<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Schierau</id>
	<title>Schierau - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Schierau"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schierau&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-27T01:46:25Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schierau&amp;diff=429231&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Martin Beitz: Anmerkungen an Wikipedia-Stil angepasst, da nicht mehr stimmig (erst 1-6, dann 4-27) und händische Korrektur aller Nummern nicht praktikabel - Urkundenformen kursiv gesetzt - Hans aus dem Winckel entlinkt, da 1572, jener aber 1585-1667, und dafür den richtigen verlinkt - Tippfehler korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schierau&amp;diff=429231&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-29T10:22:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anmerkungen an Wikipedia-Stil angepasst, da nicht mehr stimmig (erst 1-6, dann 4-27) und händische Korrektur aller Nummern nicht praktikabel - Urkundenformen kursiv gesetzt - Hans aus dem Winckel entlinkt, da 1572, jener aber 1585-1667, und dafür den richtigen verlinkt - Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland&lt;br /&gt;
| Gemeindeart           = Stadt&lt;br /&gt;
| Gemeindename          = Raguhn-Jeßnitz&lt;br /&gt;
| Ortswappen            = DE-ST 15-0-82-301 Schierau COA.svg&lt;br /&gt;
| Breitengrad           = 51/45/00/N&lt;br /&gt;
| Längengrad            = 12/16/59/E&lt;br /&gt;
| Bundesland            = Sachsen-Anhalt&lt;br /&gt;
| Höhe                  = 65&lt;br /&gt;
| Fläche                = 30.11&lt;br /&gt;
| Fläche-Quelle         = &amp;lt;ref name=&amp;quot;Gindex&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Einwohner             = 907&lt;br /&gt;
| Einwohner-Stand-Datum = 2011&lt;br /&gt;
| Einwohner-ca          = 1&lt;br /&gt;
| Einwohner-Quelle      = &amp;lt;ref name=&amp;quot;Gindex&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://geoindex.io/gemarkungen/151775|titel=Gemarkung Schierau, Stadt Raguhn-Jeßnitz |werk=GEOindex |abruf=2025-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Eingemeindungsdatum   = 2010-01-01&lt;br /&gt;
| Postleitzahl1         = 06779&lt;br /&gt;
| Vorwahl1              = 034906&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Schierauer Kirche.jpg|mini|Kirche in Schierau]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schierau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Ortsteil der Stadt [[Raguhn-Jeßnitz]] im [[Landkreis Anhalt-Bitterfeld]] in [[Sachsen-Anhalt]], (Deutschland).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
Schierau liegt zwischen [[Dessau-Roßlau]] und [[Halle (Saale)]] im [[Biosphärenreservat Mittelelbe|Biosphärenreservates Mittlere Elbe]] an der [[Mulde (Fluss)|Mulde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ortsteile der ehemaligen Gemeinde waren ausgewiesen:&lt;br /&gt;
* Schierau&lt;br /&gt;
* Möst&lt;br /&gt;
* Niesau&lt;br /&gt;
* Priorau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen|2=Dieser Abschnitt}}&lt;br /&gt;
Die Orte Schierau, Möst, Niesau und Priorau liegen in einer frühgeschichtlich ausschließlich von [[Slawen]] bewohnten Siedlungslandschaft zwischen der Mosigkauer Heide und dem Steilabfall der unteren [[Mulde (Fluss)|Mulde]]-Auen. Die Orte Schierau, Möst und Priorau gehörten zum Besitz des Klosters Nienburg, des von den Sachsenherzögen in der zweiten Phase einsetzenden feudalen Ostexpansion (&amp;#039;&amp;#039;Hochmittelalterlicher Landesausbau in der [[Germania Slavica]]&amp;#039;&amp;#039;) ab Mitte des 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts militärisch gesicherten und tributpflichtig gemachten [[Gau Nizizi|Slawengaus Nizizi]].&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Hessler: &amp;#039;&amp;#039;Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;49, Heft&amp;amp;nbsp;2, Berlin 1957.