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	<title>Schluckenauer Zipfel - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;JKowar: /* Name */ link hzgf.</title>
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		<updated>2026-03-09T19:18:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Name: &lt;/span&gt; link hzgf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{überarbeiten|grund=Dieser Artikel versucht sowohl die politische Region „Schluckenauer Zipfel“ &amp;#039;&amp;#039;Šluknovský výběžek&amp;#039;&amp;#039; (Böhmisches Niederland) als auch das Gebirge „Schluckenauer Hügelland“ (&amp;#039;&amp;#039;[[:cs:Šluknovská pahorkatina|Šluknovská pahorkatina]]&amp;#039;&amp;#039;) zu behandeln. Das macht Schwierigkeiten mit der Kategorisierung des Artikels und mit Verweisen aus anderen Artikeln wie dem [[Lausitzer Bergland]] oder [[Dymník]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:SlunknovskyVybezek.jpg|mini|Karte des Schluckenauer Zipfels]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schluckenauer Zipfel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{csS|&amp;#039;&amp;#039;Šluknovský výběžek&amp;#039;&amp;#039;}}, sinngemäß auch „Ausbuchtung“, „Vorsprung“), im historischen Volksmund auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Böhmisches Niederland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (tschechisch &amp;#039;&amp;#039;České Nizozemí&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;NFG OL&amp;quot;&amp;gt;[https://naturforschende-gesellschaft-der-oberlausitz.de/sites/default/files/exkursionsfuehrer-schluckenauer-huegelland-nfgdol-2016_0.pdf &amp;#039;&amp;#039;Geologisch-botanische Exkursion in das Schluckenauer Hügelland und Lausitzer Gebirge&amp;#039;&amp;#039;], Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz, Juni 2016, pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder mundartlich „Schluckscher Zippl“  genannt, ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Region im äußersten Norden [[Tschechien]]s an der [[Grenze zwischen Deutschland und Tschechien|Grenze zu Deutschland]]. Zwischen den [[Sachsen|sächsischen]] Städten [[Sebnitz]] und [[Seifhennersdorf]] ragt das Gebiet in Richtung Deutschland, das den tschechischen „Zipfel“ fast komplett umschließt. Geomorphologisch trennt das im Süden befindliche [[Lausitzer Gebirge]] den nördlichen Teil ab, der vom [[Lausitzer Bergland]] (tschechisch &amp;#039;&amp;#039;Šluknovská pahorkatina&amp;#039;&amp;#039;, „Schluckenauer Hügelland“&amp;lt;ref name=&amp;quot;NFG OL&amp;quot;/&amp;gt;) gebildet wird. Administrativ gehört es zur Region [[Ústecký kraj]] und darin zum [[Okres Děčín]]. Das Gebiet war einst dicht besiedelt. Die größten Orte sind [[Varnsdorf]] &amp;#039;&amp;#039;(Warnsdorf)&amp;#039;&amp;#039;, [[Rumburk]] &amp;#039;&amp;#039;(Rumburg)&amp;#039;&amp;#039; und [[Šluknov]] &amp;#039;&amp;#039;(Schluckenau)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Der Name &amp;#039;&amp;#039;Niederland&amp;#039;&amp;#039; als Gebietsbezeichnung, auch &amp;#039;&amp;#039;Böhmisches&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Nordböhmisches Niederland&amp;#039;&amp;#039;, entstand vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Entmachtung der Herrschaften und der beginnenden Ausbildung von [[Nationalstaat]]en. Die erste Erwähnung des Gebietsnamens findet sich 1864 in einem Werk zur Kirchengeschichte Böhmens.&amp;lt;ref&amp;gt;Anton Frind: [https://books.google.de/books?id=h3MrSOr5NSQC&amp;amp;pg=PR3&amp;amp;hl=de&amp;amp;source=gbs_selected_pages&amp;amp;cad=2#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Die Kirchengeschichte Böhmens im Allgemeinen und in Ihrer Besonderen Beziehung auf die Jetzige Leitmeritzer Diöcese in der Zeit Vor dem Erblichen Königthume&amp;#039;&amp;#039;]. Prag, Tempsky-Verlag 1864, S. 1, 35, 310 und 349, mit mehreren Nachdrucken in folgenden Jahren (Google-Books).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1908 wurde die Wochenzeitung &amp;#039;&amp;#039;Niederland&amp;#039;&amp;#039; in Georgswalde ([[Jiříkov]]) gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Heide (Hrsg.): [https://books.google.de/books?id=RsXtDwAAQBAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=Handbuch+der+deutschsprachigen+Zeitungen+im+Ausland&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiCzpu5t9XtAhUkuaQKHWQWBxIQ6AEwAHoECAQQAg#v=onepage&amp;amp;q=Handbuch%20der%20deutschsprachigen%20Zeitungen%20im%20Ausland&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der deutschsprachigen Zeitungen im Ausland&amp;#039;&amp;#039;]. De Gruyter, Berlin und Leipzig 1935, S. 266 (Google-Books).