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	<title>Schleuderblei - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T09:57:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schleuderblei&amp;diff=1806238&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Joachim Schnitter: /* Herkunft */</title>
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		<updated>2025-12-17T02:10:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Herkunft&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Römisches Schleuderblei in Gießen.jpg|mini|Römisches Schleuderblei vom [[Dünsberg]] im hessischen [[Biebertal]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schleuderbleie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;glans&amp;#039;&amp;#039; „Eichel“, plural &amp;#039;&amp;#039;glandes&amp;#039;&amp;#039;) sind antike [[Wurfgeschoss]]e aus [[Blei]], welche mittels einer [[Schleuder (Waffe)|Schleuder]] verschossen wurden. Sie stellen eine militärische Weiterentwicklung formgleicher Geschosse aus gebranntem Ton dar, welche in der Antike vor allem von Hirten eingesetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Stater slinger Aspendos MBA Lyon.jpg|mini|Schleuderer auf der Rückseite eines [[Stater]]s aus [[Aspendos]]]]&lt;br /&gt;
Der griechische Historiker [[Strabon]] überliefert von [[Ephoros von Kyme]] die Aussage, die [[Aitoler]] hätten die Schleuder erfunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Strabon 8, 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Plinius der Ältere]] schreibt sie in seiner &amp;#039;&amp;#039;[[naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; dagegen den Syrophönikern zu&amp;lt;ref&amp;gt;Plinius, &amp;#039;&amp;#039;naturalis historia&amp;#039;&amp;#039; 7, 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;; in der Bibel werden Schleuderer in der Richterzeit (vor 1000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) erwähnt {{Bibel|Ri|20|16}}. Aus [[Troja]] sind erstmals Schleudergeschosse aus Metall (Bronze) belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernard M. Henry: &amp;#039;&amp;#039;La fronde en Italie du VIIè siècle av. J. C. à l’Empire Romain.&amp;#039;&amp;#039; (2 Bd.) Paris 1971, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ersten Bleigeschosse, die zum Schleudern verwendet worden sein könnten, stammen aus [[Minoische Kultur|minoischer Zeit]] (LM III) aus dem [[Palast von Knossos#Archäologische Stätte|Palast von Knossos]].&amp;lt;ref&amp;gt;Clive Foss: &amp;#039;&amp;#039;A bullet of Tissaphernes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of Hellenic Studies]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 95, 1975, S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schleuderer sind in der europäischen Militärgeschichte in größerer Zahl erstmals in den Berichten des [[Thukydides]] über den [[Peloponnesischer Krieg|Peloponnesischen Krieg]] erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thukydides 6, 22. 25. 43.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort gelten sie als die wichtigsten Abteilungen der leichtbewaffneten Einheiten. Seit etwa 413–395 v.&amp;amp;nbsp;Chr. scheinen die Achaier, [[Rhodos|Rhodier]], Kreter und Akarnaner, Aitoler und Thessalier mit bleiernen Schleudergeschossen ausgerüstet gewesen zu sein, wie der älteste Fund eines solchen Geschosses mit der Aufschrift TISSAPHER aus [[Iulia Gordus]] (heute [[Gördes]]) in [[Lydien]] belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Clive Foss: &amp;#039;&amp;#039;A bullet of Tissaphernes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Hellenic Studies.