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nizizi, was so viel bedeutet wie Bewohner der Niederung, war Teil der damaligen [[Sächsische Ostmark|Sächsischen Ostmark]]. Das vorwiegend von Sorben besiedelte Gebiet wurde zwangsweise missioniert und mit Bauern aus den Gebieten am [[Mittelrhein]] und [[Niederrhein (Region)|Niederrhein]] sowie aus den heutigen [[Niederlande]]n besetzt. Neben den slawischen Weilern wurden neue deutsche Kolonistendörfer angelegt. Bei den oben genannten Dörfern Schierau und Möst handelte es sich um vormals slawische Siedlungen, die im Zusammenhang mit einer Burg standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schierau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; erscheint erst spät in der schriftlichen Überlieferung, 1382 &amp;#039;&amp;#039;Schierow&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Staatsarchiv Weimar, Copiar Band 1, 92a.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der erste Originalbeleg mit dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Skirow&amp;#039;&amp;#039; stammt aus einer Urkunde des Markgrafen Wilhelm&amp;amp;nbsp;I. von Meißen vom Jahr 1395.&amp;lt;ref&amp;gt;Codex diplomaticus saxoniae, Urkunden der Markgrafen von Meissen und Landgrafen von Thüringen 1381–1395 (CDS I, Band 1, No.563).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die archäologischen Hinterlassenschaften im Umfeld des Ortes weisen auf eine deutlich frühere Besiedlung hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der slawische Name leitet sich ab aus dem Altsorbischen *šir ›breit‹, im [[Tschechische Sprache|Tschechischen]] beziehungsweise [[Slowakische Sprache|Slowakischen]] ‚širava‘ zum [[Gattungsname|Appellativum]] ‚šir-ava‘ ›breite Fläche, weiter Raum‹.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Ernst Eichler (Linguist)|Ernst Eichler]] |Titel=Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße, Band 3: N–S |Verlag=Domowina-Verlag |Ort=Bautzen |Jahr=1993 |ISBN=3-7420-0780-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1410 schlossen Friedrich und Wilhelm, [[Liste der Markgrafen von Meißen|Markgrafen von Meißen]], mit Fürst Albrecht&amp;amp;nbsp;III. und Fürst Bernhard dem Älteren von Anhalt ein Bündnis für 6&amp;amp;nbsp;Jahre gegen die Adelsfamilien [[Krosigk (Adelsgeschlecht)|von Krosigk]], von [[Schierstedt (Adelsgeschlecht)|Schierstedt]] und von [[Wulffen (Adelsgeschlecht)|Wulffen]], zum Erwerb der Vorherrschaft in „Obersachsen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Rudolf von Krosigk]] |Titel=Nachrichten zur Geschichte des Dynasten- und Freiherrn Geschlechts von Krosigk |Verlag=J. Petsch |Ort=Berlin |Jahr=1856 |Online=https://www.digi-hub.de/viewer/image/BV043336300/9/LOG_0000/}} Auszüge aus der Familiengeschichte Krosigk.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraufhin belehnten 1411 die Herzöge Rudolf und Albrecht von [[Herzogtum Sachsen-Wittenberg|Sachsen-Wittenberg]] den Hauptmann des [[Liste der Erzbischöfe und Bischöfe von Magdeburg|Magdeburger Erzbischofs]], Rudolf [[aus dem Winckel]], mit dem Gut zu Schierau.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Matthias Prasse |url=https://www.mz.de/lokal/bitterfeld/anhalt-bitterfeld-waidmanns-dank-fur-den-problembaren-2326956 |titel=Anhalt-Bitterfeld: Waidmanns Dank für den Problembären |werk=[[mz.de]] |datum=2010-09-22 |abruf=2025-11-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Später führte das Adelsgeschlecht nach dem Orte seinen Namen. 1424 überlässt Rudolf aus dem Winckel, damals auf der [[Burg Gröbzig]] ansässig, dem Fürsten Georg von Anhalt einen Hof und zwei Hufen Landes im benachbarten Dorf [[Törten]]. Im Jahr 1516 werden in einer Ahnentafel Hans und Wolff aus dem Winckel auf Schierau genannt. 