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	<title>Schmiss - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-02-11T01:12:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-91746-9&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-91746-9&quot;&gt;~2026-91746-9&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/254330661&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/254330661&quot;&gt;254330661&lt;/a&gt; von Alrael wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{Annotiertes Bild&lt;br /&gt;
| image = Thomas Strobl 2017 Berlin.jpg&lt;br /&gt;
| caption = [[Thomas Strobl]] (2017) mit zwei Schmissen&lt;br /&gt;
| image-width = 450&lt;br /&gt;
| width = 220&lt;br /&gt;
| height = 270&lt;br /&gt;
| image-left = -180&lt;br /&gt;
| image-top = -30&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Mühlberg - Renommierbummel.jpg|mini|[[Georg Mühlberg|Georg Mühlbergs]] &amp;#039;&amp;#039;Renommierbummel&amp;#039;&amp;#039; (um 1900): Verbindungsstudenten mit frischen Schmissen beim Spaziergang, vermutlich am Morgen nach einem [[Pauktag]]]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schmiss&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine in einer studentischen [[Mensur (Studentenverbindung)|Mensur]] davongetragene [[Schnittverletzung]] sowie die daraus entstandene [[Narbe (Wundheilung)|Narbe]]. Bis zur Auflösung der [[Studentenverbindung]]en in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] galt ein Schmiss im [[Gesicht]] vielfach als das typische [[Merkmal|Erkennungszeichen]] eines deutschen [[Hochschulabschluss|Akademikers]]. Heute sind sichtbare Schmisse selten und selbst bei Angehörigen schlagender Verbindungen nicht unbedingt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Schmiss&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Schmiß&amp;#039;&amp;#039; (von &amp;#039;&amp;#039;schmeißen&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnete im 17. Jahrhundert einen [[Hiebwaffe|Hieb]] oder [[Stoß (Physik)|Schlag]]. Daraus entwickelte sich im 19. Jahrhundert in der [[Studentensprache]] die heutige Bedeutung als in einer Mensur entstandene Wunde oder Narbe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |Stichwort=Schmiss |Abruf=2020-01-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Umgangssprachlich wird häufig auch eine von einer anderen Verletzung stammende Narbe im Gesicht als Schmiss bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Geschichte der Studentenverbindungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätes 18. und frühes 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Zeittafel - Studentische Fechtwaffen.png|mini|hochkant=1.5|Zeittafel der studentischen Fechtwaffen in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tübinger Mensur 1831.jpg|mini|Tübinger Mensur, 1831]]&lt;br /&gt;
Der für Studenten und Akademiker lange Zeit typische Schmiss im Gesicht hat seinen Ursprung im späten 18. Jahrhundert, als im studentischen [[Duell]]wesen allmählich der Wechsel vom Stoß- zum weniger lebensgefährlichen Hiebfechten vollzogen wurde, und mit dem &amp;#039;&amp;#039;Schläger&amp;#039;&amp;#039; die auch heute noch verwendete [[studentische Fechtwaffe]] entwickelt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1800 waren Hiebfechten und Stoßfechten an deutschen Universitäten regional unterschiedlich verbreitet. Wegen der weniger sichtbaren Schmisse sollen damals Stoßmensuren trotz der höheren Lebensgefahr besonders bei [[Theologie]]studenten beliebt gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Hauser: &amp;#039;&amp;#039;Zum Geleit: Über das Paukarztwesen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung von Heidelberg.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter Hauser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schmisse, Lappen, Knochensplitter – Paukärztliche Schriften des 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; S. 3–41, hier S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum Aufkommen [[Antisepsis|antiseptischer]] Wundversorgung war es lange Zeit üblich, einen Zweikampf bereits bei der ersten Verletzung zu beenden, weshalb die Zahl der Schmisse zunächst insgesamt gering und auffällige Schmisse relativ selten blieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fabricius 417&amp;quot;&amp;gt;[[Wilhelm Fabricius (Historiker, 1857)|Wilhelm Fabricius]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Deutschen Corps. Eine historische Darstellung mit besonderer Berücksichtigung des Mensurwesens&amp;#039;&amp;#039;. Thilo, Berlin 1898, S. 417.