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 95, 1975, S. 25 ff., Anm. 12&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seitens der schriftlichen Überlieferung erwähnt erstmals [[Xenophon]] aus Blei gegossene Schleudergeschosse. Er beschreibt in seiner [[Anabasis (Xenophon)|Anabasis]], dass die Rhodier mit diesen Bleigeschossen eine größere Reichweite erzielen konnten als die Perser, die Steine verwendeten. Der römische Historiker [[Titus Livius]] nennt die Schleuder als Bewaffnung der 5. Klasse in der [[Servius Tullius|servianischen]] Heeresordnung. Die Römer kannten verschiedene Arten der Schleuder, die aber vermutlich jedoch nicht gleichzeitig in Gebrauch waren. Die häufigste ist die &amp;#039;&amp;#039;[[funda]]&amp;#039;&amp;#039;, die einfache Handschleuder. Die &amp;#039;&amp;#039;funda&amp;#039;&amp;#039; wurde in erster Linie als Jagdwaffe verwendet und war erst nachrangig eine militärisch genutzte Waffe. Eine typologische Unterscheidung zwischen Jagd- und Kriegsschleuder ist nicht möglich. In der [[Schlacht von Cannae]] hatten die römischen Truppen Schleudern dabei.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Silius Italicus]] 7, 521 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Munition für Jagd und Krieg sich unterschieden. Blei scheint mehr oder weniger sicher für Geschosse verwendet worden zu sein, die man eher im Krieg als zur Jagd benutzte. Die [[Römische Legion|römische Armee]] verwendete in der [[Römische Republik|republikanischen]] Zeit achäische, von den [[Etrusker]]n übernommene Schleudern. In der [[Römische Kaiserzeit|römischen Kaiserzeit]] wurden Schleudern verwendet, die ihren Ursprung auf den Balearen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antike Bezeichnungen ==&lt;br /&gt;
Die eichelähnliche Form der Geschosse gab ihnen ursprünglich den Namen &amp;#039;&amp;#039;glans&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Caesar]], &amp;#039;&amp;#039;[[De bello Gallico|Commentarii de bello Gallico]]&amp;#039;&amp;#039; 7, 81, 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Bezeichnung für Schleuderbleie wurden in römischer Zeit neben &amp;#039;&amp;#039;glans&amp;#039;&amp;#039; („Eichel“) auch die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;glans plumbea&amp;#039;&amp;#039; („Bleieichel“), &amp;#039;&amp;#039;plumbum&amp;#039;&amp;#039; („Blei“) oder &amp;#039;&amp;#039;plumbum pondes&amp;#039;&amp;#039; („Bleispitze“) verwendet. In der spätrepublikanischen und frühen Kaiserzeit verwendete man vor allem die Begriffe &amp;#039;&amp;#039;glans&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;plumbum&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antike Darstellungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:047 Conrad Cichorius, Die Reliefs der Traianssäule, Tafel XLVII (Ausschnitt 03).jpg|mini|Darstellung eines Schleuderers auf der Trajanssäule]]&lt;br /&gt;
Römische Schleuderer sind von der [[Trajanssäule]] bekannt, die am 12. Mai 113 eingeweiht wurde. Auch auf der [[Mark-Aurel-Säule|Marcussäule]] sind Schleuderer dargestellt. Anders als auf der Trajanssäule sind dort aber nicht römische Hilfstruppen, sondern Barbaren gezeigt, die einen Fluss gegen die Römer verteidigen. Die einzige Darstellung einer möglichen Schleuder nördlich der Alpen findet sich auf einem Grabstein, der in die trajanische Zeit datiert wird und wahrscheinlich aus [[Xanten]] stammt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Typologie ==&lt;br /&gt;
=== Formenspektrum ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schleuderbleitypen.jpg|mini|Typentafel römischer Schleuderbleie; Typen nach Völling, 1990]]&lt;br /&gt;