1568 besitzen die Herren aus dem Winckel als Lehnsnachfolger der edelfreien Adelsfamilie Köhler die Marke Nauendorf, heute auch die &amp;#039;&amp;#039;neue Marke&amp;#039;&amp;#039; genannt. In einem Lehnbrief aus dem Jahr 1572 von Hans aus dem Winckel, Herr auf Schierau, und seinen Erben werden Teile seiner Besitzungen genannt, unter anderem „das alte Wasser Möst mit seinen Fischereien, ein Holz, der Körper genannt daselbst…“. Sein ältester Sohn [[Hans Ernst aus dem Winckel (der Austeilende)|Hans Ernst aus dem Winckel]] wurde am 23.&amp;amp;nbsp;Juli 1623 vom Kurfürst [[Johann Georg I. (Sachsen)|Johann Georg I. von Sachsen]] mit dem Sattelhof Schierau und den zugehörigen Dörfern Schierau, Möst und Sandrau belehnt. Dessen Bruder [[Johann Georg aus dem Winckel]], Herr auf „Schira, Mest und Thurland“ kämpfte im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] von 1624 bis 1630 als Heerführer (Obrist) in schwedischen Regimentern. Die Freiherren Aus dem Winckel zu Schierau standen bis Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts sowohl in kurfürstlich-sächsischen, als auch in anhaltischen Diensten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bernhard Warlich |url=https://www.30jaehrigerkrieg.de/ |titel=Der Dreißigjährige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten |werk=30jaehrigerkrieg.de |datum= |abruf=2025-11-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Möst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden 1179 zwei Dörfer – &amp;#039;&amp;#039;Musize, item Musize&amp;#039;&amp;#039; – in einer Urkunde von [[Alexander III. (Papst)|Papst Alexander III.]] genannt, welcher dem [[Kloster Nienburg]] seinen Schutz, dessen Rechte, Freiheiten und Besitzungen bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Otto von Heinemann]] |Titel=[[Codex diplomaticus Anhaltinus]]. Theil 1: 936–1212 |Verlag=Barth |Ort=Dessau |Jahr=1873 |Seiten=418 |Online=https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10479377?page=455,456}} Nr. 566 – Zur Datierung siehe S. 419: Jaffé Regest pontif no. 8726.; Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte u. Altertumskunde Nienburger I 804 ff. Güterverzeichnis des Klosters Nienburg; Nienburger Kopialbuch: &amp;#039;&amp;#039;Emunitas Alexandri pape iii, data anno Dom. mclxxiii°&amp;#039;&amp;#039;; am Band: &amp;#039;&amp;#039;Require alibi&amp;#039;&amp;#039;. „Indiction und Ponticatsjahr verweisen die Bulle in d. J. 1179.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Eines liegt nördlich von Schierau, das andere zwischen Marke und Priorau. 1205 werden beide Dörfer mit 16&amp;amp;nbsp;Hufen Land (&amp;#039;&amp;#039;in duobus Muisice sedecim&amp;#039;&amp;#039;) wiederholt in einer Papsturkunde für das Kloster Nienburg genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Otto von Heinemann |Titel=Codex diplomaticus Anhaltinus. Theil 1: 936–1212 |Verlag=Barth |Ort=Dessau |Jahr=1873 |Seiten=556 |Online=https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10479377?page=593,594}} Nr. 749.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer Urkunde des Jahres 1216 bestätigt [[Innozenz III.|Papst Innocenz III.]] dem Kloster Nienburg erneut seine Rechte Freiheiten und Besitzungen, darunter &amp;#039;&amp;#039;Musize, item Musize&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Otto von Heinemann |Titel=Codex diplomaticus Anhaltinus. Theil 2: 1212–1300  |Verlag=Barth |Ort=Dessau |Jahr=1875 |Seiten=20 |Online=https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11308498?page=43,44}} Nr. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1533 wird in einer Kirchenvisitation der Ort &amp;#039;&amp;#039;Moste&amp;#039;&amp;#039; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Karl Pallas]] |Titel=Die Registraturen der Kirchenvisitationen im ehemals sächsischen Kurkreise. Abt. 2, Teil 2: Die Ephorie Bitterfeld |Verlag=Hendel |Ort=Halle (Saale) |Jahr=1907 |Seiten=215 |Online=https://archive.org/details/dieregistrature02anhagoog/page/n247/mode/2up}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1547/49 sind &amp;#039;&amp;#039;Moste&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Möste&amp;#039;&amp;#039; auch im Anhaltischen Landregister aufgeführt, von denen das südlich gelegene Dorf als wüst bezeichnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Reinhold Specht]] |Titel=Die anhaltischen Land- und Amtsregister des 16. Jahrhunderts. Bd. I |Verlag=Selbstverlag der Historischen Kommission |Ort=Magdeburg |Jahr=1935 |Seiten=6, 42, 223}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Deutung des Ortsnamens ist nicht genügend gestützt. Sie lässt sich einerseits auf einen slawischen Personennamen *Muž oder *Myš zurückführen, oder Mužk gehört zu muž (deutsch: Mann); ebenso könnte sich der Name auch aus dem altsorbischen *Most/*Most’c (deutsch: Brücke aus Bohlenhölzern) ableiten, welcher sich auf die Verortung in der Muldeaue bezieht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Dietrich Freydank]] |Titel=Ortsnamen der Kreise Bitterfeld und Gräfenhainichen |Verlag=Akademie Verlag |Ort=Berlin |Jahr=1962}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ernst Eichler |Titel=Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße, Band 3: K–M |Verlag=Domowina-Verlag |Ort=Bautzen |Jahr=1987 |ISBN=3-7420-0097-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; In Möst steht mindestens ein Gebäude, das durch den Bauhausarchitekten [[Friedrich Engemann]] geplant wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kreisarchiv Anhalt-Bitterfeld]]: Bauaktenarchiv&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Niesau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ein sehr kleines Dorf, liegt wie Möst, Priorau und Schierau im breiten [[Urstromtal]] der Mulde, am östlichen Rand der Niederung. Der Ort ist fast vollständig im Süden, Westen und Norden von sogenannten Stillingsgraben, einem mäandrierten Mulde-Altarm und dem östlich angrenzenden heutigen Flusslauf der Mulde umschlossen. 1702 begann Fürst [[Leopold I. von Anhalt-Dessau|Leopold I. von Anhalt]] mit der Generalvermessung aller fürstlichen, adligen sowie bäuerlichen Äcker und Wiesen des Fürstentums. Infolgedessen veranlasste der Fürst im Jahre 1713 per Dekret die Gründung der Siedlung Niesau durch die Anlage von 20 zur Bewirtschaftung der fruchtbaren Mulde-Niederung geeigneten Hofstellen, in der Nähe der Muldefurt. Der Fürst soll zusätzlich einen Fährkahn spendierte haben, mit dem über die Mulde nach [[Sollnitz]] übergesetzt werden konnte. Die Fährstelle war noch bis etwa 1959 in Betrieb.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Günther Schönfelder, Frauke Gränitz, Haik Thomas Porada |Titel=Werte unserer Heimat. Band 66: Bitterfeld und das untere Muldetal |Verlag=Böhlau |Ort=Köln, Weimar, Wien |Jahr=2004 |ISBN=978-3-412-03803-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Priorau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; liegt eingegrenzt zwischen den [[Taube (Fluss)|Taube]]-Quellen und der Mulde, etwa 1,5&amp;amp;nbsp;Kilometer südlich von Schierau. Die Namensbezeichnung leitet sich aus dem altsorbischen Prerov (deutsch: Graben, Durchstich), dem obersorbischen ‚přěrow‘ beziehungsweise niedersorbischen ‚pśerow‘ (deutsch: Graben, von Gräben durchzogene Gegend, sumpfige Gegend) ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Ernst Eichler (Linguist)|Ernst Eichler]] |Titel=Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße, Band 3: N–S |Verlag=Domowina-Verlag |Ort=Bautzen |Jahr=1993 |ISBN=3-7420-0780-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Ort erscheint zuerst 1283 im Kopialbuch des Kollegiatstiftes der [[Aken (Elbe)|Nikolaikirche Aken]] in einer Vertragsabschrift. Unter den Zeugen befinden sich neben dem Grafen Albrecht&amp;amp;nbsp;I. von Anhalt, die Ministerialen &amp;#039;&amp;#039;Heino de Preraw&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Heino de Zstene milites&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Otto von Heinemann |Titel=Codex diplomaticus Anhaltinus. Theil 2: 1212–1300  |Verlag=Barth |Ort=Dessau |Jahr=1875 |Seiten=398 |Online=https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11308498?page=421,422}} Nr. 557. &amp;#039;&amp;#039;Copiar ecclesie sancti Nicolai Aquensis&amp;#039;&amp;#039; (no. LII) = Kopialbuch der Heiligen Kirche St. Nikolai Aken im Staatsarchive zu Magdeburg.