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Museum Jirikov: [https://www.muzeumjirikov.wz.cz/niederlandde.htm Fotos der Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Niederland&amp;#039;&amp;#039;], Ausgabe von 23. September 1933.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Name zum Identifikationsmerkmal der „Niederländer“ innerhalb der [[Sudetendeutsche Landsmannschaft|Vertriebenengemeinschaft]] der [[Sudetendeutsche]]n. Die monatliche Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Unser Niederland&amp;#039;&amp;#039; erscheint bis heute im &amp;#039;&amp;#039;Niederland-Verlag&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa: [https://ivdebw.de/bibliothek_und_archive/handbuch_heimatpresse/suche/titelregister Titelregister: &amp;#039;&amp;#039;Unser Niederland&amp;#039;&amp;#039;], mit ausführlichen bibliografischen Informationen zur Monatsschrift.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Homepage des [https://www.niederlandverlag.de/ Niederland-Verlag]s.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Divisions of the Sudetes.svg|mini|Schema der Sudeten mit (3) Lausitzer Bergland/Schluckenauer Hügelland (&amp;#039;&amp;#039;Šluknovská pahorkatina&amp;#039;&amp;#039;) und (5) Lausitzer Gebirge.]]&lt;br /&gt;
=== Lage ===&lt;br /&gt;
Das Niederland ist Teil der europäischen [[Mittelgebirgsschwelle]], liegt im Nordrand der [[Böhmische Masse|Böhmischen Masse]] und gehört zu den [[Sudeten|Westsudeten]]. Hier bildet es den südlichen Teil des Lausitzer Berglands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begrenzt wird es im Südwesten vom [[Elbsandsteingebirge]], im Süden vom Lausitzer Gebirge und im Südosten vom [[Zittauer Gebirge]]. Im Nordwesten, im Norden und Nordosten wird es von Höhenzügen innerhalb des Lausitzer Berglands eingerahmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Böhmische Niederland ist ein [[Hügelland]] bzw. eine [[Hochebene]] mit eingestreuten [[Kegelberg]]en vulkanischen Ursprungs. Es wird von Tälern durchzogen, die zumeist in west-östlicher Richtung verlaufen. Naturräumlich (physisch-geographisch) handelt es sich überwiegend um das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schluckenauer Hügelland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (tschechisch &amp;#039;&amp;#039;Šluknovská pahorkatina&amp;#039;&amp;#039;). Südöstlich erstreckt es sich ins Lausitzer Gebirge und südwestlich in den [[Nationalpark Böhmische Schweiz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Relief und Klima ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sudety relief.png|mini|Relief der Sudeten. Links oben das Niederland.]]&lt;br /&gt;
Das Relief des Niederlands entspricht einem [[Kolline Höhenstufe|kollinen]] bis [[Montane Höhenstufe|submontanen]] Bergland. Es liegt auf 300 bis 400 Meter Höhe, aus der sich die Berge bis zu etwa 600 Metern erheben. Der größte Teil des Niederlands ist engräumig dicht [[Tal|zertalt]], wodurch eine Vielzahl an Bächen entsteht. Vereinzelt gibt es einige breitere Sohlentäler und kleine [[Talkessel|Becken]] (beispielsweise beim zentral gelegenen Šluknov (&amp;#039;&amp;#039;Schluckenau&amp;#039;&amp;#039;)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hügelland ist niederschlagsreich (durchschnittlich über 900 mm) und subozeanisch bis subkontinental mit Durchschnittstemperaturen um 7&amp;amp;nbsp;°C, mäßig warmen Sommern und kalten schneereichen Wintern.&amp;lt;ref&amp;gt;ReGIS Regionales Klimainformationssystem für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: [https://rekisviewer.hydro.tu-dresden.de/fdm/ReKISExpert.jsp Klimadaten der an das Niederland angrenzenden Sächsischen Regionen.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge des kleinräumig wechselnden Reliefs entstehen mannigfache geländeklimatische Sonderverhältnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geologie und Böden ===&lt;br /&gt;