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Fechten bis zum ersten Schmiss wird unter anderem im 1822 verfassten [[Studentenlied]] &amp;#039;&amp;#039;Studentenleben&amp;#039;&amp;#039; beschrieben. Dort ist mit dem – erhaltenen oder ausgeteilten – Schmiss der &amp;#039;&amp;#039;Tusch&amp;#039;&amp;#039;, also die die Mensur auslösende Beleidigung, „vergessen“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Will zum Kontrahieren&lt;br /&gt;
:einer mich touchieren,&lt;br /&gt;
:gleich gefordert wird er, augenblicks:&lt;br /&gt;
:„Bist ein dummer Junge!“&lt;br /&gt;
:Und mit raschem Sprunge&lt;br /&gt;
:auf Mensur geht’s im Paukantenwichs.&lt;br /&gt;
:Schleppfuchs muß die Waffen&lt;br /&gt;
:auf den Paukplatz schaffen,&lt;br /&gt;
:Quarten pfeifen, Terzen schwirren froh.&lt;br /&gt;
:Hat ein Schmiß gesessen,&lt;br /&gt;
:ist der Tusch vergessen&lt;br /&gt;
:von dem kreuzfidelen Studio.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Allers - Verbandstechniken.jpg|mini|Christian Wilhelm Allers: &amp;#039;&amp;#039;Drei Stufen der Rekonvaleszenz nach einer Mensur&amp;#039;&amp;#039;, 1902]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1850 löste die [[Mensur (Studentenverbindung)|Bestimmungsmensur]] schließlich das Duell mit dem Schläger ab. Mit Erfindung der [[Paukbrille]] 1857 und der folgenden Verbreitung wurden schwere Verletzungen und Todesfälle bei Mensuren immer seltener.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Lackner: {{Webarchiv|url=http://www.hochbitte.be/PDF/DieMenserDerRituelleZweikampfdeutscherstudenten.pdf |wayback=20131206084139 |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Mensur. Der rituelle Zweikampf deutscher Studenten&amp;#039;&amp;#039;. |archiv-bot=2023-01-07 09:26:01 InternetArchiveBot }} (PDF; 667&amp;amp;nbsp;kB) Wien 1997, S. 66f.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die Zahl der Zweikämpfe nahm zu, und mit ihr die Zahl der Schmisse. Einen Schmiss zu erhalten, war allerdings nicht das Ziel der Mensur, sondern nur eine häufige Begleiterscheinung.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Biastoch: &amp;#039;&amp;#039;Tübinger Studenten im Kaiserreich. Eine sozialgeschichtliche Untersuchung.&amp;#039;&amp;#039; Thorbecke, Sigmaringen 1996, ISBN 3-7995-3236-6, S. 200.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits seit den 1830er Jahren gab es auch nichtschlagende Studentenverbindungen, insbesondere [[Katholische Studentenverbindung|katholische]], die das Fechten von Mensuren gerade wegen des Verletzungsrisikos ablehnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entwicklung zum Erkennungszeichen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Schmiss zu dem Erkennungszeichen mitteleuropäischer Akademiker schlechthin und blieb es bis in die 1930er Jahre hinein. Dieses Zeichen wurde durchaus mit [[Stolz]] getragen, symbolisierte es doch das nach damaliger Auffassung herrschende [[Ideal (Philosophie)|Ideal]] eines tatkräftigen, [[Mut (Tugend)|unerschrockenen]] [[Mann]]es, der auch vor bedrohlichen Situationen nicht zurückschreckt. Irreversibel in das Gesicht eingeschrieben, waren Schmisse ein eindeutiges und für die Gesellschaft sichtbares Zeichen&amp;lt;ref&amp;gt;Silke Möller: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Wissenschaft und „Burschenherrlichkeit“.&amp;#039;&amp;#039; Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07842-8, S. 160.&amp;lt;/ref&amp;gt; und dienten als Gewähr für den [[Charakter]] ihres Trägers.&amp;lt;ref&amp;gt;Silke Möller: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Wissenschaft und „Burschenherrlichkeit“.&amp;#039;&amp;#039; Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07842-8, S. 166.