Eine typologische Gliederung der Schleuderbleie erfolgte durch [[Thomas Völling]].&amp;lt;ref&amp;gt;Völling 1990, S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anhand der Form der Bleigeschosse lassen sich sechs Typen erkennen, die teilweise noch in sich gegliedert werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; border=&amp;quot;1&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Typ&amp;lt;ref&amp;gt;nach Völling 1990, S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;!! Form&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ I (a-c) || ovoide Typen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ II (a-c) || bikonoide Typen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ III || mehrkantiger Typ&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ IV || rautenförmiger Typ mit zwei abgeflachten Seiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ V || eichelförmiger Typ&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ VI || sphäroider Typ&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Typen I und II scheinen bei weitem die gebräuchlichsten gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
In Kampfsituationen wurden Schleuderbleie auch unter schlechten Bedingungen hergestellt. Die Soldaten konnten sie während einer Belagerung gießen. Die Qualität und Form werden dann durch die gegebene Eile bestimmt, in der sie hergestellt werden mussten.&amp;lt;ref&amp;gt;Bosman 1995, S. 99.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Ausgrabungen am [[Hillfort]] von [[Burnswark]] nahe der schottischen Stadt [[Dumfries]] wurden zahlreiche Schleuderbleie verschiedener Typen gefunden, die teilweise durchbohrt waren. Dieses Bohrloch verursachte beim Abschuss ein sirrendes Geräusch, das den Gegner zusätzlich einschüchtern sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.livescience.com/56365-roman-attack-on-scottish-fort-archaeology.html Artikel über die Burnswark Hill Ausgrabungen bei Live Science. (engl.)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gewicht ===&lt;br /&gt;
Die Gewichte der Schleuderbleie schwanken erheblich. So wurde am [[Dünsberg]] ein Geschoss vom Typ I mit einem Gewicht von 23 Gramm gefunden, während der gleiche Typ in Haltern 129 Gramm aufwies. Bei Typ II verhält es sich ähnlich. Ein Fund vom Dünsberg mit 26 Gramm steht einem Fund aus Haltern mit 155 Gramm gegenüber. Das Gros der Geschosse liegt bei 40–70 Gramm, wobei es eine Entwicklung zu größerem Gewicht hin gegeben zu haben scheint. Es kommen aber immer leichte und schwere Geschosse innerhalb der einzelnen Geschosstypen vor. Schleuderbleie aus spätklassischer Zeit aus [[Olynth]] etwa wiegen zwischen 18 und 26 Gramm. Die bleiernen Geschosse aus dem Kastell [[Gelduba]] bei [[Krefeld]] aus [[Diokletian|diokletianscher Zeit]] liegen dagegen im Schnitt um 80 Gramm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dekor und Inschriften ===&lt;br /&gt;
Viele Bleigeschosse waren mit Bildern und Inschriften versehen, die entweder in die Gussform eingearbeitet waren oder nachträglich in das weiche Blei eingeritzt wurden. Besonders die Typen I, II und III weisen des Öfteren Inschriften, zumeist in Reliefform, auf. Daneben kommen aber auch bildhafte Darstellungen vor, wie etwa Blitze, Dolche (&amp;#039;&amp;#039;[[pugio]]nes&amp;#039;&amp;#039;), Anker, Keulen und Delphine oder [[Phallus|Phalli]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sling bullets BM GR1842.7-28.550 GR1851.5-7.11.jpg|mini|Schleudergeschoss aus Blei mit der Aufschrift „ΔΕΞΑ“]]&lt;br /&gt;
Das wohl bekannteste griechische Geschoss stammt aus dem Athen des 4.&amp;amp;nbsp;vorchristlichen Jahrhunderts und trägt die Inschrift ΔΕΞΑ, was so viel wie „Nimm das!“ oder „Fang auf!“ bedeutet. Es befindet sich heute im [[Britisches Museum|Britischen Museum]] in London. Aus dem antiken [[Dor (Stadt)|Dor]] sind Bleigeschosse mit der Inschrift „Für den Sieg von Tryphon“ und „Dor – das fünfte Jahr, in dem Dor [[Gewürzsumach|Sumach]] schmecken muss“ aus der Zeit der Belagerung des [[Diodotos Tryphon]] durch [[Antiochos VII.|Antiochos VII. Sidetes]] bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ephraim Stern: &amp;#039;&amp;#039;Dor, ruler of the seas.&amp;#039;&amp;#039; Israel Exploration Society, Jerusalem 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römischen Inschriften nennen meist Legionen oder Kommandeure. Ebenfalls konnten sie „Schmähschriften“ erhalten, die besonders in den römischen Bürgerkriegen vertreten waren. Man beschimpfte die Anführer der Gegenpartei oder lobte den eigenen.