Ursprünglich entstanden ist die Hochebene im Rahmen der [[Variszische Orogenese|Variszischen Gebirgsbildung]] auf dem [[Lausitzer Granitmassiv]], einem [[Pluton (Geologie)|Pluton]], der im Südwesten in der [[Lausitzer Verwerfung]] abrupt endet, und der im [[Tertiär]] an verschiedenen Stellen von Vulkanen durchbrochen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Astrolehrbuch: [http://www.astrolehrbuch.de/Erde/System_Erde_57.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Kreidezeit in Deutschland&amp;#039;&amp;#039; (PDF-Datei)], Power-Point-Präsentation, Weblink ohne weitere Quellenangabe. Darstellung der Geologie des Böhmischen Niederlands.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die heutige Landschaftsform hat sich im Tertiär und [[Quartär (Geologie)|Quartär]] durch [[Verwitterung]] gebildet.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Jeremies und Gerd Ritschel: [https://naturforschende-gesellschaft-der-oberlausitz.de/sites/default/files/pdf/bd19_01_jermies-ritschel-schluckenauer-zipfel_web.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Naturausstattung im Schluckenauer Zipfel&amp;#039;&amp;#039; (PDF-Datei)] in: Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz, Band 19, S. 3–16, Görlitz 2011, ISSN 0-941-0-627.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangsgesteine für die Bodenbildung sind [[Lausitzer Granit|Granodiorit]] (Mitte bis Nord und Nordwest), [[Granit]] (Mitte bis Südost) und [[Sandstein|Kreidesandstein]] (Südwest).&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Jeremies und Gerd Ritschel: [https://naturforschende-gesellschaft-der-oberlausitz.de/sites/default/files/pdf/bd19_01_jermies-ritschel-schluckenauer-zipfel_web.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Naturausstattung im Schluckenauer Zipfel&amp;#039;&amp;#039; (PDF-Datei)] in: Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz, Band 19, S. 3–16, Görlitz 2011, ISSN 0-941-0-627, siehe die geologische Karte des Niederlands auf S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Resultierende Böden sind [[Braunerde]], in den Kreidesandsteinbereichen [[Podsol]] und in den Tälern [[Auenböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft: [https://www.boden.sachsen.de/digitale-bodenkarte-1-50-000-19474.html Bodenkarte der an das Niederland angrenzenden Sächsischen Regionen.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hydrologie ===&lt;br /&gt;
Das Böhmische Niederland ist von einer großen Zahl an Bachläufen durchzogen, die verschiedentlich aufgestaut sind und Teiche oder kleinere Seen bilden. Dazu gibt es viele Feuchtgebiete, Sümpfe und einzelne Moore (beispielsweise zwischen Vilémov und Velky Šenov).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://lokality.geology.cz/d.pl?item=1&amp;amp;l=e Geological localities]. Interaktive Geologische Karte von Tschechien mit etwa 60 Kartierungpunken im Böhmischen Niederland.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bäche entwässern das Hügelland nach Westen zur [[Elbe]], nach Norden zur [[Spree]] und nach Osten zur [[Lausitzer Neiße]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im östlichen Niederland liegt die [[Wasserscheide|Hauptwasserscheide]] von [[Nordsee|Nord-]] und [[Ostsee]]. Sie trennt die benachbarten Flusssysteme von Elbe und [[Oder]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sachsen.de/ Freistaat Sachsen], Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie: [https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/12162 Ereignisanalyse Hochwasser im August und September 2010 und im Januar 2011 in Sachsen.] Dresden &amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;2013. Darin sind die Fluss-Einzugsgebiete und ihre Grenzen dargestellt – Download als PDF-Datei möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darüber hinaus liegt im zentralen und nordöstlichen Gebiet die Wasserscheide zwischen dem Einzugsgebiet der oberen Elbe und dem Subsystem der Spree.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptwasserläufe zur Elbe sind der [[Sebnitz (Fluss)|Wölmsdorfer Bach]] (tschechisch &amp;#039;&amp;#039;Vilémovský potok&amp;#039;&amp;#039;), auf deutscher Seite &amp;#039;&amp;#039;Sebnitz&amp;#039;&amp;#039; genannt, und die [[Kirnitzsch]] (tschechisch &amp;#039;&amp;#039;Křinice&amp;#039;&amp;#039;). Der größte Zufluss zur Spree ist der [[Rosenbach (Spree)|Rosenbach]] (tschechisch &amp;#039;&amp;#039;Rožanský potok&amp;#039;&amp;#039;). Der östliche Teil des Niederlands wird von der [[Mandau]] (tschechisch &amp;#039;&amp;#039;Mandava&amp;#039;&amp;#039;) und ihren Zuflüssen entwässert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grenzen, Herrschaften und Verwaltung ==&lt;br /&gt;
