leukämie.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Wilkens: &amp;#039;&amp;#039;Die Heilkraft der Christrose.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. AT Verlag, Aarau/München 2016, ISBN 978-3-03800-831-6, S. 16, 26–27, 33, 50, 62–63, 81–82, 99.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinz-Dieter Krausch]]: &amp;#039;&amp;#039;Kaiserkron und Päonien rot… – Entdeckung und Einführung unserer Gartenblumen.&amp;#039;&amp;#039; Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-935549-23-7.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3854741405}}&lt;br /&gt;
* Gerhard Madaus: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der biologischen Heilmittel.&amp;#039;&amp;#039; Band II. Olms, Hildesheim / New York 1976, ISBN 3-487-05891-X, S. 1526–1532 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1938) [https://www.henriettes-herb.com/eclectic/madaus/helleborus.html (online)].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Helleborus niger|Schneerose (&amp;#039;&amp;#039;Helleborus niger&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Christrose}}&lt;br /&gt;
* [http://www.giftpflanzen.com/helleborus_niger.html Zur Giftigkeit der Christrose]&lt;br /&gt;
* {{FloraWeb|2803|Helleborus niger L., Schwarze Nieswurz}}&lt;br /&gt;
* {{BiolFlor|1444}}&lt;br /&gt;
* {{BIB|2803}}&lt;br /&gt;
* Thomas Meyer: [http://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Hahnenfuss/helleborus_weiss.htm#Schwarze%20Nieswurz Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei &amp;#039;&amp;#039;Flora-de: Flora von Deutschland&amp;#039;&amp;#039; (alter Name der Webseite: &amp;#039;&amp;#039;Blumen in Schwaben&amp;#039;&amp;#039;).]&lt;br /&gt;
* [https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/christrose/ Die sagenumwobene Christrose in historischen Darstellungen - Virtuelle Ausstellung UB Regensburg.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oberdorfer2001&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|3800131315|Seite=396}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dörr-Lippert&amp;quot;&amp;gt;Erhard Dörr, [[Wolfgang Lippert (Botaniker)|Wolfgang Lippert]]: &amp;#039;&amp;#039;Flora des Allgäus und seiner Umgebung.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, IHW-Verlag, Eching bei München, 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 518.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duell2005&amp;quot;&amp;gt;[[Ruprecht Düll]], [[Herfried Kutzelnigg]]: &amp;#039;&amp;#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten.&amp;#039;&amp;#039; 6., völlig neu bearbeitete Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1022490|WissName=Helleborus niger L.|Abruf=2021-03-21}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nieswurz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alpenflora]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilpflanze]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zierpflanze]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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