&amp;lt;ref&amp;gt;41/40 v.&amp;amp;nbsp;Chr. [[Marcus Antonius]] gegen [[Augustus|Octavian]]. [[Corpus Inscriptionum Latinarum|CIL]] 130–133.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben konnten auch Botschaften oder taktische Anweisungen mit ihnen verschossen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Pseudo-Caesar, &amp;#039;&amp;#039;bellum Hispaniense&amp;#039;&amp;#039; 13.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben finden sich auch Hinweise auf den Eigentümer oder Hersteller der Geschosse oder den Feldherren &amp;#039;&amp;#039;(„von Philippos“)&amp;#039;&amp;#039;, was für [[Archäologie|Archäologen]] eine wichtige Hilfe bei der Datierung von Funden darstellt. Die Schmähung &amp;#039;&amp;#039;„Auf den Hintern von [[Augustus|Octavian]]!“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Im Originaltext: &amp;#039;&amp;#039;„Pet[e] culum Octavia[ni]“&amp;#039;&amp;#039;, CIL I 682, die Textteile in eckiger Klammer sind ergänzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist ein Beispiel für eine Inschrift, die bei der Datierung eines Kampfplatzes hilfreich sein kann. Ein weiteres Beispiel hierfür ist die schwere Schlacht [[Gaius Iulius Caesar|Caesars]] bei [[Schlacht von Munda|Munda]].&amp;lt;ref&amp;gt;Grünewald, Richter, 2006, S. 261–269.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus sind die Inschriften auf den Schleuderbleien gute Beispiele für die Alltagssprache einer Epoche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschosse aus Stein und Ton ==&lt;br /&gt;
Neben Schleudergeschossen aus Blei kamen in der Antike auch Projektile aus Stein und aus gebrannten Ton zum Einsatz. Ursprünglich wurden Schleudern mit geeigneten Steinen bestückt. Schleudersteine (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;lapis&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;lapillus&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;lapis missilis&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;saxum&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;saxum missilis&amp;#039;&amp;#039;) werden besonders häufig von Autoren der Spätantike genannt. Jedoch waren Steinprojektile stets in Form und Gewicht heterogen. Eine Auswahl geeigneter Projektilsteine musste zusammengesucht werden. Später kamen Geschosse aus gebranntem Ton hinzu. Diese konnten in Größe und Form besser an die Erfordernisse der Schleuderer angepasst werden. Bikonisch geformte Projektile können zielgenauer abgeschossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tönerne Geschosse sind archäologisch seit der Eisenzeit für nahezu den gesamten keltisch-germanischen Kulturraum bekannt. Jedoch sind sie in der überlieferten lateinischen Literatur nicht im Zusammenhang mit römischen Truppen belegt, kommen aber im archäologischen Befund bei vielen römischen Fundstellen vor. So wurden bei Ausgrabungen im [[Römerlager Haltern]] zahlreiche tönerne Geschosse gefundenen. Die meisten derartigen Funde stammen aus der Verfüllung der Lagergräben. Dieser Befund wird dahingehend interpretiert, dass die Projektile von den germanischen Eroberern ins Lager geschleudert worden seien. Eine andere Interpretation weist die Tongeschosse den [[Treverer]]n zu, die als Hilfstruppen in Haltern stationiert waren. Bekannt ist der Einsatz von Tonprojektilen auch bei den [[Nervier]]n. Cäsar berichtet, dass die Nervier bei einem Angriff auf das Winterlager [[Quintus Tullius Cicero]]s glühende Schleudergeschosse aus Ton einsetzten, mit denen sie die strohgedeckten Lagerhütten in Brand setzten.