Im 12. Jahrhundert dehnten die [[Liste der böhmischen Herrscher|Böhmischen Herzöge und Könige]] im Rahmen der [[Territorialisierung]] ihre Landesherrschaft auf Nordböhmen, bis ins Elbtal und in die Oberlausitz aus und es bildeten sich Staatsgrenzen. Ab dieser Zeit gehörte das Niederland kontinuierlich zu Böhmen. Die nördliche Staatsgrenze zu Sachsen wurde 1459 im [[Vertrag von Eger]] und die bereits seit spätestens 1319 bestehende (Binnen-)Grenze zur Oberlausitz im [[Prager Frieden (1635)]] festgeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Niederland war Teil des unter den [[Přemysliden]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://adw-goe.de/index.php?id=2 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen]: &amp;#039;&amp;#039;[https://adw-goe.de/digitale-bibliothek/hoefe-und-residenzen-im-spaetmittelalterlichen-reich/id/rf15_I_121220-300/?tx_find_find%5Bmode%5D=list Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich: PŘEMYSLIDEN]&amp;#039;&amp;#039; (Digitale Bibliothek).&amp;lt;/ref&amp;gt; gebildeten Staates [[Böhmen]]. 1527 wurde es Teil des [[Erzherzogtum Österreich|Erzherzogtums Österreich]], ab 1867 gehörte es zum [[Cisleithanien|cisleithanischen]] Teil [[Österreich-Ungarn]]s. Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurde es Teil der [[Tschechoslowakei]], 1938 vom [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]] erobert und 1945 nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] erneut Teil der Tschechoslowakei. Seit 1992 ist es das nördlichste Gebiet [[Tschechien]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Ausbildung des böhmischen [[Feudalstaat]]s und dem beginnenden [[Landesausbau]] entwickelte sich ein Subsystem an [[Grundherrschaft|Herrschaften]] durch [[Adel]], [[Klerus]] und [[Ministerialen]], die im Auftrag des Herrschers Gebietsteile des Staats verwalteten und bewirtschafteten. Im Hoch- und Spätmittelalter wurde die Landesverwaltung und -bewirtschaftung von den Burgen aus betrieben, später wurden die Burgen aufgegeben und (Stadt-)Schlösser und Residenzen errichtet oder die Herrschaft wurde auf Hofgütern ausgeübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu Beginn umfänglichste Herrschaft war [[Burg Tolštejn|Tollenstein]]-Schluckenau der [[Berka von Dubá]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hermann Knothe]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Berka von der Duba auf Hohnstein, Wildenstein, Tollenstein und ihre Beziehungen zu den meissnischen Fürsten.&amp;#039;&amp;#039; In: Hubert Ermisch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Neues Archiv für sächsische Geschichte|Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde]]&amp;#039;&amp;#039;, zweiter Band. Dresden 1881, S. 211–254 ([https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/11914/211/0/ Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere Herrschaften waren [[Lipová u Šluknova|Lipová]] (&amp;#039;&amp;#039;Hainspach&amp;#039;&amp;#039;) und [[Rumburk]] (&amp;#039;&amp;#039;Rumburg&amp;#039;&amp;#039;). Durch Belehnung, Kauf, Vererbung, Verkauf, Enteignung und Neubelehnung entstand ein reger Handel mit Herrschafts- und Nutzungsrechten an Gebietsteilen, Städten, Dörfern und Dorfteilen im Niederland. Beteiligt waren Familien wie [[Wartenberg (böhmisches Adelsgeschlecht)|Wartenberg]], [[Trčka von Lípa|Lipa]], Dubá, [[Warnsdorf (Adelsgeschlecht)|Warnsdorf]], [[Slavata von Chlum und Koschumberg|Slawata]], [[Salm-Reifferscheidt]], [[Schleinitz (Adelsgeschlecht)|Schleinitz]], [[Mansfeld (Adelsgeschlecht)|Mansfeld]] und [[Harrach]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In österreichischer Zeit wurden die politische Macht der Herrschaften und ihre Nutzungsrechte und Pflichten sukzessive eingeschränkt und eine von den [[Lehnswesen|Ständen]] losgelöste Verwaltung etabliert. Dazu wurden Kreise als Verwaltungseinheiten eingeführt – das Niederland gehörte zum [[Leitmeritzer Kreis]]. Als Folge der [[Revolution von 1848/1849 im Kaisertum Österreich|Revolution von 1848/1849]] wurden die [[Patrimonialgericht]]e abgeschafft, [[Liste der Gerichtsbezirke in Böhmen|Gerichtsbezirke]] eingeführt und eine kleinteilige Verwaltungsstruktur mit den Bezirken [[Bezirk Schluckenau|Schluckenau]] und [[Bezirk Rumburg|Rumburg]] eingerichtet. 