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Friedrich: &amp;#039;&amp;#039;Bewußtseinsleistung und Struktur.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 1999, ISBN 3-8260-1572-X, S. 63ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele junge Männer eiferten diesem Ideal dann auch im Übermaße nach, sodass spätestens im [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich]] der [[Couleur|farbentragende]], mit Schmiss ausgestattete Korporierte zum Leitbild der Studentenschaft wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Konrad Jarausch]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Studenten 1800–1970.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1984, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird geschätzt, dass im Kaiserreich in den Jahren vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] jedes Jahr um die 12.000 Bestimmungsmensuren gefochten wurden. Bis in die 1930er Jahre waren vier bis fünf Mensuren pro Semester durchaus die Regel; jedes aktive Mitglied einer schlagenden Verbindung stand samstags fast automatisch auf Mensur, wenn es dazu medizinisch in der Lage war. Mit den Fortschritten in der Medizin und dem Aufkommen der [[Antisepsis|antiseptischen]] Wundversorgung verringerte sich die Gefahr von Infektionen drastisch, wodurch auch die Mensuren blutiger wurden, da sie nun nicht mehr mit dem ersten Schmiss beendet werden mussten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fabricius 417&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Brown - The First Wound.jpg|mini|hochkant=1.2|&amp;#039;&amp;#039;The First Wound&amp;#039;&amp;#039;, Illustration zu [[Mark Twain]]s &amp;#039;&amp;#039;[[A Tramp Abroad]]&amp;#039;&amp;#039;, 1878/1880]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Suche nach [[Abenteuer]] und dem [[Nervenkitzel]] war auch eine „implizit sexuelle Konnotation“ des Schmisses ein Faktor, der die [[Tradition]] der Mensur begünstigte, da der Schmiss eine „große sexuelle [[Attraktivität]]“ auf [[Frau]]en ausübte und so häufig „den Anfang der [[Sex|sexuellen Aktivitäten]] mit dem anderen Geschlecht“ markierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Grobe: &amp;#039;&amp;#039;Zirkel und Zahnrad. Ingenieure im bürgerlichen Emanzipationskampf um 1900 – Die Geschichte der technischen Burschenschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: Klaus Oldenhage (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Band 17. Heidelberg 2009, S. 144.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der britische Autor [[Jerome K. Jerome]] schrieb über den Stellenwert des Schmisses in Deutschland in seiner 1900 erschienenen humoristischen Erzählung &amp;#039;&amp;#039;[[Drei Männer auf Bummelfahrt]]&amp;#039;&amp;#039;:&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jerome K. Jerome]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Drei Männer auf Bummelfahrt]].&amp;#039;&amp;#039; Bristol 1900; deutsche Übersetzung: Frankfurt 1905. Zitiert nach: Georg Nilreh: &amp;#039;&amp;#039;Kompendium corpsstudentischer Weisheiten&amp;#039;&amp;#039;. 2012, ISBN 978-3-8442-3066-6, S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Daß die deutsche Maid von einem Gesicht hingerissen wird, das zerschnitten und zerfetzt ist, bis es aussieht, als sei es aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt, die nie zueinander gepaßt haben, ist eine bewiesene Tatsache.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kam, dass der Schmiss sich im Kaiserreich als „narbige Visitenkarte“ allerorten zur [[Sozialer Aufstieg|Eintrittskarte in die höhere Gesellschaft]] entwickelte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Ulrich Wehler]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Deutsche Kaiserreich 1871–1918.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1994, S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Schmiss kennzeichnete seinen Träger als Mitglied der Gruppe der [[Satisfaktion]]sfähigen, und zwar unabhängig davon, ob dieser Angehöriger des [[Hochadel]]s, Reserveoffizier oder Provinzakademiker war.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Norbert Elias]]: &amp;#039;&amp;#039;Die satisfaktionsfähige Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: Michael Schröter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Studien über die Deutschen. Machtkämpfe und Habitusentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-28608-1, S. 61–158, hier: S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:DuelingSociety.jpg|Nach einer Mensur: Paukant mit mehreren zu versorgenden Schmissen (1908)&lt;br /&gt;