&amp;lt;ref&amp;gt;Caesar, &amp;#039;&amp;#039;Commentarii de bello Gallico&amp;#039;&amp;#039; 5, 43, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Westfalen gefundene eisenzeitliche Schleuderprojektile aus Ton sind in Form und Größe recht einheitlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Wienkämper 2015, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie sind gewöhnlich eiförmig bis bikonisch, ca. 4 Zentimeter lang und weisen einen Durchmesser von 2,5 bis 3 Zentimetern und ein durchschnittliches Gewicht von 28 Gramm auf. Eine Besonderheit sind wesentlich kleinere Projektile, die bei Ausgrabungen einer eisenzeitlichen Siedlung von Hamm gefunden wurden. Diese haben eine Länge von 3 Zentimetern und einen Durchmesser von 2,1 Zentimetern. Möglicherweise wurden diese kleineren Geschosse zur Jagd auf Vögel oder kleinere Säugetiere in der Weise von [[Schrotkugel|Schrot]] verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Wienkämper 2015, S. 72f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkungsweise ==&lt;br /&gt;
Schleudergeschosse aus Blei sind denen aus Stein oder Ton überlegen. Versuche haben gezeigt, dass bei einem Abwurfwinkel von 40° und einer Wurfgeschwindigkeit von 75 Meter/Sekunde Weiten von 352 Meter erreicht werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;Baatz 1990, S. 60 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Energieverlust beträgt 58 %. Steingeschosse kommen auf nur etwa 232 Meter, bei einem Verlust von 77 %. Tongeschosse erreichen nur 200 Meter bei 81 % Verlust. Militärisch gesehen sind Stein- und Tongeschosse wohl auf weite Distanzen uneffektiv. Natürlich steigen bei größerer Entfernung die Flugdauer des Geschosses und der Windwiderstand, wohingegen die Zielgenauigkeit abnimmt. Für einen gezielten Abwurf ist eine gestreckte rasante Flugbahn vonnöten. Eine solche Flugbahn erlangt man bei einem Abwurfwinkel von 10°. Mit einem Bleigeschoss kann man so auf eine ungefähre Entfernung von 150 Meter kommen. Vermutlich lag die militärisch effektive Entfernung von Handschleudern bei etwa 100 Meter. Der effektivste Wirkbereich scheint zwischen 30 und 60 Meter gelegen zu haben. Einerseits war bei dieser Entfernung eine hohe Treffsicherheit gegeben und andererseits ein geringer Verlust an Energie. Somit konnte hier maximaler Schaden erreicht werden. Dennoch zeigen die Versuche von Baatz, dass Bleiglandes auf bis zu 200 Meter wirksam sind, allerdings nicht mehr treffgenau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische [[Arzt]] [[Aulus Cornelius Celsus]] beschrieb medizinische Techniken, um Schleudergeschosse aus dem Körper eines Getroffenen zu entfernen.&amp;lt;ref&amp;gt;Celsus, &amp;#039;&amp;#039;De medicina&amp;#039;&amp;#039; 7. Siehe die folgende [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Celsus/7*.html#5.4 englische Übersetzung]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Vladilen A. Anochin, Renate Rolle: &amp;#039;&amp;#039;Griechische Schleuderbleie von den Mauern vor Olbia.&amp;#039;&amp;#039; In: Renate Rolle, Karin Schmidt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Archäologische Studien in Kontaktzonen der antiken Welt.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-86278-4, (&amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichung der Joachim-Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039; 87), S. 837–848.&lt;br /&gt;
* [[Dietwulf Baatz]]: &amp;#039;&amp;#039;Schleudergeschosse aus Blei. Eine waffentechnische Untersuchung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Saalburg-Jahrbuch&amp;#039;&amp;#039; 45, 1990, {{ISSN|0080-5157}}, S. 59–67.&lt;br /&gt;
* A. V. A. J. Bosman: &amp;#039;&amp;#039;Pouring lead in the pouring rain. Making slingshot under battle conditions.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Roman Military Equipment Studies&amp;#039;&amp;#039; 6, 1995, {{ISSN|0961-3684}}, S. 99–103.&lt;br /&gt;
* [[Michel Feugère]]: &amp;#039;&amp;#039;Les Armes des Romains.&amp;#039;&amp;#039; Errance, Paris 1993, ISBN 2-87772-077-2, (&amp;#039;&amp;#039;Collection des Hesperides&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* Michel Feugère: &amp;#039;&amp;#039;L’équipement militaire d’époque républicaine en Gaule.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Roman Military Equipment Studies&amp;#039;&amp;#039; 5, 1994, {{ISSN|0961-3684}}, S. 3–23.&lt;br /&gt;