1908 wurde [[Bezirk Warnsdorf|Warnsdorf]] aus dem Bezirk Rumburg ausgegliedert und kam als dritter Verwaltungsbezirk hinzu. Diese Bezirke bestanden in der Tschechoslowakei fort. Vom Deutschen Reich wurden die Bezirke mit geringen Gebietsabänderungen als die Landkreise [[Landkreis Schluckenau|Schluckenau]], [[Landkreis Rumburg|Rumburg]] und [[Landkreis Warnsdorf|Warnsdorf]] übernommen. Sie bestanden in der Tschechoslowakei als Bezirke fort. Mit der Gründung des Staats Tschechien trat eine [[Verwaltungsgliederung Tschechiens|Verwaltungsreform]] in Kraft, durch die die bisherigen Bezirke aufgelöst und Rumburk und Varnsdorf zu [[Liste der tschechischen Gemeinden mit erweitertem Wirkungsbereich#Ústecký kraj|Gemeinden mit erweitertem Wirkungsbereich]] erhoben wurden. Faktisch wurden dadurch die ehemaligen Bezirke Šluknov und Rumburk zusammengefasst, Varnsdorf besteht fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Gliederung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Böhmische Niederland liegt in der Region [[Ústecký kraj]] und umfasst 18 selbstständige Gemeinden. Sie werden von zwei [[Liste der Tschechischen Gemeinden mit erweitertem Wirkungsbereich|Gemeinden mit erweiterten Befugnissen]] verwaltet (Städte in fetter Schrift).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rumburk ===&lt;br /&gt;
Der Bezirk [[Rumburk]] umfasst eine Fläche von 266 km² mit einer Einwohnerzahl von {{Einwohnerzahl Wikidata|Q10817121}} &amp;lt;small&amp;gt;(Stand: 1. Januar {{Einwohnerzahl-Stand Wikidata|Q10817121}})&amp;lt;/small&amp;gt;. Zu ihm gehören sieben Städte und fünf Gemeinden:&lt;br /&gt;
[[Datei:ORP Rumburk.PNG|mini|Region Ústecký kraj (orange) mit dem Bezirk Rumburk (rot).]]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kommune&lt;br /&gt;
! dt. Name&lt;br /&gt;
! Einwohner &amp;#039;&amp;#039; Stand: 1. Januar {{Einwohnerzahl-Stand Wikidata|Q1236197}}&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Dolní Poustevna]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Nieder-Einsiedel&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q1236197}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Doubice]]&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Daubitz&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q662227}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Jiříkov]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Georgswalde&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q1641829}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Krásná Lípa]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Schönlinde&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q1757191}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Lipová u Šluknova|Lipová]]&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Hainspach&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q1654272}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Lobendava]]&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Lobendau&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q1307793}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Mikulášovice]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Nixdorf&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q1756925}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Rumburk]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Rumburg&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q149103}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Staré Křečany]]&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Alt-Ehrenberg&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q285145}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Šluknov]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Schluckenau&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q392166}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Velký Šenov]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Groß-Schönau&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q1019341}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Vilémov u Šluknova|Vilémov]]&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Wölmsdorf&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q2305025}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Bezirksbüros befinden sich in den Städten Rumburk und Šluknov.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Varnsdorf ===&lt;br /&gt;
Der Bezirk [[Varnsdorf]] umfasst 89 km² mit einer Einwohnerzahl von {{Einwohnerzahl Wikidata|Q12042028}} &amp;lt;small&amp;gt;(Stand: 1. Januar {{Einwohnerzahl-Stand Wikidata|Q12042028}})&amp;lt;/small&amp;gt;. Zu ihm gehören zwei Städte und vier Gemeinden:&lt;br /&gt;
[[Datei:ORP Varnsdorf.PNG|mini|Region Ústecký kraj (orange) mit dem Bezirk Varnsdorf (rot).]]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kommune&lt;br /&gt;
! dt. Name&lt;br /&gt;