Datei:Jewish Students After Fencing Exercise, Heidelberg, Germany 1906.JPG|Mitglieder einer Heidelberger [[Jüdische Studentenverbindung|jüdischen Verbindung]] mit versorgten Schmissen (1906)&lt;br /&gt;
Datei:Ludwig-bruns.png|[[Ludwig Bruns]] mit mehreren Schmissen auf der linken Wange (um 1900)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Manipulationen ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Franz Burda Schmiss.jpg|mini|[[Franz Burda]] mit – vermutlich selbst zugefügtem – Schmiss auf der linken Wange]]&lt;br /&gt;
Speziell aus der Kaiserzeit gibt es Berichte von Studenten, die zwar die Mensur scheuten, aber dennoch nicht auf das akademische [[Statussymbol]] verzichten wollten. Ärzte berichteten davon, dass sie von Studenten gebeten worden seien, ihnen Schmisse chirurgisch beizubringen, damit sie in Akademikerkreisen nicht negativ auffallen. [[Franz Burda]] soll sich einen Schmiss auf der Wange selbst zugefügt haben, „um abenteuerlicher und für die jungen Damen interessanter zu wirken“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ute Dahmen: &amp;#039;&amp;#039;Senator Dr. Franz Burda – Geschichten eines Lebens.&amp;#039;&amp;#039; Petrarca, München 2011, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1926 wurde der Fall eines [[Hochstapler]]s bekannt, der sich selber Schmisse zufügte, um als Verbindungsstudent auftreten zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;Moritz Föllmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Berliner Boulevardpresse und die Politik der Individualität in der Zwischenkriegszeit.&amp;#039;&amp;#039; In: Wolfgang Hardtwig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ordnungen in der Krise. Zur politischen Kulturgeschichte Deutschlands 1900–1933.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2007, S. 293–326, hier S. 300.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeblich soll es auch Methoden gegeben haben, aus einer empfangenen kleineren Wunde „stolze Kampfnarben“ entstehen zu lassen, z.&amp;amp;nbsp;B. durch das Einreiben mit [[Speisesalz|Salz]] oder Einlegen von [[Rosshaar]]en, sodass der [[Heilung]]sprozess verschlechtert und die [[Hypertrophe Narbe|Narbenbildung]] verstärkt wurde. Auch [[Mark Twain]] berichtet bei seinen Schilderungen der Mensur von Gerüchten, dass einige ihre Schmisse wieder aufrissen und dann mit [[Rotwein]] einrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Mark Twain]]: &amp;#039;&amp;#039;[[A Tramp Abroad]].&amp;#039;&amp;#039; American Publishing, 1880. [https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File%3A1880._A_Tramp_Abroad.djvu&amp;amp;page=76 S. 64.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Einlegen von Rosshaaren diente damals aber in Wirklichkeit als [[Drainage (Medizin)|Drainage]] und hatte daher medizinische Gründe. Das Einreiben mit Salz oder Rotwein ist eher in den Bereich der Legenden zu verweisen. Häufiger dürfte hingegen das sogenannte „Schmisse-Ziehen“ gewesen sein, bei dem die Heilung harmloser Gesichtsschmisse durch Auseinanderziehen der [[Wunde]] behindert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Hauser: &amp;#039;&amp;#039;Zum Geleit: Über das Paukarztwesen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung von Heidelberg.