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 21.&amp;amp;nbsp;September 1285 verkauft Graf [[Albrecht I. (Anhalt)|Albrecht&amp;amp;nbsp;I. von Anhalt]] dem Kollegiatstift St.&amp;amp;nbsp;Marien zu Coswig das Dorf &amp;#039;&amp;#039;Malin&amp;#039;&amp;#039;. In dieser Originalurkunde erscheinen erneut &amp;#039;&amp;#039;Heino de Prerowe&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Heino de Stene&amp;#039;&amp;#039; als Zeugen des Rechtsakts.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Otto von Heinemann |Titel=Codex diplomaticus Anhaltinus. Theil 2: 1212–1300  |Verlag=Barth |Ort=Dessau |Jahr=1875 |Seiten=421 |Online=https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11308498?page=445,446}} Nr. 593&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 1394 verhandelte Markgraf [[Wilhelm I. (Meißen)|Wilhelm von Meißen]] mit dem Erzbischof von Magdeburg und dem Fürsten von Anhalt über Hilfeleistungen aufgrund einer Fehde gegen Erfurt. Zur selben Zeit am 7.&amp;amp;nbsp;September 1394 finden sich Rechnungen über Lebensmittel an für das Heeresaufgebot, welches &amp;#039;&amp;#039;in Halberstad, in Berneborg, in Meydeburg, in Barby et in Priraw&amp;#039;&amp;#039; gegen Erfurt lagerte.&amp;lt;ref&amp;gt;Codex diplomaticus Saxoniae (CDS) I B 1, 542, 1394 Juli 24. ff. Anmerkungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1407 erscheint der Name &amp;#039;&amp;#039;Pryrow&amp;#039;&amp;#039; in einer Originalurkunde. In einer späteren aus dem Jahr 1448 als &amp;#039;&amp;#039;Preraw&amp;#039;&amp;#039;. Im anhaltischen Land- und Amtsregister der Jahre 1547/49 wird der Ort unter &amp;#039;&amp;#039;Prira&amp;#039;&amp;#039; beziehungsweise &amp;#039;&amp;#039;Prerau&amp;#039;&amp;#039; verzeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Reinhold Specht]] |Titel=Die anhaltischen Land- und Amtsregister des 16. Jahrhunderts. Bd. I |Verlag=Selbstverlag der Historischen Kommission |Ort=Magdeburg |Jahr=1935 |Seiten=5, 23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Orte Schierau, Möst und Priorau gehörten bis 1815 als [[Exklave]] im Fürstentum [[Anhalt]] zum kursächsischen Amt Bitterfeld.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Karlheinz Blaschke]], [[Uwe Ulrich Jäschke]] |Titel=Kursächsischer Ämteratlas |Verlag= |Ort=Leipzig |Jahr=2009 |Seiten=22–23 |ISBN=978-3-937386-14-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Beschlüsse des [[Wiener Kongress]]es kamen sie zu Preußen und wurden 1816 dem [[Landkreis Bitterfeld (Provinz Sachsen)|Kreis Bitterfeld]]&amp;lt;ref&amp;gt;Der preußische Landkreis Bitterfeld im Gemeindeverzeichnis 1900.&amp;lt;/ref&amp;gt; im [[Regierungsbezirk Merseburg]] der [[Provinz Sachsen]] zugeteilt, zu dem sie bis 1942 gehörten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{GOV|objekt=Schierau |val=SCHRA1JO61DR |abruf=2025-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 1.&amp;amp;nbsp;April 1942 wurde die preußische Exklave Schierau mit Möst und Priorau in den [[Landkreis Dessau-Köthen]]&amp;lt;ref&amp;gt;Der anhaltinische Landkreis Köthen im Gemeindeverzeichnis 1900.