! Einwohner &amp;#039;&amp;#039; Stand: 1. Januar {{Einwohnerzahl-Stand Wikidata|Q1236197}}&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Chřibská]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Kreibitz&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q1091181}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Dolní Podluží]]&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Niedergrund&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q971744}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Horní Podluží]]&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Obergrund&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q1511268}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Jiřetín pod Jedlovou]]&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Sankt Georgenthal&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q164471}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Rybniště]]&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Teichstatt&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q2178179}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Varnsdorf]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Warnsdorf&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| {{Einwohnerzahl Wikidata|Q158275}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Das Bezirksbüro befindet sich in der Stadt Varnsdorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten und Tourismus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kaple Annaberg 24.jpg|mini|Kapelle der heiligen Anna]]&lt;br /&gt;
Die Region war seit dem Dreißigjährigen Krieg eine durch den [[Katholizismus]] und ertragreiches textiles Kleingewerbe geprägte Kulturregion. Dies zeigt sich durch die zahlreichen [[barock]]en Kirchen mit den dazugehörigen Friedhöfen, Kapellen, Kreuzgängen und [[Wallfahrtsort]]en. Einer der bekanntesten Wallfahrtsorte der Region ist der [[Anenský vrch (Böhmisches Niederland)|Annaberg]] (Anenský vrch) in [[Lobendava]] (&amp;#039;&amp;#039;Lobendau&amp;#039;&amp;#039;) mit der Annenkapelle, welcher in jedem Jahr Schauplatz des Annabergfestes ist. Viele dieser geweihten Stätten wurden auf den Bergen der Region angelegt. Auch die großen barocken Kirchen der Region sind auffallend, sie finden sich in jeder größeren Ortschaft. Aber es waren auch Wallfahrten der Bevölkerung zu weiter entfernten Wallfahrtsorten, wie der [[Wallfahrtskirche Mariaschein]] üblich.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://muzeum.varnsdorf.cz/projekty/sakralni_pamatky_vystava_web.pdf Museum Varnsdorf: Typologie kleiner sakraler Denkmäler - Bohosudovská Pieta] (abgerufen am 15. August 2025) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Varnsdorf ist seit den Zeiten der Monarchie [[Österreich-Ungarn]] ein Zentrum der [[Altkatholische Kirche in Tschechien|altkatholischen Kirche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Šluknov5.JPG|mini|Schluckenau]]&lt;br /&gt;
Des Weiteren finden sich noch verschiedene Baudenkmäler aus der Zeit des [[Feudalismus]]. Die meisten Schlossanlagen wurden entweder zerstört oder dem Verfall preisgegeben. Schlossruinen finden sich in der Altstadt von Schluckenau und versteckt in [[Hainspach]]. Diese harren als Zielpunkte zur Förderung des [[Tourismus]] weiterer Sanierungs- und Renovierungsarbeiten.&lt;br /&gt;
Geschichtlich gesehen, ist heute kaum noch bekannt, &amp;quot;… dass in der Epoche von 1470 bis 1620, immerhin 150 Jahre, in der Region zwischen Oberlausitzer Bergland und Schluckenauer Zipfel grenzübergreifend eine Art &amp;#039;privates Ländchen&amp;#039; existierte. Das sogenannte &amp;#039;Schleinitzer Ländchen&amp;#039; verkörperte seinerzeit einen zusammenhängenden internationalen Grundbesitz größeren Areals. Das Besitztum wurde durch die kursächsische Adelsfamilie [[Schleinitz (Adelsgeschlecht)|von Schleinitz]] gegründet und erstreckte sich geographisch über drei politisch voneinander unabhängige Territorien: [[Königreich Böhmen]], [[Kurfürstentum Sachsen]] und [[Markgraftum Oberlausitz]] bzw. Sechsstädteland …. Unter Heinrich (von Schleinitz) hatte das Ländchen (um 1513) mit 13,5 Quadratmeilen (QM, nach moderner Umrechnung etwa 756 km² Gesamtfläche) seine größte Ausdehnung erreicht. Damit war das Schleinitzer Ländchen vergleichsweise etwas kleiner als die größte deutsche Insel [[Rügen]] mit 926 km² (zit. L. Mohr 2020, S. 84ff). [[Residenzstadt|Residenzen]] der Schleinitzer Herrschaft wurden: [[Schluckenau]], [[Rumburg]] und [[Hainspach]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehenswert sind auch die Holzhäuser der Region, welche wie auch auf der deutschen Seite der Grenze als [[Umgebindehaus|Umgebindehäuser]], teilweise aber auch als Blockhaus errichtet worden sind. Durch die Nähe zu Deutschland ist die grenzüberschreitende Infrastruktur des Tourismus in der Region recht gut ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landschaft Böhmisches Niederland ist mit der [[Böhmische Schweiz|Böhmischen Schweiz]] verbunden. Ein Nationalparkhaus mit Abstellplätzen befindet sich in [[Krásná Lípa]]. Im Osten existiert ein Zugang zum [[Zittauer Gebirge]] mit seinen Felsformationen und [[Kurort]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Panorama|Vlci hora3.jpg|700|Blick vom [[Vlčí hora]] (Wolfsberg) zum [[Lausitzer Gebirge]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