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter Hauser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schmisse, Lappen, Knochensplitter – Paukärztliche Schriften des 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; S. 3–41, hier S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Schmissziehen war allerdings allgemein verpönt und bei vielen Verbindungen auch streng verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Skarifizierung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rezeption ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schmiss war in zeitgenössischen [[Publikationswesen|Publikationen]] allgegenwärtig, sowohl in ernsten als auch in [[Satire|satirischen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Sonja Levsen: &amp;#039;&amp;#039;Elite, Männlichkeit und Krieg: Tübinger und Cambridger Studenten 1900–1929.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2006, S. 101.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch aus politischen wie humoristischen [[Karikatur]]en, beispielsweise in den [[Fliegende Blätter|Fliegenden Blättern]] oder dem [[Simplicissimus]], war der Schmiss zur Kennzeichnung von Studenten lange Zeit nicht wegzudenken.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Ferdinand Krause|Peter Krause]]: &amp;#039;&amp;#039;O alte Burschenherrlichkeit – Die Studenten und ihr Brauchtum&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1979, ISBN 3-222-11127-8, S. 136.&amp;lt;/ref&amp;gt; In politischen Karikaturen der 1920er und 1930er wurde der Schmiss als [[stereotyp]]es Attribut für [[Reaktion (Politik)|reaktionäres]] Gedankengut verwendet, häufig in Kombination mit einem [[Monokel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;3&amp;quot; caption=&amp;quot;Der Schmiss in Karikaturen&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
   Naturgeschichte - Homo studens.jpg|&amp;#039;&amp;#039;Naturgeschichte. Homo studens&amp;#039;&amp;#039; (1845). Gegen&amp;amp;shy;über&amp;amp;shy;stellung des &amp;#039;&amp;#039;Burschen&amp;#039;&amp;#039; und des &amp;#039;&amp;#039;Obskuranten&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
   Fliegende Blätter 1903 00250455 (cropped).jpg|&amp;#039;&amp;#039;Zukunftsbild&amp;#039;&amp;#039; (1903) „Ver&amp;amp;shy;flucht schnei&amp;amp;shy;diges Frau&amp;amp;shy;en&amp;amp;shy;zim&amp;amp;shy;mer! .. Die hat jus studirt und zehn Mensuren gehabt!“&lt;br /&gt;
   Naturspiel 1908.jpg|[[Rudolf Wilke]]: &amp;#039;&amp;#039;Natur&amp;amp;shy;spiel&amp;#039;&amp;#039; (1908). Spott auf die Schmiss&amp;amp;shy;losigkeit: „Sehn Sie nur den Studenten an! So’n Gesicht gehört doch in die Hose.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Heinrich Mann]]s satirischen Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Der Untertan]]&amp;#039;&amp;#039; ist der Schmiss mit negativen Eigenschaften verbunden. Diederich Heßling, die Hauptfigur, wird Mitglied in einer schlagenden Studentenverbindung und bezieht fortan sein Selbstwertgefühl aus dem Kollektiv, wobei seine Schmisse als sichtbares Zeichen für seine Zugehörigkeit zu diesem stehen:&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinrich Mann]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Untertan]]&amp;#039;&amp;#039;. Kurt Wolff, Leipzig 1918, S. 30f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Nicht Stolz oder Eigenliebe leiteten Diederich: einzig sein hoher Begriff von der Ehre der Korporation. Er selbst war nur ein Mensch, also nichts; jedes Recht, sein ganzes Ansehen kamen ihm von ihr. […] Wohl hatte er noch immer einem Leutnant Platz zu machen […]; aber wenigstens mit einem Trambahnschaffner konnte er furchtlos verkehren, ohne Gefahr, von ihm angeschnauzt zu werden. Seine Männlichkeit stand ihm mit Schmissen, die das Kinn spalteten, rissig durch die Wangen fuhren und in den kurz geschorenen Schädel hackten, drohend auf dem Gesicht geschrieben – und welche Genugtuung, sie täglich und nach Belieben einem jeden beweisen zu können!}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der insbesondere für Beobachter von außerhalb des mitteleuropäischen Kulturraums befremdlich wirkende Schmiss beeinflusste auch das Bild Deutschlands und der [[Deutsche]]n im Ausland.