* W. B. Griffith: &amp;#039;&amp;#039;The sling and its place in the Roman Imperial Army.&amp;#039;&amp;#039; Proceedings of the Fifth Roman Military Equipment Conference. In: [[Carol van Driel-Murray]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Roman Military Equipment. The sources of evidence.&amp;#039;&amp;#039; BAR, Oxford 1989, ISBN 0-86054-613-6, (&amp;#039;&amp;#039;British archaeological reports&amp;#039;&amp;#039; International series 476), S. 255–279.&lt;br /&gt;
* Martin Grünewald, Alexandra Richter: &amp;#039;&amp;#039;Zeugen Caesars schwerster Schlacht? Beschriftete andalusische Schleuderbleie aus der Zeit des Zweiten Punischen Krieges und der Kampagne von Munda.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 157, 2006, S. 261–269.&lt;br /&gt;
* A. V. M. Hubrecht: &amp;#039;&amp;#039;The use of the sling in the Balearic Islands.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin Antieke Beschaving&amp;#039;&amp;#039; 39, 1964, {{ZDB|215359-2}}, S. 92–93.&lt;br /&gt;
* [[Hans Peter Isler]]: &amp;#039;&amp;#039;Glandes. Schleudergeschosse aus den Grabungen auf dem Monte Iato.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archäologischer Anzeiger.&amp;#039;&amp;#039; 1994, 239–254.&lt;br /&gt;
* [[Manfred Korfmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Schleuder und Bogen in Südwestasien. Von den frühesten Belegen bis zum Beginn der historischen Stadtstaaten.&amp;#039;&amp;#039; Habelt, Bonn 1972, ISBN 3-7749-1227-0, (&amp;#039;&amp;#039;Antiquita&amp;#039;&amp;#039; Reihe 3: &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen zur Vor- und Frühgeschichte, zur klassischen und provinzial-römischen Archäologie und zur Geschichte des Altertums&amp;#039;&amp;#039; 13), (zugleich: Frankfurt am Main, Univ., Diss., 1971).&lt;br /&gt;
* G. D. Stiebel: &amp;#039;&amp;#039;„...You were the word of war.“ A sling shot testimony from Israel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Roman Military Equipment Studies.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 8, 1997, {{ISSN|0961-3684}}, S. 301–307.&lt;br /&gt;
* Tobias Runkel, [[Bettina Tremmel]]: Brandschutt und Schleuderbleie – Grabung im Zentrum des Hauptlagers von Haltern. In: [[Archäologie in Westfalen-Lippe]] 2015. 2016, {{ISSN|2191-1207}}, S. 72–76.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Völling]]: &amp;#039;&amp;#039;Funditores im römischen Heer.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Saalburg-Jahrbuch.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 45, 1990, {{ISSN|0080-5157}}, S. 24–58.&lt;br /&gt;
* Wieland Wienkämper: &amp;#039;&amp;#039;Neue Munition für eine alte Waffe. Schleudergeschosse aus gebranntem Ton.&amp;#039;&amp;#039; In: Eva Cichy, Jürgen Gaffrey, Manuel Zeiler: &amp;#039;&amp;#039;Westfalen in der Eisenzeit.&amp;#039;&amp;#039; Philipp von Zabern, Darmstadt 2015, ISBN 978-3-8053-4918-5, S. 72–73.&lt;br /&gt;
* [[Karl Zangemeister]]: &amp;#039;&amp;#039;Glandes Plumbeae Latine Inscriptae.&amp;#039;&amp;#039; Instituto Berolini, Rom 1885, (&amp;#039;&amp;#039;Ephemeris epigraphica&amp;#039;&amp;#039; 6, {{ZDB|216379-2}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Sling bullets}}&lt;br /&gt;
* [http://www.archaeologie-online.de/magazin/nachrichten/81-roemische-schleuderbleie-in-haltern-gefunden-33660/?hootPostID=d733d35146d77728f391db5f6c36fa74 81 Schleuderbleie aus Haltern. Artikel bei archaeologie-online.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schleuder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römische Waffe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bleiprodukt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Joachim Schnitter</name></author>
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