Das vormals beinahe vollständig von Deutschböhmen bewohnte Gebiet wurde nach deren [[Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei|Vertreibung]] (tschechisch &amp;#039;&amp;#039;Odsun&amp;#039;&amp;#039;) als Folge des Zweiten Weltkrieges nach 1945 nicht in gleichem Ausmaße mit tschechischen Neusiedlern besiedelt. Einige Ortschaften [[Wüstung|wurden daher aufgegeben]]. Die heutige Bevölkerungszahl entspricht nur noch einem Siebtel des Vorkriegsstandes. Bei etwa einem Fünftel handelt es sich um [[Roma in Tschechien und der Slowakei|Roma]]. Der Versuch, diese in der Region ansässig zu machen, führte häufig zu sozialen Problemen. Seit einigen Jahren verstärkt sich die Tendenz, dass Roma aus anderen Landesteilen in die Region zuwandern, während [[Tschechen]] abwandern.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Peter Schwarz: {{Webarchiv|url=http://www.faz.net/artikel/C31325/roma-in-tschechien-zwist-im-zipfel-30494866.html |wayback=20110901091629 |text=&amp;#039;&amp;#039;Roma in Tschechien: Zwist im Zipfel&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2024-05-06 00:42:07 InternetArchiveBot }}, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. September 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Deutschböhmen und Deutschmährer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen|1=Die Situation zeigt sich Mitte der 2020er Jahre zumindest dem Besucher als weniger pessimistisch, als hier beschrieben. Gebäude und Verkehrswege wurden saniert, teilweise sogar aufwendiger als im benachbarten Sachsen (Beispiel: Strecken der ehem. [[Böhmische Nordbahn]] ⇨ Bogenbrücken aus Naturstein wurden erhalten, statt durch Beton zu ersetzen.). Bitte Aussagen mit Kennzahlen zur Wirtschaft belegen. Danke.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Varnsdorf, národní třída.JPG|mini|[[Varnsdorf]]]]&lt;br /&gt;
Von der vor 1945 gut gefestigten Wirtschaftsstruktur ist heutzutage wenig übriggeblieben. Viele der ansässigen Betriebe wurden 1945 konfisziert, sind wenig produktiv und erhalten kaum Investitionen. Auch die [[Primärer Sektor|Primärwirtschaft]] bedarf der [[Wirtschaftsförderung|Förderung]]. Zurzeit liegt ein großer Teil der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Schluckenauer Zipfel brach und ist von Gehölz überwuchert. Es existieren Initiativen der [[Europäische Union|Europäischen Union]], um mit Hilfe der Regierung Tschechiens eine grenzüberschreitende, agrarstrukturelle Entwicklung zu planen, für die es allerdings an Fachleuten fehlt. Vom Böhmischen Becken um [[Prag]] ist die bergige Region durch das Lausitzer Gebirge getrennt, alle Verkehrswege müssen deren Höhenlagen überwinden. Diese Trennung wirkte sich während der [[Tschechoslowakei]] sehr negativ auf die Entwicklung der entvölkerten Region im Norden Böhmens in den letzten 60 Jahren aus. Die ökonomische Situation der Region ist prekär und die [[infrastruktur]]elle Anbindung der Region ist schlecht. Die in Tschechien getätigten [[Investition]]en kommen vor allem der böhmischen Kernregion zugute. Auch die Nähe zur Grenze nach [[Deutschland]] konnte bislang kaum positive Effekte erbringen. Viele Bewohner verlassen das Gebiet, um in der tschechischen Zentralregion um Prag oder im Ausland Arbeitsmöglichkeiten zu finden. Ein großer Teil der örtlichen Wohnhäuser wird heute nur noch als Wochenend- und Ferienhäuser genutzt oder verfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grenzüberschreitende Beziehungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jedlová rozhledna.jpg|mini|Aussichtsturm auf dem Gipfel des [[Jedlová (Berg)|Jedlová]]]]&lt;br /&gt;