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Koch-Hillebrecht]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Deutschenbild. Gegenwart, Geschichte, Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; C.H. Beck, München 1977, S. 177f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seit dem Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Veränderte Wahrnehmung ====&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurden in Deutschland und Österreich alle vor 1945 gegründeten Organisationen mit Skepsis betrachtet, auch die von den [[Zeit des Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] verbotenen Verbindungen, wobei häufig nicht zwischen schlagenden und nichtschlagenden differenziert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schmiss wurde zum Symbol einer alten Zeit, also eher zum Abzeichen [[Konservatismus|konservativer]] Kreise, denen einige wiederum [[Reaktion (Politik)|reaktionäres]] oder [[Nationalismus|nationalistisches]] Gedankengut unterstellten. Die [[68er-Bewegung|Umbrüche des Jahres 1968]] verstärkten diese Entwicklung. Als in den 1970er-Jahren die Zahl der Studenten an westdeutschen Universitäten massiv anstieg, die Zahl der Verbindungsstudenten aber stagnierte oder sogar sank, wurden „Schmissträger“ allmählich zu einer Minderheit unter den Akademikern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Veränderungen bei der Mensur ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Menzura-Korporacja Sarmatia 2004.jpg|mini|hochkant|links|Ein Paukant wird für die Mensur vorbereitet (2004)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Zweiten Weltkrieg werden durchschnittlich deutlich weniger Mensuren pro Person geschlagen. Heute gibt es bei pflichtschlagenden Verbindungen die Einrichtung der „Pflichtpartien“, also eine Festlegung der Zahl der Mensuren, die der einzelne während seiner Aktivenzeit mindestens zu schlagen hat. Die Bandbreite reicht heute von einer bis ungefähr fünf Pflichtpartien. Dies ist nur ein Bruchteil dessen, was ein Mitglied einer schlagenden Verbindung vor dem Krieg erbrachte.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Hauser: &amp;#039;&amp;#039;Zur Entstehung der Bestimmungsmensur.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Einst und Jetzt.&amp;#039;&amp;#039; Band 52, 2007, S. 6 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig verstärkten sich technisch beim Mensurfechten die defensiven Elemente. Eine gute Deckung gehört heute zum technisch sauberen Fechten dazu. Das „Sammeln“ von Schmissen ist seit Jahrzehnten verpönt, und die allerwenigsten Paukanten streben einen sogenannten „Renommierer“ an, also einen besonders markanten Schmiss, der seinem Träger zu [[Renommee]] verhelfen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der defensiveren Einstellung der Paukanten ist auch der gegenüber früher deutlich verringerte Abstand zwischen den Paukanten (die sogenannte [[Mensur (Fechten)|Mensur]]) ein Grund dafür, dass es heute viel weniger Gesichtsschmisse gibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Hauser: &amp;#039;&amp;#039;Zum Geleit: Über das Paukarztwesen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung von Heidelberg.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter Hauser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schmisse, Lappen, Knochensplitter – Paukärztliche Schriften des 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; S. 3–41, hier S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den [[Fecht-Comment]]s einiger [[Waffenring]]e kam es zudem zu Änderungen der Regularien bezüglich der Trefferfläche: So entstand der „Hochcomment“, bei dem es untersagt ist, unterhalb der Augen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das teilweise bereits seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verwendete „Nasenblech“ an der [[Paukbrille]] zum Schutz der [[Nase]] setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg mehr und mehr durch und ist heute in den meisten [[Fecht-Comment]]s vorgesehen. An einigen Hochschulorten sind die [[Ohr]]en heute durch sogenannte „Ohrenleder“ vor Treffern geschützt, und vor allem an Technischen Universitäten in Norddeutschland werden auch sogenannte „Wangenleder“ getragen, die die untere Gesichtshälfte schützen, sodass Gesichtsschmisse dort kaum noch möglich sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Henner Huhle]]: &amp;#039;&amp;#039;Nichts verändert das Fechten so, wie der Komment.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Einst und Jetzt.&amp;#039;&amp;#039; Band 34, 1989, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Heutige Situation ====&lt;br /&gt;