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit Anhalt angegliedert. Niesau gehörte hingegen immer zu Anhalt und somit seit seiner Gründung zum Landkreis Dessau-Köthen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{GOV|objekt=Niesau |val=object_1070369 |abruf=2025-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Niesau nach Schierau eingemeindet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Landesregierung Sachsen-Anhalt |Titel=Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161) |Sammelwerk=Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt |Ort=Halle (Saale) |Nummer=18 |ZDB=511105-5 |Datum=1950-08-05 |Seiten=274 |Online=[[commons:file:Gesetz- und Amtsblatt Land Sachsen-Anhalt-1950-Nr.18.pdf|PDF]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möst wurde am 1. Januar 1957 ein Ortsteil von Schierau.&amp;lt;ref&amp;gt;{{GOV|objekt=Möst, Möst b. Schierau |val=object_1053899 |abruf=2025-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Priorau folgte am 1. Januar 1973.&amp;lt;ref&amp;gt;{{GOV|objekt=Priorau |val=object_1070370 |abruf=2025-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Schierau, Marke, Retzau, Altjeßnitz, Thurland und Tornau vor der Heide sowie die Städte Jeßnitz (Anhalt) und Raguhn zur Stadt Raguhn-Jeßnitz zusammen. Gleichzeitig wurde die [[Verwaltungsgemeinschaft Raguhn]], zu der Schierau gehörte, aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
[[Blasonierung]]: „In Silber ein roter Kirchturm mit Seitenschiffen belegt mit vier silbernen Schilden (1:2:1), begleitet von zwei grünen Ahornblättern, über mit einem aufgeschlagenen silbernen Buch belegten gewellten blauen Schildfuß.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wappenelemente: Architektonische Besonderheit besitzt die Schierauer Kirche mit ihrem Barockgiebel, der weithin sichtbar ist. Priorau ist Geburtsort von [[Philipp von Zesen]] – einem in der Literatur wie Sprachentwicklung bedeutenden Schriftsteller des 17. Jahrhunderts; ihn symbolisiert das aufgeschlagene Buch. Alle vier Ortsteile liegen inmitten der Muldeaue und eingebettet in Wiesen und Laubwald. Der Ahorn ist eine sehr häufig vorkommende Baumart und wurde mit den zwei begleitenden Blättern im Wappen dargestellt. Der blaue Wellenschildfuß symbolisiert die [[Mulde (Fluss)|Mulde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen wurde 1996 von dem Magdeburger Kommunalheraldiker [[Jörg Mantzsch]] gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Priorau Kirche.jpg|mini|Kirche in Priorau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
=== Bauwerke ===&lt;br /&gt;
* Geburtshaus des Barockdichters Philipp von Zesen im Ortsteil Priorau&lt;br /&gt;
* [[Dorfkirche Schierau|Dorfkirche]]&lt;br /&gt;
* [[Kriegerstein (Schierau)|Kriegerstein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regelmäßige Veranstaltungen ===&lt;br /&gt;
* Maifeier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
=== Verkehr ===&lt;br /&gt;
Westlich der Gemeinde verläuft die [[Bundesautobahn 9]], von [[Leipzig]] nach [[Berlin]], und die [[Bundesstraße 184]] [[Bitterfeld-Wolfen]] – Dessau.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- === Bildung === --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
* [[Philipp von Zesen]] (1619–1689), deutscher Schriftsteller und Kirchenlieddichter&lt;br /&gt;
* [[Georg Franz Dietrich aus dem Winckell]] (1762–1839), Forst- und Jagdwissenschaftler, geboren in Priorau, lebte lange Zeit in Schierau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Ortsteile von Raguhn-Jeßnitz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=1063686415|VIAF=311756747}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Landkreis Anhalt-Bitterfeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Anhalt-Bitterfeld)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 2010]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Raguhn-Jeßnitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort an der Mulde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Martin Beitz</name></author>
	</entry>
</feed>