Die Bürgermeister der tschechischen Grenzstädte im Schluckenauer Zipfel – [[Šluknov]] (Schluckenau) und [[Jiříkov]] (Georgswalde) – gründeten mit den Amtskollegen der deutschen (sächsischen) Grenzkommunen in der südlichen Oberlausitz – [[Friedersdorf (Spree)]], [[Neusalza-Spremberg]] und [[Oppach]] – im Jahr 2000 in Šluknov den grenzüberschreitenden kommunalen deutsch-tschechischen Verbund der [[Fünfgemeinde]]. Später traten dem losen Verbund auch [[Sohland an der Spree]] (2008) und die Spreequellstadt [[Ebersbach-Neugersdorf]] (2011) bei. Der grenznahe [[Jitrovník|Jüttelberg]] (Jitrovník) zwischen Neusalza-Spremberg und Königswalde (Království) entwickelte sich dabei zu einem beliebten Zentrum für Treffen der Bewohner der internationalen Fünfgemeinde und Ausflugsziel von Wanderfreunden der Grenzregion. Am 27. September 2015 fand bereits das 14. „Jüttelberg-Treffen“ statt, am 9. Juni 2019 nunmehr das „18. Treffen aller Liebhaber unserer Gegend und Natur […] auf dem Jüttelsberg in Schluckenau, wo die Veranstaltung ‚Musik verbindet Nachbarn‘ stattfindet“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=AMTSBLATT der VGem für die Stadt Neusalza-Spremberg mit dem Ortsteil Friedersdorf sowie den Gemeinden Dürrhennersdorf und Schönbach |Hrsg=Verwaltungsgemeinschaft Neusalza-Spremberg u. a. |Jahr=2019 |Band=Ausg. Juni}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Andreas Bültemeier: &amp;#039;&amp;#039;Wanderungen Lausitzer Gebirge und Böhmisches Niederland.&amp;#039;&amp;#039; Spitzkunnersdorf: Oberlausitzer Verlag Frank Nürnberger 2005, ISBN 3-933827-29-9&lt;br /&gt;
* [[Franz Kocian]]: &amp;#039;&amp;#039;Hilgersdorf wie es früher war&amp;#039;&amp;#039;, Lörrach 2015 und &amp;#039;&amp;#039;Meine Dienstzeit bei der deutschen Wehrmacht&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage Lörrach 2019, ISBN 978-3-945046-05-0&lt;br /&gt;
* Milan Kořinek: &amp;#039;&amp;#039;Chronik der Fünfgemeinde. Die ersten zehn Jahre&amp;#039;&amp;#039;. Deutsch und Tschechisch. Deutsche Übersetzung: Ingrid Pajerova. Šluknov o.&amp;amp;nbsp;J. (2011), Projekt des ERDF – Fonds der Kleinprojekte Ziel 3 2007–2013.&lt;br /&gt;
* [[Helene Jahn-Langen]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Böhmische Niederland. Bevölkerungs- und Sozialstruktur einer Industriedorflandschaft&amp;#039;&amp;#039;. Forschungen zur deutschen Landeskunde, Band 117. Mit 14 Karten und 4 Schaubildern. 70 S. Bad Godesberg: Bundesanstalt für Landeskunde und Raumforschung. Selbstverlag 1961.&lt;br /&gt;
* [[Lutz Mohr]]: &amp;#039;&amp;#039;15 Jahre Fünfgemeinde/Petimesti, Deutschland-Tschechien (2000–2015)&amp;#039;&amp;#039;, in: Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft für die Stadt [[Neusalza-Spremberg]] mit dem Ortsteil Friedersdorf und den Gemeinden Dürrhennersdorf und Schönbach, Teil 1, 20/2015/9 (September), S. 5–6; Teil 2, 20/2015/10 (Oktober), S. 6–7; Teil 3, 20/2015/11 (November), S. 13–14&lt;br /&gt;
* Lutz Mohr: &amp;#039;&amp;#039;Das „Schleinitzer Ländchen“ zwischen Lausitzer Bergland und Schluckenauer Zipfel – Eine Episode in der deutsch-tschechischen Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; In: Frank Nürnbergers Oberlausitzer Heimatkalender 2020, zuvor Oberlausitzer Familien-Kalenderbuch im [[Oberlausitzer Verlag]], hrsg. von Frank Nürnberger. Spitzkunnersdorf 2019, S. 84–87, ISBN 978-3-9818434-4-6&lt;br /&gt;
* Lutz Mohr: &amp;#039;&amp;#039;GESCHICHTE-GESCHICKE-GESTALTEN. Auf historischer Spurensuche zwischen Oberlausitzer Bergland und Schluckenauer Zipfel&amp;#039;&amp;#039;. Zittau: Oberlausitzer Verlag 2019, 236 S., zahlr. Abb., Lit., ISBN 978-3-946795-22-3&lt;br /&gt;
* Hans von Polenz: &amp;#039;&amp;#039;Die Eisenbahn von der Spree nach Böhmen. Grenzgeschichte  zwischen Kottmar und Jedlova (Tannenberg).&amp;#039;&amp;#039; in Deutsch, z.&amp;amp;nbsp;T. Tschechisch. Hrsg.: Ostsächsische Eisenbahnfreunde e.&amp;amp;nbsp;V. in Löbau (Sachsen) 2002. (Förderung durch [[EU]], Projekt INTERREG III A, Euroregion Neiße (Nisa))&lt;br /&gt;
* Gitta Rummler: &amp;#039;&amp;#039;Wallfahrtsstätten im nordböhmischen Niederland.&amp;#039;&amp;#039; Niederlandhefte. Heft 20/1996, Schriftenreihe des Bundes der Niederländer, Niederland-Verlag Helmut Michel, Backnang 1996, ISBN 3-923947-23-2.&lt;br /&gt;
* Rudolf Tilke: &amp;#039;&amp;#039;Chronik des nordböhmischen Niederlandes.&amp;#039;&amp;#039; Fotos: Milan Holenda. Rumburk: Verlag Milan Holenda 1998, 168 S., zahlr. Abb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4080451-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Bohmisches Niederland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in Tschechien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geomorphologische Einteilung des Riesen- und Altvatergebirges]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;JKowar</name></author>
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