Laut [[Dietrich Heither]] verdeutlicht der Schmiss für Befürworter der Mensur als „Ausweis der [[Privileg]]iertheit“ auch noch 1999, „dass der Paukant zur Selbstaufgabe fähig und daher für die [[Altruismus|Selbstlosigkeit]] fordernden Stellungen der [[Macht]] geeignet ist – anders als all diejenigen, die sich dem Ritual nicht unterziehen wollen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dietrich Heither]]: &amp;#039;&amp;#039;Traditionsbestände studentischer Männerbünde. Studentenverbindungen: Vielfalt und Einheit.&amp;#039;&amp;#039; In: Peer Pasternak (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;hochschule ost. leipziger beiträge zu hochschule &amp;amp; wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;. 3–4/99. Leipzig 1999, S. 104–122, hier S. 116.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Gesichtsschmisse insgesamt selten geworden sind, gibt es auch heute noch immer wieder die Gelegenheit, in der Öffentlichkeit oder auch bei prominenten Gesprächspartnern im Fernsehen einen klassischen Schmiss im Gesicht zu sehen, nur wird dieser nur noch von einer Minderheit der Bevölkerung als solcher erkannt. Ein bekanntes Beispiel ist der frühere Allianzvorstand [[Henning Schulte-Noelle]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Burschenschaften: &amp;quot;Am Hintern und im Gesicht wächst alles wieder zusammen&amp;quot; |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=2004-11-25 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/burschenschaften-am-hintern-und-im-gesicht-waechst-alles-wieder-zusammen-a-329360.html |Abruf=2024-05-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Schmisse |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=1949-12-28 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/politik/schmisse-a-d4696d7c-0002-0001-0000-000044439476 |Abruf=2024-05-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; caption=&amp;quot;Einige Schmissträger&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Kurt H. Debus.jpg|[[Kurt Debus]]&lt;br /&gt;
Datei:Bundesarchiv Bild 183-1986-0617-035, Dr. Heinrich Homann.jpg|[[Heinrich Homann]]&lt;br /&gt;
Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F030208-0027, Bonn, Landesvertretung Niedersachsen, Diederichs.jpg|[[Georg Diederichs]]&lt;br /&gt;
Datei:Henning Schulte-Noelle hires.jpg|[[Henning Schulte-Noelle]]&lt;br /&gt;
Datei:Peter Pieper (2002).jpg|[[Peter Pieper]]&lt;br /&gt;
Datei:Bundesarchiv Bild 146-1989-040-27, Gustav Stresemann (cropped)(2).jpg|[[Gustav Stresemann]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandlung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Aller - Beim flicken.jpg|mini|hochkant|[[Christian Wilhelm Allers]]: &amp;#039;&amp;#039;Beim Flicken&amp;#039;&amp;#039;, 1902]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ueber das Pauken 1885.jpg|mini|hochkant|Titelblatt einer medizinischen Veröffentlichung zur Behandlung von Schmissen von [[Paukarzt]] [[Friedrich Immisch]] (1885)]]&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Nadelverhältnis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende der jeweiligen Mensur werden verletzte Paukanten vom [[Paukarzt]] versorgt, der auch in der Regel die entstandenen Schmisse vor Ort, bzw. in einem Nebenraum des [[Pauklokal]]s, [[Nähen (Medizin)|näht]]. Die Versorgung erfolgt in aller Regel ohne [[Betäubung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bringmann 27&amp;quot; /&amp;gt; Zur Linderung des [[Schmerz]]es ist es daher üblich, dass dem Paukanten während des „Flickens“, insbesondere durch sehr kräftiges Drücken der Hand oder auf die Schläfengegend, ein „Gegenschmerz“ erzeugt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hilger: &amp;#039;&amp;#039;Die Hypnose und die Suggestion.&amp;#039;&amp;#039; Dogma, Bremen 2012, ISBN 978-3-95454-625-1, S. 112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitaus häufigsten Schmisse sind solche in der [[Kopfschwarte]].&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Hauser: &amp;#039;&amp;#039;Zum Geleit: Über das Paukarztwesen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung von Heidelberg.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter Hauser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schmisse, Lappen, Knochensplitter – Paukärztliche Schriften des 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; S. 3–41, hier S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese sind für den Paukarzt einfach zu behandeln und können auch [[Klammer (Chirurgie)|geklammert]] werden. Häufigste Gesichtsverletzungen sind Schmisse an der [[Schläfe]] – wobei oft die [[Arteria temporalis superficialis]] getroffen wird – oder in der [[Wange]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hauser 20&amp;quot;&amp;gt;Peter Hauser: &amp;#039;&amp;#039;Zum Geleit: Über das Paukarztwesen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung von Heidelberg.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter Hauser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schmisse, Lappen, Knochensplitter – Paukärztliche Schriften des 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; S. 3–41, hier S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein normaler Schmiss, d.&amp;amp;nbsp;h. eine einfache Schnittwunde, [[Primärheilung|verheilt]] in der Regel folgenlos und gut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bringmann 27&amp;quot;&amp;gt;Tobias Bringmann: &amp;#039;&amp;#039;Reichstag und Zweikampf. Die Duellfrage als innenpolitischer Konflikt des deutschen Kaiserreichs 1871–1918.&amp;#039;&amp;#039; Hochschulverlag, 1997, S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Relativ selten kommt es zu komplizierteren Verletzungen: Als &amp;#039;&amp;#039;Scherzel&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man ein abgeschlagenes Stück Kopfhaut; von einem &amp;#039;&amp;#039;Lappen&amp;#039;&amp;#039; spricht man, wenn ein Kopfhautstück nicht komplett abgeschlagen wurde, sondern noch eine Verbindung zum Rest der Kopfhaut vorhanden ist. Scherzel und Lappen resultieren im Gegensatz zum Schmiss zumeist aus unsauberen Hieben und sind daher eher die Ausnahme.&amp;lt;ref&amp;gt;G. Geilke: {{Webarchiv|url=http://www.hochbitte.be/PDF/Diekleinestudentischefechtfibel.pdf |wayback=20130717231452 |text=&amp;#039;&amp;#039;Die kleine studentische Fechtfibel.&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2023-01-07 09:26:01 InternetArchiveBot }} (PDF; 6,0&amp;amp;nbsp;MB) 2006, S. 175.&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonders schmerzhaft, aber ebenfalls selten sind Schmisse in Lippen, Ohren oder Nase.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hauser 20&amp;quot; /&amp;gt; Sehr selten kann es durch einen Schmiss auch zu einer [[Fazialislähmung]] kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hauser 20&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stanley B. Burns, J. Lawrence Burns, Elizabeth A. Burns: &amp;#039;&amp;#039;Mensur &amp;amp; Schmiss: German Dueling Societies&amp;#039;&amp;#039;. Burns Archive Press, New York 2017. ISBN 978-1-936002-09-2.&lt;br /&gt;
* [[Peter Hauser (Autor)|Peter Hauser]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schmisse, Lappen, Knochensplitter – Paukärztliche Schriften des 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; WJK-Verlag, Hilden 2005, ISBN 3-933892-91-0.&lt;br /&gt;
* Peter Hauser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hat ein Schmiss gesessen … Medizinische Doktorarbeiten zur Mensur&amp;#039;&amp;#039;. WJK-Verlag, Hilden 2007, ISBN 978-3-933892-09-6.&lt;br /&gt;
* Konrad Purrucker: &amp;#039;&amp;#039;Die Chirurgie des Mensurbodens.&amp;#039;&amp;#039; 1926. (Nachdruck erschienen im WJK-Verlag, Hilden 2005, ISBN 3-933892-31-7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Smites|Schmisse}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in der Chirurgie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studentensprache]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fano</name></author>
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